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Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.
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nenMark in ehr zudecken sind. An der Balan-ierung des Etats mit 80 Pfennig Matrikularbeiträgen muß aber unter allen Umständen festgehalten werden. Und aus diesem Grunde wird eS der größten Anstrengung und der Vorsicht tigsten Verteilung der Ausgaben auf die kommenden Johra bedürfen, um den Etat zu bilanzieren. Cb das gelingt, ist wohl sehr zweifelhaft.
Das Eivjahrigen-Privileg.
Taft und Roosevelt, amerikanische Kongreß vertagte sich, tote
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Paris, 28. Juni. Ter „Temps" bespricht den Rücktritt des deutschen Botschafters Fürsten Radolin und dessen Ersetzung durch Freiherrn von Schön in einem Leitartikel, in welchem mit warmen Worten die Wirksamkeit des Fürsten Radolin und dessen Bemühungen um die Besserung der deutsch-französischen Beziehungen geschildert wird. Freiherr von Schön, so heißt cS dann m dem Artikel, wird in Paris das gute Angedenken wiederfinden, welches er hier zurückgelassen hat. Er hat als Staatssekretär zu der deutsch-französischen Detente beigetragen und er wird hier dank seiner versöhnlichen Tätigkeit sowie des glücklichen Einflusses des Fürsten Radolin eine klare Lage sowie die Möglichkeit zu neuen Verständigungen vorfinben. Freiherr von Schön kommt unter erfreulichen Anzeichen nach Paris, unb alles berechtigt zu der .Hoffnung, daß dieser Zu- jtanb der Tinge sich noch weite' eifern werde.
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aus Newhork berichtet wird, am Samstag unter Umständen, die einen Umschwung in den Gefühlen des Landes gegen Taft anzeigen und den Republikanern Hoffnung auf Erfolg bei den kommenden Kvngreßw-ahlen einflößen. Tie „Newhork Sun", eine Zeitung, die den Präsidenten stets auf daS kräftigste unterstützte, schreibt: „Vor zwei Monaten gaben die Freunde des Präsidenten! zu, daß der Ausblick auf seine politische Zukunft recht dunkel war. Der Präsident selbst war niedergeschlagen und gab zu, daß die Aussichten der republikanischen Partei auf Erfolg im Herbst nur gering seien." Während des laufenden Monats veränderte Taft aber die Methoden feines Verkehrs mit dem Kongreß vollständig. Nachdem er erfolgreich die Angelegenheit der Frachtraten der Eisenbahnen erledigt hatte, benutzte er den „großen Stocf" in aller Ruhe, aber, darum nicht weniger wirksam, und eS ist seinen neu entwickelten Führereigenschaften zu verdanken, daß der Kongreß während seiner letzten Tage eine große Anzahl von Maß-, nahmen annahm, die von dem Lande begünstigt wurden. Mr. Taft findet volle Anerkennung für die neuen Gesetze, und die Anzeichen einer Wendung der öffentlichen Meinung zu seinen Gunsten sind unverkennbar.
Mittlerweile bereitet sich Roosevelt darauf vor, sich in dem Staate Newhork in den politischen Kampf zu stürzen. Nach einer Meldung der „Associated Preß" hat er Hughes nach Oyster Bay zu einer Konferenz berufen unb wird ihm dringend raten, die Ernennung zum Richter des obersten Gerichtshofes abzulehnen und wieder als Kandidat für den Gouverneurposten des Staates Newhork auszutreten. Man glaubt, daß Roosevelt der Ansicht ist, Hughes müsse im politischen Leben bleiben, um das Prestige der Republikaner in Newhork aufrecht zu erhalten, dks die Achse des politischen Lebens in den Vereinigten Staaten bilder.
Deutsches Reich.
Im LandesausschußfürElsaß-Lothringen wurde das Gesetz wegen Erhebung der Äerterhebungsbei- träge zurückgestellt bis zur Regelung des Gesetzes über die Werkzuwachssteuer durch den Reichstag. Tas Gesetz über den Schutz des Ortsbildes wurde in zweiter und dritter Lesung angenommen. Eine Aenderung des Gesetzes betr. den Geschäftsbetrieb der öffentlichen Vorschußkassen wurde bis zum nächsten Jahre hinmisgeschoben, da die Regierung vorerst eine Denkschrift darüber vorlcgen soll Dagegen wurde ein Gesetz in erster, zweiter und dritter V<*fung angenommen, das die Befreiung der Vvrschnßkasien von der Berkehrssteuer bei Zessionsaniäufen aufhebt.
