Ausgabe 
17.12.1910 Fünftes Blatt
 
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Ochs en.

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Briefkasten der Redaktion.

(Anonyme Anfrage« bleibe« unberücksichtigt.^

Vollfleischtge Schweine biSzu 2 Zentner

X.'et>cn5fleiDtd)l........

bollfieiidige Schweine über 2 Zentner Vebenbgeiuidit........

Tendenz: Rinder langsam, Wälder flau, Schafe mittelmäßig, Schweine gebrückt. Preis Durch.

pro luu Pfd. schnttlspreiß

fc. Frankfurt a. M., 16. Tez. fceu- und Strobmarkt. Angeiabren^ roarcn^ 8 Wagen Heu^ und 2 Wagen Stroh. Man A/* , St rod (Äoruloiiflflroh) 2,60 bis

0,0/ Mk., Wirrslroh 2,30-0,00 Mk. Alles ver 5" Klio. Geschä'ii tlott. Die Zufuhren waren aus Oberheffen und dem Kreise yanau.

'Mittlere 'JJlaft- und gute Saugkälber . 4753 78-88

Geringere Saugkälber 4246 7218 « d) a * e.

'Masllämmer u. jüngere Masthammel 8900 78-00

Schweine.

fc Wiesbaden, 16. Dez. Heu- und Strohmarkt Angeiahren waren 13 Wagen Heu und Stroh. Man notieUe: Heu 6.20-7.4» Mk., Stroh (Nlchtstroh) 4.605.00 ü)lf' rZruckt markt. Haier 14.6015.00 Alt. Alles für 100 Kilo.

Limburg a. d. Lahn, 14. Dez. Nruchtmarkt. Dnrch- 'chinttspreis pro Malter. Roter Weizen (nahamscher) 16,8) Mk 'feiner Weizen «anaebante ftrembforte) 15,80 Mk., Kon, 11 uO Mk" leerste: Futtergerste 9,00 Mk., Braugerste 11,25 'M, Hafer Mk. 7,00 Erbsen 0,00 'Mk^ Kartoffeln 5,60-6,60 Att.

F.C. Wiesbaden. V i e h h o f-M a r k t d e rr cht vom 16. Dez Auftrieb; Rinder 75, Kalber 86, Schafe 24, Schweine 265.

Weitung. Der Betreffende kann, wenn er völlig hergestellt . wieder emgeftedt werden. Seme Militärpflicht regelt sich un ädrigen nach den allgemeinen gesetzlichen Vorschriften.

Nr. 100. Geschäftliche Empfehlungen geben wir im Brief­kasten grundsätzlich nicht. Wenden Sie sich an eine tüchtige Schlosserei.

Üärsen, Kühe.

Vollfleischige ausgemästete Färsen höchst.

Schlacht wertes 4249

Bollstenchige ansgemästete Kühe höchst.

Sd)lachtwertes bis zu 7 Jahren. . 3639

Aeltere ansgemästete Kühe und wenig

gut entwidelte läugereKühe u. Färjen 3035 _ Vläßig genährte Kühe und Färsen . . 2830 60-62 Kälber.

Bollfleischige, ausgemästete, höchsten

Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 4750 8587 Jnnae, fleischige, nicht auSgemduete und

ältere ausgemästete 4246 8184

Achtzig genährte juiige und gut ge­nährte ältere.........3841

Sptelplan des Eietzener Ztadtthraters.

Direktion: Hermann Steingoeuer.

