Ausgabe 
25.10.1910 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

t

an, bürg Qlllll gegru und | und d gewesc

ui be de fti

Vc da jähr

der der ein die der

2lus Stadt und Land.

Gießen, 25. Oktober 1910.

Aus Lissabon wird gemeldet: Die portngresi'sch'o Botschaft beim Päpstlichen Stuhl wurde in eine Ge­sandtschaft um gewandelt. Die Fuhrleute in Lissabon sind ausständig, um eine Lohnerhöhung durchzusetzen.

Sn allen Kirchen Serbiens wurden Bittgottes­dienste um die Genesung des Kronprinzen abgehalten. Tic Besserung im Befinden be* Kronprinzen lält an. Infolge der entschiedenen Besserung im Befinden des Kronprinzen reiste Professor Chrostek nach Wien ab.

^er japanische Ministerpräsident Marquis Katsurra erklärte auf einem Bankett: Das einzige Neue im nächsten Budget werde die Z u w e n d u n g v o n 7 0 M i l l i o n e n Ben für d i e V e r m c h r u n g der Flotte sein; die Summe solle aus sechs Jahre verteilt werden. Ter durch die Ueber- schwemmungen verursachte Schaden und die Kosten der Annexion Koreas würden das Budget nicht wesentlich beeinflusse.

Heer und Flotte.

Paris, 24. Okt. Aus Creuzot wird gemeldet, das; in den S ch n c i d e r s ch c n Werken Versuche mit einein soeben fertig- gestellten 3 0 5 Millimeter-Geschütz vorgenommcn woo- den' seien, das ein 10 0 Kilvgramm-Geschoß dreißig Kilometer weit schleudern könne. Die Versuche hätten sehr günstige Ergebnisse geliefert.

DieWahrheit" vor Gericht.

4 Berlin, 24. DEL,

Unter den: Vorsitze des Landgerichtsrats Lampe begannen heute vornnttag vor der ersten Straftammer des hiesigen Land- gerichts 1 die Verhandlungen in dem Strafprozesse gegen den Herausgeber der antisemitischen WochenschriftDie Wahrheit", Reichstagsabgcordneten Wilhelm Bruhn und die Mit- iler dieses Blattes 9iolf kommet und Otto W eher sowie Geschäftsführer derWahrheit" Paul Bruhn, den Bruder ^"p^ugerlagten, der der mehrfachen Erpressung (die übrigen Bechilse dazu), beschuldigt ist. Die Anklage vertritt ^sanwait L e i s e r i n a , die Verteidigung der vier Angeklagten l die Rechtsanwälte Tr. Schwindt, Brcderck, und Grünspach. Der kleine Zuhvrcrraum ist usschließlich von den Vertretern der Presse aller Parteien llt. Als journalistischer Sachvcrstäirdiger fungiert der Ber- Vertreter derLeipziger Neuesten Nachrichten" Tr. Paul n uub als JnseraliNi-Sachverständiger der Jnscratenageut

rreich.

Der Kaiser wohnte am Montag abend im Neueir König­lichen Operntheater in Berlin der Aufführung vonAida" bei Garuso lang den Rhadames. Ter Kaiser gab wiederholt das Berchen zum Beisall Tur die hervorrageiwen Leistuiigen EarusoS. Lt^z vor dem letzten Akt verließen der Kaiser nird die Prinzessin das Haus und begaben sich nach dem Potsdamer Bahnhos, wo auch die Kaiserin emgetrosfen war, um von da die Reise nach Brüssel anzutreten.

** Nach Südwestafrika. G'efreite und Ge- meine der Reserve aller Waffengattungen nut guter Führung, die nicht länger als 2 Jahre aus dem aktiven Dienst entlassen sind und in die Schutztruppe für ©übtoefb afrika eintreten wollen, können sich zwecks ärztlicher Unter­suchung auf Tropendienstsahigkeit bis zum 29. d. Mts. Dornt, oeim Bezirlskommando, West-Anlage 31, melden. Marsch, gebührnisse können hierfür nicht gewährt werden.

