Stuttgart, 25. Juli.
Die sehr zahlreich besuchte Hauptversammlung wurde heute vormittag von dem Bundesvorsihcnden Prof. Pfafs-Darmstadt eröffnet. Der Bericht über die Bundesrechnung zeigt einen günstigen Stand der Finanzen. Der Werbefonds beläuft sich auf mehr als 18 000 Mark, das Gesamtvermögen des Bundes auf 19 467 Mark 87 Pfennig. Die Gabelsberger-Stiftung weist ein Vermögen von 11 443 Mark, die Auerbach-Stiftung ein solches von 13 451 Mark 81 Pfennig auf. Der Bericht über das von den Regierungen von Bayern, Sachsen, Oldenburg, Sachsen- Weimar ünb Sachsen Coburg-Gotha zur Erhaltung der Einheitlichkeit in der Schriftgestaltung und zur Erzielung einer Stetigkeit in der Fortentwicklung des Gabelsbcrgerschcn Stenographie-Systems getroffene Uebcreinkommen wurde genehmigt.
Nach vorläufiger Mitteilung des Ausschusses zur Prüfung der Vollmachten sind 147 Vereine mit 6120 Stimmen von 560 Delegierten auf dem Stenogvaphentag vertreten. Der Geschäftsführer des Stenographentags, Kammerstenograph Schaible, gab unter dem Beifall der Versammlung bekannt, daß für das Wett- schrciben in den Abteilungen 220 bis 360 Silben 41 erste und 48 weitere Preise, in der Abteilung 200 Silben 50 erste und 94 weitere, in der Abteilung 180 Silben 29 erste und 56 sonstige, somit zusammen 318 Preise, haben verteilt werden können. Nach den Feststellungen des Empsangsausschusfes beträgt die Zahl der Teilnehmer am Stcnographentag mehr als 4000.
Während der .Hauptverhandlungen, die morgen fortgesetzt werden, unternahmen etwa 200 auswärtige Damen eine Wagen fahrt durch die Stadt. Nachmittags veranstalteten sie einen Ausflug auf den Hasenberg. Sondersitzungen hielten nachmittags ob die Militärvereinc, die kaufmännischen Stenographen, der Schülerwerbeausschuß, die Gabelsberger-Richter- ünd Raußer-Vereinigung, der deutsch-akademische Gabelsberger- bund, sowie die Vereinigung für Stenographie und Esperanto.
vereine, sowie gesangliche Darbietungen des Gesangvereins „Cacilia". Erst mit Anbruch der Dunkelheit kehrten die Turner mit Musik in die Stadt zurück und brachten den neuen Ehrenmitgliedern noch kurze Ovationen. — Ein flotter Turnerball in der Turnhalle bildete den Abschluß der goldenen Jubil- feier.
Landwirtschaft.
** Förderung der Schafzucht. Der Landwirtschasts- kammer-Ausschuß wird am Mittwoch, 17. August, vormittags 11 Uhr, auf der Jnngviehweide Lauterbach etwa 25 junge Schafböcke, die aus den Stammschäfereien zu Götzen und Boben Hausen mit englichen Cotswoldsböcken gezüchtet worden sind, an oberhessische Schäfereien und Züchter versteigern. Bei der Versteigerung wird ein mäßiger Durchschnittspreis zu Grunde gelegt, bei dessen Ueberschreitung der Mehrerlös prozentisch zurückvergütet und bei dessen Unterbietung der Fehlbetrag prozentisch erhoben wird. Oberhessische Gemeinden und Schäfereien, die bei der Versteigerung Böcke erwerben, erhalten Zuschüsse von 20 Vo in Höhe der Steigpreise.
ß Marburg, 25. Juli. Die Hoffnung der Landwirte, daß die anhaltenden Regengüsse wenigstens dem Ueberhandnehmen der Feldmäuse Einhalt bieten und die Brut vernichten würden, hat sich als trügerisch erwiesen. Ueberall, besonders aber in den Getreidefeldern, treten die Schaden, welche diese gefährlichen Nager anrichten, deutlich zu Tage. In der Gegend von Kälbern glaubten manche Landwirte, eine Krankheit sei in ihr Korn gekommen: jetzt bei der Ernte sieht man, wie die Körner zerschroten am Boden liegen. Durch die Regengüsse liegt das Getreide wie gewalzt und dies begünsttgt den Mäusefraß. Bei den Frühkartoffeln, die sehr unter der Fäule zu Heiden haben, bemerkt man ebenfalls Mäusefraß.
