Dienstag 30. August 1810
160. Jahrgang
Erstes Blatt
Nr. 202
Bezugspreis: tonotiicf) 7593t, viertel-
kindliche Weichheit dicht neben harter eiserner Energie in dem Fürsten. . .. _w r .. r
Am mächtigsten packt die geniale Geisteskraft dieses Mannes bei seinen aus dem Augenblick herausgeborenen, alle Knoten lösenden Entschlüssen und Entscheidungen. Schon rüher hat Tiedemann jene klassische Art der Lösung einer größeren Anzahl von Disserenzpunkten wegen eines Han- >elsvertrages mit Oesterreich erzählt, über die das Stcurts- ministerium in Abwesenheit Bismarcks zu keinem Beschluß hatte kommen können. Nachdem er darüber den Bericht seines Geheimrats angehört hatte, klopfte Bismarck in größter Gemütsruhe ein Ei auf und sagte, ohne sich auch nur einen Moment zu besinnen: „Antworten Sie ad 1: Diese Konzession will ich zur Not genehmigen; ad 2: Fällt mir gar nicht ein; ad 3: Das muß späteren Vereinbarungen Vorbehalten bleiben usw. Die Entscheidung über sämtliche Punkte kam wie aus der Pistole." Als der Bundesrat einmal nicht gut funktioniert hatte, hat Bismarck sofort einen weitgreifenden Plan zur Aenderung der Geschäftsordnung dieser Körperschaft sll und fertig. Als Schruvaloff znm Fürsten kam, um ihm den Vorschlag zum Berliner Kongreß zu unterbreiten, konferierten die beiden 20 bis 30 Minuten. „Dann erschien der Fürst in der Tür, einen Dogen Papier in der Hand, auf dem das ganze Programm des einzuberufenden Kongresses niedergeschrieben toar."
— Ein Denkmal für Gainsborough. Aus London wird berichtet: Thomas Gainsborough, dem berühmten Meister der alten englischen Schule, soll in seiner Vaterstadt Sudbury in Susfolk ein Denkmal errichtet werden. Es hat sich ein Ausschuß gebildet, das den Bildhauer Bertram Atackennal mit der Ausführung des Denkmals beauftragt hat.
-r- WiL Dumas „Gras von Monte crifto" entstand, darüber weiß Eugenio Checchi hn Gioruale d'Jtalia eine neue interessarrte Einzelheit mitzuteilen. Ms der berühmte Roman zum ersten Mal im Feuilleton eines Pariser Blattes abgedruckt wurde, endete eine der Forschungen mit dem dramatische Moment, wie die Totengräber des Schlosses Jf von der Höhe der Burgmauer herab den Sack ins Meer werfen, in den. Dantes sich an Stelle des verstorbenen Abts Faria eingeschmuggelt hatte. „Ein Schrei gellte durch die Luft," so heißt es in der Erzählung, „und der Sack, an den eine Kaiwnenkugel gebunden war, stürzte in die Tiefe." Die Chronisten der Zeit wissen zu erzählen, wie man an jenem Abend in ganz, Frankreich nicht
tag auch in Marienburg gesprochen und das in Königsberg Gesagte unterstrichen: „So wie mein seliger Großvater und wie ich uns unter der höchsten Obhut und dem höchsten Auftrage unseres Herrn un b Gottes arbeitend dargestellt haben, so nehme ich das von einem jeden ehrlichen Christen an, wer es auch sei." Das Hingt fast wie eine Milderung der Königsberger Worte, aber jene Stelle vom „Instrument des Herrn" hat dadurch ihre beinahe herausfordernde Schärfe nicht verloren. Ernstes und freies Gottvertrauen ist eine schöne Sache, die überall Vertrauen und Sympathie erwecken sollte. Aber es muß damit die ernsteste Gewissensprüfung und Bescheidung auch den Menschen gegenüber Hand in Hand gehen.
Eine amtliche Aeußerrmg zu der Königsberger Rede.
Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt:
Die Königsberger Rede des Kaisers rief in einem Teil der Presse starken Protest hervor. In der Rede soll die Verkündigung des Absolutismus, der Geringschätzung des Volkes und der Volksvertretung enthalten sein. Demgegenüber stellen wir zunächst fest, daß die Rede fein Negierungsakt, sondern ein persönliches Bekenntnis des Monarchen war. Als solches atmet es den Geist des auf religiösem Grunde ruhenden Pflichtgefühls, den der Kaiser wiederholt bekundete und bei der Ausübung des Herrscherberufes stets betätigte. Als Unterlage für jene Behauptungen dient hauptsächlich die Stelle, welche besagt, daß der Kaiser ohne Rücksicht auf Tagesmeinungen leinen Weg gehen werde. Der wäre ein schlechter König, der Ansichten des Tages zur Richtschnur seines Handelns nähme. Der kaiserliche Redner soll sich aber mit jenem Wort in Gegensatz zu der Verfassung gestellt haben. Diese Folgerung läßt sich nur aus der Fiktion einer von schwankenden Stimmungen abhängigen .Parlamentsherrschaft oder gar eines Absolutismus der Masse erllären, wovon die Verfassung nichts weiß.
Ebensowenig liegt in der Erwähnung der historischen Tatsache, daß die Könige von Preußen die Krone nicht aus der Hand von Parlamenten empfingen, eine Mißachtung von Volksrechten und Volksbeschlüssen. Damit wäre auch nicht in Einllang zu bringen, daß die Königsberger Rede jeden im Lande zur Mitarbeit an der Wohlfahrt und der friedlichen Entwicklung des Vaterlandes aufsordert. Der Herrscher, der soviel Beweise davon gegeben hat, daß er, fest auf dem Boden der Verfassung stehend, die schaffenden Kräfte des Volkes zu fördern und zu achten weiß, sollte vor solcher Mißdeutung geschützt sein.
Hiernach ist endlich die Frage, was der Reichskanzler tun werde, laicht zu beantworten. Der Reichskanzlerweiß, wie fern es dem Kaiser gelegen hat, sich in den aktuellen Streit der Parteien zu stellen, und kann nicht der Rede einen absolutistischen Sinn geben, der zu Agitationszwecken künstlich hineingelegt und herausgelesen wird. Er wird daher den Kaiser gegen willkürliche Auslegungen und bösartige Verdrehungen verteidigen und die Geschäfte wie bisher in voller Uebereinstimmung mit der Krone unter Wahrung aller verfassungsmäßigen Rechte führen.
Danzig, 29. Aug. An Bord der „Hohenzollern" bei den Majestäten versammelten sich heute morgen außer der Prinzessin Viktoria Luise, die an Bord Wohnung genommen fyat, der Kronprinz und die Kronprinzessin, Prinz Eitel Friedrich mit Gemahlin, die Prinzen August Wilhelm und Oskar, Herzog Albrecht von Württemberg, der Fürst zu Fürstenberg und die Damen und Herren der Umgebungen. Prinz Adalbert tat Dienst als Torpedobootskommaudant. Auf dem Flaggschiff „Deutschland" des (U)ess der Hochseeflotte Admirals von Holtzendorff hatten sich glerch-
einschllef, da man in höchster Spannung die Fortsetzung pes nächsten Tages erwartete. Dieser Moment bildete den Keim des Romans, und die Idee dazu war Dumas von entern Italiener erweckt worden, von Angelo Florenlino, der aus Neapel nach Paris ausgewandert war und sich dort als Journalist leinen Namen gemacht hat. Ms dieser eines Tages in Marseille das Schloß Jf besuchte, las er in den Akten des Gefängnisses, daß ein politischer Gefangener namens Edmond Dantes sich dadurch zu retten versucht hatte, daß er in einen Sack gekrochen war, in den man die Leiche eines Gefangenen getan hatte, und daß er elend in der Tiefe des Meeres umgekommen war. Florentino erzählte die Geschichte Dumas und fügte hinzu: „Scheint Ihnen das nicht Stoff zu einem schönen Roman? Nehmen Sie an, daß Dantes nicht ertrunken ist, sondern sich gerettet hat und unter anberm dienten in der Welt erscheint und nun kein anderes^Ziel mehr hat, als sich an seinen Feinden zu rachen. . ." „Schon gut," unterbrach ihn mit Donnerstimme Dumas, „ich habe den Roman schon fertig im Kopf: ich werde Dantes zu einem hundertfachen Millionär machen.... Sie sollen sehen. Sie sollen sehen . . ." Acht Tage später begann bereits der „Graf von Monte cristo" zu erscheinen
— Eine ständige Oper in Chicago. Bereits vom nächsten Herbst ab wird .Chicago, das bisher keine eigene Oper halle, eine ständige Oper besitzen, deren Leitung Dippel über* nommen hat. Die erste Saison soll vom 11. November bis 3. Januar dauern und 50 Vorstellungen umfassen. Dippel beabsichtigt auch Strauß' „Salome" und „Das Mädchen aus Wildwest" von Puccini aufzusühren. Zu den mitwirkenden Künsllern gehören .Caruso, Slezak und Scotti, ferner die Melba und die Gadski; es soll ein Austausch mit der Newyorker Metropolitan- Oper wie mit der Bostoner Oper nid)t nur in den Künstlern, sondern noch in den Dekorationen und Kostümen stattftndeu.