Die Maul- und Klauenseuche ist ausge. brachen in Sonneberg, Herzogtum Sachsen-Meiningen, am 22. Oft; ferner in Busch, Kreis Beskow-Storkow, Ne.' gicruugsbezick Potsdam, bei Händlervieh am 21. Okt.

Annerod, 24. Okt. Unser Turnverein beschloss in der am 23. Oktober abgehaltenen Hauptversammlung die Anschaffung einer Fahne. Ihre Lieferung wurde der Firma Hischen, Lich, übertragen. Ferner wurde beschlossen, einen Weihnachtsball zu veranstalten.

= Großen-Linden, 25. Okt. Die Dekanats, synode des Dekanats Gießen findet morgen, Mittwoch, vormittags 9 Uhr in der hiesigen Pfarrkirche statt.

4 Lich, 23. Okt. Unser Turnverein veranstaltete gestern seit vielen Jahren wieder ein Ab turn en, das mit einem Preisturnen für Zöglinge verbunden war. Tabei wurde das folgende Ergebnis erzielt: 1. Preis Herrn. Rcm (1121/2 Punkte), 2. H. Hähnel (110), 3. H. Schmidt (94), 4. W. Drechsler (92), 5. Hans Reichardt und H. Wissig (91), 6. H. Löb er (90), 7. Heinr. Schmidt (82), 8. Adolf Törmer (71), 9. Karl Schwenk (65), 10. Theo Zimmer (60). An das Abturnen schloß sich abends ein Ball in der Turnhalle. Besonderen Beifall sanden am Abend die unter Leitung des ersten Turnwarts Fr. Schmidt zur Ausführung gebrachten Hebungen im Keulenschwingen, das seit diesem Jahre int Verein fleißig gepflegt wird. Tie Nachtirmes wird am nächsten Sonntag abgehalten.

[ Langenhain-Zicgenberg, 24. Okt. Unser seit­heriger Bürgermeister Kumpf, der seit dem Tode seines Vaters da§ höchste Ehrenamt in der hiesigen Gemeinde inne hat, wurde zum drittenmal einstimmig mit 102 Stimmen wiedergewählt. Dem Wiedergewählten wurde abends em Fackelzug dargebracht.

L. Friedberg, 24. Okt. Um 4 Uhr nachmittags fuhr die 9 Wochen in Quartier liegende Wachkompagnie ab, die H6er nach Gießen, die übrigen Mannschaften nach den verschiedenen Garmsonsstädten Hessens, alle gefchmückt mit den ihnen vom Zaren verliehenen Ordensauszeichnungen. Eine große Menschenmenge hatte sich am Bahnhofe cm- gesunden; mit einem Hurra auf Friedberg zogen die Truppen ab. Die Heizungsanlage unserer Stadtkirche ist soweit Tertiggestellt, daß Sonntag, 13. November, die Heizung in Betrieb genommen wird.

8. Offenbach a. M., 24. Oki. Bei der heutigen Stadtverordneten wähl siegte die Liste der sozialdemokratischen Partei und der Fort­schrittlichen Volkspartei mit einer Mehrheit von über 900 Stimmen über die Liste der Vereinigten Bürger­parteien. Nach einer vorläufigen Feststellung wurden für bic sozialdemokratisch-fortschrittliche Liste 5737 unabgeän- berte Stimmzettel abgegeben, für die Bürgerliche Liste 4826. Die Zahl der abgeänberten Zettel beläuft sich auf einige Hundert, ändert aber an dem endgültigen Ergebnis, das erst im Laufe des morgigen Tages festgestellt werden kann, voraussichtlich wenig, da sich die Streichungen aus beibd Liften verteilen. Doch weist die bürgerliche Lifte etwas mehr Streichungen auf. Bei der Wahl im Jahre 1907 siegte bie bürgerliche Liste mit 4679 bis 4766 Stimmen über die sozialbemokratische Liste, auf die 4433 bis 4511 Stimmen entfielen. Im Jahre 1904 siegte die Sozialdemokratie mit 3916 bis 4163 Stimmen über die Bürgerlichen, die 3620 bis 3701 Stimmen erhielten. 1901 wurden 2631 bis 2714 sozial­demokratische und 3634 bis 3694 bürgerliche Stimmen ab­gegeben. Die Zahl der Wahlberechtigten ist von 10 720 im Jahre 1907 auf 12 649 im Jahre 1Ö10 gestiegen. Da von den 12649 in die Wählerliste eingeiragenen Wählern cnim 1300 wegen Steuerrückstanbes nicht wählen dursten und annähernd 11000 Wähler abgestimmt haben, muß die Wahl­beteiligung als außerordentlich stark bezeichnet werben.