Montag den 19. Dezember, abends 8 Uhr, bei erhöhten Preisen (Abonnenten zahlen gegen Ablieferung des zweiten ErmätzigungskuponS ermäßigte Preise): Einmaliges Gastspiel Rtta S a c ch e t t o in ihren Tanzpoesien. Dazu: »Kollegen*. Eharakter- Komödie in 1 Akt von Annie Neumann-Hoier. Ende 10 Uhr. Dienstag, 20. Dezember, abends 8 Uhr: 11. Tienslags-Abonne- ments-VorNellung: »Das Opferlamm.* Hierauf: »Emer Klasse.* Ende 10'/, Uhr. Mittwoch, 21. Dezember, abends 7 Uhr (10. Mttt- ipochS-Abomlements-Borstelliing), unter Mitipirkimg der Kapelle des hiesigen Infanterie-Regiments: »Den König druckt der Schuh.* Märchen-Operette in 4 Bildern von Jose«a Metz. 'Musik von Bognmil Zepler. Ende 9/4 Uhr. Sonntag den 25. Dezember 1. Weihimchtsfeiertag). abends 71/, Uhr, bei kleinen Prellen: lieber unsere Kraft.* Schauspiel in 2 Aufzügen von Björnsljerne Bchrnson. Ende 9*/, Uhr. 'Montag, 26. Dezember (2. Wechnachls- ieiertag), nachmittags 3V, Uhr, bei kleinen Preisen: »Der dunkle Punkt.* Ende 58/4 Uhr. Abends 71/, Uhr, bei kleinen Preisen: -Tas Opferlamm.* Hierauf: »Erster Klaffe.* Ende 10 Uhr. Dienstag, 27. Dezember (3.Weihnachtsseierlag). nachmittags 31/, Uhr, bei kleinen Preisen: »Die Mäusekömgin" ober »Wie der Wald in die Stadt kam*. Ende n Uhr. Abends 7'/, Uhr, bei kleinen Preisen: »Tie Jörster-Ehristel.* Ende 10 Uhr.

Jeinste Mast- (Vollm »Ich mast) und beste Saugkälber......... 54-60 90100 57

Sur edJt mit duser Marte bem Fisch« drmAenuzeichen br» Scott scheu versahreat.

Eeck mehr oll drei Kohrzefmten hat fid) der Weltruf von Scotts Emulsion all vortreffliches Stürkungsmittel bei Entkräftung, llederarbeitung.

Abgespannlheil

und dergl. bchouvtet. Diele Wirkungl» traft ist zunächst dem einzigartigen, Mlübertrefflicden Scottlchen Verfahren gujuftfirewen, fob.inn der Verwendung flUrfeinHer Rohstoffe, die vollkommen leicht rcrdaulich u. j wohlbekömmlich gemacht sind. £^niio ist

zu versieh en ist, das zeigt besonders deutlich die viel- äestaltige Zusammensetzung der hiesigen Lehrerbesoldungen, ein Zustand, toie er sicherlich den heutigen Zeitverhaltnissen nicht mehr entspricht. Hier werden nämlick) bezahlt zur Lehrerbesoldung Der 3. Stelle auS der Graf Christian-Ätiftung 205.71 Mk., aus der Stol- bergischen Rentkasse zur Besoldung der 1. Stelle 104.57 Mark, für Frucht und bar 51.84 Mk., der 2. Stelle 109.71 Mark, der 3. Stelle 90.86 Mk.: aus der Armenkasse zur 1. Stelle 37.71 Mk., zur 2. Stelle 4.29 Mk. (!); aus der Gemeindekasfe zur 1. Stelle 942.12 Mk., zur 2. Stelle 947.25 Mk., zur 3. Stelle 569.68 Mk., aus der Kirchen­kasse zur 1. Stelle 100 Mk. und zur 2. Stelle 100 Mk. Zu diesen Zuschüssen aus Kassen kommen nun endlich noch die Alterszulagen aus der Staatskasse. Dabei ertönt in unserer ßeit immer lauter der Ruf nach Vereinfachung! aller Betriebe. Hier könnte so manch alter Zopf der Schere verfallen.

bei groß und klein so außerordentlich beliebt.

Scott» Lmulstoa wirb von nnl »uNchlietzliL im groß« verkauft, und zwar nie lose nach Gewicht oder Matz, sondern nur io versiegelten Orianurlflaschen in JUrton mit unserer Schutz« warte bischer mit dem Dorsch). Scott 4 Dowue, G. m. b 0- Frankfurt a. TL

LeftandteUe: Feinster Medizinal-Ledertran 160.0, prima Slyzertn »0.0.nnterphotphorigsaurrr Äalf «^.unlerphoipdorig- faurei Natron SA puld. Tragant SA feinster arav Gummi pulv. 3A Wasser 129A Ällohol HA Hierzu aromatrsche Emulsion mit Zimt», Mandel- und GaulchuiaLl je 1 Lroplea.

