ftänbigc warm 9 Herren, meistens Aerzte und Apotheker, geladen. Für den Prozeß sind mehrere Tage vorgesehen.
Der Zuhörerraum zeigte eine dichte Besetzung, nicht nur von Interessenten aus Marburg, sondern auch besonders aus dem Hinterland.
Bei Beginn der Verhandlung protestierten die Verteidiger, Justizrat Dörssler imb Rechtsanwalt Schneider, gegen die Zulassung des Sachverständigen Tr. Haun aus Gladenbach, da dieser als Urheber der Anklage zu betrachten und durch diese Leute geschäftlich geschädigt worden sei. Das Gericht beschloß, Dr. Haun nur als Zeugen zu vernehmen.
Hans Dikomeit, der sich als Heilgehilfe bezeichnet, ist 1875 in Willburschen in Ostprkuften geboren. Nik. Zimmermann ist 8 Jahre jünger. Er gibt an, Drogist zu sein und Naturhellmethode studiert zu haben.
Dikomeit ist bereits vortbcstraft und zstiar einmal zu 6 Monaten Gefängnis wegen Verführung einer Minderjährigen und dann in Worms, Schotten, Frankfurt! und Hannover wegen Bettelns. Er besuchte die Volksschule in Giumbinnen, lernte Bäcker und Konditor und arbeitete in Brandenburg, Frisack, Sömmerda und war zeitweise in den Höchster Farbwerken als Arbeiter tätig. Er gab an, seit 1(1 Jahren Heilkunde au-.', ärztlichen Büchern, altdeutschen und chinesischen Heilbüchenr gelernt zu haben. Außerdem habe er in Berlin ärztlichen Unterricht in bezug auf die Anatomie des Menschen genossen. Zimmermann, der in Dankbarshauscn bei Eisemrch geboren ist, hat ebenfalls nur die Volksschule besucht. Er war früher Maler und Bergmann, wurde dann Soldat und nachher Schutzmann in Kassel, später Krankcnkassenassistent, Missions- gchilfe, Kirchendiener, Gastwirt und Kausmarrn.
Nach dem Eröffnungsbclschluß tvurde Dikomeit unlauterer Wettbewerb durch falsche Ankündigungen, Schädigung der Kranken durch Abnahme von Geld,, Fahrlässigkeit bei Behandlung von Kranken in 17 Fällen, falsche Titclbeilegung und Unterlassung einer Anzeige bei einer Typhuserkrankuna zur Last gelegt. Zim- m ermann stand außer wegen unlauterem Wettbewerb wegen 5 sonstiger Uebertretungen vor den Trichtern. Ferner soll er den praktischen Arzt Dr. Tennbaum ans Biedenkopf tätlich angegriffen und beleidigt, sowie ohne Genehmigung Heilsalben verkauft haben.
Dikomeit bezeichnet die Anklage gegen ihn als Machinationen dm Aerzte. Er habe über 4000 Kranke geheilt, denen die Aerzte nicht hätten helfen können. Viele Behauptungen gegen ihn habe Dr. Haun erfunden. Bezüglich des angeblichen Typhusfalles wolle er bemerken, daß es sich überhaupt nicht um diese Krankheit gehandelt habe. Dikomeit gab bunn Auskunft über seine Tätigkeit als Heilkünstler in Prinzk>ausen. Auch dort hätten sich die Göttinger Professoren vergeblich bemüht, ihm etwas anzuhaben. Man habe schließlich behauptet, er sei Kutscher bei einem chinesischen Arzt gewesen und dort seine Künste gelernt.
