Uunst, Wissenschaft und Leben.
— Das HanauerStavelotTryptichon inLondon. 3n den kunstinteressierten Kreisen Deutschlands hat im Dezember v. I. ie Nachricht Aussehen erregt, daß ein sich im Besitze einer Hanauer jamilie befindliches sehr wertvolles frühmittelalterliches Kunstwerk um Preise von 400 OvO Mk. nach Amerika vertäust worden sei. Ls handelte sich um ein T r y p t i ch o n, ei» wertvolles, emailliertes ueiflügeliges, etwa 40 Zentimeter hohes Altärchen, dessen Mittel-- eil etwa aus dem 8. Jahrhundert, die beweglichen Flügelteile aus >em 11. Jahrhundert stammen. Der den Kauf vermittelnde Kom- uissionär halte den Namen seines Auitraggebers nicht genannt, roch vermutete man, daß der bekannte amerikanische Millionär Ao rg an der Käufer sei. Diese Vermutung hat sich als zutreffend cwiesen. Ein in London weilender Hanauer hat das Flügel» Utärchen im Brüischen Museum vorgesunden, wo es in einein schranke steht und als ein Geschenk I. Prerpont Morgans be- eichnet ist. — Wie das Tryptlchon nach Hanau kam, ist uich intereflant. Als 1705 der letzte Fürslabt der Benediktiner- !lbtei Stavelot-Malmedy fliehen mußte, nahm er die wertvollen ölücke seines Klosters mit, worunter sich auch das Flügelaltärchen resand. Er kam auf seiner Flucht nach Hanau und fand m der Ellie Waltz gastliche Aufnahme, der er bei feinem Tode auch das vertvolle Kleinod vermachte.
— Ein Tauber durch Ehrlich-Hata geheilt. Aus Kopenhagen wird gemeldet: Mit Ehclich-Hata 606 wurde hier M, sehr interessanter Erfolg erzielt, nämlich die teilweise Teilung syphilitischer Taubheit. Em junger Mann, 'er stocktaub war, erhielt nach halbjährlicher Behandlung mit Queck- ilber eine Einspritzung mit Ehrlich-Hata. Der Patient hört etzt laute Zurufe. Man hofft in kurzer Zeit eine vollständige Teilung zu erzielen.
— Klein-Dorrits Urbild f. Während man sich n England bereits znr Feier des 100. Geburtstags von Eckens rüstet, hat der Tod eine der letzten Persönlichkeiten ^ahingerasft, die dem englischen Meister der Erzählung nahe landen und in seinem Werk Unsterblichkeit gefunden haben. 3nr 81. Jahre starb zu Southsea Mrs. G. M. Hayman, die dickens fiir die Heldin seines letzten Romans „Klein Dorrit" rls Vorvild gedient haben soll. Sie gehörte zu dem nahen sieundestteise des Dichters, und die Tradition, daß sie st kiein Dorrit porträtiert sei, ist bald nach dem Erscheinen dieses „Schwanengejangs" von AllLens ausgetreten und von
Wu160* Jahrgang - Dienstag 2?.September 1910 erscheint täglich, außer - ö * Aviv
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Neue schwere Ausschreitungen nutz Stratzentämpfe in Moabit.
Meldung über Ausschreitungen Lusstcmlnger Kvhlenarbetter der Firma Kupfer u. Lo ae- feilen sich heute Nachrichten über wiederholte Tumulte allerschwerster Art. 43 Polizeibeantte wurden dabei verletzt, und eine Kirche wurde, wie es heißt, erstürmt, weshalb und zu welchem Zweck, werd nicht gesagt; wahrscheinlich, wollte ine Menge fid> darin verschanzen. Es ist klar, baß diese unerhörten Vorgänge zahlreiche gerichtliche Nach- spiele haben toerben.
Berlin, 26. Sept. Auch am Montag vormittag kam es in Moabit zu eurem ernsten Zusammenstoß zwischen Streikenden und Schutzleuten. Zwei Schutzleute wurden durch Steinwurse bedenklich verletzt und einige Streikende durch Säbelhiebe verwundet. Die Polizei erläßt eine amtliche Warnung, daß bei etwa notwendigem polizeilichen Einschreiten Rücksicht auf etwa anwesende Frauen und Kinder nicht genommen werden kann.
