Zukunft gewährt werden, wenn der Emgangszoll auf Futtergerste ganz fortfällt? Bei Aufhebung dieses Zolles mürbe sich ja auch die Möglichkeit ergeben, inländische Gerste, die vorher auf Einfuhr- schein, also gegen eine Zollvergütung von 1,30 Mark für 1 Doppelzentner ausgeführt worden ist, später zollfrei wieder einzusühren. Schon jetzt wird bekanntlich Klage geführt über die Einbuße an Zolleinnahmen, die das Reich dadurch erleidet, daß es für aus- geführteir inländischen Hafer und Roggen 5 Mark Zollvergütung zahlen muß, während die als Ersatz cingest'ihrte Futtergerste ihm nur 1,30 Mark Zoll bringt, so daß der Verlust 3,70 Mark für 1 Doppelzentner beträgt. Wird künftig die Futtergerste zollfrei eingeführt, dann steigt dieser Verlust für die Reichskasse auf 5 Mark pro Doppelzentner.
Der Antrag der bayerischen Regierung wird also dazu führen, daß die ganze Frage der Einfuhrscheine imd Getrcidezollver- gütungen von neuem im Reichstag aufgerollt wird.
Aus Stadt rrnd Land.
Gießen, 26. November 1910.
** TageSkalender. Stadttheater: Sonntag nach- mittag Zl/z IHjr „1U de Franzosenti d", abends 7Vz Uhr „Die F ü r it e r- C h r i st e I".
Kinematograph: Täglich Vorstellung.
Biograph: Täglich Vorstellung.
M i l l tä r ko uz er t auf der LiebigShühc. Sonntag nach- mittag 4V2 Uhr.
. d-n l a g einusik am Sonntag, IIV2 Uhr vormittags, in der Sud-Anlage. 1. Ambrosianischcr Lobgefaug. 2. Fantasie
Die Wiederherstellung der Nutze in vrasilicn.
Die Meuterei der brasilianischen Kriegsschiffe hat ein komödiew- Haftes Ende genommen. Die Meuterer stellten „vertrauensvollst und gehorsamst" Forderungen, die von der Kammer bewilligt wurden. Dabei steht es nach neuen Meldungen fest, daß mehrere Offiziere meuchlerisch ermordet und schwer verletzt worden sind. Auch durch das Geschützfeuer aus die Stadt Rio de Janeiro sind eine Frau und zwei Kinder getötet worden. Ein Abgeordneter der Kammer verhandelte mit den Meuterern und erstattete der Kammer Bericht. Das weitere ist aus folgenden Meldungen zu entnehmen:
Berlin, 25. Rov. Nach Meldungen aus Rio de Janeiro vom 25. November früh, deren telegraphische Uebermitt- lung eine Verzögerung erlitten, gab in der letzten Nacht das meuternde Panzerschiff „Deodoto" G e s ch ü tz s e u e r in der Richtung aus das Arsenal ab. Seitdem sind alle Schiffe r::8 dem Hafen ausgelaufen: sie sollten im Laufe des Vormittags zurückkehren Die Stadt ist ruhig. Da einige Zeitungen heute früh beunruhigende Nachrichten durch Anschlag bekannt gaben, tat die Negierung kund, sie nehme eine abwartende Stellung ein. Keinesfalls würden die Landbatterien und Torpedobootszerstö-er auf die meuternden Schiffe schießen.
Varis, 25. Nov. Der hiesige brasilianische Geschäftsträger erhielt eine Depesche, in welcher es u. a. heißt, daß der Fühver der meuternden MarinetruppiM ein Neger aus Bahia sei. Die meuterischen Schiffe hätten eine rote Fahne gehißt. Nach einem weiteren, von gestern abend datierten Telegramm erhielt der Präsident Hermes da Fonseca folgendes Mnkeutelegramm von den meuternden Seeleuten:
„Indem wir die Tat bedauern, die wir zu unserer Verteidigung aus Liebe zur Ordnung, Gerechtigkeit und Freiheit be- . begangen haben, legen wir die Waffen nieder im Vertrauen . daraus, daß uns der Nationalkongreß Amnestie gewähren und hic_ körperlichen Züchtigungen dem Gesetze gemäß abschasfen wird. Der Borddienst muß mittels einer Vermehrung des Personals versehen werden, ohne daß wir geopfert werden. Wir bleiben Ew. Exzellenz vertrauensvollst gehorsamst."
