Ausgabe 
29.6.1910 Erstes Blatt
 
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Waschküche bcfrhnfiigt wurden.

45 Jahre alt, in Brooklyn

aus Dom-Ass enheim für den Kreis

ftattgegebcn, und die Strafe auf 7 Monate

cr -

mäßigt.

die

Es war

Von diesem

G e f ä n g n i s w a r t c r st c l 1 c vom 1

Kirchen besuch der Schulkin der.

Halbamtlich

wird i. d.Darinst. Ztg.

in derFrankfurter ßeitung* hcrvoryerufenc Dieinung, eine

Verfügung Großherzoglichen Ministeruims des Innern, Ab

teilung für Schulangelcgenheiten, bett. den Kirchenbesuch der Schul linder unter Ausschluß von Zwang und Be»

Ju die Ru sse n st ein- an der Bad Nauheimer

dem Tobias (5 m b a ch Friedberg erteilt.

m. Friedberg, 28. Juni, abrit von Tljeodor Mörschel

am be, bt?

M. 9)t ertens, geborene

_ »iräflmgc in dem Arrestyans zu Main,; inl)affiert, während

ftrafung, sei neuerdings erlassen oder in Eriunerung gebracht, * ur tiy^ireri .JMres ju, MarieiuschlsL schon LNttvül eine

Betrug unb Betrug-versuch

ist dem Zimmermann S?. K. aus Niedercifcnbaufen zur Last gelegt. Kurz nach seiner Entlassung aus der Zcllenstraianstatt Butzbach, wo er 9 Monate Gefängnis wegen Diebstahls verbüßt hatte, kam er zu einem Messerschmied in .Als s e l d und gab sich als Gntsverwaltcr aus. Er verlangte einige Pferde- und Schm scheren zur Auswahl, die ihn auch verabfolgt wurden. Am gleichcir Tage versuchte er in einem Schuhwarengeschäft auf Rechnung seines angeblichen iDienstherrn ein Paar lange Stiefel zu bc fommen. Ta man aber in dem Geschäft Unbekannten leinen Kredit gewährt, mußte er unverrichteter Dinge abziehen. Er ging dann in ein anderes Geschäft, von dem er wußte, bau ein Htm früher bekannter Knecht aus Angenrod ein Paar lange Stiefel auf Abzahlung erhalten hatte. Der Geschäftsinhaber tonnte fiä> des Falles noch erinnern, doch die Persönlichkeit tanntc er nicht mehr. Er verabfolgte dem Angeklagten ein Paar Stiesel für 18 Mark, da dieser sich den Namen des Knechtes beilegte. Der Kaufmann fragte sein ans .Angenrod gebürtiges Dienstmädchen, ok der fragliche Knecht iwch in Angenrod bedienstet sei. ,Als er erfuhr, daß der Mann schon längst verzogen ist, rief er den Angeklagter zurück, nm ihn dem Mädchen gegenüberzustellen. Ter Ängetlagle warf bei dem Anblick des Mädchens die Stiesel fort und entfiel).

Ans Stadt und Land.

Gießen, 29. Juni 1910.

