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Auslcrn-.
Tie Stadt Kopenhagen gab am Dienstag zu Ehren des früheren Präsidenten Roosevelt im Rathauie ein Festessen, an loelrtiem 3Oj Gäste teilnahmen. Um 9 Uhr reiste Roosevelt nach E h r i st i a n i a ab.
Sport.
, ~ 8 u ß b a r l. Am Sonntag traten sich die beiden 1. Mann- d)Q'ten der -Bevetne für Bewegungsspiele Ai arbnrg und
Aus HeUsrr.
Der Gesetzgebungsausschuß der Zweiten K a m m c r wird, wie uns aus Tarrnstadt mitgeteilt wird, am Donnerstag, den 12. Mai, seine Sitzungen wieder auf ^nehmen und sich zunächst mit dem Antrag Pagen -stecher, bctr. den Art. 74 des Bürgerlichen Gesetzbuchs mnd den Antrag Dr. Schmitt zu demselben Gegenstand, ferner mit dem Antrag N o a ck, betr. die Einführung zwei jähriger Pudgetpcriodcn. Dann mit der Vorstellung des hessischen Landesvereins für Toteneinäscherung und mit der Vorstellung des liberalen Wahlvereins ,zu Nidda, die neue Wahlkreiseinteilung betreffend, beschäf- i tigen. Dem Vernehmen nach gedenkt'der Ausschuß alsdann ^nach Pfingsten in die Beratung des Gesetzentwurfs, betr. die W a h l k r e i seinteilung einzutreten, doch soll der erst iürzlich wiederholten Mahnung des Vorsitzenden Les Ausschusses an die verschiedenen F r a k t i o n s v o r st ä n d e um schleunigste Vorlage ihrer Wünsche und Abänderungsvorschläge noch immer keine Folge gegeben worden sein
Der Bittschriften-Ausschuß der Zweiten Kammer ist am Dienstag vormittag unter dem Vorsitz des Abg. Stöplcr zu einer Beratung zusammengetreten und hat 'sich mit einer Reihe kleinerer Gegenstände beschäftigt. Der Antrag Dr. Frenat) über bie Fürsorge für Wandevarme wurde no.ch nicht erledigt. Es *üU vielmehr der Antragsteller unb evcnt. die Regierung um die Vorlegung weiteren Materials über diese Frage ersucht werden. Darauf erstattete Abg. Raab Bericht über die Vorstellung des Zentralverbandes der Handlungsgehilfen, betr. drc Arbettslosenversichernng. Der Ausschuß stimmt hier der Regierung, daß die Frage nicht von einem einzelnen Bundesstaat, sondern nur voni Reich durchgeführt werden könne und beantragt, an die Regierung das Ersuchen zu richten beim Bundesrat auf eine Durchführung der Ar- bettstoscnversicherung hinzuwirken. Abg. Stöpler berichtete dann über den Antrag Dr. Fr e na h , betr. die Versicherung der Dienstboten und über den Antrag B ä h r , das Pslugschleifcn betreffend. Der letzte Antragsteller war zur Begründung seines Antrags selber zugegen. Aba. Hauck berichtete darauf über Len Antrag Ulrich, betr. den Schutz der Bauarbeiter und über die zu demselben Thema ein- gereichte Vorstellung des Vereins der mittleren Bau- bcainten. Der Ausschuß stimmte Len Ausführungen der Regierung Au, Laß nur solche Arbeitgeber, wie seither be- ruckslchtigt werden sollen, die ihren sozialen Verpflichtungen den Arbeitern gegenüber Nachkommen. Im übrigen wurde beschtoisen, den Antrag für erledigt zu erklären. Heber den Antrag Ulrich betr. die behördlichen Bekanntmachungen und den werteren Antrag, betr. die Anstellung der Bezirksärzte usw. berichtete Abg. B e st, während über den dritten Antrag desselben Abgeordneten, betreffend die Vergebung der staatlichen Arbeiten, der Abg. N o ack das Referat erstattete Diese Anträge sollen unter näherer Motivierung für erledigt erklärt werden.