Zimmermann behauptet^ daß er die Homöopathie und )ie Bounscheidtsche Methode studiert habe. Er sei durch die Angriffe gegen Dikomeit in den Eichsfelder Zeitungen auf diesen aufmerksam geworden und habe ihm angetragen, mit nach Hartenrod, wo er eine Drogerie eröffnen wolle, zu kommen. (Frau Zimmer- manu stammt aus Hartenrod.) Als sie aus der 6d)ule, wo sie zunächst ihr Heilinstitut hatten, ausziehen mußten, schrieben sie, daß sie laut Verfügung ihrer vorgesetzten Behörde die Wohnung gewechselt hätten. Zimmermann weinte, dabei hätte er sich gar nichts gedacht. Es wurden dann «Drucksachen, in denen sich die Heilkünstler zur Heilung aller Krankheiten empfehlen, zur Verlesung gebracht. Dikomeit führte dagegen ins Feld, daß er diefe Zettel nicht verbreitet, sondern nur seinem Vater an die russische Grenze geschickt habe. Zimmermann behauptet ebenfalls, daß diese Zettel weder im Kreise Marbulrg noch rni Kreise Biedenkopf verbreitet worden seien. i
Kreisarht Dr. T e n n bäum- Biedenkopf gab Auskunft über ein Schild, das, teilweise durch Garderobenhalter verdeckt, die Worte zeigte: „Arzt — soziale Gefahr". Dikomeit gab Auskunft über seine Untersuchungsmethode. Er beobachtete das untere Augenlid und die Iris. Im Auge könne man ganz genau die Krankheit erkennen. Die meisten Diagnosen stellte er auf Grund einer selbslerfundenen Methode fest. Auch Milzkrankheiten hat Dikomeit oftmals behandelt und durch das Augenlid erkannt. Bei feiner Vorvernehmung hat Dikomeit solche anatomischen Fragen wesentlich anders beantwortet wie heute. Er gab an, daß er, absichtlich irreführende Mitteilungen gemacht habe. Die wetteren Krankheiten, die man im Verlaufe der „medizinischen Prüfung" des Angeklagten bespricht, wollte Dikomeit durch allerhand grüne und' gelbe Flecken in den Augen erkennen. In seinem (Buche hatte Dikomeit auch „vinorische" Halsentzündungen und „zivilitische" Krankheiten verzeichnet. In vielen Fällen hat der Angeklagte krebsartige Erkrankungen festgestellt: diese erkannte er an roten Flecken im red)ten Auge. Schwarze Pünktchen im Mgenlid zeigten ihm einen Bandwurm an, Rheumatismus erkannte er an der Iris.
Bei der Vernehmung des Sachverständigen Prof. Dr. Hildebrand stellte Dikomeit mit der Augendiagnose fest, daß der Sachverständige eine Blinddarmoperation durchgemacht hätte. Unter großer Heiterkeit versicherte der letztere, daß er nie am Blinddarm gelitten. Dikomeit blieb trotzdem bei seiwer Behauptung: er wisse es aus seinen chinesischen Büchern. Nachdem mitaeteilt war, daß Dikomeit allein in einer Woche 16 Gehirnerweichungen foiu skaliert habe, unterhielt sich der Sachverständige längere Zeit mit Dikomeit über alle möglichen Krankheiten. Dikomeit behauptete immer, alle Krankheiten des Menschen spiegelten sich im Auge wider. Auch am Urin erkenne er alle Krankheiten. Tie vielen Fragen beantwortete er schließlich kurz dckhin, daß er 4000 Kranke, denen fein Mensch hätte helfen können, geheilt hätte. Ihm wurde erwidert, daß es fix!) jetzt um eine ganze Reihe Fälle handle, die er nicht habe heilen können. Die Feststellung der Krankheiten aus Urin fei mehr eine praktische Erfahrung. Prof. Dr. Hildebrand (teilte fest, Dikomeit habe keine Ahnung davon gehabt. Kreisarzt Dr. T e n n b a u nr ließ sich von Dikomeit die Äugen- kranlheiten erklären. Kurzsichtigkeit erkennt er an einem Patienten dadurch, daß dieser beim Lesen sehr genau ssehen muß. «Heiterkeit.) Auch dieser Sachverständige befragte Dikomeit über alle möglichen Erkrankungen. Von den UntersuchungsmelHoden kam man auf die verschiedenen Heilmethoden zu sprechen.
