die Aufhebung her Bestimmung im bestehenden Abkommen, ixrß Wirren des deutschen Eigen Handels, die nicht Bo-den- oder Jridnstrieerz-eugnifse Deutschlands sind, unter der Voraussetzung der Gegenseitigkeit in Lbegypten ebenso behandelt werden sollen, wre die deutschen Boden- und Industrie- erzeugnissc, und ferner die Gewährung der Meistbegünstigung für ägyptische Zigaretten in Deutschland, die bisher nicht bestand. Deutschland wurden folgende Wünsche Kuge standen: Gewährung der freien Zulassung unserer Handelsreisenden und ihrer Warenmuster, AnertennuuL der an den Warenmustern angebrachten deutschen JdenritätsSeichen, formelle Anerkennung der Befugnis, aus Aegypten eingeführten prämiierten Zucker den durch die Brüsseler Zuckerkonvention vorgesehenen Retvrsionsmaßregeln zu unterwerfen, Zollvergünstigungen für Einfuhrgegenstände des deutschen Instituts für ägyptische Altertumskunde in Kairo.
Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt: Der preußischen Eisenbahnverwaltung liegt die Annahme und Entlassung der Arbeiter in den Dienststellen, bei denen Arbeiter beschäftigt werden, ob. Neuerdings verfügte der Minister der öffentlichen Arbeiten, daß zur Auflösung des Dienstverhältnisses durch Entlassung und Kündigung gegenüber solchen Arbeitern, die Mitglieder von Arbeiterausschüssen sind, und ihren Ersatzmännern nur die Eisenbahndirektionen selbst befugt fein sollen.
Nach einer Zeitungsmeldung haben zwischen den Vertrauensmännern der Fortschrittlichen Volk spartet und der Nation al liberalen Partei Besprechungen stattgefunden, die auf ein gemeinsames Vorgehen bei den nächsten Reichstagswahlen hinzielen. Die Bezirlsorganisationen beider Parteien sollen ersucht werden, möglichst sich schon jetzt über die Kandidaturen zu einigen und sich zu diesem Zwecke mit den Zentralleitungen in Verbindung zu setzen.
Nach einer „Vorwärts"-Meldung aus MaLdeburg beschloß am Donnerstag eine Mitglieder-Versammlung des Verbandes der Bäcker mit 136 gegen 12 Stimmen den Aus st and. Eine darauf abgehaltene öffentliche Versammlung erklärte einstimmig die sofortige Arbeitsniederlegung.
Die Blätter melden aus Marienwerder in Westpreußen : Die streikenden organisierten Maurer und Zimmerleute überfielen etwa 100 Mann stark die nichtorganisierten Berufsgenossen.
rsusSand.
Im österreichischen Budg et ausschuß erklärte der Abgeordnete Wolf, ehe die Tschechen den Gedanken an die Verwirklichung des lschechischen Staatsrechtes nicht aufgeben, sei die Herstellung des Fr icd e n s zw i s che n D e n t) ch en u n d T s ch e d) e n auf gesetzlicher Basis unmöglich. Der Redner verlangte die sofortige Wiederbesetzung des Postens des deutschen L a nd s m a nn m in i st e r s ohne Rücksicht auf die eventuelle Ernennung eines tschechischen Lands- mannministers. ^geordneter Kramarez erklärte: Die Tschechen wichen keineswegs einer Erörterung der Nationalitätenfrage im Nationalitätenausschusse aus, wenn nur nicht die Nationalitätenfrage diesem Ausschüsse überwiesen würde; denn in dieser lieber Weisung müßte man einen Kriegsfall erblicken, weil sie nicht zulassen könnten, daß die Sprachenfrage, die Kreiseinteilung und die Nationalitätenbegrenzung ausschließlich für Böhmen im Reichsrate verhandelt würde. Die Nationaliiätenfrage fei ein Problem aller Nationalitäten Oesterreichs und könne nur auf der Grundlage vollster Gleichberechtigung gelöst werden.
