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Samstag 28. Mai 1910
Jahrgang
Nr. 122 Erstes Blatt
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«=» General-Anzeiger für Oderheffen g=ss
Annahme von Anzeigen v . . sA«i»^k»A •> saal": E. Heß; für den
für oie Tages,lummer Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Univ.'Vuch- und Zteindruckerei n. Lange. Redamon, Expedition und vruaeret: dchlliflraye r. Anzeigenteil: H. Beck, bis vormittags 9 Uhr.
Die heutige Nummer umfahr 16 Seiten.
in Java und auf dem MaaischenArchipeb ^m^ahrL ^^Q^igen klammern versehen ist. Wenn die, Räder durch 1904 schied er aus feiner Stellung als Leiter des Institutes ben angetrieben werden, läuft genau wre 6er einem Fahr- für Infektionskrankheiten aus und ging dann nochmals nach rab $ettc roeiter, ihre Klammern graben sich in den Schuss Ostafrika und Mar als Leiter der deutschen Expedition zur obcr ba§ Eis und schieben so das Gefährt vorwärts. Aus drest
vorgenommen, die die Vraucyoarleil voiiauf oeirangi uaoen. «ebmeiler ,. uri|. i't oei uMuimiuouiei unu ^unxvot
sonderbare Gefährt ruht aus vier verhältnismäßig kleinen Zahn- ^ean Baptisle Wecker11n im Aller von 89 Jahren gestorben.
I nähern, die in ähnlicher Weise angebracht sind wie bei den ge- ----■-
CftafriBa und zwar als Leiter der deutschen Expedition zur Erforschung der Schlafkrankheit. Im Jahre 1905 erhielt er den N ob elpr eis. Auch eine große Anzahl anderer Auszeichnungen wurden ihm verliehen, darunter der Orden pour le mörite für Wissenschaft und Kunst. Schön 1890 war er von der Stadt Berlin zum Ehrenbürger ernannt und vom Kaiser in den Staatsrat berufen worden. Außerdem war er Ehrenmitglied einer 'Anzahl gelehrter Körper-
rend die Maschine pausiert. ~ „ ...
— Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschaft. Tie Ausstel 1 ung bemalter W o h n r a u m e m M u n ch e n wurde Dienstag, 24. Mai, feierlich eröffnet. Der Eröffnungsfeier tolqte der Rundaang durch die Ausstellungsräume, die nicht nur eine Ueberfichl über die große Vielseitigkeit des Malergewerbes geben, sonderii auch noch sehr beachtenswerte Leistungen moderner Raumausstaltung bieten. Tie Ausstellung zeigt über 30 Räume nut den verschiedenartigsten Zweckbestimmungen und bietet jebem Besucher Sehenswürdigkeiten in reicher Auswahl. — Der ungarische Kultus- und Unterrirht5mimfter Graf Johann Zichy hat beichlosseu, vorläufig jährlich fünf Relsestivendlen tm Betrage von je 1000 Kronen für verdienstvolle Journalisten in den Staatshaushalt einzustellen. Tie otipenbien sind zu Studienzwecken bestimmt. — In P h r l a d e l v h i a wird em Denkmal für Emil Pastorius, den Führer der ersten deutschen Ansiedler aut amerikanischem Boden, errichtet werden. — In G e b w e i l e r i. Els. ist der Aiustkbistoriker und Komvonisl
Br. Robert Roch f.
Baden-Baden, 28. Mai. Prof. Dr. Robert Koch ist gestern abend an einem Herzleiden hier
— Kapitän Scotts A ut o m obilschlit ten. Kapitän Scott, dessen Südpolarexpedition in diesem Sommer ihre Fahrt nach dem ewigen Eise des Südens antritt, wird bei seiner Reise einen besonders konstruierten Auwmobilschlitten mittühren, der auf der großen Hochebene der Südpolargegend zur Beförderung der Lebensmittel dienen soll, lieber diesen eigenartigen Apparat macht die „Nature" einige interessante Mitteilungen. Man hat in Norwegen mit diesem neuen Automobilschlitten, der von einer englischen Motorgesellschaft gebaut ist, sowohl aus Lchneeseldern wie auf der Eisdecke zugefrotener Seen umfangreich: Versuch: jrgenommen, die die Brauchbarkeit vollauf bestätigt haben. Lxis
Auch als Schriftsteller ist Exzellenz Kvch vielfach hervorgetreten, namentlich als Mitarbeiter der Berliner klinischen Wochenschrift und der Mitteilungen aus dem Kaiserlichen Gesundheitsamt. Von seinen in Buchausgabe erschienenen Werken sind zu nennen: Aetiologie des Milzbrandes (76), Die Wundinfektionskrankheiten (78), Mifi- brandimpfung (82), lieber neue Tuberkelpräparate (97), Lepraerkrankungen im Kreise Memel (97), Reisebericht über Rinderpest, Bubonenpest in Indien und Afrika, Tsetse- oder Surrakrankheit, Texasfieber, tropische Malaria, schwarzwasserfieber (98), Verbreitung der Bub-onenpest^(98), Ergebnisse der deutschen Malariaexpedition (01), Seuchenbekämpfung im Kriege (02), Berichte über die Wertbestimmung des Pariser Pestserums (02).
