tat [teuer für 1911 und Anweisung von Mitteln zur Vervollständigung des Kriegsfonds für 1910 abgelehnt.
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Petersburg, 28. Mai. Tmi Kaiser empfing in Zarskoje Sselo Abordnungen von Studenten der Petersburger Universität und der Petersburger f0od)|d)ule, wt Ganzen über 50 Studenten. Ter Kaiser redete zuerst Einzelne an und wandte sich dann an alle anwesenden Studenten mit einer Rede, in welclier er dein Tanke Ausdruck gab für die Liebe und Ergebenheit stir Rußland, die von ihnen vor den übrigen Kameraden bezeugt würden. Tann sprach er den ~ßuit)d) aus, das; diese Gefühle innner mehr erstarkten, damit Rußland ruhig, stark mid ruhmreich werde. Sodann trug der Kaiser den Studenten auf, ihren Kameradeii bekannt zu geben, das; es ihn freuen m^rde, ivcnn mit jedem Jahre die Zahl der Studenten, die wiche Gesmnungen an den Tag legten, wachsen werde Begeisterte Hurrarufe folgten diesen Worten. Ter Kaiser lief; sich daraus in der Mitt« einer Gruppe von Studenten p h o t o g r a b_l) i c r c n. Als der Kaiser Abschied liahrn, begleiteten ihn die Studentest mit Singen der Rationalhymne und .Hurrarufen.
Aus Hessen.
— Urkunden st e Ni pelgcsetz. Abg. Leun hat bei der Zwciren Kammer einen Antrag auf Abänderung des Art. 41 des Urkundenstempelgesetzes vom 28. März 1907 eingebracht. Der Antrag lautet:
§>ohe Zweite Kammer wolle beschließen, Großh. Regierung zu ersuchen, den Absatz 2 des Art. 41 des Urtundenstempel- gesetzes dahin obzuändern, daß ein besonderer Zuschlag für Versteigerungen von Grundstücken, die der Ortsgericksts- Vorsteher nach 8 Uhr abends abhält, nicht erhoben wird.
R. B. Darmstadt, 29. Mai. Der vierte Ausschuß der Zweiten Kammer hat soeben seinen Bericht über die Beratung betreffend den Bauarbeiterschutz hcraus- gegeben. Die Abgg. Ulrich u. Gen. hatten den Antrag gestellt, die Regierung zu ersuchen, den Landftändcn alsbald einen Gesetzentwurf vorzulegen, der einen wirksameren Bauarbeiterschutz vorsieht und aus dem Baugewerbe Arbeiter als Bautontrolleure heranzieht. Im gleichen Sinne lautete auch eine an die Kämmer gerichtete Vorstellung der Vereinigung der mittleren Baubeamten. Zu diesem Verlangen äußerte sich die Regierung in einem Schreiben an den Ausschuß, daß die fertiggestellten Entivürfe eines Gesetzes und einer Verordnung, betreffend den Arbeiterschutz und die Unfallverhütung bei Bauten an eine größere Anzahl von Jnteressentengruppen versandt worden seien. Rach Eingang und Berücksichtigung etwaiger für gut befundener Vorschläge würde der Kammer eine entsprechende Gesetz e s v o r l a g e zugchen, bei deren Beratung auf den Antrag und die Vorstellung zurückgekommen werden könne. Zm .Hinblick auf diesen Bescheid der Regierung betrachtet der Ausschuß ats selbstverständlich, daß bet Beratung dieser Vorlage hie beiden Anregungen mit beraten werden. Da aber Gesetzesvorlagen geschäftsordnungsgemäß nur vom Gesetzgebungsausschuß behandelt werden, so hält es der berichtende Ausschuß für unzweckmäßig, auf die Materie des Antrags näher einzugehen und beantragt deshalb, den Antrag Ulrich u. Gen., sowie die Vorstellung der Bereinigung der mittleren Baubeamten für vorläufig erledigt zu erklären und die Regierung zu ersuchen, die Gesetzesvorlage betr. Bauarbeiterschutz baldigst den Landständen zugehen zu lassen.
