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Die heutige Nummer umfaßt 12 Seiten.
Die wirtschaftliche Entwicklung unserer Kolonien.
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Südsee-
a. ausgeführt:
aus
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2,9
1 Mill. Mk. Jnsektenwachs, für
werde. Bei geschickter Führung wir sicherlich gelegentlich unsere
1903
1904
1905
1906
1907
1908
Zusammen
40,3
44,7 öS,5 65,3
73,7
Ostafrika für
Kolonien 21,7 20,8 23,4 25,5 35,9 37,7
1908 wurden
Kolonien
3,9
3,9
4,4
5,6
5,2
8,7
Kiautschou
14,7
20,0
24,7
34,2
32,6
47,3
sie Werden im Gegenteil über das unangenehme Aufsehen, welches diese Reklame erregt, vielleicht sogar Genugtuung empfinden, weil das Publikum dadurch gezwungen werde, sich mit den betreffenden Gegenständen zu beschäftigen. Aesthetische Gründe werden hiernach bei ihnen kaum verfangen. Aber wir möchten doch die betreffenden Firmen darauf Hinweisen, daß eine ungeschickt und grob betriebene Reklame sehr leicht in das Gegenteil Umschlägen kann. Sehr vielen und gerade denjenigen Kreisen, aus welche hier Reklame wirken will, wird es so gehen, daß sie gercwe vvrnk' Ankaüf einer Zigarette absehen, deren reklamehafte Anpreisung' ihnen ästhetische Uebelkeit verursacht hat, und eine Schokolade wird durch ihre häßliche Anpreisung „geschmacklos" im wörtlick^n Sinne. So werden sich diejenigen Kreise, die sich noch einiges ästhetisches, Gefühl bewahrt haben, gerade von den Firmen abwenden, die durch solche Reklame aus ihr Interesse spekulieren^
-— 6 0 00 Mark Preise für die besten Walzer; Die „Woche" veröffentlicht in ihrem soeben erschienenen *öeft 31 ent Preisausschreiben für Tanz-Walzer und fordert darin die. gesamte musikalische Welt zu einem „Walzer-Wettbewerb" fcrufl für die drei besten Arbeiten sind ausgesetzt: ein erster Preis von. 3000 Mark, ein zweiter Preis von 2000 Mark und ein dritter Preis von 1000 Mark. Der Verlag der „Woche" behält sich vor, weitere, von den Preisrichtern ausgewählte Beiträge gegen ein Honorar von je 200 Mark zu erwerben. Schlußtermin für die Einsendung von Beiträgen ist der 1. Oktober 1910. Das Preisrichterami haben übernommen die Herren: Hofkapellmeister Pro^ssor Dr. Beier-Kassel, ArmeeMusik-Jnspizient Grawert-Berlin, Professor Hans Hermann-Godesberg a. Rh., Professor Dr. Karl Krebs- Berlin und Hofballmusikdirektor Johann Strauß-Wien. Die Bedingungen des Wettbewerbes können durch das Sekretariat der „Woche" in Berlin bezogen werden.
— Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. „B a n a d i e t r i ch", Siegfried Wagners jüngstes Werk, ist soeben auch von der Wiener H o f o p e r zur Aufführung angenommen worden. Auch einige andere größere Opernbühnen haben „Bana- d.ietrich" erworben. — G e r t ru d G i e r s, die bekannte Tragödin, ist in Luzern an einer Gchirnopcration gestorben. Gertrud» Giers, geboren 7. Dezember 1855 in Köln, war von 1881 bis 1886 Mitglied des Hamburger Stadttheaters, von 1886 bis 1888 in Frankfurt a. M. und vmr 1889 bis 1894 am Hoftheater in Hannover. Gertrud Giers war mit dem Schriftsteller Richard Hamel in Oldenburg verheiratet. — Der kürzlich in Karlsruhe verstorbenQ Maler und Akademieprofessor Ernst S ch u r t h vermachte testamentarisch eine Reihe Legate; u. a. erhielt seine Vaterstadt Neustadt im Schwarzwald die Summe von 80 000 Mark zur; Förderung der Volksbildung.
