K arls r 11I) c, 23. April. Au Tirr*cmt M-such bei brn CVrohDi'i^oflfidicn .'öcrrfd)afl,CTb bet einen rein jonnilmren C-f)nrnIh-i* trug, trafen Yente mittag 1 ^hr im foofaiiflc der Käifirr, die timferin und Prinzessin Viktoria Luise mit C4c- fotge hier ein. Da» .Käiscrpaar reiste mit bei Prinzessin '-Sifioria Luise kurz nach 1 Lllyr nach Straßburg ab.
2 t r a ß b n r n i. Els., 23. April. Di« kaiserliche Fa- Drillt ist um » iiii i» Win IU ' eingetroy« n Aus bem Bahnsteig hatten sich zum Empfang einffefunben: Statt- Halter Graf Wedel nril Gemahlin, Wouucrneui* Okmcral Frei-- Herr non unb zu Egloffstein, und itoinmanbant o^eneral- leutnant Schiller ln>n Scnbeit. Der Kaiser und die Kaiserin begrüßten die Versammelten sehr freu üblich; bie .Kaiserin nahm an» den blinden ber Grafin Webel einen Blumen- slranß entgegen. Die Majestäten und bie Prinzessin begaben sich int Automobil nach bem .K'aiscrpalast, Ivo sie Wohnung nahmen; ans dem Wege dorthin würben sie von ber Bevolleruiig htn^lichst begrüßt. Die Truppen der ß>tox** nisou bildeten Späher.
Stra ß b ura, 24. April, Heute vormittag stattete die Kaiserin der Gräfin Wedel einen Besuch ab. Der Kaiser verlieh OrdenKallSzeichimugen und machte in der Orangerie einen Spaziergang in Begleitung deö Statthalter» Grafen Wedel. Ihn 1.15 Uhr begaben sich die Majestäten und die Prinzessin nad) der Hohkonigs - bur g. Unter Führung de» Professors Bodo Ebl)ardt ivucbc ein längerer Ruiwgcmg durch die Burg nnternomntcn und alsdann der Tee im Rittersaal eingenommen. Die fllüd* (oljrt erfolgte über Tambach. Zburz nach 7 Uhr trafen bie Majestäten am .Hkiiferpnlaft in Straßbltrg wieder ein.
Sd)mer in, 23. April. Der Kaiser saiibte an ben W r oßlterzog F r i c b r i d) Franz folgendes Telegramm :
,,v,d) teile Deine unb Deines Laubes Freude von ganzem Herzen und wünsche dem jungen Erdig roß Herzog alles Gute auf seiner Lebenöbal)u. Die Patenschaft nehme id) mit aufrichtigem Danke sehr gerne an. Herzlichen Gruß unb innigste Wünsche der glücklichen Mutter."
Die Kämpfe im türkischen AusstanSsgebiet.
K o ii st a n t i n o p el, 24. April. Verläßlichen richten zufolge kämpfen bei Stinllia auf der Straße von Verisowitsch nach Prizreud int Sandjchak Prischri.ua feit gestern früh etwa zehntausend Albanesen mit a ch t Bataillonen i ii r! i f d) c r Truppen. Näheres ist bisher nid)t betannt.
Saloniki, 34. Abril. Arnauten griffen die zwisd)en sPrizrend und Älerisfotoch verkehrende Post an, lvobei es zu einem Kampf zw i 7d)eu den Arnauteu und ben die Straße detvlachenden Truppen kain. Die Ar- nnu ten wichen zurück. .-Jluf beiden Seiten nxrren Verluste zu verzeichnen. In Pr-izreud herrscht große Erregung. Von Warissowih sind Bataillone nach dort pl> gegangen.
K0 u sta utrn 0pel!, 23. April. Dem heutigen ft'rmif- heitSbericht zufolge ist der Z u ft a n d d e S Sultans zu- friedeustelleud. Die Kraukhcit verläuft normal. Der Sultan erledigte heute Staatsgosch äste.
