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Die heutige Nummer umfahi 10 Seiten.
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Folgewirkungen des Morphiums erliegen.
— KurzeNachrichtenausKun st u. Wissenschaft. In der Zeit vom 16. bis 19. Mai (Piingstwoche) findet in Weimar der 10. deuIsche Freistudententag statt. — Ter Geheime Mebizinalrat Proi Dr. med. Arnold Heller in Kiel begeht am 1. Mar seinen 70. Geburtstag. — Preiessor Franz von Deiregger der bekannte Maler vollendet am 30. April sein 75. Lebenswahr. — Die Germanic Musum Association zu Boston gab gestern zu Ehren des deutschen Botschafters, Gras von Bernstorfs, einen Empfang, wobei aiich der Rektor der Harvard-Universität, Lowell, aniveseud war. Bei dieser Gelegenheit wurde auch der Platz für Vas geolante neue germanische Museum besichtigt. — Baron von Rothschild hat nach einer Meldung aus Wien zur Erinnerung an seinen Sohn hunderttausend Kronen für hervorragende astronomische Arbeiten gestiftet.
ter Oats und schmack- oin Paket an- odukte.
□etreides und die 'gen für die un- Quaker Oats.
— Wie Balzac in einemTageeinDramaschrieb. Fast alle dramatischen Arbeiten Balzacs haben seltsame Entstehungsgeschichten: die „Ecole des Menages", drem diesen Tagen am Pariser Od4on aufgesührt wurde, war 1888 vollendet und im folgenden Jahre in der Comedie franyaise abgelehnt worden. Aber solche Mißerfolge vermochten Balzac nicht zu entmutigen. Im Monde illustre erzählt Lenotre ein bezeichnendes Beispiel dafür, mit welcher fast abenteuerlichen Spannkraft der Dichter neuen Aufgaben gegenüberirat. An einem schönen Fcbruartage des Jahres 1848 erhielt Theophile Gautier plötzlich einen eiligen Brief, in dem Balzac ihn bat, doch losort zu ihm zu kommen. Recht besorgt eilt Gautier zu seinem Freunde.
Also endlich," so empfängt ihn Balzac, „du Faulpelz, du Saumseliger .... Spute dich, du hättest schon vor einer Stunde da sein sollen . . . Morgen lese ich Harel chem Direktor des Porte St. Martin-Theaters) ein großes Drama m fünf Akten
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mit Kennwort versehen an die S e n ck e n b e r g i s ch e R a- üor." Gautier macht es sich in einem Sessel bequem, wie ein ^riorickend!G°s°llsch°st in Frankfurt M. -in. Mensch, der eine lange Vorlesung anhören soll. Balzac nehl ^Ter NE des Ver ussers ist in einem mit ihn erstaunt an und erllärti .Das Drama ,st noch nicht.gr- Ä #£ü“n Umschlag» beizusügen. > schrieben/- „Temel.- memt Gautrer. „bann muß d.e Vorlesung
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dhft. Auch bei Darwins Zlrofuloik, Knochen. u:i ■it§ überraschende Ginroiila-" n (toteren gönnen werben beeinflußt, bei denen djirur::
cn der deuticheu Reiches, lc: »cysin, auf dem §1. Oottt:: >azia us>v. schon seit 8-« . dersvitalern und KranlcNW mit Ersahprodulte ausgew- r. FehrliuS 5t(lofan, W ,it werten muß, ml innen. D°s W°" <^ eu tinaDprobnllc kachahinungen von Dr. tf'F gen Kontrolle dckErM^ ^b-^°Ä!hek-r'vtt^ oträtig U-fJSe’S sende man M 1 yuioian-SiniP06 1 b,
und durch den Krieg in Blüte gebrachten Gesellschaften mindestens 5 bis 10 Prozent in einigen Jahren zu bezahlen, so wäre das ein solches Entgegenkommen des Reichstages S^en .diese interessierten Gesellschaften, daß sie es lieber heute freiwillig bezahlen sollten, als zu warten, daß morgen ein höherer Prozentsatz kommt Eine Heranziehung dieser interessierter- Gesell,chaftenim Umfange von 20 bis 40 Millionen Mark dürfte angesichts der horrenden Ausgaben, die das deutsche Volk auf f’-d) genommen hat, als nichts Unbilliges bezeichnet werden ~ . ,a