Bis zuletzt war Prof. Kvch mit einer neuen^ großen Arbeit über eine neue Heilmethode bei Tuberkulose beschäftigt.
ober das Eis und schieben so das Gesährt vorwärts. Auf diefi Art läuft der Schlitten eigentlich auf der Kette: die Rader dienen nur ihrer Bewegung. Ter Wagen selbst, der tm Grunde nur eine horizontale Fläche darstellt, ist aus starkem und dabei doch leichtem Holz gearbeitet. Er ist an der unteren Seite durch ein kräftiges Aluminiumschild geschützt, das w wo hl den Mechanismus vor Beschädigungen bewahren wie auch die Glerb* bewegung erleichtern, soll. Ter Mcotor ist auf den Wagen auf' gebaut: es ist ein Vierzylinder, der zwölf Pferdelraste entwickelt, Tas Gehäuse hat eine besondere Form und birgt zugleich de« Behälter für Petroleum. Die Lenkvorrichtung ist die denkbar einfachste: die günstigen Bodenverhältnisse am Südpol werdest es ermöglichen, fast ausnahmslos geradeaus zu fahren, jo daß Biegungen und Knrven nur selten nötig werden, xtr neue. Automobilschlitten entfaltet eine Geschwindigkeit von acht Kil»^ Metern in der Stunde, so daß das Tempo des Vorbringens für die Polarfahrer bedeutend beschleunigt wird. Ten atmowharifchen Einflüssen ist durch besondere Vorrichtung Rechnung getragen: die Oelung der Maschine erfolgt selbsttätig durch ein besonderes Del, das den tiefsten Temperaturen widersteht und unter dem Truck einer automatischen Pumpe den Maschinenteilen zugestihrt wird. Ter Mowr kann umgeschaltet werden, ohne daß die Bewegung der Räder dadurch betroffen wird, so daß bei e>cntungen des Terrains der Apparat durch die eigene Schwere rollt, wah--
Bei den Kämpfen und Beratungen hinter den Kuliften, wobei jede Gruppe die versteckte Haltung ber anderen zu erraten und anszubenten suchte, gab es kein verständiges Schlutzwort. Tie Konservativen haben der unbestimmten Haltung der Nationalliberalen gegenüber wieder einige Schritte zum Zm- trnm hinüber getan, und die Nationalliberalen haben gleichfalls Zusatzanträge gestellt, von denen sie erwarten mußten, daß sie von der Mehrheit abgelehnt würden. Das Zentrum suchte sehr gelassen die frühere Fassung im ^geordneten- haus wiederherzustellen. So war man denn gestern in der Tat wohl allgemein mit b«m sicheren Bewußtsein wieder zusammengelommen, daß man eine Leichenfeier werde abzuhalten haben.