Schon diese kurze Aufzählung läßt erkennen, daß unsere Kolonien bereits eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung erlangt haben und daß sie als Lieferanten von Rohstoffen und anderen Produkten für den Markt des Mutterlandes von Jahr Jähr an Wert gewinnen. Die Einfuhr Deutschlands aus den Schutzgebieten hatte im Jahre 1908 einen Wert von 23 Mill. Mark, 1909 einen solchen von 29,5 Mill. Mark. Der Wert der deutschen Ausfuhr nach den Schutzgebieten stellte sich 1908 auf 36,5, 1909 auf 41,8 Mill. Mark. Int Jahre 1909 hat Deutschland u. a. bezogen aus Ostafrika iir 3,2 Mill. Mark Rohgummi, für 1 Mill. Mark Sisalhanf, aus Südwestafrika für 1,2 Mill. Mark Kupfererz, aus Kamerun für 8,6 Mill. Mark Rohgummi, für 1,1 Mill. Mark Kakao, aus Togo für 1,7 Mill. Mark Mais, aus Samoa ur 1,7 Mill. Mark Kopra. Die meisten Rohprodukte unserer Kolonien gehen zollfrei in Deutschland ein. Auf einigen ruht indessen Zoll, so z. B. auf Kaffee, Kakao, Tabak, Wachs, ■Wmil I I, II!I, | iJMMBBMW I IUI I I ■
Köln, 29. Juli. Die „Kölnische Zeitung" meldet aus Berlin: Die Erzählungen über die angeblichen Abrüstungsvorschläge des Königs von Italien behaupten vielfach, daß Kaiser Wilhelm die Vorschläge abgelehnt habe. Demgegenüber kann auf gründ von Erkundigungen an zuständiger Stelle festgestellt werden, daß der König von Italien niemals mit Abrüstungsvorschlägen an unseren Kaiser heran- getreten ist und daß ebensowenig Verhandlungen über eine olche Frage zwischen der deutschen und italienischen Regierung chwebten.
— Geschmacklose Reklame. Einer unserer Mitarbeiter schreibt: Die bescheidene Freude, die man bei stundenlangen Fahrten in der Eisenbahn vom Fenster aus an der Betrachtung der .wechselnden Bilder der vorüber gleit enden Landschaft hat, wird neuerdings stark beeinträchtigt durch eine ungeheuer geschmacklose Reklame. Zwar wurden wir schon bisher bei der Betrachtung eines sehnell vorüberhuschenden Bauernhofes gewaltsam daran erinnert, daß die und die Schokolade die beste, ist, daß jene Sektmarke am bekömmlichsten und jene Kakes- die bedeutendste sei; die Silhouette der Landschaft aber wurde doch wenigstens nicht verunziert. Wenn man aber jetzt aus den meist- besahrenen Linien seinen Blick zum Wagenfenster hinausgleiten läßt, so sieht man die Strecken rechts und links der Bahn mit hohen Reklamegerüsten geradezu bepflastert, die! uns in bestimmten Intervallen in stumpfsinniger Weise an die zurückgelegten oder noch vor uns liegendert Kilometer erinnern mit dem ständig wiederkehrenden zarten Hinweis, daß die und die berühnrte Lampe die größte Stromersparnis bedeute, oder die uns in grellen Karikaturen die Billigkeit einer Zigarettenmarke vor Augen führen. Diese aufdringliche und häßliche Reklame, die das Landschaftsbild schändet und zugleich ein Attentat auf den harmlosen Eisenbahn- reisenden darstellt, greift neuerdings in geradezu erschreckender Vermehrung Platz, zumal da sich besondere Firmen zur Anbringung solcher „Kilometerreklame" aufgetan haben. Auf gesetzlichem Wege läßt sich natürlich nichts hiergegen tun, es wäre aber tm Sinne des guten Geschmacks zu begrüßen, wenn die Presse wiederholt und dringlich auf diesen groben Unfug Hinweisen würde. Den Reklamestrmen ist es vielleicht gleichgültig, ob sie mit ihren unschönen Reklamebauten gegen, den auteu Geschmack verstoßen.