w Oberursel i. T., 24. Okt. Heute mittag kurz nach 12 Uhr rannten die scheu gewordenen Pferde eines Fuhr- wertes auf dem Marktplatz in eine Gruppe aus dec Schule heimkehrender Kinder. Acht Kinder wurden verletzt, zwei derselben schwer.

Verhandlung begann mit einem interessanten Zwischen^

Verteidigung die Ladung des Leiters der Berlinco nr Polizei, Dr. H e n n i g e r, als Sachverständigen bezw. Zeugen darüber wünschte, daß er als Preßbezcrnent des PoliMpruiwinms in derWalwheit" nichts Anstößiges ind lich sogar dahin geäußert habe, daß sie ein gut natiD» tt und nur em Gegenstück zur demokratischen Berliner rum /CLt Polizeipräsident halte sich aus Ccit ox .erufen und der Staatsanwalt berief sich außer- c Verpflichtung des Pollreirats zur Amtsvcrschwiegeu- 1 der Beuge auberbem sich auch zurzeit im Auslande bc> ur-be schließlich von seiner Ladung Abstand genommen;

ÜDLn der Verteidigung als Sachocrständignr 'tiich^tagsabgeordneten Wilhelm Werner veruchttt, 'Etc, daß dieWahrheit" als Organ einer be- tisemilischen Gruppe gegründet worden sei.

igerer Erörterung wurde weiterhin beschlossen, bad egen den Mitangeklagten Somme r eiuzustellen, len zu lpat Anklage erhoben und inzwischen Ver­treten war.

drul»n bei feiltet Vernehmung zunächst in bic Berliner antisemitisclse Staats- ^cingetreten sei unb bann, um seine radikalen joeen belfer propagieren zu können, dieWoiubeü" ' Er gchl o,scn zu, daß er viele intime Familien- Ä*"1 ut biejein Blatt »crütfentlulu habe Zi aud> keineswegs cm pariamenlaruchcr

llchuldigt fick) aber damit, daß bic Klatschgelchichten

Aus Hessen.

Gau tag des Rhein-Ma in graues des All- Deutschen Verbandes. Unter der Leitung des Gau- vorsitzenden, Gymnasiallehrer G r ü n s ch l a F- Mainz, fand am Sonntag, 23. Okt., eine Versammlung der Ortsgruppen /und Vertrauensmänner des Gaues stallt. Der Gencral- fsekrekär des Deutschen O stm artender ein Dr. Bosbera auä Posen, zeichnete in iy2ftünbigcr Rede ein Bild des Volkerkampses in der Ostmark, der nicht entfacht fei durch £tne preußischeGewaltpolitik", sondern ein Jahrtausend anbaure. Der Redner schilderte bie Tätigkeit des seit /einigen Jahren bestehenden polnisch-französischen Nach- jmchtenbureaus in Paris, das die Wett mit gefärbten Berich- (ten und gefühlvollen Klagen über diepreußische Be­drückung" überschwemmt und das somit unsere internatio- n5IerSeI/un0 planmäßig zu untergraben sucht vielsach mit Erfolg. Herr Vosberg sprach dann über diePolnische rfyjö z bie eine künftige polnische Erhebung vorzubereiten hat; über die ungeheueren Leistungen der polnischen Vereins- tätigtet, bie (^iteignungyborlage, Answeisungspolitik, den p ,plsihen Boykott, und den Erlaß eines -allgemeinen Par- zellierungsgesetzes für bie ganze preußische Monarchie Po- üiznlommissar a. D. Grodengießer führte in feinem .emstunbigen, oft durch starken Bdifall unterbrochenen Vor- Ürag in die reichsländischen 'Verhältnisse ein. Der Redner

'^^ahre in amtlicher Stellung im Lande, hat den letzten Krieg um den Rhein mitgemacht. Als dritter Redner ergriff außerhalb der Tagesordnung ein Volksgenosse aus Siebenbürgen das Wort und berichtete über den Kamps und das treue .Ausharren des verratenen deutschen Bruderstammes. Nach allen Reden folgten eine Reihe von Besprechungen * 1

Versetzt wurde dec Steuerauffeher Schmalz zu Groß-Gerau in den Aufschcrbczirk Bübingen.

