Tibet aufsuritfrtcn, die Sage <ut der Grenze zu vev- bessern und der chinesischen Niederlassung neuen Mut einzuflößen. Zur Ausrüstung dieses Zuges sind in den beiden neuerdings mit d e u t s ch e it Maschinen eingerichteten, unter deutscher Aussicht ftelirnbai Arsenalen von Chcngtu 7000 Arbeiter Tag und Nacht tätig gewesen. Tic Erpedüian litt unter der Kälte und der Feindseligkeit von Grenzstäurnven bereits sehr. In der Nabe von Natung ist sic sogar' in einen Hinterhalt geraten uiCb verlor 40 Mann imd eine Anzahl Geschütze.
Aus dem englischen Unterhaus.
London, 23. Fcbr. Nach Schluß der Erörterungen über die Adresse begannen im Unterhause die Beratungen über die amzelncu Z usa tz a n t r -i g e. Austen Chaniberlain brachte einen Zusatzantrag zugunsten der T a r i s r e f o r m und der V o r - Augszölle für die Kolonien ein. Er gab zu, daß die Lage des Gewerbes gegen das Vorjahr sich wenig gebessert habe, erklärte jedoch, daß das Verlangen nach einer Tarisresorm nicht auf irgend einer zeitweiligen Erscheinung, sondern aus der Tatsache beruhe, daß die Arbeitslosigkeit ein chronisches Uebel geworden sei, an der Englands ganzes soziales System kranke. Ter Ne ner zählte die bekannten Gründe für eine Tarisresorm auf, un gab seinem Erstaunen über die unberechtigten Erklärungen Aui^ ü, die Lloyd George über die Lebenshaltung der arbeitenden K jsen in Deutschland abgegeben habe. (Beifall bei der Oppos. mJ
Handelsminister Buxton antwortete im Namen de. Ne gierung. Chamberlain, legte er, habe dieselbe Rede sclwn vor einem Jahr gehalten, das Land aber noch immer im Unk.aren gÄassen, wie die Tarisresormer das von ihm skizzierte Parad.es nun wirklich aus die Erde verpflanzen wollten. _
Die Besprechung, die im übrigen in den üblichen Bahnen verläuft, wird voraussichtlich zwei Tage dauern.
Ans Heften.
Die hessische Regierung hat der zweiten Kammer einen Gesetzentwurf über die Erhebung einer Gebühr für die Revision nicht staatlich er Rechnungen durch die Oöerrechnungskammer zugehen lassen. Das Gesetz lautet:
Alle Gemeinden, Kreise, Provinzen, Kirchen, Stiftungen und sonstigen, öffentlichen Zwecken dienenden, nichtstaatlichen Körperschaften, deren Rechnungen von der Oberrcchnungskammer zu reüibieren und abzusckließen sind, haben hierfür an die Staatskasse eine nach dem Unu'ang ihrer Rechnungen zu bemesserrde Gebühr zu entrichten, die Unser Ministerium des Innern im Einvernehmen mit Unserer Tberrechnungstämmer festseken wird. Diese Gebühr darf die für die Revision und den Abschluß der Rechnungen wirklich ausgewcndcten Kosten in keinem Falle überschreiten. Für mangelhaft ausgestellte Rechnungen, deren Revision eine den regelmäßigen Zeitaufwand erheblich übersteigende Arbeit erfordert, kann »zu der Gebühr des Absatzes 1 ein dem größeren Zeitaufwand entsprechender Zuschlag erhoben werden. Die Gebühr wftd erstmalig für die Revision und den Abschluß der Rechnungen aus dem Jahre 1907 erhoben.
Ter Mg. G l ä s s i n g hat der Kammer einen Antrag zur Vereinfach u n g des städtischen Rechnungswesens eingereicht, in dem u. a. verlangt wird, es möge aus besonderen Antrag einer Stadtverwaltung angeordnet werden können, daß die Stadtrechnung und die in Artikel 178 erwähnten Nebenrechnungen außer Titel und Kautionsnachricht nur die Rubriken s u m m e n der Einnahme und Ausgabe, den Abschluß und den Nachweis über Bermögens- und Schuldenstand enthalten. Der Artikel 182 des Ent- wurfes hätte zu II. folgende Ergänzung zu erhalten:
In größeren Städten kann, mit Genehmigung des Ministeriums des Innern, die Rechnuugsrevision in der Weise gestaltet werden, daß im Laufe des Jahres die Tage- und Handbücher rechnerisch geprüft, die Handbuchs-Einträge mit den zugehörigen Verfügungen, Anweisungen und Quittungen verglichen, und nach Bücherschluß die Handbuchs-Abschlüsse nachgeprüft und festgestellt werden. Wecker hat Nackprüsung der abgeschlossenen Handbüchex Mit der Jahresrechnung Artikel 177 V) zu erfolgen.