" Der Kaiser in Schlitz. Man schreibt uns: n. Schlitz, 3. Mai. Gutem Vernehmen nach trifft der Kaiser im Salonzug nächsten Sonntag vormittag i/29 Uhr jum Besuch der gräflichen Familie hier ein, um vorausncht- Itrf) am Montag nachmittag wieder obzureisen. Feuerwehl und Kriegervereine werden Spalier bilden. Da an demselben Tage auch die Vertreterversainmlung der Kriegervereine des Bezirks Lauterbach-Schlitz hier tagt, steht bei günstiger Witterung starker Besuch von auswärts in Aussicht.
Lehr er Personalien. Uebcrtragen wurde dem :chulaintsaspiranten Ludw. Wagner aus Gernsheim eine ehreruetle an der kath. Schule zu Bingen.
.... ** Postpersoual - Nachrichteu. Bestanden die Bost- asslitentenvrusuna der Poslgebilie Errnarth in Gießen. Angenommen als Posteleven die Abilurienken Bock in Butzbach und L rb >v e ltzer in Friedberg ; als Poüagenl start Wolf m Dübels- heun ; entlasten der Poslagent Ctio Wolf m Düdelsheim.
" Erledigt sind: Die Stelle des Forstwa'rts der ^oritwartei Alsfeld, Dberförflerei Eudorf; die Stelle des Forstwarts der Forstwartei Windhausen, Oberförsterei Windhausen, vom 15. Mai d. I. ab.
** Landesbaugewerkschule. Der Großberzoo hat den Architekten Jvs Bachem aus Mülheim a Rh ™ Hauptlehrcr an der Landesbaugetve.kschule ermannt
", D'° naturwrU-ntchaüliche Abtei,unq der Obcrhessischen Gesellschajt für Natur, und Heil, künde wird am 11. Mai einen allgemein oerftändlichen Bortrag Uber Kometen veranstalten. Der Voriraa den Professor Dr. Markert halten wird, soll in dem groben H^Iaal der Unwersrtüt siattsinden. Freien Zutritt haben die Mitglieder der Gesellschaft gegen Vorzeigung der Einladunas. karte die Abonnenten der Winteroorträge gegen SBoneiqnna oet Abonnementskarte und Studenten gegen Vorzeigrina' der nU6nel6r?r‘,e- ~ Uebec bas wertere Sommerprogramm der Getechchast fei nntgeteill, daß Anfang Juni eine Wissenschaft, hdje Sitzung stattfinden wird, in der Professor Dr. Garten über elektrische Fische sprechen wird, und daß Ende Juni oder
28its Staöt und Cand.
Gießen, 4. Mai 1910.
Vom Himmelfahrttage.
Der Himmelfahrttag ist ein wichtiger Baustein im Gebäude der christlichen Religion, das bindende Glied zwischen Ostern und Pfingsten zwischen Ankündigung und Erfüllung. Aber neben der religiösen Bedeutung hat das Himmelsahrtsfest noch eine besondere Bedeutung, denn als Zwischenfeiertag ist er in der Frühlingszeit den Menschen doppelt willkommen. In Scharen wandern sie früh schon hinaus in Wald und Feld. Hier schweigt das geschäftige Hasten und Lärmen, kein hastiges Geräusch dringt in die herrliche Ratnr, die uns zum freudigen Genießen ruft. Das Herz geht auf beim Wandern, alltäglicher Sorgenkram ist abgestreift; — Himmelfahrt ist auch die Zeit für das Suchen nach heilkräftigen Kräutern die Aaronswurzel und das Aklermannsherrnkraitt spielen eine Hauptrolle. Manche Mädchen denken dabei auch mi den Herzallerliebsten. Das Ailermannsherrnkraut verschafft ihnen noch im taufenden Jahre einen Bräutigam. Auch die Flurengänge oder das „Ums Feld retten", die dem Schutze der Saaten -tften ini> am Himmelfahrtstage bis beute mancherorts noch üblich. Dazu gibt es in andern Gegenden ein besonderes Gebäck für den Himmelfahrtstaa, die als „Kugelhoppen oder Palisaden" für Jugendspiele als Preise ausgesetzt und sehr begehrt werden.
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''Tageskalender. Kolosseum: Täglich Vorstellung K i n e >n a t o g r a p h: Täglich Vorstellung.
Biograph: Täglich Vorstellung.
Zirkus Sch u m a n n: Täglich Vorstellung.
