Ausgabe 
5.1.1910 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Nr. 3 Zweites Blatt

Lvtchew« tv-NH mit Ausnahme des 6enntag<.

DieSletzemr LamiNenblüttef werden dem ,9tnietfler* »lern,al wöchentlich beigelegt, das ^NretrdiaN Mr -ev Kreis ®ie(jtn sroeunal wöchentlich. DieLandwirt,chaftlicheu seit, fraget erscheinen monatlich zweimal.

1 Ci). Jahrgang Mittwoch S. Januar 181V

Rotottonßbrutf an» Verla- b« VrSHNch« Unwctfltätd - Buch- un» Steinbruotettl R. Lang». Ließe«.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Vchu!» vw , f» stratze 7. Exoeditton and Verlag:

GmsrÄ-Mzeiger für OberheMy «!6attlon:e^2^~2^

%

rc*tur? _ , ., ,.

Um nicht zu weitschweifig zu tocrbeir, gehe ich nur v^ -um 17. Jahrhundert zurück und begnüge muh für diese Zeit mit wenigen Strichen.

Es ist wohl vielen Lesern bekannt, daß Karl I. aus dem hause Stuart durch vielfache willkürliche Regierungshand- hingen unter Beiseitesetzung oder auch Vergewaltigung seines Parlamentes mit diesem in Konflikt geriet, in diesem Kampfe dem Parlament mit seinem selbstgeschaffencn Heere unter Cromwells Führung unterlag und mit dem Tode büßte. Dieser Sieg des Parlamentes führte aber zur größten Er­niedrigung der englischen Volksvertretung durch den aus dem Volke hervorgegangenen Republikaner Q. Cromwell, der die Volksvertretung ärger als je ein englischer König mißhandelte, seine Widersack)er aus dem Parlament aus- schloß, das Rumpfparlament durch seine Soldaten hinaus- werfen ließ, die Verfassung eigenmächtig änderte, serne Gegner von der Wahl ausschloß, das Oberhcms beseitigte und später wieder ein neues schuf u. dgl. Die englische Volksvertretung diente dem Willensstärken Staatsmann nur als Spielzeug, als Werkzeug. _

Eine maßgebendere Rolle spielte das Parlament unter dem aus den Thron gerufenen Karl II., den es als Hüter des Protestantismus zwang, die Testakte zu unterzeichnen, durch die es die Katholiken und alle nicht der Staatskirche angehörigen Protestanten von allen Staatsämtern aus-

Ein Wikina er schiff sar ab. Es ist bekannt,.daß ine kühnen skandinavischen Seeräuberscharen auf ihren kleinen, verdeckte,'en Schiffen schon im friibcfteit Mittelalter die Küsten und Flußmündungen oeö westlichen Europas als Eroberer unfvayer nwchun uiTb daß der Landesteil Frankreichs, in dem sie sich sieg­reich iestsetzten, nach ihnen den Namen Normandie trägt. Dasur, daß sie um die Wende des 10. Jahrhunderts auch in der bcnach- harten Bretagne eine Zeitlang lyerrichten, hat sich vor kurzem l-a6 erste archLliogische Beweisstück gefunden. An der e-ubtiifte der

verhalf.

Unter Georgs Regierung trat dann eine bedeutsame Aenderung im Parlaments- und Regierungswesen ein Brü­her hatten die Monarchen in den Sitzungen Ministerien oft präsidiert und so häufig einen entscheidenden Einfluß cmsgeübt. Unter Georg war dies unmöglich, da er lein Wort Englisch konnte. Sein erster Minister bestand aber auch kein Deutsch. Die Whigs, die das meist-aus Anhängern ihrer Partei bestehende Oberhaus für sich hatten und durch die einflußreichen Lords zahlreiche Wahlsche kauften, nützten ihre Lage gründlich aus, obwohl sie sich unter sich durch allerlei Streitigkeiten und Intrigen bekanwften. Die TorieS, die der König als seine Feinde betrachtete, hatten nur wenige Mitglieder im Parlament. Wir sehen hier ein Beispiel für die Wirkungen schrankenloser Parlamentsherr- schäft Die Folgen der Korruption führten schließlich zum Sturze der fast allmächtigen Parteigrößen.

