Ausgabe 
22.11.1910 Zweites Blatt
 
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? Burkhards, 21. Nov.

Unsere Gemeinde steht naligen Bürgerrneister-

kandidieren.

Kreis Friedberg.

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Auergesellschaft, Berlin 0.17

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Hdl o ec. Doppellender, feinste Mast . .

Aus Stadt und Land.

Gießen, 22. November 1910.

" Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem Oberlehrer an der Volksschule zu Mainz Rektor Adam Stenner aus Anlaß seines 50jährigen TiensljubiläumS die Krone zum Ritterkreuz zweiter Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen.

In Amerika verstorbene Hessen. Maria Stumps, geb. Hahn, 63 Jahre alt, in Harrison; Ludw. Kimmel, 83 Jahre alt, aus Rödgen bei Gießen, in Washington.

**Vonb er Mäuseplage Der anhaltende Schnee und Regen hat den Mäusen den Aufenthalt im Felde ver­leidet und sie haben sich in Scharen nach den Dörfern und Gehöften verzogen. Daß sich die Mäuse hier heimisch fühlen und ihre Vermehrung in gewohnter Weise vorwärts schreitet, beweist folgender Fall: In einem benachbarten Orte klagte morgens der Mann, bevor er seiner Beschäf-

(ßcrld^ofaaL

I. Mainz, 21. Nov. Wegen Vergehens gegen das W a r e n- sch u tz g e s e tz hatte sich vor dem hiesigen Landgericht ein Mainzer Kaufmann zu verantworten. Er hatte als Bierverleger darum gewußt, daß in seinem Betrieb Bier aus dem Gtegener Brauhaus in Flaschen gefüllt wurde, die zwei Mainzer Brauereien gehörten, was aus den eingegopenen Firmenbezeichnungen hervor­ging. Er duldete troßbem, daß solch-e Flaschen an die Wieder- vertäufer geliefert wurden. Tie beiden Mainzer Brauereien strengten Klage an und der Bierverteger erhielt luö Mart Geld­strafe. In seiner Revision an deS Reichsgericht machte der Angeklagte geltend, es sei klar bewiesen, daß er nicht die Absicht hatte, die Bezieher des Bieres, nämlich die Wiedervertäufer, zu muichen, sie hauen genau gewußt, daß sie Gteße^r und uiiyt Mainzer Bier erhielten. Damit drang er aber nicht durch, der Talbegaird des tz 14 des Gesetzes zum Schuß der Warclidezeich- nungen war nach der Ansicht des 1. Strassenats des obersten. Gerichtshofes gegeben, zur Anwendungsmöglichkeit der Kaufvor­schrift sei die 2U),icht, zu tauschen, nicht nötig. Besondere Beachtung in diesem Urteil verdient die Feststellung, daß man wegen Täuschung auch dann strafbar ist, wenn die Absicht hierzu meßt vor gelegen hat. Es genügt, daß eine Täuschung sachlich möglich ist, diese aber wird man bei der Weitergabe des .Bieres an die Einzelabnehmer finden müssen.

oeni|ie Man- (VoUunlchmasi) und beste

Saugkälber 5157

Mittlere Mast- und gute Saugkälber . 4450 S ch a ' e.

Mastlämmer u. jüngere Masthammel 8900 78-00 Schweine.

Bollfleifchige Schweine biS zu 2 Zentner

Lebendgewicht 5657 7173

VoUsieischige Schweine über 2 Zentner

Lebeudgewlcht 5657 7173

Märkte.

Gießen, 22. Nov. Marktbericht. Auf heutigem Wochen- markte foilete: Butter pr. PW. 1.151.20 Hühnereier 1 Lt 1011 Big., Enteneier 1 Stück 0 Pfg., Käse pr. St. 68 'Vf.' Käsematte pr. St. 56 Pfg., Tauben pr. Pr. 0,801,00 M? Hühner pr. St. 1,001,60 'Dir,, Lahnen pr. Stück 0,801,80 9){r Enten pr. St. 1,802,20 Alk., ('nse das Psd. 6575 Pfg., Ochsen fleisch pr. Pld. 8492 Pfg., vündsleisch pr. Pfiuid 8084 Pfq ttuhfleisch 70 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 8096 Pfg., Kalb­fleisch pr. Pfd. 8890 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfd. 6084 Ps.> Kartoffeln vr. 100 Kg. 7.00 bis 7L0 'Mk., Weißkraut das Stück 1'6 bis 20 Pfg., Zwiebeln per Ztr. 6,006,00 'Mk., Milch bas t'iter 20 Pfg., Birnen per Ztr. 10-20 'Mk., Aepfel per Rir 9 bis 10 Mk., Zwetschen per Pfd. 00-00 Pfg., Dhiffe 100 Stück 4050 Pfg., per Ztr. 000 'Mk., Bohnen per Pfd. 0000 Pfg Markkzeit von 82 Uhr.

