Ausgabe 
26.5.1910 Zweites Blatt
 
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fünf Kilometer entfernte Stadt mar f feierten, wobei sie die i Internationale" gröhlte n. Allerdings gelang es, ' als ihnen zwei Kompagnien des 40. Infanterie-Regiments in Waffen entgegentraten, .den Offizieren, sie zu bewegen, sich nach der Kaserne führen zu lassen, wo sie die sstacht \ verbrachten. Am nächsten Morgen festen sie dann ohne j weitere Widerstandsversnche in das Lager zurück. Der be- - deutlichste Punkt, nämlich, daß die Leute bei dem^Abfingen 1 der revolutionären Lieder die Kolben der Flinten 1 n a ch oben trugen, also ihrer antimilitaristischen Ge- \ sinnung den allerscgärfsten Ausdruck gaben, wird von diesen ' Vertuschern ganz verschwiegen, llntjo nachdrücklicher muß 1 darauf hingewiesen werden, daß alle Meutereiversuche, die die französische Armee in den letzten Jahren aufzuweisen hatte, gerade in dieser südlichen Gegend von Nimes, Nar- boiinc usw. stattgefunden haben, wobei nur an den be­sonders Aufsehen erregenden Fall des 117. Infanterie- Regiments bei der Winzer-Bewegung erinnert zu werden . braucht.

Die Regierung sieht die Sache gewiß nicht so leicht an, wie diese allzu beschwichtigungssüchtigen sozialistisch-radi- laten Zeitungen eS für angebracht erachten, und wird es an den erforderlichen Maßregeln nicht fehlen lassen. Aller­dings scheint bewiesen zu sein, daß von den Truppenführern die hygienischen Vorschriften hinsichtlich des Lagerns der Truppen nicht hinreichend beobachtet wurden, in dem auf die Durchweichung des Bodens durch lleberschwemmungen feilte Rücksicht genommen wird. Denn auch ans Tours haben Reservisten sich direkt an den Kriegs Minister mit der Bitte gewendet, veranlassen zu wollen, daß 'sie nicht weiter in dem feuchten Lager der Stadt schlafen müßten, da bereits Epidemien, von rheumatischen Anfällen gar nicht zu sprechen, sich zu zeigen begännen. Wenn da ein Rüffel erfolgt, wird man dagegen nichts eiuzuwenden haben, im Gegenteil. Aber die Disziplin-Verletzung der Reservisten von Nimes mir ihrenr ausgesprochenen revolutionären Cha­rakter bleibt deshalb doch völlig unentschuldbar.

Paris, 25. Mai. Zu der Meuterei der Reservisten von Massillan wird aus N i m ; v weiter gemeldet, daß vier Anstifter der Meuterei, von denen einer gegen den Regimentsoberst einen Schlag geführt hat, ins Gefängnis gebracht wurden. Das Lager wurde gestern abend durch den anhaltenden Regen von neuem ü b erschwemm t. Da man abermals eine Meuterei befürchtete, erhielten zwei Artillerieregimenter und ein In­fanterieregiment Bereitfchastsbefehl. General Gallieni, Mitglied des obersten Kriegsrates, hat sich zur Einleitung einer Unter- suchung nach Nimes_ begeben

Aus Staks und Land.

Gießen, 26. Mai 1910.

'* Pfarrdienstnachrichten. Ernannt wurde Pfarr­verwalter Doll zu Lainpertheim zum Pfarrverwalter in Hitzkircheu; Pfarramtskandidat Becker zu Friedberg 511111 Pfarrverwalter in Lampertheim (zweite Pfarrstelle). Zur Wiederbesetziliig werden ausgeschrieben die evangelischen Pfarrstellen zu Badenheim, Undenheim, Groß- Bieberau, Groß-Gerau (1. Stelle), Lengfeld und BenSheim (2. Stelle).

