Ausgabe 
24.11.1910 Zweites Blatt
 
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gesäubert, die Menschenmenge befand sich ober mindestens 200 m

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Zunächst schildert der Journalist Wile, mie er mit seinen Kollegen beschloßen habe, sobald er Nachricht von den Unruhen erhielt, sich persönlich davon zu überzeugen. Sie kamen im Auto angefahren und machten dem Kcankenl-ause gegenüber einen Augen- blrck I)alt, um die Vorgänge auf der Straße zu beobachten.

Damit hatte die Gedächtnisfeier in der Kapelle ihr Ende erreicht und der Sarg wurde in die im Vorhof be­findliche Gruft gebracht. Nach dem Vortrag vonWie ,re so sanft ruhn" folgte die kirchliche Amtshandlung des Geistlichen, worauf ein von der Kapelle unseres Infanterie­regiments gespielter Choral die Trauerfeier beschloß. Un­zählige drängten dann hinzu, um dem Entschlafenen den letzten Gruß ins Grab nachzusenden.

Ueber die Tätigkeit Heyligenstaedts im .Kreistag ver­breitete sich Regierungsrat W e l ck er mit höchst anerkennen­den Worten.

Im Namen der großen Jndustrieverbände, denen Herr Heyligenstaedt als Vorstandsmitglied angehörte, sprachen zwei Herren aus Mainz, ein Vertreter der Süddeutschen Eisen- und Stahlwerksberufsgenossenschaft und ein solcher des Mittelrheinischen Fabrikantenvereins.

Vie Moabiter Strahenkrawalle vor Gericht.

«4 Berlin, 23. Nov.

Zu Beginn der heutigen Verhandlung werden die eng­lischen und amerikanischen Journalisten, die bei den Tumulten verletzt worden sind, als Zeugen aufgerufen

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< ?er folgende Zeuge ist der Wachtnieister Fritz, der der Dräiid"nt hrr I im U^eute 5nwiailC)ierte' welche auf die Journalisten cin^ .-Z £l.ßBcn- Zeuge Fritz erklärt, wir hatten Aufstelluna am kleinen

Seine reichen Lebenserfahrungen, seine Kenntnisse und seinen Ichwer erworbenen Reichtum stellte er stets gern und uneigennützig seinen Mitarbeitern und seiner zweiten Vaterstadt zur Verfügung Die Wohlfahrtseinrichtungen seiner Fabrik, seine werktätige Hilfe der der Baugenossenschaft des evangelischen Arbeitervereins, beim sauglingsheE, seine Kleinkinderschule und vieles andere werden mit heißem Dank und rühmend anerkannt. Er hatte an sich selbst! erfahren die Bedeutung einer guten Ausbildung für den jungen! Handwerker und Industriellen, und die Wirkung dieser Erkenntnis lK" wir in der Gewerbeschule und ihren Erfolgen, die daupt- mchllch das Werk unseres Heyligenstaedt sinh. Neben der männ- Men äugend kam die weibliche nicht zu kurz, indem er dem ttticeschuloerein für die Handarbeitsschule und die Haushaltungs- tb.T /<**' zu oeooalyien.

schule größere Mtttel zur Verfügung stellte. Neben der eigeutlichm r Stromstratze wurde gerade durch Schutzleute von Menschen Berufsausbildung förderte er nach «rüsten auch die allgcmAn- ---

Zubung, und der Neubau unseres Stadttheaters der Stolz Gießens wäre ohne ihn noch für lange Jahre nicht möglich ge­wesen. D

I :------ r v-yuuwi rum; man Nimmt doch Nicht an, M

sow,e Herren schmeißen. Ich habe den Stoß sofort am Abeptz dem Leutnant gemeldet.

