y. ^^urzeNackricbtenausKunstu Wissenschaft.
berühmte Sprachreiniqer und Direktor deS Leipziger Rat- asyl«, Prof Dr Gustav Wustmann, ist in Leipzig 7f. Jt o r den. (Wustmann, der namentlich durch sein Werk: Allerhand "'beiten bekannt geworden ist, hat ein Alter von ,^uch seine Forschungen über die Geschichte der
Stadt Leipzig smd viel beachtet worden. Die SchrisU.)
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tornttat ton uns »weder heraus futtern. Wir feierten m Frieden "™öTCUDat rnitcrm Tarmenbanm das Wrihnachtsfest. Mit der Doft trafen Wechncnhtsgescheute aus der Heimat ein mit zahl» Fiesen ^- Spannung der Nerven nahm langsam ab, L? AH Minder Behaglichkeit wieder Menschen,
»^chk stündlich auf dem qiu vive stehen.
~ -rotzs Glück für biefm Teil der Armee, daß
'S? ©IicbCT ,rnden friedlichen Weihnochtz. mch Neuiahrstomm M einmal wieder auf sich selbst besinnen konnten. Juvt3ta8T” Avh™10»,1" S1IA8t|i“I?ete W We Loge wieder kriegerisch, und seelisch einigcrmahen wieder hergestellt, war tue Armee neuen Schwierigkeiten gewachsen.
Lntte in der Kompanie fanden Schulung, das sie tragen tamitca. Wir mußten diese Kriegsbeute vernichten.
Eine andere sehr lästige Krankheit Maven die Kleiderläuse, «e s«y m den Kompagnien immer ntthr verbveibeten. Sie ver- schrnrten auch die jungen Leutnants nicht, die versäumte», unter Den schtzmerigen Verhältnissen die Wäsche öfters zu wechseln. Ein wtcher runger Luftikus schwor eines Abends als es sehr kalt war semer mttn^n Einquartierung Rache. Er ließ durch seinen 93ur» W“ alle Bildungsstufe ins Freie hangen und erzählte uns M« anderen Morgen beim Rendezvous, daß er einige der Atten» Ater txz ertzrrt^srch m die Nahte seines Waffenrofes verkrochen hatten, am frühen Morgen herausgeholt und in seinem Zimmer Mfem Papier gesteckt habe. Durch die Zimm erwärme seien sie ^^-?L"!^^S^den, einige hätten sich sogar auf die Hfttterfuße gestellt ruto hätten sich die Vorderfuhe um die Schulbern geschlagen, um sich wieder zu erwärmen! Nun hören Sie aber auf, dem lachcmden Kreis seiner Zu^rer zur Antwort
-)er Kr«g war wirklich vorläufig zu Kche. Das 10. Korps *5®eder 1. KMmlleritchivlsion bei Vendrome auf der Wache, das 5., 9. unb das Korps von der Dann bei Orleans. Die 22 Di« wnttrufwärts und zog sich in ihre bekannten
Ausland.
Die französische Negierung brachte einen Gesetzentwurf zur Unterdrückung der Sabotage ein. Danach werden die Rechte der Syndikate nicht angetastet, dagegen die geistigen Urheber und Anstifter mit Strafe bedroht. Der Sabotage gleichgestellt wiro, wenn Eisenbahnangestellte den Dienst verlassen. Schließlich wird der Gang des schiedsgerichtlichen Verfahrens festgelegt zur friedlichen Beilegung von Streitigkeiten mit Gruppen der Eisenbahnangestellten. Der Gesetzentwurf verbietet ferner die Vorbereitungen zu Ausständen in den öffentlichen jDienstbetrieben.
Aus Konstantinopel wird gemeldet: Die Frage der mohammedanischen Ländereien in der
Dobrudscha wurde dadurch geregelt, daß die Pforte den von Rumänien angebotenen Preis von 1750000 Frauken annahm.
Wie aus Konstantinopel gemeldet wird, ist der mit der Tramtvaygesellschast, in der größtenteils deutsches Kapital vertreten ist, abgeschlossene Vertrag betreffs der Elektrisierung der Straßenbahnen genehmigt worden.