ßanöcL

M Konkurse in Hessen. Ueber da« Vermögen des Zimmermamis Heinrich Gölz in Auerbach wurde am 3. Dez. das Konkursverfahren eröffnet. Rechtsanwalt Tr. ReuS in Zwingeilberg rourbe zum Konkursverwalter ernannt. Konkurs- forbenuigen sind bis znm 7. Jan. bei bem Amtsgericht Zwingen- berg anzlnnelben. Ueber bas Vermögen bes GennisehändlerS Johan,t Hantel in Gießen wurde am 26 November bas Kon- kursversahren eröffnet. Kaufmann LoiuS Althofs in (Lietzen wurde znln Konkursverwalter ernannt Konkursforbernngen fmb blS zlml 13. Jan. bei bem Amtsgericht Gießen anzmnelben. Ueber ben Nachlaß bes Beter Wilhelm Dorn zu V i l b e l, vev- Norden am 8. Juni, wurde am 9 Dez. das Koukursverfahren er­öffnet. Bürgerineisterelfekretär Berg in Vilbel wurde zum Kon- kursverivalter ernannt. Konkursforderrmgen sind bis zum 10. Jan. bei bem Amtsgericht Vilbel anzmnelben. Ueber ben Nachlaß des am 5. Oktober verstorbenen Franz Keller, Müller in B i ck e n b a ch würbe am 13. Dez. das Konkursverfahren eröffnet Jak. Nickels V. tn Zwingenberg rourbe zum Konkursverwalter ernannt Konkurtzforberungen sinb biS zum 14. Jan. bei dein Amtsgericht Zwingenberg anzumelden.

verübte der Schweizer O K. von Molschleben, der zu Gelnhaar m Diensten stand. Der Angeklagte verschwand aus seinem Dienst und mit ihm eine Taschenuhr mit zwei Ketten, ein schwarzer Anzug und verlchtedene Kleidungsstücke, sowie das für den be­treffenden Dag zurechtgelegte Haushaltungsaeld. Ein Teil der Sachen hat er aus einem verschlossenen Koffer genommen. ErI.Toiicrte'^'^eu800-^3^Mk * P; Va b Monaten Gefängnis verurteilt, woraus'^ -** - ' ' - -- - '

TunT Wochen Untersuchungshaft m Anrechnung gebracht werden.

Ferner wurden ihm die bürgerlichen Ehrenrechte aus 3 Jahre ab­gesprochen.

Eine gefährliche Situat!o«

I hatte ein Gendarm aus WeningS durchzumachen, als er Zigeuner I über die Grenze brachte. Es begegnete ihm ein weiterer Trupv, I ben er ebenfalls über die Grenze weisen wollte. Drei junge Leute I riefen ihm zu, er möge Zurückbleiben; als er aber doch auf sie I zuging, erhob einer drohend ein Gewehr, ein zweiter fuchtelte I chit einem Dolche in der Lust herum und ein dritter schotz mit I - nc^n Revolver, ohne jedoch zu treffen. Schließlich verschwanden sie im Walde. Am anderen Tage wurden drei der Zigeuner, die man für die Täter hielt, verhaftet. Alle drei leugneten. Da die Leute mir der Statur nach zu erkennen waren, mußte mangels Beweises Freisprechung erfolgen.

Eine Aauferei

SL brc ^ojenfafeme zu Utphe, beschäftigte zum Schlust in später Abendstunde die Strafkammer. Einige russische Arbeiter besuchten die dortigen polnischen Arbeiter. Sie nmrben frech und ver- > fuchten in den Schlafsaal der weiblichen Personen einzudringen, weshalb sie zurückgewiesen und zum Verlassen des Lokals auf­gefordert wurden. Es gab eine Rauferei und einen Tumult, währenddessen auch das Messer eine Rolle spielte. Ein Arbeiter erhielt dabei einen Stich in den Arm und in den Kopf. Da nicht festftand, daß der zum Verlassen Auffordernde zu seinem Vorgehen berechtigt war und auch den Angeklagten das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit nicht nachzuweisen war, erfolgte wegen Dausfrledensbruck)s Freisprechung. Wegen Körperverletzung be­kam F G. und N. G. 4 Wochen Gefängnis, woraus je ein Monat Untersuchungshaft angerechnet wird. W. K. wurde frei» gefprochen.