Konstantinopel, 23. -April. In der Kammer erklärte der Finanzen in ist er, Finanzjahr fd) ließe zum
ersten Mal für die Türkei ohne Sd>uld mit einem Saldo von zwei Millionen ab; er sei in bezug auf die finanzielle Lage der Türkei sehr optimistisch, da alle Einnahmen, insbesondere die Zölle, eine Steigerung aufwieseu. Die Negierung beabsid)lige, die G e w erbesteuer auf die A u S- 1 an ber auszu dehnen, in der Hoffnung, daß die -.Oiächte dieS zulassen, da bie Befreiung der Ausländer vou dieser Steuer eine Ungc'rechtigkeit sei. Die Negierung werde keuie Sdiuhpolitik fid) zu eigen machen, weil diese mit dem Per- hältuisse bev industriearmen Landes nicht vereinbar sei. Schließlid) kündigte der Minister eine Reform des Münz- wesens an.
Deutsche» Aeich.
Der -llusfamß zur Entlastung des Reichsgerichts und zue '?l ende r u n g der Red) t Sa n w a 11s 0 r d nun g nahm einen Kompromißantrag an, zur Aufarbeitung der Reste HilfSrichlei zu bestellen, zur weiteren Entlastung des ReickiSgcridstü generell einen neuen Senat eiu-uführen, die 3tcvisionSsnmmc allgemein
daß dieses Herrnwort keineswegs unter allen Umstünden bindet.
- Allerdings verhält sich Paulus ebenso noch einer andern Autorität gegenüber. Auch das jüdische Gesetz ist ihm einmal heilig, gerecht und gut, und daneben wehrt er sich auf das heftigste dagegen, daß dieses Gesetz für daS Leben seiner Gemeinden eine unabänderliche Richtschnur darstellen solle. Ganz ebenso erzählt er aber auch von Petrus, daß er ohne Rücksicht auf dieses Ges eh in Antiochia mit Nichtjuden an einem Tisch gegessen bat, um hernach doch wieder nach diesem Gesetze zu leben. Paulus hat freilich dieses Verhalten des PetruS bart gescholten; aber er selbst hat in Galatien gegen die Einführung des jüdischen Gesetzes gekämpft und in Jerusalem ein feierliches Gelübde int Tempel eingelüst Das Recht des eigenen Urteils auch der Jjci- ligen Norm gegenüber scheint somit zu den Grundanschauungen des jungen EhristeMutus zu gehören. Daß dieser Gedanke leicht zu verschiedener Auffassung und damit zu Zwistigkeiten führt, erlebte die christliche Gemeinde zuerst an dem 'streite deS Paulus unb Petrus in Antiochia, der sich dann zu dem großen Kampf mit den Fudaisten im fpiitern Leben des Paulus erweitert hat. Ader diese Grundanschuuung von der Freiheit in der Gebundenheit weist über PauluS und Petrus zurück ans die innerste Art der lebendigen Persönlichkeit Jesu, wie wir sie tatsüchlich nodi auS den Evangelien kennen lernen.
PanlnS mag noch so sehr die Selbständigkeit feines Evangeliums betonen, so hören wir doch von ihm selbst, daß er vor seiner Bekehrung die Ehristengemeindc verjolgt hat; bei seiner tiefgründigen Art wird niemand annehmcn, daß er sie verfolgt trat, ohne sich über ihren Ursprung und ihre Besonderheit Klarheit verschosst zu haben. Wir hören weiter von ihm, daß er cigenö, um PetruS kennen zu lernen, nach Jerusalem kam, daß er den Bruder Jesu Jakobus kennen lernte, daß er später mit PetruS, JakobuS und Johannes wichtige Verhandlungen führte und in Antiochia eine Zeit lang mit Petrus zusammengewirkt hat und daß auch bis dorthin die Autorität des JakobuS sich fühlbar machte. Bei seinem letzten Ausenllwtt in Jerusalem sind im Hause deS IakobnS die wichtigsten Entscheidungen getroffen Worden. Außer diesem Iakobnü weiß aber Paulus auch noch von andern Brüdern Jesu, die — wie auch Petrus missionierend mit ihren Frauen in der Wett umher,^ehen. Wenn also PauluS ßefuä selbst nicht gekannt hat, so hat er doch mit dein nächsten Freunde Jesu, PetruS, und mit den Brüdern Iesn gleichzeitig für die christliche Sache gewirkt; und er hebt gerade im Galaterbrief auch die völlige Ucbcrctniliinntnng hervor, in der feine Verkündigung mit der Verkündigung der Urgemeinde gestanden habe.