Turnerjubiläum in Lich.
G. Lich, 24. Juli..
So alt die Geschichte des Turnens und der Lcibesübunaen an sich schon ist, ebenso jung ist andererseits noch die Geschichte der Turnvereine. Sie verdanken ihre Entstehung erst der Zeit nach den Freiheitskriegen, nachdem Männer wie Jähn, Friesen und Eisclen die Masse des Volkes für die Turnsache begeistert hatten. Aber die Turnvereine, die damals mit die Träger des antioualen und vaterländischen Gedankens waren, mußten einen schweren Daseinskampf führen. Bei Behörden und Regierung wurden sie und ihre Tendenz verkannt. Da man ihnen politisch- revolutionäre Gesinnungen unterschob, suchte man sie durch Tnrn- verbote zu unterdrücken, wo es nur ging. Es folgte die über 20jähr. Zeit der „Turnsperrc", die all die guten Anläufe, die die Turnvereinssache gemacht hatte, wieder im Keim erstickte, so daß eigentlich erst in der zweiten'Hälfte des verflossenen Jahrhunderts nach Aufhebung der Sperre und Wicderfreigabe der Turnplätze die Turnsache nach und nach an Boden gewinnen konnte, wenn auch ursprünglich noch, durch die politische Zeitlage bedingt, unter nicht leichten Umständen. In diese Zeit fällt auch die Gründung des hiesigen Turnvereins. Etwa 10 für die vaterländische Sache begeisterte Männer haben ihn im Jahre 1860 ins Leben gerufen. Heute leben davon nur noch Prof. Dr. Winckler (jetzt in Gießen), Lehrer Wertheimer (jetzt in Heldenbergen) und Mühlenverwalter Reinmnth. Abwechslungsreich ist die 50 jährige Geschichte des Vereins geworden, der in den ersten Jahren seines Bestehens dem oberhessischen Gauvcrband angehörte und nach Gründung des Gaues „Hessen" dem letzteren beigetrcten ist. Viel weiß die Chronik zu erzählen von Zeiten der Blüte und des Erfolgs und von Zeiten des Niedergangs, von verdienstvollen Männern, die längst zu Grabe getragen sind. Ihrer hätte man heute, wie das überall üblich ist, durch eine schlichte Feier auf dem Friedhof gedenken sollen. Leider — und das ist: das einzige, was an dem sonsstl so harmonisch verlaufenen Fest zu kritisieren ist — hat man es versäumt: leider mußte überhaupt die Feier des goldenen Jubiläums, das für einen Turnverein, der der Zeit der Reaktion seine Entstehung verdankt, doch ein sehr bedeutungsvolles Ereignis ist, etwas zurücktreten hinter der Fahnenweihe, die mit der Jubelfeier verbunden war. Ein einfaches Festbuch, das in unserer Zeit des Hastens und Eilens die interessante, auch an politischen Episoden reiche Geschichte des Vereins der Vergessenheit entrissen und der Nachwelt erhalten hätte, wäre zum mindesten der Wunsch vieler älterer Turner gewesen. Das Fest imirbe bereits gestern abend im „Hotel zum Löwen" durch eine! Vorfeier in Form eines Kommerses eingeleitet. Der derzeitige 1. Sprecher, Ehr. Vater, wies auf die Bedeutung des Tages hin. Turnlehrer Langsdorf, der zur Zeit der Gründung als 1. Vorschüler dem Verein angehörte, gedachte der bereits verstorbenen und der noch lebenden Gründer. Freudig aufgenommen mürbe allgemein bie Mitteilung von einem Jubiläums- geschcnt, bas Bauunternehmer Hch. Winn-Gießen, ein geborener Licher, dem Verein überwiesen hat, indem er auf seine 4 Anteilscheine an der Turnhalle im Werte von 100 Mark verzichtet hat. Eine fröhliche Stimmung, die durch manches alte Turnerlied noch erhöht wurde, hielt jung und alt bis in die