Ausgabe 
3.9.1910 Zweites Blatt
 
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Meteorologische Beobachtungen drr Station Siehrn.

Sept.

Wetter

1910

bi

7 Sonnenschein

7 Bem. Himmel

Nebel

10

60

Blockstraße 10

Telephon 655

4039

2"

55 e»

Höchste Temperatur am

Niedrigste , ,

Niederichlag: 0.9 mm.

c

8

SARG

Berlin,S.42 Rltlerstr.11 Wien-Paris.

BESTE

zahn-CREME-

KL ÖD

Märkte.

Gießen, 3HSept. Dlarktbericht. ?luf heutigem Wocken- markte kostete: Butter pr. Pfd. 1.201.30 Wik., Hühnereier 1 St. 89 Big., Enteneier 1 Stück 9 Pfg., Käse pr. St. 68 Pf., Käsematte pr. St. 56 Pfg., Taube,l pr. Pr. 0,80-1,00 Mk., Hühner pr. St. 1,001,60 Nck., Hahnen pr. Stück 0,801,80 Mk., Enten vr. Stück 1,80-2,20 Mk., Ochse,»fleisch pr. Pid. 84-92 Big., ^ttndfleisch pr. Pfund 8084 Pfg., Knbfleisch 70 Pfg., Schweine­fleisch pr. Pfund 8096 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 8688 Pfg., Hammelfleisch pr. Pid. 6084 Pfg. Kartoffeln (neue) pr. 100 Kg. 7.00 bis 8.00 Btt., Zwiebeln per Ztr. 6,008,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Girrten per 100 Stück 1,502.50 Mk. Birnen per Pfd. 10 bis 15 Pfg., Aepiel per Pfd. 815 Pfg., Zwetschen per Pfd. 20 Pfg., Diüffe 100 Stück 50 bis 60 Pfg., per Ztr. 000 9)tf., Bohnen per Pfd. 1015 Pfg. Marktzeil von 71 Uhr.

Spitipknt des NurlMs Theaiers vad Nauheim.

Sonntag, 4. Sept.: Gastspiel E e l i a G a l l e y vom ThSätre deg Capucines, Paris. Dazu : ,Zu»u Einsiedler/ Montag, 5. Sept.: Gastspiel Eelia Gallei. Dazu: ,Ter schlechte Ruf/' Dienstag, 6. Sept.:Gebildete Menschen." Donnerstag, 8. Sept.:Flotten- manöver/ Freitag, 9. Sept.:Der Schlaf,vagenkontrolleur/

1. bis 2.

1. 2.

Durch- Ichnittspreis pro 100 Piund Redend« Schlacht- aewiche

SPAZIER- WHäÄC* SELTERS­

STOCKE OtESHla WMb WEG 58

falt und Eisenoxid enthielt. Dr. Tennkaurn-Biednckopf mfctttte öab 3inuncrmann ferne Rezepte ohne Wage machte und fügte hinzu, daß die Dosis Kromkali für die alte Frau zu stark ge- toe,en sei. Die Frau sei schon begraben gewesen, sonst hätte er eine Obduktion der Leiche beantragt. Prof. Hildebrand hielt 4 Gramm Bromkali, auch wenn die Frau nur abends die Medizin Eingenommen, für zu viel. Zimmermann bemerkte, daß er in ferner Drogerie Wagen benutzt hätte. Der Mann der Verstorbenen' «ab auf Befragen an, daß die Frau sehr krank gewesen sei. Ter Schlofserlehrling P l a u n aus Hartenrod ging wegen einem Leiden nach Dikomeit. Aus die verordnete Arznei hin sei es schlimmer geworden und deshalb hätte er später Dr. Haun in Anspruch genommen. Letzterer habe ihn auch veranlaßt, den Strafantrag zu stellen. Dr. Haun gab über den Krankheitsfall Plaun Auf­klärung. Eine Frau. Baum aus Niederweidbach ging wegen einem Beinleiden zu Dikomeit. Auf die Behandlung mittelst Baunscheidtschem Apparat gab es teilweise neue Geschwüre, die, wie Prof. Hildebrand ausführte, auf die Kur zurückzuführen sei.

Ein Mann namens Lotz aus Bottenhorn wurde nach der Behandlung mittelst Baunscheidtscher Methode so krank, daß er, anstatt in 3 Wochen gesund zu sein, daö Bett nicht mehr verlassen konnte. Der Mann hat Strafantrag und Schadenersatz-Ansprüche gestellt. Dr. Haun soll ihn dazu veranlaßt haben, wie der Verteidiger sagt. Zimmermann warf hier ein, daß Lotz den Ver­band abgerissen und sich seiner Behandlung entzogen hätte. Dr. Haun habe diesem Zeugen eine Rente verschafft und ihn ver- am' $e$en l*e vorzugehen. Dr. Haun erzählte, daß Lotz durch die Behandlung durch Dikomeit gänzlich heruntergekommen sei, er habe ihn veranlaßt, Anzeige zu machen, den Lotz habe er Nicht weiter instruiert.

