vermischtes.
* Wegen des Raubanfalles auf deu Rech- ^Lngsführer der Grube Marigen bei Metz, Aber den wir gestern berichteten, sind bisher drei Täter Verhaftet worden, alle Italiener, die früher schon auf der Grube besäKfttgt waren und deren einer mit den dortigen Verhältnissen genau vertraut war. Von dem geraubten Gelbe ist pisher noch nichts gefunden worden; wahrscheinlich liegt es pn Walde von Joumont versteckt. Der Ueberfall hat in der ganzen Umgebung große Erregung hervor gerufen. Die Polizei hatte Mühe, die drei Verhafteten vor der Volkswut zu ichützen. Der Rechnungsführer, der einen Stich in den Kopf Malten hatte, befindet sich auf dem Wege der Besserung.
* Cholera und Biergenuß. Daß das Bier einen ^wissen Schutz gegen hie Cholera bietet, zeigt folgende Statistik des Hamburger Cholerajahres 1892: In der von vem Kaiserlichen Gesundheitsamt veranstalteten Enquete, die sich auch auf den Beruf der Erkrankten erstreckte, ist fest- vestellt, daß nur 10 Brauer unter insgesamt 1095 Brauern tot der Cholera erkrankten. Die nächst günstige Zahl weist ^die Berufsgruppe Beherbergung und Erquickung aus, näm
lich 146 Erkrankungen unter 12603 Personen oder 12 unter Lausend Ungünstiger sind dann fast alle anderen Berufe- so entfielen auf 1000 Erwerbstätige in dem Tavezieraewerbe 16 Cholerafälle, in der Fleischerei 18, in derVersnttiauna Dort mathematischen usw. Instrumenten 18, Reichs- Staatsund Kirchenbeamte 18, in der Bäckerei und Konditorei 20
usw. 21, in bei Buchbrn^rei und Kartonagen- sabrrk 23, Korbmacher 24, um Schiffsbau 28, in der Tffcb- lerer und Parkettfabrik 29, Maurer 29, Drechsler 34 in her Zimmerei 39, in der Böttcherei 43. ö4' " der
, * Sin ^beachtens werte Ruderleistung ^urde von zwei Mädchen, Mitgliedern des Furnivall-Ruder- Clubs in Hammersmith, zustande gebracht. Die beiden Ätadchen beschlossen, ihre Ferien in einem Ruderboot zu- zubringen, welchen Vorsatz sie auch wirklich ausführten, äm Samstag dem 3. September „schifften" sie sich auf der Themse ein und ruderten — immer gegen den Strom da fte ja nach Oxford steuerten — wacker drauf los, bis Ne 103 englische Meilen zurückgelegt hatten und nach acht Tagen in Oxford einttafen. Hier gesellte sich ein anderes Mädchen zu ihnen, worauf sie dieselbe Strecke wieder zu- ruckruderten. Die Mädchen langten gestern im Bootshaus ihres Clubs in Hamuiersmith (Vorort Londons) ein und hatten demnach insgesamt eine Sttecke von 206 ena lisch en Meilen zurückgelegt.
* Uebei baä Abenteuer eines Nachtwandlers berichten die Londoner Zeitungen folgendes: Eine englische Dame befand sich mit ihrem 15jährigen Sohn auf der Heimreise von Paris nach London. Die beiden schliefen Dienstag nachts im Paris-Calais-Expreß-Zug, als sich der Junge plötzlich im Schlaf erhob und den Zug ttotz der rasenden Geschwindigkeit desselben verließ, um der Strecke entlang im Mondschein zu wandern. Der Zug fuhr mit der Schnelligkeit von 60 englischen Meilen in der Stunde. Zu spät bemerkte die Mutter die Abwesenheit ihres Sohnes. Und da sie ihn ttotz eifriger Suche im Zug nicht auffinden konnte, zog sie die Mtleine, brachte den Zug zum Sttll- stand und begab sich mit dem Zugpersonal auf die Sttecke, auf die Suche nach ihrem"Jungen. Richttg wurde derselbe in ziemlicher Entfernung, rüstig wandernd, angetroffen und wies nur ganz leichte Verletzungen aus. Wie ein Wunder erschien es den Beamten, daß der Knabe gar keine ernsten Verletzungen erlitten hatte und sich immer noch in einem schlafenden Zustand befand, was die Mutter auch aufzu- ttären in der Lage war, da man es mit einem Nachtwandler zu tun hatte.
* Cin Glücklicher. „Nun, liebet Freund, wie gehts mit der berühmten Kocherei deiner jungen Frau?" — „Ach, denk' dir, Fritz, sie ist für zwei Wochen zur Schwiegermama auf Besuch.
Ich habe Leibgettchtsferien!"
Kleine TageSchronik.
Der frühere Schiffer Lens in dem Rheinorte Wellen, der als einer der ersten Deutschen eine Flugmaschine konstruierte, verübte Selbstmord, da seine Hoffnungen auf seine Erfindungen sich nicht erfüllt haben.