In der ganzen Frage hat die Regierung unter Herrn von Bethmann-Hollweg keine glückliche Hand gezeigt. Das gestrige Zwiegespräch zwischen dem Kanzler und v. Heyde- brand hat die Schwäche der Regierung gar zu offenbar gemacht. Der „ungekrönte König" würde einem entschiedenen Willen der Regierungsspitze gegenüber wohl auch andere Wege gefiinden haben. Auf ein zagendes Abwagen der Ansprüche hüben und drüben kam es jetzt nicht wehr an. Es mußte etwas zustande kommen, und wenn Herr v. Beth- rnann-Hollweg bei den Vorberatungen sich mit festem Willen als Warner und Kämpfer auf der Bildflache gezeigt hätte, wäre vielleicht doch etwas Positives herausgetommen. So hat er dem greifen freilonseroativen Abgeordneten von Zedlitz die Vermittlerrolle überlassen, der natürlich kerne Autorität entwickeln tonnte und zum Schluß noch Spott erntete Wie der Lauf der Tinge nun weiter gehen wird, weiß niemand. Das geht auch aus den bisher vorliegenden Pressestimmen hervor. Ein Aufatmen geht durch das Reich in der Geniigtuung, daß der widerwärtige ^trert für die näch ste Zeit wenigstens begraben ist. Hatte die Regierung den Mut, in so düsterer Zeit diesen Zankapfel in die politische Arena zu schleudern, so mußte sie auch bis zum Lchlusw die volle Energie zeigen, zu einem annehmbaren Ende zu kommen. Das ist das Traurigste an der ganzen Lage, daß bei den parteitaktischen Schachzügen, die ihre ^ache aus die Zukunft stellen wollen, die friedenerhaltende und vermittelnde staatliche Autorität wieder einen ftarken Stoß erlitten hat. ——
hätschelt haben, nicht gar zu sehr verwöhnen. Es schallen noch immer anmaßende und höhnische Worte zu uns herüber, und das amtliche deutsche Liebeswerben hat auch noch nicht das leiseste Entgegenkommen erfahren. Anderswo würde man für die leichtfertige Verdrehung seiner Käiserworte empfindlicher sein als bei uns; die deutsche Presse hat für den Minister Pichon kaum ein Wort des Tadels. Dazu kommt noch, daß die Franzosen gegenwärtig nicht gerade besondere Trümpfe auszuspielen haben, um als befreundete oder verbündete Macht geschätzt zu werden. Große Worte haben sie zwar immer zur Hand, aber die letzten Vorkommnisse haben uns nichts Rühmliches über die Grenze gemeldet. Die offenen Soldatenmeutereien bei Nimes sind in Paris amtlich und von einem sehr großen Teil der Presse offen entschuldigt worden. Das fran ösische Kriegsminifte- rium will in seinen amtlichen Äußerungen, die über den Fall veröffentlicht worden sind, die Dinge offenbar nicht so schlimm erscheinen lassen, als sie es in der Tat find. Man denke, bei uns in Deutschland käme es vor, daß ganze Truppenteile sich auflehnen, weil sie angeblich auf seuch- rem Gelände nicht zubringen könnten! Man male sich die Wirkung schriftlicher oder telegraphischer Massenbeschwerden beim Kriegsministerium äus! Eine Erregung würde durch das gan'e deutsche Volk gehen, gegen die selbst die preußische Wahlrechtssache eine Sü^enblase wäre! Nein, der Foll wäre überhaupt undenkbar! Aber in Frankreich stehen solche Streiche durchaus nicht vereinzelt da Soldatenmeutereien sind dort an der Tagesordnung, im großen Stile machten sie z B. auch bei der letzten Winzerbewegung in Süd- Frankreich von sich reden. Auch der letzte Pwiser Studentenradau wirft auf die Zustände in Frankreich nicht grade em günstiges Licht. In der Republik gedeiht das Günstlings- wesen, der Massenbetrug (siehe Liquidatoren), gedeihen Wirrwarr und rohe Dicten (die letzten Wahlen haben dafür sprechende Beispiele geliefert) üppiger als irgend wo anders. Soll der bescheidene und so gern sremdtümelnde Deutsche gerade diesem eitlen Volke Verbeugung über Verbeugung chachen und damit den Glauben erwecken, als vertraue er nicht mehr recht auf die eigene Kraft? Aus diesem Grunde können wir es auch nicht als zweckdienlich ansehen, daß immer wieder von der obersten Stelle der unbedingte Wunsch nach Frieden ohne besondere Veranlassung kundgegeben wird. Wir wollen keinen Krieg, gewiß nicht, und schön ist der Friede. „Süßes Tönen entlockt er der Flöte, und das Echo des Berges wird wach". Allzu beharrliches Flöten wird leicht ein falsches Echo wachrufen und Neider und Feinde gegen uns erwecken. Mit kraftvollem Selbstvertrauen und einem Auftreten, das seiner Macht und Stärke entspricht, wird Deutschland den Frieden am besten bewahren.