* Pfarrdie i^st nachrichten. Ernannt wurden Pfarramtskandidat S ch o r l c m m e r z-u Darmstadt zum Pfarrverwalter in Bensheim (zweite Pfarrstelle); Pfarr- amtStandidat Zentgrafzu Eberstadt zum Pfarrverwalter in Steinbach (Dek. Offenbach); Pfarramtskandidat Herp el zu Auerbach zum Pfarrassistenten in Langen; Pfarramts­kandidat Deggau zu Darmstadt zum Pfarrverwalter in Wackernheim. Die Schlußprüfung haben im Juni 1910 bestanden: Otto A d a m von Rimbach zu Langwaden, Hans Deggau von Niendorf (Oldenburg) zu Darmstadt, Georg Gockel von Dietzenbach zu Langen, Otto .Herpel von Kelsterbach zu Auerbach, Mich. Rieder von Laaber (Ober­pfalz) zu Friedberg, P.S ch o r l c in in c r zu Darmstadt, Ludw. Strack von Obbornhofen zu Leihgestern, Rud. Zentgraf von Reichenbach zu Eberstadt. Gestorben sind Pfarrer Emil Bernhard zu Sandbach am 27. Mai; Pfarrer D. Johs. GuhoI zu Heppenheim a. d. B. am 2. Juni; Pfarrer i. P. Dr. Emil Hansult von Lehrbach zu Marburg a. d. L. am 12. Juni; Pfarrer Will). .Ho tz zu Dietzenbach am 14. Juni. Zur Wiederbesetzung werden ausgeschrieben: die Pfarrstcllen zu R o d e n b a ch, M o r f e l d e n, S t e i n b a ch (Dek. Offenbach) und Dexheim.

** Forstpersonalien. Der Forstwartaspirant Ph. .Herbold ans Groß-Rohrheim wurde zum Forstwart der Forstwartci Windhausen, der Forstwartaspiraut Wilhelm I u n g aus Ulfa zum Forstwart der Forstwartei Feldkrücken und der Forstwartaspiraut Ludw. Jüngel aus Lumda znm Forstwart der Forstwartei Hirschhorn I ernannt.

** Das Patent als Geometer 2. Klasse wurde

Einen Zusammenstoß mit Wilderern Gendarmen von Nieder Florstadt

Der Friede im Baugewerbe.

Der Dresdener Schiedsspruch hat die Streitigkeiten für sämtliche Städte und Orte des Deutschen Reiches mit Aus­nahme von wenigen Städten wie Leipzig, Solingen, .Hagen i. W., Königsberg beendigt. Gegenüber den vielen tausend Orten, in denen der Friede vollkommen hergestellt ist, sind diese Ausnahmen ohne wesentliche Bedeutung, zumal in einigen dieser Orte, nur eine der beteiligten Organisationen z. B. der Zimmerer, die Arbeit nod) nicht auf genommen hat. Die christlichen Bau­arbeiter nahmen getreu dem Schiedsspruch, überall sofort die Arbeit auf. Bei dieser Sachlage kann von einer Gefährdung des gesamten Friedenswerkes keine Rede sein. Derartige Störungen pflegen in der Praxis natürliche Begleiterscheinung aller großen Aus­sperrungen und Streiks zu sein und sind bei der Bauarbeiteraus­sperrung, die alle derartige Bewegungen an Umfang und Be­deutung übertroffen Ijat, für jeden Kundigen erst recht verständlich. Wie aus .Hamburg und Leipzig berichtet wird, wird auf, Veran­lassung des Reichsamts des Innern Geheimrat Dr. Wiedfeld eine Besprechung mit sämtlichen Zentralvorständen über die Bei­legung der noch schwebenden Differenzen stattfinden.

Weiber Zuckckhausabttilung bestand, wo die Jndafiierlcn unter weiblicher Aussicht im Nähsaal oder in der so di» uno

Tage an ist der Gefängniswärter Dchns an das Amts­gericht Vilbel versetzt. Die Eingaben verschiedener bre­iiger Interessenten, sowie solcher aus den Orten Billingcn, Wertcrfeld, Ettingshausen, Röthges und Münster an die Königl. Eisenbahn-Direktion Frankfurt a. M. um Einschie bung von Zügen wurde von letzterer dahin beantwortet, daß vom 1. Oktober die Einlegung eines Trieb- wag e n s Hungen ab 7.29, Laubach an 8 Uhr, Mücke an 8.27 und zurück und die Spätcrlegnng des Personenzuges 1067 auf 10.44 Mücke an beabsichtigt ist. Damit dürfte für das Gymnasium die Erreichung des Frühbesuchs sowie ein besserer Anschluß in der Richtung AlsfeldFulda möglich werden.

