Ausgabe 
25.2.1910 Drittes Blatt
 
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ftnrmunw schüfen vor ben mancherlei Einflüssen, btc auf sie ein* wirken. \

Rachdcm Noch rin frei finniger Redner empfohlen hatte, ör dieser Frage die Wahlwänncr durch Hauptstimmen zu ersetzen, wird der An trag abgelehnt gegen die Stimmen der National- Tiberalen und der gesamten übrig-rn Sintert. Mit derselben Mehr­heit Wird der § 2 2 das konservativen Antrages an- genommen. Tie übrigen Paragraphen werden ohne wesentliche ?Iussprache erledigt. Gegr-n die Stimmen der Linken wird be- schLossen, die beantragten Entschließungen, darunter die national- liberale, fveklbnservattve und freisinnige, über Vermehrung dev Abgeordneten oder Neueinteilung der Wahlkreise <mt Schlüsse der zweiten Lesung zu erledigen. Zwischen der ersten und Metten Lesung soll ein Mdattionsausschuf] die Beschlüsse der ersten Sefungj revidieren. Tic zweit? Lesung beginnt am Donnerstag den 3. März, 10 Uhr vormittags.

Au; den Reich;tag;au;schüffen.

:: Berlin, 24. Febr.

J'm Budget--APsschuß des Reichstags wurde der Marinehaushatt löriter verhandelt. Infolge der zunehmen den Verwendung der Schifssturbinen soll auch die Werst zu Wilhelmshaven cbenfo wie die Werst in Kiel in den Stand gesetzt werden, Turbinen für g»ße Schiffe im eigenen Betriebe her zustellen und zu reparieren. Die Forderung hierfür wird bewilligt, Aus dem Ausschuß wird gewünscht, den Turbinenbau mehr bei .Privatindustrie zu überlassen. Die Marineverwaltung be . tont demgegenüber, früher feien 50 Prozent, jetzt 76 Prozent der Neubauten auf Privatwerften gebaut ivorden: es solle abe versucht werben, dies Verhältnis noch weiter zugunsten der Privat Industrie zu änbem.

Beim Neubau des Zentralkesselhauses auf der Werft zu Kiel torrb die erste Rate von 250000 Mark um 40000 Marl gekürzt. In einer Aussprache über das F u n k s p r u ch s h st e m Seilt der Staats,etrehir mit, daß die deutschen Kriegsschiffe selbst verständlich das deutsche System erhalten. Zum Bau einer Ka ferne au f Helgo land wird xinc erste Rate von 400006 Mark gefordert. Es wird Aufklärung gewünscht über die Fraw Jber Gefährdung der Ju.se l mit Rücksicht auf die preußische 'Forderung. Staatssekretär v. Tirpitz erklärt, der Felsen bleibu bestehen, aber wie schon früher gesagt, sei auf der Luvseite au weichen Stellen eine Abbröchelimg möglich Ta müsse man Plvm den untersetzen. Aus dem Ausschuß wird hierzu bemerkt, daß nach der preußischen Begründung alles so r t s chwi m m - und die Reichsmillionen mit. Tatsächlich sei die Sag: nicht so ernst, '.-ei etwa lij Meter finde die Mauer Baugrund Sie werde einen ausreichenden Wellenbrecher bilden und die Unter wühlungen, die das Gefährlichste seien, verhindern. Der angeforbert' Kasernenbau solle möglichst beschleunigt werden. Zum Bau eine. Ingenieur--- und Deckoffizierschu le in Kiel, die. erforderlich ist, weil die Scfeule in Wilhelmshaven zu klein ge worden ist, ist eine erste Rate von einer helben Million aufgc fordert. Ter Gesamtanschlag hierfür wird um 200 000 Mar gekürzt, die crjte Rate aber in voller Höhe genehmigt. Bei weiteren Titeln werden ebenfalls noch kleine Abstriche gemacht.

