Ausgabe 
29.9.1910 Zweites Blatt
 
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** Die hessischen Staatsbeamten <l D. Zum

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Pflegetagen: auf die

von den Nattonalliberalen und Konservativen ein­gebrachter Antrag will die Strafkammern mit einem Land- gerichtsdirektor und zwei Schöffen besetzen. Die Beratung über diesen Antrag wurde noch nicht zu Ende geführt, die Wetterberatung vielmehr auf Donnerstag vormittag vertagt.

I in ^gewissen Fällen an Stelle der zunächst zu­

ständigen Strafkammer Anklage beim Amtsgericht erheben unt) ein entsprechender Antrag gestellt, der aber nach lebhafter Aussprache abgelehnt wurde. Ferner wurde von volksparteilicher Seite beantragt, daß auf Ver- I ^"3en des Angeklagten Schöffen zugezogen werden müssen buchen an sich der Amtsrichter allein zur Entscheidung zuständig wäre. Dieser Antrag wurde jedoch nur gestellt/falls nicht für alle Strafsachen die Mitwirkung von Schöffen vorgeschrieben wird. Mit den Stimmen der sinken und des Zentrums wurde die ausnahmslose Beiziehungvon^Schöffenbei den Amtsgerich­ten beschlossen. Die Bolkspartei beantragte dann, Preßvergehen entsprechend den in süddeutschen Staaten geltenden Bestimmungen den Schwurgerichten zu über­weisen. Ein sozialdemokratischer Antrag will aber auch die Unzuchtsverbrechen durch die Schwurgerichte entscheiden lassen. Dagegen will die Regierungsvor­lage die Urkundenfälschungen und den Ban- r o t t den Schwurgerichten entziehen.

Auch diesen Reimer belohnte einmütige, freudige Zustimmung zu feinen feinen, gedankentiefen Ausführungen..

Juch die heutige

Hauptversammlung

lieferte den Beweis, daß in Sachsen und Deutschland der Prote­stantismus eine im Volk tief wurzelnde Macht ist.

Der stellvertretende Vorsitzende des Gesamtbundes Superinten­dent D. Wächtler-Halle a. S. eröffnete die Versammlung. Generalsuperintendent D. Kaftan - Kiel hielt den Haupt- vortrag:

Gemeinsame Weltanschauung, Ultramontanismus und Protestantismus.

Der Volks parteiliche Antrag fand nur die Unterstützung der Sozialdemokraten yrnd Polen, der sozialdemokratische An­trag sand bei den anderen Parteien überhaupt keine Unter­stützung Die Regierungsvorlage wurde an­genommen.

Aus Stabt unb £anb.

Gießen, 29. Sept. 1910.

chirurgische Klinik . . 788 VerpflegungZtage

Augen- , . . 401 ,

medizinische , . . 3482

Frauen- . . 192

Kliniktfür psychische und nervöse Krankheiten . 1896

Stadt mwichtet für die zu verpflegenden städtischen Orts- crrmen erne jährliche Paulchvergütung von 10 000 Mark an zuzugeben ist, daß dieser Betrag sur die damaligen Verhältnisse und Vertragsbedingungen als eine angemessene, wenn auch die tatsächlichen Selbstkosten nich: vollia war, so ist dies heute, nach Ö°n ^a^TC1^ erhöhten Leistungen der Kliniken und den gestiegenen Kosten der Krankenpflege in keiner Weise mehr der Fall Dre baren Auslagen, um deren Ersatz es sich zunächst handelt, sind für Verköstigung der Kranken, für Medikamente und Lohne des Pflegepersonals inzwischen bei den N^en unverhältnismäßig in die Höhe gegangen, worüber unser Staatsbudget dre genaueste Auskunft geben wird.

e 7$ dre Zahl und Pflegetage kranker Ortsarmen sind in' letzten Zähren gestiegen. Tie Universitätskliniken haben im Rechnungsiahr 1909 für aufgenommene Stadtarme 6759 Verpfle- gungstage zu verzeichnen, woraus sich die durchschnsttliche Ver-

Pflegetag auf 1,48 Mark berechnet. Nach £ Angaben der Klmrksverwaltung entfallen von den bemerkten

-r. Ulrichstein, 28. Sept. Die Kartoffelernte die zurzeit in vollem Gang ist, fällt sehr schlecht aus. Ata na^n Feldern ist säst alles gefault. Auch die Mäuse haben viel Schaden angerichtet.