Morgenstunden beisammen. Heilte nachmittag bewegte sich durch bie festlich geschmückten alten Straßenzüge des Städtchens ein stattlicher F e st- i u g unter Vorantritt der Kapelle der 24 er Dragoner aus Darmstadt und unter Beteiligung der Festjungfrauen, sämtlicher hiesiger Vereine und der benachbarten Turnvereine, soweit sie dem Gau angehören, nach dem Haardtberg, wo die Licher altem Herkommen nach gewöhnlich ihre Volksfeste feiern. Einen geeigneteren Festplatz für solche Veranstaltungen dürfte man in her weiten Umgebung wohl kaum finden. Unter alten ehrwürdigen Linden, dicht am Walde gelegen, läßt er nach der Talseite den Blick offen ins weite Wettertal und nach den Höhen des Vogelsbergs, die sich bei dem prächtigen Wetter des! heutigen Nachmittags so klar wie selten zeigten und ein prächtiges Landschaftsbild boten. Auf der über 200 Meter hohen Haardt angelangt, begrüßte zunächst der Vorsitzende des Turnvereins, Christian Vater, die zahlreich erschienenen Festgäste, insbesondere auch die fürstliche Familie. Stiftsdechant K l i n g e l hö f s er hielt dann die Festrede, anknüpsend an den 19. Juli, den 100. Gedenktag des Todes der Königin Luise, an die Tage tiefster Erniedrigung, aber auch neuer Wiedergeburt des deutschen Volkes. Eingehend würdigte her Redner, dessen Ausführungen mit viel Beifall ausgenommen wurden, die bolye Bedeutung des Turnens nyd der Leibesübungen. Darauf übergab Fräulein Lilli Müller dem Verein das von der Bürgerschaft und den Festjungfrauen gestiftete neue Banner mit einem schön gesprochenen Prolog. Der 1. Sprecher dankte für das prächtige Geschenk und gab es dem Turner Karl Rau in die Hände, der es mit einem „Gut Heil!" auf die Tnrnsache übernahm. Namens des hiesigen, der Deutschen Turnerschaft nicht angehörenden Damenturnver- e i n s überreichte Fräulein Math. O ß w a l d dem Bruderverein als ein Zeichen freundschaftlicher Gesinnung eine kunstvolle Fahnen sch leise mit einem „Gut Heil!" auf den Jubilar. Die neue Fahne, die von der hiesigen Firma HiSgen geliefert ivorbcn ist, das Wappen der Stadt Lich und bie Inschrift trägt „Ein freies Volk voll Einigkeit unb Kraft, sei bas Panier der Deutschen Turnerschaft", ist bereits das 4. Banner, bas bem Turnvereine seit seinem Bestehen vorangetragen wirb: bas erste mit den alten Freiheitsfarben Schwarz-Rot-Gold wird heute noch von der Stabt aufbewahrt. — Nach ber Bannerweihe würbe vom Vorsitzenben als befonberer festlicher Akt noch die Ernennung einiger älterer Mitglieder, bie dem Verein schon wenige Jahre nach ber Grünbung beigetreten sind unb sich um seine Entwicklung besonders verdient gemacht haben, zu Ehrenmitgliedern vorgenommen. Es sind folgende alte Turner, denen die entsprechenden Urkunden überreicht werden konnten: Hrch. Heller III. (früher lange Jahre 1. Sprecher), Wilh. Langs- dorf (früher langjähriger 1. Turnwart), Phil. Oswald (früher lange Jahre 1. Turnwart unb bann noch 2 Sprecher), Hrch. 3 immer XI. (früher 2. Sprecl>er), Louis Scherfs (früher lange Jahre Kassenwart) und I o h. Hrch. Walz (früher langjähriger 1. Sprechet. — Diesem offiziellen Teil ber Feier folgten unter Leitung des derzeitigen 1. Turnwarts Fr. Schmidt noch turnerische Aufführungen, von denen die Keulenübungen besonderen Beifall fanden, Geräteturnen der auswärtigen Gast-
Verrnischtes.