Der v e r st ä r k t o G e s ch ä f t s v r d n u n g s -- A u s s ch u ß des Reichstags beschloß zu § 48 der Geschäftsordnung auf Antrag der Natronalliberal.'n gegen die Stimmen der Konservativen:Wenn ein Bundesratsbevollmächti gttr außerhalb der Tagesordnung da Wort nimmt, kann der Reichstag die Eröffnung der Debatte be schließen." Nach der geltenden Bestimmung der Geschäftsordnung Tann ein Bevollmächtigter zum Bundesrat jederzeit außerhalb be; Tagesordnung das Wort ergreifen, ohne, daß eine sofortige Er widerung aus dem Reichstag möglich^ ist.

Der Justiz ausschuß des Reichstages verhandelte heut Tn ^Weiter Lesung über d ' Beleidigungs- und den .Körperverletznngs- lpavagraphcn der Strafgesetznovelft. Tic Verhandlung über b? Beleidigungsstrafen wurde abgebrochen, da der in erster Lesung angeiwinmene Regierungsvorschlag auf Widerspruch, namentlich beim Zentrum, stieß. Es wurden neue Anträge in Aussicht ge stellt, in der Richtung, daß zu wirksamerem Schutz des Privat lebens ein besonderes Delikt der Verletzung von Privatgeheim Nissen gebildet wird. Ter Paragraph über die Körperverletzung wurde im Sinne der Regierungsvorlage mit unwesentlicher Aendc rintg angenommen

Aus Stadt und Land.

Gießen, 25. Februar 1910.

Gewerblicher Fortbildungsunterricht.

Die Hessische Zentralstelle für die Ctetoecle als Ge­schäftsstelle des Lmrdesgewerbevereins hat in ihrem Jahres­berichte der in Angriff genommenen Umwandlung des ge werblichen Fortbildungsunterrichts einen breiten Raum der Betrachtung gewidmet. In Hessen besteht durch Laudesgcsetz seit 1874 ein allgemeiner dreijähriger Fortbildungsschuf- -zluang, jedoch ist der Besuch des gewerblichen Zeichenunter­richts in den Handwerker-Sountagsschulen freÜDillig. Aus verschiedenen Gründen, besonders aber zur Verbesserung dieses Unterrichts und um den Pflichtforlbildtmgsunter- richt beruflich gestalten, haben im letzten Jahre ein­gehende Erörterungen int Landesgewerbeverein, in den taiöen Kammern der Land stände und in derDeffcutlid)- ke.it stxittgesunden. Bei der Zentralstelle für die Gewerbe und in den betreffenden Lehrerkreisen herrscht die Ansicht vor, daß trotz der besten Vorschriften und Grundsätze für die Erteilung des Handwerker Sonntagsunterrichts und trotz der besonderen Lehrerausbildungsßurse dieser Unter­richt einer gewissen Sicherheit und Stetigkeit stets ent behren wird infolge der häufigen Lehrerwechsel, dem diese Schulen naturgemäß dadurch unterworfen sind, daß die an Sonntagen unterrichtenden Techniker und Lehrer nur int Nebenan:te tätig sind. Osrundsätzlich wird die beruf-- licho Aus g osta t tAN g des Pfltchtfortbildungs- Unterrichts gefordert und damit ein allmäh l i ch e s Auf geb en des Sonntagsunterrichts für die -Lehrlinge, beginnend in den größeren Städten, weiter- gebend auf die Kreisstädte und größeren Gemeinden. Eine durchgreifende und gleich.zeitrge Anfliebung des jetzt be- '^Lhenden Sonntagsunterrichts bis tn die kleinsten Ge­meinen würde das Handwerk empfindlich schädigen, weil damit gerade dem Lattdhandwerker die einzige Gelegen- .heit Kur weiteren Ausbildung entzogen würde, während in vielen Städten neben dem Sonntagsunterricht auch Werk­tagsschulen bestehen. Tic Zentralstelle hofft, daß nach dem Beispiele Badens und Württembergs und vieler deutscher Städte sich auch in Hessen eine befriedigende Lösung dieser brennenden Frage finden wird, welche die Forderung einer gründlichen Erteilung des fachlichen Fortbildungsunter- richts einerseits und die berechtigten Wünsche der Hand­werksmeister andererseits aus einer mittleren Linie des Erreichbaren zusammen führt.

