LsMche Aengstlichkeit.
Tie österreichischen Panzerschiffe geben den Engländern noch immer zu denken. Gestern mußte die Regierung tm Unterhause Mieder Aufklärung darüber geben. Auch aus Aegypten sind beunruhigende Nachrichten gekommen:
London, 27. Aprck. Im Unterhaus erwiderte auf die von dem Unionisten Burgogne an den ersten Lord der Admiralität gerichtete Anfrage, ob er etwas wisse über eine Vereinbarung zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn betreffend die Uebernahme von vier großen, im Bau befindlichen bezw. projektierten Panzersästffen seitens Deutschlands, falls die öster- reichisch-iingarische Regierung auf Schwierigkeiten bet der Bewilligung der nötigen Gelder stoßen sollte, Mc Kenn«, daß er amtlich keine Kenntnis von etwas Derartigem habe. Eine weitere Frage, ob einer der projektierten österreichisch-ungarischen Dreadnoughts bereits auf Stapel gelegt worden sei, beantwortete Me Kenna im gleichen Sinne.
Auf weitere Anfragen gab Mc Kenna die Erklärung ab: In Angelegenheiten, die fremde Regierungen betreffen, gebe ich dem Hause nur Informationen, die ich von fremden Regierungen erhalte, lieber das, was unsere Attaches der Admiralität berichten, bin ich
in der Lage, irgend etwas bekannt zu geben.
Fell (Unionist) fragte sodann, ob Sir Edward Grey Gerüchte beunruhigender Natur aus Aegypten erhalten habe, nach) welchen der englische Einfluß in schnellem Schwinden begriffen sei und an vielen Orten englische Bewohner nicht ausgehen könnten, ohne Gefahr zu laufen, beleidigt zu werden.
Unterstaatssekietär Mc Kinnon Wood erwiderte, daß die letzten, über die Sage in Aegypten eingelaufenen Berichte, die sich insbesondere auf die Ermordung des Ministerpräsidenten Butros Pascha bezogen, nich t so zufriedenstellend lauteten, wie es zu wünschen wäre; von Beleidigungen in Aegypten ansässiger Engländer sei ihm jedoch nichts bekannt.
Im weiteren Verlaufe der Sitzung wurde das Finanz- gesetz mit 324 Stimmen gegen 231 Stimmen angenommen. Das Finanzgesetz wurde sodann im Oberhause eingebracht.
Die französische Artillerie in den vierjährigen herbftmanövern.
O Paris, 27. April.
liebet die Rolle der Artillerie bei den diesjährigen Herbstmanövern schreibt Oberst Hericourt d'Adam in der „Petite Republigue":
„Das Finanzgesetz hat bekanntlich die erforderlichen Mittel ausgeworftn, um unter Verhältnissen, die denen der Mobilmachung möglichst nahekämen, zwei Batterien der 75 Mm.-Schnellfeuergeschütze und eine Munitions-Sektion auf Kriegsfuß zu stellen. Mer so interessant dieses Experiment für die Militärs auch sein mag, so hat es doch weitaus nicht die Wichtigkeit, die die große Zahl der bei den Manövern in Aktion tretenden Geschütze an sich haben wird. Denn zum ersten Male wird die neue Organisation der Artillerie sich in ihrer Wirksamkeit zeigen. Fedes Armeekorps wird über 30 Batterien verfügen, statt 'bisher 18, und das Operieren mit ihnen ist keine Kleinigkeit. Man darf mit Recht gespannt darauf fein, ob so viele Feuerschlünde sich richtig postieren lassen und ob sie, wenn sie einmal in Position sind, der Infanterie den Raum lassen werden, den diese notwendig hat. Das sind Probleme allgemeiner Taktik, bereu Lösung keinen Mann vom militärischen Berufe gleichgültig lassen kann. Manche unter diesen, darunter auch meine Person, erachten, daß die arme Infanterie bei diesen Bewegungen in den Hintergrund gedrängt und bei ihren Bewegungen sehr gestört werden wird. Man wird ja sehen."
Aus Heften.