* Im Hauptgefängnis zu Madrid kam es zu einer Meuterei unter den Sträflingen, weil der Gouverneur die Dreistigkeit hatte, den Gefangenen das Haz-ardspielen zu verbieten. Der gegenwärtige Gouverneur des Gefängnisses, L-ennor Navarro, wurde erst vor einiger Zeit auf diesen Posten berufen, er fand, daß die unglaublichsten Verhältnisse in dem Gefängnis vorherrschten unb daß von Disziplin überhaupt keine Rebe mehr war. Aus diesem Grunde entschloß er sich zu allernächst, eine gewisse Disziplin eiirzusühren unb so verbot er ben Sträflingen, bas Hazardspielen unb außerdem ließ er ihnen bie Waffen ab- nehmen, die man ihnen bis dahin zu tragen erlaubt hatte. 'Die Sträflinge spielten aber ruhig weiter, nur nicht mehr so offen. Eines Morgens kam es zwischen einigen ber Sträflingen zu einem Streit unb zwar weil einer berfelben die Summe von 400 Franken beim Spiel verloren hatte. Die Wärter ordneten darauf an, baß das Spiel eingestellt werben sollte, die Strafgefangenen wurden in ihre Zellen zurückbeordert. Ucber diese Anordnung gerieten die Sträflinge in eine ungeheure Wut, sie zerschlugen zunächst alle Möbel, die sie in den Räumen des Gefängnisses finden konnten, schleppten die Ueberreste auf den Gefängnishof hinaus unb steckten ben ganzen Haufen an, so baß stundenlang ein großes Freubenfeuer brannte. Schließlich blieb weiter nicht übrig, als Militär zur Hilfe herbeizuholen, die Soldaten mußten von der Waffe Gebrauch machen, unb einer der Sträflinge wurde erschossen. Viele andere wurden gefesselt in ihre Zellen zurück- gebracht unb bort einer besonderen Strafe unterzogen. Es stellte sich bei dieser Gelegenheit heraus, daß bie Sträflinge, trotzdem ihnen die Waffen feierlich abgenommen worden waren, eine Menge Dolche und Pistolen bei sich hatten.
* Ra t. „Es ist ein Leiden mit dem Jungen: er will und will nicht wachsen. Was soll denn einmal aus ihm werden?" — „Wenn er klein ist, lassen Sie ihn Beamter werden, dann stößt er oben nicht an."
Klammern ()
folgt:
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der Vorwoche in Haier
Getreide-Wochenbericht
der Preisberichtstelle des Deutschen Landwirtschaftsrats vom 19. bis 25. Juli 1910.
Zu ber Tatsache, daß die Frühjahrsiveizenernte Nordamerikas infolge einer alles versengenden Hitze und Dürre einen Ausfall von 2—3 Millionen Tonnen haben wird, gesellt sich nunmehr die Gewißheit, daß auch bie russische Weizeuernte feine überschwengliche sein wird, sondern sich mit einem mittleren Ertrage wirb begnügen müssen. Aber bamit noch nicht genug. Auch ber bisherige Glauben an eine gute Ernte in ben Jmportstaaten Europas ist besonbers im Hinblick auf Frankreich bebenklich ins Wanken geraten. Unb bies war es, was dem Markte in der letzten Woche sein besonderes Gepräge gegeben und zu feiner weiteren Befestigung wesentlich beigetragen hat. Bei der Beurteilung der gegenwärtigen Marktlage und der voraussichtlichen Preisbildung wird man sich indeß davor hüten müssen, nun von einem Extrem ins andere gu geraten. Wenn auch die Welternte in Brotgetreide nicht die erwartete Rekordernte fein wird, so wirb sie voraussichtlich doch noch eine mittlere Ernte aufweifen, wenigstens quantitativ, während die eigentliche Gefahr, besonders beim Roggen, mehr in der Schädigung ber Qualität infolge ungünstigen Erntewetters besteht. Dazu kommt, baß beim Weizen Argentinien erst im Lause bes nächsten Winters den Ausschlag geben wirb. Der deutsche Markt ist der Aufwärtsbewegung auf dem Weltmärkte, wenn auch nur zögernd, gefolgt. Vor allem hat sich die weitere Preisbesserung infolge des Mangels an alter Ware mid der Verzögerung der Ernte auf greifbare Ware und auf Julilieferung erstreckt. Die Preissvannung zwischen Juli- und Oktober-Weizen ist in Berlin bis auf 18 Mk. gestiegen, während sie zwischen Juli- und Oktober-Roggen etwa 7 Mk. beträgt. Für Weizen lauten die Ernteaussichteii im all- gemeinen noch gut, während sie für Roggen infolge des auch in der letzten Woche noch anhaltenden Regenwetters weniger zuversichtlich gestimmt sind und nur eine Mittelernte m Aussicht stellen, o daß die vorjährige Rekordernte ke ncssalls erreicht wirb. Ter in ben Handel gekommene neue Roggen wird hinsichtlich der Qualität sehr verschieden beurteilt, teils sehr günstig, teils aber auch abfällig. Für die Sommerfrüchte, besonders für Hafer, darf selbst eine Mittelerute wohl nicht mehr erwartet werden.
