Streif Wetzlar,
X Wetzlar, 17. Dez. Im November wurde du Sinken der Hchweinepreise angekündigi, daS nun auch ;ut Tatsache geworden ist. Infolge der dürftigen Kartoffel- Jrntc werden die Schweineställe früher als sonst gerrumt. Wegen der geringen Nachfrage seitens der Stadtmetzqer ist der Preis für fette Tiere von 68 auf 66 Mk. für den Zentner Schlachtgewicht herabgesunkcn. Für nächstes Jabr sind wieder höhere Schweinepreise zu erwarten, da der Austrieb jti den Märkten infolge der Seuchengesahr gehemmt und da Steigen der Kartoffelpreise zu erwarten ist.
vermischtes.
* AlS mutmaßlicher Mörder der Witwe £)off» maun in der Blumenstraße zu Berlin wurde der 24 Jahre alte frühere Wäsä-ekulscher Otto Schulze festgenommen, der aber bisher trofr schwerer Verdachtsmomente, bte Tat leugnet. Schulze legte sich bei seiner Festnahme den Namen M e y e r bei inü) gab an, [einen Bruder, der die Polizribeamten aus ihn aufmerksam gemacht hatte, nicht zu kennen. Schulze behauptet tncüer, an dem fraglichen Tage bei einem Fourage Händler vormittag- von 11 bis nachts um 1 Uhr aushilfsweise als Kutscher gearbeitet zu haben. Die Ermittelungen der Polizei ergaben, daß sein AuSioeiS richtig ist, er wird aber in Gewahrsam beljaltcn, well er verdächtig erscheint. Anstifter oder Mitwisser der Tat zu fein.
• Palästina-Apfelsine«. 3n der Ebene von Jaffa wird gegenwärtig die Apfelsine auf einer Fläche von zirka 440 L>ektar angebaut: die Zahl der fruchttragenden Bäume beträgt mehr als 1 Million. Die Zucht selbst hat sich erst im Lause der letzten fünfzehn Jahre zu der lebigen Bedeutung entwickelt, waS hauptsächlich dem großen Aufschwung der Voroerasien berührenden Dampserlinien zu danken ist. Der finanzielle Ertrag eines Hektars beläuft sich Pro Jahr auf 7—8000 Mk. Die Früchte, die an Größe und Wohlgeschmack die spanischen Apfelsinen übertreffen, stehen im Preise wesentlich höher als diese Die Zucht verursacht nämlich infolge der Wasserarmut deS Geländes erhebliche Kosten. AlS interessante Tatsache mag erwähnt werden, baß die Bewässerung bet Apfelsinenkulturen noch heute mit Hilfe der „Noria" geschieht, jener schon zu Zeiten der Patriarchen gebrauchten einsamen Wasserpumpe. Diese wird von Mauleselinnen in kreisförmige Bewegung gesetzt: man löst die Tiere alle paar Stunden ab, so daß zur Bedienung jeder Noria ein Stall von 3 bis 5 Tieren gehalten werden muß. In neuerer Zeit hat man auch Versuche gemacht die „klassische" Noria durch moderne Pumpen, die hinwiederum durch Petroleum-Motoren getrieben werden, zu ersetzen. Diese heben nun »war daS Wasser bedeutend schneller aus den tiefen Brunnen, arbeiten auch ökonomischer, jedoch ergab sich mit der Zeit, daß sie durch den vom Master mitgesührten außerordentlich feinen Grundsand nach und nach unbrauchbar gemacht wurden — worauf man zu der Jahrtausende alten Noria zurückkehrte. Im übrigen wird diese jetzt schon vielfach durch die obengenannten Motore in Bewegung gesetzt. Die Gesamtproduktion an Palästina-Apfelsinen betrag, jährlich 250 000 bis 30 000 Kisten, deren Inhalt einen Wert von über drei Millionen Mark darstellt.
Affine TageSchronir.
Bei einet Zigeunerschlacht wurden, wir an- Gchnüib^ mÜhl gemeldet wird, drei Aigenner schwer und sechs Frauen leicht verletzt.
In Sisiwi (Sardinien) nri6banbette eine Räuberbande einen alten Grundbesitzer und dessen Frau. Tann zogen sie mit einigen tausend Liren ab; der Nesse des Ueberfallenen verfolgte die Banditen und erschoß einen derselben; der Getütete war der Bürgermeister von Sisiwi
Ter ehemalige Oberleutnant Hofrichter machte in der Strafanstalt zwei Selbstmordversuche und wird letzt streng Überwacht.
In WiSniwic- brach unter den Gefangenen eine Meuterei gegen die Beamten der Strafanstalt auS In einzelnen Zellen verbarrikadierten sich die Sträflinge unter Lärm und Drohungen. Die Meuterei wurde unverzüglich durch Militär und Gendarmerie unterdrückt. Tie Untersuchung über die Ursache der Auflehnung ist cingeleUet.
Aus Vigo wird gemeldet, daß daS Meer noch fortgesetzt Leichen und Trümmer an den Strand wirft, die von dem bei Urrubebo untergegangenen Dampfer „Palcrmo" her- rühren. Ta am Kap Finisterre heftige Stürme herrschen, ist es unmöglich, sich der Stelle zu nähern, wo das Schill untev- gegangen ist.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeff entliehe Wetterbien st ft eile Gießen.
Wetteransstchten in Hessen am TienStag dem 20. Dez. 1910: Wolkig, feine nennenswerte Niederschläge, mild.
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auf dem neuen Friedhöfe statt.
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Heute Nacht entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unsere innigetgeliebte Gattin, Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwester, Schwägerin und Tante
Frau Emilie Wallach geb. Mansbacher.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Heinrich Wallach*
Giessen, den 18. Dezember 1910.
Bismarckstrasse 14, II
Die Beerdigung findet Dienstag, den 20. Dezember, naohm. 3 Uhr
Gießen, 19. Dezember 1910.
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Wieseck, den 19. Dezember 1910.
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