C elfen H. Vortrag von Frau Gehcimerat Jellinek. Oet bei berg. Mittwoch abend 81/, Uhr un großen Hörsaal der Uinversttat. '
Deutsches Reich.
Aus S ch w c r l n wird gemeldet: Ter Großherzoa am Dienstag nachmittag die von den Mitgliedern der^ Rtti.erschait und der Landschaft am 16. April 1910 in Rostock gewählte Abordnung und eröffnete ihr, daß er war ,bcr erbetenen Audienz das dantenswerte Bestreben entnehme, mit der Regierung zu einer Verständigung
über die Berfassungsreform zu gelangen, jedoch in der Entschließung mit dem Güstrower Protokoll eine geeignete Grundlage zur Verständigung nicht zu erblicken vermöge. Die Zurückziehung der bisherigen Regierungsvorlage tönne daher zurzeit nicht in Frage kommen. Er, der Großherzog, halte sich aber für verpflichtet, lein Mittel unversucht zu lassen, mit den gesetzgebenden Faktoren des Landes zu einer Einigung über die Berfassungsreform zu gelangen. Er werde daher seine Regierung beauftragen, mit den einzelnen Mitgliedern der Rttterschaft und der Land- ,chast einen Meinungsaustausch herbeizuführen, durch den ihnen Gelegenheit geboten werden soll, ihre An- lichten darzulegen.
Der ttalienifche Minister des Aeußern Di San Giuliano trifft der „Nordd. Altgern. Ztg." zufolge Ende Mai in Berlin ein, um sich dem Kaiser oorzustellen und den Besuch des Reichskanzlers in Rom zu erwidern. Also doch! Es müßte aber eigentlich der Ministerpräsident selbst sein. Bon politischer Bedeutung ist der Besuch jedoch nicht; denn ?s wird nicht über die bekannten Freundschaftsversicherungen innauskommen.
Im Landesausschuß für Elsaß-Lothringen Zam es am Dienstag bei der Bewilligung der vorjährigen daushaltsüberschreitungen unvermutet wieder zu einer Sprachenauseinandersetzung. Ter Regierung wurde vor- geworfen, daß sie die französische Sprache vergewaltige, weil sie in einzelnen lothringischen Gemeinden den amtlichen Gebrauch der deutschen Sprache an- geordnet habe. Tie Regierung verteidigte sich damit, daß ,ie dies auf Grund des Gesetzes von 1872 getan habe, welche jenen Gebrauch vorsieht, wenn über 50 Prozent der Bevölkerung die deutsche Sprache als Muttersprache f'ätte; dies fei durch die Volkszählung nachgewiesen. Die deutsche Sprache dränge vor. Seit 1892 habe die Regierung keine Neuanordnung in dieser Hinsicht getroffen, jetzt aber sei das notwendig. Ein Gesetzentwurf über die Werterhöhungssteuer wurde einem Ausschuß überwiesen. Der Lothringer Block erklärte sich dagegen, solange nicht die ganze Werrabgabe aufgehoben werde. Abgeord- nete des Zentrums befürchteten eine Doppelbesteuerung bei Einführung der Reichswertzuwachssteuer und wünschten die Landgemeinden auszunehmen. Tie Negierung erklärte sich mit einer Beschränkung auf die Städte einverstanden. Tann wurde noch ein Antrag angenommen, daß die Regierung bei der Reichsregierung wegen der Militärbeiträge für eine Verminderung der Heer- und Marineiosten vorstellig werde. Tie Regierung äußerte sich dazu nicht. Die nächste Sitzung ist am 24. Mar.
2. bei bet Begründung und Fortsetzung der ehelichen Güter- gemeinswast:
3. beim Erwerb auf Grund von Verträgen, die zwischen Miterben oder Teilnehmern an einer ehelichen oder fortgesetzten Gütergemeinschaft zum Zwecke der Teilung der zum Nachlaß oder zum Gcsamtgut gehörenden Gegenstände abgeschlossen werden: die Steuerbefreiung greift auch Platz, wenn in den vorgenannten Fällen die Teilung im Wege der Versteigerung geschieht und der Zuschlag einem Miterben oder Teilnehmer er teilt wird:
4. beim Erwerbe der Abkömmlinge von den Eltern, Groß eitern und entfernteren Voreltern, sowie beim Erwerbe der an Kindesstatt angenommenen Personen und deren Abkömmlingen von den Annehmenden;
5. beim Einbringen in eine ausschließlich aus dem Veräußerer und dessen Abkömmlingen oder aus diesen allein bestehende Gemeinschaft der imi § 3 bezeichneten Art oder Gesell schast des bürgerlichen Rechts.