Damit ist eigentlich die Frage, ob Jesus gelebt bat, erledigt. Paulus wäre das Opfer einer nngehcucrlidjcn Täuschung gewesen, wenn Jesus nicht wirklich der Bruder deS Jakobus unb zugleich der Messias auch der urchristlichen Gemeinde gewesen wäre. Aber nun ist die andere Frage, ob wir über diesen Jesus, der sicher gelebt hat und aus den die Christengemeinde lieber zurückzusühren ist, auch noch Sicheres wissen.
Vsdjlui) |üigi-)
auf 4000 Mark zn erhöhen unb ebenso die Vorschriften der Abänderung der RechtSanwaltSordnung.
Die „Nordd. Allg. Ztg." erwähnt, daß bei ber ersten Lesung des Entwurfs der R c i chS v c r s i che r u n gs 0 r d n u ng der Staatssekretär des Jniiern durch Erkrankung außer Stand gesetzt war, diese wichtige Vorlage mit einer cintcitrnbcn Betrachtung einzubringen und beten Beratung beiziiwolmen, und schreibt:
Wenn diese bedauerliche Tatsache im RciclMag und in der Presse Anlaß gegeben bat zu kritischen Bemerkungen über daS Fernbleiben bcS Reichskanzlers, so erscheint diese 'Bemängelung nicht berechtigt, da dis zu Beginn der Verhandlung nicht nur der Staatssekretär deS Innern, Staatsminister Delbrück, selbst mit Bestimmtheit darauf rechnete, die Vorlage persönlich her treten zu können, sondern auQjl für andere Stellen diese Disposition feststand. Aus dem Fernbleiben des ReidrSkanzler aus ein geringes Interesse an dieser Vorlage, sowie an sozialpolitisclien Probleinen Überhaupt schließen zu wollen, wäre eine Auffassung, die seiner ganzen Vergangenheit widerspräche und jeder Begründung entbehre.
Gegen die Wahl des A b g. K 0 chan (nati.) in Olctzk 0 - Lhck wurde vom Wahlausschuß der M'onfcrbatibcn in Lyck Widerspruch eingelegt. Als Angriffspunkte Werben ber „Oftprcnßischcn Zeitung" zufolge angegeben: Verletzung formeller Wahlvorfchristcn, unzuläffige Beeinflussung von Wählern durch den Mißbrauch amtlichen Einflusses, Unterzeichnung bim Flugblättern, Wahlaufrufen durch Beamte unter Angabe ihrer amtlichen Stellung.
kürzlich fanden in Be r l i n gemäß Artikel 2adeSdeutsch- i t a l ic n i s chen !o a n delS ve 11 r a g eS zwischen den deutschen und den italienischen 'Delegierten über die Behandlung ber beiderseitigen Arbeiter aus dem Gebiete ber Arbeiterversicherung Verhanblungen statt. Die Berhanblungen konnten mit Rücksicht aus die in Fluß bcfinblidjc bcntschc Versicherung^' gcsetzgcbnng nur vorläufigen Charakter tragen; sie nalpnen im allgemeinen einen befriebigenben Verlaus unb führten, 0 wird und amtlich auö Berlin gemeldet, zn einer Verständigung oct Delegierten über verschiedene Fragen der Arbeitervcrsichcrung, bie vielleicht vls Grundlage für eine vertragsmäßige Regelung ber Angelegenheit bienen wirb.
Die Blätter ntclbcn aus Breslau: Nach einer am Sonntag abenb abgel-altenen Versammlung ber 'Demokratischen Vcreungung, in ber 'Dr. Bteitscheid sprach, kam eS zu Znsamnien- tößen zwischen dem Publikum unb ber Polizei, bie blank zog. ES mürben mehrere Verhaftungen
2hislatifr.