Die Kolmar-Jourd a n-Aktien-Gesellschaft für Uhrenfabrikation in Pforzheim stiftete anläßlich ihres 25jährigen Geschäftsjubilnums 100000 Mark zu Gunsten der Arbeiter für Ferienbeihilfen, ferner 30 000 Mk. für Schulzwecke und 10 000 Mik. für unverschuldet in diot geratene Angehörige von Gewerbe und Industrie. Au die Angestellten und Arbeiter wurden außerdem 40 000 Mark verteilt.
Die Gemeindeverwaltung von T e m p e l h o f hat die Verträge mit dem Militärfiskus bezw. der Deutschen Bank, betreffend den Erwerb des westlichen Teiles des Tempelhofer Feldes mit allen gegen zwei Stimmen angenommen.
In dem Walde bei Zewelin (Pommern) wurde der 13 jährige Hütejunge Krüger erschossen aufgefunden. Als Mörder wurden sein 12 jähriger Spielkamerad Trederund dessen 25 jähriger Oheim verhaftet.
ifängnis erkannte, aus die 10 Wochen der Untersuchungshaft in An-' rechmmg kommen.
th. Gießen, 27. Sept. Der Totschlag in Rodheim v. d. H.
Heute vormittag verhandelte das Schwurgericht gegen heu ton 4. Drucker 1888 geborenen Maurer Karl Schmidt und JERa*?- .18$° geborenen taubstummen Schuhmacher
Wüh. Schmidt, bei&e unbeftraft und von Rodheim v. d. Höhe vXie Anklage vertritt Gerichtsassessor Neuro tb' KarlSchmwt wird von Ikchtsanwalt Raab, Wilh. Schmidt von Mechtsanwalt Kochs verteidigt. Ms Tolmeffcher für den taub- der Direktor Ritzett, als medizinische Sachverständige Medizinalrat Tr. Haberkorn und Kreisarzt Sfr 0dS'riebbCr9 1Dt ^°atC Eesend. Außerdem sinh neun Zeugen iind beide geständig. Der Tatbestand der Vnllage ist: Um 29. August abends war der Taubstumme Vetter fr E Lauschen der Zimmermann Schmidt Eheleute gekommen, dn: als -cnnfer mit seiner Familie Nicht im besten Einvernehmen lebte, um )einen Geburtstag mit seinen Vettern, den Söhnen des zu feiern. Man saß zusammen, da betrat der Mater des Karl Schmidt die Stube, er war schwer angetrunken zog einen sogenannt^i Knicker aus der Tasche und drohte, daß Gesellschaft abschlachten werde. Der Taubsttmime MH Schmidt packte den Betrunkenen und nahm ihm das Messer tob Spater gab er es ihm zurück. Schmidt sen. steckte es wieder stn ferne wasche, wobei er taumelte und durch einen Stoß des ^Taubstummen zu Boden geworfen wurde. Wilh. Schmidt trug den Onkel aus dem Zimmer und warf ihn die Treppe ^munter. Die Eheftau Schmidt, die den Vorfall mitangeseben Pfrto, 6e6te darauf den Wüh. Schmidt und ihren Sohn, den M§ angeklagten Karl, auf, den alten Mann zu verhauen. Der Taubstumme ging die Treppe hinab und nun soll der alte Schmidt
Messer gegen ihn gezogen haben. Wilhelm Schmidt Mte hinter der Treppe einen Spazierswck vor und schlug damü krafttg mif seinen noch am Boden liegenden Onkel ein, dieser erhob sich und kroch schon blutend auf Händen und Füßen in Jein ju ebener Erde befindliches Schlafzimmer, verfolgt von dem Taubstummen. Im Zimmer schlug der letztere unbarmherzig weiter !mif sein Opfer em, so daß der 2 Daumen statte Stock zersplittette Karl Schmidt, der dies mit ansah, lief an das Scheunentor, holte von dort einen armdicken Prügel aus Birkenholz, der als Stütze des Tores diente, und eilte in das Zimmer seines Vaters. Dieser lag mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden vor seinem Bette. K. Schmidt schlug auf seinen wehrlos daliegenden Vater mit dem schweren Knüppel so lange los, bis dieser nur noch röchelte Ohne sich wetter um' den tödlich Verletzten zu kümmern,' ließ man ihn ut seinem Blute liegen und ging nach oben in das Zimmer der anderen Familienmttglieder, die am andern Morgen das Familienhaupt tot mit zettrümmettem Schädel vorfanden.