* lksw ctturnen des Gaues Hessen. Zu dem volkstümlichen Wetturnen bei der Gonfahrt des Ganes Hessen nach Münzen berg am nächsten Sonntag haben sich nicht weniger als 4 00 Turner angemeldet, eine Anzahl, die auf einer Turnfahrt im Gau noch nie erreicht worden ist; im vergangenen Jahr waren cs in Ober-Mörlen nur 147, auf der Gaufahrt nach Großen-Linden im Jahre 1908 315 Wetturner. Für das Wetturnen find folgende Hebungen gewählt worben: Steinstoßen, Weithochsprung, Stemmen und .Hindernisrennen, letzteres zum ersten mal im Gau Hessen. Beurteilt werden die Uebungen nach der deutschen Wertung: Auf jede der vier volkstümlichen Uebungen können bis zu 20, auf die Pflichtfreiübung 10 Punkte ge­wertet werden. Bei gutem Wetter wird Münzenberg einen aiißerordentlichen Besuch beCommcn. Der Festplatz hat eine prächtige Lage, besonders ist aber auch der Turnplatz in tadellosem Zustand.

* * K 0 n z c r t z u m Besten des S a a l b a u s 0 11 d s am 2 9. Ma i. Mau schreibt uns: Die Teilnahme für das Konzert hat sich, seitdem das vollständige Programm vcr- öffentlicht wurde, erfreulich gesteigert. Nicht nur die reiche Auswahl trefflicher Chöre auf dem Gebiete des Männcr- gefanges lassen auf einen schönen Verlauf der Darbietungen schließen, es sind auch die niiiwirfcnbcit Solisten, die großes Interesse erwecken. Fräulein L. H e g y e s i, eine junge Virtuojin auf dem Vivloueello, die Tochter des ausgezeich­neten Mitgliedes des weiland berühmten Florentiner-Quar­tetts, hat sich eine Reihe wertvoller Bortragsstücke gewählt. Dazu tritt unser geschätzter und hierorts wohlbekannter Freund Socrr Adolf M älter aus Frankfurt a. M. inib so dürften alle Konzert-Teilnehmer eines wahrhaften Genusses sicher sein.

Der älicfie deutsche Korps-Student (Teutonia" - Gießen), der älteste lebende einstige An­gehörige der hiesigen Universität und zweitälteste deutsche Arzt, der Preußische Kreisarzt a. D. Dr. Eduard Stammler, begeht am 30. d. M. seinen 90. Geburtstag. Der Jubilar wurde am 30. Mai 1820 in Lauterbach geboren, bezog 1837 die Universität Gießen, bildete sich an den Kliniken der Universitäten Berlin, Prag und Wien für seinen Beruf weiter auS und ließ sich 1844 in Battenberg als Arzt nieder. 1846 erfolgte seine Ernennung zum Kreiswundarzt für den Bezirk Hirschhorn a. Neckar, 1859 zmn Kreisarzt in Batten­berg. 1866 trat er nach Einverleibung des Hessischen Hinter­landes m die preußische Monarchie in preußische Dienste über und nahm 1875 seinen Wohnsitz in Gießen.

Sic alten Taler stücke werden nach einer amt­lichen Bekanntmachung von setzt ab bei den Reichs-, Landes- und Reichsbantkafsen durch Zerschlagen oder Einschneiden für den Umlauf unbrauchbar gemacht und alsbald dem Ein­zahler zurückgegeben, also nicht mehr in Zahlung genommen.

"Die M aul - und Klauenseuche ist auS ge­brochen in Inster bürg-Stadt, Regierungsbezirk Gum­binnen, bei Händlervieh, am 23. Mai.

X M ii d c, 25. Mai. Ter Verbindungsweg zwischen Land­straße und Bahnhof bot jetzt eine Verschönerung erfahren durch die Anpflanzung von Lin d en b äu mc 11. Ein? solche An läge ist mit Freuden zu begrüßen: beim gerade an den Straßen überwiegt ost der Grundsatz der Nutzbarmachung den der Schön freit und des Angenehmen. Wenn die Lindenallee erst einmal groß geworben, so wird sie dem Bahnweg zur Zierde qercidjeit und dadurch die ganze Vahnhossanlage verschönern helfen.

S. Friedberg, 25. 'Diai. Vom 6. bis 11. Juni finbet an der hiesigen Obstbau schule ein K u r s u S s ii r £ b st w e i u Produzenten und A e pfe l we i u w ir t e statt. Er umfaßt dre Bereitung der Obstweine, (^ärungschemie einsdilteßlich Rein- Hefen, Obstweinkrankheiten, Hebungen .un Laboratorium. Vor­

mittags von 9 bis 12 Uhr finden Vorträge, nachmittags von 2 bis 0 Uhr Hebungen statt. Das Honorar beträgt für Hessen 10 Mark und für wchthessen 15 Mark.