* Die Umlage der Hess, land- und sorstw Berufsgenossenschaft für 1909 beträgt 1071 542,53 9)11. Hiervon sind durch Barzuschläge zu erheben 3385 Mk., während 1 068 157,53 Mk. auf die beitragspflichtigen Steuerfapitalien umzulegen sind. Ta die Gesamtsumme der beitragspflichtige! Steuerkapttalien einschl. der Nebenbetriebe 8 310 927,4 Gulden /14 247 304,1 Mk.) beträgt so ergibt sich ein Ausschlag vo> j 2,852 Pfg. auf den Gulden Steuerkapital (7,497 Pfg. au» ye Mark)» Demnächst. findet die Erhebung dieser Umlage

in einem Ziele unter Zusendung besonderer AnforderungS- zettel statt. DaS Reichsgesetz vom 15. Juli 1909 beseitigt die seitherigen Vorschußleistungen der Postbehörden für die Unfallentschädigungen und verlangt von den Tragern der Unfallversicherung die Ansammlung eines Betriebsfonds, ans dem künftighin die Postoorschüsse zu decken sind. Hierdurch erklärt sich, neben der zuständigen Zunahme der Unfälle, die Erhöhimg der Umlage.

** Der Verband Deutscher Gewerbevereine und Hand Werkervereinigungen versendet den Bericht über die Tätigkeit des Verbandes, dessen Vorort zurzeit der Ge­werbeverein für das Großherzogtum .Hessen ist, über das 18. Ver­bandsjahr 1909. Danach gehören dem Verbände 1449 Vereine mit 152 837 Mitgliedern an. Die Gesamteinnahmen betragen 19 903 M., die Ausgaben 17 064 Mk., das Vermögen 24 588 Ml. liebet die Tätigkeit des LandesgewerbevereinK für Hessen haben wir Ausführliches schon mitgeteilt. Ehrenvorsitzender des Ver­bandes i|t B. Berghausen, Fabrikant und Stadtverordneter, Vor­sitzender des Gewerbevereins für Köln und Umgegend, Köln. Den Ortsvorstand bilden: Noack, Geh. Regierungsrat, Vor­sitzender des Hess. Landesgewerbevereins und der Großh. Zentral- ftellc für die Gewerbe in Darmstadt, Landtagsabgeordneter, Verbandsvorsitzender; Reuter, Gewerberat, Sekretär bei der Großh. Zentralstelle für die Gewerbe in Darmstadt, stellv. Vor­sitzender : sowie als Vorstandsmttglieder Berndt, Geh. Bcmrat, ord. Professor-Darmstadt, Ehrhardt, I., Verlagsbuchhändler-Bens- hettn a. d. B., Götz, £., Rechnungsrat-Darmstadt, Jochen:, G. H., Gewerberat-Worms, Knipp, K., Schlossermeister - Bad-Nauheim, Mahr, A., Verbandssekretär und Schatzmeister, Weber, Justus, Zofznnmermaler-Darmstadt, Wiener, Dr., Geh. Hofrat, ord. Professor-Darmstadt.