k.O-Wiesbaden. B i e h h o f-M ar k t b e ri cht vom 21. Nov, Aititrieb: Rinder 6J, Kälber 25, Schafe 59, Schweine 428.

dürfen, Kühe.

Vollfleischige ausgemästete Färsen höchst.

Schlachtwertes 4550 8287

BoUsielschige ausgemästete Kühe höchst.

SchlachttverteS bis zu 7 Jahren. . 3944 7580

Aeltere ausgemästete Kühe und wenig

gut ciuivictelie pmgereKühe u. Färieli 3638 7078

Mäßig genährte Kühe nud Färsen . . 2834

Fauerbach v. d. H., 22. Nov. Wohl die letzte Kirchweih im Land findet hier in dieser Woche statt. Sie beginnt am Mittwoch abend wo alle verheirateten Männer, ihre Frauen daheimlassend, auf die Kirchweihe gehen und dauert bis zum Samstag.

Ter Fernsprecher am Pol. Während die früheren Polarforscher bei ihrem entbehrungsreichen Werke im ewigen Eise nur zum geringen Teil die neuesten Errungenschaften der Wissen­schaft praktisch ausnutzen konnten, verwenden die neuen Süd- Polarforscher alle Erleichterungen, die die moderne Technik ihnen bietet. Schon Shackleton benußte auf seinem Zuge gegen den Südpol Automobilschlitten, und Kapitän Scott, der mit einer Expedition im Juni die Ausreise angetreten hat, wird in den Schnee- und Eisregionen des Südpolargebietes den Fern- sprecl>er in den Dienst der Polarforschnng stellen. Auf diese Weise, so wird imJournal des Döbats" mitgeteilt, werden die mit dem Schlitten nach Süden vordringenden Forscher auf Hun­derte von Kilometern die stete Verbindung mit dem Expeditions­schiff aufrecht erhalten können. Tie große Kälte macht es un­möglich, die gewöhnlichen Batterien auzuwenden, die sofort ein- rieren würden. Nach zahlreichen Versuchen wurde ein neues Attumulatorensystem gebaut, das von Bord aus durch eine Tynamomasckstne mit elektrischer Kraft gespeist wird. Tie Akkumu­latoren sind imstande, eine Kälte von 55 Grad Eelsius auszuhalten. Tn Drähte aus Eisen ober Küpser zu schwer gewesen wären, hat man zum Aluminium gegriffen. Kapitän Scott führt sechs Rollen dieses Aluminiumdrahtes an Bord mit sich; sie wiegen zusammen kaum 90 Pfund und nehmen so wenig Platz weg, daß sie auf den Schlitten bequem untergebracht werden können. Bei der Trockenheit der Atmosphäre unb den geringen Witterungsschwank- ungen in der Polarregion können die Drähte ohne weiteres auf dem gefrorenen Schnee ausgespannt werden, denn Versuche haben bewiesen, daß dec Schnee mu)t ableitet. Dadurch vereinfache ich die Beförderungssckiwierigkeiten, unb man kann auf Telephon- slaligen verzichten. Aiidererseils wird man den Erdboden zum Rücklauf des Stromes nicht ausnützen können, aber diese Schwierig­keit wirb leicht übewunben, inbem man statt eines Drahtes deren zwei legt. Da das Aluminium ein ausgezeichneter Leiter ist

tigung nach ging, seiner Frau, es sei ihm uorgefonunen, als habe die letzte Mcht etwas in seinem B/tt geraschelt, die Fran möge doch mal nachsehen. Diese tat dies auch später und fand in dem Stroh des Bettes zwei Mäuse­nester mit je einer stattlichen Anzahl Jungen. Als der Mann nach Haus kam, eilte ihm sein Töchterchen ganz freudestrahlend auf der Straße entgegen und rief ihm zu, die Mutter habe in seinem Bett zwei Mäusenestcr mit vielen, ganz niedlichen kleinen Mäuschen gefunden. Die Sache wurde infolgedessen im stanzen Dorf bekannt, und daß nunmehr viel über die Mäusenester im Bett gewitzelt wird, ist selbstverständlich.