** Ueber basLiederkranz"-Konzert wirb ??^6efchrieben: -ter Gesangverein Lieberkranz (gcqrüit

ecuHnc.te am Sonntag bie Reihe seiner Winter-Fl lichkeiten nut ber Veran)taltnng eines Konzerts. 2 glanzenbe Verlauf unb bic dankbare beifällige Aufnalu der Darbietungen haben den Beweis erbracht, daß bie M lülCcCn£)cn unvorbereitet ans Werk gegangen silib. Au b?r . es wohl gesagt werben, baß berLiederkranz" di Schlussel zu seinen Erfolgen in feinem rührigen Tiriqentc Herrn 0'tanz Bauer besitzt. Herr Bauer hat seine Sänge einer grunbllchen Schulung unterzogen. Er hält aus qesaiig ttche Genauigteit unb textlich richtigen Vortrag. ' Sein,

b^rcten mit einem gewissen Sicherheitsgcsüht bas Pobiunl, weil sie ihrem Dirigenten mibebingt vertrauen ^leitung bes Koiizerts erbrauste Grieg's von gewaltiger Tonsülle getragener MännerchorLanb- den sich hieran anschließenben unb später ^ufLrnmcnial-E-n ajen (Kompositionen von ^zart, Gabe) haben wir bie mitwirlenben u e r, 51 d) e r, c r r m a im und Musil- lernt Als a£r!e als hervorragende Tonttinstler schätzen ge­lernt. Als Sopranistin erntete Frau Käthe L e r ch durch anmutigen - Vortrag einer Anzahl ansprechender Lieder Abwechselung brachte Herr Karl Faber ir. durch seine stets gern gehörten Baritvnsolis in Mannerchore von Schubert, Brcu und Jurrner fanden eine verständnisvolle Zuhörerscha,t Mit zwei herzerquickenden Volkslicdchen schloß der Männerchor den genußreichen Konzertabeiid. jor

Silberne Hochzeit feiert morgen bas Ehepaar Gastwirt Heinrich Schäfer hier, Stcinstraße.

Mk^s^lvechsel. Bantier Herz erwarb für l-oOO Mk. von berg Witwe Katharina Pc 1 er beten An- wesen 2n den Eichgarten 37. Auf bem 1875 Quabrat- meter Stoßen Gartengrunbstück befindet sich eine Schenk und em Wohnhaus Der Erwerber will daraus ei iw Garage und eine Wohnung für einen Chauffeur machen.

Wir Katholiken vnd die anderen".

Der Verfasser der auch von uns besprochenen Schrift r,,Wr Katholiken unb bie anberen", Msgr. beMathies schreibt aus Zürick) berKöln. Volksztg.":

In Nr. 883 berKöln. Volksztg." lese ich Ihren Kominentar zu ber Auslassung berFranks. Ztg.": Ein Nachklang zur Borroinäns-Enzyklika. Seine Majestät ber König von Sachsen ist an ber betr. Stelle mit keinem Worte genannt. Protestbriefe sinb von verschiedenen Stol­len aus nach Rom gegangen. Der Verfasser der Bro­schüre wollte nur sagen, baß die Nachw-clt dereinst über bas unproportionale geistige Machtverhältnis zwischen bem Oberhaupte einer Woltlirche unb einem gegen bieses Oberhaupt protestiereiiben TerritorialfüiTsten lächeln ober vielmehr herzlich lachen könnte. Um übrigens jebe Miß- beutung ber betr. Stolle auszuschließeii, wirb der Passus in der zweiten Auflage der Broschüre geändert toerbeu.