Und doch folgte kein Ministerium der anderen Partei, sondern eine Koalition der verschiedenen Gruppen der Whigs unter einer staatsmännischen Null.

Mit raschem Schritte eilen wir nun in die Zeit Fried-

Wirkung herausgehört."

Eine eigenartige Rache hat der Miiter Nicola Ciletti in San Giorgi» bei Benevent sich geleistet. Der Maler Nioola Ciletti (von dein Italien und die Welt bisher nur cina fein unvollkommene Kunde hatten) war so eitel oder auch so naw gewesen, sich von seinen Herren Mitbürgern zum Vorsitzen^n her WohckätigkeitStongregatioil wählen zu lassen, mit dem Er­folg, daß er seiner strengen Gefchä.lsfÜhrnng it>egen sehr baw mit dem halben Gemeinderat verdarb. Sintemalen tueWohl- tätigteitslongregati'oneii" in Süditakieii hauptsächlich als fman- lictlc Waffe in der Haitd der gerade am Ruder befmdltck)en Partei zu bienen pflegen . . . Kur?, und gut, bei der Neuwahl summten, wie dem Verl. Tgbl. ans Rom geicbriebcn wird, neun Gemeinde- täte, die Halste, gegen Giletti, und der Künstler fiel durch Das hatte er nun von seiner Rolle als neuer Cato! . . . Ader, Ciletti wusste sich zu helfen. Er ging nach Haus uitd malte em großes Bild, das die neun feindlichen Geineindemte m einer für jeden einzelnen besonders charakteristischen Weise karikierte, nämlich in Posen, die sich auf die Vorstrafen der öcnen Ok^ nteinberäte toegen Diebstahls, Bestechlichkeit usw. bezogen, iumi nalim er fein Meisterwerk uiittcr ben Arm und begab sich nach benr Riarktplatz, allwo er es am Rathaus aufhmg. -Lei 3ubcl oct inisera plebs oovti ibusns", du: ihre ntadtväter n fo tcucitbcn Konterfeis erblickte, war grciiiattev, cbcnio aber auch die Entrüstung der Neun, die ,ich sckLeuntgst an ben ItaiX wandten, um Aleister Ciletti für ferne Vermenenheck zu beraten.

Aleirres jerrillcton.

Zur Hamburger Theater krisis wird geiweldet: Hamburg, 3. Januar. Baron Verger farrdte aus Wien am 2. Ja- rniar nachmittags an den Vorstand der Deutichen SchausM^- lmus-A.-G. Herrn Gustav Siemien folgendes Telegramm,se- bairre tief, daß ich unter dem Eindruck der hierher zur VerösfeM- ücharng gedrahteten offiziellen Grttäumg über das Ergebnis der Aufsichtsratchitzung von der Mir zuruckgegebenen Entschließung^ freibeit keinen anderen Gebrauch machen tonnte, als den Burg- theaterposten anzunehmen. Brief folgt, schreiben er­

halten. Baron Berger." (Die Deutsche ^chaufpielhausgesellschast hatte beschlossen, auf beit Antrag Bergers, die Hamburger Buhne bis zur Wahl eines Nachfolgers gleichzeitig mit dem Bnrgtheater zu leiten, nicht einzugehen, dagegen Berger, der sich für Ham­burg verpachtet hatte, die Freiheit der Entschließung zurück- .wgeben. Red.) Wie uns weiter mitgeteilt wird, findet heute nach­mittag 3 Uhr wiederum eine Sitzung des Aussichtsrates und der Svzictärc des Deutschen Schauspielhauses statt, m der über weitere -Schritte beraten werden soll, lieber den ^acholger be5 xxrcon-> Berger Äs Direktors des Deutschen Schauspielhauses herricht die Meinung vor, daß. der bisherige kaufmännische Tirektor Kähne zum alleinigen Direktor ernannt und ihm eine hervorragend bewährte Kraft als Dberregiffeur zur Seite gestellt werden dürfte.