n. Rockenberg, 28. Juni. In dem L a u d e s z u ch t - Hanse Marienschloß werden zurzeit bedeutende bau­liche Veränderungen vorgenommen, da voraussichtlich noch 1 int Laufe dieses Jahres auch die weiblichen Straf- g e f a n g e n e n, die Zuchthausstrafe zu verbüßen haben, hier untergebracht werden sollen. Zurzeit sind die weiblichen

Straße wurde cingebrochen und zehn Speckseiten im Gewicht von etwa 150 Pfund und ziemlich viel Brot ge­tobten. Die Arbeiter, die nebenan schliefen, hörten von dem Vorgang nichts. Von den Tätern fehlt jede Spur.

L. Friedberg, 28. Juni. Mit den Auf ranm nngS- arbeiten des zerstörten Rathauses hat man heute be­gonnen. Es wird geraume Zeit dauern, bis die Hcrstcllungs- arbeikn vollendet sind. Bis dahin hat man die Bürger­meisterei, das Standesamt, die Stadtkasse, das Polizeiamt und das Ortsgericht in die weitläufigen Räume über den tädtischen Pserdeställen unlergebracht. Auch die Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung werden hier abgehalten. Im Rcichsbankgebäude hat man einige neuere Sicher­heitsvorrichtungen anbringen lassen. Auch glaubt man bc- timmt, daß ein dritter Beamter angestellt wird.

fs Marburg, 28. Juni. Die W'underdoktoren Dikomeit und Zimmermann aus Hartenrod befinben sich noch immer im Untersuchungsgefängnis. Es kann noch lange dauern, bis die Sache spruchreif wird. Durch den Kon- Urs der Getrcibefirma Strauß hier sollen zahlreiche Land­wirte und auch größere Gutsbesitzer schwer geschädigt sein.

X. Hanau, 28. Juni. Das von Mainz nach Hanau verlegte 2. Bataillon des Infanterie-Regiments Nr. 88 trifft nächsten Freitag hier ein. Die städtischen Be­hörden werden den Truppenteil auf dem Paradeplatze be­grüßen und die Stadt Hanau gibt den Offizieren ein Gabel­frühstück, für die Mannschaft ist festliche Bewirtung in der Kaserne vorgesehen. Die E t u i s a r b e i t e r sind in eine Lohnbewegung eingetreten und haben, da ihre Forde­rung auf Abschluß eines Tarifvertrages abgelehnt wurde, die Kündigung eingereicht. Die Arbeitgeber hatten in der Lohnfrage' und in der Frage der .Arbeitszeitverkürzung be­reits Zugeständnisse gemacht.

w. Frankfurt, 28. Juni. Bei den heutigen Stadt- verordncten-Wahlen in den neu eingemeinbeten Vororten würben vier Sozialbernokraten gewählt, jr einer in Hausen-Praunheim unb Hebbernheim, zwei in Röbelheim. In ben übrigen Orten sinben drei Stich­wahlen zwischen Sozialdemokraten und fortschrittlichen Volksparteilern statt.

Nachdem die Jdendität des Angeklagten festgestellt war, ertannte das Schöffengericht auf 10 Monate Gefängnis. Bis zum Be­rufungstermin leugnete der Angeklagte die Täterschaft: hier gab er alles zn und bat um Herabsetzung der Strafe. Seinem An trage wurde f--------

R. festhielt, zur Hilfe und sie brachten ihn in das '2Hteiifläpi.'r X>ar- total. .Am andern Morgen erfolgte die Vcrhaituua des jungen ->. vcw seinem Kett MS. JnWMW Hatte der Me L ID SHtiW

Ester, 35 Jahre all, aus Hungen, in Erin, W. Scheffer, 75 Jahre alt, in St. Louis, Konrad Scherer, 80 Jahre alt, aus Darmstadt, in Winona; er tarn schon 1854 nach Amerika.

