Sletfchpreife in ® le 6 en
Brotpreste tn Lieben
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| Schwarzbrot 2 Ltg. 64 Pig.
Vetter
Ved. Himmel
Dezember = j-
vttederfchlaq — 0,0 mm.
Meteorologische veobachtungen der Station Sieben.
Höchste Schlachtviehpretfe m y r a n f < u r t a. U)L
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Ochsen
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Niederlagen: Jean Weisel Fernepr. 235 und
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Hfl. Schlachtgew. 92-100 PI.
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Tic Viarltprcise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch» und Broipreise am 19. Dezember 1910.
VISU KA R TEN m Jede/ beliebigen Schriftart und Kartonierte, n» 'Tri-,, -,-r—r-iir-« sowie mit Zirkeln aller studentischen Ver
einigungen liefert tu mäßigen Preisen die B rühr sehe Uni*.-Druckerei,
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Höchste Temperatur am
Shebviflite ,
schrmungSloS nrftnfrftft Un bat MdaNtrr VvrfkSnyen Brate bie Partei ihre moralische önnntroorhinn nicht men leugnen. Und dabei spielen die Herren noch den Entrüsteten! Redner bedauert innt Äblust den Ton, der im Hause eingerissen sei unb die eiiuSbrüde. die von feiten der Sozialdemokraten gebraucht würden. Schade sei, daß die Darmstädter Zeitung den Ausdruck „Hund-- söltisch" deS Äbg. Ulrich gestrichen und so dem Lande twrmb- batten haben. Derartige Vorkommnisse und Zustände gehörten in daS Kapitel „Aendcrung der Gesä^stsordnung". (Hört, hört bei den Sozialdemokraten.)
Abg. Dr. Fulda (Soz.) ergeht sich weiter in heftigen Angriffen gegen den Dtinister und begründet dann seinen Antrag. Die dtichtbestätigung sei ein Akt der Kabinettjusti», ein Verfassung-- beuch. (Der Vizepräsident ruft den Redner zur Ordnung.) In der yttchtdestätigung unfähiger Leute solle die Regierung freie Hand haben, aber das politische oder religiöse Glauben-bekennMi- dürfe keine Stolle spielen Am richtigsten wäre e-, die Verfassung zu ändern. Der Standpunkt Dr. Winkler- sei »nm Teil brutal, zum Teil sei er Heuchelei. Den Schutz der Immunität müsse man manchmal gebrauchen (lebhafter Widerspruch): den ihm g«nachtcn Vorwurf verstehe er nid>L
Tie Sitzung wird darauf auf D/i Uhr auf Mittwoch den 21. Dez. tonn. 9 Uhr vertagt.
Au» Stadt und Land.
Diesten, 21. Dezember 1910»
Die Tanne.
D Tarntmbmrm, o Tannenbarm. wie grün sind deine Mütter! Da ist nun plötzlich über Rächt in allerhand Ecken unb Winkeln ein barzdustendes Tannen- und Fichtenwäldchen ausgewachsen, und die jungen und Mädchen stehen rina-'tm und gucken zu, wie ein Baumi um den andern fortgetraprn wird . . . Wie alt ist wohl die schöne Sitte — wir möchten betonen, die deutsche Sitte —, zum Christseste einen geschm,?5i-n Weihnachtsbaum lendrtm zu lassen? Zwar heißt es sch"N tn einer Strastbnrger Chronik vom Jahre 1005: „Aufs Weihnachten richtett man Tanueubaum au Stra-burg in dein Stuben aufs, daran frenrfr* man rosten au st vielfarbigem Papier geschnitten. Aepsel, Oblaten, £tfd)# galt, Zucker usw." Und vier Jahrzehnte später schrieb der S^rah- jburger Theologe Tannhauer: „Unter anderen Lappalien, damit man die alte Weihnachtszeit oft mehr als mit Gottes Wort begeht, ist auch der Weihnacht-- oder Tannenbaum, den man zu Hause ausrichtet, denselben mit Vuppm unb Zucker behängt, unb ihn hiernach schüttelt und abblümen läßt. Wo die Gew-hn- heir herkommt, weih ich nicht. ES ist ein Kinderspiel, doch besser alS andere Phcttasey." Immerhin war der WeidnachtS- baum im 17. und 18. Jahrhundert ein seltener Zimmergast. Tie ersten Lichter sollen 1/37 aufgekommen fein. Und zu Beginn deS 19. Jahrhundert- war noch keineswegs in jedem deutschen Saufe zu ChristkindchenS Feier ein Radelbanm zu finden, ist um das Jahr 1830 tauchte der WeihnachlSbaum allgemein auf, die ..Krippe" mehr unb mehr verdrängenb. Wir können also annehmen, dah die allgemeine Volkssilte, am heiligen Abend und in der darauffolgenden Zeit (gewöhnlich bis zum neuen oder hohen neuen Jahr) eine Fichte oder Tanne im Zimmer zu haben, erst 80 Jahre alt ist.