Frcilicht-Theater H er tenstein. Mck dem Be­ginn des neuen Jahres nimmt das Bureau des Freilicht-TheaterS seine Tätigkeit wieder auf, um die Vorbereitungen für die Spiel­zeit 1910 zu treffen, die am In. Mai (Pfingsten) beginnm Mro und am 15. September schließen soll. Es ist Herrn Direktor Lorenz gelungen, wertvolle künstlerifckte Kräfte für die Tar- stellung zu gewinnen. Bereits int vorigen Sommer, gelegentlich seines Kuraufentlialtes in Schloß Hertenstein hat sich Joses Kainz lebhaft für das F-reilich.t-Theater interessiert unb letzt, bei einem Zusammentreffen, zwischen bem Künstler und Direktor Lorenz in Wien hat Kainz die feste Absicht ausgesprochen, tnt kommenden Sommer auf dem Freilicht-Theater Hertenstein als Gast aufjutreten ((Orest usw). Die Spielzeit soll eröffnet luerben mit einer Aufführung derOrestie" des Lteschylvs m einer eigens für das Freilicht-Theater Hertenstein bewirkten Neuübersetzung von Carl Alexander Freiherr von Gleichen-Nußwürmi, dem Ur-

SoMdemolratiWr Parteitag sür Preußen.

u Berlin, 4. Januar.

Am heutigen zweiten BeratungStage wurde die Erörterung über das Komm unalp rogramm

fortaesekt. Dabei wurde u. a. verlangt, daß die Armenlasten auf den Staat übertragen werden fallen, weil den.Kommunen große Ausgaben dadurch erwüchsen,^ das; Die (SroBgiunbbchtjer die fUrmen vom Lande nach der eotadt abschieben. Ein Antrag aui Llcbeviueifung beS Entwurfs an einen Ausschuß wird abgelehnt unb der Entwurf im wesentlichen in der Ausfchußfasstmg an» ÖCnÜ&Sf referierte der Vorwärts-Redakteur Stroebel über die Wahlrechtsfrage in Preußen. Er legt dem Jßartev. tage eine Entschließung vor, in der cd heißt:

Angesichts der dem ganzen preußischen Volke mit Aus- nähme einer tteinen Schar privilegierter Nutznießer des Drn- llassenwahlrechtö durch die bereits angekündigte neue Beifügung feiner gerechten Forderungen angetane Schmach er Hart der Parteitag: Nur die Gewährung des allgemeine, glcw-,e, gv- beimcn und direkten Wahlrechts für alle ubcr.Ö^a^te alten Staatsangehörigen ohne Untcrfchieb des Gefchlechts kanu di- Empörung des Volkes beschwichtigen. Preußen hat ben übrigen Bundesstaaten durch ein modernes Wahlrecht DoranAUflehvn, statt durch sein jetzt schon int 7. Jahrzehnt toftficb &inufia> geschlepptes Wahlunrecht ein von allen KulUrrvolkern verachtetes unb verspottetes System zu konservieren. Die Sozialdemokrat-^ Preußens erttöit. baß die Schmach und f^n9^.cc^^teit bcö. Treiklassentvahlsystems nicht langer erträglich üt, ste fordmt deshalb die Regierung und bic Parteien aus, das Wahlrecht von 1350 durch ein wirkliches Wahlrecht zu ersetzen. Du preußische Sozialdemokratie wirb mit allen ihr zu Gebote steheuben Mitteln einem solchen Wahlrecht dte Bahn brechen,

,M^r;-CTr^wMrm.-i||j|||| | IIIWIIWI>!HII1 1» I Illi !- III

(Etwas vom englischen Parlamentarismus.

Bon Prof. Luley, Oberlehrer. ;

In meinem ArtikelDas Wahlrecht itt England" Meß. : Sin?. Nr. 297) hatte ich es nur mit den englischen Wählern - tum Die dort niebergelegten Ausfubrungen decken such völlig mit den Darlegungen des Herrn Prof. Dr. Brermer Genau das'eDe besagt ein englischer Korrespondent der sozialistischen ZeitschriftPlutus". Es heißt dai u. a.. ,,Jch weiß wohl, daß die Fabel vorn demokrattsch-englifchen Wahl­recht in Deutschland weit verbreitet ist. In Wirklichkeit aber ist unse: Wahlrecht hier in England viel, viel schlechter .als das deutsche Reichstagswahlrecht". . . . . Der Sch wer- punkt der englischen Wahlkraft ruht also auf ber Sette des Mittelstandes und der begüterten Kreise.