Roggen (+ 3°/J
206
210
211
209
216
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208
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166
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162 V,
175
160
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Königsberg Danzig Stettin
Pofen Breslau
Berlin Magdeburg Halle Leipzig Dresden Braunschweig Kiel Hamburg Hannover Frankfurt a.M. Mannheim Straßburg Stuttgart München
1) 5) 2)
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4 (-+-
Weizen - (—
(+ 1) (+ 2)
(+ 2)
(4- 4)
Es stellten sich die Preise stir inländisches Getreide am letzten Markttage in Mark pro 1000 kg je nach Qualität, wobei das Mehr (+) bezw. Weniger (—) gegenüber ') beigefugt ist, wie
(- ) (+ 1) (f 2) (4- 4) (4- 5) (+ 1)
Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Juli 217.25 (4- 3.50), Sept. 200 75 (4- 4.25). Budapest Oft. 162.50 (4~ 4.15). Paris Juli 227.95 (4- 18.25). Liverpool Juli 175.20 (ft- 12.65), Chicago Juli 167.15 (— 2.60). Roggen: Berlin Sevt. 153.30 (4- 2.50). Hafer: Berlin September 153.25 (— 1.25) Alf.
Märkte.
— Kartoffelmarft - Bericht vom 25. Juli 1910 Dortmund: Blaue, Altmärfer Mf. 3.10, Holländer Mäuse Mk. 3.60, Blaue, Magdeburger Mk. 3.50. Hagen i. W.: Frühe weiße, Kaiserkrone Alk. 3.70, Oval blaue Mk. 3.90, Nieren, Paulseiis Jult Alk. 3.90, Holländer Mäuse Mk. 4.50, Belgische Mäuse
Mk. 4.05. C r e s e l d: Frichgelbe Mk. 3.80, Nieren, Paulsens Juli Mk. 3.50. Kempen a. Rh.: Neue lange Mf. 9.00, Holländer Mäuse Alk. 9.00, runde Eierkartoffelu Mf. 9.00, Frührosa Alf. 8.00. Köln a. Rh.: Oval blaue Mf. 3.35, Frühe weiße, Kaiserfrone Mk. 2.75, Neue lange, belgische Mk. 2.95, Frühgelbe, belgische runde Mk. 2.95, Nieren Paulsens Juli Mk. 3.05, Holländer Mäuse Mk. 3.30, Runde Borgers Alk. 3.30. Alann° beim: Frühe weiße Kaiserkronen Alf. 3.20. Willich: Nieren, Paulsens Juli Mf. 2.80. (Alles für 50 Kg.)