anziehungspunkt der Werke des Künstlers hauptsächlich in der Bildung wunderbarer Farbenschönheiten, nunmehr wird die dekorative Kunst mit der malenden gleichen Schritt halten. Durch die neue Erfindung wird es möglich fein, eine Vase, die bisher 80 Mk. kostete, schon für 20 Mk. bis 30 Mk. zu erstehen, was auch für den Handel von Bedeutung ist. Der neue Farbstoff wird das Platin vollständig ersetzen, und Sch. hofft damit noch schönere Farbeffekte erzielen zu können. Weiter wird die dekorative Wirkung der Gläser dadurch erleichtert, daß die zum Verdampfen des Platin notwendige Hitze (bis 2400 Grad) jetzt wegfallt und damit zur Erzielung einer größeren Formenschönheit eine sorgfältigere Bearbeitung des Kristalls ermöglicht wird. Von den 500 mit dem Großh. Wappen versehenen wertvollen Stücken besitzen Sachen: der Großherzog von Hessen, der Kaiser von Rußland, Freiherr v. Hehl, Freiherr v. Oettinger, das Gewerbemuseum Frankfurt, Grassimuseum Leipzig u. v. a. Für 45 000 Mk. hat der Künstler selbst im Besitz.
Die Großh. hessische Edelglasmanusaktur aus der Weltausstellung in Brüssel.
Man schreibt uns aus Darmstadt:
Zu den Künstlern, die im Geheimen Großes schaffen, gehört auch der Direktor der Großh. Edelglasmanufaktur Joseph E. .Schneckendorf. Erst durch das Ausland werden wir wieder auf ihn aufmerksam genracht. Das Lob, das ihm aus der Weltausstellung St. Louis 1904 sowie auf der Dresdener Ausstellung 1907 — König Friedrich August verlieh ihm die goldene Medaille — gezollt wurde, wird ihm jetzt auch auf der Brüsseler Ausstellung zuteil, nachdem er in Darmstadt 1908 entsprechende Würdigung gefunden hat. Schon auf der Mürrchener Ausstellung 1906 war uch die Kritik einig, daß Tiffanh, Köpping urid Galle wahre ^uwele der künstlerischen Veredelung des Glases geschaffen hätten, daß aber die Schöpfungen Schneckendorfs über allen dreien stehen. Auch die Brüsseler Ausstellung bestätigt dies durch die von Schneckendorf eingeschickten Vasen, von denen eine Brüsseler Kritik schreibt: Man sieht ü. a. die köstlichen Gefäße Schneckendorfs lDarmstadt) bei denen die Blumen und Ornamente in das Glas hineingezaubert zu sein scheinen und deren metallische Lasuren m ihrem farbenprächtigen Schillern an ausgegrabene antike Glasgefäße erinnern.