R.-A. Heine: Was kann das für ein merkwürdiges In- itrinnent gewesen sein, das teie traf, war es vielleicht em Hnop^ oer einem Ihrer übereifrigen Kollegen abjprang? - Zeuge: Aenl. Aec okiige hat ohne Be>ehl auf das Auto eingeschlagen, ived er seinen Kollegen an der Droschke m Ge'ahr glaubte Ter eine Herr luuib qiu, gestitullerte, faßte nach der Tasche. Ich muuie an- nehmen, dag er noch einer Waffe griff. R.-A. Heine: TaS >!l die alle Geschichte in Berlin. Wenn einer geprügelt wird, lonnnt Der andere und sagt, der Monn hat m die Tasche ge'a»t. -o h n: Wie oh hoben Sie in diesen Tagen mit dem --adel geschlagen? - Zeuge: Nur das eme Mal. - i)L-'2l V c i n e: euid in der Gegend vielleicht noch andere Autos verhauen ivorden? - Zeuge: Tas weiß ich nicht.

Zeuge Pottzeftentnant Lulas hat baS Einhauen auf dar Auto von fern beobachtet und sofort nach der Ursache gettagt. ici ihm geantwortet worden, vom Auto aus iväre geivoriert u-'orben. '2113 er am nächsten Morgen den Sachverhalt aus den Zeiliiiigen erfuhr, habe er die betretenden beiden Schutzleute, die zugegeben hatten, eingeschlagen zu haben, soiort dem 'Präsidium gemeldet. Es seien die Lchntzlente Hermann und Wenzel geiveieii. 00111,1 tonne '"ch.l bie Rede davon sein, daß etwas verdeckt und vertuscht werden sollte. Tas Bttgverstälidnls sei bedauerlich, aber leider nicht aus der Welt zu schaffen.

Nach unwesentlichen Vernehmungen wurden die Verhandlungen ans Freitag frriri vertagt.

Bureauoorsteher a. D. B r u ch h ä u s e r pries den wohl­tätigen Sinn des Verstorbenen, der den bedürftigen Kame­raden der Kriegerkameradfchast oft zugute glommen sei.

^??mmen und halten. Em Herr stand auf und zeigte mit dem ^C1P. kleinen Tiergarten. Aufsälligeuveise fuhren ÄTFtKunö ^er. Da ging mir der Gedanke durch ,nA Herren mit der Sache zu tun haben könnten

ötC/£ Au.l° rce9- _^ner der Herren erwiderte: Nein, noch nicht, sofort waren Schutzleute da und da war eben die

R.-A. Heine: Dann bernte ich den Wachtmeister Fritz als Denjenigen, der den Bericht erstattet hat und beantrage einen ko« rsfi _ = . 'S möchte ich noch einige Fragen an

den Zeugen richten. Ist es wahr, daß aus der Richtung Jhri.s Autos ein^oteinwurs eriolgte'?- Zeuge: Das halte ich für unmöglich.

B ert.: Hielten sich überhaupt Menscheli in Ihrer Nähe auf und wieviel waren das? Zeuge: Die Menschenmenge in un- Kr.e,r fpQ/)e Island aus 2 Mädchen, die von der Polizei mit Säbelhieben fortgetrieben wurden. Erster Staatsanwalt: Die Frage, ob Sie im Wagen aufgestanden sind und gestikuliert haben, haben Sie verneint! Zeuge: Ja, ich habe nur meine Änrte hochgchLUen. R.-A. Rosenfeld: Hoben Sic yesehen, datz die Mädchen, die von der Polizei fortgetrieben wurden,!