"Die Mauk- und Klauenseuche ist ausge­brochen in Trebtsfelbe, Regierungsbezirk Marienwerbcr, am 25. Juni.

A Klein-Linden, 28. Juni. Unser Kri eger- veretn hat beschlossen, gegen Enbe Juli einen Ausflug an ben Rhein zu unternehmen. Die Reise soll durch das Lahntal nach Koblenz, von hier mit bem Schiff bis Bingen unb dann wieber über Mainz unb Frankfurt nach Gießen führen.

A Alsfeld, 28. Juni. Das Tuberkulösc°W anber- Museum trifft anfangs Juli im Kreise Alsfelb ein unb wirb in Romrob, Kirtorf, Homberg a. b. Ohm unb Nieber-Ohmen ausgestellt.

O Laubach, 28. Juni. Die Sparsamkeit der hcffi scheu Regierung zeigt sich an der Aufhebung der hiesigen

hatten

Abend des 25. April d. I. bei Stamm beim. __ kannt, daß in der Gegend viel gemildert wird, weshalb sich Gendarmen an dem Abend, als sie mehrere verdächtige Schüfst gehört hatten, an einem Fußpfad aufstellten, den die Wilderer passieren mußten. .Als sie einige Zeit gewartet hatten, kam bc; 27jährige Landwirt K. R. ans Oder Florstadt, einen aus- geweideten Rohbock in einem Rucksack auf dem Rücken und das ge­ladene Gelvehr in der Hand tragend^ dahinter fein Vater nut einer Rehgeiß an zwei Stöcken aus den Schultern. Tic Gendarmen riefen ihnen zu:Halt! Waffe ab!" worauf sie zu en fliehen luchten. Ter ältere Gendarm machte sich an die Festnahme dcs Vaters R. während der jüngere dem jungen R. b is Gewehr entwand. Letz kern ilüd)tctc, tarn aber wieder zurück, als fein Vater um Hilfe Ichrtc. Sogleich wollte er das von dem öenbarnten beifeiic gelegte Gewehr ergreifen, als biefer aber das merkte, stürzte er sich auf da- Gcwchr und es entstand ein längeres Ringen, bis cs dem R. gelang, mit dem Gewehr zu cntlommcn. Auf der flucht drchie. er sich um und gab einen Schuß auf den Gendarmen ab, bei den der Gendarm von einem Schrotkorn in den Arm getroffen wurde, dagegen wies sein Umhang eine größere Anzahl ^chrotlöcher au. Der Gendarm schoß sofort seinen Dienstrevolver auf R. ab, den cr streifte. Eine Verfolgung des R. in der Tnnkelheit mar ajisiicht. los und der Gendarm 'ilte feinem Kameraden, der den alle l

Ausland.

Das ö st e r r e i chi s che Herrenhaus nahm den Vor­anschlag unverändert an.

Im britischen Unke r Haus brachte Asgunb den Gefetv- -ntwurf ein, durch den die Erklärung des Königs bei seiner Thronbesteigung geändert wird. Nach den Vorschricken dieses Gesetzes bekennt sich der König als treues Mitglied der protestantischeu reformierten 'lieche und verspricht, nach besten Kräften und bem Gesetze entsprechend für protestantische Thronfolge Sorge zu tragen. Ter P r emierm i n r st e r er­klärte, die Regierung glaube, in dem Gesetz alle Bürgsämsten vor­gesehen zu haben, die gefordert werden könnten. Asquith wies ferner auf das starke Anwachsen der Zahl der kalholifchcn Unter­tanen hin, deren Loyalität nicht besonderer Vorsichtsmaßregeln bedürfe. Ter Wortlaut her alten Erklärung enthalte eine un­nötige Beleidigung der Katholiken: sic müsse auch für den König unangenehm sein. Balfour schloß sich den Ausführungen des Premierministers rfn. Redmond erklärte die Vorlage für einen Akt später Gerechtigkeit gegenüber den Millionen katholischer Untertanen des Königs. Darauf wurde der Gesetzentwurf in erster Lesung mit .383 gegen 42 Stimmen angenommen.