L9 Meiches, 28. Sept. Hier starb im Alter von 72 HairCm vn weitesten Umkreis gekannte und hoch, geachtete Gemeinderechner und Untererheber Eifert.

-r. Engel rod, 28. Sept. An die Stelle des kürzlich verstorbenen Gemeinde- und Kirchenrechners Greb tritt desten Sohn, der hiesige Untererheber Greb.

-- Ilbeshausen, 28. Sept. Die hiesige Güter-- a$rgung fft an das öffentliche Fernsprechnetz angeschlossen wprdev. F

Vom Gastwirteverein wird uns geschrieben - Dre überaus hohen Preise für Fleisch sowie aller sonstigen ! Lebensmittel machen sich! ganz besonders in den Speisewirt­schaften, namentlich'beim Mtttagsttsch, bemerkbar. Die Jn- ^^^^^?^^.i.^st^rffchaften sind daher gezwungen, ebenfalls die Prerse der Speisen zu erhöhen, wenn betit kräftiges Mittagessen verabreicht werden soll ^rfolgedessen trittgntt dem 1. Oktober in den hiesigen Wirt­schaften erne'klein e Preiserhöhung fürden Mit- Wirte sind nur der Rot gehorchend reiflicher Erwägung zu diesem^ schwerwiegenden Enffchluß gelangt, sind aber auch der Erwartung, daß das hiesige Publikum, wie stets in gerechter Beurteilung so auch hier, zu der Erkenntnis gelangt, daß bei der heutigen Teuerung tzute, kräftige Kost zu den settherigen Preisen nicht mehr zu verabreichen ist. w

Gottes herrschaft wind Men sche n herrschäft. Das belegt der Ulttamontanismus kulturell, intellektuell, sitllich m seinem Men. Ter Protestantismus ist darauf EM reglicher zu dem geistigen Besitz, der geistigen iFreiyert, ^r geistigen Reife gefühtt werde, die irgerw seine Gaben ^)^_^rhaltnilse ihm ermöglichen. Durch' dre Hinderung der Msttg freien Entwickelung des einzelnen, wie durch die erstrebte 'Beherrschung der Gesamtentwickelung durch Index und Syllabus wrw Gottes Knlturbeherr,chung gewandelt in die Knechtung der ^llureMnnckelung unter Menschengebot. (Sehr wahr!) Jntel- lektuÄl hat sich m der Unfehlbarkeitserllärung des Papstes der -arcSlCr vollendet. Auch die evangelische Kirche ist .gewiß, dre rttigrow Wahrheit zu vertreten, aber unter SelWritik. ben; Vorzug, daß sie irren kann. Unverkennbar ist das Be- .streben des modernen Ulttamontanismus, die Volksandacht immer Uark^r tn d<^ Smnlich-RLaterielle hineinMdvangen. Was dem Mttmmmtanismus und dem Protestantismus gemeinsam ist, ver- ^vrrkttcht trotz alles gegenteiligen Scheins in Wahrheit nicht der Llltramontanismus, fanbeut J I

her aus hem frommen Gewi ssen geborene!

_____ Protestantismus.

Gtfrmifäex Beifall setzte ent, als der Redner geendet hatte Dann HLh^nachdem der geschästsführende Vorsitzende Lic Wwerlmg mttgeterlt hatte, daß die nächstjährige Jubiläurnsver- ssammllmg m Erfurt tagen wer de^ Geheim er Kirchenrat v. Meher Elenden Worten für die Geber mitzuteilen, tWibe zur Chemnitzer Hauptversammlung des Evang >8nri«s nn Königreich -wachsen die Höhe von rund 42 000 Mark 5/555 ch^tt freudigem Beifall nahm die Versammlung von! La^em großartigen Zeugms deutsch-protestantischer Opferwilliq- ^-UN Jahre der Borromaus-Enzl)Nika Kenntnis. Die Feststadt