Finanzminister Braun. Die Besserung sm Befinden deS Finanzministers Braun macht Fortschritte, doch ist die Lähmung deS rechten Armes immer noch nicht ganj beseitigt. Das günstige Wetter ermöglicht eS Dein Minister, Ausgänge uno Ausfahrten zu machen. Immerhin wird noch ein längerer Aufenthalt in einem südlicheren Klima zur vollständracn Wiederherstellung notwendig sein. Es liegt in der Absicht deS Ministers, nach seiner Rückkehr sein Amt wieder zu übernehmen. Manck-c Kreise, die auch unterrichtet sein wollen, behaupten dagegen, dah selbst bet gänzlick)cr Wiederherstellung des MiniilerS die Wiederaufnahme der anstrengenden Amtstätigkeit unter keinen Umständen empfehlenswert (et Im Ministerium werden scl>on VLachsolger genannt.
• * Das Patent a l s Geometer 2. Klasse wurde dem Geometergehilfen Wilh. Loth aus Friedberg-Fauer- bach erteilt.
* * Rebenbahn BenSheim — Lindenfels. DaS hessische Ministerium der Finanzen hat der Kontinentalen Eisendahnbau- und Betriebsgesellscl-ast in Berlin auf die Dauer eines JahreS die Erlaubnis erteilt, Derinessun- aen und Vorarbeiten für eine Nebenbahn von BenSheim nach Lindenfels vornehmen zu lassen.
* • Gießener K onzertverein. DaS nächste Konzert findet am ersten Sonntag nach Neujahr, otn 8. Jamia,, in der neuen Aula statt. Es ist ein Max Neger-Abend unter Mitwirkung deS Komponisten.
* * D ie Bank für Handel und Industrie hier gibt bekannt, dast am SamStag, 24. Dezember, ihre sämtlichen Kassen und BureauS bereits um 2 Uhr nachmittags geschloffen werden.
Starkenburg nnh Nheinhesten.
rm. Darm sladt, 20. Dez. 6e l b ft m orb wegen gebrückter DeschästSoerhältnlsse beging heute der 86 Jahre altl Metzger meist er Karl Hein in der Karltraste, der voi einigen Jahren die Ochsenmetzgerei seine« BaterS mit dem Hause übernommen hatte und anscheinend in geordneten Verhältnissen lebte. Wie man nun hört, hot der schlechte Geschäftsgang, der durch die hohen Fleiichpreise noch ungünstigem wurde, den Mann zu dem Schritte veranlaßt.
m. Offen back). 21. Dez. Nach dem endgültigen Ergebnis der Volkszählung beträgt die Einwohnerzahl 7 5593. Davon entfallen auf Att-Lffcnbach 18932 uno aus den Stadtteil Bürgel 0661. Dem männlichen Geschlecht gehören 38149 und dem weiblichen 37 444 Personen an. Aach den Religionsbekenntnissen gibt eS: 42 605 Evangelische, 27 038 Katholiken, 694 Altkatholi.en, 2281 Deutsch- katholische, 2374 Huden, 6 Griechisch-K.tthol.sche, IMoharn- medan-r, 63 Anhänger vrrschtt teuer Sekten und 538 Konfessionslose. Ausländer wurden 2242 gezählt und zwar 908 istussen, 863 Oesterreicher, 123 Schwerer, 86 Ungarn, 40 Engländer, 30 Ameri.'aner, 56 Italiener. 40 Engländer, 35 Holländer, 20 Türken, 12 Spanier, 18 Dänen. 15 Fran- -osen, 2 Norweger, 7 Luxemburger, 8 Schweden, 2 Ru- mäuier, 1 Serbter und 1 Japaner.