R. B. Darmstadt, 29. Mai. Tie Regierung hat der Zweiten Kammer eine Regierungsvorlage, betr. den Erwerb von Grundstücksteilen in der Gemarkung Groß-Umstadt .'ugehcn lassen. Um für das neue Pfarrhaus für die katholische Kirchengemeinde zu Groß-Umstadt die geeignete ^u- fahrtstraße zu schaffen, beschloß der Gemeinderat, die dortige Schloßgasse bis zur Sakristei der neuen Kirche durchzuführen, wozu es einer Grenzregulierung bedarf und zwar derart, daß zum Landeseigentum gehöriges Gelände, 275 und 40 Quadratmeter, an die Kirchengemcinde abgetreten werden. Der dafür von der Stadt zu zahlende Kaufpreis ist auf 412.50 Mk., der von der St'irdjcngemeinbc zu zahlende Kaufpreis auf 60 Mk. festgesetzt. In der Regierungsvorlage wird die Kämmer um Genehmigung zu dieser Geländeabtretung ersucht.
Darmstadt, 29. Mai. Abg. Ulrich hat an die Regierung eine Anfrage gerichtet, ob sie Kenntnis davon habe, daß sich bei den Offenbacher R i v e au - U e be r g äugen der Bebraer Eisenbahn „die Gefahren für Leben und Gesundheit der Passanten derselben fortgesetzt steigern" und was sie bei der preußischen Regierung „glaubt fordern zu können", um die Gefahren schleunigst einzuschränken, wenn sie nicht ganz zu beseitigen sind, bevor eine allgemeine Riveau-Ueberführung stattgefunden hat.
Deutsches Reich.
Am Sonntag mittag trafen im Reuen Palais der italienische Minister des Auswärtigen Marquis di San Giuliano und sein Kabinettschef Eonte Sforza ein. Beide Herren wurden vom Kaiser empfangen. 5)ierauf ha 11e der Kaiser eine Unterredung mit Marquis bi San Gni 1 iano allein. Der Kaiser verlieh dem Minister Marquis di San Guiliano und dem Botschafter Pausa das Großkreuz des Roten Adlerordens.
Der Staatssekretär des Reichspostamts sprach den Oberpostdirektioneu in einem Erlaß seine Befriedigung über die erfolgreichen Bemühungen ans, wegen der verminderten Telegrapheiibauarbeiten den beschäftigungslos gewordenen Telegraphenarbeiten anberroeite Arbeit in den Reichs-, Staats- und Privatbetrieben zu verschaffen. Der Staatssekretär empfiehlt den Oberpostdirektioneu nötigenfalls gleichartige Schritte noch bei den Landwirt- schaftskamniern zu tun.
Die „Rordd eutstche Allgemeine Zeitung" schreibt über das Scheitern der preußischen Wahl- re chtsv or 1 a gc: Es sei im Interesse des Landes tief bedauerlich, daß kein positives Ergebnis erzielt worden sei. Sie wirft einen geschichtlichen Rückblick auf den Werdegang der Vorlage, führt aus, daß, nachdem die Staatsregierung den Parteien soweit entgegengetommen sei, niemand ihr den Borwurf machen könne, das Scheitern verursacht zu haben, protestiert gegen die demokratische Behauptung, die Regierung hätte aus Rücksicht auf ihre Autorität zu einer gegen die Konservativen gerichteten Auslösung des Ab- .geordnetenhauses schreiten müssen und schließt: Es handelt sich um eine einschneidende Aendermtg der Verfassung. Solche Fragen pflegen nicht auf den ersten Antrieb gelöst zu werden. Die sachliche Haltbarkett der Lösung ist für Regierung und Land roid)tiger als Schnelligkeit.
Wie der Hanfabund mitteilt, ist die Meldung der „Kölnischen Volkszeitung", nach welcher die „Rakional- zeitung" vom .Hansabunde angekauft worden fein soll, in allen Teilen erfunden.
Bei den Ei ni gun gs ver h an d l un g e n im Bau- gewerbein Berlin wurden am Samstag die einzelnen Streitpunkte eingehe,ib erörtert. Tie U n in ässe der gestellten neuen Anträge und Erklärungen macht nunmehr. eine übersichtliche Zusammenstellung der gesamten
strittigen Punkte notig. Dieser Arbeit' werben sich die Unparteiischen am Montag unterziehen.