Das cnglische Obechaus hat das Finanz gesetz in allen drei Lesungen angenommen. Das Ober- und das Unterhaus vertagten sich bis zum 26. Mai.
Der russische Gesandte in P e f i n g wurde beauftragt, dem Waiwupn zu erklären, daß die russische Negierung hinsichtlich der Abneigung der chinesischen Regierung, das Schiffahrtsreglement auf dem Sun- g a r i - F l u s s e mit den Rußland zustehenden Vertragsrechten in llcbereinftimmimg zu bringen, dieses Reglement nicht anertennen könne: „Wenn bis zum 1. Juli, der Ablauffrist, bis zu der der russische Gesandte das Reglement bedingt anerkannt hatte, übereinstimmende Anordnungen nicht ausgearbeitet sind, wird die russische Regierung in der Frage der Sungari-Dchiffahrt ihre Atüonsfreiheit zurück- erhalten und die Rückzahlung der von den russischen Reedern in der vorigen Schiffahrtsperiode gezahlten Gebühren fordern. Mit der Eröffnung der diesjährigen Schisfahrt werden die Gebühren bis zum 1. Juli bei der russisch-chinesischen Bank deponiert."
Der frühere Präsident Roosevelt ist mit Familie am Donnerstag mittag in Brüssel eingetroffen. Roosevelt hielt in Gegenwart des Königs einen Vortrag über Bürg ertug en d, Bürgerpflicht und sozialen Ausgleich.
Mus Stockholm wird gemeldet: Da das Befinden des Königs noch immer nicht zufriedenstellend ist, wird der König am Samstag abend von Nizza nach Münch e n abreisen, um sich in die Behandlung von Professor S ch Wenninger zu begeben.
Auf einer Versammlung der Maschinisten und Heizer des Kohlenbergbaues von Südwales in Swansea, bei der 47 Bergwerke vertreten waren, wurde einstimmig beschlossen, am 1. Maizu kündigen. Als .Kündigungsgrund wird angegeben, daß die Vorschläge der Arbeiter, betreffend eine neue Lohnliste, keine Beachtung gefunden hätten. Nach Ablauf der Kündigungsfrist werden gegen 15 000 Mann feiern müssen.
Heev und Flotte.
Weitere Lenkballons für die Armee. Wie wir aus Berlin erfahren, ist die Heeresverwaltung nicht nur in Verhandlung mit der Zeppelin-Lustschiffahrt-Gesellschaft wegen Bau eines neuen Zeppetin-Lustschisses getreten, sondern hat auch mit der Par scval-Luftschrfsahrts-Gesell schäft Unterhandlungen eingelötet, die gleichfalls den Bau eines neuen Lenkballons vom Typ Parseval für militärische Zwecke herbeiführen sollen. Außerdem kommt nod; der Neubau eines Luftschiffes nach dem System „Clouth" in Frage, zu welchem Zwecke gleichfalls mit der betreffenden Firma verhandelt wird. In diesem Falle handelt es sich nicht um Lieferung eines Heinen Luftschiffes dieses Systems, wndcrn cs soU ein größerer Typ gewählt werden. Die Militärverwaltung beabsichtigt demnach, wenn die Verhandlungen zum Ziele führen, den Erwerb von drei Lustschiffen verschiedener Systeme Es ist selbstverständlich, daß ebenso wie beim cörntuellcn Bau eines neuen Zeppelin-Luftschisses besondere Bedingungen gestellt werden, von denen die Uebernahme der Lenkballons abhängig ge macht wird. Abgesehen von, einer Steigerung der Eigengeschwindigkeit erscheint es notwendig, daß Witterung-seinflüsss einen möglichst geringen Einfluß auf die Verwendungsfähigt'eik dec Militärluftschifie ausübcn. Wenn Professor Wellner kürzlich berechnete, daß die Verwendungssähigteit der Lenkballons an. clnxt 80 bis 100 Tage im Jahre beschränkt sein würde, so er scheint es nur natürlich, daß die Heeresverwaltung möglichst auf Bedingungen sieht, die die Verwendungsfähigkeit auf eine größere Zeitdauer im Jahr erhöhen. Sollten die wegen Baues neuer Lenkballons eingeleiteten Verhandlungen zum Ziele führen, so. würde in absehbarer Zeit damit zu rechnen sein, daß die
Armee über zwei Schiffe des Zeppettutyps, viLr!des Paneoal- typs, eins des Tlouthsystems, sowie über vier 3)ahtaruiüfax.ne verfügt. Bekanntlich ist M. 4 bereits im Bau und wird vo-raus- ichllich im Herbst fertiggestellt werden.