- Mainz, 20. Dez. Nachdem im Mai 1909 eine Abstimmung über die Ferienordnung an den höheren Schu len in Main zstattgefunden hat, i)t nunmehr vom Minlsierium des Innern, Aotcilung für Schulangelegenheiten, durch Verfügung vom 15. Dez. 1910 ungeordnet worben, dast von Ostern 1911 an. um den Wünschen der Mehrheit der Beteiligten zu entsprechen, versuchsweise solgende F.rienordnuna eingcfuhrt wird: Öfter f erten: 1911 drei Wochen wie bisher; Dun Ostern 19.2 ab 14 Tage vom Palmsonntag an. P s i n a st f e r i e n: 8 Tage tote bisher. Sommerserien: 4 Wochen von dem Tonners- lag an, der dem 15. Juli zunächst liegt (1911 vom 13. Juli an). Herbstserien: 14 Tage von dem DonncrSiag an, der dem 29. September zunächst liegt (1911 vom 28. <5ep- lember an). W e i h n a ch t S f e r i e n: 14 Tage wie bisher.
' Nachnahmekarten. Die Frist für den Aufbromch > der von der Privatindustrie früher nach nichtamtlichen ; Mustern hergestellten Nachnahme-Pa ketadrcssen und Nack)- nabmetnrlm, die Ende Dezember ablaufen sollte, ist vom , ReichS-Poslamt bis Ende Juni 19 11 verlängert , worden. Tie Post verlangt jedoch, baß den älteren Nachnahmeformularen fortan ein Postanweisung Zsormular ober eine Zahlkarte (mit Klebeleiste) bereits ausgefüllt sowie haltbar befestigt beigefügt wird. Für diese beizufügenden Rach- nahme-Poftanwetslingen liesern die Postanstalten aus Antrag die Formulare kostenfrei in den Grenzen deS Bedarfs.
Warmes Frühstück erhalten bis auf weitereS 286 Knaben und 274 Mädchen der Gießener VolkSschuleru
** Sektion Ober Hessen deS Deutschen und Oesterreichischen Alpenverein S. Die Hauptversammlung fand am 14. d. M. int CafS Cbel statt und wurde durch ein gemeinsames VCbenbeffen eingeleitet. Am 4. Febrrtar 1911 soll im Hotel Großherzog ein alpiner Abend mit Damen ftattfinben. Der Wanderplan für 1911 wurde von der Hauptversammlung genehmigt. Er umfaßt folgende Sektcoitswanderungen: 15. Januar: Bieber ,Düusberg, Gleiderger ForsthauS, Sck)melz, Fronhausen. 19. Februar: Wteseck, Hangelstein, Daubringen, Staufenberg, Lollar ('/, Tag). 19. März: Bad-Rauhetm, Winterstein, Kapersburg, Lochmühle, Saalburg. 2. Aprile Bieber, Cuserne Hand. Hümmerich, Gladenbach. 7. Mai ^Samstag nachmittag) mit Damen: Hochwart, Vchifsenderg. 2 1. Mo r: Butzbach, Hausen, Hausberg, Jsseltal, Münster, Ziegenbcrg, Fvrsth. Wcnterstein, Bad-Rauhetm. 11. Juni vüoim ): Spaziergang mit Damen nnb Kindern in den Forstgarten. 2 4. und 25. Juni: Zur Edertalsperre tl'/, Tag). 9. Juli: Fronbausen, Ober-Walgern, Alten- VerS, Lohra, Gladenback). 6. A u g u st: Reiskirck)en, Winnerod, Reitthartsharn, Bellersheim, Grüitberg ('/, Tag). 16. und 17. September: Alsfeld, Marck)eS, Ulrichstein— HoherodSlopf, Gedern. 1. Oktober (mit Damen): Friedeihausen, Totenbera, TraiS a. b. Lda. 15. Oktober: Alleudorf, 9tordeck, Rüdoingshausen, Deckenbach, Homberg, Rieder-Gemunden. 12. November Launsbach, Sieben Hügel, Gleiberg, Vetzberg, Rodhetm,(»/» Tag). 10. Dez. : 'Rieder-Wemtar, Frauenberg, Marburg.