Die Ersatzwahl in Friedberg-Büdingen. Wie die „Darmst. Ztg." erfährt, ist der Tag der Ersatzwahl im 2. hessischen Reichstagswahlkreise Friedberg-Büdingen auf Dienstag den 14. Juni 1910 f eftgesetzt worden. Tie Wählerlisten werden vom 17. bis einschließlich 24. Mai offengelegt werden. ___________________________
Deutsches Reicb.
Nach der „Täglichen Rundschau" soll der Untergang d es „3 II" int Reichstag zu eingehender Behandlung gebrach t werden.
Aus Schloß Ur bitte meldet man: Mittwoch nachmittag unternahm das Kaiserpaar mit der Prinzessin und Gefolge eine Ausfahrt in Automobilen. Generalleutnant F r h r. b. Lyncker, Inspekteur der Vcrkehrstruppen, Major Groß, Kommandeur des Lustschifferbataillons und Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Her gesell sind hier eingetrofsen.
Aus Bremen wird berichtet, daß die Arbeitgeber im B a u - gern erbe beschlossen, mit 118 Stimmen gegen 91 Stimmen, von einer Aussperrung abzusehen.
Ausland.
In der belgischen Kammer stand am Mittwoch ein Aittrag der Sozialisten auf Einführung des allgemeinen und gleichen Wahlrechtes als Ersatz des Pluralwahlsystems zur Beratung. Tas Plenum beschloß mit 72 gegen 58 Stimmen, über den Antrag nickt zu beraten.
Aus Paris wird gemeldet: Minister Pichon gab zu Ehren von Roosevelt ein Diner, zu dem unter anderen Ministerpräsident Briand, sowie Loubet, Bourgeois, Clemeneeau, Ribot und Deleassö geladen waren.
Nach einer von den Pariser Blättern mit Vorbehalt veröffentlichten Meldung aus A m o y hätten die französischen Behörden im Norden von Anam eine weitverzweigte Verschwörung entdeckt. Sendtinge des nach China geflüchteten anamitischen Prinzen Kuong-de sollten einen allgemeinen Ausstand anstiften, um nach Niedermetzelung oder Austreibung der Franzosen diesen Prätendenten auf den Thron zu setzen. Durch einen wohl organisierten Schmuggel sei es gelungen, zahlreiche Anhänger von Kuong-de mit Waffen aus- zurüsten.
Aus M a r s e e i l l e wird im Zusammenhang mit dem Ausstand der eingeschriebenen Seeleute berichtet, daß die Werkstätten der Gesellschaft der Mittelmeer-Eisenwerke und -Werften am 31. Dezember geschlossen werden sollen. Der gesamte Betrieb soll in Laseyne konzentriert werden, wo die Gesellschaft bereits große Baustätten besitzt. Wie weiter aus Marseille berichtet wird, hat das Syndikat der eingeschriebenen Seeleute dem Präfekten ein Schriftstück überreicht, in dem die Forderungen der eingeschriebenen Seeleute für eine Wiederaufnahme der Arbeit bekannt gegeben werden. Danach soll die Frage der Beschäftigung von Schwarzen auf solchen Schissen, die nicht nach Ostasien verkehren, ein für allemal von rechtswegen geregelt werden, ferner soll das Streikrecht der eingeschriebenen Seeleute bestehen bleiben und diesen die Medereinstellung an Bord der von ihnen verlassenen Schiffe zugesichert werden. Der „Eclair" behauptet, man unterhandle gegenwärtig mit dem Syndikat der Seeleute, um sie zur Zurückziehung der sozialistischen Kammerkandidatur zu bewegen und dadurch die Wiederwahl des in die Stichwahl gelangten Kammerpräsidenten Brisson zu ermöglichen.
Die Seeleute hätten zur Bedingung gemacht, daß die Regierung die von dem Unterstaatssekretär Cheron während des Streiks beobachtete Haltung offen mißbillige.
Aus Saloniki wird gemeldet: Der Engpaß von K a t s ch a n i k befindet sich noch in den Händen der Rebellen, die Verstärkungen erhalten haben. Die Arnauten gestatten nur den gewöhnlichen Bahnpost- und Passagierverkehr. Der Anmarsch von Torgut Pascha scheint sich zu verzögern. Angesichts der schwachen Garnison in Ipek geht ein Teil der Einwohnerschaft dieser Stadt zu den Rebellen über. Tie Kämpfe in der Umgebung von Ipek dauern fort.