Rio de Janeiro, 25. Nov. Die Kammer beschloß die Amnestie der Meuterer. Die Forderungen, die körperliche Züchtigung abzuschaffen und den Mannschaftsbestand der Schiffe zu erhöhen, wurde bewilligt. Die Meuterer unterwarfen sich, die Ordnung ist wieder hergestellt.
Reichrwertzuwachrsteuer.
:: Berlin, 25. November.
Der Ausschuß für die Reichswertzuwachssteuer trat heute (Freitag), vormittag nach der Ferienpaufe unter dem Vorfitze des ^entrumsabg. Dr. Jäger zusammen und nahm einen ausführlichen Bericht des Staatssekretärs Wermuth entgegen, welcher nochmals einen eingehenden historischen Rückblick dcS Werdeganges der ganzen Wertzuwachssteueridee während der letzten 15 Jahre bis zur Fertigitellung des Rcgieruugsentwur'es gab. Er wies nachdrücklich daraus hin, daß, wenn auch den Gemeinden naturgemäß in erster Linie das Verdienst an dem Wertzuwachs des Grundbesitzes zuzuschreiben sei, dennoch dem Reiche, wie sich das auch ohne weiteres begründen ließe, ein Anteil bereits deswegen gewahrt werden müsse, weil schon allein v B. die Zunahme unseres Auslandsverkehrs in Gütern den Nachweis erbringe, daß lediglich der wirtschachlichen Entwickelung des Reiches und nicht der einzelnen Kommunen auch die Stiert» Weigerung im Jmmobilicnbeiitz zu verdanken sei. Ter Staats* itfrctär -ührte dann Gedan.en aus, die an und für sich von keiner Seite bestritten sind und fanö auch keinen Widerspruch. Die Rede des Staatsiekretärs wird dem Reichstag gedruckt zugänglich gemacht werden. Aus der Mitte des Ausschusses heraus wuroen Beoenken gegen die Auffassung des Stinte retars geltend gemacht, Die dahin gehe, daß wahrscheinlich die seinerzeit surgesührten
Die Vorgänge in England.
Daß es England um die beständige Möglichkeit einer Einmischung in die persischen Angelegenheiten zu tun ist, geht auch aets seinem Verhalten bezüglich der Privatangelegenheiten des früheren Schahs hervor:
London, 25. Nov. In der schriftlichen Beantwortung der Anfrage. Dillo ns im Untcrhause erklärte Grey: Als im vorigen Monat die Bezahlung der Pension des früheren Schahs überfällig geworden war, sandten die britische und russische Gesandtschaft je einen Beamten zu dem Minister des Aeußeren mit dem Auftrage, dringend um Bezahlung zu ersuchen und so lange zu warten, bis die Pension bezahlt sei. Dieses Verfahren stehe im Einklang mit den persischen Gepflogenheiten.
Der frühere Schah habe Odessa verlassen, aber seine Ankunft in Nizza sei noch nicht gemeldet. Die persische Negierung habe behauptet, der frühere Schah habe mit einem Teil des Stammes der Turkomanen intrigiert, aber soviel die englische Negierung wisse, sei kein Beweis vorhanden, daß der Schah dies wirklich getan habe. Wenn die Anschuldigung wahr sein sollte, würde ein solches Benehmen allerdings unvereinbar fein mit der Weiterzahlung der Pension.
