fftr. 254 Zweites Blatt
160. Jahrgang
Samstag LV.Oktober 1910
#dd>rtiu RuAnahm« Met S«nnl«DU.
fHt weir|<ett f«®ttkribll!tcr" werden bem ^Änjfiflfc* Biennal wöchentlich beigelegt, bafl „lüeiiMlatt für kB Kreis Kietze," iroeunal MOw-aiich. Die ^LandwirtIchaftUche» Leit» frag«»" tr^djf«ne*4 manailul) jiaeunxL
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhejjen
Kaiananfbrud wnb Derlag bet Dr ü blich«
Uniociuiuii • Drrch» unb 6<tlnbruderet.
R. Lange, »ictzen.
Redaktion, LrvediNon unb t)ruderet: 6d)uL* ftiub< 7. (fciprömon unb Verlag bl. Redak!w««E11L. Lel.-M>r^Anzei-crGietzeu.
g enthalten Wir wollen
ivcrbe, baü itimiald ein SukumnniUuno zwischen Redaktion unb Qnietatniteil bestanden habe. Rechtsanwalt Breberek crfläii lsterzu: Ich habe neulich nur gesagt, dasz ein Angriff in der Frankfurter Zeinmg gegen das Bankhaus Friedberi mar und datz später Inserate aufgeiunnmen wurden. ____ _______
damit mdil sagen, txiB irgend eine bö)e Absicht bei der Frank furier Zenun« Vortag, sondern mir feststellen, dasz auch die Frank.
Vie „Wahrheit- vor Gericht, v.
4 Berlin, 28. Dfi«
Die tFrntifK fünfte Sitzung beginnt wieder mit einem Zwischenfall, da RechtSamvall Brederek auf ein an ihn gerichtetes lelc- qiavml der Frankfurter Zeitung zurückkommt. Die Frank- suner Zeitung erbietet sich, den Chefredakteur ihres LaubelSleils auf eignie Kosten nach Berlin zu entsenden, wo er eidlich bekunden
furier Zritung trotz eures AnarifsS Inserate nal/ur. Demnach ist Herrn Bruhn aber auch kein Bvrwurf zu machen.
Bors.: Ich will auch eine Erklärung abgeben: Mir werden noch immer anonmnc Zuschriften, sogar in die Wolnmng über- faudl, ni welcher mir Zuhörer gute Ratschläge in Bezug aus dir Beweisaufnahme geben. Ich bemerke, datz alles in den Papier- tnb wanden und dre guten Ratschläge kernen Zlverk UqIkil Zweck- mäBioet erscheint eS mir, batz wir morgen einen Sitzung Stag ouviallrn lassen, um nach diesen ereignisreichen Tagen etwas frische Luft zu getrieben. Die Verhandlung soll ctufiucikn in dem brsherigen kl erneu Saal sortgejetzt toerdeir.
Als erster Zeuge ericknim daun Rc sttinrateur Meyer aus der Iägerstrahe bi Berlin, wo er die 9tachttoVale „Berliner Bei miügurigspalast", drc „Bauernschänke" und erne Bor betreibt Der Zeuge halte gebeteii, anger der Reche ücrmniunen «u ivtiixm, damu er ausschlosen koiure. (Lciterkeit.) Bors.: Sic sollar bekunden, datz Brulnr ernmal ein Angebot gemacht wurde., txunu er Artikel gegen Aschinger nicht uiehr bringt. Zeuge Ich verkehne früter Zeit viel in Paulsborn im ti>rumnvulb. Du Öfattbi des Besitzers, Frau Vogel, sagte zu mir, batz i(U ni det „WahrhcU" doch inseriere unb ob üb daher nicht dafür furgeji könne, dah Aschinger nicht i nun er enuälnu werde. Steter kam der yveüe Angeklagte Paul Bruhn zu mir, dem ich die Sach vertrug, fperr Bruhn erklärte aber, nichts tun z u können Dorf.: Wurde Bruhn irgend an Angebot gemacht? Zeuge Rein. W Bruhn: berr Zeuge. S»e sind ja auch Inhaber von NaclNlofalen Laben Sie bet mir etwas brseriert. nx*il Sic sich duich mich bedroht füllten? Zeuge: Gcnoitz iridyt. Bors. Wie konnten Sie daS fesZdellen, Sie inserieren doch in anderen flettimirn? Zeuge: Weil ich eine Zeitlang ausschließlich bi der „Walnhei!" inserierte. Die Ehefrau dcS Zeugen Meyer bestätigt die Untern düng mit dem Angeklagten Paul Baihn unk dah bieier gesagt habe, eS tut mir leid. Frau Meyer, da ist nichts Du machen.