"was zuschulden kommen ließen. Zeuae: Ihre Schuld bestand nur darin, daß sie nicht schnell genug fortiiefen. Bert.

fl^ncn der ?hausseur nicht erklärt, daß sein Wagen von der Polizei vollständig demoliert worden sei. Zeuge: Ja, per Lbauijeur kam am nächsten Tage und erzählte, fein Chef drohe tönt wtt Entlassung, weil das Auto durch die Schutzmannssäbel so zugerichtet war, daß es aus dem Verkehr gezogen werden mußte, pnnr^rf^- cIb: ballen Sie es für möglich, daß ein

englischer Journaltst ... Vors. (unterbrechend): Eine der- fa"l®e kann ich nicht zulassen, wir sind hier in Deutsch-

n-!uj^ /-'a me ocneiüiguiig aus dieser Frage bo

narrt, wird em Gerichtsbeschluß herbeigeführt. Ter Vorsitzende verkündet, Hatz die Frage abgelehnt sei, da sie für die Entscheidung nicht ms Gewicht falle.

ist natürlich, daß die Bürgerschaft einen Mann von so hervorragenden Eigenschaften zu den höchsten städtischen Ehren- amtern berief Vor 21 Jahren wurde er zum Stadtverordneten gewählt und dieses Amt ihm beim Ablauf der Wahlzeit wieder übertragen. Vor 7 Jahren wurde er Beigeordneter der Stadt Gießen, und dieses Mandat im vorigen Jahr erneuert. Tas »RaB des Vertrauens und der Achtung, die seine Mitbürger ihm! zollten, druckte sich darin aus, daß die Wahl zum Beigeordneten I beidemal e i n ft i m mig erfolgte, beidemal auch mit einmütiger Zustimmung der politischen Gegner. In der Stadtverordneten- Versammlung ergriff er verhältnismäßig selten das Wort- aber wenn er es tat, dann immer mit vollem Erfolg und aus'fchlag- Ä.fttaerigen Fragern Sein Hauptverdienst liegt in der k ^^kigkeit in den stadttschen Deputationen, namentlich in der Baudeputatwn und der Deputation für das Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerk. Bei diesen städtischen Werken einschlieÜich der Straßenbahn mar feine Meinung in technischen Fragen stets aus­schlaggebend, und ihm verdanken wir in erster Linie ihre Erfolge.

Den städtischen Beamten widmete er stets seine Fürsorge, und auch diese stehen dankbar und trauernd an seinem Sarge.

Stadt in der Mitglieder-Versammlung u*t l.m ^ufftchtsrat der Sparkasse, im Kreistag, im Provinzialtag und vor 7 Jahren entsandte unser Wahlkreis ihn in den Reichstag.

Bei all bufcn Erfolgen und äußeren Ehren blieb er stets oer einfache, schlichte Bürgersmann und in kameradschaftlichem Verkehr mit seinen Arbeitern und ihren Familien.

Auftrage des leider durch Krankheit verhinderten Herrn ^esAnr^OeTlIQ? versichere ich den Dahingeschiedenen des dauern- fÄS Angedenkens bei der Baugenossenschaft des eDangc^ bte 7u begründete und als Vorsitzender ?L5Ä ^?'^^eit il>rer Gründung leitete, der Elisabetl--Klein- Wf(e' fCrnn *n9W\

^id7cn -dcs Tankes, den wir alte ihm 3011^1, haben^an diesem Sarge Kranze niedergelegt: die Stadt ^bben, die Stadtverordneten-Versammlung, die ftäbtifd/en Ve- evangelischen Arbeitervereins, r+°v|La dieBezirkssparkafse, der

Vorstand des Aliceseljulvereins und der Vorstand des Säuglings-

Dcrmijd?tcs.

. Färbung der N a h r u n g s m i 11 el. Einer Reihe

von Nahrungömittcln werden Farben beigemengt, um ihnen das üom Publitum geivünjchte Aussehen zu geben, und um Zer- letzungen zu verdecten. Ta von diesen Farbstoffen eine nicht geringe -lnzahl süstidlich ist, hat sich kürzlich wie derKosmos- Vandiveiser sur Naturfreunde" (Stuttgart) in Heft 10/1910 b» Haftet -eine Abteilung der fianzösi,chen Akademie der Medizm mit Der 6"rage beschästigt, welche Farbstoffe zur Nahrungsmiiieb jarbung zugetafsen weiden tonnen. Teersarbstosse sotten, wie ui dem Benaft geschrieben wird, vom Färben der cigenllichca Nahrungsnuttel, wie Brot, Fleisch, Butter unh der in größere«

Heyligenstaedts Name wird in Gießen und weit da­rüber hinaus unvergessen bleiben als der eines hervor­ragenden Bürgers und warmherzigen Menschenfteundes. R. i. p.