DieKöln. Volksztg." begkitet diese Zuschrift mit fol­genden Worten:

Wir dürfen uns wohl damtt begnügen, unserer Ge­nugtuung über die letztere Mitteilung Ausbruck zu geben, inbem wir ernstlich hoffen, daß die revidierte Schrift nicht nur das Aergerniä in bezug auf den König von Sachsen wieder gutmachen, fonbern auch anderen Bedenken oder Mißdeutungen in der nichttatho- lischen Presse, welche die Stellung der deutscheir Katholiken zu ihrem Fürsten und zu ihrem Vatorlanbc überhaupt auf Grund von Aeußerungen in dieser Schrift als zweifelhaft erscheinen ließen, selbst den Schein einer Berechtigung entziehen wiro. In einem an uns gerichteten Briese eines angesehenen katholischen Geistlichen des Köiligreichs,Sach- sen kommt eine wahre Trauer über diesen Abschnitt des Buches zum Ausdruck. Wir werden gebeten, zu versichern, daß die Katholiken Sachsens höchst uno/ehalten über den­selben sind.

Uns scheint, es wäre am besten, wenn das ganze Buch, Das so unduldsamen Geist zeigt, von der Bilbfläche ver- jschwinben würbe. Düs wagt fteilich bicKöln. Volksztg " Glicht zu verlangen.

Der Zarenbesuch in Darmstadt.

Der gestrige Zarenbesuck) in Darmstabt kam völlig un- . erwartet. Nachbcm der russische Hofzug um 12 Uhr ; in Station Egel s b a ck) einaettoffen war, begaben sich Prinz und Prinzessin Heinrich, Großfürstin Sergius unb , Prinzessin Viktoria von Schleswig-Holstein im Automobil i nach Darmstabt, währ en b ber russische Thronfolger, die . vier Großfürstinnen unb bic beibcu hessischen Prinzen mit ihrer Begleitung in Hofwagen nach Schloß Wolfsgarten

i fuhren. Das Zaren paar, bas G r o ß h e r z o g s p a a r : unb bie übrigen Fürstlichkeiten fuhren mit bem russischen Hofzug nach Darmstabt weiter unb würben am Bahnhof vom russischen Gefanbten unb Ministerresibentcn Baron von Knorring empfangen. Die Herrschaften begaben sich nach bem auf ber Rosenhöhe gelegenen Mausoleum, wo in ihrer Gegenwart bie Sarkophage mit ben Eltern unb den beiben früh verstorbenen Geschwistern bcs Großherzogs, Prinz Friebrich Wilhelm unb Prinzessin Maria, aus ber Gruft gehoben unb in bas neu errichtete Mauso­leum übergeführt wurden. Neben diesem neuen Mauso­leum ist für bas verewigte Töchterchen bes Großherzogs, Prinzessin Elisabeth, eine bcsouberc Ruhestätte errichtet worben. Tic fürstlichen Herrschaften verweilten lange Zeit bei ben Sarkophagen, besonders bei bem ber Prinzeffin Elisabeth unb ließen prächtige Kränze nieberlegen.

Das neue M aufoteum liegt inmitten einer Tannen­anlage auf einem kleinen Hügel, zu bem eine Freitreppe führt. Es fit in ber Form eines liegenben Kreuzes aus­geführt, dessen längerer Arm eine Länge von 12i/2, der Qu er raum eine Länge von ca. 10y2 Metern hat. Tie Schnitt­fläche beider Kreuzarme krönt ein turmartiger Auchan, ber, int Innern eine Halbkugel bildenb, auf den Bogen der Arme ruht und wie die einzelnen Arme bcs Kreuzes, die uach außen hin einzelne Bauwerke barstellen, mit breit­winkligen roten Ziegeldächern versehen ist. Der Mittel­bau ist etwa 8 Meter, die übrigen Telle 5y2 Meter hoch. Zu dem Bau würbe graue Basaltlava aus ben Basatt- ruerlen in Kesselbach unb bem Steinbruck; zu Lonbors geliefert. Die Pläne zu bem neuen Mausoleum hat Geh. Oberbaurat Hofmann entworfen, bie Bauausführung lag in ben Hänbcn bes Architekten H. Müll c r. Für die Särge werben nach besonderen Angaben des Großherzogs präch­tige Marmorsarkophage mit ben lebensgroßen Steinbilb- nfisen ber Verstorbenen angefertigt. Die f e i c r l i ch e E i ri­tt» e i h u n g bes neuen Mausoleums wirb bemnächst m Gegenwart ber Großhcrzoglichen Herrschaften unb bcs russi­schen Kafierpaares stattiinben. Vom Mausoleum sinb die Fürstlichleiten sofort nad) Schloß Wolfsgarten gefahren.