Die Einigungsverhandlungen zwischen der Firma D' ü r r k o p u. Eo. und den 'ousgesperrten Metallarbeitern führten nad) längerer Dauer zur Beilegung der Streitpunkte und Au f h e bung der Aussperrung. Die Arbeiter der Ringschifschen-Abteilung und der Rickeiei nehmen die Arbeit zu den früheren Bedingungen wieder auf. Die Firma Dürrkopp erklärt sich bereit, die Löhne der Rickeieiarbeiter einer Revision zu unterziehen. Sieben Arbeiter, deren Wiedcreinstellung die Firma ablehnte, werden nicht wieder eingesteilt. Sie dürften jedoch in anderen Betrieben Bielefelds Beschäftigung finden.
Aus Mar bu rg wird berichtet: Auf dem am 29. d. M. im Restaurant Lahngarten in Wehrda abgehaltenen deutschsozialen Parteitag für Hessen und Waldeck wurde beschlossen, als Kandidaten der Partei für die nächste Reichstagswahl den Landwirt und Schmiede- meister Rupp aus Niederwalgern aufzustellen. Nachmittags fand ein vorwiegend aus der Stadt besuchtes Volksfest statt, bei welchem der Kandidat Rupp, sowie die Reichstagsabgeordneten Liebermann v. Sonnenberg, Lattmann, Bindewald und Raab Ansprachen hielten.
Aus Mannheim wird gemeldet: Wegen der auf ernste Lohnkämpfe in b er Tabakindustrie hindeutenden Bewegung unter den Tabakarbeitern, schlossen fid) die d cutschen Arbeitgeberverbände der Tabak- und Zigarrenindustrie zu einem neuen Arbeitgeberbund zusammen.
ZiUSLttUö».
Aus Brüsse 1 wird gemeldet: Der König und die K ö n i g i n d e r B c 1 g i e r sind Sonntag abend gegen 11 Uhr 30 Minuten nach Berlin abgefahren.
iAus Teheran wird gemeldet: Der frühere Post- minister E m i n e 1 Mu 1 k ist durch einen Schuß aus einem Mausergewehr schwer verwundet worden und bald darauf gestorben. Der Mörder gehört zu den Mudjeddins.
Aus Stafct und Cawö.
Gießen, 30. Mai 1910.
1 “1 Tageskalender für Montag, 30. Mai. Abends 8*/4 Uhr: Eröffnungsvorstellung des Zirkus Eharles.
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* * Die 12. Hauptversammlung des Verbandes hessischer Finanz beamt en tagte gestern hier. Nachdem schon am Samstag viele Mitglieder des Verbandes hier eingetroffen waren, fand am Nachmittag 41/» Uhr eine Besichtigung ' der Sammlungen des Ober- hessischen Geschichtsvereins und der Empfangsräume für den Großherzog und die Großherzogin im alten Schloß statt. Hauptmann a. D. Dr. Kramer hatte die Führung übernommen. Abends war ein Begrüßungsfest mit Damen zu Ehren der Gäste im Wintergarten des Hotel Schütz mit musikalischen und sonstigen Darbietungen veranstaltet worden. Am Sonntag vormittag begannen die Verhandlungen der Hauptversammlung. Nach der Berichterstattung über die Verbandstätigkeit und Ablage des Rechenschaftsberichts entspann fid) eine längere Aussprache über die Erweiterung der Aufgaben des Verbandes, wobei der Hoffnung Ausdruck verliehen wurde, daß die Lage jedes Standes fid) durch eine baldige Besoldungsreform bessere. Nachmittags waren die Gäste in geselligem Zusammensein auf der „Karlsruhe". Als Ort der nächstjährigen Hauptversammlung wurde Worms beftimmt. (Näherer Bericht folgt.)
* * Universitätsbibliothek. Vom 1. Juni ab| werden die Lesesäle der Universitätsbibliothek auf die Dauer des Sommersemesters schon von 8 Uhr ab geöffnet fein.
* * Das Museum für Völkerkunde, das gestern sehr gut besucht war, ist von heute ab auf einige Wochen geschlossen. Es besteht übrigens die Absicht, das Museum in dem Neuen Schloß unterzubringen.