Bei einem Besuche, den ich dieser Tage dem Künstler ab stattete, konnte ich von dem Künstler freilich hören, wie er von manchen Seiten in Darmstadt beurteilt wird. Mit scharfer Satyre erzählte mir der Künstler: „Anläßlich meiner neuesten Auszeichnung äußerte sich die Gattin des Ministers 3E.: „Ach, das jft Wohl der Glasbläser?!" lieber denselben Künstler sagten die M. N. N. 1906: „denn das ist sicher, daß kein Glas- künstler der Gegenwart die Gläser Schneckendorfs erreicht oder gar übertrifft." Und wer einmal Schneckendorfs Sammlungen studiert, kann sich satt schwelgen an dem Zauber der unerhörten Farbenverbindungen und der reizenden Launenhaftigkeit der For-
Die Hauptbedingung bei Kunstgläsern: — die Vergeistigung des Materials — finden wir bei Sch. in ganz hervorragender -weile. Man sieht Zier- mrd Gebrauchsgläser in allen Größen, ueinc dunkelleuchtende Schalen in der Farbe und der eigenartigen ^erzweigung des Mosachats, irisierende Ziergläser, große Vasen, die trotz ihres derben Aufbaues echt künstlerische Auffassung verraten
Durch einen von Sch. neu entdeckten Farbstoff, der noch fein Geheimnis ist, wird nun feine Kunst in vollständig neue Bahnen gelenfr, da hierdurch die Fabrikation außerordentlich verbilligt und damit das Produkt populärer wird und da weiter auf die Formenschönheit, die bisher mit Rücksicht auf das bei der Bearbeitung hauptsächlich verwendete Platin immerhin eine beschränkte War, noch mehr Wert gelegt werden kann. Bisher lag der Haupt-
Das Eingreifen der Vereinigten Staaten in die Angelegenheiten der Republik Liberia ist nicht so harmlos, wie es sich nach dem bekannten Telegramm der „Köln. Ztg." in den Köpfen unserer derzeitigen göttlichen Auslandspolitiker malt. Es wurde mitgeteilt, es sei eine Verständigung mit Deutschland, England und Frankreich vorausgegangen. Hat man danach geforscht, welche Gegenleistungen England für seine Zustimmung bekommen hat, das sich bekanntlich sehr nachhaltig der liberischen Finanzen angenommen hatte? Es wird sich Wohl nicht nur um die Rückzahlung der 2000 000 Mark handeln, die England 1871 der Negerrepublik geliehen hat. Wir Deutsche tun's schon für nichts. Und doch marschiert in diesem westafrikanischen Freistaat der deutsche Raubet an der Spitze! Weite national denkende Kreise in Deutschland hatten die Hoffnung gehegt, daß über Liberia noch einmal die deutsche Flagge wehen werde. Bei geschickter Führung der Reichsgeschäfte hätten wir sicherlich gelegentlich unsere Ansprüche in dieser Richtung geltend machen können. Jetzt sind wir durch freundschaftliche Verständigung auch wieder über diese Sorge hinaus. Amerika nimmt Liberia, und uns passiert nichts. Die letzte verdienstliche Tat des Freiherrn v. Schoen. . . .
politifd?e Wochenschau.
Gießen, 30. Juli.
Es sind große Dinge geschehen, aber die Welt erfährt nur wenig davon, denn den Entschlüssen werden die Taten erst noch folgen. Das Rätselspiel um Bethmann-Hollweg geht immer ruhig weiter. Die neuen Staatssekretäre sind im Amte, aber sie arbeiten geräuschlos. Endlich soll alber, so schrieb vorgestern die „Straßburger Post", der Kanzler doch mit einigen Worten den Schleier gelüftet haben und zwar beim1 Empfang einiger Politiker und Publizisten. Er wolle keine „Sensationspolitik" treiben und die Wahlreform zunächst ruhen lassen. Er erwarte aber, im kommenden Winter die Parteien im Reichstage zu sachlicher, stetiger Bearbeitung der Versicherungsgesetzgebung und der S'traf- prozeßordnung zusammenzuführen.