Sicher und schmerzlos wirkt bad echte Radlauer'schc Hsibner» augcnmittel. Fl. 60 Pfg. Nur echt auS der KroncnMpotbcke, Berlin W. 8. Devot in den meisten Apotheken und Drogerien. (slM/e

--- Frankfurt a. M., 16. Dez

L Die gwße Geschaftsftille, die schon in der Vorwoche der Börse das Gepräge gab, bat sich in den letzten acht Tagen noch stärker fühlbar gemacht, doch nicht nur bei uns, sondern auch an allen übrigen Märkten ist die Unternehmungslust swrk zurückaegangen. Der Grund für diese Erscheinung ist wohl darin zu suchen, daß zum Jahresschluß allenthalben Entlasturmsbedürs- ms besteht. Schon mit Beginn der Geldversteifung zum Herbst hat em langsames Zurückebben der spekulativen Bewegung ein­gesetzt und eg sind größere Hausseverpflichtungen zur Lösung gekommen. Das gleiche gilt von Newyork und London wo außer den Geldfragen auch die politischen Einwirkungen zu einer ausgiebigen Entlastung geführt haben. Die Anl-aufung großer Engagements in einzelnen Händen ist dabei unterblieben es hat vielmehr eine Verteilung im Effektenbesitz statlgefunden! durch welche die Markte eine wesentliche bessere Grundlage halten haben. So unerfreulich auch der jetzige! Zustand vollständiger Untätigkeit fein mag, so ist er doch sehr geeignet, die großen Weltmärkte in besserer Verfassung in das neue Jahr hinüber­gehen zu lassen. Insbesondere dürfte den deutschen Börsen der Jahreswechsel keine unanaenehmen Ueberraschungen mehr bringen Schon der Umstand, daß die G e l d a n s p a n n u n g für über­wunden gelten kann, hat den Märkten eine sichere Grundlage gegeben und die Verminderung der Engagements, die in letzter Zeit stattgefunden hat, tragt auch dazu bei, die Geldansprüche zum Jahresschluß weder zu ermäßigen. Daraus erklärt es sich auch, daß trotz der drückenden Geschästsunlust, die Kurse eine bemerkenswerte Widerstandskraft gezeigt haben. Die Preisbewer- tung einer ganzen Anzahl von Jndustriepapieren zeigt, wie zäh das Kapital an seinem Besitz festhält in der Erwartung einer weiteren Besserung der Wirtschaftslage. Wenn auch die wirt­schaftlichen Verhältnisse» m Amerika zurzeit noch zu wünschen übrig lassen, so fehlt es doch auch nicht an Ausblicken auf eine Wendung zur Besserung. Wie unsere Großindustriellen über die Marktlage denken, das geht aus den offiziellen Be­lichten der Essener und Düsseldorfer Montanbörse und aus den Erklärungen in der Hauptversammlung der Rombacher Hütten­werke hervor, in der die Lage ziemlich gut und bezüglich Amerikas vielleicht sogar etwas zu optimistisch geschildert wurde Zuver­sichtliche Ansichten über die künftige Richtung der Konjunktur­kurve scheinen aber auch in anderen Kreisen zu bestehen, denn nicht nur die letzten Wochenberichte der Großbanken und der großen Privatbankfirmen waren optimistisch gehalten, sondern es lagen auch- aus den Kreisen der rheinisch-westfälischen Privat­kapitalisten verschiedentlich Kauflimite in Montanpapieren vor, die den Abgaben eines außerhalb der Börse tätigen Groß­spekulanten ein Gegengewicht boten und eine stärkere Senkung des Kurswertes verhinderten. In anderen Industrie- papieren waren die Umsätze sehr gering, nachdem die Divi- dendenspekulation schon in den Vorwochen zu größeren Kurs­steigerungen geführt hat. Dagegen hat sich die Aufmerksamkeit der Börfe erfreulicherweise wieder mehr den inländischen Anleihen zugewendet. In den Ausführungen des Staats­sekretärs erblickte die Börse einen Anhaltspunkt dafür, daß die Regierung ernUich gewillt ist, den Markt der heimischen Anleihen aufzubessern. Sollte sich das angekündigte Programm des Staats­sekretärs durchführen lassen und sollten die Finanzen des Idnches und der Bundesstaaten sich weiter in der bisherigen Mchtung entwickeln, so wird man der Aufwärtsbewegung am Anlagemarkt iwdj eine größere Dauer in Aussicht stellen können. Fremde Fonds konnten sich ebenfalls meist etwas befestigen. Aus den übrigen Gebieten hat eine nennenswerte Bewegung nicht statt- gefunben. Privatdlskonto 43/*%.

Standesamtsnachrichten.

(BrofoeivBufecL

Sterbefälle: Dezember 9. Pauline Wagenbach, titt Jahr alt. 12. Anna Margarete Pfeiffer, 77 .Jahre alt. 12. Heinrich Walter, Weißbinder, 18 Jahre alt. 15. Ottch Lepper, 6 Monate alt. 15. Katharine Trehwald, 20 Jahre alt, WafcenbonvSteinberg.