(In einem Teil der Auslage wiederholt.)
fc. Frankfurt a. M., 25. Juli. (Orig.-Telegr. des „Gieß. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmartt preise: Weizen Alk. 21.00—21.5Ö, Kurhessischer Mk. 21.25—21.75, La Plata Kansas Alk. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) Alk. 15.50 bis Mk. 15.75, Gerste (Wetierauer) Alt. 14.75—15.00, Gerste Franke" Pfälzer Ried Mk. 16.50—17.00, Kleie Mk. 00.00-00.00,
Hafer 15.50—16.00, Mais Mk. 15.00—15.25, Weizenmehl 0 Alk. 30.00 bis 30.25, 2. Qualität Mk. 23.75—00.00, 3. Qualität Mk. 22.25
bis Alk. 00.60, 4. Qualität Alf. 00.00-00.00, Noggenmehl 0 Alt. 23.00—23.25, 1. Qualität Alf. 19.00—19.50, 2. Qual. Alk. Ou 00 bis 00.00, Weizenkleie Alk. 9.00 bis Alf. 9.50, Weizenschale Alf. 00.00—00.00, Roggenfleie Alk. 9.50 bis Mk. 10.00, Alalzkeime Ulf. 00.00—00. iü, frtapö Alf. 23.00-00.00, Biertreber 10.25—12.60. Alles ner 100 Kg. ab hier.
fc. Frankfurt a. M. Viehbof-Marktbericht vom 25. Juli, Auftrieb: 9iiuder 1326 (darunter 480 Ochsen [55 aus Cefterreid)], 57 Bullen, 7ö& Kühe), Kälber 206, Schafe 250, Schweine 1704.
Tendenz: Rinder lebhaft, Ochsen langsam, geringer Ueber- staiid, Kälber flott, geräumt, Schafe ruhig, Schweine ruhig, bleibt Ueberftanb. Preis pro 100Pfd.
Lebend- Schlachtgewicht
Ochsen. Mk. Mk.
Vollfleischige, ausgeiiiästete, höchsten Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 48—53 87—92
Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 43—47 78—85
Mäßig genährte junge und gut genährte ältere 40—42 74—77
Bulle n.
Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw. 44—48 74—80
vollfleischige, jüngere 39—43 65—71
Färsen, Kühe.
Vollfleischige ausgeni. Färsen höchst. Schlachtw. 43—49 76—86
Vollfleischige ausgemäsleteKühe höchstenSchlacht-
menes bis zu 7 Jahren 42—46 75—82
'Keltere misgcniäftctc Kühe und wenig gut ent
wickelte jüngere Kühe und Färsen .... 35—40 67—72
Mäßig genährte Kühe und Färsen 27—32 52—62
Kälber.
Feinste Mast-(Vollmilchmast) u. beste Saugkälber 55—60 92—100
Mittlere Mast- und gute Saugkälber .... 50—54 84—91
Schafe.
Mastlämmer und jüngere Alasthammel . . . 37—39 80—82
Schweine.
Vollfleischige Schweine über 2 Zentner Lebendgewicht . .
Vollfleischige Schweine über 2'/, Zentner
Lebendgewicht
Feltschmeine über 3 Ztr.Lebendgew. .
Fleischige Schweine
56.00-57.00
55.00-57.00
55.50—57.50
53.00—54.50
70.00—71.00
70.00-72.0q
71.00-72.00
68.00—70.00
Die Marktpreise für Viel) und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise
am 25. Juli 1910.
Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k f u r t a. Dl.
Fleischpreise in Gießen
Ochsen
Kälber Schweine
50 Kg. Schlachtgewicht 87—92 Alk.
*/,Kg. Schlachtgew. 92—10-IPs. / 70-71 „
J/, Kg. 80-88 Pfg.
V, , 86—88 , V, „ 80-96
©etreibepreife in Mannheim
Brotpreise in Gießen
Weizen 100 Kg. 21.75-00.00 Mk.
Roggen 100 Kg. 16.50-00.00 Alk.