— D i e Insekt en-Menagerie. Aus Paris wird be-, richtet: Auf Vorschlag des Naturforschers Mfonse Labitte. wird das Pariser Naturgeschichtliche Museum durch eine ,Zn- sekten-Menagerie" bereichert werden, die gewiß zu den unter- unterhaltendsten Tellen des Instituts gehören wird. In kleinen Käfigen aus Gaze oder in Glaskästen wird man hier die ganze Welt der Insekten in ihrem emsigen Treiben beobachten. Man wird Bienenkörbe uub Ameisenkolonien studieren können, daneben werden Spinnen ihre Netze ziehen, man wird Skarabäen an der Arbeit sehen, unb die so verschiedenartigen Raupen werden sich einspinneii. Eüi dunkler Saal wird für die nächtlichen Insekten eingerichtet, unter denen besonders einige Schmetterlinge und die Glühwürmchen dir Aufmerksamkell erregen werden.
Noch eine Uaiserrede.
Die große Mehrheit der deutschen Zeitungen hat die absolutistischen Wendungen in der Königsberger Kaiserrede lebhaft bedauert. In der liberalen und nationalen Presse erklang der Ruf nach dem verantwortlichen Reichskanzler, und der „Vorwärts", der gierig nach diesem neuen Agitationsstoff griff, forderte gar mit grotesken Ueber- treibungen die Mnberujung des Reichstages. Nur die konservative Presse versucht es, die angefochtenen kaiserlichen Worte zu rechtfertigen, und die „Kreuzztg", die sich dabei seltsam lebhaft gebärdet, will offenbar jetzt nachholen, was sie bei dem bekannten Nooembcrsturm nicht gesagt hat. Daß sie dabei auch die ehrlich überzeugte, charaktervolle Kritik mit Schlägen bedenkt, wird ihr voraussichtlich manche Zurechtweisung eintragen. Das Blatt hat es sogar fertig gebracht, bei der Hervorholung von Argumenten für die Rechte des Monarchen die konservativen Reichstagsreden, die ziemlich nachdrücklich gleichfalls für eine größere Zurückhaltung des Kaisers eingetreten waren, halb und halb zu entschuldigen oder zu verwischen. Dieses Verhalten ist viel schärfer zu mißbilligen als der heute vorliegende Versuch des Reichskanzlers, in der „Nordd. Allg. Ztg." die Königsberger Kaiserrcde zu rechtfertigen. Herrn v. Beth- mann-Hollweg steht die Rolle als Schirmer des Kaisers im vorliegenden Falle besser an als den konservativen Organen, und man darf hinzu fügen, daß die Ausführungen der „Nordd. Allgem. Ztg." auch verständiger und sympathischer berühren als der neueste Vorstoß der „Kreuzztg.". Der Kanzler bemüht sich, die Rede so zu deuten, daß sie im Volke keine Bedenken mehr erweckte, und er stellt fest, .daß es sich um eine Privatäußerung des Monarchen und keine Regierungshandlung drehe. Der Kaiser habe nur aus seiner religiösen .Grundstimmung heraus gesprochen und denke nicht daran, das persönliche Regiment zu verkünden. Er habe ja auch die Beweise geliefert, daß er die Meinung des Volkes achte und in Königsberg alle Kreise zur Mitarbeit aufgefordert.