Im weiteren Verlauf der Verhandlung handelte es sich um eine Reche von Fällen, in denen Dikomeit mittelst der Augen- diagnose gewisse Krankheiten, hauptsächlich Gehirnerweichungen festgestellt haben wollte. Dann kamen viele andere Konsultationen zur Besprechung, in denen jedesmal der Baunscheidtsche Apparat rn Anwendung gebracht worden mar. Seine Heilmethode bestand
fast immer in einer Vor-, enter Haupt- und einer Nachkur. Die meisten Medikamente wurden in seiner Drogerie hergestellt. Wohlhabende Patienten mußten bezahlen, ganz armen bezahlte er sogar noch die Arznei. Betreffs der Amvendung des Baunscheidt- schen Apparates gab der Sachverständige, Naturarzt Dr. Bachem- Frankfurt, ausführliche Mitteilungen. Als sich das Geschäft der Firma Dikomeit und Zimmermann vergrößerte, wurde noch ein Assistent mit einem Monatsgehalt von 200 Mark angestellt. Bei verschiedenen Zeugen, die Dikomeit behandelt hatte, stellten die sachverständigen Aerzte fest, daß seine Diagnose nicht richtig gewesen und daß er diese Leute in Lebensgefahr gebracht hätte. Dikomeit erklärte sich bei einer Besprechung über seine Behandlung Augenkranker bereit, 25 Personen als Zeugen laden zu lassen, die fast blind gewesen und durch ihn geheilt worden seien. In einem Falle hatte die Diagnose auf Dünndarmverschleimnng mit Eiterbildung im Gehirn gelautet, während zwei Äerzte ein schtoeres Herzleiden feststellten. Die Verhandlung endete heute um 8 'Uhr abends. Für morgen und die folgenden Tage sind neue Zeugen geladen.
Gießener Strafkammer.
)( Gießen, 30. Aug.
Ein unverbesserlicher Dieb
ist der Taglöhner E. Sch. aus Groß-Erda. Kurz nach seiner Entlassung aus dem Zuchthause, wo er fünf Jahre zugebracht hatte, stahl er ein Fahrrad, das ein Viehhändler vor einer hiesigen Wirtschaft hingestellt hatte,-verkaufte es in einer anderen Wirtschaft für 30 Mark und ließ sich 6 Mark anzahlen. Als der Käufer mit dem Rad nach Hanse fuhr, wurde er von dem Bestohlenen angehalten und ihm das Rad abgenommen. Er veranlaßte nunmehr die Festnahme des Diebes, der bereits einen Teil des Geldes durchgebracht hatte. Der Rest des Geldes wurde dem Dieb abgenommen und dem Käufer des Rades ausgehändigt. Dem Angeklagten wurden mildernde Umstände versagt und auf 2 I a h r e Zuchthaus erkannt, worauf drei Wochen Untersuchungshaft anzurechnen sind. Die ehrlose Gesinnung des Angeklagten rechtfertigte die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte aus 5 Jahre.
Schlimme Jugendstreiche
verübten diedreizehnjährigenSchülerD. N. und H. Sch. zu Friedberg. Sch. machte den Vorschlag, eine; in der Werkstätte eines Glasers besindliche Taschenuhr zu holen. Während er selbst Wache stand, stieg N. durch ein Fenster ein und holte die Uhr, die sie dann in dem Keller des Eisenbahngüterschuppens versteckten. Sie behaupten, der Junge sei durch die offenstehende Werk- stättetüre hineingekommen, so daß kein schwerer Diebstahl vorliege. Waxf) den Feststellungen des Gerichts ist die Uhr mittelst Einsteigens entwendet worden, weshalb auf den Umstand, ob die Türe verschlossen oder offen war, kein Gewicht gelegt wurde, da ohnehin ein schwerer Diebstahl in betracht kam. Wenn die «Angeklagten auch nicht für besonders intelligent galten, so mußte doch angenommen werden, daß die zur Erkenntnis der Strafbarkeit erforderliche Einsicht besaßen. Ihre Jugend und die Tatsache, daß ein Schaden nicht entstanden sei, wurden strafmildernd berücksichtigt und auf je 10 Tage Gefängnis erkannt.
