nanntet Tvggennase die öängsfurche zwischen beiden Nasenhälfk« tmrch ein neues Verfahren, ,chie plastische Kcilhebung", ausge» führt. Tie Einsenkung des Nasenprosils, die sogenannte Sattelnase, Tarrn durch Einsenkung eines Knochenstuckes aus dem Schienbein beseitigt werden. Tas Knochenstück lvird von innen her unter die Haut des Nasenrückens geschoben, wodurch jede äußere Narbe vermieden wird. Zur Beseitigung geringerer Einsenkungen des Nasenprosils wird durch einen inneren Eingriff der größte Teil der breitgedrückten knöchernen Seitenwände völlig aus ihrem Zusammenhänge mit den übrigen Bestandteilen der Nase gelöst und als Ersatzmaterial für das vorn fehlende Nasengerüst unter die Haut des gesunkenen Nasenrückens eingepflanzt.
Eine besonders interessante Heilung gelang bei folgendem Fall: Turch die Erkrankung an Lupus war bei einem hübschen jungen Mädchen die ganze untere Nasenhälfte zerstört worden, so daß die Nase die größte Aehnlichkeit mit der eines knöchernen Schädels hatte (Totenkopfnase). Bon den beiden möglichen Wegen des Ersatzes der Haut aus der Stirn oder aus dem Arme wurde der letztere gewählt, um eine entstellende Stirnnarbe zu vermeiden. Tie Armhaut heilte ohne jede Störung an die Gesichts haut an und bedeckte das an Stelle der Nase in der Mitte des Gesichts befindliche Loch zunächst in unförmlicher Gestalt. In einer zweiten Operation wurde eine 6 Zentimeter lange starke Knochen leiste aus dem Schienbein unter die überpflanzte Arm haut eingefügt und dadurch ein gerader Nasenrücken erzielt. Tann wurde die Nasen scheide wand aus der Oberlippe und brr noch fehlende rechte Nasenflügel aus dem benachbarten Teil ber rechten Wange gebildet. Nun war die Nase vollständig und das junge Mädchen, das vorher ihre Verunstaltung durch eine an einer sonst unnötigen Brille befestigte künstliche Nase aus Papiermache zugedeckt hielt, geht jetzt mit ihrer neuen, aus ihrem eigenen Körper material gebildeten nätürlichen Nase ohne jede Scheu umher.
Schlußsitzung.
Tie zweite allgemeine und zugleich Schlußsitzung der 82 Teutschen Naturforscher- und Aerzteversammlung fand int Konzettsaale des Tiergartens statt. Auf das Huldigungstelegramm an den Kaiser war inzwischen eine Antwort eingelaufen, die durch den zweiten Geschäftsführer Professor M e p e r (Königsberg) zur Verlesung kam. Darauf wurde in die Tagesordnung eingetreten und die Referate entgegengenommen, die vorwiegend fachwiss-enschafl- liches Interesse boten. Es sprach Professor Dr. Monakow (Zürich) über „Lokalisation der Hirnfunktionen" und Professor Dr. Planck (Berlin) über „die Stellung der n e u e r e n P h y s i k zur mechanischen N a t u r a n s ch a u - u n g". An dritter Stelle hiett Professor Dr. T o r n a u i st (König-, berg) einen Vortrag lokalen Charakters über die „Geologiedes Sa ml an des". Damit war die wissenschaftliche Arbeit bet Sitzung erledigt, und der zweite Geschäftsführer Professor Dr. Meyer (Königsberg) schloß die Tagung mit einer kurzen Ansprache, in der er betonte, daß sich vor allem die Ehrlich- Sitzung in das Gedächtnis der Menschheit eingraben werde
Wir erlebten, so führte er weiter aus, vor einigen Wochen den Berliner Weltkongreß für freies Christentum. Wie man sich auch dazu stellen mag: Wäre da ein gedeihliches Zusammenwirken, etwa eine religions-naturwissenschafttiche Versammlung so ganz unmöglich? Könnten da nicht bei unbefangene: Aussprache und Prüfung Gegensätze überbrückt werden, die von jeher unversöhnlich erschienen. Oder auch eine sozial-naturwissenschaftliche Tagung? Der Redner schloß mit einem Dank an alb, die das Gelingen des Tages ermöglichten. — Darauf ergriff der Vorsitzende Professor Dr. Wien (Würzburg) das Wort, um iwdi einmal auf die Bedeutung der Tagung hinZuweisen, die er dann tnii einem Dank an die treue Mitarbeit des Königsberger Ausschusses für geschlossen erklärte.