Mitgliederversammlung des landwirtschastl. Vereins für Oberhessen.
e. Gießen, 23. Dez.
Die auf den 22. Dezember einberufene Versammlung, der eine kurze Ausschußsitzung voranging, war aus allen Kreisen der Provinz besucht. Einer schon vor 14 Tagen abgehaltenen Ausschußsrtmng hatten Anträge zur Beschlußfassung vorgelegen, die heute durch die Mitgliederversammlung zu bestätigen ober abzulehnen waren. Es handelte sich um die Frage, wie die laufenden Mittel im nächsten Geschäftsjahre zu verwenden seien und ob Ausgaben, die darüber hinausgehen, gemacht werden sollten aus dem Vereinsvermögen unter der Voraussetzung, daß dies iVereinsvermögen wieder ergänzt werde in den nächsten Jahren.
Die Mitgliederversammlung hieß aut, daß 1. ein Betrag verwendet werden solle für Ehrenpreise gelegentlich der Aus- stellungen in der Provinz, die der Landwirtschaftskammeraus- schuß im Laufe des Geschäftsjahres veranstattet.
2. Daß in der Folge während der Wintermonate nicht wie bisher eine, sondern drei Mitgliederversammlungen stattnnden tollen. In diesen Versammlungen, die in drei verschiedenen Kreisstädten stattfinden, soll neben geschäftlichen Verhandlungen des Vereins je ein Vortrag, der vorherrschend volks
wirtschaftliche und wirtschaftspolitische Fragen behandelt, gehalten werden.
Die Kosten für die Veranstaltungen unter 1 und 2 sollen aus den laufenden Mitteln des Vereins besttitten werden, ar Kreise Büdingen war der Antrag beim
Ausschuß eingebracht, der Pvovinzlalverein möge erwirken, baß chaftliche Dienstboten, die bei einer Dienst» berrfdjaft 15 $ a fcr e treu gedient haben, ausgezeichnet werden möchten durch eine Denkmünze, die dem Dienstdoten nebst einer Urkunde in feierlicher Weise durch die Bezirksvereine überreicht werden solle.
Laiwwirtschaftliche Dienstboten, die einer Familie 25 Jahre freu gebtenl haben, sollen cm Diplom erhalten, da« ihnen in glncher Weise übergeben werden Jo(I. Auf die künstlerische Aus- stlhrung eines solchen Diploms soll besonderer Wert gelegt werden. Es soll, unter Glas und Rahmen gebracht, in der bescheidenen Wohnung deS Arbeiters einen Wandschmuck bilden, an dem der die Angehörigen eine nach- ba ftTeub« haben. Es ist Voraussetzung, daß der Arbeitgeber, dessen Arbeiter ober Arbetterin so ausgezeichnet wird, selbst auS feinen Mitteln jenen eine Geldspende gewährt. Denn die Aus- zeichmrng des Gesindes, das dem Arbeitgeber so lange Jahre treu blieb ehr auch diesen und er wird sich daher immer bereit Unben Wen, die Ehrung durch den Verein aus eigenen Mitteln zu unterstützen.
«rttfl:
Die Htoettagtat werden fo je Jahren Festung »enrrteilt Zwei Monate der Untersuchungshaft kommen in Anrechnung. Die Losten deS Verfahrens faßen den Lngettagtrn zur Last
In der Begründung des Urtecks wurde angeführt, daß dw beiden Angeklagten sich schuldig gemacht haben, geheim gehaltene Angelegenheiten der deutschen veebefesttgiaigSwerke an ein ausländisches Nachrichtenbureau übermittelt zu haben. Es wurde aber angenommen, daß nicht vollendeter Verrat militärischer Geheimnisse vorlag, sondern nur der Versuch dazu. Als strafmildernd wurde in "Bettacht gezogen bie bisherige Unbescholtenheit der Angeklagten, ihre Zugehörigkeit zu einem fremden Staate sowä<der Umstand, daß sie nicht versucht haben, Angehörige des deutschem Reiches zur Unterstützung ihrer Straftaten zu verleiten. Aus diesen Gründen sind den Angeklagten mildernde Umstände bewilligt worden. Als straf erschwerend kam die Gefährlichkeit der Hano- lungsweise der Angeklagten in Betracht, weil Deutschland bei Vollendung des Verrates hätte sehr gefährdet werden können.
