Die heutige Nummer umfaßt 10 Seiten.
eines Generalgouverneurs von Korea. Der General- gouverneur wird unter Unserer Leitung das Kommando über fixer | und Flotte und die Kontrolle über die gesamte Verwaltungstätigkeit in Korea ausüben.
Unabhängig von irgend einer vertraglichen Verpflichtung, bic über diesen Gegenstand besteht, wird die Kaiserlich Japanische Regierung für einen Zeitraum von zehn Jahren von nach Korea aus fremden Ländern importierten Gütern und von aus Korea nach fremden Ländern exportierten Gütern und von fremden Schiffen, die irgend einen offenen Hafen Koreas anlaufen, die- eiben Ein- oder Ausfuhrzölle und dieselbe Tonnengebühr erheben vie unter dem gegenwärtigen Tarif; derselbe Ein- oder Aus- ührzoll und dieselbe Tonnengebühr wie die, die auf die besagten Güter und Schiffe erhoben werden, werden für einen Zeitraum von zehn Jahren auch hinsichtlich der nach Korea aus Japan importierten oder aus Korea nach Japan exportierten Güter und hinsichtlich der einen offenen Hafen von Korea anlaufenden japanischen Schiffe erhoben werden.
Die Kaiserlich Japanische Regierung wird für einen Zeitraum von zehn Jahren auch den Schiffen jener Mächte, die Verträge mit Japan abgeschlossen haben, gestatten, in den Küstenhandel zwischen den offenen Häfen Koreas und zwischen diesen und den offenen Häfen Japans einzutreten. ,
Die bestehenden offenen Häfen Koreas werden mit Ausnahme von Masaampo weiter offene Häsen bleiben, und außerdem wird Shinwiju neu geöffnet werden, so daß sowohl fremde wie japanische Schiffe dort zugelassen werden und daß Güter in diele Häfen importiert und aus diesen Häfen exportiert werden können.
Oesterreich-Ungarn und Sedan.
Roch im Anfang August des Jahres 1870 war in der habsburgischen Monarchie die Zahl derjenigen, die von vornherein aus deutscher Seite standen, verhältnismäßig gering. Die meisten Politiker traten für strenge Neu-' tralitat ein, während im Heere, das die Niederlagen von
Sicherheit zu bewahren, und an Berbern herrscht der Geist des Argwohns und der Besorgnis auf der ganzen Halbinsel. Um die öffcittliche Ordnung und Sicherheit aufrechtzuerhalten und Glück und Wohlfahrt des Volkes zu fördern, ist cs offenbar geworden, daß eine fundamentale Aenderung im gegenwärtigen Regierungssystem unvermeidlich ist. Indem Wir diese Sachlage berücksichtigt haben und zugleich von der Notwendigkeit einer Angliederung des gesamten Korea an das Kaiserreich Japan entsprechend den Anforderungen der gegemvärtigen^Sachlaae überzeugt sind, sind Wir in Uebermnstimmung mit Seiner Majestät dem Kaiser von
Die Begegnung in Salzburg.
Salzburg, 30. Aug. Graf Aehrenthal ist heute vormittag hier eingetrosfen. Er empfing gegen Mittag den Besuch des italienischen Ministers des Aeußern d i San Giuliano. Der Besuch währte U/s Stunden. Nachdem Graf Aehrenthal den Besuch erwidert hatte, nahmen beide mit dem italienischen Botschafter Herzog Arvana das Früh- "tück ein.
lieber das Ergebnis der Beratungen zwischen San Gru- rano und dem Grafen von Aehrenthal dürfte, entsprechend der bischerigen Gepflogenheit, bei der Abreise des italie- nifchen Ministers aus Oesterreich im Wege eines Communi- ques Mitteilung gemacht werden. Der Verkehr der beiden Minister vollzieht sich in sehr freundschaftlicher und herzlicher Weise, was sich auch beim Frühstück zeigte. Nach dem Frühstück blieben die beiden Minister, der Botschafter und der Herzog von -Avarnt in , lebhafter Unterhaltung bis 23/4 Uhr beisammen. Um 31/2 Uhr unternahmen die beiden Minister einen Automobilausflug nach Golling und zum Passe Lueg. Um 8 Uhr abends findet ein Diner statt, zu dem der Landespräsident Graf Schaffgotsch und Präsidialchef, Bezirkshauptmann Rambousek, geladen sind.
