geboten hatte, was wir als eine Etappe zu unserem Ziele hätten ansehen können, mir hätten es angenommen, unbeirrt durch das ganze Geschrei vom Umfall. Die konservativen Anträge sind Tön Entgegenkommen. Ich habe daß Gefühl, daß der Abg. v. Richttzofen, unter dessen Namen die Anträge segeln, in diesen schweren und ernsten Zeiten den Humor noch nichts verloren hat. /Heiterkeit.) Ich sehe in den Anträgen ein gewisses Sichlustig- ,machen über die Mittelparteien. (Sehr richtig! bei den Natio- malliberalcn und Freikonservattven.s Tie .Anträge werfen den Mittelparteien einen kleinen Brocken vor, der außeydern die vor- ^zügliche Eigenschaft hat, daß er dem Zentrum nicht mißfällt. f<Öeitertet) Vielleicht wird die Wirkung der Stellung der Konservativen die sein, daß die Wahlrechtsfrage in einem späteren Zeitpunkt unter besseren Auspizien an dieses Haus herantreten wird. '(Lebhafter Beifall links.)
Inzwischen ist eine Entschließung der Fortschrittlichen Volks- Partei 'eingegangen, die eine Neueinteilung der Wahlkreise auf Grund der Volkszählung fordert.
Abg. Frhr. v. Zedlitz (Freikons.): Der Vorredner,hat hie ^Stellungnahme der Nationalliberalen zu den Herrenhausbeschlüssen eingehend begründet, aber ich glaube, man wird auch nach dieser Begrünung der nationallcheralen Partei den Vorwurf nicht ersparen können, .daß sie sich den Bismarckschen Grundsatz aller Politik nicht vor Augen gehalten hat, das im Augenblick Erreichbare zu erstreben. (Sehr richtig? links.) Ich fürchte, die natio- nalliberale Partei hat auch jetzt wieder den richtigen Moment verpaßt (Lebh. Widerspruch bei den Nationall.), bei einer wichtigen Entscheidung für die Entwicklung unseres Vaterlandes mitzuwirken. Sie ist wohl, wogegen sich Dr. Friedberg verwahrt bat, allzu nervös geworden. Nun zur Stellungnahme meiner Partei. Der konservative Antrag, der Lücken in den Herrenhausbeschlüssen beseitigt wissen will, muß geradezu demokratisch wirken, er führt auf die abschüssige Bahn des Reichstagswahlrechts. Nun hat Herr v. Hehdebrand erklärt, die Konservativen treffe keine Schuld, wenn die Vorlage scheitert. Den Vorwurf, daß sie zu einer Verständigung nichts beigetragen hat, wird sie trotzdem nicht von sich abweisen können, soweit die Nationalliberalen sie davon nicht entlasten. (Heiterkeit.) Die Konservativen können den Vorwurf nicht zurückweisen, die öffentliche Wahl in Preußen dauernd beseitigt zu haben. (Sehr riMig! bei den Freikonservativen.) Hätten die Konservativen mit uns an der öffentlichen Vahl festgehalten, statt dem Zentrum zuliebe umzufallen, so wäre auch das Herrenhaus dabei geblieben. Damit ist es, nun aber für alle Zeiten vorbei. Wer etwa glauben sollte, daß mit dem Scheitern dieses Gesetzes die Wahlrechtsfrage erledigt ist, daß nun die ganze Wahlreform ad ealendas graeeas vertagt ist, der wird sich gehörig täuschen. (Lebhafte Zustimmung links.) Im nächsten Herbst wird noch keine neue Vorlage kommen wegen der in Aussicht stehenden Reichstagswahlen., Aber es kann kein Zweifel bestehen, daß noch vor .Ende dieser Legislaturperiode die Frage dieser Wahlreform noch einmal an uns herantreten und von uns entschieden werden wird. (Hört, hört!) Es ist nicht unmöglich, .daß dann die Annahme der Beschlüsse des Herrenhauses geschehen könnte. Aber auch die Nationalliberalen werden dann nicht mehr diejenigen Vorteile erlangen, die sich jetzt ihnen bieten. Gerade im Interesse einer staatserhaltenden Politik ist es notwendig, daß wir von rechts und links uns auf das Erreichbare verständigen. Sonst wird nur Unheil und Verwirrung kommen. (Beifall bei den Freikons.)