Die Revisionsarbeiteu sind in den Diensträumen der_Stadt- kasse durch Beamte der Oberrechnungskammer oder durch besonders hierfür bestellte städtische Rechnnngsrevisionsbeamte vorzuliehmerr. Mit dieser Revisionstätigkeit können die nach Artikel 166 anzuordnenden Kassevisitationen verbunden iverden. _ Nach beendeter Revision »verden die Belege an die Bürgermeisterei abgeliefert und von dieser in Verwahrung genommen.
Derselbe Abgeordnete hat noch einen Antrag zur Vereinfachung der Meßbriefe eingebracht.
Am Sonntag, Dem 27. Februar ds. Js., nachmittags 4 Uhr, wird, wie man uns fthreibt, in M ainz im Konzert- faale der Liedertafel Große Bleiche) eine große öffentliche Kundgebung stattfinden, in welcher der Präsident des H a n s a b u n d e s, Geheimrat Professor Tr. R i e ß e r aus Berlin über die Aufgaben des Hansabundes sprechen wird. An seine Ansprache werden sich Erklärungen Dort Angestellten, Handwerkern, Industriellen und Kaufleuten anschließen. Gleichzeitig werden sich die int Großherzogtum bestehenden Ortsgruppen des Hansabttndes zu einem hessischen Landesverbände zusammenschließen.
Deutsches Reich.
Zu dem Festabend der Berliner L and wehr - Offiziere, dem der Kaiser wegen heftiger katarrhalischer Affektion kürzlich fernbleiben mußte, hat der Monarch ein in sehr herzlichen Worten gehaltenes, an die Adresse des Laudwel)rinspetteurs General der Infanterie v. Hoepfner gerichtetes Telegramm gesandt, in dem es heißt:
,zJch bin geradezu verzweifelt, daß ich den Abend, auf den ich mich wochenlang gefreut, nicht bei Ihnen zu bringen kann. Grützen Sie meine lieben Triarier." In Vertretung des Kaisers war der Kronprinz erschienen.
Bei der Begründung der sozialdemokratischen Anfrage im Reichstag über die W a h l r e ch t s r e d e des Reichskanzlers durch den Abg. Tr. Frank war es unangenehm vermerkt worden, daß die Herren vom Bundesrat sehr zahlreich auffällig um den sozialdemokratischen Redner herumstanden und diesem für ferne Rede die gewünschte Staffage lieferten. Wir lesen darüber heute 'n ” in einem Kölnischen Blatte: Es deckt sich so ziemlich tnL allgemeinen Urteil, als der Abg. Köhler (LanAlldorf) in einem Briefe an den hessischen Bundesratsbevollmächtigten, den er ihm sofort noch während der Rede des Reichskanzlers überbringen ließ, schrieb: „Dem Vertreter des Großherzogtums Hessen im Bundesrat, Frhrn. v. Gagern, teile ich ergebenst mit und bitte, dies weiterzugeben. Bei einem großen Teil der Abgeordneten erregt es die höchste Verwunderung, daß die Herren vom Bundesrat dem Redner der Sozialdemokratie bei seinen Beschimpfungen des ReichskanKers den wirksamen .Hintergrund geben." Tas Schreiben ging am Bunoesratstische von Hand zu Hand und allmählich verzogen fick) dann die Herren samt ihren in den Logen sitzenden Damen.