** Tageskalen der für Dienstag, 25. Oft. Stabt- theater:Sappho". Anfang 8 Uhr.

*

Finanzminister Braun. In dem Befinben bes Fmanzministers Dr. Braun ist, wie die Darmst. Ztg. hört, eine erhebliche Besserung eingetreten, so baß dessen baldige Wiederherstellung zu erwarten ist.

" Ordensverleihungen. Anläßlich des Geburts­tages der Kaiserin wurden verliehen: die Rote Kreuz» Medaille 2. Klasse dem Geh. Finanzrat Dr. Ludw. Lauer- ^armstadt, die 9iote Kreuz-V/cdaille 3. Klasse dem Geheimerat W. Best-Darmstadt, dem Großh. Kreisarzt Dr. Stigell- Oppenheim, dem Juwelier Collin-Offenbach, der Fürstin zu Isenburg in Birstein.

«tuslano.

Der Heercsausschuß der O e ste r re ich i sche n Delega- ilo n begann die Verhandlungen des Ma r inebudgets Der Abg. Seitz beantragte eine Entschließung, in der die Regierung ans gefordert wiro, mit der italienischen Regierung Vcr- handlungc.i wegen der Einschränkung d?r Flotten- rüstrmgeu cmzuleiten. u 1 u 11 c 11

911 r i l l e sind die Arbeiter im Rollfnbrweseu am Montag früh zum Tell in den Ausstand getreten. Tcr ''-lusstand nachmittags auf alte Unternehmungen des Nollfubr-

Rcichstagsabg. Kühler-Langsdorf teilt uns Nirt, um umlaufenden Gerüchten entgcgenzutretcn, daher unter allen tlmständen zum nächsten Retchstaa Wiederholt kandidieren werde. 1 °

21745 537, 25 490000 Mk., ErbfchafMeuer: 20582389, 20582 389, 34 000 000 Mk.; statistische Gebühr: 886 708, 874168, 1476 960 Mk.

In Börsenkreisen wirb angenommen, daß das Reick) im Jahve 1911 nicht mit einer neuen Anleihe an den Markt treten werbe. Die Berliner Politischen Nack)- richten halten diese Annahme bei dem gegenwärtigen Stand ber Verhältnisse für durchaus begründet und sagen dazu:

Vor allem ist dazu nötig, daß das Soll des außerordcntlichan Haushalts im ReichshanShalt für 1911 möglichst niedrig gehalten itrrrb. An sich hätte gerade dieser Hcrushall einen recht starken Anleihebedarf. So dürste allein für bie Marine, für die ja auch im außerordentlichen Haushalt des laufenden Jahres nahezu 113 Millionen Mark aus geworfen sind, ein Betrag in ähnlicher Höhe yu fordern fein. Es bürste weiter eine ganz beträchtliche Rate in den außerordentlichen Haushalt des Reichsamts des Innern stir den Kaiser-Wilhelm-Kanal einzufSgen sein. Außerdem werden, abgesehen von den Ausgaben für Festungsbauten, solche für bie Post eingestellt werden müssen, die namentlich der Er­weiterung der Fernsprechleitunseu im nächsten Rechnungsjahr dienen sollen, und schließlich auch Ausgaben für bie Reichseiserr- bahnen. Trotzdem wird man versichtitt fetil dürfen, daß Allleihebedarf für 1911 wesentlich geringer sein wird als für 1910. Der Hauptgrund dafür ist darin zu suchen, daß sehr großer Tell des außerordentlichen Ausgabebedaiffs duich aus dem ordentlichen Hausl)alt zu entuchm^üden .Einnahmen Reichs schuldem llgung gedeckt werden wird..