Sittlichkeitsverbrechen,
verübt an seiner 13 jährigen Nichte, bereit Pflegevater und Vormund er war, ist dem früheren Kreisstraßenwart aus Angenrod, K. Sch. in Elpenrod, zur Last gelegt. Tas Urteil besagt, daß der Angeklagte sich schon in Münch-Leusel, als das Kind noch nicht 10 Jahre alt war, an ihm vergangen hat. Er trieb die Sache nach seiner Uebersiedelung nach Elpenrod noch viel schlimmer fort. Der nachteilige Einfluß, der auf das Kind ausgeübt wurde, wirkte straferschwerend: es wurde für den ersten Fall IV2 Jahre Zuchthaus in Ansatz gebracht; die übrigen sechs Fälle, bezüglich deren eine fortgesetzte Begangenschaft angenommen wurde, ahndete das Gericht mit 3 Jahren Zuchthaus und es reduzierte diese Strafen auf eine Gesamtstrafe von 4 Jahren Zuchthaus. Ferner wurden dem Angetlagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf zehn Jahre aberkannt. In entern Falle erfolgte mangels Beweises Freisprechung.
Eiu Mietgeldfchwindler
harte sich in der Person des kürzlich nach Verbüßung einer längeren Gefängnisstrafe aus der Zellensttafanstalt Butzbach entlassenen Dienstknechtes O. H. aus Ober-Mockstadt wegen Betrugs zu verantworten. Am Weihnachtsabend letzten Jahres vermietete er sich auf ein Jahr zu einem Droschkenbesitzer in Bad-Nau- heim. Nachdem der Kontrakt festgelegt war, verlangte er das Mietgeld, das ihm in Höhe von 3 Mark gewährt wurde. Er wurde krank und schrieb aus dem Krankenhaus, er werde nachKeiner Entlassung eintreten. Er kam dann auch Anfang Januar, wo er aber nur die Frau antraf. Unter dem Vorwand, seine Sachen holen zu wollen, ging er fort, ohne sich wieder sehen zu lassen. In Friedberg traf er einen Landwirt aus Blofeld, dem er sich als Knecht anbot. Man einigte sich auf Petritag (22.Febr.) zum Eintritt. Auch hier erhielt er, nachdem er zehrfrei gehalten und mit Genußmitteln versehen worden war, das Mietgeld mit 3 Mark, ohne daß er eintrat. Auf Petritag vermietete er sich in Echzell an einen Landwirt, von dem er sich, nach Empfang des Mietgeldes' von 3 Mark, unter dem Vorwand entfernte, seine Kleider holen zu wollen. Er kam aber nicht, sondern vermietete sich in Gettenau und verschwand, nachdem er 3 Mark Mietgeld hatte, mit dem Versprechen, alsbald eintreten zu wollen. Er tauchte bald in D 0 rn - A s s enheim auf, wo er sich zu einem Fuhrunternehmer vermietete und 4 Mark Mietgeld verlangte. Er begnügte sich aber mit 2 Mark, ging, um seine Sachen zu holen, vergaß das Wiederkommen und vermietete sich am anderen Tag zu einem Landwirt in Heldenbergen, der ihm ebenfalls 2 Mark Mietgeld gab. Hier ging er fort und erschien am folgenden Tag bei der Frau des Landwirts, die er um 5 Mark bat,unn feine Sachen, die sich angeblich an der Bahn befänden, einlösen zu können. Die Frau gab ihm aber nichts, worauf 'er sich nach Büdesheim begab, um sich dort einem Landwirt anzubieten, der sich aber auf nichts einließ. Der Angeklagte gibt an, die