Nachdem das U n t e r ha u s die Arbeiten beendete, hielt es heute eine formelle Sitzung ab und vertagte sich dann bis zum 28. November, an welchem Tage der Abschluß der Sitzungsperiode erfolgt. Die .Auslösung folgt bald darauf.
Premierminister Asquith ist nach Hüll abgereist,t wo eine Konferenz der liberalen Partei stattfindet. Kurz nach der Abfahrt schlug eine Frau mit einem Spazierstock ein Fenster seines Hauses in der D 0 u n i n g st r e e t e i n. Sie wurde verhaftet.
21 Anhängerinnen des Frauenstimmrechts, welche gestern abend verhaftet worden waren, erschienen heute morgen vor dem Polizeigericht in der Bow-Street. Die erste war angeklagt, Steine in die Fenster des Ministeriums des Innern geworfen zu haben. Sie antwortete dem Richter, sie habe es getan, um gegen die Regierung zu protestieren. Der Richter sagte: Ihr Frauen seid zu unzähligen Malen mit Nachsicht behandelt worden; ich verurteile Sie zu zwei Monaten Gefängnis. Eine andere junge Frau von 22 Jahren sagte, sie habe die Fenster im Ministerium des Innern eingeworfen, um zu ihrer Mutter zu gelangen, dte gestern zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt worden sei. Der Richter verurteilte sie zu einem Monat Gefängnis. Die anderen erhielten ähnliche Strafen, ausgenommen zwei oder drei, welche zu Geldstrafen und im Nichtbeitreibuugsfalle zu zwei Wochen Haft verurteilt wurden.
Das Kronprittjettpaar im buödhatempel zu Kandy.
In Uesen Tagen besuchte der deutsche Kronprinz die fünf Kilometer von Kandy entfernten Murrayschen Plantagen, die Kronprinzessin nahm an dem Ausflug nicht teil, da es heftig regnete. Der Besitzer zeigte, so entnehmen wir dem Bericht eines Augenzeugen, dem Kronprinzen zuerst die Kakaogewinnung, ließ Kakaoschotcn und Kaffeekirschen öffnen und schließlich Gummibäumen durch Schnitte die Milch abzapfen, aus der der Kautschuk gewonnen wird. Am Mittwoch vormittag besuchte das Paar das höchste Heiligtum Ceylons, den uralten Vuddhatempel Dalaba Maligawa, in dem eine kostbare Reliquie, ein Zahn Buddhas, aufbewahrt wird. Am Tempeltor wurde das Kron- vrinzenpaat von den beiden höchsten der alten Singhalesenhäupt- livge, dem Disawe und dem Adigar, empfangen. Die Häuptlinge, Besitzer der Tempelelesanten und beide sehr reich, hatten ihr phantastisches Galagewand angelegt: das Obergewand aus prachtvollem Goldbrokat, funkelnd von Edelsteinen," dazu oben weite, noch den Füßen zu enger werdende Beinkleider aus weißem Leinen, und die große Mütze in Richard-Wagner-Fvrm aus Silberblcch, übersät mit Perlen und Edelsteinen. Mit den reichen Gewändern kontrastierten merkwürdig die nach singhalesischer Sitte unbekleideten Füße. Die zahlreichen Buddhapriester waren der Regel ihrer Religion gemäß in eine einfache gelbe Toga gekleidet, deren Farbe je nach dem höheren Rang immer Heller wird Der Disawe, der fließend Englisch spricht und deshalb auch seinerzeit Delegierter beim Regierungsjubiläum der Königin Viktoria war, diente als Dolmetscher und Erklärer des Heiligtums. Er ührte das Kronprinz en Pa ar über uralte, schmale Holztrepven empor zum Allerheiligsten, einem kleinen, fensterlosen, durch wenige Kerzen spärlich erhellten Raum mit noch engerem Borraum. Der „Zahn Buddhas" war seinem auf einem Silb.'rtisch stehenden Behälter, einem hohen, glockenartigen, juwelenverzierten Gold- chrecn, bereits entnommen, seine weiteren goldenen, edetstein- besetzen Hüllen waren auf dem Silbertisch ausgebreitet: überall blitzten und flimmerten Diamanten, Rubinen, Saphire und Perlen Der ungefähr Ueimutgcrlange, braune, leichtgebogene Zahn (offenbar der Hauer eines Ebers^ lag auf einem Silberteller Auch auf gläubige Buddhisten müßte ein richtiger Meuschenzabn wohl eindrucksvoller toirfen als dieses Monstrum. Die Häuptlinge zeigten dem Ktonprinzenpaat darauf noch besonders eine heilige Heine Buddhastatue in einem alten Prachtschrein, dann die kostbare Bibliothek, die auf Palmenblättern eingeritzte und aus massiven Goldblechen geschriebene heilige Schriften enthält. Ein buddhistischer Mönch ritzte für den Kronprinzen einige Worte auf ein Palmblatt.