I sich heute neidlos der schönen Lorbeeren, die vor vierzig Jahren | die deutschen Heere errungen, und des glänzenden Beispieles militärischer Tugenden, das die deutschen Truppen und seine Führer damals gaben. Sie vereinigt sich mit den deutscher Soldaten in dem einen Wunsch, daß der Geist, der die Regimenter von 1870 beseelte, der deutschen Armee auf ewig und immer.erhalten bleibe."
Diese Worte aus den Kreisen des österreichischen Heeres werden im deutschen Heere freudig ausgenommen werden und lebhaften Widerhall finden.
vom montenegrinischen Uönigrhof.
C e t i n j e, 30. Aug. Aus Anlaß der g 0 l d e n e n H 0 ch- 5eit des Königspaares fand gestern in Anwesenheit Hes Königs und der Königin ein F e st g 0 t t e s d i e n ft statt. Das Herrscherpaar wurde von den Mitgliedern der königlichen Familie, dem diplomatischen Korps, der Regierung, der Geistlichkeit und der Slupschtina beglückwünscht und nahm die Huldigung der Deputationen der montenegrinischen Stämme und von Frauen aus allen Teilen des Landes entgegen.
Der König von Serbien hat an den König Nikolaus ein Telegramm gerichtet, in dem er als wahrer Dolmetsch der Gefühle seines Volkes die innigsten Glückwünsche aus Anlaß der Proklamation Montenegros zum Königreich übermittelt. Als Erster gratulierte der König von England mit einem herzlichen Telegramm.
Folgende unverbürgte Zeitungsmeldung, die auch wenn sie wahr sein sollte, doch noch Zweifel an der Wahrhaftigkeit der Verhafteten bestehen läßt, kommt aus Konstantinopel: Zwei in Uesküb verhaftete Montenegriner, die dort ein Mordattentat auf den montenegrinischen politischen Flüchtling Major Mitrowitz verübten, gestanden ein, baß die montenegrinische Regierung sie um 25000 Franlen zum Morde gedungen habe.
Gouverneurwechsel in Deutsch-Südwestafrika.
Berlin, 30. Aug. Wie die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet, ist anstelle des Gouverneurs v. Schuckmann, der den erbetenen Abschied erhielt, der Gouverneur von Kamerun Dr. Seitz zum Gouverneur des Schutzgebietes Deutsch-Südwestafrika ernannt worden. Zum Gouverneur von Kamerun fvurde der bisherige Vortragende Rat im Reichskolonialamt Geheimer Oberregierungsrat Dr. Gleim ernannt.
Der Gouverneur v. Schuckmann hatte schon vor längerer Zeit Rücktrittsabsichten, und zwar waren offenbar Meinungsverschiedenheiten mit Dernburg vorhanden, v. Schuckmann, der 1857 zu Rohrbeck geboren ist, steht demnach im 53. Lebensjahre. Nachdem er die Rechte studiert hatte und im, preußischen Justizdi-enft tätig gewesen war, wurde er zum Dienst 'im. Auswärtigen Amt beurlaubt. Er war von 1888—90 kommissarischer Vizekonsul in Chicago, danach ständiger Hilfsarbeiter im Auswärtigen Amt. Im Jahre 1890 hat er sechs Monatt lang den Gouverneur in Kamerun vertreten. Er war dann noch Generalkonsul in Kapstadt. .1903 trat er als Geh. Legationsrat aus Gesundheitsrücksichten in Ruhestand, um sein Gut Rohrbeck zu bewirtschaften. 1904 wurde er ins preußische Abgeordnetenhaus gewählt, und 1907 erfolgte seine Berufung als Gouverneur von Südwcstafrika.
Sein Nachfolger ist, wie erwartet worden war, der bisherige Gouverneur von Kamerun, Dr. Seitz. Dr. Seitz, der badischer Staatsangehöriger ist und im 48. Lebensjahre steht, wurde nach mehrjähriger Dienstzeit im badischen höheren Verwaltungsdienste . im Jahre 1894 in die Kolonialverwaltung übernommen, der er seitdem ununterbrochen angehört. Im Jahre 1895 erfolgte seine erste Entsendung nach Kamerun als Kanzler, eine Stellung, die etwa der des jetzigen ersten Referenten entspricht. Vom Jahre 1899 bis 1907 gehörte er der vormaligen Kolonialabteilung des Auswärtigen Amts, zuletzt als Vortragender Rat und Geheimer Legationsrat an. Seit 1907 leitete er als Gouverneur die Verwaltung Kameruns. In dieser Zeit hat er es verstanden, durch verständnisvolle Behandlung der Eingeborenen den Einfluß der Regierung zu stärken und durch wirtschaftliche Maßnahmen den Aufschwung des Schutzgebietes aufs beste zu fördern.