Frau desTroschkcn- besitzers in Bad-Nauheim habe ihm bedeutet, sie hätten Leute genug und könnten ihn nicht brauchen; dieses erwies sich jedoch als unwahr. An die wenigsten der übrigen Fälle will er sich erinnern können; er beruft sich auf geistige Störung, da er im zwanzigsten Lebensjahr einen Schrotschuß in den Kops bekommen habe, wovon sich noch 28 Körner im Kopf befinden. Wie der Anstaltsarzt als Sachverständiger bekundet, ist es richtig, daß er
einige Schrotkörner unter seiner Kopfhaut fitzen hat, diese hatten ihm in geistiger Beziehung keinen Nachteil gebracht, dagegen sei er infolge der Abstammung von einem trunksüchtigen Vater geistig minderwertig, sogar in einem gewissen Sinne schwachsinnig, doch besitze er noch so viel Intelligenz, daß er für seine Handlungsweise verantwortlich zu machen sei. Das Gericht zog die geistige Verfassung des Angeklagten strafmildernd in Betracht; es erkannte für jeden Fall auf 3 Monate Gefängnis und reduzierte die Strafen auf zusammen iy2 Jahre Gefängnis, unter Freisprechung in einem Fall. Ferner wurden dem Angeklagten die bürgerlichen Ehrenrechte auf 5 Jahre abgebrochen.
vermischter.
* Der unglückliche Ausgang einer Truppenübung wird uns ans München gemeldet: Von den M a n n s ch a f t e n des 15. Infanterie-Regiments, das zurzeit in München untergebracht ist, erkrankte gestern auf dem Rückmarsch von einer längeren Uebung infolge der Hitze eine größere Zahl Soldaten. Ein Ein-^ jährig-'Freiwilliger, der anscheinend noch gesund in die Kaserne zurückkehrte, ist heute nacht gestorben, zwei Reservisten sind ernstlich erkrankt. -- Hierzu wird amtlich mitgeteilt, daß etwa 60 Mann, meist Re-< servisten, auf dem Rückmarsch vom Exerzierplätze erkrankt sind. Bei einem großen Teil handelt es sich um Wundlaufen der Füße, bei den übrigen um Erschöpfung. Ait^Hitzschtag ähnlichen Erscheinungen ist ein Mann erkrankt. Tie Obduktion des an Herzschwäche verstorbenen Einjährigen, der den Marsch ohne Anzeichen besonderer Anstrengung mitgemacht hat, ergab eine ausgedehnte beginnende Lungenentzündung.
Kleine Tagcschronik.
In Rod heim v. d. Höhe wurde gestern nacht der 47- jährige Zimmermann Konrad Schmidt von seinem 23 jährigen Sohne Karl und feinem taubstummen Neffen, dem 30 jährigen Schuhmachergesellen Wilhelm Schmidt, nach einem Streit mit einem Knüppel solange mißhandelt, bis er mit zerschmettertem Schädel tot liegen blieb. Die Beiden wurden verhaftet.
Der in Berlin verstorbene Rentier Roe ficke hat dem Großherzog von Oldenburg seine sämtlichen Kunstsammlungen, die aus 60 Bildern und Plastiken bestehen, vermacht.
In München fuhr ein Automobil am Dienstag abend in das das Prinz-Regenten-Theater verlassende Publikum hinein, wobei eine Dame aus San Franzisko getötet und zwei andere Damen, darunter eine Schwester der Getöteten, schwer verletzt wurden.
Vorletzte Nacht ist das Bunzlauer Dampfsägewerk nebst großen Holzvorräten abgebrannt.