Deutscher Neich.
Aus Neudeck wird gemeldet: Am Freitag nachmittag, nach Beendigung der Jagd, nabm der Kaiser im Schloß den Tee. Um 7 Uhr fand Streckenlegung statt. Nachmittags wurde der Kaiser am jenseitigen Ufer der Brinitza, unweit der Grenze, von einem dort stehenden russischen Grenzkordon, einem Kapitän und etwa 30 Mann begrüßt.
, Der „Lokalanzeiger" meldet aus Weimar: Von der Weimarschen Regierung wird die Einberufung einer Konferenz von Städtevertretungen zur Steuerung der Fleisch teuerung beabsichtigt.
Der Gesetzentwurf über die P r i v a t b e a m t e n v erst ch e r u n g^vird dem Reichstag anfangs Januar zugehen.
In der Sitzung des Bundesrats vom 24. November wurde dem Haushalt der Einnahmen an Zöllen, Steuern, Gebühren, dem Haushalt des Reichsschatzamtes, dem der Rcichsschuld sowie dem Gesetzentwurf betr. die Feststellung des Reichshaushalts für 1911 die Zustimmung erteilt. Ferner wurde über die Vorlagen betr. die Verlängerung der Befugnis der Württembergischen Notenbank in Stuttgart zur Ausgabe von Banknoten und die Abänderung der Statuten dieser Bank, betr. die Verlängerung der Befugnis der Badischen Bank in Mannheim zur Ausgabe von Bank- noten und Abänderung der Statuten dieser Bank Beschluß gefaßt
Ausland.
~ei der Fortsetzung der Aussprache im österreichischen Abgeordnetenhaus über die T e u e r u n g forderten die Abgeordneten eb ermann und Erb unbeschrankte Einfuhr argcntini|'d)en Fleisches. Ter Abgeordnete Schoepfer erklärte, die Fleischeinfuhr dürfe nur eine Ausnahmemaßrcgel sein und die Einfuhr- erlaubnis höchstens bis zum 31. Dezember 1911 erteilt werden.