Kreis Schotten.

O Vo m oberen Vogelsberge, 21. Nov. Ter gestrige Totensonntag brachte uns gegen nachmittag hef­tige, aus Südwesten kommende S ch n e e st ü r m e, so daß auf den Straßen kaum fortzukommen war. Tie hoch ge­legenen Torfer waren zeitweise in nächtliches Dimkel gehüllt.

und bei dpr Trockenheit d/r Atmosphäre die Schallkcaft üch steigert, erwartet man, daß dieser Polarfernsprecher an Deutlichkeit und Reinheit der Klangübermittlung alle anderen Fernsprecher übet, treffen wird.

Der Sonnenofen. Bei Versuchen, die zur Ausnutzung der Sonnenwärme unternommen wurden, iand man schon im Jahre 1695, daß durch die Wärme der in einem Brennspiegel gesammeiten Sonnenstrahlen Diamanten verbrannt werden können. In späterer Zeit erfand manSonnenmotoren", die unter der glühenden Wüstensonne ausgestellt wurden. Alle diese Versuche blieben Spielereien ober hatten boch nur geringes wissenschaftliches Inter­esse, nnb ergaben keine praktischen Konsequenzen. Jetzt aber teilen die Chemiker Stock unb Hahnemann in ber Berichten ber Deutschen Chemischen Gesellschaft Versuche mit, bie ber Schaffung eines Sonnenofens bienen. Sie gehen von ber Tatsache aus, daß bie Sonncmwärme, bie burdj ein Brennglas auf einen Körper nn luftleeren Raume gerichtet wirb, sehr hohe Temperaturen erzielt Zu ihren Versuchen bebienten sie sich einer Linse von bedeutender Brennweite. Diese war in geeigneter Weise git einer Glaskugel befestigt, bie mit einer Luftpumpe verbunden war. In bei Glas­kugel befanb sich auf einem Träger ber zu erhitzende Körper in einem Magnesiatiegel. Tie eintretenben Sonnenstrahlen Datieren ohne befonbere Erhitzung bas Glas, unb auch in bent fast luftleeren Raum geht wenig von ihrer Wirkfamkeit verloren. Um fo inten- siver ist ihre Wirkung auf den bestrahlten Körper. Schon bet ganz kurzer Bestrahlung konnte Kiesel, bessen Schmelzpunkt bei 1450 Grab liegt, zum Schmelzen gebracht werben, unb Gußeisen verflüssigt sich fast augenblicklich.

Hessen-Nassau.

( ) Marburg, 23. Nov. Die älteste Einwohnerin Marburgs, Frl. (ber trübe Kritsch, ist im Alter von 99 Jahren gestorben.

Obertiefenbach b. Limburg, 21. Nov. Gestern nachmittag nach 5 Uhr stießen Arbeiter der Basaltwerke im Walbe bei Beselich auf bie Leiche eines Mannes, der zwei Schußwunden in der Schläfe aufwies. Mit der rechten Hand hielt er noch den Revolver fest, während er die linke Hand in der Hosentasche hatte. Die linke Hand zeigte später einige Verletzungen. Auffallend war, daß er noch in der liegenden Stellung den steifen Hut auf dem Kopfe fitzen hatte. Die Leiche wuroe als die des 47jährigen Kersting aus Hamm in Westfalen erkannt, der Samstag mittag hier mit dem ebenfalls aus Hamm stammenden Bauführer Holding angekommen und an dem kleinen Bahnbau Overtiefenbach-Efchenau beschäftigt ist. Wie Arbeiter aus der Unterhaltung der beiden folgerten, müssen sie Auseinandersetzungen in Geldangelegenheiten ge­habt haben, wobei einer die Worte gebraucht haben soll, er müsse mindestens 200 Mark haben, gehe es wie es wolle, während der andere antwortete, daß es ihm nicht möglich sei, den Betrag zu zahlen. Beide sind aus dem Waldwege zusammen gesehen worden. Auch wurden von Arbeitern zwei Schüsse gehört, ohne daß jemand etwas Schlimmes vermutete. Holding wurde wegen Mordverdachts ver­haftet.

mente bei solchen aufrührerischen Szenen die Mädchen. Sie kennen bet Aufruhxszenen gar keine Grenzen.