Diese Anregung sand eine freundliche Aufnahme tm Reichstage, so daß in der Replik ausgeführt werden konnte: „Meine Herren, ich habe absichtlich jetzt von dieser Stelle aus nickt detail lierte Vorschläge gemacht; denn es wäre geradezu töricht, wenn ich das schon tun wollte. Ich warte ganz ruhig die Kommission ab und werde dort Vorschläge unterbreiten. All dies erfolgte im Einverständnis der Fraktion. m. ,,r . w
3 Der Antrag wurde von mir gemäß diesen Richtlinien ausgearbeitet; am 18. April legte ick ihn der ersten F in an z- autorität der Fraktion, Ab g. MJi l l e r - F u l da,vor, der dem Anträge nicht nur zustimmte, sondern auch die Erhöhung des Kostenbcitrages aus 20 Prozent anregte, allen Teilen stimmte der Antrag mit der Rede irn Plenum überem und demgemäß mit der Ansicht der Fraktion. Solche Anträge für die Kommssion werden der Fraktion nicht nochmals vorgelegt, sondern immer von jenen Mitgliedern ausgearbeitet, die das Referat in der Fraktion hatten. So auch hier.
4 Der Antrag wurde am 18. April 1910 gestellt und fein einziges Mitglied ist! -mit dem Wunsche auf eine Aenderung desselben hervorgetreten, obwohl die Beratung schon am 19 April 1910 ftatifinben sollte. Auch in der Folgezeit geschah dies nicht.
5 Ter Antrag wurde dann am 22. April erstmals beraten und nach langer Gescl.ästsordnungdebatte für zulas ig erklärt. Der Abg Gröber legte dabei in sehr geschickter und überzeugender Weise dessen Zulässigkeit dar. Sämtliche Zentrumsmitglieder stimmten auch für die Zulässigkeit .
6. In der gesamten D- batte hat fein einziger Zentrumsabgeordneter eine abweichende Ansicht kundgegeben uni) bet per Abstimmung über den Antrag erklärten sich wiederum sämtliche in der Kommission anwesende Zentrumsabgeordneten für den Anttag, der leider keine Mehrheit fand. . „
Damit ist allerdings bewiesen, datz Erzberger tm vollen Einverständnis mit der Zeutruinsfraktton gehandelt hat.
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politische Tagesschau.
Zeppelin und Prag.
Der Prager ©tabtrat beschloß am Dienstag, den Grafen Zeppelin einzuladen, auf seiner Fahrt von Wien nach Dresden mit dem LZ. 3 in P r a g z u l a n d e n. Die Aussprache gab nach einem Berliner Blatt zu einer längeren Auseinandersetzung Anlaß, ob die slavische Stadt Prag den deutschen Luftschi,fer empfangen könne. Es wurde her- vorgchoben, daß das slavische Prag bereits Franzosen, Russen, Türken und Polen empfangen habe, und daß fern Grund vorliegen könne, die berühmte slavische Ga'tfreund- schaft dem Grafen Zeppelin zu verweigern. Das Einladungsschreiben an Zeppelin wird tn t sch e ch i - scher Sprache aL gefaßt sein, ebenso wird Zeppelin, wenn er der Einladung Folge leistet, bei seiner Landung in Prag vom Bürgermeister in tsch ethischer Sprach e begrüßt werden. Der Stadtrat hat ferner b-schlossen, alle Maßnahmen zu treffen, um etwaige deutschuatiouale 'Kundgebungen bei der Landung Zepp lins zu Veth ndein.
Wir glauben, Graf Zeppelin, der schon mehrfach er- frischende? vaterländische Kundgebungen in die Welt hat neben lassen, wird auch auf dieses anmaßende tschechische Gebahren die rechte Antwort erteilen!