Wir verstehen es, daß der Kanzler den Monarchen nicht ins Unrecht setzen darf, und wenn man die Gewähr hätte, daß Herr v. Bethmann-Hollweg stark und charaktervoll genug ist, um dem Kaiser, wenn es nötig ist, auch Widerstand und festen Willen gegenüberzusetzen, so wurde man nicht mehr viele Worte zu machen brauchen. Leider aber hat der Kanzler in der „diordd. Allgem. Ztg." so schroffe Ausdrücke gegen die Kritiker des Kaisers gebraucht, daß man an seiner Gesinnung und Absicht wieder irre wird. Er spricht ganz allgemein von „böswilliger Verdrehung", und dieser Uebereifer wird ihm in der Volksmeinung schaden. Es bleibt nun einmal wahr, daß der Kaiser, der in jeder Stunde seines öffentlichen Auftretens dem deutschen Volke mehr ist als nur ein Privatmann, Anschauungen geäußert hat, die zum mindesten den Schein an sich Haben, als ob die verfassungsmäßigen Einrichtungen nicht genug beachtet und berücksichtigt würden. Die Rede des Kaisers Jrar keine Privatmeinung, denn das amtliche Wolffsche Bureau hat sie dem gesamten Volke vor- gescht, damit es sich mit ihr abfinden sollte. Auch der Mnzler hätte nach diesem neuen öffentlichen Auftreten des Kaisers geschickter seines Amtes wallen können. Die Sorgen und Besprechungen werden nicht aufhören, denn der Kaiser scheint entschlossen zu sein, wieder öfter freimütig das Wort zu ergreifen. Er hat am gestrigen Mon-
Neues von Bismarck.
Einer der vertrautesten Mitarbeiter des Allreich skanz- lsrs, der 1907 gestorbene Christoph von Tiedemann, der 1875—81 an der Spitze der Reichskanzlei stand, hat zwei Bände Erinnerungen hinterlassen, aus denen Herman von Petersdorfs im „Türmer" u. a. folgendes mitteilt: Der fo vielfach eingewurzelten, aber grundfalschen Vorstellung von dem Kraftmenschen Bismarck, der jederzeit alles mit dröhnendem, rücksichtslosem Kürassierschritt durchgesetzt habe, nnrd Tiedemanns Buch vielleicht etwas Abbruch tun. Denn in ihm! tritt der elegante, durch feine entzückende Feinhell imponierende Staatsmann deutlich in die Erscheinung. So ist zu beachten, wenn Tiedemann über einen, Kronrat schreibt: „Namentlich die Ausführungen Bismarcks waren in dem Tone ehrfurchtsvoller Deferenz gehalten, den er immer dem Kaiser gegenüber anzuschlagen pflegte"; ebenso wenn es von einer hochwichtigen Sitzung der Bundesrats-Ausschüsse heißt: ,^om Fürsten präsidiert. Hochelegante Rede desselben." Während der Ministerberatungen bewahrte Brs- marck nach Tiedemanns Angabe immer eine verbindliche Haltung, „wenn er auch bisweilen feine Augenbrauen zu ,streichen begann". Tiedemann ist nach feinem eigenen Bekenntnis in seinem langjährigen engen Zusammenleben mit Bismarck nur ein einziges Mal in verletzender Tonart vom Fürsten behandelt worden. Dergleichen Mitteilungen veranschaulichen die vornehme Art des Kanzlers und die Gewalt, die er über seine Löwennatur doch im allgemeinen zu bewahren wußte.