Ein Junge namens Ru uzheim er aus Moreshausen war nach Ansicht des Dr. Haun an Tarmtubcrkulose erkrankt mrd starb. Vorher hatte ihn Dikomeit auf Hundewurm behandelt und heute be­stand D. darauf, daß es sich uw diese Krankheit gehandelt habe. Bei einem anderen Mann, der schwer an Tuberkulose litt, wurde Dikomeit befragt, ob er ihm die Schmerzen lindern könne. Er schickte ihm den Baunscheidtschen Apparat, und später starb der Patient. Prof. Hildebrand meinte, den Angeklagten treffe hier zwar keine Schuld, aber es: wäre überflüssig gewesen, den Tod­kranken mit dem Apparat zu guälen. Kreisarzt Dr. Tennbaum- Biedenkopf berichtete bann über eine Revision der Drogerie. Zimmermann habe ihn fortwährend bedroht und belästigt. Er habe einige Unregelmäßigkeiten festgestellt und auch einige Mix­turen und Pulver beschlagnahmt. Später habe er eine weitere Revision vorgenommen und bei dieser Gelegenheit sei ihm Zimmer­mann energisch entgegengctretcn. Ein Pulver habe man weg­bugsiert. Fässer mit Baldriantropfen und große Säcke mit Is­ländischem Moos war das hauptsächlichste.

Zimmermann bemerkt, daß der Kreisarzt ihn finanziell ge­schädigt habe und dann sei er zu äußerst ungelegenen Zeiten gekommen. Das Pulver, das beschlagnahmt sei, habe er eine Stunde vorher für seine eigene Person benutzt. Der Kreisarzt habe nach der ersten Revision in einer Wirtschaft gesagt:Das Heilinftitut wird aufgehoben.^ Bald darauf sei der Kreisarzt unvermutet zur zweiten Revision gekommen. Er versicherte, daß et den Kreisarzt nicht bedroht habe. Seiner Ansicht nach fei der letztere über seine Befugnisse hinausgegangen. Die Frau Zim­mermann bekundete, daß sie sich durch das Benehmen des Kreisarztes, der von Schmutz gesprochen, beleidigt gefühlt hätte. Die Zeugenvernehmung war damit erschöpft. Der Sachverständige Tr. Mangler machte Mitteilungen über die Zusammensetzung der Medikamente und ihren Wert. Apotheker Steiner aus Bellecke hatte den Eindruck, die^Preise seien normal. Zimmermann legte zu gleicher Zeit zur Stichprobe aus einer Apotheke be­zogene Medikamente vor. Bei Prüfung der Rezepte wurde fest­gestellt, daß Dikomeit bei den verschiedensten Krankheiten die­selben Mittel verordnete. Er bezeichnete sie als Blutreinigungs­mittel. Auf die Vorlesung der Dankschreiben, die die Angeklagten erhielten, wurde verzichtet.

Apotheker Steiner erklärte, daß er von Oktober bis März Dikomeit für mehrere tausend Mark Medikamente geliefert habe. Das Krankenjournal weist vom 12. Januar bis 13. März 1843 !

Septbr. --- + 17,0*3.

4- 8,8 °C.

9

2*1

3.

P.C. Wiesbaden. D i e h h o i-M a r k t b e r i cht vom 2. Sept. Auftrieb: Rinder 102, Kälber 125, Schafe 4 , Schweine 246.

Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe und Schweine gedrückt.

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Kranke auf, davon wurden 107 kostenlos behandelt. Dikomeit fügt hinzu, daß er erheblich mehr Leute behandelte. Zimmer­mann sagte, daß er in sechs Wochen von Di/omeit 600 Mk. für Medizin für arme Leute erhalten habe, außerdem habe er denen, bie em Armenzeugnis gehabt, die Mcknzin umsonst, etwa für 1000 Mk. verabfolgt: in beiden Fällen sei Selbstkostenpreis angenommen. Dikomeit fügt hinzu, daß er vielen Patienten direkt das Geld, ziemlich 30 Mk. täglich, gegeben habe. Es wurden dann mehrere Beweisanträge, welche die Verteidiger stellten, ab- gelehnt.

Dr. Bachem-Frankfurt als Sachverständiger gab sein Gut- den Baunscheidtismus ab. Er trat für die Un- geführlichkeit der Methode ein und erklärte sich bereit, ohne Des- infettion sich mit dem Apparate behandeln zu lassen; er fügt noch hinzu, daß er sich noch obendrein den Körper mit schädlichen Substanzen (Mikroben) bestreichen lassen würde. Er versprach sich von dem Baunscheidtismus bei vielen Krankheiten, auch bei Flechten, große Erfolge. Er selbst habe gute Erfolge damit erjiett sogar bei sonst als unheilbar bezeichneten Krankheiten. Der Sachverständige trat auch für die Augendiaanose ein, das sei eine Gabe mancher Menschen, ein sog. ärztlicher Instinkt. Die weitere Verhandlung wurde auf Samstag vertagt.

pro 100 Pfd.

Vebenb» Schlacht«

Ochsen. gewicht

Dollfleischige, ansgemästete, höchsten von-bisvon-bis Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 4752

Junge, fleischige, nicht aiiügeinäftete und ältere ansgemästete 4246

Mäßig genährte junge und gut ge­nährte ältere 3842 Färsen, Kühe.

Dollfleischige ausgemästete Färsen höchst.

Schlachtivertes 4650

Dollfleischige ansgemästete Kühe höchst.

Schlachtivertes bis zu 7 Jahren. . 4045 Aeltere ansgemästete Kühe unb wenig

gut entwickelte jüngereKühe u. Färsen 3539

Mäßig genährte Kühe nnb Färsen . . 3035 Kälber.

Feinste Mast- (Vollmilchmast) und beste

Saugkälber 6065

Mittlere Mast- und gute Saugkälber . 5359

Geringere Saugkälber 4852

Schale.

Mastlämmer und jüngere Masthammel 4041 Schweine.

Dollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner

Lebendgewicht 5657

Vollfleischige Schweine über 2 Zentner

Lebendgewicht...... . 5657

Fleischige Schweine ..... 5355

751,9

16,3

100

72

SW

4

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10,8

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Gießen, am 1. September 1910. D8/6

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