• * Zigeunerkonzert, lieber das österr.-ungarische Orchester, das Mittwoch in Steins Garten ein Zigeunerkonzert gibt, schreibt das Kasseler Tageblatt: „Das Konzert des österr.-ungar. Orchester bietet allen, auä) den verwöhntesten Musikliebhabern einen Genuß ersten Ranges. Es ist ein eigenartiger Reiz, welcher die bald elegischen und klagend bald zum feurigsten Rhythmus hin- aufsteigend und wohltuend auf das Ohr wirkenden ungar. Weisen umgibt. Das aus Damen und Herren bestehende Orchester sind ihrer Aufgabe vollständig gewachsen und führten als vollendete tüchtige Künstler das Programm, auf dem nur berühmte Tonkünstler ihres Heimatlandes standen glanzvoll durch. Fräulein Sadonie ist eine vortreffliche Sängerin und der Direktor Urbany geradezu ein Virtuose aus seinem Instrument. Die Aufführung: ein Märchen aus 1000 und eine Nacht ist durch seine Farbenpracht überraschend und wurde hier noch nicht in solcher Vollendung gezeigt, so daß das Ange nicht müde wurde, den herrlichen Verwanblungen zu folgen. Man kam aus dem Sehen, Hören und Staunen nicht heraus. Wir empfehlen hiermit aufs wärmste den Besuch des Rakoezi-Konzerts."
* • Verhaftet. Der frühere Rechtsanwalt Klarenar wurde gestern in Untersuchungshaft genommen. Er wird der Unterschlagung, Untreue und des Meineides beschuldigt.
-r. Ulrichstein, 28. Mai. Die Mttglieder der Spar -und Lcihkasse Ulrichstein hatten sich heute zur General-Versammlung cingefunden. Für das abgelaufcne Wirtschaftsjahr konnten cm die Mitglieder 6 Proz. Gewinn verrcitt werden. Außerdem erhalten die erschienenen Mitglieder je 5 Mk. Tagegelder. Rach Schluß der Generalversammlung fand gemeinschaftliches Mittagessen im Darmstädter Hof statt. Die Kosten hierfür werden aus Mitteln der Kasse bestritten.
A Dirlammen, 28. Mai. Hier trug sich am Freitag eine schwere Bluttat zu. Der wohlhabende Landwirt Hck. Fink war vom Felde heimgekommen, da er glaubte, Grund zur Annahme der Treulosigkeit seiner Frau zu haben, so eilte er in den Stall und holte die schwere Axt. Seine Fran sand er in der Stube aus dem Stuhle sitzend, von hinten schlug er mehrmals auf sie ein. Auf das Geschrei der Frau eilten Schwiegervater und Großvater herbei und rissen den Wütenden weg. Doch die Frau lag blutüberströmt und bewußtlos am Boden; die Aextschläge hatten ihr den Schädel zertrümmert und klaffende Kopfwunden verursacht. Landwirt Fink ist 32, seine Frau 31 Jahre alt, sie lebten lange Jahre in glücklicher Ehe, der 3 Kinder entsprossen. Der Mann ivurde krank, kam insDLad und wurde nun eifersüchtig gegen feilten fast 60jährigen Pater. Die Frau ist schwer verletzt, man zweifelt an ihrem Auskommen. Der Täter wurde verhastet.
X Butzbach, 29. Mai. Anläßlich des Turnfestes in Münzenberg hatte die Butzbach — Licher Eisenbahn einen Verkehr wie nie zuvor. Sämtliche fahrplanmäßigen und die Sonderzügc waren überfüllt und konnten nicht alle Passagiere befördern. Die Züge fuhren durchschnittlich 10 Wagen. In Münzenberg sind am Abend innerhalb zwei Stunden über 1000 Fahrkarten verkauft worden.