Aufgebote: Dezember 13. Friedrich Otto Möcklin, Kauf- mann in Saarbrücken, mit Maria Auguste Elisabeth Sommerlats zu Watzenborn.

St erbe fälle: Dezember 8. Jakob Maid, Rechner betf Spar- und Darlehenskasse zu Watzenborn-Steinberg, 67 Jahre alt,

Kreis Friedberg.

Friedberg, 16. Dez. Sehr rasck entwickelt sich der vor einigen Jahren einverleibte Stadtteil Fauer­bach. In den letzten Jahren sind verschiedene Straßen angelegt und fast ausgebaut worden. Wenn sich der Fried­hof nicht an der Hauptstraße befände, würde Friedberg und sein neuer Stadtteil vollständig Zusammenhängen. Die Beamten und Arbeiter der Zuckerfabrik wohnen faft alle in Hauerbach. Ein schmuckes Pfarrhaus ist erbaut und die Kirche renoviert worden. Auch durch den neuen Güter­bahn h o f, den Fauerbach erhält, wird die Bautätigkeit immer mehr aesteigert. Die Eingemeindung hat Friedberg und Fauerbach große Vorteile gebracht.

L. Friedberg, 16. Dez. Eine auch für unsere Stadt sehr zeitgemäße Poli^eiverordnung hcit der hiesigen Stadt­verordnetenversammlung vorgelegen. Berschieoene Vor­kommnisse haben die städt. Polizeiverwaltuna dazu ge­führt, den Erlaß einer Verordnung auszuarberten betreffs der Bedienung der Gäste durch Kellnerinnen. Die Stadt­verordneten haben den vorgeleaten Entwurf gutaeheißem Die Hauptpunkte sind 1. die Bedienung der Gäste durch Kellnerinnen darf nur bis 11 Uhr abends erfolgen; 2. den! Kellnerinnen ist verboten, sich zu den Gästen zu setzen; 3. erstgenannte dürfen die Gäste nicht durch irgendwelche Art zum Trinken nötigen. Damit dürfte dem Unwesen der Kellnerinnen die Hauptspitze abgebrochen sein. Heute bat man angefangen, die letzte Hand an die Beseitigung der vor einigen Wochen auf der Kaiserstraße entstandenen Erdrutschung zu legen. Da die Fläche )etzt trocken ae*J worden und keine Senkung mehr zu befürchten ist, hat man mit der Neupflasterung begonnen.

Gießener Strafkammer.

Gießen, 16. Dezember.

Unterschlagungen

zum Nachteil seines PrinWals des Besitzers des Parkbotels ru Bad-Nauheim ließ sich her Buchhalter K. O. B. aus Frankfurt a m^UabnmJ.omiTten- J5fierte öon Kurgästen nach und nach 1075,90 Mk ein unb verlchwand heimlich. Teilweise entschädigt

Aotelbelitzer durch den Kassenbestand von 123 Mk. unb 22,75 Mk. rückständigen Lohn. Der Angeklagte wurde zu 4 Monaten Gesangnis, unter Anrechnung von 3 Wochen Untn- suchungshaft verurteilt.

Wegen gewerbsmazigen Glücksspiels

steht der Schweinehändler Jos. Ad. W. aus Colomna in Ga- ugien unter Anklage. Er hat im letzten Sommer zu Bad-Nauheim verschiedenen fturgaften in ganz kurzer Zeit sehr erhebliche Geld» betrage abgewonnen, weshalb man ihn des Falschspiels bezich- Ä m ben größeren Badestädten als -Aieler bekannt und ist auch mit einer Anzahl von Gegenständen zum Falschspiel ausgerüstet. Der Angeklagte wurde zu einer durch die Unter- siickmngshaft als verdutzt zu erachtende Gefängnisstrafe von zwei I wcpnaten verurteilt.