In dem Walslaufruf der englischen Unabhängigen Ar­beiterpartei heißt es:Sie wird eintreten stir dre Ab­schaffung her Ueberreste der P.uraMmmen, für die Ver- Innfachung der Wahllisteii, für die Uebernahme der Abgeord­netendiäten und Wahlkosten durch den Staat." . . . Drei dieser Forderungen sind in Deutschland erfüllt.

Gegenstand der iiachsolgenden Ausführungen soll der Parlamentarismus in England sein. Es ist m. E. landes­übliche Ansicht bei uns, daß infolge des Jahrhunderte alten »Parlamentarismus und der dadurch er-ogenen politischen Reife des englischen Volkes in England nur z-wei große Parteien bestehen die Liberalen und die Konservativen, so daß ein englischer Minister infolge der parlamentarischen Regierungsform einfach nach den Grundsätzen seiner Partei, also in jedem Falle die betr. Majorität des Unterhauses, regieren kann und sich nicht erst eine Mehrheit aus mehreren dauernd oder gelegenheitsweise verbundenen Parteien KU suchen braucht. Die nachstehenden Tatsachen der englischen Parlamentsgeschichte sollen Anschauungsmaterial sein, das mit fcilfe gelegentlicher Bemerkungen es dem Leser mog tc macht, sich die Fragen zu beantworten: Wie haben sich die Parteien bis zu dem heutigen Stand entwickelt in ihrer sozialen Gliederung und in ihrer Stellung zueinander? Wie hat sich die parlamentarische Regierungssorm heraus­gebildet? Welches ist die mutmaßliche Entwicklung der eng­lischen Parteiverhältnisse unter den veränderten sozialen unb Wahlrechtsverhältnissen? Jnlviesern bedarf unsere Vorstellung vom englischen Parlamentarismus einer Kvr-

schloß. Aus jener Zeit stammen auch dte Partetnamen ,Tortes" undWhigs". Mit dem erstgenannten -Spott­namen der fönst eine in den irischen Sümpfen hausende Räuberbande bezeichnete, belegte man die Berteidiaer des katholischen Bruders Karls, den dte Whigs -7 der Name war ursprünglich der einer streng protestallttschen Sekte in Schottland durch ein Gesetz von der Thron­folge ausfchließen wollten. Springen wir nun liber in den Anfang di>s 18. Jahrhunderts. Wieder rief ein Thron- »olgestreit mit konsessionellem Hintergrund einen lebhaften Streit zwischen den Tories und den Whigs hervor. Erstere waren gespatten. Ein Teil folgte dem Legckimitat^pr nzip und wollte den katholischen Bruder der Königin Anna nicht vom Thron ausschließen. Die Whigs waren energische Gegner dieser Ansicht und setzten es durch ihr energisches Auftreten durch, daßihr Kandidat , der Kurfürst Georg von Haimover, auf den englischen Thron bemsen wurde. Es war natürlich, daß Georg sich auf die Whigs stutzte und so dieser zwei Menschenalter hindurch zur Herrschaft

richs des Großen. 1C

1756 wird ein Toryministerium geftiirgt und ohne Auf­lösung des ParlmnentS ein Whigministerium unter Pitt berufen. Schon nach einem Jahre wird Pitt wieder ge­stürzt, der König beruft seinen Amtsvorganger Newcastle von neuem. Das Volk ist erbost und der langt nach Pitt. Die Lösung ist eine sonderbare. Der Liberale Pitt tritt m das konservative Kabinett ein und regiert als bedeutendster Kopf mit einer konservativen Mehrheit. Und das Ko a- kitionsministerium ist lebensfähiger als seine Vorgänger. Es regiert bülte 6 , Etwa -0 Jahre

spater erlebt Englaub ein ähnliches Schauspiel: ein liberales Ministerium wird durch eine Mehrheit aus Konservativen und einen Teil der eigenen Partei gestürzt. Und die Lofung? Wieder ein Koalitionsministerium (Fox und Lord Nork). Diesmal war die Lebenszeit nur emo kurze: ein Jahr. Die Koalition war den Enaländern unsympachisch. Sie fiel, aber nicht nur deswegen, sondern weil der König daaeaen intrigiert (1783). .