Kurfus für Mchliche ttunst und Denkmalpflege am Prediger-Seminar in Zriedberg.
Von fachmännischer Seite wird uns geschrieben:
Wie im vergangenen Jahr wird auch in diesem Sommer ein Kursus für kirchliche Kunst und Denkmalpflege am Predigerseminar in Friedberg gehalten werden. Es handelt sich dabei nicht sowohl um eine Einführung in die Kunstgeschichte, als vielmehr um eine Erörterung der praktischen Fragen, die an jeden Geistlichen einmal herantreten. Was hat er zu tun, um das Kirchengebäude mit seinem ganzen Schmuck und allem, was es birgt, gut imstand zu erhalten? Welche Gesichtspunkte sind bei einer etwaigen Veränderung zu beachten, z. B. bei einem Neuanstrich, bei der Anlage einer Heizung, bei einer Vergrößerung der Orgel, beim Einsetzen neuer Fenster, ober gar bei einem Umbau, bei einer Erweiterung, einem Neubau der ganzen Kirche? Welche Eigenschaften muß ein wirklich gutes kirchliches Gerät haben, woraus ist bei Neubeschaffungen zu sehen?
Es versteht sich von selbst, daß die richtige Antwort auf alle diese Fragen geschichtliches Verständnis voraussetzt. Nur wer die Gegenwart als geschichtlich bedingt begreift, wird auch das Wesentliche und Wertvolle im heutigen 3uftanb richtig zu erkennen vermögen. Er wird dann ganz von selbst an die Behandlung jener Fragen mit der Eigenschaft gerüstet herantreten, die wir heute in erster Linie fordern, mit der richtigen Pietät. Ein Geistlicher, der so in das Verständnis der Schätze, die ihm anvertraut sind, tiefer eingedrungen ist, wird notwendig zum Freund, ja zum Vorkämpfer einer gesunden Denkmalpflege werden, wie wir sie in Hessen anstreben. Und er wird bieien seinen Standpunkt schließlich auch in nichtkirchlichen Fragen auf dem Dorf wie in der Stadt zu vertreten wissen zum Segen einer pietätvollen Pflege alles dessen, was echt und bodenwüchsig, was sinn- und gehaltvoll, schön und würdig ist.
Der Kursus für kirchliche Kunst und Denkmalpflege wird in diesem Sommer von dem Denkmalpfleger für Oberhessen, also gewiß von einem guten Kenner des Gebiets und der einschlägigen Fragen auf unserem Boden gehalten werden. Dank dem verständnisvollen Entgegenkommen des Oberkonsistoriums und der Direktion des Friedberger Seminars wird er später die Teilnehmer an mehreren Nachmittagen oder auch ganzen Tagen hinausführen, damit sie sich an besonders geeigneten Beispielen überzeugen mögen, wie die verschiedenen Aufgaben, die die Gegenwart stellt, gelöst werden können, und wie sie nicht zu lösen sind. Auch Pfarrer, die schon im Amte sind, sind als Hospitanten bei dem Kurse zugelassen und willkommen; auch andere Gäste können mit Genehmigung der Seminardirektion zugelassen werden. Es ist zu hoffen, daß auf dem eingeschlagenen Wege unserer Denkmalpflege neue Freunde gewonnen werden, so daß allmählich auch die letzten Bedenken und Vorurteile, die hier und da noch bestehen mögen, schwinden. Denn, das lassen wir uns nicht nehmen: Die Denkmalpflege, richtig verstanden, ist eine so notwendige und gute Sache, daß ihr keiner entgegen sein kann, der es mit unserer Heimat gut meint, und ganz gewiß keiner, der zum Erzieher des Volkes berufen ist.
Ans Stadt und Land.
Gießen, 28. April 1910.
Fahrplanänderungen ab 1. Mai.