Da folgcjtbe Zarge ist der Wirt der „Hopfenblüthe Unter den Linden, R i e p r i ch. Cr bekundet, daß eines Tages brr D erfror bene Aonrmerzienrat Karl Aschinger, desfar Brubc antisemitistlten Kreisen angehörte, bei i^n erichrcitrn sei und iüt barilba beflogt habe, datz die „Wahrheit" ihn angreife. Dann habe er angebeutet, dah er, der im lebten Jahre l 200 000 Marl Reingewinn gehabt habe, doch in der Lage sein würde, solche Angriffe zu unterdrücken. Dors.: Wollte er etwa mit der An deutung seines Verbalste» sogen, dah es ’lxn nicht btrnrnf turfomme etwas von diesem (Selbe in Sxrrn Dmhns $)<mb ju Zeuge: Ja, er rrrctnic, wenn e- auf gütlichem Wecie nicht gntgr svüie ich ihm etwas anbiefai. Bors.: Bares Qfclb? Zeuge Nein, VareS Geld konnte ich Lerrn Bruhn natürlich nicht an- bieten, dazu fannte ich ihn zu lange. Bors.: Also Inserate? Zeuge Ja, daS fiann ich auch nicht sagen. Deutlicher wurde Herr Aschinger nicht. Ich weigerte mich auch zunächst, weil ick, glaubte, dab Bruhn dafür nicht zu haben sei. Bei einer Unter- rebung mit Bruhn bestätigte sich dann and) meine Annahme. Er sagte, baü seine Angriffe gegen Aschinger lediglich erfolgten, weil er durch seinen (jVroübetrieb die Beinen 6ii[trugen im Gast- wiN-statide ruhriere. Ich sagte darauf: Wie ist cs denn mii Aimoncen- Ich könnte Sie leicht mit Aschinaer in Verbindung brm gen Das wies er aber tat art ab. Er sagte, unter keinen Umständen, daS gmge gegen sein Priiczip. Davon aelx ich nicht ab. Bors.: Er soll sich noch schärfer geäutzert haben. Er soll gesagt haben, wenn Sie nicht ein guter Freund von ihm wären, so würde er Sie sofort hinauswerfen. Zeuge: So älxnlich war es wohl. (Heiterkeit.) Vors.: Laben Sie das nun Aschinger mitgeteilt? Zeuge: Ja. Vors.: Laben Sü mm die Zurückweisung ernst genommen, oder nur als erne gut gespielte Entnlstung des Herrn Bruhn betrachtet? Zeuge: Nem, daS letztere ist ausgeschlossen.
Der riächste Zeuae, Kapellmeister Stern im Cafs Sbed in der Passage, bekundet, dab er eines Tages Streit mit seinem Lhes bekam und datz ihm dieser schlietzlich daS Lokal verbot, so das, er schliefzlich eine Zeitlang an das Cafö Windsor überficbibi mutzte. Dort habe er eine« Nachts dem als Gast anwesenden 6ernt Bruhn sein Leid geklagt und dieser habe daraus in der „Wahrheit" einen ANikel veröffentlicht: „Prügel- und Skandal szene im Cafs Passaae". Im dlnschlutz an das Erscheinen dieses ?lrnkels soll nun Keck durch Mittelspersonen der „Walnhritk Inserate an gebot ni haben, damit die Angriffe gegen ihn ver- ftiuiniiten. £>tn jfli wird der Inserateiiakauisitcur L e u p o l d vernommen, der zu bekunden writz, datz Keck gern 100 0 Mark zollen wollte, datz aber seine MittelspcrsonenvonBruhii hinausgeworfen worden seien.