Staatsanwalt S t e i n b r e ch t ersucht den Beugen, sich über die Austrittsbcwegung in seiner Gemeinde zu äußern. Ver- feibiger Rechtsanwalt Cohn: .Wir find hier auf ein Gebiet ge­langt, bas unsere ganze Gesellschaftsorbnung betrifft Staats­anwalt Steinbrecht: Ich lege auch keinen Wert auf die Beantwortung dieser Frage. Von feiten ber Verleibissung wirb der Zeuge wiederholt gefragt, ob er nicht wisse, daß gerade bie Arbeiterschaft das Bestreben habe, bie Jugenb in ben Jugenb- ürganiiationen zu sammeln unb von dem Besuche des Wirtshauses zurückruhalten.

Zeuge: Diese Bestrebungen haben, soviel 'ich gesehen, iveitig Erfolg. Ich habe selbst Könfirmanbeit und Eltern mit Säug­lingen aus beit Wirtshäusern herausgeholt. Auf Befragen erklärt ber Zeuge weiter, baß bie Hauptlektüre ber Arbeiter in seiner Ge- inetnbe bieMorgenpost", berVorwärts" unb bieBerliner Allgemeine Zeitung" sei. Em Teil der Eltern wirke darauf hin, baß bie Jugend keine schlechte Lektüre in bie Hanb bekomme. Von einem Einfluß ber Arbeiterorganisationen unb ber Jugenb- bcftrebiingen will ber Zeuge nichts bemerkt haben.Ich weiß nur, baß bie Restaurants knackend voll sinb unb baß Leute, bie sich unterstützen lassen. Gelb genug haben, um Maskenbälle zu besuchen."

Rechtsanwalt Cohn: Sie geben also unserer Gesellschaftsorb­nung bie Schuld, baß bas Familienleben zerstört wirb, benn Sie sprachen von dem bepravierenben Einfluß der Fabrikarbeit.

Zeuge: Nein, bie Schulb trägt das allzu zeitig« Heir a t en.

Tie 23erteibigung befragt ben Zeugen dann noch über bie Tobcsursache des Arbeiters Hermann, ber bei ben Unruhen ums 2eben gekommen ist. Ter Zeuge erklärt, er habe, gehört, baß H. seinen 16jähri§en Sohn aus ber Menge herausholen wollte unb dabei einen Säbelhieb über ben Kopf erhielt, an besten Folgen er gestorben ist. Schließlich behmbet der Zeuge noch, baß infolge ber Tumulte auch seine Frau Uimnnehmlichkeiten bei Einkäufen usw. gehabt habe.

Parteisekretär Theobor Fischer (Berlin) hat, wie er be- funbet, keinerlei Anleitungen zu den aufrührerischen Szenen wie überhaupt zu dem Streik gegeben und hat die Nachricht von den Ausschreitungen erst aus den Zeitungen erfahren.

Ter folgende Zeuge, ber Berrrksleiter des Deutschen Transport- arbeiterherbanbed Werner schildert ausführlich die Entstehungs­geschichte bes Streiks bet der Firma Kupfer u. Cie. Ter Zeuge hat schließlich mit dem Oberbürgermeister konferiert, unb sich habet bereit erklärt, ben Streikenden zu raten, bie Arbeit wieber aufzunehmen unb sich dem Schiedssprüche des Einigungsamtes des Berliner Gewerbegerichts zu nntertoerfen. Diesen Vorschlag hat bie Firma aber ab gelehnt.