<nf000 VL Snmme vertreten; die hochstt^Summe hat Plauen aufgebracht (14 000 Mk.), eine Ehrung Wurden vEmgten, langjährigen Vorsitzenden des Plauener Zweig- s^^^^rat liehet Die Gabe wird der ftorberuna ^Alischer I^^ssen in Oesterreich dienen. 9

statt fanben unchtige Ausschußsitzungen

Mi? akadeinrschen Ottsgruppen setzten ihre Beratungen S N-sscn, Konzert m bet Schlvtzkirche unb®« %fM,arten -bcnb, bet betten verschieben- <WfiraAen gehalten werben sollen, schlecht bie

>,zwer sich ausschließende Begriffe vom Glauben, zwei verschiedene Quellen der Sittlichkeit und Tatkraft, zwei ent­gegengesetzte Methoden der Bildung". (Sehr richtig!)

Wenn nun trotzdem, wie das hier meinerseits geschieht, eine gemeinsame Weltanschauung von Ultramontanismus und Pro- testant^mus behauptet wird, steigt in nicht wenigen Köpfen unwillkürlich der Verdacht auf: ja, was für ein Protestantismus Je r? i?er Protestantismus ist kein eindeutiger begriff., << w scheiden zwischen einem religiösen und einem kultu­rellen Protestantismus. Der Protestantismus, um den es sich in der gegenwärtigen Erörterung handelt und allein handeln kann, ist der im Evangelium wurzelnde. Der Papst in Rom und der Papst m ^ena verkündigen (Heiterkeit), jeder in seiner Weise, ihren Gläubigen die Leugnung Christi als die Konseguenz der Leubuung des Papstes und als die Konseguenz der Leugnung Christi die Leugnung Gottes. Wir aber, achte ich, hören das alles Mit verschränkten Armen, well wir das E v a n g e l i u m k e n n en, das jene beide nicht verstehen. (Sehr wahr!) Treten wir hin­aus in den großen Sttom des Gegenwartslebens, rollen wir die letzten Fragen der Menschheit auf, die Frage nach Gott, die Mage nach der Ewigkeit. Da schen wir, daß dem Ultramontanis­mus wie dem christusgläubigen Protestantismus, beiden Gott der Erste und der Letzte ist; beiden leuchtet über die Zeit die Ewig- r beides, Gott und Echigkeit, haben sie auf Grund einer

spezrftschen S elbsto f fen b a r ung Go tt es. Diese Selbst­offenbarung Gottes erkennen sie in einer eigenartigen Geschichte, I -Deren Kern und Stern ihnen Jesus von Nazareth ist. Ultra­montanismus wie Protestantismus sind des lebendigen, Welt-! mächtigen Gottes gewiß; beide kennen wirlliche Gebote Gottes. I Sie stehen beiden geschrieben in dem trotz seiner menschlichen Vermittelung göttlichen Dekalos. Beide bekämpfen um des sechsten Gebotes willen die bei Hoch und Niedrig sich regende Laxheit. I «(Bravo!) .Bis ins .Kulturelle hinein erstreckt sich das Gemein- llame. Die Bitte aller Bitten ist beiden: Dein Reich komme. Hier spitzt sich nun die Msferenz in und trotz der Gemeinschaft

an her Stelle, wo im Protestantismus der Glaube an lChrrstus steht, steht im Katholizismus der Gehorsam gegen die richtig!) In der Identifizierung sagen wir: der! vapsllichen Krrche mit der Kirche Gottes steckt die Seele des Katholizismus; hier wird recht eigentlich der Katholizismus ge­boren; hier stehen wir an dem Wui^elpunkt, wo der Katholizismus und der evangelische Protestantismus auseinandergehen.

Priesterliche Weltherrschaft will der Katholizismus, der von Kentt so gut wie der des Mittelalters. Eine gewaltige Macht JE Ultramontamsmus, aber ein noch gewaltigerer Wahn. I (Sehr wahr!) Wird die Kirche zum äußerlich herrschenden, die! ureigene Freiheit aller anderen Faktoren tötenden Machtfaktor ererben, verstanden als Priesterschaft, als die vom Papst bis zum letzten Kaplan einheitlich organisierte Hierarchie, entfaltet sich dre so verstandene Kirche als Staat dann wird die Weltbe­herrschung Gottes geradezu verkehrt in ihr Gegenteil. (Sehr richtig!) y

fVrafl? btt ?an3En Aiig-l-g-nheit ist auch bir

A obm "^EM-t-n ftobtitom Kranvmhaus«,

inttttbalb ber stäbtisch-n Vertretung er-

örtert ttjewn nnro, Nicht unerwähnt geblieben Wir schon jetzt zum LuLd^ck bringen zu sollen.