Tie Angeklagten nahmen das Urteil mit Ruhe entgegen.
^geschäftlichen Angelegenheiten erledigt. Der Vorsitzende stellte alsdann der Versammlung den Direktor Dr. r-^?rburg vor, der nun über l a n d w i r t s ch a f t- D et riebe tu ihrer Abhängigkeit vom Boden sprach Nach der langen Aussprache zitterte eine gewisse Er- regung nt her Versammlung nach, die zu einiger Unruhe führte. to?emnrF U co u öc bervorgerusen durch
bie markigen Worte des Redners, an dessen Lippen die Storer nunmehr hingen. Der Redner mußte leider seinen Dorttag kurz zusammensaften, da die Zeit durch die vorausgegangene Ver- am ?L genommen worden war. Eine Besprechung des Vortrages war unmöglich. Wir werden Derrn f?QtCrm11TrrCr Versammlung dankte ihm
Wottc Sraj.®CiaI' btt SorflBatbc <>ab d-m Beifall durch
Leider konnte ben Wünschen deS Gießener Zieaco« tUÄtvoreiüS um VcwilliLium vou Mittel« nicht stattgevchen
Bckastend für die Angeklagten seien vor allem die bei ihnen Vorgefundenen Gegenstände, die photographischen Apparate, Meßinstrumente und die Fragebogen. In diesem sei das Material, bas die englische Admiralität bereits besitzt, eingetragen. Es werden aber spezielle Fragen gestellt nach Dingen, die zu erfahren man $n England ein Interesse hat. Der Reichsamvalt erklärte, baß die beiden Angeklagten in voller Absicht und in vollem Bewußtsein die Reise an die deutsche Nordseeküste unternommen hätten, um bie dortigen Befestigungsanlagen an szn spionieren. Er erachte es auch für voll komm en erwiesen, daß die beiden Angeklagten irn Dufttage des englischen Nachrichtendienstes hierhergeschickt seien, das gehe aus verschiedenen Punkten der Beweisaufnahme klar hervor. Desgleichen sei dafür Beweis erbracht, daß die Angeklagten bereits einen Teil ihres Materials an das englische -Nachrichtenbureau geschickt haben, bevor sie verhaftet werden Knuten. Der Beweis hierfür gehe aus mehreren Briefen hervor, Die die Angeklagten erhalten bezw. die sie abgeschickt hätten. der Tatsache, daß bereits Material nach England abgesckictt worden sei, sei das Moment des vo l l e n dete n'H o ch v e r- rats gegeben. Bei den übrigen Sttastaten komme dagegen mir Versuch jum Hochverrat in Bettacht. Als der schwerste Punkt der Anklage ist das Eindringen in die Festungswerke in Borkum nach^Ueberschreittrng des Stacheldrahtzaunes zu betrachten. In ben ftbngen Fällen handelt es sich nur um die Beobachtung von Festungswerken an Orten, die nicht nur Militärpersonen, sondern mich anderen Leuten, Spaziergängern usw. zugänglich seien. In Borkum hätten sich die Angeklagten unKweifelhast bes Vergehens deS Verrats militärischer Geheimnisse schulbig gemacht. Bei ber i.Demessung der inkriminierten Handlungen werde auch zu be- trücksichtigen sein, in welch konsequenter Weise bee beiden Angeklagten vorgegangen seien.
Darauf erhätt der OHerr ei chsa nwalt Dr. Zweigert da- Wort zur Beantragung des SttafmaßeS. Er erklärt, darauf Rücksicht nehmen zu wollen, daß die Angeklagten nicht aus unehrenhafter Gesinnung heraus gehandelt hätten und sehe daher von einer Zuchthausstrafe ab. Er beantrage aber, gegen beide Angeklagten eine Festungsstrafe von je sechs Jahren toobei auf bie Untersuchungshaft zwei Monate in AnrÄnung zu (bringen seien.