Sic Wahlreform von 1832 gab dem Unterhaus infolge der neuen Wählerklassen einen veränderten Charakter. Die, iahlreiche Mhlerllasfe der Kaufleute und wohlhabenden Handwerker war jetzt nicht mehr so leicht zu kaufen wie die früheren geringen Wählerkreise, und viele herunter- gekommene, fast verschwundene Städtchen hatten jetzt keine eigenen Vertreter mehr. Die Parteiführer und Minister bcckten nicht mehr so freie Hand für Korruptionen wie ehedem. Ein englischer Historiker sagt:Kern Ministerium konnte fortan hoffen, sich im Amte zu erhalten, wenn es

Ucbcr Heinrich Laubes Regieführung an bet Wiener Hofburg plaudert ein alter Wiener Theatermann aus persönlichen Erinnerungen im Januarheft von Velhagen u. Klasinas Monatsheften. Das. Theater .war, lür Heinrich Laube eine Glaubenssache, bie er mit dem leidensäMlich zähen Eifer eines Bekehrers betrieb. Mit der Pietät, mit der überzeugungs- voNen Anhänglichkeit einerGemeinde" hingen auch die -Lernen, baS heißt feine Schauspieler, bie unter ihm emporgewaahen, au ihm. Aber auch den Aelteren flößte das Achtung cm, für etne längere Weile loenigstens. Man sprach von demAlten , Nicht wie in der Familie von Vater und Großvater, nicht wie mi Regiment vom Obersten, solideni eben nut der ehrfürchtigen In- trautichkeit vonGläubigen".

Wenn er bei den Leseproben für einen zufällig vechinberteiil Haiiptdarsteller eine erste Rolle las mit einer nternu'ürbtg plasti- schen Älusdrucksgewalt des Vortrags, bie numdyc Novität bei einer solchen Leseprobe wirkungsvoller erscheinen ließ, aw sic sich bann bei ber Ausführung erwies; wenn er auf bet ßrobj Betonung unb l^cftc unb Zusammenspiel den Leuten fo Vormacht', daß bie Szene aus dein wirren Dunkel in das Helle Licht ruckte, dann ljvrclste und schaute alles, als wären s Licht unb ~aut einer Offenbarung. Dabei war's aber durchaus fern finftcrcr, lu|t> feindlicher, das Lachen schenchenber Kultus in Heller Fröhlich­keit, mit unbehiitdertem Ulk, beabsichtigtem vber jufalligeni, wurde da des Dicitstes gewaltet, und berAlte selbst gab manchmal bas Signal dazu, ckach (halb bewußt, balb unbewußt. Immer aber, ohne den Respekt zu verletzeii denn alle, die Tollsten selbst, hatten es inne, wie toeit man gehen durfte. )baumemer ,um Beispiel. Bei ber Neufzenicrung desPrinzen von vom- bürg" hatte er einen ber Offiziere des Kurfünten zu spielen, otc auf bent Schlachtfeld Bericht zu geben haben. Er Üommt aber so gründlich iniuor bereitet zur Probe, daß er, um Nicht em rach stecken zu bleiben, was bei Laube das Acrgste war, m tetner, gegen bie Kuüisst gewendeten Stellung allen erdenklichen Kauderwelsch

Bretagne, auf der kleinen Halbinsel Port Maria, würbe bei ber Oesfnung eines Erdhugels ein ganzes sogenanntes Wikingerschifss- begräbniS freigclegt, beiten Untersuchung ergab, baß der tote Wiking mit Kleidung, Waffen und /Lchmuck in seinem Sch N ie verbrannt würben ist. Nach bem Bericht desBulletui bc In Societc archsologique du Mifttzre", cmS dem ber "Globus einen kurzen Auszug gibt, sind nicht nur bie Reste des alten Fahrzeugs ans gegraben worden, lEdeim zahlreiche durch das Feuer übel zugerichtetc Boonzeva^en, Lchildbuckel, Schwerter, Beite, Pfeile, OJolbidyrauE. Die Reste des Schiffes zeigen, daß eS etwa 11 Meter lang und 2Vs Meter breit war. Als Zeck wirb der Schluß des 9. Jahrhunderts aiigegebeit. Daß man den'See- Helden mitsamt bem Schiffe verbrannte, zeigt deutlich, m toclcncui Grade fick) das abenteuerlustige Seesahrervvlk mit feinen^eliav roifen" verwachsen fühlte.