LanütrnS Gtegen.
k. Rödgen (Kr. Gießen), 20. Dez. Im Saale deS Wirt Balser hält eine Büglerin aus Reiskirchen einen Bügelkursus ab, an dem acht Mädchen und Frauen teilnehmen. Zu gleicher Zeit tagt im alten Schulsaat die Wattoephaushaltungsfchvle unter Leitung von Frl. Mutschler, 16 Sck)ülecinnen, 3 Frauen und 13 Mad- chen, suchen hier ihre Koch-, Back- u,w. Kenntnisse zu bereitem. — Gestern hielt in der hiesigen Gemarkung Geh. Kommerzienrat Gail-Gießen T r e i b j a g e n ab. CS wurden un ganzen 107 Hasen erlegt.
” Garbenteich, 20 Dez. Am letzten Sonntag hielt der Zweigverein des Evang. Bundes hier Janen ersten gatb.suchten Familienabend sar di.feuW.nt r Rach Grösinung durch den Ortsgeiulichen hiett der neu- cvnannie Borsinende des Vereine Lehrer Weisel einen Vortrag über den Freiheitsdichter Theodor Körner. Er veritand es, nach einem geschichtlichen lieberblick über die damaligen Zustande und Z.i.ver^äitni^se em gutgetrvfie- neS Bild des jugendlichen Richters uno Freihettshclden zu zeichnen, das durch Vortrag einer Auswahl seiner Gedichte durch ihn selbst und durch Schuler der L filaife illustriert wurde. Mit Spannung folgten die Bersammetten den klaren Sck)iiberungew des Redners.
x Allendors a. Lda., 20. Dez. In dem hier zurzeit ausgestellten Tuberkulofemufeum, das sich zahl- reichen Besuches zu erfreuen hat, vesonderS auch von den Schulen der Umgegend, hielt am Sonntag nachmittag der pralttsche Arzt Tr ft’uui, hier einen lehr instruktiven unb allgemein verständlichen Vortrag über bie Tuberkulose, iijre Verhütung und Heilutig. Gestern abend sprach in dep dicht besetzten Ausstellung Tieraizi Tr. Schaa-ner, hier über das Vorkommen der Tuberkulose bei den Haustieren und über die ^egen Weiterverbr».itung der ^ranchett zu ergreifenden Maßregeln.
In Heiden, 20. Dez. Es ist nun beschlossen, daß wir in unjerem Ort ebenfalls ein ollen modernen Anforder- ungen entsprechendes Schulgebäude mit Lehrerwohnung errichten. Zwilchen drei Bauplätzen, einem am Friedhof, einem im Süden unb einem im Ollen des Dorfes hat man sich die Auswahl frei gelassen.
Getreidepreise in Mannheim
Weizen luu zü.ö j -*u6o Dlt.
Roggen 100 Hg. 16.60-15.75 Rlk.
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gekommen waren, also nach Crayant. Wenn sie sich nicht be» ellen umrden, ließe ich binterherlchießrn. Sie verstauben mich ehr gut und liefen im Feuer ihrer eigenen Leute zurück. Wenn ie ja gewollt hätten, konnten sie sich ja zu ihren Leuten nach Lentay bmüberieueu — aber sie waren wohl froh, baß sie ge* äugen waren.
Das Gehöft wurde ordnungsmäßig besetzt. Jeder hatte einen Platz gesunden, von dem er in leidlicher Deckung verteidigungsweise sd)ießen konnte. Vor un- in den Weingärten lag eine dünne Schützenlinie, die uns unausgesetzt belästigte. Aus diese ricksttte sich unser ruhiges gut gezieltes Feuer. Hurra ! der liegt, fdyrie da einer, auf den hatte ich schon dreimal geschossen und )o fort.
Wer bie Spezialkarte zur Hand nimmt weis fd)on, baß ich jrrtt meinen sclpoachen vier Zügen in gleidxr Hohe mit dem Südausgang des von den Franzvien besetzten Dorfes Ccrnov stand. Lti diesem SüdauSgang standen die Reserucn, auch die Vatteri.' bie wir vorhin vertrieben hatten. AuS dem Gehöft tonnten sic UnS mit Leichtiakeü aus räuchern. Ich verstand gar nicht, »Darum baÄ nicht längst geschah. Jeder Angriff, der nur einigermaßen <ncrohch geleitet wäre, mußte und vertreiben. Schlimmsten Falls sollte ich mich zu den Bayern nach Villechaumont aubrängen lassen, fcier schien bad Gefecht eingestellt zu fein. Hätte ich von dieser Sette Hckfe erhalten, ober wäre mir bet Rest bcs Bataillons nachgekommen! Aber baS war wdhl anderswo beschäftigt. Ich wollte den Punkt gern im Besitz behalten. Auch ein Laie in Kriegssachen wie ich, mußte die Wichttakeit deS Platzes erkennen. General v. d. Tann hat, alS er erfuhr, Daß bad Gehöft in Händen ber Fran-osen fei, eS nachts um 12 Uhr überrumpelt und besetzen lassen, schon zur Sicherung von Blllechoumoitt und seiner dapenschen Besatzung.