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Unterrichtszwecke hinaus der Universllätsstadt die «* ää

ffllt umtbestrns eine Mtllws War! zu v-rcmWgg-n smb. Itc Ler-

" Der Zirkus Althosf, der heut- abend auf dem Zuxplatz an der Lahn seine Produktionen mit einer Gala- Vorstellung eröffnet, wird als äußerst leistunqSfähiq ae- schildcrt. Der Zirkus Althoff ist ein reelles Unternehmen mtt einem Marstall von 30 Pferden und von dem Künstler, personal wird nur gediegen gearbeitet.

5. ^^r>ern Ohmtal, 28. Sept. Wie wenn uns der Herbst entschädigen wollte für die Unbilden des verregneten Sommers, so herrlich ist jetzt das Wetter geworden. Warmer Sonnenscheln, wie so selten im Sommer, liegt seit Besinn ^eser Woche über den herbstlichen Feldern. Wohl kommt der endliche Umschlag sehr spät, aber doch nicht zu spät für den Landmann. Alle Hände sind jetzt mit der Kartoffel­ernte beschäftigt. Es ist eine Hauptsache, daß die Knollen ltC0Cfe^!.nr ?ier^ener kommen, denn die Fäulnis hat neben dem Mausefraß vielen Schaden angerichtet. Die diesjährige Kartoffelernte steht der vor- und vorvorjährigen um die volle nur halbe Erträge werden zu den Kellern gebracht. Um besten haben sich bewährt die roten Kattoffel- jorten, voran dieWeltwunder". Unserem Nachbartal, dem -1 l ? l L ke^er Grummeternte noch im Rückstände sich befindet, kommt das herrliche Wetter -sehr zustatten. Gibt es nun doch noch gutes Grummet. Ebenso vermag man letzt un oberen Vogelsberg und im Kreise Lauterbach noch mi Felde stehenden Hafer und andere Frucht einzuernten. Die Kornsaat, die nun überall emsctzt, erhält die Grundbedingung Schoen" ®Cbei^nS: ^ck-neS Saatbeet; dennKoen in

, P. r - - l Jcchre -------- versammelten sich in Darmstadt I ->te Staatsbeamten a. D., um über weitere Maßnahmen tzur VerbesserungihrerLagezu beraten. Die Versamm- lung war gut besucht, namentlich aus höheren Beamten- tteisen. Der erste Vorsitzende, Rechnungsrat a. D. Derfch, erftattete den Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes und Ibekwgte daber, daß man selbst in den Zeiten finanzieller Hochflut nicht seiner Beamten im Ruhestande gebührend gedachte, als 1897 nochmals, und zwar stark aufgebessert wurde. Ebenso müsse es als eine Zurücksetzung angesehen werden, daß vor wenigen Jahren bei Bewilligung von Wohnungsgeld die RuhestandSoeamten einfach leer aus­gegangen seien. Nachdem noch der Vorgänge zugunsten einer Besserstellung der Pensionäre und deren 5Mterblie- benen rn anderen deutschen Staaten und in Oesterreich ae- bacht wurde, verbreitete sich Wg. Dr. Osann in längerer Rede über den Stand der Sache bei der Regierung und den Standen. Geh. Justtzrat Römheld legte in rechtlicher und moralischer Hinsicht das Wesen der Pension eingehend dar. Prof. Dr. Weis und Geh. Oberschulrat Greim beleuchteten in sachlicher Weise die Unzufriedenheit und den Notstand unter den Pensionären, denen auch StationSvor- steher Heyd er und Lehrer Hechler beipflichteten. Nach Erstattung des Kassenberichts und geschäftlicher Mitteilun­gen schloß die Versammlung.

luses&ÄÄiswu'eyjH» ***»*"»**

teren Lebensinteressen aufs aller engste zusammen gehört. Aber! ' I :: Berlin, 28. Sept.