Der Papst empfing üi Rom 800 aud bem heiligen Laube zurückgekehrte brutsche Pilger. Kardinal Fischer, der noch Rom gekommen war, um dir Pilger zu begrüßen, verlas eine Hulbigungsadressc. Der Papst erwiderte dankend und sprach irm Deutschen Kaiser seinen Dank aus für die Schenkung des Grundstücks für die Zionslirche; der Papst dankte ferner dem Prinzen und ber Prinzessin Eitel Friedrich von Preußen, sowie den Prinzen Georg und Konrab von. Bauern für ihr Erscheinen bei ber Einweihung der 3iondfird>c. Schließlich spendete der Papst ben Pilgern ben Segen.
Wie der „Daily Telegraph" aud Petersburg erfährt, ist die Nachricht ber „Petersburger Börsenzeitnng" unrichtig, daß eine bentsche Gesellschaft die Konzession für die S ch i f f - a b r t auf dem Urmiasee erhalten habe. Die persische Regierung vermöge, wegen der inneren .Krisis jetzt solche Fragen nidit zu behandeln. Die erwähnte Konzession könne von feinem persischen Minister verliehen worben sein, sonbern von bau Emir Kuli-Mirza, bet die Besitztitel für bie Schiffahrt ans dem Urmiasee hont Schah Nasr cb Din erhalten zu I)«bm behaupte, aber kein Dokument besitze und kein Recht habe, selbst Konzessionen zu erteilen. — Diese ntffifd>c Meinung und Auslegung ist natürlich für Persien nickst maßgebend. Man wird weitere znver-- läffigerc Meldungen abzuwarten haben.
Aus Eharbin wird gemeldet: Ans Anregung russisch.'r und japanisckx'r Kaufleute hat sich hier eine russisch japanische Gesellschaft gebildet, die sich die gegenseitige Annäherung der beiden Völker zur Aufgabe macht. Als Mittel hierfür find ins Auge gefaßt: das Anlernen der Sprache», das Stubüun ber Kultur und bcs Wirtfchastslebcnd beider Völker und die Förderung der Entwickelung der üandeld- beziehnngen.
Wie der „Standard" erfährt, befinden sich die in Paris geführten Verhandlungen für eine b e d entende iapa it i f cf) e Konvertierungsanleihe in einem vorgeschrittenen Stadium. Der in Frankrcicki anznbictende Betrag soll 18 Millionen Pfund betragen; wahrsdieinltch werden ipäter in London weitere neun ober zehn Millionen Pfund angeboten. Die gesamte Anleihe ist zur Konvertierung ber hauptsächlichen fünf* Prozentigeu japanischen Anleihen in eine vierprozentige äußere bestimmt.
Aus M a b r i d wirb gemeldet: Die auswärts hcrbrcitctc Wlelbung, der Thronfolger fei t n it b ft u 111 m, ist burchans unbegründet. Der Ministerpräsident hatte schon vor einiger Zeit Gelegenheit, diese Nachricht, als sie von einem Madrider Blatt verbreitet wurde, kategorisch zu dementieren.______________
Die Luftfahrt von Homburg nach Köln.
Nachdem die Luftschiffe die Nacht zum Samstag sehr aut überstanden hatten, sollte um 7 Uhr bie Weiterfahrt über Usingen 11 ad) Coblcnz angetreten werden, um dort zur Hebung ebenfalls eine Zwischen! a n düng vorzu- nehmen. Da indessen durd) die Wetterwarten Wind- messungen von 15 Sckundenmeiern bereits in Höhen von 200 Metern und starke Regenböen gemeldet wurden, gab die Leitung, um die Zcitperiode für die Ausbildung des Fahr- und RdaschinenPersonals ergiebig auszunutzcn, um 10 Uhr den Befehl- für fcldmäßige Abrüstung eines Luft- sdftffes. ES wurde hierbei von dem Grundgedanken aus- gegangen, daß int Ernstfälle kleine Schäden oft plötzlid) zur Landung zwingen können, unb die Heranziehung von Personal zur Hilfeleistung notwendig machen.
