Helles, aber mildes Licht im (Gotteshaus verbreitet, [ehr
ein 5 0 jährig
Beim Abbruche eines der
ein neues Amt übernehmen.
Steinach ist bei zahlreicher
N a ch b a r st a a t e n.
zufrieden.
Büdingen, 2. März.
Handel.
— Billige Brielpoucn nach d e nV e r. Staat er von Nordamerika. In der nächsten Zeit nehmen folgen®1
Beteiligung unb in Gegenwart des Landeswohnungsinspektors Grebschel aus Darmstadt eine gemeinnützige Baugeno ssen chaft gegründet worden. — An Stelle des in den Ruhestand tretenden Pfarrers Schmidt in Waldgirine's wurde .Herr Pfarrvcrwalter Anthes aus Frankfurt a. M. gewählt.
diesen 50 Jahren 40 000 Mk. für die Mission ausgebracht. Mis sionar Gsell sprach über die Mission an der Goldküste. Tic Kistlekte ergab 117 Mk.
L. Friedberg, 3. März. In dem anstelle des nach Darmstadt als Prooinzialdireltor berufenen Geh. Regiernngs- rat Fey hierher versetzten ttreisrat Schliephake von Erbach lieht die Wetterau einen alten Bekannten. Ex war jahrelang Kreisamtmann dahier, hatte ein offenes Gehör für jedermann und brachte allen Anstalten des Bezirks Friedberg, und deren sind nicht wenige, der Landwirtschaft und dem Gewerbe ein reqeS Interesse entgegen. Morgen, Freitag den 4., wird er
Gerichtssaal.
rm. D arm stad t, 3. März. Xie Berufung des Redakteurs Möglich- vom Ingelheimer Beobachter gegen das Urteil der Strafkammer Mainz, das ihn wegen Beleidigung des Land- kagsabg. Wolf zu einer Geldstrafe von 300 Riark verurteilt hatte, würbe vom Oberlandesgericht für teilweise begrün de t erachtet, das Urteil aufgehoben nrtb die Klage an die Vorinstanz zurückverwiesen.
Tckanats. Er hat h
An freisinniger Redner wendet sich gegen alle Änträge, die dem grundsätzlichen Standpunkt seiner Partei <ntf Gleichheit des Wahlr-chls wi^rsprechen. Xie Anträge hieben snichts. als neben das Gelosactvrinileg noch cüt Bildungsprivileg ^gegenüber der groben Masse der Bevölkerung stellen.
Ein Redner des JentriimS will im übrigen gleichfalls Äie Gewährung eines höheren Stimmrechts an einzelne Bevöl- lkerungskreise ablehnen, hält aber für billig, benjeuigen Per- isonen, die das Abitu> ienteneramen bestanden hätten und nach iihrer Steuerleistung in der dritten Klasie wählen, das Aufrufen fcn die zweite Klasse zuzugtsteh'.--. Ein uattonalliberaler Redner .wendet sich dagegen, das; dos Abtluricnlenexamen als Matzstab Kür dos Ausrücken genommen werden soll.
Tie Abstimmung ergibt die Ablehnung sämtlicher gestellter Anträge.
Eine Reihe weitere- Paragraphen wurde ohne wesentliche Aussprache angenommen ?>u 17, für welchen in erster Lesung
beschlossen war, in 3uhmft die Wahlen der Wahlmänner nur norf) in der Form der Fristwahl vorzunehmen, beantragten^die Konservativen, daneben in • Terminswahl zuzulassen. Ter konservative Antrag wurde mit 1 I gegen 13 Stimmen abgelehnt. § 21 a handelt von der Wahl der Abgeordnete n xtc Freisinnigen beantragen auch für diese Wahl gebe, inte Wahl. Ter Antrag wurde mit allen gegen die 8 stimmen der Nationalliberalen, Freisinnigen und Sozialdemokraten a b g c - lehnt. Die übrigen Paragraphen wurden unverändert angc-- Kommen. .
Vor der definitivem Abstimmung erklärte ein Vertreter der Konservativen, daß seine Partei den Beschlüssen des Kompromistes nur mit allem Vorbehalt zugestimmt habe. Tie Abstimmung hier in der Kommission lasse der Fraktion und jedem Mitglied derselben im Plenum volle Freiheit. Es seien verschiedene Bestimmungen angenommen worden, wegen deren es durchaus fraglich sei, ob die Fraktion in der Gesamtabstimmung für das Gesetz werde stimmen können.