Die amtliche „Berliner Correspondenz" gibt die Ausführungen des preußischen Ministers der öffentlichen Arbeiten im Budgctausschltß vom 22. ds Mts. ausführlich lvieder. Danach hat der Minister folgendes ausgesprochen: Sollte in absehbarer Zeit eine zweckmäßige Umgestaltung der Fahr karten steuer nickt gelingen, so frage sich, ob dann nicht dem non dem Berichterstatter aufgeworfenen Gedanhm einer Herabsetzung der Fahrpreise der 1. Klasse von! 7 Pfg. auf 6 Pfg. nähergeweten werden Lame. Es sei durchs
aus zutvestend, daß die 1. Aalst und chre Benutzung unter der Fahrckcrrtcnsteuer am meisten g-elckten habe. Wesentlich eine Folge dieser Steuer sei die Verminderung der Einnahmen dieser Klasse durch Abwanderung in die niedrigeren Klassen. Man müsse sich b'w'Ti vergegenwärtigen, daß bei der Reform der Personentarist du Fahrpreift allein in der 1. Klasse auf Den norddeutsche!« Bahnen erhöht seien. Hätte man sie nach denselben Grundsätzen wie bei der 2. und 3. Klasse festsetzen wollen, so hatten sic 6 Pfg. für das Kilometer betragen müssen. Ohne die Fahrkartensteuer hätten die Einnahmen der 1. Klasse im Jahre 1908 um etwa 2Millionen Mark hoher sein müssen. Aber diese finanzielle Wirkung sei nickst von solcher ErheblichLeit wie die betriebliche. Die 1. Klasse sei zwar aus etwa drei Viertel der Pcrsonenzügc beseitigt. Ganz könne sie in den Personenz-ügen aber nicht entbehrt werden, und eine Einschränkung in den Eilzügcn und Schnellzügen sei, wie die Verhältnisse nun einmal liegen, wulst angängig. Es müße also jetzt eine Reihe von Abteilen 1. Klasse zeit- we if e l e e r m i t g e fa hr en we r den. Das sei unwirtschaftlich Selbstverständlich würde de preußische Eisenbahnvenvalttmg, wenn e.nc Herabsetzung der Fäh vpre.se der 1. Klasse in Frage kommen lütte, sich vorher mit den übrigen deutschen Regierungen in Beziehung setzen.
Aus Lübz in Mecklenburg wird berichtet: Unter dem Ehrenvorsitz des Großherzogs von Mecklenburg Hut sich ein Ausschuß zur Errichtung eines Denkmals für den Feldmarschall Graf v. Moltke gebildet. Tas lienlmal ist als hochgebauter Turm mit Moltkes Relief- bu'd geplant und soll auf dem Ruhner Berg, nahe bei Molllles Geburtslstadt Parchim, seinen Platz finden. Der Ausschuß bittet um Zusendung von Gaben.
Aus Wien wird gemeldet: Ter Vollzugsausschuß der deutschfreiheitlichen Partei beriet über die durck die plötzliche.Demission des deutschen Landsmannministers Schreiner gefdiaijene Lage. Im Laufe der Aussprache wurde die Art und Weise, in der der Rücktritt Schreiners erfolgte, scharf mißbilligt. Justizminister H v ch e n b u r g e r versicherte nachdrücklich, die Regierung beabsichtige keine Systeiw- änderung. Gegenüber dem Antrag Wolf, die Deutschen sollten« gegen die Regierung in Opposition treten, vertraten andere den Standpunkt, daß die Deutsch.freihcitlichen .sich nicht die Hantle binden, sondern sich die Freiheit der Entschließung Vorbehalten sollten. Ein Antrag wurde in diesem Sinne angenommen. Tic Entscheidung soll in der morgigen Vollversammlung erfolgen. Ihr würde auch der Antrag Wolf Vorbehalten, den Ministerpräsidenten zu verständigen, daß er für die Vorlagen der Regierung künftighin nicht auf die Stimmen der Teutschsreih-eit- lichen rechnen könne.
Wie aus Paris gemeldet wird, ist der Antimilitarist H e r v 6 wegen eines Artikels, in dem die Tat des Apachen Liabeuf, der kürzlich einen Polizeibeamten getötet harte, gepriesen wurde, vom Schwurgericht zu vier Jahren Gefängnis und 1000 Francs Geldstrafe verurteilt worden.
Aus London wird gemeldet: Bei dcnr Empfang der Abordnung des englisch-deutschen Freu ndschafts- kvmitees durch den Prinzen Heinrich von Preußen am Mittwoch hielt der Führer der Abordnung eine Ansprache, in der er die Hoffnung aussprach, daß in Zukunft jeder Grund zum Mißtrauen und Aripoohn zwischen England und Deutschland beseitigt werden möge. Prinz He inri ch von Preußen wies in seiner Erwiderung daraufhin, daß fein Besuch privaten uno nickst offiziellen Eharätter trage. Er stimme mit den in den Ansprache des Führers ausgesprochenen freundschaftlichen Gefühlen überein und sei sicher, daß .der Kaiser sich, freuen »Verde, den Inhalt kennen zu lernen.