In Neuwied sand am Dienstag nachmittag die Beisetzung der Fürstin-Mutter z n Wied, Prinzessin her Niederlande, auf Schloß Meppen statt. Es nahmen an der Beisetzungsfeier teil u. a. Prinz Leopold von Preußen als Vertreter des .Kaisers, der König von Württeniberg, der Großherzog und die Großherzogin von Baden, Prinz Heinrich der Niederlande, Fürst Waldeck und als Vertreter ihrer Höfe der königlich rumänische Gesandte in Berlin Ueldimana, sowie der königlich schwedische CfefanDtr in Berlin Trelle, ferner Vertreter der Provinzen und Regierungsbezirke. Nach Beendigung der Trauerandach iettte sich Der Trauei.zug nach oem etwa 10 Minuten entferntSh sürstlichen Waldsriedhof in Bewegung.
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Zu der Meldung, die Heeresverwaltung trage sich mit dem Gedanken der Ä b s ch a s f u n g d e S Ein j ä h rigen - Privil egs, wird uns von miliiärischer Seite geschrieben:
Es gibt wohl in der Armee Strömungen, die auf die 2Cb- chaffung des Einjährigen-Privilegs Ijinarbeiien, so vor allem sehr viele Kompagniechefs und Majore, doch dürfte an maßgebender Stelle die Frage der Abschaffung des Privilegs ernsthaft noch nie in Erwägung gezogen feirn Fällt das Privileg, so fällt der ganze Reserveosfizierstand in seinem heutigen Ausbau, ein Stand, auf den mau für den Kriegsfall nicht verzichten kann. Ahmt man das französische Beispiel nach, so muß man die ReserveoffizierStarriere auch für Avancierte aus dem Volte öffnen nach dem Grundsätze: Jeder tüchtige Unteroffizier tann Reserveoffizier werden, denn die jetzigen Bedingungen: „Bildung und Mittel" fallen, fort. Eine Einschränkung deS Privilegs war aber schon Gegenstand unverbindlicher Erörterungen der Heeresverwaltung, man wünscht vor allem keine Erweiterung der Berechtigungen (z. B. Erteilung des Einjährigenzeugnisses an Mittelschüler und sehr begabte Voltsschüler) Tas Einjährigenprivileg ist geschaffen worden, um Studierende nicht zu lange Zeit vom Studium fernzuhalten, nicht um Besitzende zu bevorzugen. Es würde sich also empfehlen, die Berechtigung zum einjährigen Militärdienst vom Abitnrium abhängig zu machen. Für den Kaufmann, (Meroerbetrribenbeit usw. ist oft der Zeitverlust des Dienens nicht so schwer zu ertragen als beim Akademiker. Durch die gänzliche Abschaffung des Privilegs wäre niemanden gedient. Man soll es bestehest lassen für alle Abiturienten, deren Vor- längere Unterbrechungen nicht duldet, für die. die das Privileg oft ersitzen, schaffe man es ab. bann fein Privileg für die Besitzenden mehr sein, für die geistigen jungen Arbeiter unserer Hoch-
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; JMolgc in Leben;, feilen können. Q ie berüchtigt wndkr oiebcn ernsten Wille Ötünben. Höhnst * gezahlt.
UW-Gesellschast er"
wurde im Januar 1900 zum Gesandten in Kopenhagen ernannt. Als solcher begleitete er den Kaiser aus einer Mittelmeerfahrtsreise. Sn Kopenhagen lernte Frhr. von Schoen auch den gegenwärtigen russischen Minister des Aeußern, Herrn v. Iswolski, kennen. Am 5 .Januar 1906 wurde Frhr. v. Schoen an Stelle des Grafen Alvensleben Botschafter in Petersburg. Anfang September 1907 trat er an die Stelle des damaligen Staatssekretärs des AuS- wärttgen Amtes, des Herrn v. Tschirschky. Im Januar 1909 erhielt er den Frechermtitel.