** Vom Landes-Lehrerverein. Der Voran­schlag des Landes-Lehrervereins für 1911 ist in Einnahme mb Ausgabe auf 14 225 Mk. festgestellt worden, wobei die Mitglieder^ahl zu 3350 angenommen ist. Ter Deutsche Lehrerveretn will mit dem 1. Juli 1911 die Haftpflicht­versicherung der Mitglieder übernehmen, wofür für jedes Mitglied 15 Pfg. mehr an den Deutschen Lehrerverein zu /ahlen sind. Für die Vertreter-Versammlung in Bad Nau- jeint, die in der Woche nach Ostern abgehalten wird, sind i. a. folgende Anträge etnge^angen: Bei den maßgebenden Faktoren soll der Antrag Köhler, sowie der des Bürger- .ereins Gießen wegen Aenderung der F e r i e n o r d n u n g mterstützt werden (Wald-Michelbach). Das Leich en- linken i>st aufzuhaben. Es ist eine veraltete und unzeit­gemäße Einrichtung und nicht mehr mit dem Amt eines Lehrers zu vereinigen, da es zu manck)erlei Mißhelligkeiten ührt (Osthofen). Der Landes-Lehrerverein solle beim Mi­nisterium des Innern dahin vorstellig werden: die Ver- ügung vom Sommer 1908 derart abzuändern, daß es den Gemeinden so lange unbenommen ist, Ortszulagen zu ae- oähren, nm einen gerechten Ausgleich ihrerseits schassen zu tänncit, als die Lehrer nicht den mittleren Beamten zleichgesbellt sind und die Gehaltsbezüge der seminaristisch gebildeten Lehrer selbst, je nach den Schulgruppen, denen fteselben angehören, noch verschieden bemeffen werden. «Friedberg, Bad Nauheim.) Der Vorstand be5. Landes- Lehrervereiits wolle bei Großh. Staatsregierung bean- .ragen, daß in Zukunft die Bestimmungen desBürgerl. Gesetzbuches^, die zwischen Mietern und Vermietern gelten, auch aus die Inhaber von Lehrerwohnungen Anwendung ,inben. (Gonsenheim, Meder-Olm und Weisenau.) Ter Feuer-Versicherungsverband hessischer Leh­rer hält seine Generalversammlung gelegentlich per Vertreterversammlung am 30. März, vonnittags 9 Uhr, . beusalls in Bad Nauheim ab. Der Lehrer- s rapendank an Vater Backes zum Büsten des Lehrer- ycims Vogelsberg hat bis jetzt 725 50 Mk. erreicht.

** Promotionen von Oberhessen an der Landes- iniversität 1909. NegierungSassessor Hch. Kühn ans Gießen <Rechtswissenschaft), Hans Ohnacker aus Butzbach, Franz .'lllendorf ans Schotten, Karl Staudinger ans Vilbel unb Karl Dickors ans Lollar (Medizin), Herrn. Buttro» aus Hungen (Tierheilkunde), Lehramtsreferendar Hch. Lepper auS Gießen, cand. ehern. Wilh. Gorr aus' Münzenberg, Lehramtsreferendar Ludw. Franck aus Burkhards, cand. agf. Ludw. Spahr aus Lich, Oberlehrer Wilh. Boeck ans ließen, Lehramtsasscsior Karl Ruhl aus Groß-Felda, cand. ehern. Paul Küchel gu§ Butzbach, Lehramtsreferendar Gg. Struth aus Lauterbach, LchramtsreferendarRud. Wagner .uis Nidda, cand. agr. Ludw. Hoff m a n n aus Dorf-Güll, Lchramtsreferendar Herm. Wehr heim aus Gießen, Lehr- auttsreferendar Siegfried Kann au§ Mainzlar, Lehraiuts- referendar Gg. Paul aus Grünberg und cand. ehern. Ludw. Wille aus Vllbel. Ferner Pfarrer Jak. Heep zu öochelheim (Lizentiat der Theologie), Walther Henn aus Zraunfels (Tierheikunde).