nicht die Unterstützung der Mehrheit feinet Mchler befaß. Die damaligen Whigs waren noch keine Radikalen, und fo kam es, daß ein Blockministerium unter dem libe­ralen Lord Grey gebildet wurde, dessen bedeutendste P«- sönlrchketten, wie Lord Palmerston, der Konservativen Partei angehörten. Dieses Blockministerium lebte 4^a re

Die zweite 5?älfte des 19. Jahrhunderts bietet noch eine Reihe interessanter Fälle dar. ,

1852 gab es zwar nur zwei Parteien, aber beide waren in sich gespalten, und zwar so sehr, daß der eine ^aet ber Konservativen lieber mit dein rechten Flügel der Libe- raten ging als mit feinen eigenen Parteif r e u n d en. Die S ch u tz z 0 l l f r a g e t r e n n t e sie. Also auch da Lergte sich schon, daß wirtschasktiche Fragen bei gleichen politischen Anschauungen sehr verschieden beurteilt werden können. Da reine Majorität vorhanden war, versuchte man es zunächst mit einem konservativen Ministerium. stürzte schon nach 34 fahren Die Neuwahlen brachten auch keine klare Meyr- heit. Und was geschah?' Man bildete wiederum e.n Bl ock- minifteriiim aus gemäßigten Liberalen und 2 Konscwva tioen, unter denen sich ber junge Gladstone befand Nach einiger Zeit traten die beiden Konservativen in bie liberale Partei ein. Obwohl das Koalitionsministerium tpfolße der herrschenden Doktrin nicht mit Begeisterung von der Natron empfangen wurde, bewährte es sich doch m einer außerordentlich schwierigen 3eit 1858 trat wieder derselbe Zustand im Parlament etn. Es 9«b kerne klare Mehrheit, da bie Liberalen infolge von Palmerstons Sturz gespalten waren. ES blteb nichts anderes übrrg, als die Kabinettsbildung der Minderheit zu tränen. Das konservative Ministerrum Lord Dccbi-Disraeli regierte ein Jahr laug ruck eurer libe­ralen Mehrheit! Infolge des DurchfaNeS von Drs- raeliS Reformvorfchlag trat daä konservative ^nisterium Zurück und der vor einem Jahre gestürzte Lord Palmeriton erfreute sich jetzt wieder des Vertrauens derer, bie ihn vor einem Jahre hatten in der Versenkung verschwinden lassen.

' Logik der Parlamentsherrschaft!

! (Schluß folgt.) ______

lMariswitbktt mit einer Ueberstürzuiig, wie sie, din l>astenbcii Aufregung der Szene ivvhl cicksprecbeii tonnte. Ringsum eicklteht ein scnwer »erhaltenes Gekicher.Was gibt ö? jchnarrt ^aube der Gruppe zu.Bitte, Herr Direktor, Baumeister . . bo aint eine uerlegene iSrFlänmg, die aber öon Laube ickarf imteu* (noch en wirb:WaS soll'S? Herr Baumeister Yak feine Sache sehr gut . gemacht, sehr gut!" DerAlte" hatte wirklich nur etne lünfilmisch planvolle Ucbcrpurzelung des Wortes bis zur Un- verständlichteit wahrzunehmen geglaubt. Ein anbennal Wieder hatte ddr nämlidjic Inhaber bcS UlkpriÄlegs, das m spateren. Jahren ans .Hugo Thimig Überging, bei ber Probe der Birchs pfeisfcrschcn KomödieRose und Röschen" an einem Ab,tztuß Den Satz zu bringen:Reden ist Silber, Schtbelgen ist Golb er aber, des Textes unsicher, nach pünMick)er Gepflogeicheckver- bebbert" sich, unb der Satz Lautet nun:Reden ist Schweigen, Silber ist Gold!" Laube l-orcht auf und Poltert heraus: Was ist bas für ein Unsinn?" Baumeister, erschrocken, ,mll sich ent­schuldigen, Laube aber tointt ihm mit der Hand zu schveigen, simck eilten Aöomeick intb gibt dann die Order:Sie können taS mich bei der Vorstellung so sagen, llielleickst Wirftd/ Sein Ohr mit der sicheren Theaterwittcrung hatte aus dem Unfmn btc