Slavische Schmerzen im öfterreichischenvudgetausschuh
Wien, 27. April. Im B ud g e t a ns s ckn ß wurde die Verhandlung Über den Staatsvoranscklag fortgesetzt. Beim Lite! Ministerrat bemängelte Choe die Verhandlungen der Postsparkasse mit der Deutschen Bank in 23er11u wegen, der Emission der neuen Rente. Es sei iuizulasiig, daß das piefige Amt bei der Begebung der Rente sich in den Dienst der reichst deutschen Wirtschaft stelle. Der Finanmiinistcr üerembatf dauernde Verbindungen mit reicksdeutschem Ka^ pital zu ungun st cn der w i r t s cha s r l i ch e n und der politischen Selbständigkeit Oesterreichs.
Abg. Kotlar erklärte, die tschechischen Agrarier konnten sich nie für ein Regierungssystem erwärmen, dessen feste Stütze diejenigen sind, welche Oesterreich von Deutfchland ab-- hängig machen wollen.
Ministerpräsident Freiherr von Bicnerth erklärte, der Finanzminister iverbe bezüglich der Anleihebegebung sich später erklären, müsse aber jetzt schon bemerken, daß cs keineswegs als unziilässig ober schädlich bezeichnet werden könne, wenn die! Postsparkasse, welche die Anleihe zur Begebung übernommen habe, Verbindungen anknüpfe, um eventuell einen Teil der Anleihe im Auslände zu plazieren. Der Ministerpräsident ver-. wahrte sich aufs neue gegen die der Regierung zugefchrieben^ angeblich antislavische Tendentz und erklärte, daß er trotz, der bisherigen Erfolglosigkeit seine Bemühungen zur Herbcifuhruns einer Einigung der Parteien sortzusetzen beabsichtige und iw Zusammenhänge damit an die Parteien die dringendste Bitte richte, sich diesen Bestrebungen der Regierung anzuschließen. Auf diese Weise könne es doch gelingen, zu konsolidierten Verhältnisses aud) im Parlament und damit zu der notwendigen kulturelles Arbeit zu gelangen. Die Formen, .in welchen ein solches Ziv-, sammengehen der Patteien zum Ausdruck gelangen müsse, wurdest sich bann unschwer finden lassen, ja, sie ioürben sich eigentlich von selbst ergeben. '
Herr Erzberger und feine Neider in der eigenen Partei.
In der „Germania" tritt der Abgeordnete Erz berge r Darstellungen aus dem Zentrum entgegen, denen zufolge er seinen Anttag im Budgelausschuß ohne Vorwisfen der Fraktion eingebracht habe, insbesondere beruft er fick auch auf die Finanzkapazität der Fraktion, den Abgeord- ncten Müller-Fulda. Erzberger schreibt uns:
In eine polemische Auseinandersetzung mit den in Jteoe stehenden Zeitungen lasse ich mich nicht ein, sondern begnüge mich mit der Feststellung folgender Tatsachen:
1. In der Fraktionssitzung vom 15. April 1910 referierte ich über den Gesetzentwurf über die Aufstandsausgaben von Sud- locftafrifa und schlug folgende zwei Ergänzungen des Gesetzentwurfes vor: 1. Heranziehung der großen Vermögen des Schutzgebietes zu den Krlegskosteu mit 10—20 Prozent. 2. 21b löfun’fl aller Hoheitsrechte in Südwestafrika. Dabei wurde ausdrücklich hervorgehoben, daß in der Budgetkommiffion Anttage m dieser Richtung zu stellen seien. Es machte sich nicht nur ferne Widerrede geltend, sondern lebhafter Bcifatt und cklseiiigc Zustimmung wurden kund, was der Vorlitzende der Fraktion körn statierte. Man erinnerte sich zweifelsohne daran, daß die Zentrumsmitglieder der Budgetkommiffion im Dezember 1905 (Dr. Backern, 'Engelen, Sittart, Erzberger ufro.) viel weitergehende Anträge auf diesem Gebiete gestellt hatten.