Ein fr ei konservativ er Redner führte aus, feine Freunde neigten der Kombination der geheimen Wahl mit der indirekten Wahl zu. Zweifelhaft sei es, ob aber seine Partei für dieses Gesetz stimmen könne. Jedenfalls lehne sie heute die Zustimmung ab, nachdem aus dem Gesetz die Terminswahl völlig beseitigt, eine Lücke hinsichtlich der Privilegierung der Bildung entstanden und die Trittelung in den Urwahlbezirken beibe- 'hälten sei. . , . L
Ein Zentrumsredner sah in den zustande gekommenen Beschlüssen eine Verbesserung des bestehenden Gesetzes. Die Vertreter des Zentrums würden für das Gesetz stimmen, ohne die Fraktion zu präjudiziereu.
Im Gegensatz dazu erklärte ein nationalliberaler Redner, daß seine Freunde die jetzige Vorlage ablehnen müßten, allerdings auch ohne die Fraktion zu prajudizieren. Auch die Vertreter der Sozialdemokraten und der Polen erklärten ihre ablehnende Haltung.
Ein freisinniger Redner betonte, daß seine Freunde -schon im Plenum bezweifelt hätten, ob sich die Beratung des Gesetzes in einer Kommission überhaupt eigne. Seine Freunde hätten an der Kommission s arbeit teilgenommen. Was aber hier zustande gekommen sei, sei so beschaffen, das; die Freisinnigen es als eine irgendwie in Betracht kommende Abschlagszahlung nicht betrachten können.
I n d e r G e s a m t a b st i in iitung wurde bie Vorlage mit 15 gegen 13 Stimmen angenommen. Dafür stimmten die Deutschkonservativen und das Zentrum., Man ging dann über zur Beratung über die vorliegenden Entschließun- g en. Eine Resolution der Freisinnigen ersucht die Regierung, nodi in dieser Session einen Gesetzentwurf vorziilegen, durch den eine anderweitige Feststellung der Wahlbezirke herbeigeführt und die Gesamtzahl der Abgeordneten neu bestimmt wird.
Eine nationalliberale Entschließung verlangt, daß durch Gesetz insoweit eine Vermehrung der Abgeordneten herbeigeführt wird, wie dies nach Maßgabe der veränderten wirtschaftlichen und Bevölkernngsrerhältnisse angemessen erscheint. Hierzu liegt ein Uuteqantrag der Freikonservativen vor, der diese Aenderungeu herbeiführen will mit der Einschränkung, „ohne Verminderung der Zahl und Vertretung der bestehenden Wahlkreise".
Schließlich liegt hierzu vor eine sozialdemokratische Resolution, bie anszer einer regelmäßigen Neueinteilung der Wahlkreise vor jeder Wahl die Vorlegung eines Gesetzentwurfs verlangt, der allen Preußen über 20 Jahre ohne Unterschied des Geschlechts das gleiche Wahlrecht gibt.
In der Absti m mung wurde der fozialdemokra- t i f ch e A n t r a g gegen die Stimme des Antragstellers, der f r eisinnige Antrag gegen die vier Stimmen der Freisinnigen und des Sozialdemokraten, und der n a t i o n a l l i b e r a l e Antrag gegen die acht Stimmen der gesamten Linken ab g el eh n t. Eine Entschließung der N a t i o n a l l i b e r a l c n ersucht die Regierung weiter, bei der bevorstehenden Revision der Strafprozeßordnung auf die Aufnahme einer Bestimmung hinzuwirken, wonach die Befragung eines Zeugen darüber, wem er bei geheimer Stimmabgabe seine Stimme gegeben, verboten wird. Sie wurde gegen zwei Stimmen angenommen, ebenso eine freisinnige Entschließung gegen die Stimmen der Rechten, die die gleichen Vorschläge zur Sicherung des Wahlgeheimnisses enthält wie der am Vormittag abgelehnte Antrag.
Am Dienstag erfolgt die Feststellung des Berichts für das Plenum.
2lu$ Stafct und £anfc*
Gießen, 4. März 1910.
'* Provinzialdirektor Dr. Ufinger hat heute seine Dienstgeschäste übernommen.