Tie hieraus als Zeugen vernommenen englisck-en Journalisten Shaw und Lawrence bestätigen die Aussagen ihrer Kol- legen. Zeuge Chauffeur Löwin schildert, wie die Journalisten sein Auto mieteten und ihm den Auftrag gaben, nach Moabit xu fahren. An der Turmstraße wurde zum erstenmal gehalten. Ton roar aber nichts zu sehen. Bors.: Haben Sie unterwegs nichts bemerkt? Zeuge: An der Lübecker Straße sah ick einen jungen Mann, der in ziemlich schnellem Marschtempo tvea.

Er wurde von einem Schutzmann so geschlagen, daß ev sofort liegen blieb. Noch am nächsten Tage habe id) meinen 1 pa^ajten . bie Blutlache gezeigt. Ter Sämtzmann hatte vvn .halblinks hinten geschlagen. Vor ft: Wie kam es nun zu­dem Zwisä-ensall mit den Journalisten? Zeuge- Als ick eine Strecke weiter gefahren war, hielt ich auf das Zeichen eines Schutzmanns, der nut gezogenem Säbel vor mir stand und mich fragte, wohin ich wollte. Ich erwiderte: Die Herren werden Ihnen das sagen. Als der Herr, der neben mir auf dem Vock saß, indie Tasche faßte, um eine Karte oder einen Paß herauszuholen, da bekam ier emen Hieb, der eigentlich mir gegolten hatte, und w)on war die Schlägerei da. V o r f.: Sind Sie von niemanban aufgefordert worden, weiter zu fahren? Zeuge: Nein dec SäMtzmann, der mich angehalten hatte, trat nach der Aufforderung an mich seitwärts zurück. -Bors.: Also den ersten Hieb haben Sie bekommen? Zeuge: Ja. Sobald ich dann konnte bin ich weiter gefahren. Ehe ich aber die Maschine anfurbcln konnte, dauerte es vielleicht eine halbe Minute. Erstev L> taatsanwa l t: Nun hat aber hier ein Zeuge ausdrücklich bekundet, er hatte Sie aufgefordert, weiter zu fahren. Zeuge- Tas hat mir niemand gesagt. V o r s.: Wir werden Sie nachher konfrontieren. Neckstsanawt Heine: Wie sah beim das Auto nach dem Zwischenfall aus? Zeuge: Tas Verbeck war emgeschlagen, ans dem Rahmen war ein Stück herausge- Magen und die zür war an der Leiste ausgeplatzt, als wenn sich ------------------- uhuuhuu. eingehängt hätte. Außerdem war das Auto vollständia vor den Schutzleuten. Sonst war die Straße leer und auch! befleckt. Wir mußten es daher neu bezielien lassem -

die Stratzenbahn ging. Sobald das Auto hielt, rief einer vvnI Rechtsanwalt Heine: Wie hoch beliefen sich die Er­den Beamten:Aus die Leute dort los!" Der Zeuge versucht' neuerilngskosten? Zeuge: Auf etwa 450500 Mark. - aufzustehen, um zu erklären, daß sie mit den Turnutten nichts zu r*le ^Lte Zeugin, eine Frau Solvin, wohnt in der tun hatten, die Antwort war aber nur:Dreinschlagen." Daraus Nostockev Straße und kam an dem fraglichen Tage abends kur» wurden sie von den Schutzleuten mit Säbeln bearbeitet, ?or "hr nach Hause. Tie Straße war ziemlich meuidKn^ obwohl sie sich im Wagen nieder duckten. Der Zeuge rief fobann>ct Nahe des Krankenhauses hielt ein Auto, das cm