Was ich aesürchtet hatte, kam. Die Schützenlinie in unserer yrnnu verstärkte sich zusehens, auch vom Südausgange von l5or- nay ennüideiten sich Truppen gegen uns. Ich nahm selbst ein Chassepoigavehr und tat als guter Schütze das meine. Aber was konnte das alles Helsen. Ehe es zu spat wurde, führte ich die Züge in dünnster Schützenlinie wieder zurück. Die französische In- fanterie folgte uns auf 200 Meter und sckwh uns in den Rücken. Das ist em sehr unbehagliches Gefühl, auch wenn man nicht getrosten wird, und wir waren an so etwas noch gar nickst geroöl/nt.
Die schon einigemal erwähnte Batterie fuhr hinter unS aus und überschutttte das Feld mit Granaten. Diese hatten Zeitzünder, krepierten also nicht beim aufschlagen, sondern sprangen von dem gefrorenen Boden ab in flachen Bogen jft 50—100 Meter weit, um den Sprung oft ein* und zweimal zu wiederholen, bis sie endlich zersprangen. Meine Leute wurden unruhig und einzelne schickten sich an, zu laufen. Ich rief ihnen zu: ihr merbe. doch vec den Schn,...... man ist mit seinen Ausdrücken in
solchen Momenten nicht wühlerrfch — nicht laufen wollen. Immer
ruhig im Schritt zurück. Run dreist eua, einmal herum und schießt den Kerls ins Gesicht, damit sie nicht so frech werden. Das ge- ichah und sofort warfen sich die verfolgenden Schützen platt au, den Leib und wir hatten einige Augenblicke Ruhe. Wenn em Gesckstitz feuerte, blteb icy in der Regel stehen, um das aufschlagende und dann springende Geschoß vorüber zu lassen. Man ist lwftich, bildet sich auch wolst em, man könne dem springenden Geschoß etivaS aus dem Wege gehen. Da krachts wieder hinter mir seitwärts. Unwillkürlich bleibe ich wieder stehen. Da schlägt em Geschoß vor meinen Füßen ein, krepiert, ich sehe in daS grelle Feuer, werde auf den Rücken geworfen, die Mütze fliegt mir vom stopfe, bleibe aber bei voller Beirnnung. Ich faße nach meinen Füßen, die habe ich noch, ich betaste meinen ganzen Körper von unten nach oben, cd ist noch alles in Ordnung. Meine Mütze auf. hebend richte ich mich auf und gehe weiter zurück. Die mich umgebenden Leute glauben beinahe an eilt Wunder!
Die Verfolgung läßt nach, wir sind nahe an Crayant angekommen, da treffe ich auf eine bayerische Batterie, bie ein blutjunger Leutnant befehligt. Er fragt mich, ob noch Truppen von und Da oben ständen. Nein, sage ich, wir sind bie letzten und teilte ihm mit, wo die Reserven der Franzosen stehen. Da schickt er noch cm l-albeS Dutzend seiner Visitenkarten donnernd da hinauf. Cb [ie die Adresse erreicht haben, weih ich nicht. — Es ist dunkel, daS Gefecht ist auf der ganzen Linie erloick-en. Ich suche die Quartiere meines Bataillons in Crayant. Da komme ich an einem kleinen Kramladen vorüber. Kein Fenster ist erleuchtet. M gehe hinein, der Hunger regt sich wieder. Hinter dem Ladentiich ist eine Anzahl Gesackst, ich ztehe eins nach dem anberen auf und taste hinein. Da finde ich endlitt) etivaS, das stch anfühlt wie kn stalliniick-er brauner Zucker. Der tut- auch, denke ich, und fülle bie Taschen meine- Paletot-, muß im Stillen wunderns, daß dieser Zucker noch keinen anderen Herrn gefunden hat. Im HinauSgehen stecke ich einen Brocken meiner (eueren Beute in den Mund. Pfui Teufel, es mar Soda oder Kupiervitriol oder fjnft waS ungenießbares. Meine Taschen räume ich gleich wieder au- und finde dann da- enge Quartier des Bataillons, dem Fül-rcr meldend, was wir erreicht hatten und wieder auf geben mußten, mich aber wohl bütenb, einen Vorwurf buvchklingen zu lassen, der wohl, wie ich frohe, auch verfehlt gewesen wäre.