Gegenüber den Vlättermeldungen, daß die P forte eine weitgehende BesitznahmedespersischenGebietes anstrebe und den türkischen Truppen Befehl zur Besetzung des Südufers des Urmiasees gegeben habe, erklärt man im türkischen Ministerium des Aeußeren, daß die türkischen Truppen ebenso wie bic persischen die in der streitigen Grenzzone seit Jahren eingenommenen Stellungen besetzt hieaen. Die türkischen Truppen hatten den Befehl, nicht weiter vorzurücken und keine heraus- torbernbe Haltung einzmiehmen, sich aber gegen jeden Angriff 3u verteidigen. Die Pforte hätte wegen der unsicheren Lage der angrenzenden persischen Provinzen zur Sicherung der türkischen Konsulate Truppenabteilungen heranziehen müssen, doch hege sie keine Absichten auf persisches Gebiet, zumal sie Wert darauf lege, baß Persien der l^renznachbar der Türkei bleibe, während die Türkei bei gewagten Unternehmungen Großmächte wie England und Rußland zu Nachbarn bekommen konnte Diesen Standpunkt habe die Pforte bereits wiederholt den Mächten erläutert
Tie Kadettenpartei brachte in der russischen Reichsduma eine Gesetzesvorlage ein betreffend den Ankauf des Gutes Iaßnaja Poljana mit dem Grabhügel Tolstois sowie bei Sterbehauses in Astapowo burch ben Staat und die Eröffnung einer nationalen Sammlung für ein in Moskau zu errichtendes Tolstoi d e n f m a I, zu dem der Staat einen Zuschuß von 100 000 Rubel leisten soll. Tie Arbeitsgruppe beantragte gleichfalls eine Ehrung Tolstois, die u. a. in dem Ankauf seiner Werke durch den Staat uni) in der Gründung einer V 0 l ks u n iv er si tü t bestehen soll.
** Zur Zahlmeister-Laufbahn. Durch Vk sügung des preußischen Kriegsministeriums ist eine Vr - schrift über die Zahlmeister-Laufbahn herausgegeben lvc den. Als Anwärter für den Zahlmeistcrdienst werden n aktive Unteroffiziere (auch überzählig^ zugelasfen, die als Etnjährig-^reiwillige eingetreten und nach ihrem Tim jahre noch ein weiteres Frontdienstjahr ableisten, ob ? 2- das wissenschaftliche BefähigungszeugniS für den ei jahrig-freiwilligen Dienst besitzen und außerdem zwei Iah Frontdienst getan haben, oder 3. ohne im Besitz des Et " jährig-Fr^iwilugen-ZeuFnisses zu sein, 3 Jahre Frontdict abgeleistet haben und den Nachweis ihrer Vorbilonng bin eine abzuleaende Prüfung erbringen. Die Anwärter dürß nicht über 26 Jayre alt fein; die Dauer der Ausbildm beträgt U-/4 Jahre.
** Ihre silberne Hochzeit feiern morgen Hän ler Eduard Battenberg und Frau, Schi.fenberg Weg 52.
** Unfall. Ein angetrunkener junger Mann ai Wetzlar fiel gestern abend in der Ludwigstraße zu Ä' den und verletzte sich dabei im Ge.icht so, daß m die Klinik gefahren werden mußte.
** Roheiten. In verflossener Nacht machte ei' Anzahl junger Herren auf dem Markt großen Lärm ui tlctterte aus dem Kriegerdenkmal umher. Ter verwarne den Schutzmannspatrouille leisteten sie keine Folge, vc - weigerten auch ihre Namen und a^s deshalb einer nach b itiaaje Jiftiert wurde, folgten die anderen und bewarsen b< Ponzeigebäude mit Gräsern und N^örtelstücken, welch )ie von der Wand eines Hauses aüri sen.
* Die Wach- und S chl i eß g csel l schaf t bemüht s zurzeit sehr um die Vermehrung ihres Abonncniewtanbcs. ff U)t dies tin nennenswerten Maß gelingt, würde es ihr mögt t !CUI' ^re Wächterzahl zu vermehren. Tamit mürbe selbM | nanblidi bex pmvate Sicherheitsdienst der Gesellschaft bcbcutc ? üerben ert werden,
3 u in Lauterbacher. Raubmordversuch. 8 pon Eherbourg gemeldere Nachricht von der V e r h a j t U n g 0' « Gpmnas rasten Vogt, der in Lauterbach im HaLse tzw » Großvaters, des Oekonornierats Backhaus, einen EinbruilBbu n
Grundwechselabgaben von Vs Prozent nun voll aufrecht erhalten und neben der ReichSwertzuwachssteuer erhalten werden sollen. Der Staatssekretär konnte in biefer Beziehung befinitiv bcruhigenbe Erklärungen nicht abgeben. Es würbe auf Anregung von nationalliberaler Seite beschlossen, auf biefe Frage nicht naher einzugehen unb zunächst bic technische Ausgestaltung bes Gesetzes vorzu- nehrnen, bie bubgetrechtliche Seite aber nach Beenbigung ber technischen Beratungen zu erörtern. Nächste Sitzung Donnerstag, ben 1. November.