Ta-
1909 die An- von
An» Stadt und Land.
Gießen, 26. Sept. 1910.
Manöverbrocken.
Am Sämslag haben die letzten Truppen, Dragoner und Artillerie, das Manöverfeld, den Vogelsberg, verlcrssen und den Rückmarsch zur Garnison angetreten. " Wie gern man die Truppen im Vogelsberg aufnahm, zeigt folgendes Vorkommnis. In einem Dorfe hatte man seit 1866 keine Einquartierung gehabt. Das Torf rüstete zum Empfang der Manövertruppen wie zu einem Feste. Eine Ehrenpforte grüßte die einrückenden Soldaten am Eingang des Ortes. Tie Häuser waren mit Fahnen und Girlanden geschmückt. Die Mannschaften, Teile der hessischen Division, wurden wie Festgäste aufs beste bewirtet. Es mag wohl auch einzelne Quartiere gegeben haben, die den Soldaten nicht gefielen, wie es auch einzelne allzu anspruchsvolle Mannschäften gab. Aber sie bilden die Ausnahme. In einem Quartier zu Groß-Felda hatte beim Abmarsch ein Soldat sein Portemonnaie mit 40 Mk. Inhalt liegen lassen. Da zwei Mann int Hause einquartiert gewesen, so wußte der redliche Hauswirt nicht, welchem von beiden er den Fund nachsenden sollte. Er machte sich auf den Weg nach Stangenrod, wohl vier Stunden weit, wohin die Mannschaft marschiert, suchte hier den Soldaten auf und überreichte dem aus das freudigste Ueberraschten die Börse. Im Gelände zwischen Ermenrod und Zeilbach verlor ein Offizier seine goldene Taschenuhr. Hoffentlich gerät sie einem gleich ehrlichen Finder wie dem Hauswirt in die Hände.
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** Die Jahresversammlung der hessischen Anwaltskammer findet am Samstag, 1. Oktober d. I., vorm. IO1/2 Uhr, im Sitzungssaal der 1. Zivilkammer des Landgerichts im hiesigen Justizgebäude statt. Auf der Tagesordnung stehen außer Jahresbericht, Rechnungsstellüng, Voranschlag usw. u. a. ein Referat des Rechtsanwalts JUstiz- rat Lichten-Mainz über die neue Gebührenordnung, eine Besprechung über das Rechtskonsulentenwesen und auf Antrag von 13 Anwälten eine Be
ratung über die Frage: Wann und in welcher Weise gedenkt der Vorstand die durch eine Kommission im Jahre bewirkten Arbeiten bezüglich der Fürsorge für Gehilfen f 0 r t z u s e tz e n. Nach den bisherigen Meldungen sind zu der Tagung 50—60 Rechtsanwälte außerhalb zu erwarten.
= Alsfeld, 25. Sept. Der Landwirt Dippel aus Reibertenrod, ein noch junger, rüstiger Mann, wurde am Eamstcrg früh, als er in einem hiesigen Friseurgeschäft weilte, von einem tödlichen Herz sch la g betroffen. Die Teilnahme .nut der schwergeprüften Familie, der im vorigen Jahre durch Cl~en ^iMrahl Haus und Hof eingeäschert wurde, ist in allen kreijen der Bevölkerung sehr groß. — Nächsten Sonn- lag, g. Oktober, findet hier im Saale des »Deutschen Kaiser- eine Zusammenkunst sämtlicherZweigvereme beS Sßogels-
82. Deutscher Naturforscher- und Aerztetag.
Königsberg, 24. Sept.