Der König und die Königin von Bulgarien fiitb am Dienstag mittag von Paris nach Brüssel abgereift. Prä­sident Fallieres und Madame Fallieres, Ministerpräsident Briand, sowie die übrigen Minister hatten sich am Bahnhofe eingefunden.

Die französische Kammer hat die von der Regierung ge­billigte Tagesordnung Hesse mit 403 gegen 110 Stimmen an­genommen, die der Regierung Vertrauen ausspricht, und sich bis Donnerstag vertagt, nachdem noch Finanzmtntster Cochery ben Entwurf des Budgetgesetzes für 1911 eingebracht hatte.

Die Anstifter des Angriffs auf den rumänischen DampferJmperatul Trajan" find, wie aus Athen berichtet wird, hem Zuchtpolizeigericht überwiesen worden.

Der PariserSiecle" erklärt in einer anscheinend ossi - z löse ii Note, man dürfe den angeblichen K ä m p s c n in der Nähe des S ch a u j a g e b i e 1 e s k e i n e B e d e u t u n g bcimessen: es handle sich lediglich um Ordnungsmaßnahmen, welche keinerlei kriegerischen Charakter haben und noch viel weniger eine Aus­dehnung der französischen Besetzung darstellen.

Der amerikanische Kongreß hat einen Antrag an­genommen, dem Deutschen Kaiser als Gegengabe für die non ihm geschenkte Statue Friedrichs des Großen eine Nach­bildung des Steuben-Denkmales zu überreichen.

Gießener Strafkammer.

)( Gießen, 28. Juni-

Wegen Uebertretung der Wehrordnung

bekam eine Anzahl M u st e r u n g s P s l i ck t i g e aus Assen- heim Strasbeschlc über je 3 Mark, weil sie zur Musterung nicht rechtzeitig erschienen seien, wodurch das Mufterungsgeschäst erheblich gestört worden wäre. Auf ihren Einspruch stellte das Schöffengericht fest, daß die Ladung durch das Amtsvcrfünbigunas blatt, wie die durch die Polizei erfolgte Ladung auf 8'/« Uhr gc lautet hat. Sie waren, als der Gendarm die Vorlesung um 8 Uhr vornahm, nickt zur Stelle, weshalb^ Anzeige wegen zu. späten Erscheinens erhoben wurde. Das Schössengericht nahm an die Angeklagten hätten gewußt, daß dem eigentlichen^ Mustc rungsgeschäft eine Vorlesung vorausgeht, zumal eilt Teil der Burschen zum zweiten bezw. dritten Mal gemustert wurden. Sic hätten es sich einrichten müssen, daß sic eine geraume ;>eit vor 8j/4 Uhr zur Stelle gewesen wären. Im Zweifelsfalle hätten sic sich erkundigen müssen, da cs sich um eine unbedingte, Pünktlichkeit erheischende militärische Angelegenheit handelte, zu mclchem Zeit­punkt sie zur Stelle hätten feilt müssen. Durch diese Unterlassung hätten sie sich einer groben Fahrlässigkeit schuldig gemacht, die zur Strafbarkeit genügt. Ihre Einsprüche wurden zurückgewiesen, aber der Gärtner Rnd. StlUs sockt das Urteil an und behauptet, schon um 8 Uhr zur Stelle gewesen zu sein. Die Strafkammer entschied, daß die Gestellungspflichtigen nicht genötigt werben könnten, zu einer früheren Zeit zur Stelle zu sein, als ihnen in der Ladung angegeben worden ist. Wenn die Ersatzkommission die Leute früher zur Stelle haben will, so muß sie einen früheren Termin anfetzeu. Das Urteil wurde aufgehoben^und der Iln geklagte sreigesprochen unter Belastung der Staatskasse mit allen Kosten und der bem Angeklagten erwachsenen notwendigen Auslagen.