Es erscheint sodann am Zengentisch Dr. Moser. Vors.: 6u sind im Verein der Rechlsfreuude? Zeuge: Ich bin Justitiar unb Gefchäftsfaiirer. Vors.: Wurden Sie angenriftni? §eu g e: Ich glaube erst nach der Ausgabe von Inseraten, ebrigens waren die Angriffe materiell harmlos. Bors.: Was wurde gerügt ? Zeuge: Ein harmloser Vorgang wurde auf- gebauscht Da» Verhalten ber „Btibrbeit" war aber korrekt. Bors: Wissen Sie, datz an Wilhelm Bruhn l-erangetreten wurde, ferne Artikel mdyr zu bringen, wosür Inierate aufgegeben werben sollten? Zeuge: Davon ivdfo ich nid>t». Richtig ist nur, dctz später Paul Brul/n zu mir kam. Ich hatte an den Angriff nicht mein gedacht. Beim zsociten Besuch siel mir die Sache icdoch wieder ein und ich sagte ui Lerrn Brulm, falls wieder Türgriffe erfolgen sollten, so will ich vorher gern Vlufflännig geben. Vors.: Ist bas geschel^'iig? Zeuge: Jawohl. Der ArtiLl nmrbe nur vorgelegt Ich empfand es symvatlnich, datz neben dem Angriff auch gleich die Erwiderung erschien. Das Verholten der „Wahr- Heu" stoch wohltuend von dem Vorgehen anderer Blatter, besonders des „Vorwärts" ab.
Nächster Beuge ist Stratzenhändler Zillgit, welcher vom 6 t o a t » q ii n> a I t gefragt wird, ob gelegentlich deS Iare-Leit- artikelS Lerr Bruhn in einer Droschke durch t>ic Friebrichstratze gefahren sei unb bie Länbler zu stärkerem Ausrufen ber betreffen» Den Rümmer veranlatzt habe Der Zeuge verneint bie Frage Zillgit wirb bann noch gefragt, ob Brubn ihn oeranlatzt habe, die ..Wahrheit" mit ben Augrisfen gegen Kempinsk, unb Israel vor ben Geschäftsräumen bieser Leute au»»uruf"n. Zeuge: Nein, toir suchen unS bie Stellen, wo wir hanbelu ivoflcn, selber heraus, vors Haben Sie Zettel mitbekommen, ■"! denen die sensationellen llebcrfdtriften besonders Derne ivaren? Senge: Nein R -A Brederek: Laden Sie ouii anderen Zeitungen aber nicht solche Anweisungen unb Zettel bekommen? Beuge;
3 a , vom o ka l a n z e i g e r" unb bet „National
1 e 11 u n g". Bei ber „N a t i o n a l z e i t u n g" würben
mir einmal 3 Mark geboten, wenn ich eine b e - stimmte Sache recht laut ausruse.
N.-A. Breberek: Ich verzichte nunmehr auf die Bei nebmung der übrigen Sttatzenhanbler, bie hierzu geloben sind Angeklagter Bruhn: Nicht bod). Sie haben sich alle baraus gefreut, nun sollen sic auch omunnmen tverben. (Leiterkcit) R -A Breberek: Dann stelle ich auch noch in bas Zeugnis bieser Leute, batz sie z B. von ber B. Z am Mittag beüimnih Anweisungen erhalten habe, geiabe dorthin zu gehen, wo sici irgend ein sensationeller Fall abgespielt hat unb batz bie B Z. uni anbere Berliner Zeitungen, welä-e mit Länblern arbeiten, ihnen sogar bie Ueberschristen besonders bezeichnen, bami,t sie sich aus suchen können, was sie aufiudjen tvvllcn.