An den General Derby du B e r n o i § , der am Mittwoch m Stockholm bei seinem Sohne, der Legationsrat ist, sein 60jahriges Militärjubiläum feierte, sandte der K a i s e r ein Telegramm, in dem es heißt:
Mit berechtigtem Stolze können Sie aut ein schönes verdienstvolles Soldalenleben zurückbstcken. Zu dein hervorragendsten Posten berufen, haben Sie im Kriege und im Frieden Ihre große militärische Begabung und unermüdliche Arbeitsfähigkeit gleich pflicht- tretl iind erfolgreich zunr^ Nutzen der Armee angewendet. Tie Ueverliesermiq von wertvollen Erfahrungen durch Ihre Schriften an kommende Generationen werden reiche Früchte tragen. Ihrer vortrefflichen Dienste eingedenk, freue ich inich, Jhiien herzliche Glückwünsche im Fcierjahre darzubringen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 29. April 1910.
"Pfarrdien st Nachrichten. Ernannt wurde Pfarrvikar Döll zu Babenhausen zum Pfarrvikar m Beedenkirchen ; Pfarrverwaltec Steiner 311 Rothenberg zum Pfarrassistenten in Worms-Neuhausen. 3UC Wiederbesetzung wird ausgeschrieben die euang. Pfarrstetle zu Nieder- Wcisel. — Der Hessische Landesverein für Innere Dliffion hat den Pfarramtskandidalen Pfarrer Gg. Glock z»ni Vereinsgeistlichen mit dem Wohnsitz in Nieder-Narnstadt (Epileptischen-Anstalt) berufen. Der Genannte wird als zweiter Geistlicher in der Epileptischen-Anftalt wirken und — ivie die seitherigen Vereinsgeiftlichen — auf Einladung der betreffenden Geistlichen Predigten und Vorträge über die Innere Mission in den evang. Kirchen des Landes halten. Das Oberkonststorium hat ihm hierzu die Erlaubnis erteilt und genehmigt im Voraus, daß die bei solchem Anlaß erhobenen Kollekten der Inneren Mission ziigute kommen.
••Lehrerpersonalien. Uebertragcn wurde dem Lehrer Franz Beller zu Hüttenthal unb dem Schulamts- aspiranten Jos. Kumpa aus Wöllstein je eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Viernheim, dem Lehrer Friedr. Rockel zu Lanzenhain eine Lehrerstelle an der Gemeinde- chiile 311 Münzenberg, dem Schulamlsaspiranten Karl Decher au§ Lehrbach die Lehrerstelle an der Gemeinde- chule zu Elbenrod. — Erledigt ist eine mit einem kath. Lehrer zu besetzende Lehrerslellc an der Gemeindeschule zu Blern h e int.
** Staatsexamen für Schutamtsaspiranten. Die og. zweite oder Definitorialprüfung für Schulverwalter und Schulverwalterinnen, die Mitte April in Darmstadt begonnen hat, wird in diesem Jahre bis zu Pfingsten dauern. Die Zahl der Teilnehmer ist so groß, daß die Staatsprü- üng in 6 Abteilungen stattsinden muß. Früher waren cs in der Frühjahrsdesinitorialprüsung immer nur vier Gruppen.
" Neuer K a Ni m er j unter. Der Groß Herzog hat den Hofjunker und preußischen Regiernngsassessor Ludwig Freiherrn v. Nordeck zur Rabenau 511111 Kammerjunker ernannt.