Aus Petersburg wird gemeldet: Der König und die Königin von Bulgarien sind Mittwoch nachmittag in Zarskaje Sselo eingetroffen und am Bahnhof von Kaiser Nikolaus, den Großfürsten und Großfürstinnen empfangen worden. Nach der Begrüßung machten der König und die Königin der Kaiserin Alejandra Feodorowua ihre Aufwartung und fuhren alsdann nach dem 'großen Pglais von Zarskoje Sstlo, wo Gemächer für sie in Bereitschaft gesetzt wurden.
Aus Philadelphia meldet man: Infolge des Generalstreiks kommt es täglich zu zahlreichen Zusammenstößen zwischen der Polizei und den Streikenden. Hierbei wurden bisher drei Personen getütet und eine große Anzahl verwundet. Auf Ersuchen der städtischen Behörden sendet die Negierung des Staates Peuusilvania 400 Polizeibeamte hierher.
Aus Fall-River (Massachusetts) kommt folgende Nachricht: sämtliche Baumwollfabrikeu mit einer Ausnahme beschlossen den Betrieb durch Schließung der Fabriken für einen Tag in jeder Woche einzuschränken. 25 000 Angestellte werden von dieser Maßnahme betroffen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, 24. Februar 1910.
* * Tag esk al end er iür Donnerstag, 24. Febr. Konzert- verein: Chor- und Orchesterabeud: 2. Symphonie von Brahms, 9. Symphonie von Beethoven. Abends 6',, Uhr im Stadttheater.
Französische Vorträge von Bros. I. Berryer- Darmstadt. Abends 8'/, Uhr im großen Hörsaal der Universität.
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* * In Audienz empfangen wurden vom Groß- h erzog am Mittwoch u. a. Pfarrer Bcrnbeck von Wieseck.
* * Promotionen an der Landes nniversi- t ä t i. I. 1909. Zu Doktoren der Theologie wurden honoris causa 4 Herren promoviert, darunter 2 aus Hessen (Liz. Fritz Herrmann, Oberlehrer zu Darmstadt, und Ludw. Nebel, Oberkonsiftorialpräsident zu Darmstadt); zu Lizen- tiaten der Theologie 3, darunter 2 Hessen. Zu Doktoren der Rechtswissenschaft wurden 18 promoviert, darunter einer (Oberbürgermeister Adickes-Frankfurt a. M.) honoris causa. Von den neu Promovierten stammten 13 aus Hessen. Toktorcn der Medizin kreierte Gießen 35, darunter einen honoris causa (Äug. Zinßer aus Wörrstadt, Präsident des Vcrwaltungsrats des deutschen Hospitals zu Newport). Aus Hessen waren gebürtig l. Unter den Promovierten befanden sich 2 Damen, Anno. Mangubi aus Charkow und Schifra Zofina ans Krementschug (Gouv. Poltawa). Auch 2 japanische Aerzte holten sich in Gießen ihr Doktordiplom. Zu Doktoren der Tierheilkunde wurden 86 promoviert, darunter einer honoris causa. 6 Kandidaten stammten aus .Hessen. Zu Doktoren der Philosophie eiidlich wurden 54 promoviert, davon 4 honoris causa. 20 der neuen Doktoren waren in Hessen gebürtig, einer stammte aus Japan. Aus Anlaß des 50 jährigen Doktor» jubiläums wurde das Doktordiplom in 6 Fällen erneuert, uitb zwar das Diplom als Doktor der Medizin: dem Ge- heimerat Professor Tr. Ferd. Mols Kehrer zu Heidelberg, das Diplom als Doktor der Tierheilkunde: dem Kreis- veterinürarzt L P. Professor Dr. Winckler zu Gießen; das Tiplom als Doktor der Philosophie: dem Srabbiner Tr. Max Herrn. Friedländer zu Wien, dem Professor Dr. Ludw. Weis zu Darmstadt, dem Reichsrat der Krone Bayern Aug. von Clemm zu Haardt, dem Gymnasiallehrer L P Karl Gaqnoin aus Darmstadt, wohnhaft zu Wrosbaderr.
” Lehrerpersonalien. Uebcdragen wurde dem Lehrer Ludw. Klingelhöfer zu Staden eine Lehrerstelle an der Muckerschule zu Friedberg. — Bestätigt wurde der von dem Grafen von Schönborn-Wiescntheid in Wiesentheid auf die erste Lehrerstetle an der Gemeindcschule zu Heusenstamm präsentierte Lehrer Ludw. Weiß daselbst. — Entlassen wurde die Lehrerin an der höheren Bürger- (Mädchen-)
Schule zu Alsfeld Emma Müller auf ihr Rachsuchen. — Erle digt ist die mit einem evang. Lehrer zu besetzende erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Pillingen. Dem Fürsten zu Solms-Braunfels slcyt das Präsentationsrecht zu. Mit der Stelle ist Organistendienn verbunden.