Bei dein vom 1. Mai ab gültigen Fahrplan treten für die hiesige Station folgende fMenbetimgen ein:
Richtung Frankfurt a. M. 1. Ter seitherige Pers.-Zug Nr. 806, der hier täglich früh 4£2 abging, verkehrt vorn 1. Mai ab nur Sonn- und Feiertags, sowie am 5., 16. Mai und 26. Dezember 1910, 14. und 17. April 1911 von Gießen bis Friedberg, von dort aus jedoch täglich bis Frankfurt a. M. An Stelle dieses Zuges ist ein neuer Zug Nr. 804 eingelegt, der nur Werktags und am 16. November 1910 zwischen hier und Frank'urt a. M. verkehrt. Abfahrt 4^ früh. 2. D 44, der seither früh 5££ abfuhr, fährt ab 1. Mai bereits 45», also 2 Minuten früher. 3. D 180, der seither 55» absuhr, fährt zukiinftig 6°3 früh. Ferner fährt D 46 nachm. statt 555 bereits 55« ab.
Richtung Köln. Personenzug 637, der seither 10w fuhr, fährt zukünftig 10°° ab, wartet jedoch in Wetzlar auf den Anschluß von Eilzug 71 aus Richtung Frankfurt a. M.
Richtung Koblenz. D 126 (Schnellzug Koblenz—Metz), der seither früh 5^ abfuhr, fährt ab 1. Mai erst 608, Personenzug 408 fährt erst 10’°, anstatt wie früher lOoo.
Die Abfahrtzeiteu für die Züge nach Kassel, Fulda, Gelu- hachen, sowie Lollar—Londorf—Grunberg haben sich nicht geändert.
Bemerkt sei noch, daß die Fahrplanperiode vom 1. Mai 1910 bis 30. April 1911 läuft und nicht mehr wie seither im Oktober ein neuer Fahrplan erscheint.
*
• * In Audienz empfangen wurden vom Gro ß - Herzog gestern u. a. Oberst v. Müller, Kommandeur de§ Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm (2. Hess.) Nr. 116, der Oberstleutnant Heuer und der Major v. Soden st ern, Bataillonskommandeur in demselben Regiment, sowie der Leutnant Müller-Hempfing von demselben Regiment.
’• Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem Geh. Oberregierungsrat und vortr. Rat im Reichsamt des Innern, Dr. Gallenkamp in Berlin, das Komturkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.
• • Lehramtspersonalien. Bestätigt wurde der von dem Grafen v. Schlitz, genannt v. Görtz, auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hemmen präsentierte Schulaints- aspirant Karl Fischer aus Bernshausen. — Uebertcagen wurde dem Lehrer Wilh. Kranz zu Appenheim eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Heusenstamm. — In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an der Gemeindeschule zu Muschenheim Anton Rabenau auf sein Nachsuchen, die Lehrerin an der kath. Schule zu Bensheim Klara Fertig auf ihr Nachsuchen bis zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit.
'"Die Prüfung für das mittlere Finanzfach in Hessen hat mit Anfang dieser Woche begonnen. Der schriftlichen Prüfung, die bis zum 6. Mai dauert, haben sich 19 Aspiranten unterzogen.
• • Hessens Le hrersrauen haben zu Ehren des im Herbst verstorbenen ehemaligen ObmanneS des hessischen Landes-Lehrervereins, deSOberlehrers Karl Backes, Darmstadt, über 1000 Mark gesammelt, welcher Betrag dem hessischen Lehrer heim im Vogelsberg unter dem Namen »Lehrerfrauendank an Vater Backes" als Stiftung überwiesen werden soll.
** Vom Biograph wird uns geschrieben: Das neue Programm des Biograph, das gestern zum ersten Male: vorgeführt wurde, wurde mit Recht mit außergewöhnlichem Beifall auf genommen. Des Schönen und Interessanten ivird in dem Programm so viel geboten, daß nur bat Detektiv-Drama „Der Fall Livingstone" die übrigen
Nummern übertreffen kann, wegen seiner besonders eigenartigen, echt amerikanischen Handlung und Darstellung.
ch Lich, 28. April. Heute abend findet im fürstlichen Schlosse anläßlich der bevorstehenden Hochzeit der Prinzessin Dorothea eine Abschieds-Soiree statt, wie sie auch gelegentlich der Vermählung unserer Großherzogin abgehalten wurde. ES sind gegen 100 Einladungen dazu ergangen.