Wir begreifen es, daß der Kanzler die sommerliche Ruhe nicht stören will. Aber einige Ereignisse sind doch eingetreten, über die man auch in der Ferienzeit das Volk etwas mehr hätte aufklären dürfen. Im englischen Unterhause, das noch emsig arbeitet und den Ministern täglich Gelegenheit gibt, über alle möglichen Fragen und Gerüchte sich zu äußern, sind vom Regierungstische aus wichtige Aufklä- rungen über die Frage einer Einschränkung der Flottenrüstungen erfolgt; es schien, als ob das amtliche England es endlich begriffen habe, daß Deutschland der Vervollkommnung seiner Wehrkraft noch nicht-entraten kann. Mit größter Ausführlichkeit ist über unsere deutschen Angelegenheiten gesprochen worden; in Berlin hielt man es nicht für nötig, irgend etwas baftu zu sagen. Es hat Zeiten gegeben, rn denen man der Befolgung des Grundsatzes: Schweigen ist Gold lebhafter zugestimmt haben würde als heute. Im Herbst soll eine neue Heeresvorlage kommen und im Volke, auch wohl bei den Abgeordneten, 'bilden sich jetzt schon die Meinungen darüber — ohne die Regierung, ohne ihre Führung oder Mitwirkung. Herr v. Bethmann-Hollweg braucht keine „Sensationspolitik" zu treiben, er mußte aber doch mit ebenso großem Nachdruck den Eindruck meiden, als fahre er in einem Wasser völliger Unentschlossenheit. Weshalb bekennt er in der Heeres- und Flottenfrage nicht Farbe? Hier kann nicht, wie bei der preußischen Wahlrechtsvorlage, geltend gemacht werden, die Frage sei nicht aktuell und brermenb. Vom Ausland ist das Gerücht verbreitet worden, der König von Italien habe in den Flotten frag en eine Vermittlung versucht, sei aber bei unserem Kaiser damit schroff angewiesen worden. Wir haben Bülows wiederholte Erklärungen im deutschen Reichstag, aber mir haben noch keine feste Gewähr dafür, daß der jetzige Kanzler auf demselben Boden beharren wird. Scheut er sich, seine Meinung und Absicht über die „Flottenfraae" frei heraus zu sagen, er, her die ruhigere Tätigkeit in oer inneren Bureaukratie der Entschlußfreudigkeit des Staatsmannes und Diplomaten vorzuziehen scheint?
Vielleicht kommt der Teich der amtlichen auswärtigen Politik wieder in ein sicheres Strombett, wenn Herr von Kiderlen-Wächter das Ruder ergreift. Er soll, nach einer Zeitungsmeldung, in Wien geäußert haben, es werde ihm wohl in Berlin nicht schwer fallen, seinen Ansichten über Die Tinge Geltung zu verschaffen. Das Hingt beinahe so, als werde das diplomatisch unbeschriebene Blatt Bethmann leicht und gern auf sich schreiben lassen. Daß der neue Staatssekretär in Mariendad zwei Tage mit dem gewandten und
Erstes Blatt 1««. Jahrgang Samstag 3«. Juli 1910
erscheint täglich, außer Bezugspreis:
Sonntags. - Beilagen: W ▼ monatlich75P^viertel-
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MU . General-Anzeiger für Oberhessen
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Im Jahre
Mill. Mk. Sisalhanf, für
1 Mill. Mk. Kaffee, für 1 Mill. Mk. Rohgummff für 0,8 Mitt'. Mk. Rohhäute, für 0,8 Mill. Mk. Kopra, für 0,6 Mitt. Mk. Elfenbein: aus Kamerun für 4,8 Mill. Mk. Rohgummi, für 2,7 Mill. Mark Kakao, für 2,2 Mill. Mk. Palmkerne, für 1 Milt. Mk. Palmöl, für 0,9 Mitt. Mk. Elfeirbein; aus Togo für 2 Mill. Mk. Mais, für 1 Mill. Mk. Palmkernc, für 0,5 Mill. Mk. Palmöl, für 0,6 Mill. Mk. Rohgummi, für 0,4 Mill. Ml. rohe Baumwolle; aus Südwcstafrika für 6,3 Mill. Mk. Kupfererz, für 1 Mill. Mk. Rohblei; von den Marschall-Inseln für 3,3 Mill. Mark Phosphat; aus Samoa für 2,4 Mitt. Mk. Kopra. Die Ausfuhr Kiautschous besteht wohl nur zum kleineren Teil in Erzeugnissen dieses Schutzgebietes, zum größeren aber Wohl in solchen des chinesischen Hinterlandes. Im Jahre 1908/09 umfaßte die Ausfuhr Tsingtaus u. a. für 18 Mill. Mk. Strohbotte/ für 5,5 Mitt. Mk. Erdnußöl, für 4,4 Mill. Mk. geschälte Erdnüsse, für 3,4 Mill. Mk. Schantung-Pongees, für rund 4 Mill. Mark gelbe Seide und Seidenabfälle, für 1,2 Mill. Mk. Bohn en- öl, füv 1 Mill. MS, schwarze Datteln.