x Bad- Ra u I) c i m, 29. Mai. Der Friedberger Musikverein führte gestern abend im neuen Konzcrthcrus Haydn's „Jahreszeiten" unter Mitwirkung der Kurcapetlc und unter Leitung von FM Usinger-Friedbcrg auf. DaZ Konzext-
bas se'hr zahlreich besucht tirax, hinterließ einen starken' Eindruck. Die mitwirkenden SoSissten waren: Anna Hesse- Berlin (Sopran), Karl Sattler-Stuttgart (Tenor', Richard Schmid-Hannover (Baß). — Aich der Terrasse wo heute mittag und abend die 115er von Darmstadt spielten, war das Leben, wohl infolge des WiltterungSumschlags, nicht so bewegt wie an den vorhergehenden Sonntagen. Es fehlten besonders die Befudpw aus der näheren Umgebung. — An der Rebcnba hn von hier
nach Griedel bestand seither ein Ucbel- stand, der vom Publikum sehr beklagt ivurde. Es
war reicht der geringste Bahul-ofs'dau, nick)t einmal eine Schutzyalle vorhanden. Bei Regenmetter mußte das Pubtt- kum ohne Schutz sich am Bahnsteig unter freiem Himmel auf halten. Die Fahrkarten rnußtcm im Postwagen des Zuges gelöst werden. Auf vielseitiges Drängen hin ist seit gestern der Mß-stand durch ErrichtMtg einer provisorischen Wellbled)bude beseitigt worden.
-1 Hoch-Weisel, 29. Mai. Hier fand gestern und heute Kirch weihe, der fogenanntc Hoyer, auf einem Platze mit dem gleichen merkwürdigien Namen statt. Das Wort Hoyer soll aus heidnischer Zech, vielleicht von Hunnen herrühren. Leider ist der diesjährige Hoyer nicht vom besten Wetter begünstigt. Am Sonntag nachiuittag setzte ein heftiger Regen ein.
-1. Fauerbach v. d. H., 29. Mai. Am Sonntag veranstaltete der hiesige Kirchengesangverein ein gut besuchtes Kirchenkonzert. Solopartien hatten u. a. zwei Gießener Damen, Fcl. Lehr und Frl. Heineck, übernommen. Die von ihnen vorgetragenen Lieder fanden großen Beifall. Orgel- solis wurden tn bekannter kunstgerechter Weise van Herrn F. Hitzerath aus Frankfutt a. M. gespielt. Gleichgroßen Beifall brachten die von Frl. Jakobowski und Lehrer Lehr vorgetragenen Lieder und die des Kirchien- und des Kinderchores.
R. B. Darmstadt, 29. Mai. Der Kreistag des Kreises Darmstadt fand gesternHier statt. Den Vorsitz führte Provinzialdirektor Fey, i>er vor Eintritt in die Tagesordnung den verstorbenen Mitgliedern, Provinzial- direktor Geh. Rat v. G r a n c y , Oberbürgermeister Morn e- w e g und Bürgermeister Pons- Gräfet.chauscn einen Nachruf widmete. In seiner Erö-ssnungspedc gab dann der Vorsitzende die Versicherung ab, daß er Der Wohlfahrt und den Interessen des Kreises ein ganz besonderes Augenmerk widmen werde. Stadt und Land waren auseinander angewiesen; der Ausgleich wäre in dckt Kreisverwaltung gegeben. Die Entwicklung Darmstadts stehe voran, aber Darmstadt habe aud) ein großes Int er es je an dem Blühen der Landgemeinden. Die Rechnung schlies'tt mit 670,766 Mk. in Einnahmen und 639,864 Mk. in Au^zaben, so daß ein Ueberschuß von 30,802 Mk. verbleibt. tLer Absck)luß des Jahres 1910 gestaltet sich günstig. Die Kreisumlagen betragen 451,520 Mk/ uitd sind 2000 Mk. niedriger als im Vorjahre. Für 1911 ist eine weitere Herabsetzung der Umlagen möglich. Die Kosten für Ortsarnre und Geisteskranke hat der Kreis den Gemeinden abg'cnommen. Die Lasten hierfür betragen rmtd 170,000 MW Für Straßenunterhaltung sind 52,385 Mk. angegeben. Die Kosten für landarme Hilfsbedürftige belaufen sich auf 30,000 Mk., für Zwangserziehung auf 52,000 Mk. Die Aufgaben für Epi- lepttsche stellen fid) auf 26A000 Mk. Der Kreistag nahm dann nock) einen Antrag an, den Kreisbeamwen eine Teue- rungszulage von fünf Prozent d-es Gehalts zu gewähren, vorausgesetzt, daß auch i>er Staat die Teueruungszulage eintreten läßt.
rrn. Darmstadt, 29. Mai. Die hessische Schuhmann- schule, an der 12 Schutzleute, davon 6 aus Doamstadt, 4 aus Mainz und je einer aus Gießen und Wornks teilnahmen, wurde am Samstag nach achtwöchentligem Kurs durch eine Prüfung geschlossen. Am Vormittag wurden schriftliche Ausgaben erledigt, während nachmittags praktische Vorführungen tnr Krankenbeförderungs- und Rettungsdienst, sowie Pn Turnunter-, richt stattfanden.