Die Angriffe gegen Arbeitswillige der Kohlenfirma Kupfer il Lo. haben tagsüber noch angedauert. Als heute mittag mehrere leere Kohlenwagen nach dem Kohlen- M rn der Sükingerstraße zurückkehrten, wurden der Rutscher und die Dtitfahcer eines Wagens von Arbeitern jer Löweschen Fabrik, die sich gegenüber dem Kvhlenplatz befindet, mit Steinen beworfen. Als einer der Mitfahrer erheblich am Kopfe verletzt wurde, gab der Rutscher einen Revolverschuß auf die Menge rb. Die polizelliche Begleitmannschaft, verstärkt durch Lachmannschaften, ging nun energisch gegen die Angreifen- )on vor und trieb sie auf das Löwesche Fabrikgrundstück Zurück. Da sich das Werfen mit Steinen vom Hofe des .Zabrikgrundstüctes und von den Fenstern der Fabrik gegen )ie Schutzmannschast fvrtsetzte, ging diese mit )lanker Waffe vor und räumte den Vorhof. Die Arbeiter zogen sich Mrück, als sie durch die Fabrikspfeife rach chren Arbeitssälen zurückgerufen wurden. Einer der polizeiofsiziere zu Pferde wurde von Steinen am linken inie getroffen.
Die Berliner Blätter melden ferner: Im Zusammen- -ang mit den Streikunruhen in Mvabit trat die Polizei, >ie den Kohlenplatz von Kupfer u. Co. mit zwei Ossi- ieren und 50 Mann ab gesperrt hatte, dem Ansturm der mfgeregterr Menge mit der blanken Waffe entgegen. Als >ann aus der Vtitte der Duncultanten heraus, die, alles .orsichniedertretend, bald hie bald dorthin stürmen, mehrere Revolverschüsse fielen, war das Signal n einer förmlich en Straßen schlacht gegeben. Es >auerte etwa eine halbe Stunde, ehe alle Straßenzüge ge- ämnt und für den Verkehr gesperrt waren.
Gegen 9 Uhr abends hatte sich wiederum in der Zicking erstraße und in den Querstraßen eine gewaltige ILenschenmenge angesammell, die unter Zohlen gegen die öeamten vorging. Diese wurden mit Steiners und Bierseideln beworfen, es fielen wieder mehrere Schüsse; ein Leutnant wurde durch einen Steinwurs un Kopfe schwer verletzt. .Abends um 10 Uhr war >as Straßenbild ruhiger, doch trat hin und wieder der üngere Janhagel aufieizwd hervor. Kurz nach 12 Uhr
sammelte sich in der Beußelstraße eine nach Tausenden zählende Menschenmenge an Das Gedränge war lebensgefährlich und die Polizei fast völlig machtlos. Mit den Feuermeldern wurde Mißbrauch getrieben. Gegen V2I Uhr wurde die Reformkirche in der Beußelstraße von der Menge gestürmt. Die starken Kirchentüren wurden von der Menge zertrümmert und durch die wertvollen Fenster sausten Dutzende von faustgroßen Steinen. Auf der Straße herrschte vollständige Dunkelheit. Die P 0 l i z e i hatte inzwischen Hilfs- mannschaften requiriert und rückte gegen die erregten Massen mit der blanken Waffe vor.
Die Zahl der verletzten Polizeibeamten wird auf 4 3 angegeben, die der Tumultanten ließ sich bis in die frtoeite Morgenstunde noch nicht feststellen.
Der Sieg öes Sozialdemokraten in Frankfurt a. Oder.
Die Hoffnungen für die Stichwahl im Kreise Frank- sirrt a. d. Oder waren gering; der Entscheidungskampf führte gestern zu einem neuen Siege der Sozialdemokratie.
Seelow, 26. Sept. Bei der heutigen Reichstagsersatzstichwahl im Wahlkreise Frantfurt-Oder-Lebus wurde der Sozialdemokrat Faber mit einer Mehrheit von 172 Stimmen gewählt. Für Winter (Rall.) wurden 15 625, für Faber (Soz.) 15797 Stimmen abgegeben.