Als fid) dann gegen abend günstige Luftströmungen bemerkbar machten, entschloß man fid), zum Aufstieg des P 2, während der Z 2 bie Nacht nochmals in Homburg verbringen sollte, um erst am Samstag die Rückfahrt anzutreten. Wie aus den Drahtberichten hervorgeht, befürd)tetc man, daß der Z 2 bei der Landung in Bickendorf Schwierig, leiten haben könnte, doch ist der Grund hierfür nicht rcd)t einzufehen. Der Parseval, der von Oberleutnant Stelling geführt wurde, hat mit dem Flug nad) Homburg seine 80. Fahrt gemacht und wird jedenfalls noch in diesem Jahre seinen 100. Flug ausführen, was ein neues bedeutsames Ereignis in der Luftschiffahrt bedeutet. Da die Rückfahrt des Parseval in der Dunkelheit erfolgte, war der Radirichtendienfr natürlid; sehr ersdiwert, weil das Luftschiff nicht zu sehen war. Folgende Nachrichten sind und ^gegangen:
$0 in bürg v. d. April, um b.;>> Ub tucg „P. 2' ans ui oc-; -Jiiaauag nach Fnuiljin: a. M. „J. 2" hat in letzter Stunde seine Abse.hrt aus morgen verschoben. Die Abfahrt wird bei Tagesanbruch erfolgen.
Wiesbaden, ' i. April. .,xs p.usi.rte 7.55 Uhr in flotter Fahrt Wiesoaocn unb ne.hm die Niu, ung den Rhein e n 11 a n g.
Müi,., *23. April. Da> 2uiisä:isi ,P. 2" ist um 12.55 Uhr vor । ■ i glatt gel aubet.
Wie wir bcvciiS gestcr 1 \ >') lui 'Ii Aushang an unserer Geschäftssielle 111;*»eilten, „Z. II' um 8 Uhr anfgesliegen oud wegen heftigen 'sturme0 gegen zwei Uyr bei Lim
burg gelandet. Ueber den Verlauf der Fahrt liegen un5 olgenbe Drahtnachrichten vor:
Hornburg, 24. April. Dci Ballon „Z. II" stieg heute rüh 8 Uhr auf. Er fuhr eine Sästeise über Homburg unb nahm bann bie Richtung nach dem Rhein.
Die Gesamtübung, bie noch längere Zeit dauert, stcht unter der Leitung deS Majors Ncuinann, der bad Schiff „Z 11" nach Homburg begleitet halte. Die uifprünglid) für gestern abenb geplante Abfahrt hon „Z. II" war deswegen verschoben worde», weil man Sckyvierigkciten beim Landen befürchtete. (!) Daß bicic Bebenkcn rickstig waren (!), zeigte bie Laubung bcs „P. II", bic allerdings glatt, jedoch mit großer Schwierigkeit vor sich ging. (Die Wetterlage begünstigte die Fahrt des „P. II" aber auficrorbcntlid), denn er sichr mit gutem Südwind, was bei „Z. II", wie von den Wctterdicnststcllcii voransgcsagt, nicht mehr Mitra). Siehe darüber die Mitteilungen unseres meteorologischen Mitarbeiters. Die Red.)
Wiesbaden, 24. April. Ilm 10 Uhr 20 Min. flog , Z. II" über Wiesbaden dem Rhein zu in ber Richtung auf Schierstem. Das Luftschiff bat anfcpcinenb mit starkemGegen- minb zu kämpfen, so daß es nur langsam vorwärts kommt.
Mainz, *24. April. „Z. II" war von ber Maifcrbrüdc aus von 10 Uhr ab bis nach 11 Uhr sichtbar. Es fliegt lang * a m gegen den starken Gcgenwiitd ankämpfenb, über dem Rhein- bett hin nach Rübesheim zu.