Zum Gouverneur von Kamerun ist der bisherige Vortragende Rat im Reichskolonialamt, Geheimer Oberregierungsrat Dr. Gleim, ernannt worden. Er steht im 45. Lebensjahre, ist aus der preußischen Justizverwaltung hervorgegangen und 189o in den Dienst des Auswärtigen Amts übernommen worden. In den Jahren 1896 bis 1901 war er ununterbrochen an der Westküste Afrikas, abwechselnd in Kamerun und Togo, sowie als Konsul in Loanda (Portugiesisch-Wcstafrika) tätig, wobei er Gelegenheit hatte, die Verhältnisse an der Küste genau kennen zu lernen. Seit 1901 gehört er der Kolonial-Zentralverwaltung als Referent für die Verwaltungsangelegenheiten Kameruns und Togos an. 1904 und 1905 sowie 1906 und 1907 war er mit der Vertretung des Gouverneurs von Kamerun beauftragt.
Nr. 203 Erstes Blatt 160. Jahrgang Mittwoch 31. August 1910
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Die Absichten Japans in Korea.
Die Kaiserlich Japanische Botschaft in Berlin teilt über den Vertrag über die Einverleibung Koreas mit:
Art. 1. Seine Majestät der Kaiser von Korea leistet vollständigen und immerwährenden Verzicht auf alle Souveränitäts- i echte über das gesamte Korea zugunsten Seiner Majestät des Kaisers von Japan. .
Art. 2. Seine Majestät der Kaiser von Japan nimmt die im vorhergehenden Artikel 1 erwähnte Verzichtleistung an und stimmt der vollständigen Angliederung Koreas «an das Kaiserreich Japan zu.
Art. 3. Seine Majestät der Kaiser von Japan wird Ihren Majestäten dem Kaiser und dem ehemaligen Kaiser und Seiner Kaiserlichen Hoheit dem Kronprinzen von Korea und ihren Gemahlinnen und Erben solche Würden und Ehrentitel bewilligen, wie sie ihrem Range zukommen, und es wird eine ausreichende jährliche Rente für die Aufrechterhaltung dieser Würden und Ehren ausgeworfen werden.
Art. 4. Seine Majestät der Kaiser von Japan wird »auch den anderen im vorhergeheirden Artikel nicht erwähnten Mitgliedern des Kaiserlich Koreanischen Hauses und ihren Erben bte ihnen zustehende Elfte und Behandlung bewilligen und die für die Aufrechterhaltung dieser Ehre und Behandlung notwendigen Summen gewähren. ~ . l . .
Art. 5. Seine Majestät der Kaiser von Japan wird bcnjcnigen Koreanern die Peerswürde und Geldbezüge verleihen, die mit Rücksicht auf ihre verdienstvollen Leistungen solche besondere Anerkennung verdient haben.
Art. 6. Infolge der besagten Annexion übernimmt die japanische Regierung die gesamte Regierung und Verwaltung Koreas und verpflichtet sich, für den vollen Schutz der Person und des Eigentums derjenigen Koreaner aufzukommen, welche den dort geltenden Gesetzen gehorchen, und die Wohlfahrt aller diesev Koreaner zu fördern.
Art. 7. Die japanische Regierung wird, sofern die Umstände es gestatten, diejenigen Koreaner im öffentlichen Dienste Japans in Korea beschäftigen, die das neue Regime loyal und in guter Gesinnung annehmen und die für solchen Dienst in gebührender Weise geeignet sind.
Art. 8. Dieser Vortrag, der die Zustimmung Seiner Majestät des Kaisers von Japan und Seiner Majestät des Kaisers von Korea gefunden hat, soll am Tage seiner Veröffentlichung in Kraft treten.