Abg. Fischbeck ,Vo.): Es ist eine eigenartige Leichenfeier, die wir heute begehen. «Heiterkeit.। Am offenen Grabe streiten sich die Herren darüber, wem das Kind gehört und wer das Kind umgebracht hat. Wir können diesem Kinde keine Träne uach- inetnen. Wir haben die Vorlage abgelehnt in der Fassung, die sie ftn Abgeordnetenhause gesunden hat, wir werden sie auch heute ablehnen. Sie ist für uns unannehmbar, weil sie neben der geheimen Wahl nicht die direkte Wahl bringt.
Eins muß ich sagen: Wenn der Liberalismus daran gehen will, positive Arbeit zu leisten nach dieser Richtung hin, so wird er zunächst zu prüfen haben, ob das preußische Volk es nötig hat, sich als geborene Gesetzgeber Männer gefallen zu lassen, dir nur die Söhne ihrer Väter sind und Fideikommisse geerbt haben. (Lobhafter Beifall links.) Gegen die Anträge des Zentrums stim- men wir selbstverständlich. Tie Anträge der Nationalliberalen berühren uns durchaus sympathisch, und zwar um so ivmpathischer, als sie ht einem wohltuenden Gegensatz gegenüber all der Angst und Bange stehen, die man in den letzten Wochen um die Nationalliberalen hatte. (Heiterkeit.) Tie Regierung ist in diesem ganzen Kampfe bei allen grundsätzlichen Fragen einmal hierhin und einmal dahin geschwankt. Ich kann es den Konservativen und dem Zentrum eigentlich gar nicht verdenken, daß sie schließlich selbst vorgegangen sind, ohne nach der Regierung zu fragen. (Sehr richtig! links.« Wenn die Regierung es ernst meint, int Sinne der Thronrede imserem Volke nach seiner kulturellen und wirtschaftliä>en Entwicklung einen größeren Anteil an der Mitbestinrmung über die Tinge des Staates zu ver- sckaft'en, braucht sie nur an das Volk zu appellieren. Tas Volk fcnrb der .Regierung die nötige Mehrheit schon bringen. Mögen Die Elemente des Rückschritts folgen oder nicht, mag die Regierung wollen oder nicht, es wird der Tag kommen, an welchem hmfer Boll dieses freiheitliche Wahlrecht, das ihnen gebührt, auch erringen wird. (Stürmischer Beifall links.)
Abg. Tr. v. I a z d z e w s k i (Pole : Wir haben keine Veranlassung, uns mit anderen Parteien herumzustreiten. Unsere Stellung ist klar gegeben. Wir stimmen nur einer Wahlreform zu, die die gleiche, geheime und direkte Wahl bringt.
Abg. Ströbel «Soz.^: War es vielleicht beabsichtigt, die Wahlreform in einen Sumpf zu führen? Es herrscht wohl allgemeine Freude im Hause, daß diese Vorlage scheitert. Nun gilt es, eine neue Vorlage zu fordern. Und wenn sie wieder scheitert, dann muß eine dritte tommen. Ich warne aber das Zentrum« (dann wieder Schacher und Kuhhandel mit den Konservativen zu ^treiben, iBeifall b. d. Soz.)
Nach einer weiteren Aussprache folgt die Einzelbesprechung. Die §§ 1 bis 5 werden unter Ablehmmg der nationalliberalen, Anträge angenommen.
Zum § 6, der die Drittelung behandelt, erhält Abg. Frhr. 'n. Zedlitz das Wort. (Hoffmamt, Soz., ruft: Hei löwet noch! Große Heiterkeit.) Ter Redner bedauert nochmals, daß eine Verständigung ausgeschlossen erscheint. „Als Siebzigjähriger rate ich den Nationalliberalen, eine nationale Mittelpartei zu sein und zu bleiben im Interesse des Vaterlandes. Hoffentlich ist es nicht zu spät." (Lebhafter Beifall bei den Kons.)
Abg. Friedberg (Natl.): Man scheint doch eine gewisse Spannung in unsere Partei hineinbringen zu wollen. Sehr ge- ichickt hat Frhr. von Zedlitz seine vermittelnde Tätigkeit nicht Msgeübt, denn er hat an allen Ecken und Enden angestoßen, lind man sollte hieraus die Lehre ziehen, bei späteren Gelegene •beiten Frhrn. von Zedlitz nicht zum Vermittler zu. wählen. (Heiterkeit.)