**Die französischen Vorträge von Professor Jules Berryer sind, wie man uns mitzuteilen ersucht, auf SamStag nachmittag 6 Uhr verlegt worden. Professor Berryer wird folgendes in seinen Vorträgen behandeln und durch zahlreiche Lichtbilder illustrieren: Le theatre franpais ä travers les äges. Les sports antiques et modernes en France. Voyage ä travers la Belgique. (S. Inserat.)

F ü r Ober-Mockstadt sind nachträglich noch weiter bei unserer Geschäftsstelle cingcgangen und an den Hilfs- ausschuß abgesandt worden: Frau Pfr. R. 5 Mk., Frl. 21. S. 4 Mk., von einem Dienstmädchen 10 Pfg., F. 1 Mk., L. K. 2 Mk., Spar- und Vorschlißverein 2llten-Buseck 10 Mk., N. N. 10 Mk., zusammen 32,10 Mk. Mit den bereits früher quittierten 88 Mk. hat somtt unsere Sammlung 120,10 Mk. ergeben.

** F. Cumberland, der bekannte Antispiritist, unternimmt, nach mehrjähriger Pause z-urzett wieder eine Tournee durch Deutschland und wird auch in unserer Stadt einen Experimen- talvortrag:Die Macht der Suggestion" halten. Cumberland der sich in früheren Jahren durch feine energische Bekämpfung des Medium-Schwindels einen Namen gemacht hat, wird durch eine Reihe von höchst eigenartigen Experimenten ben Nachweis führen, daß die überraschende Wirkung so mancher der geheimnis­vollen Demonstrationen der spiritistischen Medien, Gedankenleser und Hellseher vor allem auf derMacht der Suggestion" beruht. Ter Vortrag wird Donnerstag, 3. März, in Steins Garten ftattfinben.

c. Heuchelheim, 23. Febr. Mit den ersten warme» Früh­lingstagen ist in der ebenen, was;erreichen Lahngcgend der Kie- b i tz ivicber eingetroffen. Unsere Landwirte setzen eine Ucber- schwemmung der Wiesen im Frühjahr sehr gerne, zumal dadurch manche Vorteile erwachsen. Maulioürfe und Wühlmäuse werden verdrängt, dazu wird durch die Beriesellmg der erste Gras­ansatz sehr gefördert.

= Hohensolms, 24. Febr. Der Männergesang- verein gedenkt am 17. Juli sein F a h ne n w c i h fe ft abzu-i halten. Wenn irgend möglich, soll dasselbe auf demHals", berrj höchsten Punkt unserer Berglandschaft, abgehalten werdeir. Die Linden geben ein schattiges« Plätzchen ab unb die Fernsicht ist ge­radezu großartig. <

cuftschitfahrt.

Neuer Un fall des LenkballvNsEspana" Das in Frankreich für die spanische Regierung erbaute Luftschiff wird vom Unglück oct folgt. Dem B. L. A. wird darüber gemeldet. Der LenlballonEspana", der, wie berichtet, jüngst nach Pau befördert und dort neu gefüllt wurde, sollte vor der geplantai Luftreife nach Spanien noch den ihm 511 Paris mißglückten 2p. naljmcflitg von zehn Stunden Dauer aussützren. Seine Beman­nung, die schon feit mehreren Togen auf günstrges Wetter gcroartej hatte, benutzte die vergangene ruhige Nacht für bie Vorbereitungen zum Aufstieg. Um 3 Uhr früh erhob sich der Lenkballon, in dessen Gondel Airault, pie spanischen Offizüwe Oberst Vivez unb Hauptmann Kindelan sowie zwei Mechaniker Platz genommen hatten. DieEspana" kreuzte roäbrenb vier Stunden in 300 Uc-5 400 Meter Höhe über Pau und Umgebung. Gegen 7 Ufa früh stellte sich Nebel ein, in dem sich die Luftschiffer verloren. Um das Gelände, über bem sie sich, befanden, zu erforschen, wendeten sie die Venttle an. Das Luftschiff sank indes so rasch, daß die Gondel fest auf ben Boden prallte und die Schraube zerbrach. Trotz vierstündiger Bemichungen konnte der Lenk- bälton nicht wieder flott gemacht werden und man mußte sich entschließen, die Hülle auf zu schlitzen unb ju entleeren? Der Unfall ereignete sich bei Lembeye, etwa. 30 Kilometer von Pau entfernt. Von der Bemannung wurde Niemand verletzt.