In den fortgesetzten Beratungen der Fachabteilungen behandelte der Aeghptologe Werszinski (Königsberg) das therapeutische Heilverfahren in der altägyptischen Medizin. Die alten ägppttschen Aerzte verwandten äußerlich Einreibungen aller Art und Massage sowie Verbände, die aus Pflanzenfasern bestanden und mit den Heilmitteln getränkt wurden. Sie machten schon einen Unterschied zwischen dem ständig gewechselten Umschlag und dem Verbünde, der längere Zeit auf der kranken Stelle liegen muß. Ferner wurden Räucherungen und heiße Packungen viel verwandt und schließlich sind auch noch Verordnungen von Jnhala- tionen erhalten. Innerlich wurden Latwergen und trockene Medikamente angewandt. Alle Rezepte finb von einer ungeheuren Mannigfaltigkeit der Drogen, von denen wir bisher allerdings nur einen Bruchteil zu bestimmen vermögen. Die Anwendung von Korrigentien war in weitem Maße bekannt. Selten fanden dagegen Operationen statt. Vor Mutigen Eingriffen schien man sich doch noch zu furchten. Von großer Vorsicht zeugt die Vorschrift bei gewissen unheilbaren Krankheiten nichts zu tun. .Kleinen fttnbern wurde das Mittel selbst ein gegeben, wenn sie laufen tonnten. Was das noch nicht der Fall, so mußte an vier aufeinander folgenden Tagen die Amme das Mittel nehmen, die dessen Wirkung mit der Milch übertragen sollte. Manche medizinische Kenntnisse der alten Aegypter haben auch unlauteren Zwecken gedient So diente em Mittel das die Haare ausfallen ließ, dazu, Nebensrauen ihres Haarschmuckes zu berauben.
3» der Abteilung für Chemie spricht Professor Dr. Pauli (Koblenz) über unsichtbare Phosphoreszenz
IN der Abteilung für Hals- und Nasenkrankheiten machte Professor Dr. Joseph (Berlin) interessante Mitteilungen über die Fortschritte auf dem Gebiete der
Nasen korrektur en.
Tie Methoden zur Nasenverkleinerung finb verschieden, je nachdem ^^tigung. der übermäßigen Konvexität, des Nasenprosils, uw Verkürzung einer zu langen Nase, um Ver- chmalerung der Nase oder nur der Nasenspitze usw. handelt Zur Geraderichtung schiefer Nasen namentlich bei Schiefheit der obnen knöchernen Nasenhaltte empfiehlt der Redner den keilsörmiqen Aus- chnitt aus der breiteren knöchernen Seitenwand. Turch diesen ^schnM wird erst der erforderliche Platz für die Verlagermig der schi-efstehenden Nase nach der Mittellinie des Gesichts cbaffen unb gleichzeitig die Rücktelw in die frühere schiefe Stellung am besten verhütet. Tie Operationen der Verkleinerungs- und Äcknefnasenplastik werden unter der äußeren Haut von den ^afen^ lochem her ausgefuhrt und hinterlaßen daher Feine äußeren Narben. 3ur Korrektur von Nasendefekten gibt es einige neue Methoden. VerJlebner hat bei einem Nasenflügeldefekt eine ziemlich große durch Lupus entstMidene Lücke mit bestem Erfolge durch ein d«n n^bn Nasenflügel entnommenes, völlig abgetrenntes Haut stück MMchtllt, Mq äfit öl MD Falle PM gefpafleNn sygo-
von allen ohne Unterschied respektiert werden. (Stürmische Zustimmung.) Unser alter Führer Bebel war ja hier in geistiger Frische und Kraft' ich glaube, daß es der Wunsch aller Parteigenossen nicht nur hier im Saale, sondern im weiten deutschen Reiche und über die Grenzen hinaus ist, daß ihm eine gute Gesundheit vergönnt bleibe, damit er fein Wirken weiter fort* setzen könne. Der Redner schließt mit einem Hoch auf die sozialdemokratische Partei Deutschlands und die Sozialdemokratie aller Länder. Die Teilnehmer stimmen beim Verlassen des .Saales die Arbeitermarseillaise an.