L. Ockstadt, 25. Mai. Unter großer Beteiligung der Gemeinde und vieler Auswärtigen fand heute nachmittag die Beerdigung des in weiten .Meisen der Provinz Oberhessen bekannten Oekonomen Feuerbach statt. F. war jahrelang Rechner der Gemeinde, Mitglied der Kreis- lommifsion für Flurschäden und bekleidete sonst noch viele Ehrenämter; er tarn auf diese Weise mit allen Orten der Wetterau in Berührung. Der kräftige Mann hatte in den letzten Jahren manche herbe Schicksalsschläge zu erdulden.

R.-B. Darmstadt, 25. Mai. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten wurde mitgeteiü, daß über den Antrag wegen der Besteuerung des landwirtschaftlich benutzten Grilndvenn ögens (mit Bezug auf den Antrag von sechs Mitgliedern der ersten Kammer) am 28. Mai in Mainz eine Besprechung der Vertreter der fünf größten hessischen Städte stattsinden werde. Von der Stadtverordnetenversammlung werden die Stadtv. Gallus, Henrich, K. Müller und Markwort teilnehmen. Weiter kam em Verbot des Polizeiamts gegen den Verkauf von Speiseeis auf öffentlichen Straßen und Plätzen an Schulkinder zur Verhandlung. Danach darf Speiseeis an Kinder unter 14 Jahren nicht mehr ver­kauft werden und die Eisverkänfer dürfen sich Spielplätzen während der Dauer der Bewegungsspiele nur noch bis auf 200 Meter nähern. Die Polizeiverordnung wurde von der Versammlung genehmigt.

X. Offenbach, 25. Mai. Ter Unglücksfall Übergang der Biederer st raße, bei dem^ Bauunternehmer Vetter aus Haufen zermalmt wurde, gab der Stadtverord­nete n v e r s a m m l u 11 g Anlaß, folgenden Antrag ihres Ver- assungsausschusses auzuuchmen.Angesichts der großen und durchaus berechtigten Erregung, in die der beim Bahnübergang der Biebererstraße am 20. d. M. vorgekommene tödliche lutiall die gesamte Bevölkerung Offenbachs versetzt hat, richtet die Stadt­verordnetenversammlung an die. Bürgermeisterei das dringende Ersuchen, bei dem Großtz. Ministerium den Antrag zu Hellen, die Großh. Staatsregierung wolle die Preußisch-.Hessilche Enen- kahnverwaltung nachdrücklich darauf Hinweisen, daß lediglich die unhaltbaren Zustände an den hiesigen Bahnanlagen die llrwche dieses tödlichen Unfalles und aller ähnlicher noch weiter zu gewar- tigenden bilden. Die Bürgermeisterei wird deshalb ersucht, an Gr. Staatsministerium die Bitte zu richten, Großh. ctaatömiiiiltcriuni wolle angesichts des Ernstes der Situation nunmehr Mit allem Nachdruck und mit äußerster Beschleunigung bei der Preußilch- Hefsischen Eisenbabnverwaltung dahin wirken, daß die Niveau- übergänge im Gebiete der Stadt beseitigt werden unb daß, so­lange dös nicht erreicht ist, durch noch wcitergehende --tchcrhctts- niäsinahmen, z. B. durch Ausstellung von Doppelposten mit be­sonders verkürzter Dienstzeit an den Uebergängcn, die Gefahr wenigstens in etwas verringert werde." Die Stadtverordneten­versammlung beschloß ferner, dem $?anaucc Stadttheaterdirektor Adalö. Steift er für jede in Osienbach gegebene Vorstellung in der Zeit vom 1. C hoher 1910 bis 31. März 1911 einen Zujchutz von 50 Mark zu bewilligen.

Z. 911 b § I) q u f e n 25. Mai. Der hiesige Gesangverein gedenkt am ersten Julisonntag sein 25 jähriges Stiftungsfest und die Weihe seiner Fahne zii feiern. Von den Gesang­vereinen des Solmser Landes, der Dill und der Lahn liegen bereits 20 Anmeldungen vor.

^Aeber Balken- und Lensterschmuck.