dem Chauffeur zu, nach dem Krankenhause zu fahren, wo sie ^amtzmann zun,weiterfahren aufforderte. Der Mann blieb aber verbunden wurden. Sie hatten Schlage über Kopf und Nacken Nechtsanwalt Heine: Wie hat der Beamte bei erhalten, auch die Kleidung war voll Blut. Clmufseur ausge,ordert? Zeugin: Mit einer Handbeioegung,

R.-A. Heine: Sie sind stellvertretender Vorsitzender h#*« I SV sm ^lraßenkreuzungen gemacht werden, bannt

Vereins der ausländischen Presse und haben als foldjer^eine B'- dnüfahren. Bors.: Haben Sie auch gesehen, schwerde an den Reichskanzler genchtet?-Z euqe Ja' -I sj^n^^y8UAe*^lti9enorourbe? - Zeugin: Ja. - Bors.; Bors.: Sie haben darauf eine Antwort vom Unterstaatchelretär k9 VT V demselben Augenblick,

Wahnschafe, erhalten. Wollen Sie uns bitte den Worttau t^r Ami } Oon, ?ec Sache -

Wort mttteilen. Zeuge- Ich bin von meinem Vereine nur kU 9 e ^.cn Eindruck, a 1 s Wenn bec

autorifieti, den ©in« k« M mitMeüen - R -A H - , F 6 Xr V C V 6 £ Ü Je »

! Ich kann aber auf den Wortlaut nicht verzichten Reuae: ffr ^.cr= %U9ea^T ^fli|er vernominm.

Dann möchte ich den Gerichtshof fragen ob ich das Recht dabe ^ankenhauses aus den Vocsalg.

ohne Erlaudnis ton dem Schre.be,, Kenntnis züg^en - S o r f'L!±± ± : 9® l1 °^e fl!? 11u n2>er

Ä»'&Ä,ö!"Ä ZMMMMßMMKMM UMWZWSWZMSMs-Z

9hP»ßC J11, roei anzunehmen ist, daß der Herren in der Troschke säße i. nd ichnehme jetzt an daß der Barnten nn ^n^ts bernommenen oder noch zu vemehinenden Stein aus dem Tiergarten kam: ' ' ' ' Ö '

Beamten an den Minister des Innern erstattet haben, falsch fein1 ' " *

Nachdem er schon tn früher Jugend seine thüringische Heimat -erlanen und m unserer Stadt seine Lehrzeit bestanden hatte, bewchte er noch einige Jahre auswärtige Schulen, um mit Be- §mn des reifen Alters wieder nach Gießen zurückzukehren und hier einen kleinen Fabrikbetrieb zu begründen. Von da an wurde Gießen seine Heimat, und mit allen Fasern seines Herzens ist ök mit der Dtodt Gießen und ihrer Bürgerschaft verwachsen.! Wir alle wissen, und die meisten von uns haben es mit erlebt, wie er seine Fabrik ständig vergrößerte und verbesserte, so daß feine Maschinen nicht nur in Deutschland und Europa, sondern auch lenieits des Ozeans seit Jahrzehnten berühmt und begehn und. Noch in den letzten Monaten seines Lebens war ihm die jreube vergönnt, daß seine Maschinen auf der Brüsseler Welt- ausltellung den Wettbewerb mit den besten Fabrikaten der ganz'n Welt siegreich bestanden und Nicht nur aus Südamerika, das er als Absatzgebiet schon lange besaß, sondern auch aus Nordamerika, der Heimat des Präzisionsmaschinenbaues, zahlreiche Aufträge bet ihm eingingen.