Abg. Borgmann (Soz.): Nack) alledem will ich Frhrn. von Zedlitz nur zurufcn: Gehe in ein Klo st er, Octavio, verlafse die sündige Welt. (Große Hefterkeit.)
In der nun folgenden Abstimmung werden sämtliche Anträge -- die konservativen Anträge immer gegen die Stimmen der Konservativen und der Sozialdemokraten unter großer Heiterkeit — abgelehnt. Für den § 6 in der Fassung des Herrenhauses selbst stimmen nur die Freikonservatioen und ein Teil der Nationalliberalen. Der § 6 ist also auch abgelehnt.
Hierauf nimmt
Ministerpräsident Dr. v. Bethmann Hollweg unter großer Spannung des Hauses zu folgender Trllärung das Wort:
Durch die Beschlüsse, die das Hohe Haus soeben gefaßt hat, ift eine Lücke im Gesetz entstanden. Es gibt nach Ihren Beschlüssen keine Bestimmungen darüber, in welcher Weise die ' Abteilungsbildung erfolgen soll. Nach der Stellung, die die verschiedenen Parteien dieses Höhere Hauses zu der Frage einge- npnrmcn und in diesen Beschlüssen bekundet haben, ist nach Auffassung der Staalsregierung die Aussicht auf eine Verständigung über diesen .Bestandteil der Vorlage ausgeschlossen. Ich erkläre
infolgedessen im Namen der Königlichen Staatsregierung, daß sic auf die Weiterberatung des Gesetzes keinen Wert mehr legt. (Lebhafter Beifall links.)
Hierauf 'vertagt sich das Haus unter großer Bewegung aus Samstag, 11 Uhr: Kleine Vorlagen.
Schluß gegen 4 Uhr.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 28. Mai 1910.
•• Lehrerpersonalien. Uebertragen wurden den Lehrern Karl Jak. Ritter zu Nieder-Wiesen, Hch. Saal zu Höllerbach und Karl Schmidt zu Bonsweiher Lehrerstellen an der Gemeindeschule zu Pfungstadt.
*• Erledigt ist die Stelle eines Pfand Meisters in Mainz.
"Zahnarzt Dr. Kochs fünfzigjähriges Berufsjubiläum. Die hessischen Zahnärzte bereiten heute und morgen dem ältesten in Deutschland praktizierenden Zahnarzt, dem Dr. h. c. G. W. Koch hierselbfl, aus Anlaß seines 50jährigen Berufsjubiläums eine besondere Ehrung. Der Jubilar ist am 29. Mai 1836 zu Bessungen geboren, er hat sich aus kleinen Verhältnissen aus eigener Kraft zu einer geachteten Stellung in der zahnärztlichen Welt emporgearbeitet und zählt heute noch trotz seiner hohen Jahre zu den beliebtesten und gesuchtesten Zahnärzten unserer Stadt. Der Senior der deutschen Zahnärzte hatte zu Lehrern in der praktischen Zahuheilkunde Hofzahnarzt Dr. Werner und Zahnarzt Schmidt, beide in Darmstadt. Dann war Herr Koch als Hörer an unserer Universität immatrikuliert und bestand im Jahre 1860 als erster Zahnarzt an der Ludoviciana das Staatsexamen. Er ließ sich darauf in Gießen nieder, praktizierte gleichzeitig in Wetzlar und Marburg, nachdem ihm für die letztere Stadt 1862 der Kurfürst von Hessen die Erlaubnis dazu erteilt hatte. Koch behandelte 1866 als erster Zahnarzt die Armen der Stadt Gießen und da? Militär und stellte sich 1870/71 in den Dienst der im Kriege verwundeten Krieger, indem er diese in den Lazaretten Gießen, Wetzlar und Marburg zahnärztlich in Behandlung nahm. Im Jahre 1869 wurde der Jubilar als Mitglied der staatlichen zahnärztlichen Prüfungskommission berufen; seitdem haben weit über 100 Zahnärzte die Prüfung unter ihm bestanden. Dr. Koch ist Ehrenmitglied des Zentralvereins Deutscher Zahnärzte und des zahnärztlichen Vereins Frankfurt a. M., sowie Ehrenvorsitzender des Vereins hessischer Zahnärzte. Im Jahre 1907 wurde