"•linier Regiment ist gestern nachmittag vom Truppenübungsplatz Darmstadt, wo es Bataillons- exerzieren hatte, hierher zurückgekehrt. Die Rückreise erfolgte junr größeren Teil mit der Bahn und zum kleineren zu Fuß.
*"DcrstaatlichcHagelversichcrungsfonds vereinnahmte im Jahre 1908: 122 626,38 Mk., darunter 34 960,20 Mk. Pcämienvorschüffe und 87 665,29 Mk. Zu- schüsfe aus anderen Kaffen. Dieser Einnahme standen Ausgaben in gleicher Höhe gegenüber: 116 534 Mk. Nachschüsse auf die Nettovorprämie und 6092,38 Mk. Zinsen. Die üapitalschuld beS FoubS stieg von 130 228,68 Mk. auf 217 893,97 Mk.
••Die Genosscnschaftskasse für R 0 m m u n a 1 •= forftmärte hatte im Rechnungsjahr 1908 nach bem jetzt oorlicgcnben Abschliiß eine Einnahme von 68792.71 Mk., barunter 33814.73 Mk. Umlage auf bic Malbbesitzer unb 14575.88 9)lf. Ziischüsse bes Staates. Die Ausgaben stellen sich auf 60573.99 Mk., barunter 38362.97 Mk. für Pensionen unb 12272.93 Mk. für Witwen- unb Walsengelber. DaS Kapitalvermögen konnte um 6000 Mk. vermehrt werben unb beträgt jetzt 61 000 Mark.
"• Hanbel mit Zeppelin-Anbenken. In einer hiesigen Wirtschaft wirb von Gasten ein förmlicher Hanbel mit Zeppelin-Anbenken getrieben. Fetzen ber äußeren Hülle werben nach Größe für 20—25 Pfg., solche aus gummierter Scibc von 50—1 Mk., Almniniumstücke bis 75 Pfg. verkauft. Sogar eine Signalglocke mürbe gestern angeboten. Man muß sich eigentlich rounbern, baß es Leute gibt, bie für gestohleiles Gut auch noch Gelb auSgebcn.
** Die Rabatt-Sparvereinigung, die dem hiesigen De» laillistenverem angeschlossen ist, hielt vorgestern ihre Ordentliche Generalversammlung ab. Aus dein von dein Vorsitzenden Herrn E. Rohr erstatteten Geschäftsbericht sei hervorgehoben: Die Vereinigung besteht jetzt ein Jahr; sie hat die Sympathie der mesigen Bevölkerung unb auch die umliegenden Ortschaften bringen ihr reges Interesse entgegen, was besonders daraus her^orgeht, daß auch aus diesen Teilen vorwiegend die Geschäfte ausgesucht werden, die der Rabatl-Sparverernigung angeschlosien sind. Die 3ahl der Mitglieder, die zu Aufang nur 38 betrug, hat sich um das doppelte erhöht. Im Lause des Jahres sind 2 375U00 Marken ausgegeben worden, was einem Barbelrag an gewährtem Rabatt von 23 750.— Mk. entspricht. Erwägt man, das die Zahl der Mitlieder der Vereinigung, jedenfalls zu Anfang des ersten Geschäits- >ahres noch nicht besonders hoch war, so durfte die Zahl der ans- gegebenen Marken bezw. die Höhe des danach gewährten Rabatts das beste Zeugnis da'ür abgeben, welch hohes Interesse mail nn kaufenden Publikum der Einrichtung entqegenbrmgt. Daß die Einrichtung auch auf den Gesamtumsatz und Barverkauf tu den 'Stressenden Geschäften sehr günstig wirkt, ivurde aus der Mitte 'er Versammlung wiederholt bestätigt. Tie Geschäfte der Ver- inigung wurden in 14 Sitzungen erledigt. Die Vereinigung gehört dem Verband der Rabatt-Spar-Vereine Deutschlands an. von diesem wird monatlich em Organ herausgegeben, das den -Mitgliedern unentgeltlich zugestellt ivird und in seinem Jnhali lehrreiche, für das Geschästsleben sehr nützliche Vorträge und