beruht auf Irrtum. Eine Verfügung genannter Behörde vom 29. Dezember 1875 an die Großh. KreiSfchulkommission Offen­bach, die den KreiSschulkommissionen zur Rachachtnng mit­geteilt wurde, legt auf den GotteSbicnstbefuch ber vier älteren Jahrgänge Wert unb erwartet, baß burch Belehrung unb Ermahnung barauf hingewirkt werbe. Zwang unb Bestrafung bezüglich bes Gottesbienstbesnches sollen burch bic Lehrer ober Schulbehörben nicht stattsinben. Wie eine Anmerkung in Greim-Müllcr: ^DaS Volksschulwesen im Großherzogtum Hesien", 1. Auflage 1891, S. 110, erläutert, sinb baburch Ermahnung am SamStag unb Kontrolle am Montag nicht ausgeschlossen.

Zehn neue Schulhäuser werben in diesem Herbst ihrer Bestimmung übergeben. Es sind dies die Neubauten zu Eberstadt, Londorf, Nonnenroth, Nieber-Bessingen, Allen- borf a. b. Lmnba, Saasen unb bic Um- unb Anbauten zu Harbach unb Rcmharbshain. Mit Ausnahme von Steinbach Inb bie Gebcmbe einklassig. Dieses Jahr noch begonnen unb m Rohbau fertiggestellt werben das SchulhauS zu Garben­teich unb der Neubau für die höhere Bürgerschule zu Grün­berg. Auch der Neubau einer Bürger- unb Volksschule zu Hungen wirb voraussichtlich noch biesen Sommer begonnen.

* * Taubstummen - Gottes bienst. Am nächsten Sonntag, 3. Juli, wirb nachmittags um 3 Uhr zu Lauter­bach im Konfirmanbensaale an ber Kirche Gottesbienst für Taubstumme abgehalten. Unbemittelte Taubstumme mögen sich zwecks Erlangung eines Ausweises für Fahrpreis­ermäßigung alsbalb mit einer Postkarte an Oberpfarrer Müller in Lauterbach wenben unb babei die Station an­geben, von ber sie abfahren werben.

* Vom Kolosseum wirb mitgeteilt, baß Danny Gürtler noch einmal morgen hier auftrilt unb zwar in einer Volksvorstellung.

* Hoherobskopffest des V. H. E. Gelegentlich bes am Sonntag, 3. Juli, stattfinbcnben Hoherobskopffestes wirb als Festspiel ein Volks stück zur Aufführung kommen. Der Schwank, bem sein Verfasser Karl Steiniger in Frankfurt eine alte Vogelsberger Sage zu Grunbe gelegt hat, ist betitelt ,2lm Wilbfrauborn". Dic Naturbühne befindet sich in unmittelbarer Nahe bes Klub­hauses am sogenannten Schweizerhäuschcn. Der flott geschriebene Einakter wirb von Mitgliebern bes Frankfurter V. H. C., unterstützt von den Spinnstuben in Rudingshain, ausgeführt. Die Aufführung wird wahrscheinlich um 3 Uhr nachmittags ihren Ansang nehmen. Vor dem Festspiel soll ein Prolog gesprochen werben unb zwar von einer Dame, bie alsHeimat- liebe" auftritt. Am Schlüsse singt bic Festversammlung bas LiedDir, meinem Vogelsberg, gelte mein Lied".