Weißbrot 2 Kg. 62 Pfg. Schwarzbrot 2 Kg. 54 Pfg,
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Zur Lage der hessischen Bauaspiranten,
Wie vielfach erörtert wurde, wurde zu Anfang dieses Jahres eine Anzahl von Bauaspiranten infolge der Einschränkung der staatlichen Bautätigkeit aus dem Staatsdienst entlassen. Die entlassenen Bailaspiranten, bie schon 1901 ihre Prüfung abgelegt unb mehrere Jahre im Staatsbienst ivaren, würben von ber Entlassung hart getrosten — umsomehr, als sich mehrere früher in gut bezahlten Privatstellungen befanben, als sie vom Staate aufgeforberl würben, sich innerhalb weniger Tage zu erklären, ob sie in ben staatlichen Dienst eintreten wollten. Sie hatten ber Austorberung Folge geleistet unb mußten sich später so getäuscht sehen. Man sollte nun annehmen, daß mindestens auch die bei ben Kreisen, ber Großh. Straßenneubaubehorbe, Kulturinspektionen nsw. (zu bereu Bauten unb Unterhaltungen der Staat große Zuschüsse leistet) beschäftigten Techniker, die die für die Straßenmeister usw. vor- gefchriebene Prüfung nicht abgelegt haben, nach dem Gesetz als Straßenmeister keineswegs angestellt werden könnten und auch entlasten würden. Es wurde den Kreisen durch Verfügung des Ministeriums des Innern empfohlen, zu erwägen, lüenn tunlich usw. diese Techniker zu entlasten und deren Stellen mit Bauaspiranten zu besetzen, ebenso nach einem früheren Ausfchreiben bet der Besetzung ’ von Straßenmeisterstellen die Bauaspiranten nach der Aiizie'nität zu wählen. Gewissermaßen als Antwort hierauf stellte erst kürzlich der Kreis Bensheim einen und der Kreis Dieburg zwei Kreisstraßenmeister an, wovon einer die vorgefchriebene Prüfung nicht abgelegt hat und nicht Hesse ist, während im Staatsdienst eine feit Anfang Juni erledigte Dammeisterstelle bis jetzt noch mcht besetzt wurde. Dies trifft die älteren Bauaspiranten im Staatsdienst um so härter, als sich unter ihnen noch eine große Anzahl befindet, die schon vor 14 Jahren die für die genannten Stellen vorgefchriebene Prüfung bestanden hat. Daß bei ber geplanten unb sich wohl in Kürze vollziehenbell Neuorganisation biese Verhältniffe auf bie älteren Aspiranten gegenüber diesen allen bis dahin zur definitiven Anstelluiig gelangten Technikern und die bereits seit Inkrafttreten des Kunststraßengesetzes nicht einqehaltene Anzienilät ganz deprimierend wirken müssen und daß so die nötige Arbeitsfreudigkeit untergraben wird, liegt auf flacher Hand. Von Wohlwolleii der vorgesetzten Behörde gegenüber treuer Pflichterfüllung konnten diese Bauaspiranten bis jetzt noch wenig verspüren und dies wird auch nicht der Fall werden, wenn nicht bald anstelle des Empsehlens und Envägens etwas Bestimmtes tritt.
Verantwortlich für „Feuilleton" und „Vermischtes": I. V.: A ck g u st G o c tz.
Eine kluge Mutter! Chemnitz, 11. Dez. 1909, Hartmannstr. 47 I. Teile Ihnen hierdurch mit, daß ich Ihr „Bioson" mit gutem Erfolg bei Bleichsucht unb Appetitlosigkeit angewenbet habe. 9lachdem ich mir eine Probe hatte kommen lassen u. gemnben hatte, baß ber Geschmack ein ausgezeichneter ist, besorgte ich mir sofort aus ber nächsten Drogerie ein Paket, welches ich in 4 Wochen verbrauchte. Ich nahm täglich 2 mal bavon unb verabreichte es auch meinen beiden Kindern, im Alter von 2 unb 3 Jahren, welche jetzt ein gesundes und blühendes Aussehen haben. Auch ich habe, nachdem ich noch ein weiteres Paket verbraucht hatte, wieder sehr regen Appetit bekommen. Ebenso hat sich meine Gesichtsfarbe erheblich gebessert unb auch an Gewicht habe ich etliche Pfunb Angenommen. Ich bin bemüht, Ihr Präparat überall zu empfehlen. Hochachtungsvoll! Frau Martha Müller. Unterschrift beglaubigt: Dr. Rudolf Harnisch, Notar. Bioson ist das beste unb btUigfte Kräftigungsmittel. Paket 3 Mark in Apotheken, Drogerien. b2V«