Offenbach, 28. Mai. Die 26jährige Lehrerin Elisabeth Saßmannshausen hat sich heute rmcht in ihrem Zimmer erschossen.
R. Mainz, 28. Mai. Zu Ehren der Aniiresenheit der SchweizerSänger in Mainz Veranstalter der Nlainzer Atän- nergesangverein in dem festlich geschmückten Saale d«n Liedertafel einen Kommers, den durch einige luftige, flotte Weisen die Kapelle des 87. Jnf.-Regts. ein leitete. Darauf folgten die Begrüßungsansprache des Vorsitzenden des hiesiaen Vereins, Herrn Wolle, eine andere Rede des Oberbürgermeisters D^. Göttel- mann und eine des Kreisamtmanns Rhon. Herr Kirsch- g r a b e n e r, der Vorsitzende des St. Gallener Vereins pankte für bic Aufnahme und überreichte dem Vorstand des Mai^;er Vereins einen prachtvollen silbernen Pokal. Zwischendurch 'nmrbcn Gesangvorträge aller Art geboten. Heute wird sich eine Rheinfahrt nach dem Riederwalddenkmal anschließen.
W. 5 r a n E f u r t a. M., 28. Mai. Im hiesigem städtischen S ch w i m m b a b e kam man langjährigen u m s a v>-g re i che n U n t e r f d) l a g u n g e n auf bic Spur. Nenn Babebiener, darunter brei Mitglieder bcs Arbeitsausschusses, würben entlaffctt, alle neun sinb geständig. Die Höhe der Unterschlagungell läßt sich noch nicht übersehen.
X Hanau, 29. Mai. Der aus dem BuchkuTge^ einem Ausläufer des Spessarts, errichtete AuSsichtstiurm, der eine Höhe von 28 Meter besitzt und 10000 Mk. Baukosten erfordert hat, ist heute nachmittag eingewcihit worden. Die Weiherede hielt der Vorsitzende des Buchbergvereins, Rentier Hch. Henckel-Hanau. Die Baukosten sind aufgebracht durch Beiträge des BuchbergvereinS und freiwillige Spenden aus Stadt und Land.
üirebe und Schule.
AuS Anlaß der 300. Wiederkehr der Heiligsprechung des heiligen B a r r o m ä us veröffentlicht, wie aus Rom geinclbct wirb, ber Papst eine Enzyklika zum Lobe bes Heiligen, in ber er erklärt, baß bie mobernistische Bewegung der Gegenwart ber Bewegung ähnlich fei, gegen bic ber heilige Borromäus gekämpft habe^ da es sich dabei um den Verbuch eines allgemeinen Abfalls vom Glauben und von der Disziplin der Kirche handele. Die Enzikla empsiehlt den Geistlichen den katholischen Glauben unveränderlich gegen die verkehrten Ansichten des SDlo- dernismus zu bewahren, unb gibt bie anzumenbenden Mittel an, barunter namentlich bie Lehre des Katechismus. Sie bekämpft die Abschaffung des Religionsrinterrichls in den sogenannten Laienober neutralen Schulen, rät zur Begrünbung von Ordensschuleu unb erinnert an gewisse Lander, in denen unter dein salschenMamcn der Freiheit bie härteste Tyrannei herrsche. Die Enzyklcka schließt mit bem päpstlichen Segen.
Sport.
Frankfurt a. M., 29. Mai. Internationale Ausstellung für Spon n n b Spiel. Herren-Fe-chten: schwere Säbel: 1. Santer-Wicsbaden nut 22; 2. August Wielandt- Frankjrrrt a. M. mit 21; 3. Lows Stassen-Hanau mit 21; 4. Richard Staadt-Wiesbaden mit 20; 5. Otto Licsehoeser-Elberfeld mit 19 Punkten. 15 Herren standen in Konkurrenz. Herren--F«chten Scnior-Tuell: 1. Desmet-Brusjel mit 7; 2. Michel-Brüssel mit b;