1 Der Zigeunerbaron hatte gestern abend eilte größere Zuschanerinengc angezogen als dic seitherigen Vorstellungen älterer Operetten, und die im allgemeinen gute Darstellung sand starken und freudigen Beifall. Als Zigcunerbaron gab fick Hans Wernert etwas bequem und nur in dein .Hochzeitsduett ging er aus fick heraus. Zusammeu mit Else Rosarita, bereit Saffi durch mehrfachen Beifall ausgezeichnet wurde, errang er hier einen starken Erfolg. Sehr hübsch trug Fräulein Rosarita das Lied:So elend und treu ist feiner" vor : auchEin Greis ist mir erschienen" und der Schatzwalzer, den sie mit Hans W e r 1t c r t und Lore Scholz (Czipra) sang, gesiel sehr gut. Recht nett war Grete Brill als Arsena, deren lebhaftes Temperament angcnchm berührt Fritz Sehbold schien, etwas indisponiert, aber sein Werberlicd schlug trotzdem ein und anch int übrigen fand er sich gut mit seiner Rolle ab. Kurt Gühne spielte den Kommissar mit guter Miene und Hermann Norden, der anch die Leitung führte, bemühte sich mit gutem Humor unb viel Erfolg um die Rolle des Schweinezüchters. Der Chor und das Orchester sanden sich unter Alfons Mourots flotter und schneidiger Leitung sehr gut in die gestellten Ausgaben. Bedauerlich war es, daß einige der hübschesten Lieder gestrichen waren.l.,

** Verzollung portugiesischer Weine. Dic BcsngniS zur Abfertigung von Portwein oder Madeirawein zu dem vertragsmäßigen Zollsätze für Marsalawein ist int Großhcrzogtum dem Hauptsteiccraint 2 arm ft ab t (Zollabfertigungsstelle am Bahnhof j, sowie den Hauptsteuer- äintcrn Gießen, Mainz unb Bingen beigclegt worden. Zugleich wird bas Hauptstcucramt Bingen auch für befugt erklärt, Marsalawein in Fässern ober Kesselwagen mit einem Weiitgeistgehalte von nickst mehr als 20 Gewichtsteilen in 100 zum vertragsmäßigen Zollsätze von 20 Mark für ben Doppelzentner abzufcrtigen.

** In Amerika verstorbene Hessen. Johann Roll ar, 67 Jahre alt, in Newyorf, August Arnold,

Erledigt ist eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Neu-Bam berg. Mit der Stelle ist Organistenbienst uerbunben.

** Eine Klage gegen den Groß Herzog. Ge­legentlich einer A u t o in o b il s a h r t, welche der Lcib- fahrer des Großherzogs bei dessen Aufenthalt auf bem Land­gut des Prinzen Heinrich in H o l st e i n unternahm, wurde ein H und von bem Kraftwagen au gefahren unb so verletzt, baß jener kurze Zeit darauf einging. Der Eigen­tümer hat nunmehr Klage auf Schadenersatz rm Betrage oon mehreren hundert Mark erhoben, und mit diesem Prozeß tft ber für Zivilstreitigkeiten bes Großherzogs vorgesehen besondere Gerichtshof befaßt. Er besteht als erste Instanz aus ben vier jüngsten Mitgliebern bes Oberlanbes- gerichts unter Vorsitz bes Scnatspräsibenteit, während bic Berufungsinstanz durch die sechs ältesten Oberlandes­gerichtsräte unter dem Vorsitz des OberlcmdesgerichtsprLsi- benten gebilbet wirb. Ter Klageanspruch ist bestritten, und es erging deshalb Beweisbeschluß.

'-Auszeichnung. Der Verlagsbuchhandlung Emi Roth wurde für ihre Karten, Bücher und Pläne, die sic au: der internationalen Ausstellung für Sport unb Spiel in Frankfurt a. Mk. ausgestellt hat (u. a.: Jll. Weg- weiser burch bie UniocrsitätZstabt Gießen unb Jll. Wegweiser durch Vogelsberg, Wcttcrau und 2thön, herausgegeben von Herrn. Oestcrivitz), von der AusstellungSleitung die bronzene Medaille zuerkannt.

mitgeteilt: Die durch eine Notiz