Die Steuerpflicht tritt ein, soweit nachträglich ein Gesellschafter ausgenommen wird, der nicht zu den Abkömmlingen des Veräußerers gehört.
6. Beim Einbringen von Nachlaßgegenständen in eine ausschließlich von Miterben geblldete Gemeinschaft der im! § 3 be zeichneten Art ober Gesellschaft des bürgerlichen Rechts. Die Vorschrift der Ziffer 5 findet entsprechende Anwendung.
7. Beim Austausch int Jnlande gelegener Grundstücke zum Zwecke der Zusammenlegung lFlurvereinigung) ober der besseren Gestaltung von Bauflächen (Umlegung) sowie bei Ablösung von Reckten on Forsten, wenn diese Maßnahmen auf die Anordnung einer Behörde beruhen ober von einer solchen als erforderlichanerkannt werben.
Zu ben Miterben im Sinne der Ziffern 3,6 wird der überlebende Ehegatte gerechnet, der mit den Erben des verstorbenen Ehegatten gütergemeinschaftliches Vermögen zu teilen hat.
.'Bei § 5 über die Berechnung des Zuwachses wird mit Stimmengleichheit ein Antrag Cuno (Vp.) abgelehnt, der den durch; Wirtschafts- und Apothekenkonzessionen erzieltes Mehrwert dem Preise hinzurechnen wollte. Aus eine Anfrage, wie int Falle der Veräußerung eines Geschäftshauses verfahren werden falle, erklärte der Unterstaatssekretär Kühn, daß Vit solchen Fällen der Wert des Geschäftes von der Steuer nicht betroffen werden und besonders fixiert werden müsse. 8 5 wurde durch Annahme mehrerer Anträge in seinen Hauptbestimmungen in folgender Fassung beschlossen:
Als steuerpflichtiger Wertzuwachs gilt der Unterschied zwi scheu dcnt Erwerbspreis und dem Veräutzerungspreise. Von dem Preise,kommt der Wert der Erzeugnisse des Grundstücks, die sich als dessen Ertrag darstellen, sowie der Maschinen auch insowei: in Abzug, als sie zu den wesentlichen Bestandteilen des Grundstücks gehören. Der, Preis bestimmt sich nach dem Gesamtbeträge der Gegenleistung abzüglich der vom Verkäufer über- ncmmeneii Lasten und eim'chlietzlich der vom Erwerber übernommenen oder ihm sonst infolge der Veräußerung obliegenden Leistungen und der vorbehaltenen ober auf dem Gegenstände lastenden Nutzungen. . . . Tie vom Käufer übernommenen Kosten, Stempel und Umsatzsteuern sowie Verpflichtungen, welche eine Erhöhung des Kaufpreises nicht zur Folge haben, gelten nicht als Leistungen im Sinne dieser Bestimmungen.
§ 6 bleibt unverändert.
§ 7 .wird in folgender Fassung angenommen:
Ist ein Preis nickst vereinbart ober nicht zu ermitteln, so tritt an dessen Stelle der Wert des Gegenstandes. Das gleiche gilt, wenn die Beteiligten zum Zwecke der Steuerersparung einen Teil des Entgelts nicht so angeben, wie er unter ihnen vercinbahrt ist usw.
§ 8 wird nach den Beschlüssen erster Lesung angenommen. Tanack. ist der Regierungsvorlage eingefügt: „Soweit eine Wcrt- ■ erinittclung behufs Berechnung des Veräußerungspreises statt- geiunben hat, ist der ermittelte, Wert bei dem sp.ileren Steuer- fall für die Berechnung des Erwerbspreises maßgebend."
8 9 wird nur unwesentlich geändert.
Hieraus vertagt sich der Ausschuß auf Mittwoch.