Vermochte»*

* Noch einmal derFall L i ndenstead. Frau Maria Roth-Lindenstead, gegen deren Willen bie unglückselige Affäre des Dozenten Lindenstead die Oeffentlichkeit beschäftigte, hat unter beit Folgen ihres Schrittes schwer zu leiden, wie aus einem tm uns gmästeten Schreiben hervorgeht, ba-3 wir in seinen wejmü lichen Punkten tz.er ro-ieb er geben: Vergeblich mühe ich mich nun feit Wochen, eine Beschäftigung zu finden wer würde sich mit einerTenun^iantin" ein lassen, einer. Krankeirschwoster, derenVor­leben" nicht itairdesgemäß war? Jetzt, wo ich durch die Antwvtt der Staatsanwalttchaft bas Papier zu meiner Rechtfertigung üt Händen halle, wird es mir sogar verübelt, daß ich es benutze. Liegt mir doch einzig und allein daran, mich ütott bem unwürdigen Verdacht zu befreien, ich hätte Herrn Lindenstead angezeigt. Ich habe mir deshalb erlaubt, mit meinem Anwalt den folgenden kurzen Ueberblick der Sache zu verfassen, damit ein für allemal da-, rechte Bild von der unliebsamen Angelegenheit gezeigt wird: Es ist nicht richtig, wenn behauptet wird, ich hätte meinen Mann denunziert. In der jungen Ehe waren schwere Zerwürfnisse eingetreten: ich begehrte die Scheidung. Nach der Angabe meiner Mannes hielt ich mich, für eine Amerikanerin und bekam bei Anwalt und Konsul den trostlosen Bescheid, daß das maßgebende fremde Recht nur bei Ehebruch ober Brutalität des Mannes der Frau den Scheidungsfpruch gewährt. Ich hatte damals toxh keinen Scheidungsgrund, wollte aber der Frage meiner Staats­angehörigkeit auf ben Grund gehen und ging zur Polizei, nicht aber zur Kriminalpolizei, fonbem zur Abt. V für Paß und Jremdenwefen. Diese Abteilung wies mich zur Kriminalpolizei, die Men über Herrn L. führte und nun von Amts wegen die rbeiteren Schritte einleitete. Auch die anderen Angaben, baß ich vor der Ehe über bie Vergangenheit .Herrn L.s von diesem voll­kommen unterrichtet gewesen fei, entsprechen demnach nicht der Wahrheit. Ten gehässigen Verleumdungen über angeblich nicht standesgemäßes Vorleben unb weiteren Unwahrheiten wird in dem diese Woche beginnenden Scl^eidnügsverfahren energisch ent­gegengetreten werben.

* Eine Stiftung für Jäger f aMftlien. Zur Feier des 80. Geburtstages des Kaisers Fran?, Josef, der allezett em weidgerechter Wäldfteunb war, beabsichtigen bie deutschen Jäger einen Kaiser FranzJvsefs Jubiläums fond-.> zu gründen. Es soll damtt Not, Elend, Kummer und Sorgen der Hinterbliebenen der im Beruft! gefallenen Forst- und Jagd beamten gelindert werden, und zwar ohne daß die Hilfe von irgend einer Mitgliedschaft abhängig gemacht wird. Die Bvtrläb« sollen dem VereinWaldheil" zufließen, brr feinen Sitz in Nendamm hat, und an ben die meisten Bittgesuche von armen Berufsjägerfamilien einlaufen.