Der nächste Zeuge ist der Strabenhänbler Fiedler. Aul die Frage, ob er sich von Bruhn oder anderen Verlegern von Zeitungen und Zeitschrislen Vorschriften machen lasse, wriche Al- titel er ansrusen solle, erwidert der Zeuge in unverfälschtem Berliner Dialekt: I, Iolt bewahre. Det ivürde ick mir von bie Letten jät nid) jefnUen lassen, bet se mir bet sagen. Vors Also bat Sie Lerr Bruhn auch niiht veranlatzt, bestimmte Artikel besonders laut auszurusen. Zeuge: Mir? I ck drille ida- Haupt n i ch
R.-A Breberek beantragt nunmehr bie Vernehmung bty Journalisten Emil S i w o n s o h n, ber befunben würde, bah sich bie Berliner Stratzeuhäiibler überhaupt keine Vorschriften über ben Vertrieb von Zeitungen unö Zeilschnften unb bie Ari unb Wrise, nne sie bieieiben aiizuprelsen pilegen, machen lietzin Der Zeuge bekundet, datz er eine Zeit lang bie Wochen sch rfft „DaS Gericht" herausgcgcbeu habe. Et habe sestgestclll, batz bie Strotzen Händler eine sehr geschickte Organisation besähen unb batz sie täglich in einet Kneipe zusammen kämen, wo ihnen besonbers gcfaKenben Uederichristen bei Journalen herauSgesucht würben unb bann eine VIbftimmung barüber ftnniinbr, welche als all gcmriu aiizulveiidende zu denutzci» sei. Die Ländler hätten aus iruicr ernsten lutistischen Zeitschnst gewrssetrnahen ein Seusations blatt madfen wollim Sie wären auch bazu übergegangen, Lerm Rechtsanwall Dt. «sdxvinbt als Lcrausgebet ailSznrufen indem sie zu ihm, dem Zeugen, fagten, ber Name Schwindt zieh' nirbr al» Ihrer (Sunmilche Leuerkeit) Werin man in bei Firedruystrotze immer zunn Ländler in grringn Entfernung von rinanber sehe, so sei eS nicht Zufall, tvenn sie dieselbe S^che an preisen, sondeni Absicht, denn die Passanten, die den ersten Länblei vielleicht überhören, lassen sich bann vom zweiten anlocken. Natürlich müsse der noch lauter brüllen als bet erste (Leuerkeit) Auf Befragen bes Angeklagten Bruhn bestätigt der Zeuge noch, bnf> weder die organisierten wie die bei SfXditeuren wie Mickisch usw angestellten Stratzenhändler sich vonchreiben lassen, wo ne zu steheit haben unb was fie ausrufen sollen. WaS bie farbigen Ausdrucke aus ben Wvchenfchnffen betreffe, so hat bet Zeuge ebenso wie Bruhn sie seiner Wochenschrift aufgefiebt, weil bie Länblei iagtm, baü sie bann bessere Geschäfte machen. Vors.: Laben denn auch belfere (SMM'te gemacht? Zeuge: Ja. daS mutz ich sagen. Ich wat sehr zufrieden. tErneute Leiterleit.)
Der fiaufmann Buchholz, al» Zeuge vernommen, ehrenamtlich 1 Jahr huidurch daS Organ de» deuifchen Mittelstandsbundes regiert Bors.: Sind Ihnen von einet Seite Ratschläge gegeben worden, z B. datz Sie mehr Sensation machen sollen? Zeuae: So direkt nicht Da» Blatt ivar streng tumo- nal. Wir wollten aber auch in Berlin an Umfang gewinnen und haben es daher ballenweise vertrieben, es gelang aber nicht Da wiltde mir gesagt, wenn Sie an Umsatz gaonrnm wollen müssen Sie mehr Bifante» bringen, wie z. B die „Welt am Montag" und die „B. Z. am Mittag". Ich lehnte eS aber ab. obwohl ich überzeugt bin, datz nur auf diese Weise gröberer Msatz zu erzielen ist. Die Zeitschrift erfcheuu jetzt in Dannover Dorf.: Ist cs gdungai, sic ohne Sensation bvfunnl zu mach,i, ? Zeuge: Ja, nach unb nach. Wir bauen später bessere Or- ganisatüm im Bunde. Vors.: Also ohne etwa» S<msalivii ist nichts zu madiai? Zeuge: Nein, rin nationales Blatt gehi sonst nicht. Das Publikum will es so. Nicht mal imisonst wurden wir die Exemplare los. Da» Publikum iml! iiUeressanterrn Stoss
Der ZeitungSverleger Friedrich Wartemann: Er kennt Bruhn bereits feit 15 Jahren. B or L: hielten Sie sein Blnti nicht and) für ein Sensationsblatt? Zeuge: Das Blatt griff polittsch kräftig zu Vors.: Und im lokalen Teil? Zeuge: Ich fasse es auf, datz die .LDahrhrit" Mitzstände scharf anpackt. Dcn Eindruck eines Revolverblattes habe ich nicht.