Eine ganz eigenartig rührende Episode ist die Erzählung von Sultans, des ersten Reichshunoes Tode: „Unten bot sich uns ein wirklich erschütternder Anblick. Auf dem Fußboden saß der Fürst, beit Kopf des sterbenden Hundes in seinem Schoß hallend. Er flüsterte ihm liebkosende Worte zu und suchte seine Tränen vor uns zu verbergen. Bald darauf starb der Hund; der Fürst erhob sich und ging auf sein Zimmer, kam an diesem Abend auch nur auf kurze Zeit wieder, um Gute Nacht zu sagen." Und weiter: „Nach dem Frühstücke stiegen wir zu Pferde; der Fürst war einsilbig, er suchte die Wege auf, wo fein lieber, alter Hund ihn zuletzt begleitet." Doch man lese selbst nach So wohnte
zeitig eingeschifft: Staatssekretär v. Tirpitz, der Chef des Admiralstabes Admiral v. Fische! und Marschall Hermes da' Fonseca mit Gefolge. Ferner ist der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, der auf dem Schiff „Mecklenburg" Wohnung genommen halle, auf die „Deutschland" übergegangen. Aus der „Preußen" hatten sich eingeschifft General Izzet Pascha mit Gefolge. Ueber 300 Offiziere des 17. Korps hatten sich auf Linienschiffen und Torpedobooten eingeschifft. Um 73 4 Uhr machte die „.Hohen-- zottern" los und ging in See, an Neufahrwasser und dem reundlich in grün liegenden Zoppot vorüber. Der „Sleip- ner" folgte. Zahlreiche Vergnügungsdampfer gingen gleich- zeillg hinaus. In der Danziger Bucht lag die Hochsee- lotte, drei.Geschwader und eine Gruppe Auftlärungsschiffe, zusammen über 30 Kriegss chifse in einer dreigliedrigen Formation, dazu 55 Torpedoboote und drei Unterseeboote, zusammen mit einer Besatzung von etwa 26 300 Mann und über 1100 Offiziere. Um 9 Uhr traf die Kaiserjacht bei der Flotte, welche Salut schoß, ein. Tie Torpedoboote und Unterseeboote defilierten bei der „Hohenzollern", dann dampfte diese durch die beiden von drei Reihen Panzerschiffe gebildeten Gassen hindurch. Die Schiffe hatten die Toppflaggen gesetzt, die Mannschaften paradierten und brachten drei Hurras aus.
Um 93/4 Uhr ging der Kaiser an Bord der „Deutschland"; die anderen Fürstlichkeiten verblieben an Bord der „Hohenzollern". Es folgte die Vorführung von Exerzitien' der Flotte nach einem besonderen Programm. Die „Höhenzollern" folgte der Flotte. Die Hebungen führten weit hinaus in die See, bei herrlichem Wetter entwickellen sich ebenso interessante als malerische Gefechtsbilder. Um 121/2 Uhr nahm der Kaiser das Frühstück bei dem Chef der Hochseeflotte ein unb kehrte um 2i/z Uhr an Bord der „Hohenzollern" zurück, die unter abermaligem Salut gegen 31/4 Uhr in Neufahrwasser einlief und am Kai in der Nähe des Bahnhofs festmachte. Der Kaiser hat den Herzog Albrecht von Württemberg a la fülle des 2. Seebataillons gestellt und eine Reihe Ordensauszeichnungen verliehen.. Der Chef des Marinekabinells Vizeadmiral v. Müller wurde zum Admiral befördert und zum Dortragenben Generaladjutanten ernannt
Die Kaiserin reifte im Sonderzug um 4 Uhr 30 Minuten nach Margen bürg, der Kaiser um 5 Uhr 34 Minuten.
Eine neue Kaiserrede iu Marienburg.
Marienburg, 29. Aug. Abends um 7 Uhr fani^ hier bei den Majestäten ein Essen für die Provinz, West Preußen stall. Der Kaiser saß rechts von der Kaiserin, die Kronpiüuzessin rechts vom Kaiser, links von der Kaiserin der Kronprinz. Tie übrigen hier anwesenden Fürstlichkeiten schlossen sich zu beiden Seiten an. Bei der Tafel hielt der Kaiser einen Trinkspruch auf die Provinz Westpreußen. Um 9 Uhr 30 Min. sind die Majestäten nach Berlin abgereist, wo die Ankunft morgen früh um 7 Uhr 10 Min. auf dem Bahnhof Friedrichstraße erfolgen wird. f
Die Rede des Kaisers hatte folgenden Worllaut:
Es gereicht Ihrer Majestät der Kaiserin und mir zu besonderer Freude, den heut um uns in der alten Marienburg versammelten Vertretern der Provinz Westpreußens nochmals unseren herzlichen Dank auszusprechen für den begeiferten Empfang während der Tage unseres Ausenthattes in Danzig, durch welchen die Bevölkerung von Danzig und von Westpreußen uns den 1 unzweideutigen Beweis ihrer Treue und Anhänglichkell gegeben,
Der Siebener Anzeiger —a 'wflT* A
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wirtschaftliche Seitfragen W W W V W V ■ V f " Chefredakteur: A Goetz.
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für die Redaktion 112, IXJr politischen Teil: August
wS“ General-Anzeiger snr Oberhe en Annahme von Anzeigen v 1 w @ <Qr den
bis -ornnttaAEE Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen llnio.'vuch- und Steindruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schulstrahe r. ^„eigent-il: 'H. Beck.