Direktor May .und Dreher Gem mecker sprachen die letzten Grüße der Beamten und der Arbeiterschaft der Hey- ligenstaedtschen Maschinenfabrik aus. Sie gedachten des Ver­storbenen als des allzeit hilfsbereiten, gerechten und wohl­wollenden Chefs, der nie versagt habe, wenn Wünsche an ihn gelangt seien.

Für den Ortsgewerbeverein, die Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadt und den Aufsichtsrat oer Gewerbe­schule überbrachte Baumeister Traber die letzten Grüße.

Im Auftrag seiner politischen Gesinnungsgenossen sprachen dann Rechtsanwalt Kaufmann und Professor Lu l ep herzliche Worte des Dankes für des Verstorbenen Wirken in der natlib. Partei. Ersterer sprach im Namen des Zentralausschusses und der Neichstagsfraktion der national­liberalen Partei, des hessischen nationalliberalen Landes- t ausschusses und der nationalliberalen Wahlkreisorgani­sation des Reichstagswahlkreises Gießen-Grünberg-Nwda: Prof. Luley für ben nationalliberalen Verein Gießen.

Heyligenstaedts Heimatstadt Vacha batte zur Beerdigung! ihres Ehrenbürgers eine Abordnung oes Stadtvorstandes | hierhergeschickt, in deren Namen der Bürgermeister ihm die letzten Grüße ins Grab nachrief.

Weiter sprachen noch Kaufmann Schwarz für den Männer turnverein, Fabrikant Horst für den kauf­männischen Verein, Vertreter des Eleonorenhospizes Bad- Nauheim, des Tv. Treis a. d. L. und im Namen des Werk- metsterbezirksvereins Werkmeister Schufst.

Die Beerdigung des Beigeordneten Uommerzienrat heyligenstaedt.

* Gießen, 23. Nov.

Gestern nachmittag fand auf dem neuen Friedhof am Rodberg die Bestattung des Beigeordneten Kommerzien­rat Ludw. Heyligenstaedt bei einer so zahlreichen Beteili­gung von Leidtragenden aus allen Ständen statt, wie sie wohl bis jetzt bei ähnlichen Anlässen noch nicht vorhanden war. Der weite Vorhof der Friedhofskapelle war von zahlreichen Leidtragenden, mit Arbeitern der Heyligenstaedt- schen Fabrik mit ihren Frauen, besetzt, die in der Kapelle keinen Platz mehr gefunden hatten. Der Sarg war über und über mit Blumen bedeckt und vor ihm hatten Depu-> tationen der Kriegerkameradschaft, der freiwilligen Feuer-! wehr, des Männerturnvereins, des Maschinenbauer-Gesang­vereins, des Evangelischen Arbeitervereins und des Ge­sangvereins Frohsinn-Londorf mit ihren umflorten Fahnen Ausstellung genommen.

Die Trauerfeier wurde durch einen vom Maschinen­bauer-Gesangverein vorgetragenen Chor eröffnet, worauf Pfarrer Schwabe eine tiefempfundene Gedächtnisrede hielt, in der er ein treffliches Charakterbild des trotz aller geschäftlichen Erfolge einfach gebliebenen Mannes gab. Dann hielt Oberbürgermeister Mecum nachstehende Ge­dächtnisrede auf den Entschlafenen:

Hochanschnliche Trauerversammlung!

Es ist ein seltener Mann, den wir heute zu Grabe tragen. Aus eigner Kraft und mit nie ermüdendem Fleiß hat er sich empor­gearbeitet zum Besitzer einer berühmten Fabrik und zu einem der angesehensten Bürger unserer Stadt.

! Sache geschehen. Bors.: Haben Sie die Leute für Anstifter I gehalten? Zeuge: Ja, der Wachtmeister Harder hatte sie ja | auch schon zum Weiterfahren aufgefordert.