Redakteur Mofzkowskivonder „B. Z. a m Mittag' bekundet, daü rin ElpcdUlonSbeamter der „B Z." gelegentlich eines Berichts über einen Vorgang in einem Lotei einen auffallenden Zettel „Serifationeller Selbstmord im Lotcl Mblixn habe drucken lassen. Soivic Verlag und Redaktion das erfuhren, wurden die Zettel »soweit sie an die Ländler bereits verabfolgt waren, von diesen wieder zurückverlangt. Ein Beisitzer! Ader auch die „B. Z." gibt öfter ausfalleiwe Zettel mit ? Zeuge Jawohl. ?lber in obigem Falle wurden die Zettel sofort eiufrrni, als wir in der Redaktion Davon erfuhren. Angekl Bruhn Meines Missens hatte sich daS Lotei Wblon beschwert unb erst Darauf ordnete der Verlag die Rückgabe der Zettel an. Zeuge: Es ist möglich, dotz sich da» Lotei telephonisch beschwert hat
Der nächste Zeuge ist Redakteur Kammer, Gesck-ästsfühm brr Staatsbürger-Zeitung. Er bestätigt, batz bte „Wahibcit" ftrt» nationalen Charakter trug. Der Zeuge hält bad Blatt nickst für ein Revolverblatt. Dorf.: Ist über Bruhns Geschäftsführung irgmb etwa« Ungünstige» bekannt geworben? Zeuge: Rein, auch nach Durchsicht bei Bücher nicht.
„(Laföher" Polbt, ber hieraus vernommen wirb, ist Präsident bf» Casätierburibe» Der Beugt erklärt: Nach Erscheinen ber bekannten Artikel über bie CofvS in ber „Grotzen Glocke' unb in bet „Wahrheit" mürbe gelegentlich einer Cafstierve» sarnmlung bavon gesprochen, ob e» sich empfehlen bürste, auS bicsem Ansatz in ben beiben Blättern zu inserieren. Der Zeuge hat seiner Änsickst bahin Ausbiuck gegeben, datz jeber Niachrm solle, waS er wolle StaatSanwalt: Lot Berkotvitz nicht gesagt: Der einzige Sdzutz sinb Inserate? Beuge: Das roeiü ich nicht mehr R.-A. Breberek: Schieb Bertonnb frei* willig au» bem Bunb ber Lasstiers? Zeuge: Er ging nicht, er „wurde gegangen". (SxiierteiL)
M -A. Brederek telt mit, datz er leider noch einige Zeugen zum allgemeinen Teil Vorschlägen müsse, ferner will der geklagte auch die Zeugen auS der Voruntersuchung vernommen wissen, die bekunden sollen, datz er Summen zurückgennescn hat. die ihm angeboten wurden, darunter Fabrikbesitzer Ball und Frau Meyer geb MilcwSka. Der letzteren gegenüber soll tt lebe Bo lobituna ober Besckfaffung von Crben abgelebnt haben, alle anderen sollen Orden bekommen haben Der StaatSanwait ist gegen bie Labung dieser Personen Wie ein Dieb sich nicht aus irgenb einen ihm garnicht zur Last gelegten Einbruch berufen könne, so wolle es gar nicht» besagen, wenn Fälle feststehen, in bnim Lerr Bmlyn kein Geld genommen hat
DaS Gcrickst beschiietzt nach kurzer Beratung, die Frau Milen>ska und den Fabrikanten Ball auS der Bot»barner Strotze in zu laden Darauf wurde die WeiterverhanbUin^ auf Rümiag früh vertagt
21 u* 5>iaO< unO Land.