toib lebendig ist. Es darf nicht resüos mit allem aufgeräumt I ö svar t/! 9

toröben, was rwch der gänzlichen Individualisierung unseres Lebens e Sette wurde bemängelt, daß der

widersttebt, sondern der einzelne muß sich mieber zur Gemein-'---------------- ""

.'chast finden. Laßt uns wollen! Die Gemeinde hat ein Recht aus uns! Geben wir uns der Gemeinde!

gibt zwei Strömungen in der geschichtlichen Entwick­ln^ des Katholizismus, die wir als episkopale und kuriale be­zeichnen. Die episkopale, die priesterlich-sakramentale Strömung ist die ältere. Ein Gregor der Große kannte den kurialen, den theokratisch-politischen Katholizismus nicht, ein Nikolaus der Erste «tollte ihn nicht, ein Bernhard von Clairvaux und ein Franz von Willst bekämpften ihn, ein Dante, wie ein Occam zeugten wider An, ja, im Mittelalter gab es eine Zeit, wo der Kurialismus als Abfall vom alten, wahren katholischen Kirchenrecht gewertet wurd^« Des Ringens Ende war der Sieg der jüngeren, der konsequenteren! Sttömung. (Sehr wahr!) Heute ist der Katholizismus ultta- üi-ontan. >

Mißverstehen Sie mich nicht. Auch ich habe Sympathie für den religiösen, den priesterlich-sakramentalen Katholizismus. iAber mißverstehen Sie auch diesen nicht. Auch dieser Katholizis- vms ist mit dem evangelischen Protestantismus unvereinbar. .(Bravo!) Es liegt nicht nur ein gewollter Gegensatz, es liegt auch Selbsterkenntnis zugrunde, wenn die ulttamontanen Historisch- politischen Blätter 1909 es für völlig verfehlt erklären, daß man >,ein£ gemeinsame religiöse Grundlage suche," und dem wehren,! daß man für das öffentliche Leben die katholische Weltanschauung I nls solche ausschalte und sie aufgehen lasse in der allgemein christ-1 Iid)en Weltanschauung". Töne, die in diesem Jahre widerhallten ui dem Fastenhirtenbrief des gelegentlich dem konfessionellen Frie- " v- - */ -

den das Wort redenden Erzbischofs von Köln. Dem entspricht ö-werten Male seit dem Bestehen ihres im vergangenen 'auf unserer Seite die Erkenntnis, der D. Hackenberg in Worms et en Vereins versammelten sich in Darm

1909 Ausdruck gab, wenn er sagte, Katholizismus und Protestan-!^ tismus repräsentierten

Dom vorderen Vogelsberg, 26. Sepk.

Röllr, die die Wespen, von denen man nicht eine einzige zum Zeichen erblickt, als Obstschädlinge ausübten, haben in diesem Herbste die Stare übernommen. Tie Zwetschen, die bei uns in einzelnen Gemarkungen ganz gut gediehen, werden von ihnen stark heimgesucht. Die Stare picken die süßen Früchte an und werfen sie maflenhaft zu Boden. Dabei sind sie so ungeniert, daß Steinwürse sie kaum von ihrer Zwetfchenvertilgung wegscheuchen.

Schriftwechsel zwischen Ministerium und StäöTroegTn des Vertrags über Verpflegung armer Kranfen in den hiesigen Universitätskliniken.

i.

Die .Kündigung des sog. Kliniksvertrags dürch den Staat hat in der Bürgerschaft berechtigtes Aufsehen erregt. Da sich die öffentliche Meinung in der nächsten Zeit noch öfters mit der Sache befassen w-ird, drucken nachstehend den darüber entstandenen Briefwechsel zwischen Staat und Stadt ab, damit sich jedermann selbst ein Bild von ber Sache machen kann.

Zu Nr. M. d. I. Darmstadt, am 10. Juni 1910.

Das Iroßherzogliche Ministerium des Innern an Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

Ter zwischen der Stadt und ber Großherzogl. Landesimi- berntat über die ärztliche Behandlung und Verpflegung der ber Stadt Zur Last fallenden armen Kranken mit Wirkung vom 1.