Von geschätzter Seite wird uns geschrieben:

Die schöne Sitte, Fensterbretter, Balkone und jeden anderen geeigneten Vorsprung, beit die Bauart der Gebäude bieten, mit Blumenschmuck auszustatten, so daß nicht nur einzelne Häuser, sondern ganze Ortschaften ein einheitlich durchgechhrtes, überaus freundliches Aussehen erhalten, ist nicht neu. Sic wurde schon geübt, ehe bei uns das WortBallonschmuck" in Gebrauch kam, in den stillen, weltfremden Dörfern der Schweiz und namentlich in den sonnigen Tälern des deutschen Südtirols, der Heintat der jetzt Mode werdenden Hängenelken.

Kein Giebel, wo nicht Nelken blühn. Und nirgendwo ein Fensterlein, ' Daran nicht die Geranien glühn."

Ob nun die Sitte von dort zu uns gekommen ist, nachdem der Fremdenstrom auch in jene, vom Verkehr abgelegenen. Täler gedrungen ist oder ob sie bei uns neu entstanden, nachdem in den Großstädten jede bessere Wohnung ihren Balkon haben mußte, diese Frage mag hier unentschieden bleiben. Es genügt zu er­wähnen, daß die Bewegung, die Häuser von unten bis oben mit Blumen zu schmücken, von den Großstädten, mit Berlin an der Spitze, vor etiua 1215 Jahren ausging. Wer Berlin von früher kannte und nach 1900 wiedersah, wird mit Befriedigung Die Veränderung wahrgenommen haben, bie~ von den Wohn­straßen des reichen Westens ausgehend, in der Stadt sich vollzogen hatte. Wo früher die Sonne an den grauen Steinkästen heiß zurückprallte, beleuchtet sie jetzt wohltuendes Grün und bunten Blumenflor. Ganz ähnlich entwickelte sich die Sache in Leipzig, Dresden, Hannover, Hamburg usw. Private wetteifern mit den großen Hotels und öffentlichen Gebäuden. Die Rathäuser in München und Karlsruhe schwelgen in Blumenschmuck. Oesfentliche Anstalten, 'wie Krankenhäuser und Schulen, haben den Blumen­schmuck angelegt. Hier und da beginnt man sogar die langweiligen Fenstersronten der Kasernen durch Blumen zu beleben. Was aber die Reichen tun, reizt die anderen zur Nachahmung. Wird dieses Bestreben von den Behörden unterstützt und wird das Interesse durch alljährliche Prämiierung der besten Leistungen rege gehalten, wie dies in fast allen größeren Städten der Fall ist, dann ist die Sache bald Mode und so sollte es in Gießen auch sein.

Leider ist das nicht der Fall. Von vereinzelten Ausnahmen abgesehen, begegnet man überall nur schüchternen Ansätzen zum Fortschritt. Wenn man die dürftigen Geranienstöckchen auf den heißen Eisengittern im Sonnenbrände sieht, wie sie die neuen Balkonsschmücken", so tut es einem weh. Man scheut die Aus­gaben für Kästen, denn es soll nichts kosten. Der Nachbar hats auch nicht besser. In den meisten Fällen aber weiß man nicht recht, wie man cs machen soll. Da ist cs mit^Freuden zu begrüßen, daß unser rühriger Verkehrsverein die Sache in die Hand ge­nommen und ein kurzgefaßtes eochriftchen mit schönen Abbil­dungen herausgegeben hat, das alles enthält, was zu wissen nötig ist Aber Belehrung h l lein tut es nicht. Das Beispiel muß mirfen. Unser Bürgermerstereigebäude mit seinen kahlen Wänden, dre dem Auge weh tun, sollte nicht bloß schmuck anlegen, wenn her Kaiser kommt. Das Turmhaus am Brand, das nnster drein schauende alte Schloß, vor allem aber dec Schulen, in denen die neue Generation heranwächst, schreien nach Blumenschmuck und Grün. Hier müßte zuerst Wandel geschaffen werden. Wer aber im nächsten Sommer sein Haus, seinen Balkon oder Fenster be­sonders geschmackvoll mit Blumen versehen und sie w gepflegt hat, daß sie durch üppiges Gedeihen ihr Wohlbefinden beweisen, dem sollte eine Anerkennung in Form eines Preises zu Teil werden. Dann würde unser froh aufwärts strebendes Gießen in wenigen Jahren nachgebolt haben, was es seither vernachlässigt ; bat, nämlich den Blumenschmuck im Straßenbilde.