Anfang Juli ein Ausflug nach Wetzlar mit einem Besuch der optischen Werkstätte von Leitz geplant ist, an dem auch die Abonnenten der Winteroorträge teilzunehmen berechtigt sein sollen.
** S m Kolo s seum gastiert z. Z. die B e r l,i n e r b u n t e Buhne, die mit einem gediegenen, auch künstlerischen Ansprüchen genügenden Programm arbeitet. In bunter Folge wechseln ernste und heitere Vorträge, Lieder und Witze miteinander ab und unterhalten so den Zuschauer tu angenehmer, humorvoller Weise. Leider Ivar gestern der Besuch nicht besonders, was wohl in erster Linie auf den Zirkus zurückzuführen ist; um so erfreulicher ist es, daß die Künstler ihr Programm ohne Kürzungen aufführen und sich die Laune und die Stimmung nicht verderben lassen. Die einzelnen Vorträge wurden sehr beifällig ausgenommen und veranlaßten teilweise stürmische Heiterkeit. Bon den Mitwirkenden sind in erster Linie zu nennen: Marga Gerard, intern. Sängerin, Richard Müller-Richter, Humor. Rezitator, Helena H e I nt o n b , Vottragstünstlerin^ Gustel Italiener, Operettentenor, und Richard Schaefer-Soc- ling, der Humor. Sprecher und Kapellmeister. Den Schluß des Abends bildete ein netter Einakter, an dem namentlich die Herren Italiener und Müller-Richter sowie Fräulein Helmond beteiligt waren.
** M ä nnerturnverein. Am Himmelfahrttage richtet dieses Jahr der Männerturnverein seinen Aasslng nach der Amöneburg. Tie Abfahrt erfolgt bis Großen- Buseck, von wo aus der Marsch aus dem Busecker- in das Lumdatal angetreten wird. Bei Londorf sott die erste Rast gemacht werden und zwar auf den Höhen, die das Lumdatal nach Norden hin umsäumen. Von dort geht es über den alten Ringwald — die Röderburg — nach Roßberg-Holz- h aus en, woselbst der Schloßpark bejichtigt werden soll. Gegen 1 Uhr wird die Amöneburg erreicht werden. Für den 9Äich- mittag ist ein gemütliches Zusammensein mit dem Turnverein Kirchhain in Kirchhain vorgesehen.
•• Diebstah 1. Erne mildtätige Frau von hier, die jedem Handwerksburschen, der bei ihr vorsprach, 10 Pfg. verabreichte, wurde deshalb von Bettlern stark überlaufen. Gestern entwendete ihr aus Dankbarkeit ein Bettler aus dem Vorplatz einen wertvollen Ueberzieher.
** Tierschutz. Welcher Tierfreund hat sich nicht schon geärgert, wenn er Zusehen mußte, wie Pferde schwere Fuhren ^and oder Kies aus der Grube fahren mußten. Trotz aller Erleichterungetr, die man zu schaffen sucht, bleibt cs eine schwäre Arbeit für die Tiere. Deshalb ist das Beginnen des Bauunternehmers H. W. Rinn zu begrüßen, der an der Marburger Straße gegenüber der Karlsruhe eine maschinelle Anlage geschaffen hat, um den etwa 70 Meter tief, 200 Meter von der Straße entfernt liegenden Sand beguem aus die Fujhrwerie zu schaffen. Mittels eines Benzin- inotors von 6 PS. wird auf einem Schienenweg, der zur Sandgrube hinäbführt, das Material an Drahtseilen in die Höhe gezogen und aus den Kippwagen in die Fuhrwerke geladen.
"^Gießener V o l k s b a b. Im Avril wurden 9072 Bader verabreicht gegen 8554 im März 1910 und 8450 im Apttl 1909 oder im Durchschnitt täglich 302 Bäder gegen 273 im März 1910 und 283 im April 1909. Ter Besuch im einzelnen hat sich wie folgt verteilt:
Schwimmbad: 3614 Männer, darunter 1074 zu 10 Pfg., „ 779 Frauen, „ 178 „ 10 „
Wannenbäder I. Kl.: 264 Männer, 80 Frauen,
_ „ II. „ 822 „ 526
Brausebäder I. „ 994 „ 247 „
. 11 , . II • ii „ 1225 „ 356 „
-ampf- und Heißluftbäber sowie Massage zusammen 135 Männer, 50 Frauen. Die Personenwagc wurde von 200 Personen benutzt, das Bad von 4 Personen besichtigt.