Bei der Hauptwahl am 15. d. M. war Winter mit 7754 Stimmen mit Faber in die Stichwahl gekommen, der 14 319 Stimmen aufbrachte. Der wnservative Arbeitersekretär Dunkel halle es nur auf 6595 Stimmen gebracht. Die Konservativen haben sämtlich für den nationalliberalen Kandidaten gestimmt, und es gelang, für diesen noch rund 1200 Sllmmen mehr zu gewinnen. Der Sozialdemokrat erhielt dennoch eine knappe Mehrhell.
Die Belegung öes Werslardeiter-Ausstanöes.
Erfreulicherweise sind Aussichten vorhanden, daß der große Ausstand der Werstarbeller, bei mit all seinen Folgen ein nationales Unglück bedeuten würde, friedlich beigelegt werden kann. Wir erhalten folgende Meldungen:
Berlin, 26. Sept. Die Beilegung des Werftarbeiterslleiks ist zwar in Aussicht, jedoch noch nicht sichergestelll. In der heutigen (Atontags-) Sitzung, die auf Einladung des industriellen Verbandes abgehalten wurde, machte sich auf beiden Sellen eine versöhnliche Stimmung geltend. In verschiedenen Punkten wurde durch beiderseitiges Nachgeben eine Uebereinstim- mung erzielt Die Sitzung, die um 5 Uhr begonnen halle, schloß erst kurz vor 10 Uhr abends. Die Weiterberatung wurde dann in Anbetracht der vorgerückten Stunde auf Mittwoch nachmittag vertagt. Sowohl die Delegierten der Arbeiter, wie die Vertreter der Arbeitgeber sollen zunächst die einzelnen von beiden Sellen gemachten Vermittclungsvorschläge noch getrennt beraten, um in der gemeinsamen Sitzung am Aiillwoch endgülllge Beschlüsse zu fassen.
Berlin, 27. Sept. Heute begannen hllr die Verhandlungen zur Bellegung des Werftarbeiter st reiks in Hamburg. Ueber chren Inhalt wird .strengstes Stlllschweigen beobachtet Außer den Vertretern der freien Gewerkschaften nehmen auch solche der Hirsch-Tunckerschen Gewerkvereine und der chrisllichen Ge- werkschasten an den Besprechungen teil,
Tagesschau.
Das künftige Verhalten der sozialdemokratischen Revifiovistev.
Der ,^Vorwärts" läßt sich aus Magdeburg melden: & ,e m11 ^ank erklärte dem Genossen Fischer vom Brüsseler Peuple, der ihn offiziell interviewte: Wir werde n d em P a r t e i t a g s b e s ch l u ß F 0 1 g e l e i st e n, die Frage aber, ob die Budgetbewilligung eine Frage des Prin- zips oder der Takllk ist, de mJnternationalen Kongreß unter br eiten. Sollte dieser unsern Standpunkt nicht teilen, so wäre allerdings das letzte Mittel erschöpft
Der „Vorwärts" bemerkt dazu:
-Wir nehmen vor allem mit Vergnügen Notiz von dem Willen der Mmderheit, sich dem Beschlüsse des Parteitages zu unterwerien. Zu bedauern ist, daß diese Erklärung aus dem etwas ungewöhn- lichen Wege eines Interviews erfolgt, statt daß sie vor dem Forum des Parteitages bekannt gegeben wurde.