Der erste Verteidiger, Justizrat Dr. v. Gor do n (Berttu) verbreitet sich in der Hauptsache über tne Bedeutung des Wortes ^geheim" vom juristischen Standpunkt aus und gibt der liebet* jeugung Ausdruck, daß auch die Ergebnisse der Spionage auf Bor- lum nur geringwertige seien. Der Verteidiger bittet bei dem Strafmaß über einige Monate nicht hinaus^ugehM.
* Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Otto (Leipzig)
ItlY- J11^ ^esen Ausführungen an und plädiert auf mildernde ‘Wnftattoe, wenn nicht überhaupt auf Freisprechung zu erkennen sei.
Hieraus erfolgt die Beratung des Gerichtshofes. Nach etwa einer halben Stunde erscheinen die Mitglieder des Gerichtshofes
DenNeictz.
Staatssekretär v. Kiderlen-Waechter machte am Donnerstag vormittag dem früheren deutschen Botschafter Grasen Monts auf Schloß Haimyausen bei München einen längeren Besuch. Die Weiterreise von München tritt der Staatssekretär Freitag früh 7 Uchr an. Jchm zu Ehren gab Staatsminister Freiherr v. Podewils Donnerstag abend ein Essen, zu dem der preußisch« und württemberaisck)e Gesandte mit Gemahlinnen, sowie alle Staatsminister mit Gemahlinnen und der bayerische Gesandte in Berlin Graf von und zu Lerchenfeld geladen waren.
jo trete dieses Moment hinter den Hauptzweck jedenfalls |nrikt jDir; Arig.'klagten haben auch von Anfang an das Bestreben gehabt, fiyrrn 'starrt) unb ihren Namen zu verbergen. Sie haben sich zunächst als Reisende an- Hamburg bezeichnet und banx als Stu* barten. Brandon behauptete sogar, er sei Bankbeamter ge- tvefen, der mit seinem photographischen Apparat nur harmlose Laüdsthastsbilder anfgenommat hätte. Ju Wirklichkeit sind sie tAgencen des engliscl^ai Nachrichtendienstes und für die Zwecke bet Ansspionierung besonders gut vorbereitet. Der Angeklagte ÄSranbon ist besonders in der Vermessungsabteilung der englischai Admiralität beschäftigt gewesen. Trench unterstützte ihn als Prak- tischer Seemann und als Kenner der deutschen Sprache. Diese Kenntnis der deutschen Sprache war wohl auch tne Ursache, daß Trench auf den ,Fdnig Edtonrd", das Flaggschiff des LordBeressord kommandiert wurde, der als der zukünftige Führer in einem et* toüigrn Kriege mit Deutschland galt. Darin sind die beiden An- geklagtai als Lehrer auf das Kadettenschulschiff „ClTrnwalles" gekommen. Die Sackiverständigen haben ausgeführt, daß das Erscheinen dieses Schiffes in der Ostsee seiner-eft viel Aufsehen erregte. Besonders wurde bemerkt, daß es so viel deutsche und dänische Häsen anlief. Es muß also damals in der englischen Marine ein Bedürfnis dafür bestemben haben, bie deutschen und dänischen Häfen zu besuchen. Aus dieses Schiff wurden die beiden Angeklagten lonrmairbiert, jedenfalls in der besonderen Absicht, sich ihre speziellen Kenntnisse für einen besonderen Zweck nutzbar zu machen. Dam sonst ift, wir ebenfalls der Sachverständige ausgeführt hat, nicht ein einziger Fall bekannt, daß Bermessungsofftziere auf Schulschiffe kommandiett wurden. Man hat also für den beabsichtigten Zweck der Auskimdschafttmg einen im Vermessungswesen erprobten Offt-ier ausgewählt und diesem einen Kameraden beigegeben, der ibn durch seine Kenntnis der deutschen Sprache nützlich sein konnte. Erne Antwort auf die Frage, wie ursprüngliä) die gemeinsame Reise geplant gewesen sei unb wie sie zu staube gtEommen sei, haben bie Angeklagten abgelehnt. Wenn es sich für sie lediglich barum gehandelt hätte, eine Vergnügungsfahrt zu unternehmen unb event. ähren militärisckien Gesichtstteis zu erweitern, so hätten sie dies ruhig Mgeben können, sie hätten mich zugeben können, daß sie dabei von der Absicht geleitet wurden, nachzuprüfen, ob bie An- , gab en des Marine-Bädekers noch richtig feton. Die Angeklagten Laben das aber nicht getan, sondern bie Antwort verweigert. Der Schluß hieraus liegt sehr nahe. Hierzu kommt die Kommandierung des Angeklagten Trench nach 'Dänemark. Dänemarks Bcsestigimgs- alckaqen bieten, wie wir von den (Sadjöerfüütbigen gehört haben, für 'Deutschland kein Interesse, ein solches Interesse bestes aus bestimmten Gründen für England und Trench sollte dieses Material sammeln.