ch. Langd, 27. April. .Hier ist man mit dem Bau einer Wasserleitung beschäftigt. Sie war veranschlagt zu 45 000 Mk., vergeben wurde sie zum Preise von 37 000 Mk. an die Firma Höcks in Wetzlar. Die Quellen liegen am sogenannten Birken berg. Der Wasserbehälter wird am Ortsausgang nach Villingen zu erbaut. Es ist doppelt soviel Wasser vorhanden als zur Versorgung unseres Dorfes benötigt wird. Die Leitung soll bis Pfingsten fertiggestellt sein.
h. (steinl)eim, 27. April. Hier plante man den Bau eines neuen Schulhauses. Da die Platzfrage noch nicht geregelt ist, will man bis nach Fertigstellung der Feldbereinrgung warten. Die Jnheider Wasserleitung führt durch eine der hiesigen Ortsstraßen, trotzdem will sich die Gemeinde nicht an das Werk anschließen und nad) Fertigstellung der Feldbereinigung ein eigenes Werk bauen. Bei dem Bau einer eigenen Wasserleitung hofft man, die entstandenen Kosten mit der Zeit abtragen zu können, während beim Anschluß an das Gruppen-Wasserwerk, so lange Wasser bezogen wird, auch die festgesetzte Summe entrichtet werden muß.
L. Friedberg, 27. April. Das Lehrerseminar beabsichtigt, auf längere Zeit einen Garten zu mieten und Ihn für feinen Obstbau und botanischen Unterricht zu verwerten, da in dem seitherigen Garten gegenüber dem Schloßplatze ein größerer Singsaal baldigst errichtet werden soll. — Die hiesige M i l i t ä r m u s i t - schule macht zurzeit eine 14 tägige Uebungsreise durch Oberhessen und veranstaltet an verschiedenen Orten Konzerte, die durchweg gut besucht werden.
— Gro ß-S teinpeim, 27. April. Sic gemeinnützige Baugenossenschaft hat bisher 21 Häuser mit 42 Wohnungen für etwa 145 000 Mark errichtet, die von zirka 170 dem Arbeiter-, stände zuzuzählenden Personen bewohnt sind. In 1910 sollen, um dem gegenwärtigen Mangel an Wohnungen zu steuern, wieder einige Häuser erbaut iverden, wobei bei Vergebung der Arbetten, in erster Linie einheimische Geschäftsleute berücksichtigt werden. Mit Baugelände iift die Genossenschaft noch für mehrere Jahre versorgt. Sie ist in ihrer Tätig leit durch die Gemeinde in einsichtsvoller Weise durch Bürgschaftsübernahme für Darlehen unterstützt worden.
b. Reichelsheim i. d. W., 27 April. Ein hochinteressanter Fund wurde dieser Tage von dem Landwirt Wilhelm Horak I. und feinem Sohne Karl Horak von hier gemacht. Bei der Neuanlage eines Trainagcgrabens in ihrem Garten stieße?: sie auf ein Brandgrab aus der Bronzezeit, das etwa 4000 Jahre alt ist. In dem Grab befand sich eine große 80—90 Zentimeter hohe Urne mit Deckel, der eine selten gesehene Form aufwies und in der sich 4 kleinere Urnen ohne Deckel befanden. Bon letzteren waren zwei gut erhalten. Daneben lag ein etwa 30 Zentimeter langes, guterhaltenes Bronzemcfser. In den kleinen Urnen befanden sich noch. Aschen und Knochenüberreste aus jener Zeit. Der Fund würde durch Professor .Helmke aus Friedberg eingesehen und dem dortigen Museum überwiesen.
s. Darrn stad t, 27. April. Ein wertvoller Polizeihund erschossen wurde gestern nachmittag durch eine bis jetzt noch nicht festgestellte Person. Der Gendarmeriewachtmeister Reeg-Eberstadt patroullierte durch den Eberstädter Wald. Plötzlich sprang eine zweifelhaft aussehende Person hinter den Bäumen auf und suchte zu ver- schwinden. Als auf Anrufen der Fremde nicht hörte, ließ der Gendarm feinen Polizeihund gegen den Fremden los, als plötzlich eine Schuß fiel unb der Hund tot zu Boden sank. Der Schütze war verschwunden. In der Nähe des gleichen Platzes wurde am Samstag der Jagdhund eines Offiziers durch einen Schuß schwer verletzt.
cL Mainz, 28. April. In der gestrigen geheimen Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung wurde nach zweistündiger Beratung mit allen gegen drei Stimmen beschlossen, die Weiterarbeit beim Theater-Umbau in städtischer Regie auszuführen. Mit den Arbeiten soll heute schon begonnen werden. Die Bauarbeiter werden zu den seitherigen Lohn- und Arbeitsbedingungen angenommen. Von einem Stadtverordneten wurde angeregt, auch den SchulhauS-Neubau in Kastel in städtische Regie zu übernehmen; daS wurde aber allgemein bekämpft und erklärt, daß ruhig abgewartet werden könne, bis der Kampf im Baugewerbe beendigt sei.