Rübedheim, 24. April. „Z. II" kämpfte im Nhcingau nördlich von W a l l u s und Hattenheim weit über eine Stunde, etwa von 111/2 bis gegen 1 Uhr, gegen heftigen SÜbwestwinb an. Das Lilftsdnss, bad zuerst bic Richtung nach dem Nicberwaldc eingehalten hatte, wandte sich bann mehr norblvestlich unb scheint feinen Weg, bic scharfe Biegung bes Rheines unterhalb stiübesheim obfdmcibciib, nach dem unteren Rheingau ober dem Lahn gebiet genommen zu haben. Im Tale ist ber Winb jetzt etwas abgeflaut.
Limburg (Lahn), 24. April. „Z. II" ist infolge heftigen Sturmes um 2 Uhr f üblich von Limburg nie der-, gegangen unb verankert worben.
W.iesbaben, 24. April. Die „Wiesbadener Zeitung"' meldet aus Allcnbvrf bei Zollhaus: „Z. II" kämpfte üer^ gcblidj gegen ben Sturm an unb würbe zurückgelrieben. In einer audgcivorfcnen Märte würbe gewünscht, Militär aus Diez zu berufen, ba eine Landung beabfidstigt sei. — Drei Korn pagnicn des in Diez liegenden Bataillons des 160. Jnf.-Negtd. sind auf dem Laubungsplatze cingetvoffcn. Wie ber Führer bed Lustscknffcs inittcilt, ist an eine Weiter fahrt des BallonS^ hör Montag abend nicht zu denken, ba eine Nachfüllung not- iccnbig ist, und ein Abflauen bed Sturmes abzuwarten bleibt.
Koblenz, 24. April. Eine Abteilung des Telegraphen? Bataillons ist zur Hilfeleistung nad) Limburg bcorbert nrorben. „Z. II" wird DoraußlidMlid) bis morgen dort bleiben.
St’öln, 24. April. Zur Nachfüllung des „Z. II" find zwei Mt-aftlaftivagcn mit G«s, bic in Homburg untcrgcbrad)t waren, hon dort nach der Landungsstcllc des „Z. II" bei Limburg abgegangen. 1
Limburg, 25. April. Die Ballonnachfüllniig des „Z. 2"l wurde heute morgen in Angriff genommen. Es herrscht jetzt, Südwind, was für die Weitersahrt nach Köln nicht ungünstig lüärc.1 Wenn bas günstige Wetter aichält, wird heute uadjmittag die Fahrt nach M'öln ausgesührt.
Die Wetterlage.
Samstag nachmittag und in ber Nacht auf Sonntag ist derl flache Hock>briickrücken, ber das nad) Rußlanb abziehende Tics-, brudgebivt von der neuen von Sckwttlanb rasch vorrückenben Zyklone ^ treimte, über Mittclbcntschlaiid gezogen und hat, wie im vorigen Beriä)t vermutet würbe, ein Äbslauen des böigen Norbwest unb. Winbbrchung nach Sübcn gebracht. Die Lage war für die Rück-, fahrt ber Schifft günstig, zumal in höheren Luftschichten bereits am Samstag nachmittag lebhafter Süd eintrat, so baß mit bem Winde gefahren werden konnte. Tatsächlich hat auch P. II biesch Lage auSgeiuitzt unb war bereits nad) 6 Stnnbcn in Köln. AnS' Gründen, bie fid) meiner Beurteilung eniziel-en, hat Z. II nochmals übernachtet unb baburch^ die günstige Gelegenheit zur Mcksahrt versäumt. Sonntag morgen war bereits bu angctüubigtc Zyklone ostwärts weit »ach Riitlelenropa borge* bnmgen unb hatte in Westdeulsclstaiid starke Sübivinbc unb -liegen hervorgeruscn. In höheren Luftschichten war wieder Stunn cin- getreten. Bei einer so offentnnbigen Verschlechterung ber Wetter-^ läge bürste nun unter feinen Umftauben eine Fahrt versucht werben. Die weiteren AuSsiclsten sinb schlecht. Snbwinb ist |obalb nun nicht in Aussicht; bngegen dreht der Wind nach West bis stiord- west und nimmt böigen El-araktcr an.