** Ei n Ob stb au kursu S für Landwirte über die Grundzüge der praktischen allgemeinen Baumpflege findet vom 30 März bis G. April hier durch Kreisobstbau- techniker H oberer statt. Der Obstbau hat sich in den letzten 10 15 Jahren in unserem Kreise sehr gehoben. Jedoch steht nicht die genügende Zahl von Baumwärtern Mr Bewältigung der Baumpslege-lArbeiten zur Verfügung. Es soll nun durch Abhaltung unentgeltlicher Baumpflegekurse an dem geeigneten Hebungsmaterial der P fanzungen an den Kreisstraßen den Landwirten Gelegenheit gegeben werden, sich soviel praktische Kenntnisse anzueignen, daß notwendigste Pflege der Obstbäume selbst ausführen können j.^ct Unterricht erstreckt sich auf Herstellung von Baumgru7^il,-^Sortenwahl nach Lage und Bodenbeschaffenheit, Baumschnitt junger Bäume, AuSästen älterer Bäume, Baumscheiben, Bewässerung, Reinigen, Kalken, Bekämpfung der Schädlinge und Krankheiten.
** F r ü h lin g s n a h e n. Das Tageslicht hat bereits in einem Umfange zugenommen, daß es abends bis gegen 7 Uhr hell ist. Ter Frühling schickt sich an, allgemach seinen Einzug zu galten. Mit Macht schwellen die Knospen an Baum und Strauch, die zarten Blätter und Blüten drängen nach Freiheit. Die aus der Gefangenschaft des Winters zu neuem Leben erwachten Bienen tummeln sich schon an manchem warmen Nachmittag im Sonnenschein. Mit lustigem Gezwitscher begrüßt der Vögel frohe Schar den Frühling, dem auch das Menschenherz sehnend ent- gegcnschlägt.
'** Elektrizität und Gaswerk. Zu dem Vortrag des Direttors Stolte in Krofdorf w'rd uns nachträglich noch mitgeteilt, daß ein Gasglühlicht von 16 Kz nur 155 Wärmeeinheiten pro Stunde entwickelt, die Kohlensäure Erzeugung eines IG terz. Gasglühlichles nur>22 gr pro Std. beträgt, ein guter Glühkörper bei normalem (Gebrauch 500 Brennstunden und länger benutzt werden kann, 1000
sogenannten schiefen Häuser auf der Kaiserstraße wurden ver- schiedene Altertümer gefunden, Münzen, römische Stempel u. s. w., die sich im Besitze des Zimmermeisters Füller befinden.
ZL Reichelsheim i. b. W., 2. März. Unser langjährigem Gemeinderechner Friedr. Will;. Steten ist in hohem Alter ge ftcrbeii. Stadtrechner Dressel-Bilbel legte namens des Kreis rechnerverbandes, Beigeordneter Vogt namens des Kirchenvor- Landes einen Kranz nieder.
w. Wetzlar, 3. März. Sämtlichen Kreisbewohnern ter 82 ländlichen Gemeinden, etwa 44 000 an der Zahl, tehen jetzt Wanderbibliotheken zur Verfügung. Diese wechseln jedes Jahr; es waren im letzten Winter über 50 000 Bücher im Umlauf. Dabei wurde die Be merkung gemacht, daß Bücher wissenschaftlichen Jnhcuts wenig begehrt, und solche historischen und beschreibenden Inhalts (Kolonien, Marine u. s. f.) gesucht wurden. Dir Verwaltung der einzelnen Büchereien liegt meist in den Händen der Lehrer und die Verleihung geschieht unentgeltlich. Ein besonderes 'Jütgenmerf wird auf solche Bücher gerichtet, die etwa in Häuser, in denen ansteckende Krankheiten Herrchen, gekommen sind.
)( M arburg, 3. März Von den Abiturienten der Oberrealschule gehen zwei als F ar m e r nach Deutsch- Südwestafrika. — Gestern nachmittag wurden hier wie- >er mehrere Munsardendiebstähle verübt. Den Dieben fielen zoldene und silberne Uhren, Ringe und Bargeld in die Hände.
** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den
Brennstunden des neuesten Gasalühlichts (Jnvertbrenner, Olsobrenner usw.) von 50 Kz. Licht einschl. 2 Glühkörper ä 50 Pfg., 1 Zylinders ä 25 Pfg. und 1 Stiftes ä 10 Psg. bei einem Gaspreise von 21 Pfg. für den Kubikmeter Gas nur 13.95 Mk. kosten (hierbei ist zugrunde gelegt, daß der stündliche Gasverbrauch einer Kerze 1.3 1 beträgt, während wiederholt von einmanbfreier (staatlicher) Seite 'festHestellt ist, daß her (Gasverbrauch nach 100 Brenn stunden für die Kerzen- smnde nur 1.03 1 beträgt), und die sog. ,3afnirmotore (schnellaufende Gasmotore von 2 PS. und stärker in Anschaffung und Betrieb nicht teurer fein sollen als Elektro- motore.
Das Patent ats Geometer 1. Klasse für den Kreis Gießen wurde dem Geometergehilsen KUrl Wagner ans Beuern erteilt.
1 Das Regiments-Kommando ersucht uns auf Grund einer kriegsministeriellen Verfügung, nach der Schülern, ganzen Schulen oder einzelnen Klassen, auch Fortbildungsschulen, die Teilnahme als Zuschauer bei Paraden, Manövern ober interessanten Hebungen ermöglicht werden soll, um Bekanntgabe folgender Mitteilung: Am Mittwoch, 9. März, findet eine größere F e l d d i e u st ü b u n g zwischen den Garnisonen Gießen, Butzbach und Marburg statt unter Teilnahme von Kavallerie-Kommandos. Die Hebung wird gegen 9.30 vormittags westlich Großen-Linden stattsinden. Hm 10 Hhr ist voraussichtlich ein Gefecht zwischen Großen- Linden, Lützellinden und Hörnsheim. Das Regiments-Kommando ersucht unt Mitteilung bis zum 7. März, ob die Beteiligung einer größeren Anzahl Schüler als Zuschauer zu ermatten ist, um, wie in der kriegsministeriellen Verfügung vorgesehen, einen Offizier zur Führung und Anweisung eines geeigneten Platzes zu kommandieren.
** Stadttheater. Auf das Benefiz des Regisseurs Hermann Norden am kommenden Dienstag sei ganz besonders hingewiesen. Der beliebte Charakterkomiker unserer Bühne hat durch seine köstlichen Gestalten — wir erinnern nur an feinen „Bertram" vom vergangenen Sonntag - dem Publikum so viel heitere Stunden bereitet, daß ihm als Gegengabe ein volles Haus an seinem Ehrenabend sicher fein dürste. Die Vorstellung (Hochtourist mit Herrn Norden als Mylins in der Hauptrolle) findet im Abonnement statt.
'-^Schwurgericht. In der nächsten Schwurgerichtsperiode werden folgende Fälle zur Verhandlung gelangen: Montag, 7. März, Dorrn. 9y3 Uhr: Büglerin Elis. Löwer von Gießen wegen Kindesmords. Anklagevertreter ist Staatsanwalt Trümpert und Verteidiger Rechtsanwalt
* Die Gebrüder Wright haben, mie aus New York gemeldet wird, eine richterliche Entscheidung erwirkt, nach der sie allein in den Vereinigten Staaten ba* Recht haben, Flugvorstellungen zu geben, oder überhäuf zu fliegen. Sie haben jetzt eine Verfügung erwirkt, bie dem französischen Flieger Paulhan das Fliegen in den Weststaaten unmöglich macht. Was würde man sagen, wenn amerikanische Erfinder in Europa geradeso behandel' würden?
— Ein frühes Erkennuugszei chen der Maser:'. Ein Zeichen, das bei Masernerkrankung mir in beit seltensten Fällen fehlt, sind die sogenannten Kovlikschen Flecken. Es handelt sich dabei um winzig kleine, höchstens 1 Millimeter betragende, nm wenig über die Mundschleimhaut enrpofragende, oft mit einem roten Hof umgebene Punkte, bie anfangs näßlich und fast durch scheinend sind, und später bläulich-weiß werben. Ta sie oft schon vor dem Ausbruch der Flecken auf der Körperoberflache sich in der Mundhöhle entdecken lassen, so ermöglichen sie eine frühzeitig, Erkennung der Masernerkrankung und deshalb eine frühzeitig, Behandlung. Wie Dr. Toss mitteill, haben rumänisch^ Aerzte bet einer Masernepidemie 143 Fälle untersucht und dieses Kvplih'ch: Zeich-.rn 130 mal. nachweisen können. Es findet sich hauptsächlutz an der Innenseite der Wangen und der Lippen, besonders brr Unterlippe. Ulm es gut wahrzunehmen, muß man Togeslicb! ober elektrische Beleuchtung haben, während bei Lampen- vdci Kerzenschein die Flecken ganz unsichtbar sind. Sie sind im Durch schnitt 2 bis 6 Tage lang wahrzunehmen.