1885 abgeschlossene Vertrag vom 27. Juli 1886 hat sich nach em! gehender Prüfung der vorliegenben Verhältnisse im Lauf kr Znt finanziell derart ungünstig für die Staatskasse gestaltet baü gegenwärtigen Finanzlage des Staats weüerhin nickn aufrecht erhalten werden kann.

... 6759 Verpflegungstage

^Mmt aber sind hie Leistungen der Kliniken für die Otts» armen noch rächt.^schöpft, da auch in sämtlichen Polillinikvi bet ber uurbulatorischen Behandlung die verordneten Arzneimittel ^-^Eudeten Verbandsstoffe für die Ortsarmen andreren Fa- nttlienangehorigen zurzeit noch unentgeltlich abgegeben werden Wenn schätzungsweise hierfür nur der mäßige B?ttag ^n 1000 Mark Migenomm-en wird, ermäßigt sich die städttsche Ver­gütung auf 1,33 Mark pro Verpflegungstag.

Nach ber von unserer Buchhaltung aufgestellten hier an- ttegend^i Berechnung stellen sich . aber die Sei b ft kosten für mündeftenl^M Mütifen ^r 1908 mir

m i n e ften § 3 Mark für den Tag. Hierbei sind die 6^ft,« Behandlung, der allgemeinen Verwaltung, der bau- 11^01 li^techalttmb, sowie der Aufwand für Verzinsung und Til> ftädtts<^ eingerechnet. Tie Selbstkosten ui

Krankenhäusern stellen sich im allgemeinen nicht billiger wesentlich höher, wie eine uns vorliegN mit anderen Universitäts- nnnfni mi« Marburg, Heidelberg und Bonn befindet sich twp ^ttks^sA . Die Kommunalstände des Regiermigs- bezirks Kassel zahlen für die Behandlung der Kranken des Land hit chirurgischen und Augenllini!

Pauschsunnne von 48 000 Mark. In - ^)rt§a4y?n^ei? Pflegegeld von 2,50 Mark fA ff» ^adtverwaltung neben einer Pauschal- vergntung^von Z8 500 Mark weüerhin eine Entschädigung von tt der Bevöllerung für Behandlung ber innen

m den Freisprechstunden der Kliniken entrichtet.

Was mm die Verpflegung der auswärtigen Orts- w bie ^adt gesetzlich die vorläufige Fürsorge

zu übernehmen hat, anlangt, so werden diese jiirjeit in den Siu von 1 40 Mark pro Tag verpflegt. Die städtische Armen^Deputlttion hat nun wiederholt darum nachaesiubt hen in den Fällen herabz-usetzen, in denen kein höherer Ersatz geleistet wird. Bei anderer Gelegenbeit tt vnn hrr bteds das Ansttnen gestellt worden, den Tariffatz wieder arI* Suna ^bsusetzen und den Ausfall Ein-

zieyung des Ersatzes zu übernehmen, um die Armenverwolkima m^ernü^r^Ärü^" befreien. Es ist hierauf

zu erwidern, daß der Staat Feinen ausreichenden Anlaft w tt» mS+rtE ber gesetzlich obliegenden Armenlastm

ja überrtebmerr Es liegt mithin kein Grund vor, die aus- warttgen Ortsarmen btlltger als die Einheimischen in den fej1S15 städtischen Mitteln erhallen, kommt die Ver­pflichtung der llrmenverwaltung, die fraglichen Kosten m nbei- nehmen, formell und rechnerisch dadurch zum Ausdruck daß bic Armenvernxlllung an das Krankenhaus die tarifmäßigen Säkc zu zahlen hat und der Ausfall bei dem Srmenbubaet rottU38<)&tr WormS kommt Merfei btt Slnfat

b« «fr d^cgetag unb bei ber Stabt Darmstadt

^«"«^"Ermngstarrs zur Sntoenbung. In ben Jahr« srnb un Jahresdurchschnitt 375 auStoärtme ton kr Stabt emgttmefene Ortsarme mit 6401 Pffeqetaaen' uerbfftet ^^^"Echnittszahlung auf 1,25 Mark für tat Menetag gestellt hat. Diese Kranken bitten Erbies L em sehr geringes Lehrmtere se für die Universität Ans ben angegebenen Gründen kann eine Derpfleanna .v finVe6«191"" ®46en füt »olge niÄXftatt