„Was nun den Appell an die Internationale anbetrifft, so mochten wir vorläufig bezweifeln, daß er erfolgen wird. Genosst orank erklärte in Magdeburg, daß er wohl bereit gewesen wäre, um Indemnität nachzusuchen, wenn er sicher wäre — „die Majorität hinter sich zu habend Das legt dre Vermutung nahe, daß er auch an die Internationale nur dann appellieren würde, wenn er dort der Zustimmung sicher ist. Diese Hoffnung wird er indessen wohl bald aufgeben müssen, wenn er sieht, wie energisch die ausländischen Genossen sich die Budgetbewilliger von ihren Rockschößen abschütteln.-
Um dies zu bekrästtgen, zitiert das Zentralorgan eine sozialdemokratische Preßstimme aus Wien und Auslassungen des französischen Führers Jaurös. Frank gibt auf diese Veröffentlichung eine sehr gewundene Erllärung ab. Er ersucht die Frkf. Ztg. um die Feststellung, daß er sich so bem Genossen Htscher-Brüssel gegenüber nicht geäußert habe. Bezüglich der Konsequenzetl, die sich für die Süddeutschen aus dem Magdeburger Beschlüsse ergeben, habe er sich Fischer gegenüber, der chn unmittelbar nach der entscheidendeni Sitzung darüber fragte, genau so geäußert wie in der Sitzung selbst. Es sei durch das Fischersche Interview also durchaus nicht etwa eine neue Situation geschaffen worden.
Ein neuer Hofgänger ist in Baden entdeckt worden, der, allen Verboten zum Trotz, die GratulationseouD der Bürgermeister beim Großherzog mitgemacht hat. Der verstockte Sünder ist der sozialdemokratische Bürgermeister von Hagsseld, Genosse Wurm. Der Karlsruher „Volkse fremw" hat chn antelegraphiert, nicht etwa, um ihn zu beglückwünschen, sondern um nach dem Grunde seiner Handlungsweise zu forschen. Wurm hat gelassen erklärt, die Wahrung der Interessen seiner Gemeinde hätte chn be* stimmt, sich von dem Empfang der Bürgermeister der tleineu Gemeinden Badens durch den Großherzog nicht auszu- jchlleßen. „Unglücks-Wurm", so schreibt das „Berl. Tgbü", dem wir diese Attttellung entnehmen, „wie werden sie mit dir umgehen!"
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Die neuen Militarforderungeu.
Aus Berlin wird uns geschrieben:
Die Verhandlungen zwischen dem Reichsschahämt und dem Kr i e g s m ini st er iu m über die Aufstellung des neuen Militär haus Halts und die Feststellung der neuen Quinquennatsvorlage sind zufriedenstellend . für beide Ressorts verlausen. Es hat eine Einigung auf der mittleren iLinie stattgefunden, nachdem das Kriegsministerium einige minder wichtige Forderungen seines Haushalts zurückgezogen hatte und auch die Militärvorlage auf das notwendigste Maß beschräntt worden war. Hiermit sind die größten Schwierigkellen für die Haushallsausstellung besellcht, da die Wünsche der übrigen Ressorts chon an und für sich bescheiden waren. Mt der Aufstellung
ihrer Familie immer sestg eh alten worden. 9wch ein arideres Mitglied der Famllie Hayman ist in dem Buche verewigt worden, nämlich der kleine Bruder der Verstorbenen, der durch einen UnjaU zum Krüppel geworden war und schon als Kind starb. Die rührende Gestalt dieses kleinen Jungen hat Züge zu der Figur von „Klein Tim" geliehen.
— Das geräuschlose Gewehr im 17. Jahrhundert. Vor einiger Zell erregte das geräuschlose Gewehr, eine Erfindung des Amerikaners Maxim, berechtigtes Aufsehen. Es scheint jedoch, als bewahrheitet sich auch bei dieser Erfindung das Wott, daß alles schon dagewesen sei. Wenigstens berichtet der aus Speyer stammende Johann Joachim Becher in seinem 1682 in Frankfurt a. M. erschienenen Buche „Narrische Weisheit" im 21. Kapitel des ersten Teiles über einen Knalldämpser am Gewehre, der von einem gewissen D 0 u s 0 n oder T 0 u s s 0 n erfunden worden sei. Man schießt nach seiner Angabe aus dem Rohr mll gewöhnlichem Pulver und Blei, ttotzdem gebe es wegen der eigeillünllichen „Bereitung des Rohres" keinen Knall. Zur Zeit dieser Erfindung Toussons scheint man sich mit der Frage des knallschwachen Pulvers beschäftigt zu haben, denn Becher streicht die eigeillümliche Laufkonstruktion heraus, indem er von ihrem Erfinder sagt: „Er nimmt gemein Ptllver und gemein Bley in der ordinari-Ladung, und thut weiter nichts dazu, schießt so stark als ordinari, juiü> wird doch kein Knall gehöret, und besteht die Kunst allein in dem Rohr, dessen Sttucktur den Knall supprimiert. Ich habe^ zwar selbst den Effekt dieses Rohres nicht gesehen, aber Se. Hoheit, der Prins Rupprecht, haben mir etliche Mal gesagt, daß sie dergleichen Rohr haben, und die Probe damit gethan, wie es mir dann auch Douson selbften bekräfftiget." F. M. Feldhaus, der lli den „Technischen Moimtsheften" auf diese verschollene Erfindung hinweift, meint, es sei kaum an ihrer Wahrheit zu zweifeln. Becher war ein namhafter Gelehrter, und der Pfalzgraf Rupprecht, in dessen Diensten Becher stand, war in allen mechanischen Künsten so bewandert, daß seine Angaben wohl glaubwürdig erscheinen.