Mit dem Vertrag wird zugleich ein kaiserliches Reskript veröffentlicht, in dem es heißt:
Mehr als vier Jahre sind seitdem verflossen, in denen Unsere Regierung sich mit unermüdlicher Aufmerksamkeit bemüht hat, Reformen in der Verwaltung Koreas zu fördern, und ihre Än- ftrengungen sind in einem gewissen Grade mit Erfolg gekrönt worden. Aber zur gleichen Zeit hat sich die in diesem Lande bestehende Regierung räum wirksam genug erwiesen, Frieden und
1866 noch nicht vergessen hatte, eine Kriegspartei mit dem Rufe nach Vergeltung sich bemerkbar machte. In der damals erschienenen „Wehrzeitung" kam die kriegerische Stimmung stark zum Ausdruck. Zahlreiche aktive Offiziere traten sogar mit Namensunterschrift dafür ein Vielfach hegte man die Befürchtung, daß Preußen nach einem Siege über die Franzosen zur Zertrümmerung Oesterreichs schreiten werde. Fast schien es, als ob Erzherzog Albrecht diese Befürchtung teilte, denn er war nach Paris gc* reist, um dort eventuell über den Abschluß eines Bund-- nisses mit Frankreich zu unterhandeln. Schließlich cnt^ schieden sich die leitender? Kreise für die Aufrechterhaltung der Neutralität. Immerhin wurden für alle Fälle Rüstungen betrieben und seldmäßiae Befestigungen in Galizien und an der Enns hergestellt. Heute schreibt nun in einem Rückblick auf bic bamalige Zeit „Danzers-, Armee-Zeitung" in Wien folgendes:
„Vierzig Jahre sind seit damals verflossen. Wieder naht der Tag von Sedan, der große zweite September. Aber die k. und k. Armee steht heute ganz anders ihm als damals. Alles, was sie in naher Erinnerung an Königgrätz vor vier Dezennien befürchtet, ist ausgeblichen. Aus dem Sieger von Sedan ist ein treuer Freund geworden^ der stets bereit ist, seinen siegreichem Degen auch für unsere Sache in die Faust zu nehmen. Vierzig Jahre! Eine neue Generation ist inzwischen groß und alt geworden unter den Segnungen des deutsch-österreichischen Büirdnisses. Sedan iuju. Ufc uwwmiuuimuna mut ist heute nicht nur für Deutschland ein großer Tag, sondern auch —
Korea nunmehr zu einem Vertrag über eine solche dauernde An- als eigentlicher Geburtstag des eng-verbündeten neuen Deutschen gliederung gelangt. Wi.r befehlen die Errichtung des. Amtes | Reiches, — für Oesterreich-Ungar^ Und i>te f. jnnjd k. Armee freut
Deutsches Reich.
Aus Berlin stvird gemeldet: Der Kaiser, die Kaiserin und die Prinzessin Viktoria Luise sind Dienstag rüh 7 Uhr 10 Min. aus bem Bahnhof Friedrichstraße eingetroffen.
Das Kronprinzen paar ist wieder in Potsdam eingetroffen und nahm im Marmorpatuis Wohnung.
Die „Norddeutsche Allgem. Ztg." meldet: Am Dienstag stattete der Reichskanzler dem künftigen Präsidenten der vereinigten Staaten von Brasilien, da Fon- f e c a, einen Besuch ab und folgte dann einer Einladung zu einem Frühstück, das zu Ehren da Fonseeas vom Aus«' wärtigen Amte gegeben wurde.
Der Reichskanzler ist am Dienstag in Berlin eingetroffen und nahm vormittags eine Reihe von Vorträgen entgegen.
Aus Bochum wird gemeldet: Die Wahlen der Sicherheitsmänner auf den Gruben des Rheinisch- Westfälischen Jndustriebezirks hatten bis Dienstag mittag folgendes Ergebnis: Gewählt sind bisher: 721 Kandidaten des allgemeinen Bergarbeiter-Verbandes; 158 vom Gewerkverein christlicher Bergarbeiter Deutschlands, 52 Polen, 25 unorganisierte, 6 Kandidaten des Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereins.
Die organisierten Brauarbeiter in Rheinland und Westfalen unterbreiteten dem Verbände der Rheinisch-Westfälischen Brauereien Forderungen auf Neuregelung der Arbeit-- und Lohnverhältnisse. Der Verband legte darauf der Organisation einen neuen Taris vor, der aber von den Brauereiarbeitern für unannehmbar erklärt wurde, insolgedefsen dürfte die Ausstandsbewegung kaum zu vermeiden sein.