Fürst Hugo von Radolin, der bisherige Botschafter in Paris, ist.am 1. April 1841 in Posen geboren. Er studierte 1859 bis 1862 in Bonn und Berlin Rechts- und Staatswissenschaften und trat als Referendar in den preuß. Justizdienst. 1866 ging er zur Diplomatie über, und war zunächst als Attache in Florenz, dann als Sekretär in Paris und Stuttgart tätig. Nach dem Kriege gegen Frankreich, den er als Zivilkommisfar im Hauptquartier des Generals v. Manteusiel mitmachte, tarn er nach Madrid, päter nach Dresden. Während des russisch-türkischen Krieges Botschaftsrat in Konstantinopel, wurde er von dort als Gesandter nach Weimar versetzt. 1884 schied er aus dem diplomatischen Dienst aus, um das Amt eines Hofmarschalls beim Kronprinzen Friedrich Wilhelm zu übernehmen, der ihn, nachdem er den Thron bestiegen, zu feinem Oberhof- unb Haus mar schall machte und ihm die Fürsten- wüpde verlieh. Kaiser Wilhelm II. ernannte ihn zum Oberst- truchseß und entsandte ihn nach Konstantinopel, um dem Sultan seinen Regierungsantritt zu notifizieren. Danach blieb er dauernd in der Diplomatie, 1892—98 als Botschafter in Konstantinopel, dann bis 1901 in Petersburg, seitdem in Paris.
Dr. August Lentze, der neue preußische Finanzminister, ist am 21. Oktober 18 0 zu Hamm in Wests, geboren. 1895 wurde er Bürgermeister in Mühlhausen in Thür. Auf Präsentation dieser Stadt wurde er ins Herrenhaus berufen. Vier Jahre später wurde er Oberbürgermeister in Barmen und wurde auch als Vertreter dieser Stadt ins Herrenhaus berufen. Seit dem Jahre 1906 wirkt er als Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg und als Vertreter dieser Stadt gehörte er abermals dem Herrenhaus an. Um die Stadt Magdeburg soll er sich ganz besondere Verdienste erworben haben, vor allem auf dem Gebiete des Bau-, Schul- und Verkehrslvefens sowie in der Finanz-, Polizei- und Armenverwaltung.
Alfred v. Kiderlen-Waechter ist am 10. Juli 1852 in Stuttgart geboren. Er machte als Einjährig-Freiwilliger den Krieg gegen Frankreich mit, studierte in Tübingen, Leipzig und Straßburg die Rechte, war bann im württembergischen Staatsdienst tätig und trat 1879 in den Dienst der Auswärtigen Amts. Sein Name wurde in der Oeffentlichkeit zum erstenmal anläßlich der „Spätzele- Affäre" des „Kladderadatsch" genannt. Der „Kladderadatsch" warf ihm vor, daß er gegen den Fürsten Bismarck intrigiere. Herr v. Kiderlen-Waechter forderte darauf den Redakteur des „Kladderadatsch" Polstorff auf Pistolen. 1881 bie> 1884 war v. Kiderlen-Waechter Botschaftssekretär in Petersburg, 1884 bis 1886 in Paris, dann bis 1888 Botschaftsrat in Konstantinopel. In diesem Jahr begleitete er den Kaiser auf seinen Reisen nach Petersburg, Stockholm und Kopenhagen und wurde dann zum Vortragenden Rat im Auswärtigen Amt ernannt. 1894 ging er als Gesandter nach Hamburg, 1895 in gleicher Eigenschaft nach Kopenhagen und 1900 nach Bukarest. Seine Amtstättgkett in Bukarest wurde wiederholt unterbrochen burd) Vertretungen des deutschen Botschafters in Konstantinopel, nament- lich als Frhr. v. Marschall 1907 auf der Haager Konferenz mehrere Monate von feinem Wirkungskreis ferngehalten wurde. Im dkovember 1909 wurde v. Kiderlen-Waechter nach Berlin berufen und vorübergehend mit der Vertretung des erkrankten Frhrn. v. Schoen betraut.
Die Veränderungen in der Reichs- und der preußischen Regierung.