, Für die Ausstellung von Blumentöpfen unb Kästen , sowie die Bepflanzung der letzteren gelten folgende Rege I n:

Zuerst sorge man für dauerhafte Befestigung, damit bei t Sturm Vorübergehende nicht verletzt werden. Tie meisten neueren Häuser sind bereits beim Bau mit entsprechenden Vorrichtungen t versehen. Desgleichen ist geeigneter Schutz gegen das herablaufen.de - Gleßwasser in Form von Unterläßen aus Ton, bei Kästen aus - Zinkblech vorzusehen.

Die Töpfe müssen gegen Sonnenbrand durch Bretter oder dichtes Gitterwerk (wie am Hause Marburger Straße 35) geschützt werden, weil sonst die Wurzeln tierbremten. Pflanzen mit ver­brannten Wurzeln verlieren einen Teil ihrer Blätter und werden unansehnlich. Ist man genötigt, die Töpfe auf Eisen zu stellen (auf Baitonbrüstungen), so lege man zum Schutze dünne Brettchen oder Pappe,umtcr.

Am besten gedeihen die Pflanzen in Holzkäften von 1215 Zentimeter lichter Weite und Tiefe, in nahrhafter, mit etwas Sand vermisckster Mistbeeterde, wie sie die Handelsgärtnereie^ verkaufen. Man verlange unter allen Umständen nahrhafte Erde. Alter, ausgehungerter Boden oder Gartenerde ist un­tauglich und kann auch durch späteres Düngen nicht viel ver­bessert werden. Die Gärtner sollten in eigenem Interesse nahr­hafte Erde abgeben unb das Publikum sollte senierseits lieber ein paar Pfennige mehr ausgeben. Kästen aus Eisen, Blech und Ton sind umzweckmäßig, wenigstens auf der Südseite, weil sie in der Sonne zu heiß werden. Grelle Bemalung beemträchttgt den guten Eindruck.

Äm dankbarsten sind Geranien für sonnige, Fuchsien unb Hortensien für ganz schattige Lagen. Petunien blühen dankbar, lassen aber gegen den Herbst hin nach unb werden bei anhaltend! nassem Wetter lang unb unschön.^ Auch die neue veilchenblaue Sorte, die man im vergangenen Sommer viel angepilanzt sah, hat meistens enttäuscht. Denselben Nachteil, im Herbst mit Blühen rwchzulassen und eine zweite Pflanzung zu erfordern, haben die Lobelien. Es lassen sich aber mit ihnen ganz aparte Farben- zusammenstellungen erzielen. Für östliche unb westliche Lagen, die gegen Zugwind geschützt sind, haben mir in der bekannten rotblättrigen FuchsieAndenken an Heinrich Henkel", nebenbei bemerkt eine Gießener Züchtung, eine ebenso dankbare wie schone: Pflanze. Im'Schmucke ihrer scharlachroten überhängenden Müt.en- büschel sieht sie ganz entzückend aus. Sic gedeiht im Gegensatz zu anderen Sorten auch in voller Sonne vortrefflich und wirkt am besten für sich allein. Ueberhaupt wähle man nur wenig, Arten unb Farben unb diese nicht durcheinander. Welche Wirkung sich durch Bepflanzung mit einer Pflanzenart unb Farbe erzielen läßt, bavon war jahrelang ber mit Efeu-Geranien bepflanzte Ballon am Hause Kaiser-Allee 23 ein trefslicktes Beispiel. Schlingpflanzen, wie wilder Wein, Winden, Kapuzinerkresse und Cobaea an Schnüren ober leichten Holz gittern gezogen, erhöben' den Reiz ganz außerordentlich, indem sie durch ihr reichliches Grün beleben. Einen hübschen Schmuck, den sich jeder leisten tarnt und der sogar noch Gemüse für die Küche liefert, hatte in den, letzten Jahren die alte Gendarmerie am Brandplatz aufzuweisen, an deren Gebälk sich Feuerbohnen, in Holzkästen gesät unb an Schnüren hochgezogen, bis zum Dachstock rankten.