Aus liessen.
Frankfurt a. M., 25. Novbr. Gestern fand hier eine erweiterte Ausschußsitzung des LandeSvorstandes des Bundes der Landwirte im Großherzogtum Hessen statt. Zum Lanbesvorsitzcnben wurde Landtagsabgeordneter Oeko- nomicrat Gustav Kor ell von Leusel zu Angenrod gewählt.
über.Koschat^s Lieb „Verfallen bin i", von A. Reinbek. 3. $ demische Fest-Ouverture, von Johannes Brahms. 4. ,,(5;en schwert", Marsch nach Motiven aus ber Oper „Der fliege Hollänber", von Fritz Meister.
’* Se5 Großherzoas Tank. Auf das von Festversammlung im Gesellschaftsbaus an ben I Herzog abgesanbte Glückwunschtelegramm traf folgende Ais id ort ein:
.Prcwinzlaldireklor Nsinger, Gießen. Itebenniffeln 1 g bitte für bie mir fvetmblichft bargebrachien Glückwünsche meii | aufrfditigfteu Dank. Ernst Ludwig."
** L. O.-A ntrittskommers. Am Tonnerstag abend be.v ber G t e ß e n er S. C. in Steins Garten mit einem K 0 unter Beteiligung zahlreicher alter Herren unb auswärtiger Kor fhibcnten offiziell das Wintersemester unb verband damit Feier von .Großherzogs Geburtstag. 2lls Ehren", waren erschienen der Rektor der Universität, Geh. Justizrat 23 i ermann, Provinzialdirektor Dr. Using er ünd La, gerichtspräsident Dr. G Ü n g e r i ch. Der Kommers nahm un bem Präsidium bes Korps Teutonia einen sehr angerrd Verlauf. Nachbem der Kommers mit einem Salamander erö'p bas erste Lied verllungen und das Hoch auf den Landes'ürs ausgebracht^ war, begrüßte der erste Chargierte der Teute die Ehrengäste, die alten Herren unb bie fremben Korvs^ndew Geh. Justizrat Dr. B i e r m a n n bankte in längerer Rede i> führte bnbei ans: Die Korps seien die ältesten ftubentifd Korvorationen ber Universität. Das sei eine Ehre, lege Q i auch Verpflichtungen auf. Es sei Pflicht ber Korpsstudent festzuhalten, was sie ererbt von ihren Vatern, festzubalttn | ihrer Tradition, die viel Gutes in sich berge und bic eine Mc b barstclle. Di: Korpsstubenten bürsten aber nicht ausruhen , t ihren Lorbeeren unb bas Ckite ihrer Trabition nur geniej J wollen. Sie müßten vielmehr die überlieferten Grundsätze sü | an sich erneuern, sie in Kopf und Herz aufnehmen. Die Kor ” stutz ent en erstrebten mehr als andere Korperationen eine s l Erziehung, auch eine formelle Erziehung — was nid: schaden könne —, sie erstrebten dlusbilbung des Charakters, 11 Energie und Männlichkeit, gewissermaßen in Ergänzung zur (I Ziehung durch die Universität. Was diese gebe, sei nur Wissen, allerdings ein Wissen vollkommener Art, wie es n> nicht besser in der Welt gegeben werde. Auch das Wissen eine Macht, aber glücklich mache es doch nicht. Das fjod P Gluck sei die Persönlichkeit und diese auszugestalten, sei bie $ Ü gäbe ber Korps. Die Persönlichkeit verbürge ben Erfolg, nid mehr aber als eine straffe, männliche Persönlichkeit, bie nur so | ber Ueberzeugung, die nicht.nachgebe einem Druck von oben o1 von unten — letzteres sei heutzutage bisweilen besondj : wichtig —, die nur