Ein sehr heftiger E r d st 0 ß wurde heule früh gegen 3 Uhr 15 Mm. in R 0 ggi 0 bi Calabria verspürt. Die Bevölkerung lagert im Freien; auch in Messina, Gerate, Konteleone, Gallina, Milazzo und Mileto wurde der Erdstoß verspürt. Die Instrumente des Observatoriums Mileto, die außer dem Hauptstoß drei leichtere Erdstöße verzeichneten, wurden beschädigt. Soweit bekannt, wurde kein Schaden angerichtet.
Drei Insassen des Berliner Ballons „T s ch u b i", bie am Samstag im Kreise Lask von ben russischen Behörden in Haft genommen würben, finb aus dem Gefängnis entlassen worden und haben bie Rückreise nach Berlin angetreten.
Bei Naubers wurden bie Leichenreste des bayerischen Zollinspektors Burger aus München gefunden. Er war vor s e ch s I a h re n in ben Bergen verunglückt und konnte bamals nicht gefunden werben.
In I w 0 s ch i (Talaeitiay schoß ein Gendarm einen Bürger nieber, ber sich beim Wachtmeister über das gewalttätige Benehmen des Gendarmen beschwerte. Der Bürger war sofort tot. Der Gendarm wurde verhaftet.
Aus Newport' wird berichtet, baß ein entlassener Wächter ber Great Northern Eisenbahn versuchte, die Geschäftsräume zu Saint Paul mit Nitroglyzerin in die Luft zu sprengen. Er wurde dabei ertappt und von einem Detektiv der Eisenbahn erschossen.
VriginaL-DrahtinelSuttgen«
Eine neue Reichstags-Ersatzwahl.
Warburg, 31. Aug. Bei der gestrigen Reichstags- Ersatz ivahl im Wahlkreis Warburg-Höxter erhielt Professor Spahn (Ztr.) 11 000 und Schäfer (Sozdem.) 600 Stimmen. .
Paris, 31. Aug. Rach hier eingegangenen Meldungen hat die spanische Regierung die Garnison von Ceuta auf 15 000 Mann verstärkt und eine Menge Munition und sonstige Kriegsvorräte in die Festung schaffen lassen. Man vermutet, daß die Negierung die Er- iverbung eines Hinterlandes beabsichtigt.
Paris, 31. Aug. Auf dem Bahnhof Margue wurden drei Streckenarbeiter von einem Zuge überfahresn und waren sofort tot.
HMotor- Wagen
'an verlange Preisliste.
MHüsseishehnMain
Restaurant Cafe Leib (lSSr Abend Abschiedskonzert
4 , des beliebten Orvheus-Enseml'lcs. (07160
täglich Große Tamburitza Konzerte einer oriain. kroat. unqar. Künstler-Kapelle.Eintritt frei.
Cafe Amend. =
Mittwoch den 31. August 1910
Konzert.
Anfang* 8 Uhr. Eintritt frei.
Schreiner-Gesellen
nicht organisierte, erhalten dauernde Arbeit bei hohem Lohn.
4655 Emil H. Müller, Hsljbcsrdtitinigöflibrik.
Köstliches Aroma KräftigerGeschmack rJnhoffens BärenKaffee
Hohe Ergiebigkeit > 60Überall käuflich era
Spaziersföcke hervorragende Auswahl letzter Neuheiten ---- Schönes Geschenk für Herren ------ Casseler Sdiirmkibrik o/.°
Seltersweg 9 GIESSEN Seltersweg 9
»SfSdf? Gewerbe - Akademie Polytechn. Friedberg (Hessen) Institut. Abteilungen f, Maschinenbau, Elektrotechnik, Architektur u, Bauingenieurwesen Programm durch das Sekretariat. Beginn der Semester; April unnd Oktober
Drucksachen aller Art Ausstattung stilrein u.preiswert
>— ■ — —■ ■ die Brühl’sche Univ.-Druckerei.
Henkel'g Bleich-Soda
die Rasenbleiche und spart Zett, Arbeit und Geld I Alleinige Fabrikanten: Henkel & Co., Düsseldorf, euch der seit 34 Jahren weltbekannten