Die gestern angekündigten weiteren Veränderungen in den höheren Regierungsstellen sind, soweit sie Preußen betreffen, inzwischen schon eingetreten, während der Wechsel in der Leitung des Auswärtigen Amtes zwar ebenfalls halbamtlich angefünbigt wird, aber jedenfalls nicht vor dem Herbst zu erwarten ist. Die offiziöse Mitteilung des „Preuß. Staatsanzeigers" besagt:
Dem Finanzminister Freiherrn von Rheinbaben ist die nachgcsuchte Entlassung erteilt worden. Oberbürgermeister Lentze - Magdeburg ist zum Finanzminister ernannt worden. Dem deutschen Botschafter in Paris, Fürsten Radolin, ist der erbetene Abschied erteilt worden unter der Verleihung der Brillanten zum Kreuz der Großkomture des Hohenzollernfchen Haus- ordens. Als Nachfolger ist Staatssekretär v. Schön in Aussicht genommen, der durch den Bukarester Gesandten von Kiderlen-Wächter ersetzt wird.
Herr von Rheinbaben geht auf seinen eigenen Wunsch, um sick) die günstige Gelegenheit nicht entgehe* ►u lassen, Oberpräsident der Rheinprovinz zu werden. Die Angriffe des Herrenhansmitgliedes von Gwinner auf seine Anleihepolitik haben nach der Versicherung deS scheibenden Ministers mit feinem Rücktrittsgesuch nichts zu tun und auch ^sonstige politische Gesichtspunkte, wie sie bei den Veränderungen im preußischen Ministerium des Innern unb im Landwirtschaftsministerium zutage traten, sind in diesem Fall ausgeschlossen. Sonach ist die Ersetzung des konscr- Mtiben Freiherrn von Rheinbaben durch den nationalliberalen Oberbürgermeister Lentze von Magdeburg nicht varteipolitisch aufzufassen. Er wurde wohl deshalb berufen, weil er'als Herrenhausmitglied sich als geschickter Kenner der preußischen Finanzen erwiesen hat. Bei der durch .Herrn von Gwinner am 16. Juni hervorgerufenen. Besprechung der preußischen Finanz- und Anlehenspolftik hat er int großen und ganzen sich der Auffassung feinest Vorgängers angeschlossen, nur bei der Frage der Rentew- konversion pflichtete er der Gwinnerfchen Anschauung bei, daß durch die Konversionen der Kursstand der Staatspapiere wegen des dadurch hervorgerufenen Mißtrauens des Publikums ungünstig beeinflußt werde. Sonach ist zu erwarten, daß die preußische Finanzpolitik im allgemeinen frine Veränderung erleiden wird. Auch aus dem königlichen Handschreiben an Freiherrn von Rheinbaben ist zu entnehmen, daß polittsche Gesichtspunkte bei seinem Rücktritt nicht maßgebend touren. Es lautet:
Mein lieber ^taatämüiiftcr Freiherr von Rheinbaben!
Nachdem ich Ihnen die nachgcsuchte Entlassung aus dem Amte als Staats unb Finanzminister bureb Erlaß vom heutigen Tage in Gnaden erteilt habe, kann ich mir nicht versagen. Ihnen für die hervorragenden treuen Dienste, welche Sie in Ihren bisherigen Aerntern mir unb dem Vaterlande mit aufopferungsvoller Hingebung geleistet haben, meinen besonderen königlichen Dank aus- iusprcchcn. Als Zeichen meiner Anerkennung und meines Wohlwollens habe ich Ihnen mein Porträt bild nis in Del verliehen, welches Ihnen demnächst zngcben wird. Indem ich hone, Ihre bewährte Kraft in einer Ihren Wünschen entsprechenden ander- weiten Stellung im Staatsdienst noch lange erhalten zu können, verbleibe ich Ihr wohlgeneigter Wilhelm.
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politifcbc Tagesschau.
Zur finanziellen Lage des Reichs.