* En gl an bs Kohlen! ag er Das bebaute Areal der sieben größten Koh'lenfelder Englands beträgt, wie bie Zeitschrift öbohle'und Erz" mitteilt, 7200 Quadratkilometer mit 190 Flözen von mehr als 0,6 Metern Mäcl-Üigkett innerhalb einer Teufe von 1200 Metern. Tic Gesamtmächtigkeit der Flöze beträgt 200 Meter, ihre TurchschnittsmächtigFeit etwa 1 Meter. Der KvhlLNvorrat innerhalb einer Teufe von 1200 Metern beträgt nach einem Lerielfte der Königlichen Kohlenkommission, die bei dieser Berech­nung eine DurchschnittsMäd'tigleit von 0,6 Dietern lutninunt, 79 000 Dtillionen Tonnen. Wenn die weniger mächtigen und die tiefer liegenden Flöze mttgerechnet werden sollen, tommen zu diesen 79 000 000 000 noch) 70 00C 000 000 Tonnen, ein Vorrat den Englands Kbhlenbebarf erst in 600 Jahren erschöpfen kann Tic Märchen von einer in Aussicht stehenden Kohlennot, die England bedrohen würde, sind also hinfällig.

* Nette Aus sichten. Verehrer:Mer, gnädige Frau, wollen Sie nun wirklich für immer Witwe bleiben?" Junge Witwe:Immer nicht, aber von Zeit zu Zeii möchte ich's fein!"

* Aus dem G erichtssaal. Angeklagte (als die Ver­handlung nur sehr langsam von ftatten geht):Dürst' ich viel­leicht irm ein Strickzeug bitten?"

* Abweisung. Bureauvvrstand (zum Schreiber, dem der Alagen knurrtftLassen Sie doch diese unverschämte Knurrem bleiben! Gehaltsaufbesserung gibt's nicht! Verstanden:!"

rLirchliche Nachricbten.

Lvangeilfche o)emcinoe.

Sonntag den 27. Februar, Oculi: Gottesdienst.

In der Ltadtkirche.

Vormittags 9Vv Uhr: Piarrer Schwabe.

Vormittags 11' Uhr: Kinderkirche für die Älarkusgememde.

Pfarrer Schwabe.

Abends 6 Uhr: Piarrer D. Schlosse r.

Montag den 28. Februar, abends 8 Uhr: Vereinigung der fonfiwücrten weiblichen Jugend der MatthauSgememde.

Mittwoch den 2. März, abends 6 Uhr:

4. Passions-Andacht.

Pfarrer Schwabe.

3n der Zohanneslirche.

VormtttagS SV, Uhr: Prof. D. E ck.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Johannesgemeinde.

Abends 6 Uhr: Pfarrer Bechtolsheimer.

Abends 8 Uhr: Versammlung und Bibelbefprechung im Johannessaal.

Mittwoch den 2. März, abends 8 Uhr, ,vird Pfarrer Zöckler auS Stanislau überEoangelifche Rettlmgsarbeit im österreichi- scheu Karpathenland" reden.

Freitag den 4. Marz, abends 5T/? Uhr: Versamnrlung der kon­firmierten weiblichen Jugend der Lukas-- und der Johannesgemerndc.

katholische wemcinöt,

Gotterdienst.

Samstag den 26. Februar:

tzlachnnttagS um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beichr.

Sonntagden 2 7. Februar, 3. Fast en »Sonn tag: Vormittags von 6'/. Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. Vormittags um 7 Uhr: Die erste heil. Vlesse.

,. um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.

Vormittags um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

, um 11 Uhr: Heil. Aiesse mit Predigt.

Nachmittags um 51/, Uhr: Christenlehre: daraui Passions-Andacht.

Dienstag und Freitag abend um 6l/s Uhr ist Fastcn-Andacht.

Freitag um 7 Uhr ist Segensmesse.

Drucksachen aller Art Ausstattung stilrein u.preiswert

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