Vors.: Haben Sie Nachrichten über den Gang bes Streiks bekommen? Z^nge: Ja, daß das Streikpostenstehen verboten worben sei. Vors.: Von wem erhielten Sie biese Nachricht? Zeuge: Vom Vertrauensmann. Erster Staatsanwalt: Wer tft das? Zeuge: Das kann ich nicht sagen, bie wechseln ab. Ter Zeuge behauptet, daß er bie Streikenden ausdrücklich ermahnt habe, sich keine Ausschreitungen zu schulden kommen zu lasten. Erster Staatsanwalt: Wer hat ben Auftrag ge­geben, die Wagen ber Kohlenfirma zu begleiten? Zeuge: Das ist boch selbstverständlich. Es muß kontrolliert werben, ob bie Firma in der Lage ist, ihre Arbeiten auszusühren ober ob der Streik Erfolg hat. E r st e r S t a a t s a n w a l t: Ein Angeklagter hat behauptet. Sie hätten den Auftrag gegeben, zu den Kunden der Firma zu gehen nni) diese zu veranlassen, die Annahme ber bestellten Kohlen zu verweigern. Zeuge: Das kann ich nicht gesagt haben, unb ich glaube auch nicht ein Anbeter. Bert. Rechts­anwalt Cohn: Wolltebie Verbanbsleitung den Streik? Zeuge: Tas stelle ich entschieden in Abrede. Wir wollten die Sache auf frieblichem Wege beilegen. Unsere Organisation steht auf dem .Standpunkte, daß der Streik erst das äußerste Atittel ist. V e r t. : In einem Artikel, ber vom Verbände ausgegangen ist, steht: Tie Arbeiter werben alle Mittel anwenben, um den Streik burd^ zusühren. Konnten bie Arbeiter glauben, baß sie da auch ungesetz­liche Mittel anwenden dursten? Zeuge: Das ist ausgeschlossen. Es konnte fid) mir um Mittel handeln, die nach dem KoalUumsreid>t zulässig sind. Er ft erStaats anwalt: Nun sind aber Aus­schreitungen vorgekommen. Warum haben Sie nicht Veranlassung genommen, durch Plakate vor solchen zu warnen? Zeuge: Das war bei der kleinen Zahl der Streikenden nicht nötig. Die Leute konnten .auch so durch die Vertrauensleute benaäxcichtigt werben.

Auf Befragen durch den Bert. Rechtsanwalt Heinemann bekunbet der Zeuge weiter: Es hat bei ben Arbeitern böses Blut gemadyt, weil sie ben Eindruck hatten, baß sich bei Streiks bie Bc- hörben von Ansang an auf bie Seite ber Unternehmer stellen. Wir haben nie eine Kraftprobe bezweckt, denn wir führen nicht Streiks, um zu glänzen, linier Verbanb umfaßt 38 000 Mit- gHeber. Erst vor einiger Zeit ist ein Streik, an bem gegen 4600 Arbeiter des Speditionsgewerbes beteiligt waren, auf fried­lichem Wege geschlichtet worden. Tie Firma Kupfer u. Cie wäre übrigens nickst zu Grunde gegangen, wenn sie die kleine Zulage bewllligt hätte. Von Terrorismus kann feine Rede fein, der Aus­stand bei der Firma ist einmütig von allen Arbeitern beschlossen worden.

Verteidiger: Empfanden es die Streikenden nicht auch unangenehm, baß man ihnen sozusagen Menschenkehricht als Arbettswilliae auf ben Hals schafft? Zeuge: Gewiß Es wirb baraut nochmals Polizeimajor Klein vernommen: Es ist mir nichts bavon bekannt, daß etwa zur Unterstützung ber Polizei frembe Leute angestellt worden seien. Es ist bas auch ganz unmöglich, benn nur brauchen erzogene Leute. Verteibiger Cohn: Gerabe aus ben Ausschreitungen der Schutzleute hat man eben geschlossen, baß bie Leute nicht genügenb erzogen waren 3 e u g e: Ich halte bas jedenfalls für gänzlich ausgeschlossen.

Darauf werben die Verhandlungen auf morgen vormittag vertagt.

dlei|d)ige Schweine 5456 7072 55 7|

Ueverftand: Rinber Ueberstanb, Kalber, Schase unb Schw ausverkauit.