Koch bei der Jubelfeier der Ludoviciana von der medizinischen Fakultät zum Ehrendoktor ernannt; der Zentralverein deutscher Zahnärzte verlieh ihm in Anerkennung seiner großen Verdienste um die zahnärztliche Kunst 1909 die silberne Medaille. Ganz besonders verdient gemacht hat sich Herr Koch durch seine Tätigkeit für die Schaffung und Durchführung der Berufsorganisation der Zahnärzte Deutschlands. Auch auf dem Gebiet des Freimaurerwesens war er tätig; er ist Ehren- und Altmeister der Loge Ludwig zur Treue in Gießen, Erster Aufseher der Großloge, Vertreter der Groblogen von Hamburg und des Staates Rew-Pork, Berichterstatter bei der Loge „Karl zum Rautenkranz" in Hildburghausen, Ehrenmitglied der Bundeslogen in Alzey, Bingen, Darmstadt, Friedberg, Mainz, Offenbach a. M. und Worms und der Logen Mark Aurel zum flammenden Stern in Marburg, Wilhelm zu den drei Helmen in Wetzlar und zu den drei eisernen Bergen in Siegen. Möge es dem heute 74jährigen Jubilar, der noch jugendfrisch und schaffensfreudig ist, vergönnt sein, auch das diamantene Berufsjubiläum begehen zu können.
•• Der älteste Korpsstudent ist, wie uns geschrieben wird, Dr. med. Ferdinand von Her ff (Starkenburger), hier 1842 und in Bonn bei Palatia 1839 aktiv. Herff ist 1819 geboren. Er geht jetzt noch in voller Rüstigkeit seiner ärztlichen Praxis in San Antonio in Texas nach. Er ist wohl der letzte Ueberlebenbe der „Gesellschaft der Vierziger", einer größeren Anzahl Darmstädter, meist Gießener Korpsstudenten, die in den vierziger Jahren nach Texas auswanderten.
** Hohe Wildbretpreise. Auch die Jäger profitieren von den hohen Fleischpveisen, die zurzeit an der Tagesordnung sind. Rehböcke, die im vergangenen Jahre mit 70 Pf. das Pfund verhandelt wurden, werden in diesem Jahre mit 80 Pf. bezahlt. Dieser Preis ist allerdings immer noch billiger als Kalbfleisch, das bei uns mit 84 Pf. das Pfund verkauft wird.
** Zur Bekämpfung der Blutlaus wird uns vom Lande geschrieben: Die jährlichen Umgänge der Blut- lauskommissronen sind beendigt und die Berichte darüber an das Kreisamt abgegangen. Man hat natürlich nichts von Blutläusen gefunden oder hie und da einen übelzugerichteten Baum bezeichnet, der der Axt zum Opfer fallen muß. Es scheint nun, als hätten die Blutläuse darauf gewartet, bis der letzte Bericht abgegangen wäre, um aus ihren Verstecken zu kommen. Würde jetzt noch einmal Umgang gehalten, so würde man wohl kaum einen Baum findens der frei von den Schädlingen ist. In diesem Jähre tritt das Ungeziefer in ganz erschreckenden Massen auf. Darum auf, ihr Baumbesitzer, wenn euch eure Bäume Heb sind, den Pinsel zur Hand und die befallenen Stellen kräftig mit verdünntem Obstbaumtarbolineum eingepinselt. Diesem Mittel vermag der Feind nicht zu trotzen. Aber bleibe keiner zurück, wenn der Kämpf erfolgreich, sein soll!
X Großen-Linden, 26. Mai. Der Gesangverein „Harmonie" feiert nächsten Sonntag und Montag das Fest seines 60jährigen Bestehens. Damit verbunden ist ein Reform-Gesangwettstreit in unserer geräumigen Turnhalle; in vier Klassen werden sich 15 Vereine daran beteiligen. Durch reichliche Unterstützung stehen schöne Preise zur Verfügung. Die Reform besteht darin, daß die vorgeschriebenen Chöre von älteren Meistern stammen. Hoffentlich hat der Himmel ein Einsehen und laßt das Fest nicht wieder verregnen, wie das letzte „Harmonie "-Fest 1898.