2hl» Stadt und Land.
Gießen, 26. April 1910.
*• Von der Jagd. Infolge der günstigen Witterung! im ersten Vierteljahr 1910 ist der erste Nitz Hasen gut durch- gcfommeii, wie auö allen Teilen Hesscn-))iafsauL und Hessens gleichmäßig berichtet wird. Auch die Feldhühner uub Fasanen find bis jetzt gut dnrchgekominen.
•* Kol offen m. DaS ,etzige Programm weift wieder^ einige recht ansprechende Nummern auf. So erwähnen wir den sächsischen Komiker, Herrn N sichert, der feine verschiedenen Vortragsstücke in ftinhumoristischer, wie auch grotesker Art flott zur Darstellung zu bringen weiß; besonders in der Nnmmer ^Beiin Standesamt" entwickelte er viel Humor. Eine fesche Soubrette, lebhaft in ihrer Vortragöweisc, ist Fräulein Trnd. Mstr. Giford veranlaßt als musikalischer Clown daS Pnblikmn zu Heiterkeits-AuSbrüchen, wobei er auch seine musikalische Leistungsfähigkeit inö rechte Licht zu rücken weiß. Die Rolf Roland sind zwei Damen, die ihre verschiedenen gesanglichen Vorträge flott und mit Aumut zur Darstellung zu bringen verstehen. Die Sängerin La Fauvette erwies sich gesanglich recht nett, doch dürfte ihre Stimme, die manchmal etwas gequält erscheint, voller zu Gehör gebracht werden. Gefallen hat auch Fräulein Else v. Elb an in ihrer Rolle als Offiziers-Kopistin. Sie betätigte hierbei viel Anmut, wie auch ihre ganze Darstellung einen netten Eindruck hervorrief. Ter Besuch ließ leider viel zn wünschen übrig.
△ Allendorf a. d. Lahn, 24. April. Seine 5. große Bundes-Ausstellung hielt der Mitteldeutsche Geflügel- unb Kaninchenzucht-Verband hier bei Gastwirt Luh ab. Die Ausstellung war mit Geflügel und besonders mit Kaninchen recht gut beschickt. Wahre Prachtexemplare von Belgischeik Riesenkaninchen und Hühnern konnte man bewundern In der Abteilung Belgische Riesen erhielten u. a. Preise: Siegerpreis Gilbert- Dulcnhoscn, Ehrenpreis Heinrick) Müller-Gießen, 2. Prciie Rau-Wiescd und L. Schäfer-Wicseck, 3. Preise GilberhDutcnbosen, Klnbzüchter Klein Linden, Heinrich Müller-Gießen nnd Roll) Trohe, lobende Anerkennung erhielt ViertelShauftn-Klcin-Linden. Reich beschickt war auch die Klasse ber Silber.Kaninchen. Hier wurden folgende Züchter audgezeichncl: Siegerpreis Allendörfei Lützellinden. Ehrenpreise Kcihl-Minzcnback und A. Rinker-Großen' Linden, 1. Preis Philipp-Steinberg, 2. Preise Bogelhoser Wiesed, Sommerlad'Großen Linden, Lllb-Großen Liilden und Dccheil- Alten -Biiseck, 3. Preise Vieymaiin .Kinzenbach, Pseiff-Wicseck, Pwi fcr*Wicscck, Hosmann-Dutenbosen, Hcrbig-2ützcllindcn, lobende An ertciuiung Hortmetz-Alteii Buseck, Zranz Lützellinden und Vieh- inann Allendorf. In Klasse Holländer erhielten Preise: 1. Preis Luh Leihgestern, 2. Preis Franz Lützellinden, lobende Anerkennung 2. Weber Dutenhofen. Ein Ehrenpreis für Black and Un Manindien erhielt .Kreilin g Gießen, für Japaner W. Volk- Allendorf. Die sehr prächtigen Nieienschcckcn des H Müll er- c-'ießen errangen einen 1. Preis, die Angora des Nohr-Rie,'.'. Girmes einen 2. Preis, bie Japaner des Krz-Großen-Linden einen