*• Aus dem Militär-Wochenblatt. Wagner (Posen), Lt. der Landw.-Jns. 1. Aufgebots, zu den Reserve- offzieren des Leibgarde-Jnfanterie-Regts. (1. Hess.) Nr. 115. Zu Leutnants der Res. befördert die Vizewachtmeister, bezw. Vizefeldwebel Horstmann (Mannheim), bc§ Leib-Drag.- Necsts. (2. Hesi.) Nr. 24, Küßner (Mainz), des Ins.-Leib- Regts. Großherzogin (3. Hess.) Nr. 117, Lahm (WormS), ws Jns.-Negts. Prinz Karl (4. Hess.) Nr. 118, Schäffer (Wetzlar), des 5. Lothr. Jnfant.-Rcgts. Nc. 144, Geiger (II Darmstadt), des Jnf.-Regts. Hessen-Homburg Nr. 166, ’lnton (Frankfurt a. M ), des 5. Hess. Jnf.-Regts. Nr. 168, Schnerdewln (IV Berlin), des Klirhess. Iäger-BatS. Nr. 11.
Paschke (Mainz), Vizefeldio., zum Lt der Landw.-Jnfant. 1. Aufg., und Schäfer (Mainz), Vizeseldw., zum Lt. der Landw.-Fiiß-Art. 1. Aufgebots befördert. Der Abschied be- willigt: Seidel (Gießen), Lt. der Landwehr-Infanterie 2. "Aiii'gebots.
** Stadttheater. In der morgigen Beneftz-Vor- stellung des Herrn Oberregisseur Bakof wird die Titelrolle (Amy Doriti) von Frl. Ney gespielt werden. In anderen Hauptaufgaben sind die Damen Frl. Koch und Scholz, die Herren 'Marx, Goll, Norden und in kleineren Aufgaben fast das gesamte Personal beschäftigt. — Die Sonntag-Abend- Aufführung von „Robert und Bertram" verspricht überaus lustig zu werden, da durch verschiedene Einlagen, z. B. die der originellen übermütigen „Salomeparodie" für reiche "Abwechseliing gesorgt ist.
** Ein historisches Orgelkonzert findet am nächsten Sonntag, 27. Febr., statt. Dem Vortrag ist ein sehr interessantes Programm zu Grunde gelegt, das die Entwickelung des Orgelspiels von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart an Beispielen erläutert. Der Vortragende Künstler — Herr P. von der Au aus Mainz, der sich auf der Kgl Hochschule für Musik in Berlin bildere — gibt diese Konzerte als Volks-Vorträge, d. h. nur in dem Gedanken, unsere geistliche und klassische Musik ins Volk hineinzutragen: in diesem Sinne wird auch kein Eintritt erhoben, sondern die Lösung eines Programms berechtigt schon zum Besuche. (Siehe Inserat!)
** Für den 78. Gauturntag des Turngaues Hessen am 13. März, der hier in Steins Garten stattsindet, ist eilte recht umfangreiche Tagesordnung vorgesehen. Neben den ständigen Berichterstattungen ist daraus zu erwähnen: Festsetzung der Gausteuer für 1910. Anträge des Tv. Gießen und des Tv. Wetzlar, daß beim Einzelwetturnen keine Geräteübung für die Pflichtfreiübung ausfällt, sondern letztere einfach zu den seitherigen Hebungen dazutritt. Wetzlar beantragt ferner die Zulassung des Tragens von Kniehosen bei Wetturnen, während der Tv. Grünberg einen Beschluß herbeigeführt wissen will, daß Vereintste von Gauvereinen, bei treuen Wettkämpfe für den ganzen Gau veranstaltet werden sollen, erist nach dem Gauturufest al'gehalten werden dürfen. Von Schotten aus wird die Abhaltung eines Bergfestes (auf dem Hoherodskovf) beantragt. Für dte Gan- turnfahrt 1910 haben sich Wetzlar, Wetzlar-N.-Girmes, Mün- zenbcrg und Laubach gemeldet, für das Oxiuturufest 1911 Schlitz, Frankenberg und Kirchhain. Tas diesjährige ifain turn fest in Grünberg soll vpm 2—4, Juli statt finden. Den Schluß der Beratungen des Gauturntages imrb bic Wahl der Kampfrichter für' das diesjährige Krelsturnfeft in Kreu^ nach bilden.