Im Inner n sind wir noch nicht zum Frieden Gelangt. Die gestrige Entscheidungsschlacht im preußischen Abaeord- netenhause über die Gestaltung des preußischen Wahlrechts hat uns zwar eine Ruhepause gebracht, aber feinen Lichtblick in die trostlose, unbeständige Witterung, die mit ihrem schweren Druck auf dem Parteileben lastet und bei allen Arbeiten ihre nachteiligen Folgen gehabt hat. Diese eine preußische Frage macht dem deutschen Volke fürwahr viel zu schassen! Die bisherigen Verhandlungen, alles Feilschen und alle Gewissensprüfungen in Einzelfragen haben em rundes Nichts ergeben: der Reichskanzler hat in einem knappen Schlußwort das in der Drittelungssrage lückenhaft gelassene Gesetz abgelehnt, als Wrack liegen lassen. Tie Fassung des Herrenhauses hat keiner der Parteien genügt.
politische Wochenschau.
Gießen, 28. Mai.
Die Reise ber Herrscher und Fürsten nach London zur Grablegung Eduards VII. hat allerlei Geschwätz erzeugt, das den Inhalt der politischen Tagesgesvräche abgeben mußte. Gar zu gern hätte man es gesehen, wenn ber deutsche Kaiser der Welt Stoss gegeben hätte, damit man wieder gegen die deutschen Interessen intriguteren könne, und als er dem Reuterschen Bureau die bekannte kurze Antwort zuteil werden ließ, in der eine tadelnde Zurückweisung erblickt werden konnte, versuchte man es mit Erfindungen. Kaiser Wilhelm hegt bekanntlich die Neigung, mit Frankreich in freundschaftlichere Beziehungen zu kommen, und mag mit dem Minister Pichon in London etwas länger und interessierter geplaudert haben als mit anderen in gleichem Range stehenden Staatsdienern. Darauf wurden unverbindliche Erklärungen und Wünsche, den Weltfrieden erhalten zu wollen, in sensationellen Gerüchten alsbald behaglich der horchenden West serviert, und wenn nicht das alberne Vorhaben, das man dem Kaiser andichtete, einem europäischen Staatenbund zur Erhaltung des Friedens zuzustreben, von Berlin amtlich sehr kurz und bündig zurückgewiesen worden wäre, so würde man ja in der Tat für die Zukunft wieder Gelegenheit gehabt haben, die deutschen Absichten nach fiemden Wünschen zu steuern. Wir freuen uns über den passenden kurzen Ton unserer amtlichen Berichtigungen und möchten nur wünschen, daß man in Berlin stets marfjp fam auf dem Posten sein möchte, um ähnlichen Treibereien mühelos die Spitze abzubrechen. Was ist nicht alles in der letzten Zeit wieder gegen uns eingefädelt worden! In Persien wollte man uns ins Boxhorn jagen und vor ber Welt ins Unrecht setzen, in Aegypten haben die britischen Geschäftsleute vor einiger Zeit ein ähnliches Geschrei erhoben. In China, wo man auch weidlich über die deutschen Eindringlinge gescholten hatte, ist vor einigen Tagen jenes Abkommen über die Hankau-Anleihe abgeschlossen worden, wodurch den Ameriianern, Engländern, Deutschen und Franzosen gleiche Anteile an den Bahnbauten und Materiallieferungen gewährleistet werden. Früher hatten bekanntlich die Deutschen sich darüber gefreut, den Chinesen in immer verstärktem Maße die Bahnen bauen zu dürfen, und die letzte amtliche Kiautschau-Denlschrift tagte rn dieser Hinsicht einen kühnen Optimismus an den Tag. Heute drückt die „Köln. Ztg." in einem amtlichen Berliner Telegramm die Erwartung aus, daß auch weiterhin so schöne Teilungen stattfinden würden. So ändern sich die Zeiten. Man spricht auch von einem andern Vertrage noch, den Deutschland gegenwärtig abgeschlossen haben soll, ohne daß die Berliner Regierung bisher sich dazu geäußert hat: von einem neuen Abkommen mit Frankreich. Mag sein, daß man über die schwebenden Zollfragen auf beiden Seiten zu Vereinbarungen gekommen ist, schwerer glaublich ist es, daß es sich um eine Abmachung über Marokko handele. Hier den Franzosen neue Rechte in die Hände zu spielen, dazu haben wir wahrlich feine Veranlassung. Marokko bedeutet für Deutschland eine empfindliche Munde, an bie niemand rühren sollte. Das deutsche Volk würde es nicht verstehen, wenn rur wirtschaftliche Zugeständnisse uns politische Rechte aus der Hand gespielt würden. Wir sollten unsere westlichen Nachbarn, Die wir in der letzten Zeit übergenug und ohne Grund ver-
geftorben.