zielbewußten Leiter her auswärtigen Politik Oesterreichs offenbar ernst verhandelt hat, sieht gleichfalls danach aus, als sehne der Kanzler sich danach, die Bürde der auswärtigen Polittk von seinen Schultern abzunehmen. Herr v. Kiderlen- Wächter hat jetzt eine ähnliche Aufgabe, wie sie Herr Dern- burg bei feinem1 Amtsantritt vorfand. Er hat unserer auswärtigen Politik wieder Richtung und Ziele zu geben. Und dann wird die Antwort auf die so beharrlich wiederholten Flottenverständigungspläne hoffentlich nicht nur einer Augenblickseingebung gefolgt sein.
Dem bisherigen Staatssekretär Freiherm v. Schoen wird keine Träne nachgeweint. Er soll sich, so hieß es in einer offiziösen Meldung, tief gerührt vom Personal des Auswärtigen Amtes verabschiedet haben, und er erhielt, so wurde gleichfalls geschäfttg mitgeteilt, vom Kaiser Franz Josef eine hohe Ordensauszeichnung. Als daran unser amtliches Wolffsches Bureau noch die Verkündung knüpfte, Freiherr v. Aehrenthal habe dem aus dem Amte scheidenden Staatssekretär in verbindlichsten Worten zu der österreichischen Auszeichnung gratuliert und Herr v. Schoen habe tiefgerührt gedankt, ferner, das „Wiener Fremdenblatt" habe gleichfalls dem Herrn v. Schoen einen freundlichen Abschi eds ar tikel gewidmet — da war die stolze Genugtuung über dem eisigen und ablehnenden Verhalten der deuffchen öffentlichen Meinung fertig. Herr v. Schoen geht, gnadenüberhäuft, nach Paris, wo er natürlich wie ein Retter begrüßt wird. Er hat ja, nach dem Urteil der Pariser Presse, bei der Mannesmann-Fraae die französischen Interessen so entschieden vertreten, als ob es die eignen, deutschen, wären. Herr v. Kiderlen-Wächter wird ein scharfes Auge auf die westliche Nachbarschaft haben müssen, und besonders auf unseren dortigen Vertreter, „daß er zur Pfeife nicht Fortunen dient".
Wie der Reichsregierung bei der Erledigung von Fragen der Zoll- und Handelspolitik ein ständiger Beirat, nämlich der aus Berttetern von Landwirtschaft, Industrie und §anbeC zusammengesetzte Wirtschaftliche Ausschuß, zur Seite steht, so soll, jetzt auch ein ständiger Wirtscyaftlicher Betrat zur Unterstützung der Reichskolonialverwaltung in kolonialwtrt- schastlichen Fragen geschaffen werden. Dem zu blldenden Beirat sollen vornehmlich auch solche Fragen zur Beratung und Begutachtung vorgelegt werden, die die Produktton: der von unserer heimischen Jndnsttie notwendig gebrauch-- ten Rohstoffe in den Kolonien betreffen. Diese Fragen sind, so schreibt die „Bolksw. Korr.", von großer Bedeutung, und der wirtschaftliche Beirat wird hier Gelegenheit bekommen, das Wohl der Kolonien und der heimischen Volkswirtschaft nach verschiedenen Richtungen zu fördern. Schon jetzt sind unsere Kolonien an der Versorgung des Mutterlandes: mit industriellen Rohstoffen und anderen für den heimischen" Konsum notwendigen Prodllkten ziemlich stark beteiligt. In dem Zeitraum 1903 bis 1908 ist die Ausfuhr unserer Kolonien wie folgt gewachsen. Der Wert der ausgesühr» ten Produkte betrug (in Millionen Mark):
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