Kartoffelmarkt-Bericht vom 21. November 1910. F r i berg (Hellen): riioie Sorte Mk. 2.40-2.05, Blag,nun boi 2.803.90 Mk., weiße runde 2.402.50 'Mk., ^etbfleijch blaue, 0. 00O.oO, rote 0.000.00, weiße 0.00-0.00 Mk. T o in unb: Maguum boiiuni Mk. 2.9u, weiße runde NU. a (delbfleischige lote Mk. 3.80. Hagen: Roie Sorten 'Dir. 0 Maguum bonuni Mk. 2.96-3.00, weiße runde Mt. 2.40, G fleischige rote Mt. 3.65-0.00, weiße Mk. ü.OOO.üu. Role Taber Mt. 0.00, andere rote Sorten 'Dik. 2.40, 'Dlagiuun boi Dit. 2.853.15, weiße runde 'Dik. 2.50-0.00, Gelvfletichige Dik. 2.9O-3.OO, weiße Mk. 0.000.00. ftrefelö: Rote D Mk. 0.00, anöeve rote Sorten 0.00 bis O.Ou, Maguum bod Mk. 2.903.10, Gelbfleischlge rote 'Dik. 2.9(K-3.10, iveiye ru 'DU. 2.90-3.10. K empeii: Rote Taber u.GO-U., andere Sorten Mk. 0.000.00, Maqnuni bonimi Pik. 3.00, weiße tu Dif. 0.00, Gelbfleischige rote 'Dif. 8.50. Sassig: Rote Soii Dik. 3.300.00, 'Maguum boiuim 3.1*0-O.oO, weiße runde 2 Gelbftelschige blaue U.OO0.00, rote 0.0U-0.00, weiße U.UU-0 Plaidt: Rote Taber 0.000.00, andere rote Sorten 8.30- 'Diagiuim boninn8.090.00, weiße runde 2.80-0.00, Gelbsleisch blaue ü.OO0.00, rote 0,000.00 F r a n k s u r t a. 'Dt.: 9tote So Dik. 2.400.00, Maguum boiuim 8.000.00, weiße runDe ; bis 0.00. (Alles zu do Kilo.)

Sptelptan Oer vereinigten Sranfrurter Sladttbeat

Gperichaur.

Mittwoch. 23. Nov.*): 2. Abouuemeuts-Konzert. Toimersl 24. Nov.:jofef unb feine Brüder." Freitag, 25. 9iou.: , Innigen Weiber von Wuidjor." Frau Flutt;: Frl. ynenneden a. -oamstag, 26. Nov.: .Laiuilmuser.- Souutag, 27. 9iov., nach 3'/, Uhr: .Liebelei." Abeuds 7 Uhr: .Ter (5)rat von Lux bürg." Montag, 28. Nop.:Ter Fteischlitz." Aeunchen : Fra ul Boenuecken a. E. Tieustag, 29. 'Jloo.: .Cavalleria ru itean Hieraus: .Ter Baiazzo." Tiihrood), 80. 9lov.: Amateur^ stelluug zum Besten der Franksurter Theatet-Peunons-AniE .'Diamsel Angst." (2. Akt.) Hieraus: .Sowie unb Erde."

Schauspielhaus.

Mittwoch, 23. Nov.'):ü diese Leutnants." TonnerStaq, 24. Nov., abends 7'/, Uhr: .Ter Richter von Zalamea." ^reitaq. 26. 91oü., abeuds 7l llbt: .Eiller von unsere Leiit'." Saiusiti'i, 26. Nov.: .Eesar Borgia." Sonntag, 2«. Nov., nachnmlag« 37, Uhr: -Wenn der junge Wein blüijt." Abends 7 llijr: ,CeW Borgia." Montag, .8. 9ioo : .Elektra." Vorher: .Tie ßitliÄ Foroerwig." Tlenstag, 29. Nov.: .Eesar JÖoigia." 'Diuuuodir 30. 91od. :Einer von unsere Leut'."

*) Anwng, wenn nicht anders bemerkt. abenbS um 7 Ubr.

Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe und Schlveiiie niiitelmäßiL «v Preis Durch- '

pro 1VU Pfd. fchniusprels

Ochsen. pr°

u » ci. veöenö-l

Pollfleischige, ausgemästete, höchsten vvn-bisvou-bis W

Schlachtivertes, höchstens 6 Jahre alt 6052 9091

Junge, fieifd)ige, nicht audgema|iete und allere ausgeuiällete 4549 8689

Diäßig genährte junge unb gut ge­nährte ältere 4244 8485

in nächster Zeit vor einer nochmaligen Bürgermeister­wahl. Wie bestimmt verlautet, wirb Bürgermeister Klein wieber faitbibiereii.

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