Der folgende Zeuge ist der englische Journalist Charles Tower. Er schildert den Vorgang in ähnlicher Weise wie sein Kollege Wile. Der neben ihm sitzende Herr sei über Arm und Schultern geschlagen worden, so daß er heftig blutete. Er habe dem Chauffeur nachher zugerufen, sofort ins Polizeipräsidium zu fahren. Erster (Staatsanwalt: Ist nicht einer der Herren aufgestanden und hat nach einer bestimmten Richtung gezeigt? Zeuge: Nein, der Herr hat nur seinen Paß W; gehoben. R.-A. Heine: Ist aus der Richtung des Autos mit Steinen geworfen worden? Zeuge: Soweit ich gesehen habe ' nicht. Zeuge Polizeiwachtmeister Harder: Als wir die £ette ;! . gebildet hatten, kam uns eine Menge entgegen und zwar von der Heilandskirche her. Als uns die Leute sahen, bogen sie nach dem kleinen Tiergarten ab. Plötzlich sah ich ein Auto kommen, das - Halt machte. Ich forderte den Chauffeur zum Weiterfahren aus er achtete aber nicht darauf. Darauf sagte ich nochmals: Fahren Sie weiter,, fahren Sie doch -u. Der Chauffeur blieb aber stehen, und tm selben Augenblick schlugen die Mannschaften auch 1 won zu. Ich dachte, die Herren gehörten zu den Streikenden. | Ao r s-: Wenn Sie gewußt hätten, daß es Journalisten seien V ' hatten Sie das Auw auch weggewiesen? Zeuge: Ja, aber nicht eingeschlagen. Vors.: Wie schlugen die Polizisten denn! zu? Zeuge: Die Schutzleute standen hinter dem Auto und sckilugen hinein. (Srfter (Staatsanwalt: Hat der Herr im Wagen nach einer Richtung gezeigt oder nur etwas hochgehalten? I Zeuge: Er hat nach einer Richtung gezeigt. R.-A. Heine ' fragt den Zeugen Wile nochmals: Wurde denn ohne Kommando geschlagen? 3 e)rg e2 Ich habe jedenfalls fein Kommando fle_- I J hort. Bert.: Haben Sie auf Ihrer Fahrt irgendwie gesehen I - daß die Beamten angegriffen Wurden? Zeuge: Ich habe nicht* derartiges gesehen.

Hochverehrte Versammlung. Sie Werden mir beiflimmen, wenn up eingangs sagte, es ist ein seltener Mann, den wir heute zu Hi». ^rd säwer, wenn nicht unmöglich sein Bürgerschaft und die Stadtvenvaltung, hrfUnauslöschlich aber ist unsere Dank.

^teilte Gedenkem das wir ihm bewahren. Tauern- sewst ftch^ ^uf^ 'ft ^"Unal, das er in seinen Werken Tank, du treuer Mann. Tein Gießen bleibt dir treu!

,, . . Weiter legten Kränze nieder: Provinzialdirektor Dr Usrnger mit folgender Ansprache:

Fülle letzte Liebeszeichen, welche diese Bahre um- Ahmbin Kranz, den seinem langjährigen treuen Proviiizialausfchuß der Provinz Oberheffen 16Sa/fTe aans?rI}tit Verstorbene unserer Körper- Wißen, große Lebenserfahrung, stete r-9EClt rur Mitarbeit und hohen Gereciftigteitssinn, hat der VerbliuMie in seiner Perlon bereinigt. Er war ein Mann Bei der Verwaltung uiib Vertretung rc-lb ,em ^udenken stets lebendig bleiben.

Möge ihm die Erde leicht sein.

Handelskammer, gedachte ^im ^Rainen dwser^ Körner^klärt, wir hatten Aufstellung am kleinen als tüchtiges Mltg.le'd de- ÄTo

J s°ch»°ritand.gen Rat schmerzlich Cer. anlommen unbJalten. E?« Herr uno mit dem

millen werde. »inner nach dem kleinen Tier-a-t^