Nieder-Jngelheim, 26. April. Ein schweres Automobilunglück ereignete sich heute morgen auf der Staatsstraße Nieder-Jngelheim Gau-Algesheim. Das mit drei Aerzten besetzte Llutomobil des praltischen Arztes Dr. M ar x - Nieder-Jngelheim wollte einem Fuhrwerk aus-, weichen und geriet infolge falscher Steuerung auf den Fußsteig. Dabei erfaßte es eine Dame und schleuderte sie in den Straßengraben. Tie Frau wurde lebensgefährlich verletzt, ebenso die Insassen des Automobils, die herausgeschleudert wurden.
ch. Rod heim b. Hungen, 27. April. Die hiesige Pfarrei, zu der auch die Dörfer Steinheim und Rabertshausen gehören, ist zurzeit nicht besetzt. Der neu ernannte Pfarrer Schloss er aus Darmstadt, ein Sohn des Kirchenrats D. Schlosser in Gießen, tritt sein Amt in 14 Tagen an.
w. Frankfurt a. M., 27. April. Gestern mittag stieß in der Mainzer Landstraße, Ecke Hohenzollernstraße, ein Automobil mit einem Straßenbahnwagen zusammen. Die Insassen des Automobils erlitten leichte Verletzungen. — Die Metallarbeiter der Felten- Guilleaume-Lahmeyer-Werke sind, etwa 2700 an der Zahl, heute abend in den Ausstand getreten, nachdem sich die Einigungsverhandlungen zerschlagen haben.
— Frankfurt a. M., 27. April. Tie vom 5. bis 8. Mar auf dem städtischen Schlacht- und Viehhofc stattfindcnde S ck 1 a ck t - und Ma st Viehausstellung wird aus allen Teilen des« Reiches gut beschickt fein. Der Kaiser hat für die Ausstellung" eine silberne Medaille gestiftet und auch der Landwirtschaft^- minifter hat mehrere Preise gestiftet. An allen Ausstellungstagen finden Militärkonzerte statt: Donnerstag, 5., und Sonntag 8. Mai, Doppelkonzort der 81er und des Magdeburgiscken Dragoner-Regiments Nr. 6. Ferner wird am 8. Mai ein ganzer Ochse nach Münchener Art am Spieß gebraten. Es sei nock besonders darauf hingewiesen, daß den Besuchern der Ausstellung- auch die kostenfreie Besichtigung der gesamten Schlackt- unb Viehhofanlagen gestattet ist.
(.) König i. Odenwald, 2. April Der "Neubau des, Fafnirbrunnens ist soweit fertiggestellt. Die B a b e - räume, die am 1. Mai eröffnet werden, dienen zur Verabbabung von kohlensauren Stahlbädern, Heißluft- unb Darnpskastenbädern, sowie Sitz- und Si.tzbrausebädern. Dft Badeanlage würde durch die Firma S ch a f f ft a cb t in
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Veilburg, 2/. tenmn „Z. 2"jW derart fort, daß man Ballons vollstandrg z und die Bäume am 21 wieder freigelegt, arbeiten dürften ms
Paris, 27. Av Me des Miminte- vormittags in St. C klubs nieder, «ch Acuctroebt, den Ball Luftschisfern glücklich
London, 27. 2 White stiegen heute gestifteten Preis von nach Manchester zu e London um 5 2-
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bilbes von London ai H Uhr 27 Miu. und ; höhe von laufend Fuß. Ävrthamvton.
London, 27. K von 120 Meilen bei Here in Lichfield nieben hampton nach einen don-Manchesler, der 1! zurückgelegt sein und । gestattet.
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