Ud>erm^fm Ertrag berichtete ausführlich KrriSntt Boeck- maun»Büdingen, der Vorsitzende des Kreisvereins. Er befürwortete in warmen Worten dessen Annahme. ES entspann sich eine längere Aussprache^ an der sich eine größere Anzahl der Mttglleder beteiligte. Einzelne der Redner befürworteten, man möge diese Prämiierung treuer Dienstboten der Landwirtschafts- kammer überlassen, viele andere waren dagegen der Meinung, ------ — IHV Ul tvtc oaannrm, sÄsÄÄb Angelegmhett gerade die Aufgabe der freien landwirt- zutttck, m das Gebiet der Lude noch Charttes, Main- sLM? Dereimguru,en sn. Schließlich ermächtigte die Ver- ^non, Mvgertt le roi nsw. Das waren gute Winterquartiere do ^?irn un9 nahezu anfttmmig den Ausschuß, aus dem Vereinsver- *------ ------ ‘ ” mögen eine befhmmtc Summe zu entnehmen und die Auszeick».
uung der Dienstboten, die 15 oder 25 Jahre einer Familie un landwirtschaftlichen Betriebe treu gebient haben, in bie Wege zu leiten.
»erbat, da diese wünsche verib«ek iton IMbrir» te» ©TW1 dem scheint eS bei den beschränkten Mitteln de» BerrinS nich» tunlich, die Lokalvererne der Provinz in gleicher Weise zm HO» rücksichtigen, was beanspruckt werden würde.
_ Der Vorsitzende schloß die Mitgliederversammlung mit guten Wünschen für das Weihnachtsfest unb daS nene Jahr. Dem Landwirt schaftskammerausschuß der Provinz Obev- heffen war schon vorher bet Dank ausgesprochen für die Verwendung der Mittel, die der Verein für Ehrenpreise bei den im Laufe des Sommer» unb Herbste veranstalteten landwirtschaftlich«! Ausstellungen zur Verwendung hergegeben hatte.
Ans Stadt und Cant»
Gießen, 23. Dezember 1910, Weihnachtszeit und Brandgefahr.