Tie wohlverdiente Nachtruhe blieb mehr oder weniger auS. Jedes Batalllon der Besatzung von Crahant erhielt Belehl, abwechselnd eine Kompagnie gefechtsbereit auf der Straße auf- Lustellen, um jederzeit einer lleberrumpelung unserer Feldwackstn zuvorkommen zu tonnen. Diese flauten dicht vor dem Tors, Die Doppelposten dicht vor stch. Tenn die feindliche Besatzung hatte auch Vorposten von dem ganz nahen Cernay her vorge,ch)ben und die Doppelposten standen dicht sich gegenüber und husteten sich an. SUIm war auf beiden Setten jo vernünftig, während ter
Rächt Ruhe zu halten. Rur wenn die Sterne morgens bleich wurden, ging die Schießerei in der Regel wieder an.
llebngens war es den Franzosen wahrscheinlich während teS Aussetzens ter Feldwachen, die auf beiden Seiten zu allerlei Geränichen führten, gelungen, bie beiten Geschütze in den Wein* bergen zu bespannen unb zurückzuführen. Am anderen Morgen waren sie zu unserer Ueberraschung verschvunten.
So endete der 8. Dezember. Auch ter 9. und 10. Dezember ging noch darüber hin, ehe wir wieder endgültig vorwärts lameru Lieber diese interessanten und schweren Tage demnächst weitere-,
— Ein Nachkomme Gogols. Der junge Schauspieler Gogol-Janowski, ein Verwandter des großen DcchterS Nilvlai W. Gogol, hat vor einigen Tagen feinem Leben ein gewaltsames Ende gemacht. Kur^ vor der im Früh.ahr 1909 erfolgten Enthüllung bed Gogol-Denkmals erschien Gogol- Jnowfli in Moskau unb lenkte die Aufmerksamkeit ber bov- lägen Künstlerlreise auf sich. Der junge Schauspieler, bet erst seit kurzem seine Bühnentätigkeit in der Provinz begonnen unb mit Nahrungssorgen zu kämpfen hatte, würbe durch bie Ausnahme in ben Bestand der Truppe des Kleinen Theaters unvermutet freudig überrascht unb glaubte nun ber Zukunft sorgenlos entgegensetzen zu rönnen. Die Hoffnungen des jungen Mannes wurden indes jäh zerstätt: ihm wurde bedeutet, daß er keine geeignete Kraft für die kaiserliche Buhne sei, deren Tore sich hinter ihm alsbald schlossen. Arg enttäuscht, kehrte er nach der Provinz zurück, wo für ihn wieder ein Leben voller Entbehrungen begann. Diesem Schicksal ging er nun durch seinen freiwilligen Tod aus dem Wege.
— Victor Huao und bie deutschen Klassiker. Eine vergnügliche Anekdote von dem großen Führer ter romai> tischen Dtthterschule in Frankreich, die Turgcm.f, b.richt.t, s ndet sich in ter neuesten Biographie des russiichen Poeten von dem Engländer I. A. T. Lloyd. „Einmal war ich bei Hugo cinge* laden," erzählt Turgenieff. „und wir plauderten über die teutlche Dichtung. Victor Hugo, ber es nicht liebt, wenn jemand anders in seiner Gegenwart spricht, unterbrach mich und entwars mir ein Porträt Goethes. ..Sein bestes Werk," sagte er in olympischem Ton, „ist der Wallenstein". „nEtschuldigen Sie, teurer Meister. ,,Wallenstein ist nicht von Goethe, sondern von Schckler." „Tas tst alles dasselbe: ich habe weder den einen noch den andern gv- lefcn. Aber ich kenne fie viel besser als die, die sie au-wendm gv» lernt haben." Auf diese kategorische Erklärung fand ter Schöpfer von „Väter und Söhne", ber in Deutschland studiert und soviel Verständnis für deutsches Schrifttum hatte, leine Antwort. . .