Winke enthält. Die eingelösten Rabattbücher wurden unter .'luisicht vernichtet. Die Leitung der Rabatt-Sparvereinigung unterliegt einem Ausschüsse, der aus acht Mitgliedern besteht und dem außerdem der jeweilige 1. Vorsitzende des Detaillisten-Dereins angehört. Die derzeitig bem Ausschuß angehörigen Mitglieder sind: Herr E. Röhr, W. Mades, R. Buchacker, H F. Nassauer, F. Brück, I. Maternus, W. Kröll, R. Jmbenser und M- Levi. Sie wurden einstimmig wiedergewählt. Mit Rücksicht auf die gute Entwicklung der Vereinigung ist die Erhöhung des Eintrittsgeldes in Aussicht genommen; ein eiidgültiger Beschluß hierüber soll in einer spateren Generalversammlung erfolgen. Auch die Grüliduug von Ortsgruppen für einzelne Branchen zum Zwecke der Regelung aller geschäftlichen Fragen, besonders Festsetzung nort
Mindestpreisen ec. ist in Aussicht genommen. Mit dem Wunsche, daß die Rabatt-Spar-Vereinigung sich immer mehr entwickele, zum Nutzen des kaufenden Publikums und Hebung des reellen Geschäftsverkehrs, schloß der Vorsitzende die Dersannnlung.
•• DerFondsfürReibilsenbei Überschwemm- ungen hatte im Rechnungsjahr 1907 3969,91 Mk. Einnahmen (im wesentlichen Kapitalzinsen) und 3965,71 Mk. Ausgaben (u. a. 3532,15 Mk. neu ansgeliehene Kapitalien und 403,56 Mk. Beihilfen). Der Fonds betrug Ende März 1908 170 000 Mk.
△ Alten-Buseck, 28. April. Der hiesige Spar- unb Vo rschußverei n hielt seine Gcneralversanimlnng bei Gastwirt 21. Krämer. Direktor Schwalb unb Rechner Krämer erstatteten den Jahres- unb Rechnungsbericht. Darnach zählt ber Verein 125 Mitglieder. Die Em la gen betragen 267 750 Alk. und der Reingewinn beläuft sich auf 1590 Mark.
th Leihgestern, 28. April. Ein Kurpfuscher- stückchen, das andern Landwirten in gleicher Lage zur Warnung dienen mag, hat sich hier ereignet. Bei einem unserer Mitbürger zeigte eine Kuh im Stalle Schlingbewegungen, so daß man annehmen konnte, bem Tier sei ein größeres Stück verschluckter Riinkelrübe im Schlunb stecken geblieben. Der Besitzer bes Tieres war nicht baheim. Ob- gleich bas Tier keinerlei Anzeichen zeigte, baß irgenb welche Gefahr bestehe, nahm ein Viehhänbler, ohne dazu anfge- orbert zu sein, bie Schlunbsonbe unb führte sie ein. Man bemerkte bei beren Entfernung etwas Blut, bas so dehanbelte Tier erkrankte unb am nächsten Tage inurbe ber Tierarzt gerufen. Aeußcrlich konnte ber Arzt nichts feststellen. Die Rui) fraß nicht mehr unb bic Kasse, bei ber baS Tier oer- ichert war, orbnete gestern ans Veranlassung des behanbeln- ben Tierarztes Notschlachtung an. Direktor Mobbe stellte fest, baß ber unberufene Helfer mit ber Schlunbsonbe burch bic Luftröhre ber Kuh gefahren war und auch noch bie Lunge bes Tieres burchstoßen hatte. Es war infolgebcssen Lungenentzünbung eingetreten nnb bas Fleisch bes Tieres soll für ungenießbar erklärt fein. ES hanbelt sich um einen Schaben von 350—400 Mk., den bic Versicherung zu tragen hat, bie sich zweifellos an ben Kurpfuscher halten wirb. In der Speiseröhre bes Tieres unb in hoffen Magen befanb sich fein Futterrcst ber geeignet gewesen wäre bem Tiere Un- bequemlichkeitcn zu bereiten.