Gietzen, 29. Oktober 1910.
(?) Man toi II sparen. ES wirb unS geschrieben, daß bie Etsenbal)nbehörde in Ertpägungen barüber ein^ getreten ist, auf der Station Gietzen am Personal beim Fahrlartenverfauf zu sparen. Bis seht hat trotz des recht ebhasten Verkehrs, der an den hiesigen Fahrkartenschaltern !)errscht, die Abfertigung des Publikums noch nie zu Klagen Veranlassung gegeben und es mutz anerkannt werden, daß .s zu Zeilen eines regen Reiseverkehrs und an Sonntagen Der vollen Aufmerksamkeit und der ganzen Arbeitskraft Der Schalterbcamten bedarf, den Verkehr zur Zufriedenheit Der Reisenden zu bewältigen. Jede Matznahme, an diefer Stelle tze» Eisenbahndiensles eine Ersparnis auf Kosten Der schnellen Abfertigung des Reiseverkehrs herbeizuführen, ivürde sich sicher unangenehm fühlbar machen.
*• H un|t oerein. Die feil Sonntag wieder geöffnete Gemälde-Ausstellung im Turmhaus am Brand wurde in dieser Woche schon sehr gut besucht. Die Bilder von *H. Kinser-München, 91. Schöner-Berlm unb bie Kollektion »er Düsseldorfer Künstler sanden allgemeines Interesse. Verknust wurde daS Bild wflßolbinnerc6* von P. Dranbenburg- Düsfelborf; eS geht in hiesigen Privatbesitz über. Da für sie nächsten AuSilellungen zahlreiche 9lnmelbungen vorliegen, kann bie gegenwärtige 9lu»(lfQung zum Teil nur noch bt8 nächsten DonnerSiaq hier bleiben. Da am Freitag eine Kollektion beS Mannten verstorbenen Meisters Professor Baul Maner-Maii z zur AuSfiellunq gelangt, sei baher ein balbiger Besuch der jetzigen 9luSNellung empfohlen. Geöffnet ift fie an Sonntagen von 11 bi» 3 Uhr mittag» unb an lÜerktogen, mit Ausnahme SamStagS, von 11 bi» 1 unb Mittwochs auch noch nachinittagS von 3 bis 5 Uhr.
•• Konzert. Wir machen bie Bcsucher deS Konzertes wch e'ninal darauf aufmerlsam, daß ber Beginn beS Konzertes auf 44/4 Uhr angesetzt werben mutzte mit Rück- i(t)i aus die Abenbvorslellung beS Slabttheater» unb bitten um pünktliche- Erscheinen. Die Hauptprobe finbet 11 Uhr m Stabttheater statt. Tie Konzertkarten können, soweit sie nicht abqehott sind, noch nachträglich bet Herrn Ernst Lhallier m Empfang genommen werden.