Die Verhandlung wird um 1 Uhr mittags unterbrochen und Ml 31/2 Uhr fortgesetzt. Sie wird vor 8 Uhr schwerlich zu Ende tzehen.
n - S^'^Es aewohnten Spazierrittes in den Sünen Norderney gemeldet wird, v. Bülow vttt Vferde mkd zog sich eine Quetschung der linken he^gestttlt sei^' toaTisat dürfte der FLrst wied.ep Bei einer Explosion in einer Drogenhandlung in Skiern
JK111 en eben Feuerwehrleute schwere Brandwunden; zwei von ihnen wurden tödlich verletzt, des Klosters Fil aret wurde vom ®cnvt lu Kiew für schuldig befurchen, acht Jahre hindurch größeretrügereien und Unt erschl agungen in Höh< bon rthalb M 1 lli 0 nen, sowie Schulden auf Rech
"^3 Klosters ,in^)öhe vow anderthalb Millionen gemacht zu haben. Das Urteil hängt 'vom Metropoliten fcn Kiew av.
mCrattt05ato Wurde der Gehilfe des Polizei- Meisters Gelews ko zum Tode verurteilt. Er hatte drei Arrestanten, untN ihneii einen deutschen Untertanen, zu Tode peitschen laisen.
Bei dem Internationalen Pferderennen bei Flamen- t> 0 r g stürzte das d eutsche Pferd »E 0 n r a d i" mit Freiherrr erlitt 'jBandCn^eim' der eine Gehirnerschütterung
Beim Training für das Auto mo bilr ennen um der Vanderblld-Pokal verunglückte auf der Insel Long- Island der Renn fuhr er Robert sen ; sein Wagen schluc bei einer, Kurve um. Robertsen wurde bewußtlos aufgehoben' man hofft chn am Leben zu erhalten. Der M e ch a n i k e r , sowie ein Journalist, ,die im Wagen satzeu, kamen mit dem Schrecken davon.
Handel.
Zur Erhöhung des ReichsbankdiskoutS.
Berlin, 26. Sept. In der heutigen Sitzung des Zen- tralausschusses der Reichsbank führte Präsident Va ven stein nach Vorlegung des per 23. September abge- schlosfenen Bankausweises aus, daß nach der Zusammenstellung an bresem Tage noch eine steuerfreie Notenreserve von 35 Millwnen gegen 86 Mülionen im Vorjahre vorhanden gewesen sei. Der Status der Bank sei noch leidlich, besonders wett das Reich keine großen Ansprüche an die Bank gestellt habe. Aber bte Lage des offenen Geldmarktes, das Anziehen des Privatdiskonts und der hohe Satz des Ultimogeldes von 53/4 Prozent gegen 5 Proz. des Vorjahres mache eine Diskonterhöhung notwendig. Die Geldknappheit sei offenbar keine vorübergehende wegen des Ullimos, sondeni eine andauernde und zum Teü durch die übermäßige Ausdchnung des Spekulationskredits hervorgerufen. Deshalb sei eine Erhöhung um ein ganzes Prozent notwendig, auch zu dem Zweck, damit die Kredttansprüche an die Reichsbank auf das unbedingt notwendige Maß eingeschränkt werde. Bei einer Erhöhung um Vr Prozent würde iyi kurzem eine weitere .Erhöhung notwendig werden.
Märtte.
fc. Frankfurt a.M., 27. Sept. Heu-und Strohmarkt Angefahren waren 6 Wagen Heu und 4 Wagen Stroh. Man notierte: Heu 3,30—8,50 Mk., Stroh (Kornlangstroh) 2L0 bis 2,50 Alk., Wirrstroh 0,00—0,00 Mk. Alles per 50 Kilo. Geschäft glatt. Die Zufuhren waren aus Oberheffen und dem Kreis Dieburg.
GrisinaL-DrahtmeLVnrrgen.
Petersburg, 27. Sept. Dec Fina nzminrster dementiett die Nachricht, daß eine Umwandlung der fünf, prozentigen Staatsanleihen in viereinhalbprozentige beab* stchtigt sei.
Paris, 26. Sept. Der Miatiker Mähren schte heut« früh 6,15 Minuten den Flug nach Brüssel mtt einem Begleiter fort.
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befiellt haben, zur Nachricht, daß in den nächsten Tagen mit dem Ausladen begonnen wird und ersuchen deshalb die Keller hierfür herzurichten
Ferner bitten wir, die Kartoffeln gleich bei Empfang zu bezahlen
5321) Der Vorstand.
Gestern abend 5 Uhr entschlief sanft nach kurzem Lewen meine liebe Schwester, unsere gute Tante
Jettchen Grünenklee
im Alter von 70 Jahren
Die trauernden Hinterbliebenen: Betti Nußbaum, Familie Jakob Nußbaum.
Gießen, Meimbreßen, Weago, den 26. Sept. 1910.
Die Beerdigung findet statt Mittwoch den 28. Sept, nachmittags 3 Uhr, vom Portale des neuen israelitischen Friedhofes aus. (5333
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Garbenteich, d. 22. Sept. 1910. 5329._______Friedrich Försterling.
Junger Fox-Terrier entlaufen.
Abzugeben gegen Belohnung 08025_____Schiffenberger Weg 67.
10L25 Rfennig