— Leihgestern, 3. Mai. Am 1. und 5. Juni findet stier die 17. Gau fahrt des Gaues Wetterau, ver stunden mit Fahnenweihe statt. Es werden sich daran 500—600 Turner beteiligen. Die Fahne liefert der Vertreter der Hildesheimer Fahnenfäbril Hisgen'-Lich. Die Musik wird von der^ Kapelle des Inf.-Regis. Kaiser Wilhelm Nr. 116 aus geführt. Die Vorbereitungen find fowett getroffen, .so daß man bei günstigem Wetter auf große Beteiligung rechnen kann.
Lich, 3. Mai. Die Hochzeit der Prinzessin Dorothea soll ,am Samstag, 21. d. M., stattsinden. Prrnzeß Tvrothea ist die einzige noch ledige Schwester des Fürsten Karl zu Solms-Hohensolms-Lich. Teshalb sollen die Hochzcitsseierlichleiten in größerem Maßstab veranstaltet werden. Besonders die kirchliche Trauung in der Marien- stiftslirche, wozu hiesige Vereine schon Vorbereitungen treffen, wird sich zu einer schönen und erhebenden Feier gestalten. — Ein christliches Wald fest, ein aus alter Zett gebttebener schöner Brauch, an dem die Bevölkerung der Umgebung noch gerne festhält, wird am Himmelfahrt t a g e immer in dem großen Wald zwifche:: Lich und Hattenrod und zwar in dem „Mailbach" genannten Distrikt gefeiert. Besonders sind es die Bewohner der Orte Nieder- und Oberbefsingen, Münster, Ettingshausen, 5)ar- bach, Hattenrod, Lindenstruth, Burkhardsfelden, Albach iinb Steinbach, die zur Himmclfahrtfeier „in die Mailbach gehen".
0 fBobenrob, 4. Mai. Ein altes Herkommen vereinigt in unserem abgelegenen Dörfchen alljährlich viele Lehrer ber Bezirke „Philippseck" unb ^Butzbach" zur sogenannten .Maibowle-Konferenz", bie in ber ganzen Ümgcgenb bekannt unb beliebt ist unb auch von ben benachbarten preußischen Lanbesteilen immer gut besucht wirb. Die bieS- jährige Zusammenkunft findet heute in bem ibyllisch am Hesselberg gelegenen Dörfchen in ber Gastwirtschaft von Frau Wissig statt.
X. H an au, 3. Mai. Kürzlich ist auf dem hiesigen Post- amte cm .Wer tb rie f tmit 1500 M t. abhanden gekommen. UeBer den Verbleib der wertvollen Briefsenduna ist brs jetzt nichts ermittelt worden.
Gerichtssaal.
R.B. Darmstadt, 2. Mai. Die Strafkammer ver- urteckte heute den o2 Jahre alten Zimmermann Heinrich Bö chcr von Unter-^chmttten wegen Diebstahls zu einem Jahre vrer Monaten Zuchthaus, 5jährigem Ehrverlust unb wegen Bettelns zu 4 Wochen Haft unb Überweisung an bie Lanbespolizelbehorbc. Der Angeklagte trieb sich im März b I. tu ber öcgenb von Hamstabt mit einer Frau und bereu Kürbern bettelnd umher und entwendete bei dieser Gelegenheit Würste, Raficrmeifer unb andere Gegenstände. Er ist bereits achtmal wegen -Ptebstahls vorbestraft unb hat insgesamt etwa 20 Zahrc in Gesaugniiieu und Zuchthaus zugebracht.
W. Flensburg, 2. Mai. Ter R e b a k t e u r S v e n s so n der m ^onberburg erscheinenden dänischen Zeitung Döbbol- Postcu , der wegen Beleidigung badischer Offiziere vom Schöffen- gencht zu Sonderburg zu vier Monaten Gefängnis verurteilt worden war, wurde tu der heutigen Berufsverhandluiig unter Aufhebung des ersten Urteils zu 100 0 Ml. Geldstrafe verurteilt.