* Vermutung. „Sieh mal, Papa, diesen Fisch haben wii vor zwei Stunden geschlachtet, und jetzt wackelt er immer noc mit dem Maul!" — „.Hm — das ist wahrscheinlich ein Weibchen!
Kleine Tageschro-'ik.
Gestern vormittag stießen auf der Strecke Kloster Mans f e l d — Schloß Mansfeld zwei Wagen der elektrischen Kleinbahn infolge dichten Nebels zusammen. Ein Wageie führet wurde schwer, drei andere Fahrbeamtc und drei Fahrgäsn leicht verletzt.
Wie jetzt feststeht, beziffert sich die Zahl der Toten und $er mißten in dem von einer Lawine verschütteten Eiscnb ahn zugc bei Everett im ganzen auf 84 Personen: es besteht NU! wenig Hofsnnng, noch Heberlebende zu bergen.
Dem Flieger Rangier gelang gestern ein Flug von Mo- n a c o über daS Meer nach Kap Marti n.
Bei der im Bau befindlichen Eisenbahn Wolga—Bugulmynel sind vier Millionen Mark gestohlen worden. Dc: Präsident der Verwaltung N e r a t o w sowie sein Bruder, der ebenfalls einen hohen Posten bekleidet, wurden verhaftet.
Büchektisch.
— 'Der Vizepräsident des österreichischen Abgeordnetenhauses, Engelbert Prrnerstorfer, eröffnet die soeben ersät'inente März nummer der „Süddeutschen Monatshestc" "Müncl^en, Südbentsche Monatshefte) mit einem großen politischen Beitrag über bas „Oesterreich von heute". Ter Münchener Augenarzt Pwsessor Fritz Salzer schilbort seine „Eindrücke IM* Felle Prozeß", bei dem er als Sachverständiger zugegen war. Von und über Paul Hehse, der am 15. März seinen 80. Geburtstag begeht, enthält das Heft nicht weniger als drei Beiträge: anS uer Feder des Jubilars flammt ein 1871 entstandener Märchen- ichwank „Die Geister deS Rheins", ein Nachltang des großes Krieges. 'Rach seinen Tagebückum schildert Helene Rass ^,Poul Hepse als Politiker" imb Josef Hosmiller widmet Hewe dem 2id'tcr eine Abhandlung. In seinen „Philosophischen Strciszügen entwickelt der MüiEner Pbilosophieprosessor Hans Eor nelius das Verhältnis zwischien Pspclwlogie und Philosophie, und Adois Hildebrand steuert einen neuen Aufsatz bei „Zum Problem der Form". Neben Ludwig G a n g ho fe r S, „Lebenslauf eiws Optimisten" vertritt durch ihre Novelle „St. Eanziau" AnM! Hilaria von Eckel glänzend das Gebiet der Erzählung.
Peters. Diensta.g, 8. März, vorm. 9 Hhr: Lanbbriefträger Hch. L ö w e n!st e i n von Wieseck wegen Verbrechens im Amte. Anklagevertreter Staatsanwalt Trümpert, Verteidiger Rechtsanwalt Elsoffer. Mittwoch, 9. März., vorm. 9 Hhr: Diewstlknecht Johann Hch. Gerhardt von Laubach wegen Notznchtsver^uchs. Anklagevertreter Oberstaat: anwalt Lang, Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Leop. Katz. Donnerstag, 10. März, vorm. 9 Hhr: Maurer Friedr. Ludlv. Euget und Zimmermann Franz Bender von Vi-bel wegen Raubs. Anklagevertreter: Staatsanwalt Dr. Brill, Verteidiger für Engel Rechtsanwalt Arnold und für Bender J.chizrat Grünewald. Freitag, 11. März, vorm. 9 Hhr, Kutscher Georg Schnautz von Bad Nauheim wegen Notzuchtsversnch. An klagevertreter Oberftaatsanlvalt Lang, Verteidiger Rechtsanwalt Peters.