dem folge, was sie für richtig f rannt habe, die sogar den Mut fyabc. auch bei einem ?inbe: einmal etwas anzuerkennen unb zu loben, ohne in ben Verde des Strebertums ober 23^*ar3 ober was sonst zu aerat | Dazu gehöre viel, eine Persönlichkeit, bie auch bereit iß, b j . allgemeinen Wohl ein Opfer zu bringen, vor allem bem Vaters; Wenn es den Korps gelinge, dieses Ziel zu erreichen, bann >e > sie immer ber Sympatbicn bet Professoren unb des Dankes de gewiß, die es um das Vaterland wohl meinen. In bie'em Sii fordere er auf, einen donnernden Salamander auf ben 8. 0. reiben. Der Rektor kommanbierte ben Salamanber selbst. L<v! gerichtspräsident Dr. Güngerich — alter Herr der Teutonia - wies bei feinen Tankeswmcken darauf hin. daß er jetzt gerade 1 39 Jahren als krasser Fuchs seinen ersten Kommers "an bis L-tellc.mikaernacht habe. Mancher seiner Juaendtraume sei w zur Wirllichkeit geworden, manche Hoffnung aber auch nicht erb worden, manches auch. wieder geschwunden, aber eines habe sich bewahrt, das sei die Freude am .Körpsstudententurn und! festen Glauben an dessen Lebensfähigkeit und Zukunft. Er lc:: l.etn Glas auf das Blühen, Wachsen und Gedeihen des 8. C . ; folgten bas^Uiiiversitäts- unb Semesterreiben unb ben Schluss 1 offiziellen Teils bilbete in hergebrachter Weise ber feierliche Saut c Vater. Wie lange ber inoffizielle Teil bauerte, weiß ber Deck - erstattet nicht.
** Für Kriegervereine gibt die Kunst- unb Verla Anstalt He tos in Mainz ein Vereins- unb Reqimentsbild: Ditzmigsanzeiget heraus, bie in ihrer farbenprächtigen Ausftatti sicherlich viel Beifall finben werden. Auch die Schmuckbildet i Ansichtskarten des Verlages sind seht gut gelungen.
, ** D er Technische Verein Gießen Bleit gck apeni) für seine Mitglieder unb beten Angehöm'"", anläßlich Geburtstagsfeier unseres Gtoßhetzogs, in vorbildlicher Weise e ebenso originelle wie interessante Veranstaltung ab, bei ber c Teilnehmer auf ihre Rechnung kamen. Die Veranstaltung na mt einer S o n b er v 0 r st ellu n g im Biograph ihren 9 ang, bie besonders auf ben Besuch ber technischen Berufe zu; chnitten Ivar. Unter anbetem würbe bie Herstellung eil t Riesengeschützes vom rohen Eisenblock bis zum eck Probeschuß vorgefühtt, bie ben Beweis glänzenb erbrachte, t bie Lichtbilbkunst auch in ber Wiebergabe technisch komplizier? Fabrikationen vollstänbig auf bet Höhe ist unh cs wurde allgem anerkannt, baß auch bei einer Exlurfion nach benrfigen Betriel k faum mehr bes Wissenswerten aufgenommen luerbcn kann, 1 bei bet Darstellung burch kbenbe Bildet, bei der bic Ardei i Vorgänge von Tagen unb Wochen in einer knappen halben Stin am Auge votübetgleiten. Die teils der Erbauung, teils b f Humor gewidmeten anderen Nummern des Programms üb y trafen noch die kritischen Ansprüche der anwesenden Kenner. $; vom Biograph mitgenommene heitere Stimmung behauptete s aucy während des sich auichließenocn Faniiiientiauzü^ns im 9 ftaurant Metropol.