In Mannheim starb am Dienstag nachmittag im Alter von 88 Jahren der frühere Reichs- und Landtagsabgeordnete Geheime Kommerzienrat Carl Maria Joseph Eckhardt.
Aus Dresden wird berichtet: Unter zahlreicher Be-< teiligung des Publikums fand in Gegenwart des Königs, des Prinzen und der Prinzessin Johann Georg, der Prinzessin Mathilde, sowie der Spitzen der städtischen Behör- oen am Dienstag vormittag die feierliche Weihe her neuen König-Friedrich-Au gu st-Brücke statt. Oberbürgermeister Dr. Beutler hi eit die Weiherede. DüO angrenzenden Gebäude sowie die Elbschisfe hatten fämff lich Flaggenscbmuck angelegt. Die Brücke wurde mit einem Kostenaufwand von 5i/2 Millionen Mark von dem Architekten Professor Dr. Kreis-Düsseldorf und dem Stadtbau- rat Hermann Klette-Dresden erbaut.
Ausland.
Die Konferenz der Jnterparlam^entarischen Union wurde am Dienstag Dormittag _im Sitzungssaal. der Deputiertenkammer in Brüssel durch Prof. Dr. Eickhoff eröffnet. Aus den Vorschlag von Professor Eickhoff wurde Staatsminister Beernacrt zum Vorsitzenben ber Tagung ernannt. In seiner Eröffnungsrede stellte Staatsminister Beernaert fest,, daß die Interparlamentarische Union sich immer mehr durchsetze, so daß ihr schon offizielle budgetäre Staatsunterstützungen zuteil würden- Der Union gehörten jetzt 3000 Mitglieder von 21 Staaten an. In der Nachmittagssitzung erstattete Dr. Pa ch nicke Bericht über die Neutralisation der Meerengen und die interozeanischen Kanäle. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der verlangt wird, daß im Interesse der Allgemeinheit und des Handels' alle Meerengen und interozeanischen Kanäle nach Möglichkeit unter das gleiche Regime der Neutralisation gestellt werden wie der Suezkanal, der Panamakanal und die Magelanftraße. Sodann würbe ein Ausschuß eingesetzt, der diese Frage prüfen, Vorschläge ausarbeiten und in der nächsten Konferenz darüber Bericht erstatten soll.
Aus Kopenhagen meldet man: Die Kaiserin- Witwe von Rußland ist Dienstag vormittag an Bord der Kaiserjacht „Polarstern" hier eingetroffen.
Aus Paris wird gemeldet: Die „Francs Milita.ire^' schreibt: Infolge der Ze i tu n g s f eh be, die sich in den letzten Tagen gegendasLebelgewehr richtete, wurden im Auftrage des Kriegsministeriums sowohl die in den Magazinen befindlichen wie die im Dienste verwendeten Gewehre einer genauen Besichtigung unterzogen. Es wurde bisher festgestellt, daß von etwa 12- bis 14 000 Gewehren nur 200 wegen abgenutzten Kalibers, sich als unbrauchbar erwiesen. Es ist also kein Grund zur Beunruhigung vorhanden. Die gegenwärtige Bewaffnung ist twch gut und man kann deren Umgestaltung ohne Ueberstürzung und mit aller Ruhe ins Auge fassen.
Aus Paris wird uns geschrieben: Große Uni er 4 schlagungen von Oktroi beamten oder richtigev Bestechunben iAit> Veruntreuungen wurden bereits vor einiger Zett gemeldet; indessen dauerte die Untersuchung sehr lange und erst jetzt erfährt man genau, um was es sich handelt. Vorweg sei bemerkt, daß vorläufig zwölf Oktroibeamte auf Anordnung der Seinepräfektur entlassen worden sind. Es ist ermittelt worden, daß diese uni getreuen Beamten auf dem Güterbahnhofe von Vaugirard ich durch Spctüteure und Rollkutscher seit Jahren bestechen ließen, um zahlreiche Waren ohne Erhebung der Oktroi-Gebühren duÄizulassen. Die auf diese Weise veruntreuten Summen werden auf eine halbe Million beziffert. Etnige Ottroibeamte erhielten für ihi'e „Duld^ samkeit" bis 1000 Franks monatlich von den Speditions--