•• Verein für Fcanenstimm recht. Im Hotel Schütz sprach gestern abend Frl. Martha Zietz-Eutin über „Das Emigungsprogramm der Liberalen und die Frauen^, Sehe man sich den am 18. Dezember vorigen Jahres veröffentlichten Programmentwurf der neu entstandenen liberalen Partei an, so erkenne man unschwer einen bedeutenden Rückschritt in der Sache der Frauenbewegung im allgemeinen und des Frauenstimmrechts im besonderen, welches überhaupt nicht genannt werde. Die Rednerin verspricht sich von der Gleichberechtigung der Geschlechter einen bedeutenden Aufschwung auf allen Gebieten, da die Frauen ein von Idealen getragenes Ferment in das öffentliche Leben hinein brächten, »voran es zur Zeit sehr mangele. In der darauf folgenden Ansfvrache wies der als Gast geladene Vorsitzende des freisiuuigen Vereins darauf hin, daß das Einigungsprogramm der Liberalen nur ein Miudeslprogramm sein könne, worauf mciter zu bauen sei. Die Wünsche der Versammlung wurden in einer eiusiimmig angenommenen Entschließung niedergelegt, die der nächsten Sonntag in Berlin endgültig zu gründenden liberalen Partei unterbreitet werden sollen.
** Haftentlassung. Der seinerzeit lvegen Unter- schlagung int Amte in Haft yenommcne Eiscnbahn-Materia- lienverwalter Rammel hier ist wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Wie verlautet, wird seine Aburteilung vor der Strafkammer ftiattfinben.
" Fesl gestellt. Der Selbstmörder, der sich vorgestern hier erschoß, wurde in der Person des 34 Jahre alten Landwirts Karl Peter Fels au5 Hackenheim bei Mainz e'tgefteQt. Gegen ihn sollte angeblich ein Strafverfahren eingeleitet werden, weshalb er sich von zu Haufe entfernte und hier die Tat auSfübrte.
** Tiers chutzverein. Die 35. ord. Hauptversammlung des Tierfchutzvereins für Hessen findet am Mittwoch, Id. April, in Schotten statt. Die Tagesordnung lautet: Protokoll der letzten Hauptversammlung. Rechen- sck>astsbericht für 1909. RechnüngSablage für 1909. Voranschlag für 1910. Anträge des Ausschusses. Etwaige Anträge der Mitglieder. Vortrag deS Lberlehrers Dr. Rausch über unsere Haustiere im Lichte der Sprache und Geschichte.
** Preußische ü l a f f e n - V o 11 e r i e. ?ie Erneuerung der Lose zur 3. Klasse hat unter Vorzeigung der Lose 2. Klasse bei Verlust des Anrecbis bis zum 7. März zu nefchehen. Auw müssen bis dahin die m der 2. Klasse mit Gewinn gezogenen Xfofe gegen die enlsvlerbenden Freilose eingereiebt werden.
△ Hunge n, 2. Marz. Unjere Molkerei hat im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 3 Millionen Liter verarbeitet. Ter Reingewinn ist 5435 Mk., bie Mitgliederzahl flieg auf 502. — Zahlreiche tote ober sterbende Fische fand man gestern in der Horloff besonders bei Ruppertsburg und Villingen.
n. Schlitz, 3. März. Am Mittwoch abend hielt in der dicht besetzten Turnhalle Missionsinspcktor Bemann einen Lichtbildervortrag über die Leipziger Mission in D c u t s ch -O st a f r i f a am Kilimandscharo. In längeren, oft von Humor gewürzten Darlegungen schilderte er Land und Leute, Sitten und Glewohnheiten der daselbst ansässigen Negerstämme, und die Arbeit und Erfolge der Mission unter deuselben. Zahlreiche gut gelungene Lichtbilder verauschau- lichteu die Ausführunben des Redners. Au freiwilligen Gaben und an Erlös für verkaufte Missionsschriften gingen über 70 Mk. ein, ein Zeichen für den Missionssinn, der schon seit langen Jahren hier heimisch ist. — Aus unserer 2tadtkirche sind nunmehr die Ocllampen verschwunden, an ihre Stelle ist elektrisches Licht getreten. Allgemein ist man mit dieser Art der Beleuchtung, die ein
Iäum feierte der Missionsverein unsere.