— Hervor ragen de Leistung eines Polizeihundes. Von den vielen Polizeihundstückchen verdient eine neuere Leistung des Hagener Polizeihundes Roland hervorgehoben zu werden, weil sie für den außerordentlich feinen Geruchssinn eines guien Hundes einen erstaunlichen Beweis liefert. In der Nähe von Schwerte wurde, so berichtet die „Kötu, Ztg.", kürzlich, abends gegen 11 Ufe
I dem Direktor eines Ziegelwerkes offensichtlich in böswilliger I Absicht ein schwerer Stein durch das Fenster des im ersten Stockwerk befindlichen Schlafzimmers geschleudert. Der Direttor, der eben das Zimmer betreten und Licht gemacht hatte, blieb unverletzt und ließ den Stein unberührt im Zimmer liegen. Anderen Tags, also 12 Stunden nach der Tat, traf der Polizeihund Roland ein, der den Stein beroch, dann die Treppe hinunterlief und nun die Spur auf dem vor dem Hause herfihrenden Weg aufnahm: An der Stelle, von der aus der Stein geworfen worden war, blieb der Hund einen Augenblick stehen, um dann die Spur weiter über einen großen Hofraum in ein Haus hinein zu verfolgen, in dem etwa 30 Ziegelarbeiter wohnen. Roland flieg ohne Zögern eine Treppe hinan und führte den Schutzmann in einen Raum, in dem sich 18 Arbeiter befanden. Nachdem das Tier alle beschnuppert hatte, blieb es vor einem holländischen Arbeiter stehen, der nach einem kurzen Verhör auch eingestand, aus Aerger den Stein gegen den Direktor geschleudert zu haben.
— Rudolf Dellinger si Rudolf Dellinger, der kaum noch bekannte Operetlentomponist und frühere Direktor des Dresdener Residenzlheaters, ist in der Samstagnacht in der städtischen Heil- und Pflegeanstalt in Dresden nach langem Leiden gestorben. Dellinger hat ein Alter von 54 Jahren erreicht. Seine Operette „Don Les ar' ist noch unvergessen, aber der Name des unglücklichen Komponisten ist im breiteren Publikum nicht mehr bekannt.
it. Mainzer Stadttheater. Mma Saccnr, die bekannte Berliner Operrttensängerin als Gast in Sidney Jones reizender Operette „Die Geisha", zog das Publikum mächtig an. Alma Saccur, unterstützt durch die Mittel ihrer klangvollen, wohllauten Sttmme, belebte die Gestatt der freundlichen, weh- muisvollen Geisha mll edler Kraft und schuf ein prachtvolles Bild der lieblichen Japanerin, das in dem Auftritt mll Rogllulld Faifar und dem rührenden Liede ,F) tanz du kleine Geisha" eine erstaunliche Höhe erreichte. Von den Damen ist chr nur Frl. Slllosy als „Lady Seanwre" nahe gekommen, die mll flotte^ Zügen die abenteuerlustige Engländerin festhielt.
— KurzeNachrichtenausKunstLWissenschaft. Der frühere Professor der Astronomie an der Kopenhagener Universität, Thiele, ist int Aller von, 72 Jahren in Kopenhagen gestorben