Schlingrosen sind als Bekleidung für Balkons und Fenster - umgrünuug nur da zu empfehlen, wo sie in bad freie Land gepflanzt werden können, wie das bei Häusern mit Vorgärten, der Fall ist, sind aber dann von besonderem Reiz. Dieser kann gesteigert werden, wenn alle Hausbesitzer in einer Straße ein unb dieselbe Sorte, anpflanzen, z. B. die dunkelrote und sehr lange blühende Crimfon Rambler *).

*) Der Berschönerungsverein in Eutin hat im vergangenen Jahr einige hundert Pflanzen dieser Schlingrose gratis an Haus­besitzer verteilen lassen.

Sport.

Frankfurt a. M., 25. Mai. Bei der Fußball- Afsociation zwischen Marine Wilhelmshaven und c 0 m b i n i c r t e r Man n s ch a s t des 81. Ink - R o|g t s. siegte Marine Wilhelmshaven mit 1: 0, bei Halbzeit 0: 0.

Markte.

Schweine sehr gedrückt.

pro 100 Pfb. schnittspreis

von-biSvon-biS

Ochse n.

höchsten

76-80

44

78

71-74

39

72

66-70

34

68

72-80

43

76

65-69

36

67

41-42

32-84

83

41

6870

54

69

Meteoro!ogischeyeobachtungen der Station Gietzen«

Mai

Wetter

1910

s

to

5erngeroitter

Niedrigste

+ 10,8 -0.

96

89

78

69

67

30-34

24-30

68-70

6668

92100

85-93

73-83

6065 49-60

58

53

47

Lebendgewicht Fleischige Schweine le. Wiesbaden,

54

52

c -

c* w o>

5355

5154

Höchste Temveratur am 24. bi-3 25. Mai Z- 21,9

56-60

5155

4450

Feinste Mast- (Volllnilchinast) und beste (Bniigfälbcr.........

Mittlere Mast- und gute Saugkälber . Geringere Saugkälber . . . . . . Schafe.

Mastlämmer unb jüngere Masthannnel S cl) wein c.

Pollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner

Müller'jche Badeanstalt.

Mass erwärme der Lahn 1 8 °R.

Junge, fleischige, nicht ausgemäslete nnd ältere ausgemäslete......3741

62

54

32

27

An gefahren waren 14 Wagen Hen nnd Stroh. Plan notierte: p e u 9.00 bis 00.00 Mk., Stroh lRichtstroh) 6.006.89 Alk. F r u chtinark t. Hafer 16.0016.80 All. Alles für 100 Kilo.

Lebendgewicht........5355

Pollfleischige Schweine über 2 Zentner

Mätztg genährte junge nnd gut ge­nährte ältere.........3336

Färsen, K ü h e.

Vollslcnschige ansgeinästete Färsen höchst.

Schlachtwertes........40 46

Vollfletschige ansgemastete Kühe höchst.

Schlachtwertes vis zu 7 Jahren . . 3438 SleUere ansgeinästete Kühe nnd wenig gnt entwickelte gnigereKühe n. Färsen Mäßig genährte Kühe nnd Färsen . .

Kalbe r.

rciikiid« schlacht, pro 100 Pfund gcwlchr ^cbcnö.^rtjia du fieroid)t

25. Mai. Heu- ilnd St roh markt.

Vollfleifchige, ausgemäslete, , Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 4246

Der erste Schritt in's Leben '"? zusammen, je milder die Seife umso zarter wird die Haut. Die Myrrholinseife fördert geradezu vorbildlich die Hautpflege.

LLirchLicye Nachrichten.

Irraetttlsche HeligiorisgcfcUffeafL

Gottesdienst.

Sabbatkeier am 28. M a i 1910:

Freitag abend 8.00 llhr.

Samstag vormittag 8.00 Uhr.

sstachiiiittags 4.00 Uhr.

Sabbat-Ausgallg 9.20 Uhr.

Wochengottesdienst: Morgens 6.00 Uhr, abends 9.20 Uhr.

CD.O

S.55

F.C. Wiesbaden. V i e l) h o i - M a r k t b e r i cht vom 25. Mai.

Auftrieb: Rinder 77, Kälber 323, Schafe 3, Schweine 319.

Tendenz: Rinder nnd Kälber mittelmäßig, Schafe gedrückt, Preis Dnrch-

24. , 25.

25.

746,9

21,8

9,7

50

NNE

2 |

6

25.

748.3

186

10,3

73

NE

4

10 |

26.

1

749,6

15,9

10,1

75

ESE

o

0 1

1