** Silberne Hochzeit feiern morgen (Sonntag) Schriftsetzer Otto Ettel unb Frau Lina, geb. L ö b e r.
•* Der Turnverein hielt am Donnerstag abenu in seinem VercrnSlokal „Zum Gambrinus" feine Haupt- versammluna ab. Der 1. Sprecher Redakteur Hetz gedachte zunächst der im letzten VercnnSiahr gestorbenen Mitglieder, Kaufmann Karl Iegust, Sd)uhmachermct.ster Christ. Zest unb Tapezierermeister August Schmidt, zu deren Ge- DächtntS man sich von den Sitzen erhob. Der vom Bor* fitzenden erstattete IahreSbencltt berührte an erster Stells Die fortschrcueiide Enttmckclung von KreiS unb Gau unb Die Beteiligung bes Verein» an den Beranftaltungcn betber üörperschasten: KrerS- unb Gauturnlag, Vortumerstunden, Spictzfeier in Lauterbach usw. Der Verein war ferner vertreten bei der 2üjährigen Jubelfeier des MännerturnvereinS, Der 5Ojähngen des Turnvereins Bab-Nauheim unb ber 3-ahn en weihe des Turnvereins Treis a. b. Lda Der Mrd- Q(iebciftüiib hat fick erwas gehoben unb beträgt nunmehr Ä7, darunter 15 Egrennittgueder. Besonders erfreulich ift Die Zutiahme der Zöglinae von 78 auf 104 unb ber turnen* Den Damen von 18 auf 28. Das turnerische Leben war rerf)t rege unb die auf Turnfesten (Gau turn fahrt, Qfautum* fest, KreiSturnfcst, Feldbergfest unb Sprchererbergfest) erzielten Erfolge so zahlreich unb hervvrragenb, nne seit langen Jahren md)t U. a. errang Turner Hch. Noll ben EhrenpretS auf bem Felbbergfest unb ben 1. Preis auf bem Spiä-ererberg, Turner Ludw. Bepler ben 1. Preis auf dem Kreisturmsest. Weiter erwähnte ber Bericht der Fecht- ciege, deS neu euigeführten 6d)üler- und des Mililärrurnens, des SängerckwrS unb ber burchweg sehr aut besuchten und schön verlaufenen Veranstaltungen innerhalb des Vereins. Der Turnplatzbesuch war nach dem von Turnwart Kaufmann Heuser erstatteten Tunibericht mit nahezu 7000 Besuchen besser wie ün Vorfahr. An 92 Riegen tun taben den turnten 4732 Turner (durchschnittlich 51) und an 47 Kür* eurnabenden 1387 (29) Turner, wahretid die Damenrrege an 44 Abenden mit 720 (17) Turnerinnen übte. Bortumer* stunden wurden innerhalb des Vereins 11 und Turnsahrten drei abgehalten. Die Reck-nung für 1908/09 wurde von ben Rechnungsprüfern richtig befunden und dein Rechner, 6efre* tariatSasristent Sri e, unter lebhaftem DankeoauSdruck Entlastung erteilt Die Rechnung für 1909/10 schließ bei 11 256.10 Mk. Einnahme und 10 930.05 Mk. Ausgabe mit 326 Mk. Kassenvonat ab. Dcis Vereinsvermögen beträgt nach Abziig der Sclfuldeu 55 757 Mk Die hälftige Er* Neuerung des Vorstandes ergab Wiedenvahl bes 1. Sprecl-crS Redakteur Hetz, sowie der Schriftführer Kaufmann Jung und Kaufmann Wahl Neugenüihlt wurden als Sriiriftführer zbreiöanitSgehilfe Sd»upp, als 2. Turn wart Kaufmann Witteiibecher, als Bcugnxirt Schuhmacher Erb, als Turn- älteste Kaufmann Treuke und Kaufmann Hengst, al» Beisitzer Babnbeamtcr lü)oS. ES verbleiben ün Vorstand ber 2. Sprecher Kaufmann Althoff, 1. Turnwart Kaufmann Heuser, Reckmer SekretariatSasfrstent Erle, Gegenschreiber Lackiererin oi st er Bellos, Turällester Schneidermeül. Hetz jun. und Beisitzer Sdch)sser W 9ü)lt Den auSscheidenden Bor- ftnnbdmitglifbcrn Architett 9d)ll, Sch uh in ache rm eis ter Weit^ mann, Universüätötumlehrer Will, Kauffnann Vaubel und Bauaufseher Philippi wurde herzlicher Dank für ihre Tätigkeit ausgesprochen Nachdem bet Vorstand noch beauftragt iporden war, ber Frage der Uebernahme des Gauturnfeste>s für 1912 (50jährige Jubelfeier des Gaues) naher zu treten, fchlotz die Versammlung mit einem Gut Heil auf bad fernere Blühen unb Gebe hen deü Turnvercui»
Landkreis Giehen.
X Reiskirchen, 28. Oft. Diese Woche hat hier bie Wander haushalt unglschule einen Kursus begonnen. 5ie wirb recht steitzm von jungen Mädchen unb Frauen be- >»'cht. — Die Quellsastung zu unserer W o sf erle i t i, n g geht ihrer Vollenbung entgegen, mit bem vorhanbrnen Wasser ist