Diebstahl im Nrickfall

l-edrnd. sarlLchr- pro 1U0 Plu.id twtÄUi»"?**

x Bad-Nauheim, 16. Dez. Sehr zu klagen haben in unserer Gegend die Jager. Ueberall stoßen sie im Felde auf verendete Hasen. Ein Jagdpächter konnte deren bei Ostheim und Nieder-Mörlen allein 100 zählen. Daß rapide Absterben wird auf eine Lungenseuche zuruckgeführt, die unter ben Hasen stark verbreitet ist. Die Hasenfelle sind im Preis beträchtlich gestiegen.

m. Dad-Nauhe-im, 17. Dez. Mit dem 1. April 1911 soll hier ein öffentlicher Arbeitsnachweis ins Leben treten, dessen Leitung die Bürgermeisterei übernimmt. Eine VorbespreäMna über die sehr wünschenswerte Ein- richtung findet nächsten Dienstag auf der Bürgermeisterei statt.

m. Nieder-Mörlen, 17. Dez. In unserer kleinen Gemeinde gibt es eine so große Anzahl alter Leuten wie kaum in einer großen Stadt. 11 Greise und Greisinnen I stehen in dem Alter von 8090 Jahren und sind meistens körperlich und geistig ihrem Alter entsprechend noch sehr oei der Hand. Unter den Alten befinden sicb auch zwei 1848er, Philipp Zimmer und Joseph Adewill, die den badischen Feldzug und auch 1864 den schleswig-holsteinischen Feldzug mitgemacht haben.

Hessen-Nassau.

)f Marburg, 16. Dez. In dem Klageverfayren, das der Magistrat als Aufsichtsbehörde der Orts­krankenkasse gegen den Vorstand der letzteren wegen Rückerstattung der für Beschickung von Vertreter- tagen usw. verausgabten Gelder angestrengt hat, wurde heute das erstinstanzliche Urteil dahin verkündet, daß die Gelder nebst 4 Proz. Zinsen bis zum 1. Januar an die Kasse zurückzuerstatten sind. Der Vorstand hat sofort Be­rufung eingelegt. Heute benutzten einige Studenten die Abwesenheit der Kondukteure der P f e r d e b a h n dazu mit den Wagen d a v o n z u f a h r e n. Sic forderten unterwegs die Passanten eifrig zum Mitsahren auf, bis die nachetlenden Kondukteure wieder ihre Platze einnahmen.

Vergehen im Amt

liegt dem Schulverwalter Gg. R. in Gedern zur Last Es stehen ?rer Falle unter Anllage. Obwohl er erst kürzlich' durch das nämliche Gericht wegen gleichen Vergebens bestraft worden er Mitzhandlungen der Schulkinder hin-

reißen Er ist nach Aniicht der Zeugen sonst ein guter Lehrer er neigt aber zu Zornesausbrüchen. Das Gericht hielt nur Miß^ banblungen bezw Ueberschreitun§ des Züchtigungsrechts in zwei pallen sur erwiesen, wofür ic oO Mk. Geldstrafe angeseiat er- schienen. Im übrigen erfolgte Freisprechung

rZlellchlge Schweine 5051 6466 50 65

lleberfianö: Rinder Ueberftanb, Halber langsam geräumt, 3d)aie Ueberftanb, Schwerne Uebenianb.

Die oberhefsischen volkrzählungsergebnisse.

Kreis Gienen.

Gemeinde Grünberg. Zahl der Hauschaltungen 550, Ein- 2223, davon sind 2142 evangelisch, 81 katholisch. I (1905: 2164.)

Kreis Alsfeld.

Gemeinde Alsfeld. Einwohnerzahl 5001. (1905: 4613.)

Gemeinde Eudorf. Zahl der Haushaltunaen 75, Ein­wohnerzahl 392, davon sind 377 evangelisch, 15 katholisch (1905: 375.)

Kreis Büdingen.

Gemeinde H i tz k i r ch e n. Zahl der Haushaltungen 78, Ein- ^wochnerzahl 342, davon sind 341 evangelisch, 1 katholisch (1905:

Kreis Friedberg.

.. Gemeinde Burg-Grafenrode. Zahl der Haushaltungen 117, Einwohnerjabl ol2, davon sind 482 evangelisch, 10 katholllch 18 israelitisch. (1905: 473.)

®aneini>e Ober-Wöllstadt. Zahl der Haushaltungen Idol. Emtvohnerzahl 847, davon sind 66 evangelisch, 781 katholiich

Gemeinde Ockstadt. Zahl der Haushaltungen 300, Ein­wohnerzahl 1454, davon sind 21 evangelisch, 1443 katholisch (1905: 1329.)

Kreis Lauterbach.

Gemeinde Wall en rod. Zahl der Haushaltungen 146, Einwohnerzahl 691, lämtlich evangelisch (1905: 687.)

Börsen-Wochenbericht.

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