Die Statistik weiß nichts zu berichten von Weihnachtsfreude und Ehristbaumiubel, ihre ttocknen Ziffern reg titrieren lediglich die infolge der erhöhten Verwendung unvenvahrten Lichtes während der Weihnachtszeit außerordentlich vermehrten Brandfälle. Das Altzünden der Kerzen am Christbaum, das HerabfaUen ungenügend befestigter, brennender Kerzen, die 9tiü>e leicht entzündlicher Gegenstände, namentlich von Gardinen und Vorhängen, das Umfallen de» im Lichterschmuck glänzenden Baume» und ähnliches verursacht alljährlich in Tausenden von Fällen kleinere und größere Brände, die dringend zur Vorsitzt mahnen. Eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle bilden ferner die Weihnachtskrippen, die aus Pappe und anderen brennbaren Stoffen hergestellt, durch Heine Lichter erhellt werden und infolge von Unvorsichtigkeit häufig nicht nur selbst in den Flammen ausgehen, sondern auch die Umgebung in Brand setzen. Sogar die anscheinend so harmlosen, zur Weihnachtszeit besonders beliebten Magnesium-Wunderkerzen, bie beim Abbrennen em Feuerwerkchen bieten, veranlassen zahlreiche Brandschäden Nach der Statistck gelangten in der vorjährigen Weihnachtszeit über 300 Schäden durch Wunderkerzen zur Anmeldung mit einer Schadensumme von über 30 000 Mk. Die Zahl der nicht angemeldeten Schäden dürfte eine weit höhere sein. Die Enffdehungsuriache dieser Schäd« liegt nicht in den heruntersprühenden Funken, sondern in beut Herabttvpsen geschmolzener glühenber Substanz, bie auf bet Haut empfindliche Brandwunden und auf leicht entzündlichen Gegenständen Brandschäden Heineren oder größeren Umfangs, auf Gege,»» ständen von Zelluloid fofortipeä Aufflammen derselben bewirkt. Neuerdings werden zwar im Handel Wunderkerzen vertrieben, bei denen die an einem Draht befindliche, aus Holzkohlenstaub und Magnesium bestehende Zünbmasse nach dem tibbternten nicht herabtropft, aber auch hier bleibt die mit dem Anzünden, namentlich durch Kinder, verbundene Feuersgefahr bestehen. — Damit das Wrihnachtsfest nicht durch solche, unter Umständen recht ernstliche Unfälle gestört wird, sollte in jeder Familie ine größte Vorsicht walten.
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„ Oberhessksche VerkehrSfragien. Unt ben ttorfei Beschwerden bei Festlegung des Fahrplanes einigermaßen zu begegnen, nxirrbe von der Eisenbahmdirektion zu Frankfurt a. M. die Emrichttrng getroffen, größere Jnteressentengrnppen zusammen zu rufen, um Wünsche zur Verbesserung der Fahrgelegeiihett entgegen zu nehmen. Eine solche Konferenz tagte dieser Tage in Stocks heim, an der außer 41 Vertretern von Gemeinden OderheffenS^ nameittlich aus der Wetterau, Regierungsvat Schwarz aus Frankfurt a. M., Eisenbcchnverkel/rs-Jnspektvr Löhr-Gießen, Eisenbahn^ Inspektor Ziegel-Fulda, sowie die Kreisräde SchliLphake-Friri»- ebrg, v. Bcchthold-Lauterbach Kreisamtmann Dr. Pvsbst-Bü- dmgen und Kreisamtmann Fröhlich^Schottcn, ferner eine Anzahlj Mitglieder der verschiedenen Handelskammern teil nahmen. Bei den äußerst schwierigen Verhältnissen der Dahn Vilbel —Stoch, heim — Lanterb ach an den Kreuzungspunkten mit derSttecko Friebbera—Hanau in Heldenbergen und mit bet Strecke Gießen— G elnhausen in Stockheim, ist eS trotz bes Eitt gegen kommens bec Eisenbahndttektion nicht möglich, allen Wünschen gerecht zu werden. Besonders ungünstig ist die Fahrgelegenheit im oberen Vogelsbergs Hartmannshain, Oberseemen und Gedern, wo eine größere Rüg» Jotge ipegen der äußerst geringen Frequenz undenkbar ift Anzahl Vertreter bringen die verscknedensteii Wünsche vor, die größtenteils dadurch scheitern, baß die Aiffchlüsse nn den KreuNtngK. bahnen eine Aenderung nicht zulassen. Auf der Teilstrecke Vilbel— Heldenbergen—Altenstadt—Lindheim, auf der ein reger Arbeiter- Verkehr ist, soll eine besserte Verbindung angestrebt werden, die Verbindung der preußischen Orte Gronau, Nieder» unb Oberdorfelden, Kilianstädten, Windecken, sollen mit besserer Fahr» gelegenhett nach Hanau bedacht werden, da biet im ganzen Tag uur Swei Züge bie Verbindung Herstellen. Bürgermeister MüA schwein-Vilbel und Herr Kullmamv-Vilbef schildern dann noch bie schlechten Verkehrsverhältnisse afn Bahnhof Vilbek-Süb, n» bet bem großen Arbeiterverkehr noch Verbesserungen gesthoKev werden müssen.