Durch die verstärkte Tilgung und Verzinsung der Reichsschuld, burd? das Versiegen des Reichsinvalibensonbs, burd? das weitere Anwachsen' des Pcnsionsfonbs unb burd? die 2£bbürbung eines Drittels beS Fehlbetrages aus dem Jahre 1909 ergibr sich für das Jahr 1911 eine Mehrausgabe gegen 1910 von runb 115 Millionen. Hiervon gehen ab etwa 10 Millionen Mark infolge Wegfalls ber einmaligen Beamtenbeibilfcn unb ber Erbfdmftssceuer-Rückzahlungen. Danach find also zu decken 75 Millionen Mark mehr. Nach den ungünstigen Erträgen der Einnahmen des Reichs an crpllen und Steuern kann man für das nächste Jahr im günstigen Fall 60 Millionen Mari Mehreinnahmen gegen 1910 an Zöllen und Steuern annehmcn. Darnach verbleibt also ein Defizit von .15 Millionen Mart. Das jlottern I gefetz sieht aber für das Jahr 1911 eine Mehrausgabe löon rund 23 Millionen Mark vor, >o oaß also 38 Mtllto-
Nr. 14» Erstes Btt>« 160. J-hrg-x, Mittwoch 49. 's uni 1910
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wirtschaftliche Zeitfrage« W B B V B “ B Cbesredakteur: A. Toetz.
Fernsprech - Anschlüsse: Bi r", ■ -y Verantwortlich für
lür die Redaktion 112, politischen Teil: August
ZW General-Anzelger für Gberheffen WM kür Die Tagesnummer Rofafionsöntd ttitb Verlag der vrühl'fchen Untv.'Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Zchulstratze 7. Anleiqcn'teü? H.' Beck, bis vormittags u Uhr. __________________ •
Nachstehend seien noch die Personalien der gehenden unb kommenben Männer roiebergegeben:
Georg Kreuzwenbebich Freiherr von Rheinbaben ist am 21. August 1855 in Frankfurt a. L. als Sohn eines Offiziers geboren. Sein Vater fiel im Kriege 1866. Georg von Rheinbaben trat nach Absolvierung ber 'Klosterschule Ilfeld und bem Stubiuni in Heidelberg und Berlin 1876 als Referendar in den Justizdienst ein und wurde 1882 Gerichtsassessor. Zunächst als Hilfsarbeiter nn Staatsministerium und beim Königl. Tisziplinarhofe beschäftigt, wurde er dann dem Ob er Präsidium in Schleswig überwiesen. 1885 wurde er als Hilfsarbeiter in das Finanzministerium berufen, 1888 zum Regierungsrat, 1889 zum Geheimen Finanzrat unb öortragcnbeit Äat^ im Finanzministerium ernannt. 1892 zum Geheimen Oberfinanzrat befördert, wurde er 1896 Regierungspräsident in Düsseldorf und am 3. September 18W Minister des Innern, beide Male als Nachfolger des Freiherrn von der Recke. Anfang Mai 1901 übernahm er nach dem Rücktritt des Ministers v Miquel das Finanzministerium. 1908 erhielt er die durch den Tob des Ministerialdirektors Dr. Althofi freigcwordene Domherrnstelle am D?mstift zu Brandenburg. Er ist Ritter des Sckiwarzen Adlerordens. Es ist bekannr, daß Freiherr von Rheinbaben auch ein Freund der schönen Künste ist. Eine ^lnerkennung seines Wirkens in dieser Richtung be- beutete ber Beschluß bes rheinischen Goethevereins, dem für die Erhaltung der Festspiele in Düsseldorf geftifteten Fonds den Namen Georg von Rheinbaben-Sttftung bei- ^ulegeii.
Freiherr Wilhelm v. Schoen ist im Jahre 1851 als Sohn eines Fabrikanien geboren. Er schlug zuerst die mili- tirifdjc Karriere ein, nachdem er als Kriegsfreiwilliger am Feldzug 1870/71 ieilgenoinmen hatte. Er wurde dann Offizier im hessischen DragvnerrZiment Nr. 24, trat aber 1877 in den diplomatischen Dienst. (Sr fand Verwendung huf verschiedenen auswärtigen Posten, so in Bern, Athen, Madrid und im Haag. Als LegativnSsekretär bei der Parst er Aotschafc erhielt er vom Großherzog von Hessen am 18. April 1885 den Mel. In Paris wurde er schließlich Botschafts- uar und galt unter dem Grafen Münster als der eigentliche Leiter in der „Rue de Lille". 1896 wurde er auf eine Empfehlung ber Kaiserin Friedrich Oberhofmarjchall bei fteren Bruder, dem Herzog Alfred von Koburg Diesen räösten hatte er bis 1899 inne. Nach dem Tode des Herzogs itrat er wieder in beit Dienst bes Auswärtigen Amtes und
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