" Der Deutschnationale Handlungs-Ge- h i l f e n - V e r b a n b harte für den 23. d. M- die Privat- auge ft eilten zu einer Versammlung int Hotel Einhorn eingcladcn, in der Stellung genommen werben sollte zu den Ausführungen des Staatssekretärs Dr. Delbrück in der Reichstabssitzung vom 17. Jait. d. J-5. Tie Versammlung war güt besucht, nicht nur von kaufmännischen, sondern auch von anderen Angestellten. Der Referent Julius Schellin aus Frankfurt a. M. entledigte sich seiner Aufgabe und erntete für feine sachlichen Ausführungen allgemeinen Beifall. Es wurden drei Resolutionen zur Bespreckmug ge^ stellt, die auch nach einer eingehenden Aussprache zur ein stimmigen Annahme gelangten: an den Bundesrat und Reichstag, einen Gesetzentwurf zur Vorlage zu bringen, durck den den Privatangestelttcn eine ausreichende Pensions- und Hiuterbliebeneitversicheruug im Sinne der zweiten Tenk^ schrift gewährt wird: au den Vertreter des Reichstagswahlkreises,' seinen Einfluß in diesem Sinne geltend zu machen.
'' Der Hungerkünstler Saeco fastet bereits den dritten Tag. Er fühlt sich wohl und munter, obwohl es gerade in den ersten Tagen große Willenskraft erfordert^ das Hungergefühl zu unterdrücken. Durch Rauchen von Zigaretten und Trinken von Mineralwasser, werden die auflre.tendeu Hungergefühle getötet. Hm sich von der Reclli- rät des Hungerns zu überzeugen, steht es jedermann frei, bas Glashaus, in dem Herr Saceo 40 Tage hungert, mit seinem eigenen Siegel zu versehen, oder ihn selbst zu bewachen oder bewachen zu lassen. Der Eingang zu Saeco's Vorführung führt über den Hof. Auch macht die Schaustellung einen hübschen Eindruck. Arn zweiteii Tage betrug die Temperatur 223, die Atmung 21, der Puls 92 und das Befinden war normal. Der Wasserverbrauch betrug zwer Flaschen und Herr Sacco rauchte 57 Zigaretten.
— Steinbach, 23. Fcbr. Nächsten Samstag findet hier im Saale des Gasthauses zum Bitter eilt eo augelischev Bvlksabend statt. Auf ihm wird der bekannte Pfarrer Li^ntiar Bräunlich aus Halle a. 2. über das Tbema sprechen: „Da>- benbe Gefahren für Deutschlands Protestanten und unsere Atz wehrmnfnahmen." Bräunlich ist jetzt Generalsekretär der arößtok cvangeliickeil Volksvereinigang Deutschlands, des 400 000 Mü- glicter zählenden Evanaclisck-en Bundes. Es dürfte vielen er wünscht sein, aus die Gelegenheit, einen gewiß anregenden Abend zu verleben, aufmerksam genmcht zu werden. Für musikalische Darbietungen, zu yrgen hat sich der Gesangverein Germania bereit erklärt.
= Lollar, 23. Febr. Ein hervorragender Kunstgenuß stehl unserer Einwohnerschaft für nächsten Sonntag in Aussicht. Wie bereits angckündigt wurde, haben sick die Veranstalter des G i e ß e n c r V o l k s k o n z e r t e s vom 23. Januar, Frau Landgerichtsrat Schlidt, Frl. Elisabeth' Felchner-Gießen, Frl. Meline Müller-Wetzlar imb die ver einigten Männerchöre Germania Lollar und Heiterkeit- Gießen in dankenswerter Weise entschlossen, mehrfach geänderten Wünschen Folge zu geben und jenes Konzert in Lollar zu wiederholen. Der Einsender dieses hatte Gelegenheit, die Leistungen der Mitwirkenden in Gießen zu hören, u.nb er kann Lollar nur dazu gratulieren, daß es kihm gelungen ist, eine Wiederholung für hier zu ertvirken- Sicher wird ein ansvertanfter Saal die Mühen der Ver- aitstaltung 'lohnen, und sicher wird aus dem Hcberschuß dem