----- Homberg a. d. Ohm, 26. Mai. Die Vorbereitungen zu dem am 9., 10. und 11. Juli d. I. hier stattsindcnden Bezirksfest des KriegervereinSbczirks Homberg, verbunden mit Fahnenweihe des Kriegervereins Homberg, sind fertiggestellt. Als Festplatz ist die schön gelegene Altenstadt-Wiese bestimmt. Am Vorabend der Feier findet Zapfenstreich und Kommers statt. Der Festsonntag wird morgens eröffnet durch eine Gedenkfeier am Kriegerdenkmal mit anschließendem FestgotteSdienft in der
Kirche. Um 1 Uhr setzt sich der Festzug in Bewegung. Auf dem Festplatz findet nach erfolgter Begrüßung und Festrede die Ueberreichung der Fahne durch Festjungfrauen statt. Hierauf folgt Konzert und Tanz. Nach Eintritt der Dunkelheit wird ein großes Brillant-Feuerwerk abgebrannt werden. Auch hat sich der Tlirnverein in dankenswerter Weise bereit erklärt, turnerische Aufführungen 311 veranstalten. Ferner wird ein vorzüglich besetzter Juxplatz das seinige zur Unter- Haltung und Erheiterung der Festteilnehmer beitragen. Mit der am Montag ftaltfinbenben Feier ist ein Jugendfest verbunden.
X Ehringshausen a. d. Dill, 26. Mai. Unsere Gemeinde hat die Zusammenlegung ihrer Feldmark beschlossen. Der Gesamtflächeninhalt der Gemarkung beträgt 996,60 Hektar. In der Vorzeit befand sich hier ein Hof, der den Dynasten von Lichtenstein gehörte und 1284 an das Stift Wetzlar verschenkt mürbe; auch bie Abeligen von Elkershausen hatten hier Besitzungen. — Das von ber eoang. Frauenhilfe burch Pfarrer Racke für hier in Anregung gebrachte. Krankenhaus wirb von Maurermeister Gernandl ailsgeführt. In ihm finben Kranke aus den Bürgermeistereien Hohensolms unb Aßlar Aufnahme, dazu wird darin ein großer Versammlungssaal sowie ein Raum für unsere Kinder- bewahranstalt hergerichtet. Die Kaiserin hat für bie Anstalt eine bebeutenbe Summe bewilligt.
X Fechenheim (Kr. Hanau), 26. Mai. Die Gemeindevertretung unseres Ortes hat das Gehalt ihres Bürgermeisters Fischer von 6000 Mk. auf 7000 Mk. erhöht. Vom Jahre 1913 ist eine weitere Erhöhung um 1000 Mk. festgelegt worben. Der Bürgermeister hat außerbem noch freie Wohnung, Licht unb Heizung.
Universitäts-Nachrichten.
bc. Marb 11 r g, 27. Mai. Geheimrat Pros. Dr. PaulFr i ebrich, Direktor ber hiesigen chirugischen Klinik, wurde von der American Surgical Associatron zum Ehrenmitglied ernannt.
vermischter.
* Von einem netten süddeutschen Idyll berichtet ber T. R. ein Leser: Fuhr da jüngst der Ballon eines obev- schwäbischen Lustschisfervereins auf unb suchte nach mehrstündiger Fahrt Landung bei Ingolstadt. „Heda!" rief einer ber Insassen, ein norddeutscher Offizier, einigen auf dem Felde arbeitenbtm; Leuten zu. „helfett Sie mal, halten Sie das Seil fest." Einer ber Arbeitenden schaut auf diesen Zuruf bin entpor. „Dös sau; Preußen," sagt er gemächlich zu seinen Genossen, die daraufhin ruhig weiter arbeiten und den Ballon mit seinem an dem Erdboden hinschleifenden Seil seinem Schicksal überlassen. Darob grimmer Zorn in der Brust eines anderen Insassen, eines bayerischen Leutnants, und plötzlich ertönt eine Stimme von oben: „Oes gscherte Kameln, ös s — dumme, kennts foan bayrischen Leutnant?" Daraufhin erneutes .Auf- schauen der Arbeitenden und plötzlich fteudiges Erkennen: „O h 0 , der redt deutsch mit uns, dös ist was andres. Freunder!, packts an." Im Nu griffen zehn Hände nach den Seilen» des Ballons. .Stramme, bayerische Fäuste halten ihn. Die Landung geht „glatt" vonstatten. . .