** Staatliche Prüfungen. Die Derordnun- g en über die Prüfungen für den staatlichen Berwal» tungsdienst sind geändert nrorben. Die Derart» mmg über die Vorbereitung für den Staairdienst im Justi». unb VerwaUungsdienst enthält in § 11 folgende abgeän. bette Bestimmungen' Für bie einzelnen Arbeiten sonne sur jedes Prüfungsfach wird bas Ergebnis durch fvlgende Noten festgestellt: I sehr gut, II gut, III genügend, IV teilweise genügend, V ungenügend. Zwischen den tn Abf 1 ausgeftihrten Noten können die Zmiscl>ennoten I—II (1,25). II—I (1,75), II—III, III—II usw. erteilt werden. Die Koiw- nnssion hat die Prüfung stets als nicht bestanden zu bezeichnen, wenn das durchschnittliche Ergebnis sämtlicher Prüsungsfächer bie Note „genügend" nicht erreicht. Tvs- selbe gilt, wenn im Zivilreäst, im öffentlichen Recht ober ,m Strafrecht, sinschl. bes Strafprozesses, bas PrüfungS. ergebnis hinter ber bezeick-neten Note zuEbleiht. Wird bre Prüfung als bestanden bezeichnet, so ist sie mit einet der drei ersten im Abs. 1 aufgeführten Noten zu beurteile«. Die Rixnrnwffion kann jedoch einer Prüfung, die nicht als „gut", aber erl-eblich besser als „genügend" befixutbat ist. bie Note ,^m ganzen gut (II—III)" erteilen. Weitere Zwie schemwten sinb bet der Feststellung des Gesamtergebnisses nicht zulässig. In ähnlicher Weise sind die Prüsunasord- nunaen für den lchherm Finonzbienst, den höheren Forst- dienst unb ben mittleren Finanzdienst geändert worden.
" Zum Hoskonditor wurde vom Scobherzog Konditor Heinrich Hettler hier ernannt, während der Witwe deS HosböckerS Friedr. Noll der Hosbäckertitel tu neuert wurde.
-Sie G-werbebank ist morgen von 8 V, Uhr vor- mittags bis 21/, Uhr nachmittags geöffnet.
" WeihnachtSzüge. Anlätzlich des Weihnacht«, und NeujahrSsesteS fahren folgende Vorzüge: a) Richtung Frankfurt: am 2 3. Dezem ber 1910: Vorzug 780 ab 11« vorm., Vorz. 794 ab 454 nachm., Vorz. 778 ab 806 unb Vorz: D 74 ab 9JJ> abends; am 2 4. Dezember 19 10: Vorz. 780 ab 11« vorm., Vorz. 794 ab 454 »achm., Vor,. 778 ab 806 abends; am 26. und 2 6. Dezember 1910: Vorz. 778 ab 8^6 abends; am 27. Dezember 1910: Vor,. 794 ab 454 nachm.; am 2. Januar 1911: Vor,. 778 ab 806 abends, b) Richtung Raffel: am 23. Dezember 1910: Vorz. 773 ab 1155 vorm., Vorz.
779 ab 455 nachm., Vorz. D. 76 ab 951 abends: am
24. Dezember 1910: Vorz. 771 ab 141 nachts, Von.
773 ab 1155 vorm., Vorz. 793 ab 254 nachm., Vor,. 779
ab 455 nachm.; am 3. Januar 1911: Vorz. 771 ab 141 nachts, c) Richtung Fulda: am 2 4. und 81. Dezember 1910: Vorz. 529 ab 688 yachm.