Profes or Dr. Robert Koch, der Entdecker der Tuberkel- und der Cholerabazillen, der sich erst vor wenigen Tagen aus der Berliner Charite zur gänzlichen Wiederherstellung seiner Gesundheit nach Baden-Baden begeben hatte, ist dort, wie uns heute früh der Draht berichtete, plötzlich und unerwartet gestorben. Nach gut überstandenem Krankenlager hatte er mit seiner Gattin die Reise an- getreten, und es ist anzunehmen, daß dadurch em Rückschlag der Krankheit hervorgerufen wurde, dem der verdiente Forscher und Gelehrte im Alter von kaum 66 Jahren er-
Robert Koch war am 11. Dezember 1843 zu Klaus- thal als der Sohn eines Bergbeamten geboren worden und widmete sich von 1862—1866 in Göttingen dem medizinischen Studium. ' Nach seiner Assistententätiakeit in Hamburg wirkte er zunächst als prakt. Arzt in Langenhagen, dann -in Rackwitz und wurde 1872 Physikus in Wollstein, wo er bis 1880 tätig war. Durch seine bakteriologischen Forschungen erregte er großes Aufsehen und wurde 1880 als ordentliches Mitglied in das Reichsgesundheitsamt berufen. Zweä Jahre später trat er mit seiner Entdeckung des Tuberkelbazillus an die Leffentlichkeit, wodurch er der Heilkunde von außerordentlichem Nutzen wurde. Im Jahre 1883 ging er als Leiter der deutschen Forschungsreise zur Untersuchung der Cholera im Auftrag des Reiches nach Aegypten und Indien. Er entdeckte als den eigentlichen Erreger der fürchterlichen Seuche den sog. Kommabazillus und wurde deshalb bei seiner Rückkehr durch eine Ehrengabe von 100 000 Mark ausgezeichnet. Nach einer kurzen Reise als Eholerakommissar nach Frankreich, wurde er 188o zum Geh. Medizinalrat und Direktor des neuerrichteten Hygieniscyeii Institutes in Berlin ernannt, wo er auch als ort). Professor wirkte. Seit 1891 widmete er ferne .Kraft fast ausschließlich dem Institut für Infektionskrankheiten, nachdem er im Jahre vorher durch seine Veröffentlichung über die Verwendung des Tuberkulins als Heilmittel abermals großes Aufseheii erregt hatte. Im Jahre 1896 ging er im "Auftrag der englischen Regierung zum. ^"**2:* /.v'' m' - "V
Studium der Rinderpest nach Südafrika, im folgenden Jahre > rädern, die m ähnlicher Wege angebracht sind nne
Die Vermittlung im Vaugewerbe.
Berlin, 27. Mai. Im Reichstagsgebäude begänne« beute nachmittag die vom Reichsamt des Innern neuer* dings eingeleiteten Einigunasv er.h andlung en iM Baugewerbe.' Tie Verhandlungen wurden von drei. Unparteiischen: Geheimer Regierungsrat Dr. Wiedfeldt im Reichsamt des Innern, Oberbürgermeister jlx. Rentier-Dresden und Gerichtsdirektor Dr. Brenner- München geleitet. Von den Arbeitgebern waren zehn.Ver^ tretet, von den Arbeitnehmern 24 Vertreter anwesend.
Geheimrat Wiedfeldt eröffnete die Versammlung mit einer Begrüßung der Vertreter und Darlegung der Gründe, welche das Reichsamt des Innern zu dem neuen Eingreifen veranlaßten. Zugleich stellten die Unparteiischen auf Wunsch der Parteien fest, daß ihre bisher unternommenen schritte von keiner der in Betracht kommenden Organisationen" veranlaßt worden seien. Die nunmehr beginnenden Ver- ha ndlungen über die sachlichen Streitpunkte des Vertragsschemas gestalten sich äußerst schwierig. Beide Parteien halten unbedingt an ihren Auffafiungen fest.