2. In der Plenarsitzung des Reichstags vom 16 April 1910 hatte der Unterzeichnete den Standpunkt der Fraktion zu vertreten und führte u. a. aus: „Daß wir die Gelder fetzt be willigen müssen, nachdem sie ausgegeben sinb, ohne baß man uns vorher gefragt hat, kann lein Zweifel fein. Also haben wir uns in der Pnbgetkommission den Wopf zu zerbrech^, nwher wir die 23 7 Mill Mk. bekommen.. Meine Herren, ick glaube, das ist sehr einfach. Man fügt einen § 6 in das Gesetz em, worin bestimmt wird, wer bieie Gelder zu bezahlen hat. Auch hie Beantwortung dieser Frage dürste nicht allzugroße Schwierigkeiten breiten (Sehr richtig', bei den Sozialdemokraten), wenn eme große MefrheiNm Hause und der gute Wille in der Verwaltung vor- banden ist — und ich zweifle nicht an der besonderen Jlnter stützung des Herrn Staatssekretärs (Sehr richtig, in der Mitte). Es ist sehr einfach: diejenigen Leute sollen an den K'rieaskosten mit bezahlen, welche den Zroßten Vorteil aus dem Kriege gewonnen haben (Sehr richtig! in der unb bei den Sozialdemokraten). . . . Wenn man aber bestimmen mürbe: von den 405 Millionen Mark haben die mterenierten_
Aunft, wmenschaft und Leben
— August Ammann t. Vorgestern starb tn haben seinem Wohnott, im 71. Lebensjahr bet frühere Gy «asial-Oberlebttr Pros Ä, Ammann. Ammann, dem auch der „Gießener Anzeiger" öfter einen ^ffanten Mittag^u verdanken hatte, war. em Hein- und wein roher Dichter dem mancl>es frische und feine Lied zum Lob unserer veimar uno seiner Edelgewächse gelungen ist. Der am 2o. Jamiar 18^ in Driedorf im Dillkreis Geborene hat vier Buchlein ver ösfentlicht, meist lyrischen Inhalts, nämlich: „In Listen und heiteren Stunden", „Klänge vom Rhein , „Der Rhemgau und seine Weine" und „Der Rochusberg bei Bingen . Er war, wie das „Wiesb. Tagbl." schreibt, eine in allenrohen Kreisen gerne aefehenc, beliebte Persönlichkeit.
9 Der Tob Björn fons, des greifen nortmaischen xtefa
ter$ hat in seiner Heimat bie schmerzlichste Ueberrafchur^hervor- Eusen denn er war nickst nur bie volkstümlichste.soniwrn wohl auch beliebteste unb bie am meisten geehrte Personlichk.tt bes R^ickech Mne Drahtnachricht aus Christiania, 27 April Spinnt • ^nr Storthing hielt heute vormittag der Präsident °df er Bl öt n s,Auch M-Iieder d-r R°. anwesend. Das SwrthiNg beschloß, bie Heber» nitn-nna bpr Qpid'C unb bas Begräbnis bes Dichters auf SU ft^ it $u bewirken. Darauf würbe bie Sitzung zum l^n bet Stauer aufgehoben. - Sämtliche Theater habeii für beute die Votstelliingen abgesagt. — Der K ö n i g sandte an Frau Björnson folgendes Beileidstelegramm: Empfangen Sie mein und L Königin Skilnb »u tem Brüste v.
(Sie, Norwegen unb uns alle. Ter Vorstand des Stortying fprach^gl^chialls^ stin Belcid ous^^ Mineralogie. Ein Preis von 1OOO Mk. soll der besten Arbeit zuerkcmnt werden, die^einen Teil der Mineralogie des Gebetes Mischen Aschaffenburg, Heppenheim, Alzey, ^euznach, Kob- Ä, Ems, Gießen und B ü d i n g e n behandelt; nur wenn es der Zusammenhang erfordert, dürfen andere Lande, t in die Arbeit einbezogen werden. Ttte Arb^ten, deren Ergebnisse npch nicht anderweitig veröffentlicht sein dürfen sind bis zum 1. Oktober 1911 in v^stegeltem U^chAe,
>eit ohne weiteres Entgelt in ihren Schriften zu veröffentlichen. Nicht preisgekrönte Arbeiten werden den Verfassern zurückaesandt. Heber die Vergebung des Preises entscheidet bis Ende Z-ebmar 1912 die Direktion auf Vorschlag eines noch Ku ernennenden Prüfungsausschusses.