= 2 a u t e r b a d), 28. April. Tic 67 Gemeinben unseres Kreises bringen im laufenden Gcsckiästsjahr 411 471 Mk. Gemeindesteuern auf oder durchschnittlich 141 252 Proz. Zuschlag der doppelten Grundzahlen und des ganzen Einkonuucnsteucrbctrags. Den höchsten Ausschlag hat Stcinfurt, das 5000 Mk. erhebt, mit 224,245 Proz., es folgen Hutzdors mit 216,904 Proz. (5800 Mk.), Rixield 205,267 Proz. (6500 Alk.), Vaitshain 202,607 Proz. (3000 Mk.), Willois 202,438 Proz. (4500 Mk.), Mctzlos 199,762 Proz. (3700 Mk), Wunichen-Aioos 197,h61 Proz. (1200 Mk.), Hemmen 191,313 Proz. (3440 Mk.), Aletzlos-Gehaag 189,585 Proz. (3000 9Jif.), lletzhausen 184,640 Proz. (3700 Mk.), Berushausen 184,634 Proz. (49uo Mk.), Rudlos 181,619 Proz. (3200 Mk.), Weib-Moos 183,453 Proz. (2000 Mk.), Heisters 180,409 Proz. (2700 Mk.>, Zahmen 179,469 Proz. (3000 Mk.), Eraiincld 176,685 Proz. (10 000 Alk.), Schadges 174,861 Proz. (1700 Mk.), Gunzcnau 171,172 Proz. (4300 Alk.). Qtieck 163,01 Proz. (7550 Alk.), Langenhain 161,634 Proz. (5000 Mk.), Landlo's 161,091 Proz. (3000 Mk.), Rimbach 159,532 Proz. (4800 Alk.), Niedcr-Stoll 158,489 Proz. (2400 Mk.), Bannerod 157,09 Proz. (2600 Mk.), Unter-Schwarz 156,348 Proz. (2500 Mk.), Wallendorf 153,2 Proz. (IOgOO Mk.), Pfordt 153,103 Proz. (5200 Mark), Hörqenau 151,194 Proz. (3000 Aik.), Radmühl 150,741 Pro;. (2300 Mk.)', Ober-Wegfurth 150,512 Proz. (1000 Mk.), Maar 149,277 Proz. (1600 Mk.), ReichloS 142,-67 Proz. (3000 Mk.), Heblos 141,86 Proz. (3700 Mk.), L'aubenljaufen 141,106 Proz. (9000 Mk.), Altenschlirf 139,931 Proz. 16600 Alk.), Allmenrod 136,067 Proz. (3500 Mk.), Schlcchtenivegcu 136,217 Proz. (4000 Mk.), Fraii-Noinbach 133,976 Proz. (3000 Mk.), Ucllcrshauseu 132,293 Proz. (2900 Alk.), Rimlos 131,659 Proz. (1300 Mk.), Eichenrod 128,759 Proz. (2800 Mk.), Nieder°Moos 128,295 Proz. (3300 Mk.), vopnnannsfeld 126,426 Proz. (4000 Alk.), Unter-Wegfurth 125,294 Proz (1650 Alk.), Ilbeshausen 125,018 Proz. (8500 Alk.), Greven- Ham 122,169 Proz. (10 40 ) Mk.), Schlitz 120,155 Proz. (52 000 Tlt.), Eichelhain 118,835 Proz. (2000 Alt.), Ober-Moos 116,245 Proz. (3200 Alk.), Reuters 115,022 Proz. (2500 Alk.), Wernges 114,47 Proz. (2200 Alk.), Dirlammen 112,503 Proz. (3700 All.), Harters- hausen 109,517 Proz. (3000 Alk), Stockhausen 105,413 Proz. (11 500 Mk.), Nösberts 104,906 Proz. (1300 Mk.), Lauterbach 104,178 Proz. (80 000 Alk.), Bermuthshain 102,959 Proz. (4300 Mark), Sickendorf 97,504 Proz. (500 Alt.), Salz 95,977 Proz. (2500 Mk.), Fleschenbach 88,904 Proz. (1600 Alt.), Frischborn 88,681 Proz. (5850 Mk.), Holzmühl 84,74 Proz. >1350 Mk.), Blitzen- rod 83,748 Proz. (5100 Mk.), Herbstein 78,8 Proz. (14 000 Mk.), Engelrod 78,793 Proz. (260u Alk ), Angersbach 47,541 Proz. (5631 Mark) und Freiensteinau 26,365 Proz. (2000 Mk.).