— New Yorks Riesenpark. Newyork wird in kurzer Zeit den größten Volkspark der Well besitzen: der Stadtrat von Newyork und die Regierung von New Jersey haben in Gemeinschaft und mit Unterstützung einer Reihe reicher Leute beschlossen einen gewaltigen Landstrich längs des linken Ufers des Hudson in eine Art Nationalpark umzuwandeln. Tie Gegend ist zweifellos die landschaftlich reizvollste Stätte um Newyork: der Staat hat zehn Millionen bewilligt, der Staat New Jersey 2 Millionen, eine Gruppe Newyvrker Bürger 10 Millionen, Morgan, Rocko feiler und Vanderbilt weitere 4 Millionen und Mrs. Harriman, die Witwe des Eisenbahnkönigs, hat allein 4 Millionen gezeichnet und 10000, Acres Land zur Verfügung gestellt. Der Park enthält wundervolle Wälder, die der Erholung der Bürger dienen sollen.
Markte.
Gießen, 28. Mai. Marktbericht. 9luf heutigem Wochenmarkte kostete: Butter pr. Pfb. 1.20—1.25 Mk., Hühnereier 1 St. 6—7 Pfg., Enteneier 1 Stück 8 Psg., Käse pr. St. 6—8 Ps., Käsematte pr. St. 5—6 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,80—1,00 Alk., Hühner pr. St. 1,00—1,60 Mk., Hahnen pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80 bis 2,20 Mk., Ochsenfleisch pr. Psd. 80 bis 88 Pfg., Kuhfleisch unb Rinbfleisch pr. Pfund 70—74 Pfg^ Schweinefleisch pr. Pfund 80—96 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 80—84 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfb. 60—84 Pfg. Kartoffeln pr. 100 Kg. 6.00 bis 0.00 Alk., Zwiebeln per Ztr. 9,00—10,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Nüsse 100 Stück 50—00 Psg„ per Ztr. 0—00 Mk Markt- zeit von 7—1 Uhr.
F.C. Wiesbaden. Viehhof-Marktbericht vom 27. Mai. Auftrieb: Rinder 100, Kälber 137, Schafe 40, Schweine 227.
Tendenz: Rinder mittelmäßig, Kälber ziemlich gut, Schafe mittelmäßig, Schweine ziemlich gut. Preis ' Durch- pro 100 Psd. schnittspreis Gebend. Schlacht. pro 100 Pfund hnn ... lebend-Schlacht, öon-biSöon-btS gewicht Ochsen.
Dollfleischige, ausgemästete, höchsten
Schlachtiverte-, höchstens 6 Jahre alt 42—46 76—80 44 78
Junge, fleischige, nicht ausgemästete und
ältere ausgemästete 37—41 71—74 39 72
Mäßig genährte junge unb gut ge
nährte ältere 33—36 66—70 34 68
Färsen, K ü h e.
Vollflerschige ausgemästete Färsen höchst.
Schlachtwertes 40-46 72—80 43 76
Vollfleischige ausgemästete Kühe höchst.
Schlachtwertes bis zu 7 Jahren. . 34—38 65—69 36 67
Aeltere ausgemästete Kühe und wenig
gut entlvickelte flingereKühe u. Färsen 30—34 Mäßig genährte Kühe nnd Färsen, . . 24—30 Kalber. e
Feinste Mast- (Vollmilchmast) und beste
Saugkälber 56—60 Mittlere Mast- und gute Saugkälber . 51—55 Geringere Saugkälber 44—50
Schaf e.
Mastlämmer und jüngere Masthammel 41—42 Sch weine.
Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner
Lebeildgewicht 53—55 68—70 54 69
Vollfleischige Schweine über 2 Zentner
Lebendgewicht 53-55 68—70 54 69
Fleischige Schweine 51—54 66—68 52 67
BESTE
lln,S.42 Rltferstr.
Wien-Paris.
60—65 32 62
49-60 27 54
92—100 58 96
85—93 53 89
73—83 47 78
82-84 41 83
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