— Wilhelm Meisters theatralische Sendung. Dr Dulpius, in dessen Besitz sick die vor kurzem aurgefunbene Urschrift des „Wilhelm Meister" befindet, schreibt in der Weimatischen Zeitung „Deutfcklanb": Die zu veranstaltende Volksausgabe des Werkes wirb zu billigem P r e i s bei gebiegencr Ausstattung erfolgen. Tie Weimarer Sophienausgabe der Goethe- scheu Werke enthält zuerst in Anerkennung ihrer besonderen Bedeutung unb als von bent enbgültigen Besitzet ber Hauptschrist ausgehenb, bas Veröffentlichungsrechi im Rahmen ihres Unternehmens als Preisgeschenk ber Goetheerben. schließlich wird auch anbeten Verlegern Goethesck>er Werke noch vor Ablauf der Schutzfrist bie Ausnahme von Wilhelm Meisters theatralischer Senbung ermöglicht werben. Die Frage nach bem Hrhebn- schutzrecht ist somit glücklich erledigt, und wenn auch bie Urschrift für die große Allgemeinheit von unerheblicher Bedeutung ist, so muß es doch freudig begrüßt werden, daß bie Haubschrift auch anderen Verlegern zugänglich gemackst werden wird, also ledensalls den Verlegern der billigen Klafsikerausgaben.
bahnen habe der Staat einen Zuschuß von 30 Prozent zu zahlen, so daß also hier eine Ausga b cd on ru n deiner Million M a r k in Frage komme. Tie Regierung wer^ die Bewilligung dieser Summe in Anregung bringen, sobald das Bahnprojekt eine festere Gestalt annehme
Im Ausschuß wurde gleichfalls aus die Notwendigkeit einer baldigen Ausführung der Bahn hinaewicsen und beschlossen, auf Grund der Regierungsdarlegung die Bor- tellung zu erledigen. „ .
Der Landesverband der Bürgermeister in Hessen hat in einer Vorstellung an die Kammer das Ersuchen gerichtet, den Art. 4 des Gesetzes über die allgemeine Einkommensteuer vom 12. August 1899 aufzuheben Nach diesem Artitel sind Angehörige anderer deutscher (Staaten sowohl, wie Reichsauslander, welche im Großhetzogtum wohnen, im Falle sie nicht daselbst eine mit Erwerb verbundene Beschäftigung ausübcn oder ausgeubt haben, erst alsdann zur Einkommensteuer heranzuziehen, ivenn sie bereits ein Jahr im Großherzogtum gewohnt haben Dieses Vorrecht hält der Verband für die Landgemeinden von großem Nachteil und für nicht mehr zeitgemäß. Iw Aus- ichuß wurde dagegen geltend gemacht, daß doch^ eine ganze Reihe von Gemeinden, z. B. an der Bergstraße, em Interesse daran habe, den neu Zuziehenden die Steuerverhaltnisse möglichst zu erleichtern. /
Minister Braun erkannte an, daß die Bestimmung des Art. 4 einer Revision bedürftig sei; die Regierung sei geneigt, eine solche in Erwägung zu ziehen unb geeignete Vorschläge zu machen. Ter Ausschuß entschied sich dahin, auf Grund dieser Stellungnahme der Regierung beim Plenum der Kammer zu beantragen, die Vorstellung für erledigt zu erklären. .
Der Ausschuß vertagte sich darauf bis Mitte Mai, um alsdann die vom Mg. Tr. G u t f l ei s ch zu bearbeiten^ den Positionen und weitere Punkte in Beratting zu nehmen.
2Ius dem Hinanzari5schuk der hefi. Zweiten Kammer.