L Bad -Nauheim, 28. April. Hier hat sich eine Ak t ienge s e l l s ch a s l hiesiger und auswärtiger Interessenten gebildet, die vom 1. Mai an regelmäßige A n t 0 m 0 b i l s a h r l e n von, Bahnhof aus nach dem Hochwald veranstalten luilL Vorerst werden 3 lositzigc Wagen eingestellt, die anschließend an die Hauptzüge vom Bahnhof durch die Ludwig-, Park-, Johannisstraße nach der Wald- reslauration uni) wieder zurück nach der Stadt führen.
x Bad-Nauheim, 28. Apvil. Das Mittcl- deutsche V e r b a n d s s ch i e ß e n, daS lsier seit Sonntag äbgehalten wird, findet mit der Preisv erteilung ant nächsten Sonntag sein Ende. Es sind von verschiedener Seite, u. a. von der Schützengilde und von der Stadt, wertvolle Ehrenpreise gestiftet worden. Am Schlußtage gibt es an den Sch eiben ständen und im „Schützen Hof" fonzertlüüc Veranstaltungen.
W. Bad Nauheim, 28. April. Der Kardinal-Erzbischof von San Franzisko Riodan ist soeben zur Kur im Parfhotel abgestiegen.
§ A u s d c m O h m t a l, 28. April. Gestern ist der Kuckuck zurückgekchrt. Seine Ankunft läßt auf den Eintritt wärmeren Wetters hoffen. Allerdings war bic verflossene Nacht so tast, daß das Thermometer ein Grad unter Null zeigte. Aua> die H a u s s ch w a l b c n haben sich eingestellt, während die Rauchschwalben schon vor 14 Tagen zurückgekehrt sind. Beide Schw^rlbcn- arten sind aber gegen das vorige Jal)r in ouffallender Minder^ zahl. Wie groß drese ist, beweist die Feststellung, daß von 12 Rauchschwalbennestern des vorigen Jahres in Viehställen nur 5 wieder besetzt wurden.
RB. Darmstabt , 28. April. In ber heutigen Sitzung der S ta btv er ordneten teilte Oberbürgermeister Dr. Glässing mit, baß bic jüngst verstorbene Privatin Mathilde Stegmayr ber Stabt ein Kapital von 16000 Mk. vermacht habe, besten Zinsen alljährlich der Direktor bes Habt. Krankenhauses zur Unterstützung bebürftigter Erkrankten bei deren Entlastung, ober zur Unterstützung von Hinterbliebenen der im Krankenhause Verstorbenen Dcriucubcii soll. — ~,c Versammlung nahm folgcnbeu Eintrag bes Finanzausschusses zuber Besteuerung bc5 lanbwirtschaftlich benutzten Grunbvermögcns an: „Großh. Bürgermeisterei lind Stabtverorbncten-Vcrsainmlung wollen tunlichst im Einver- stänbnis unb in Gemeinschaft mit ben Vertretungen der übrigen Stäbte bes Großherzogtums bei Regierung unb 2anu* stänben bahin vorstellig werben, baß dem von sechs Mtt-