R B Darmstadt, 27. April. Der heutigen Sitzung des Finanzausschusses der Zweiten Kammer wohnten als Regierunqsvertreter die Finanzminister Braun und E)c- heimerat S ü f f e r t bei. Der Ausschuß nahm Fuerst Kenntnis von der Stellung der Regierung zu der Vorstellung des Dr. Weißmann in Lindenfels in Betreff der Bahnlinie Bensheim-Lindenfels. Tie Interessenten haben bekanntlich am 20. Februar d. I. in Bensheim eine sehr stark besuchte Versammlung abgehalten und an Regierung und Landstände die Bitte gerichtet, dahm wirken zu ivollen, daß der Bau dieser Bahnsttecke noch in diesem ctahr in Angriff genommen werde; geschehe das nicht, so würden kapitalkräftige Jndusttielle die Gegend verlassen und ihre Werke mit Hunderten von Arbeitern nach auswärts verlegen Die Bahn aber würde nicht nur bie jetzt vorhandenen .Kräfte erhalten, sondern den Konsum und die Produktton des Lautertals gewaltig steigern; Export und Import würden zum Teil um das vier- und fünffache wachsen usw. t „
Finanzminister Braun gab Namens der Regierung die Erklärung ab, daß sie bereit sei, das Bahnprojekt m jeder Weise zu fördern. Es handle sich bei dem Bau der etwa 20 Kilometer langen Strecke um die Heberwindung erheblicher Schwierigkeiten und die Kosten der Bahn würden sich auf 3-31/2 Millionen Mark stellen. Früher habe der Staat gewöhnlich einen Zuschuß von 20000 Mk. pro Kilometer geleistet; nach dem jetzigen Gesetz über die Neben-
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um sechs Wochen verschoben werden." „Ach was," erklärt Balzac, „so lange ist nicht Zeit." „Aber von heute.aus morgen, das ist doch unmöglich. Man hätte ja nicht einmal Zeit izum Abschreiben."' Aber auch dieses Argument vermag Balzac nicht zu erschüttern. „Schau her," sagt er, ,,ich hab bie Geschichte schon georbnet: du schreibst einen Akt, Ourliac einen anberen, Laurent-Ian bat dritten, bu Belloy ben vierten, ich ben fünften, unb morgen mittag: um 12, wie festgesetzt, wirb gelesen. Ein Akt hat nicht mehr als 500 Zeilen. 500 Zeilen kann man in einem Tage unb einer Nacht schreiben." Vor bieser Entschlossenheit gab cs kein Zauberm Gautier fügte sich unb begann sofort zu schreiben. Das Drama, bas am nächsten Tage fertig vorgelefen würbe, mar ber „Vaükrin".
* Woran Aerzte sterben. Die Aerzte, beren Beruf es ist, bas Leben ihrer Mitmenschen nach Kräften zu verlängern, genießen in ber Wirklichkeit nur wenig Nutzen ihres Könnens unb ihres Wissens; bie Statistik zeigt, daß bie Jünger bes Aeskulap nicht länger leben, als ihre Klienten; ja bie Zahl derer, bie ein hohes Alter erreichen, ist nur gering und keinesfalls größer als die ber anberen Sterblichen. Eine französische mebizinische Wochenschrift hat eine Statistik aufgestellt, bie herüber Aufschluß gibt/ an welchen Arten von Krankheiten bie meisten Aerzte sterben« Danach finben nicht weniger als 44 v. H. aller Aerzte buckck Herzleiden ihren Tob, 20 v. H. erliegen nervösen Krankheiten,, 20 v. H. ber Morphiumsucht, 7 v. H. ber Schwindsucht unb nur 9 v. H. anberen Krankheiten ober Altersschwäche. Auffällig ist bie größe Zahl ber Mebiziner, bie an bem Genuß von Morphium zu Grunbe gehen. Als Aerzte kennen sie bie furchtbaren Wirkungen des Giftes, aber sie zögern bock nichh, es oft unb immer wieder anzuwenden, um Schmerzen zu betäuben, bis sie schließlich den
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Nr. »8 Erstes Blatt 160. Jahrgang Donnerstag 28. Aprill itt 10
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