Der F 0 rstverein für Hessen hielt seine 17. Tagung in Jugenheim a. d. B. ab. Es nahmen etwa 60 Herren und 20 Damen teil. Am 1. Tage wurde ein Wald ausflug in die Oberförstereien Jugenheim und Eberstadt unternommen. Die Fahrt ging durchs das Flugsandgebiet der Ebene und zeigte, wie mit unenblidKin Fleiße und sorgsamem Eingehen auf die verschiedenen Bedürfnisse des Standortes, auch diesem mageren Boden Mach Ertrage — und zwar wertvolle — abgerungen werden. Waldfeldbau und Naturveriüngung, zwischen und neben der Herrschenden Holzart (Kiefer) Buchen, Fichten, ja Ahorn und Walnuß usw. konnte man eingehend studieren. Es fand ferner eine Vorführung der v. Schmittburgschen Waldpflüge, Säe- und ^at-Maschinen statt. Bei den Verhandlungen hielt nach Erledigung des geschäftlichen Teiles Geh. Forstrat Joseph seinen Vortrag über „Die forstliche Bewirtschaftung des Flugsandgebietes in den Oberförstereien Eberstadt und Jugenheim". Anschließend erläuterte Forstmeister v. Schmittburg seine Maschinen. Einer Anregung von Forstmeister Klump und Hoffmann-Butzbach, ange- sichts der drohenden Mäuseplage die Kreisämter auf die bereits bei der 16 Tagung des Vereins empfohlenen Gegenmittel hin- zmvepen, fhmmte die Versammlung zu. Die Einladung des Ersten von Mnburg-Büdmgen, überbracht durch Kammerdirektor Muller, die nächste Versammlung (1912) in Büdingen abzu- chalten, wurde angenommen.
Vom S chlacht Hofs-Neubau. In den letzten 14 Tagen ist der 40 Meter hohe Kamin der Schkrchtäifs- anlage, der vom Bauunternehmer Becker hier hergestellt imrd, erheblich gefördert worden. Mit seiner Fertigstellung sind die eigentlichen Erweiterungsbauten vorerst beendet Der innere Ausbau ist soweit vorgeschritten, daß man sich ^bereits em Bild des späteren Betriebes machen kann. Die Wartebuchten vor der Schweineschlachthalle sind durchEisen- stabe untereinander geschieden. Von diesen aus kommen die Tiere auf eine Bühne in die Halle, auf der das Schlachten vor sich geht. Unmittelbar unter dieser Bühne haben zwei mächtige Brühkessel ihren Platz gefunden. Interessant ist dre bereits fertige Hochtransportbahn, mit der die ausqe- schlachteten Schweine durch die Schweineschlachthalle und dre Verbindungshalle in den Vorkühlraum gebracht werden Die Dampfkessel sind betriebsfertig, an ben Maschinen und den Einrichtungen zur Eisfabrik wird noch gearbeitet doch werden die Monteure bis Ende Oktober damit fertig Dre einzelnen Abteile in dem Kühlraum, die zur Aufbewahrung des Fleisches an die Metzaer abgegeben werden sitü) aus kräftigen Eisenftäben ähnlich wie Raubtierkäfiae gebaut und so eingerichtet, daß niemand ohne Schlüssel etwas von den darin unter gebrachten Fleischvorräten ent- i^nen kann. Bereits hat man mit der Bekleidung der Wandflachen mit Porzellanplatten begonnen. Auch der Wattenbelag für die Fußböden ist teilweise schon an die .Verwendungsstelle gebracht und demnächst wird mit deren Verlegung begonnen werden. Auch an der Entnebelunas- anlaqe in der Schweineschlachthalle wird bereits ae- ,arbeitet. Voraussichtlich kann der neue Teil des Schlacht- böses spätestens Ende März dem Betrieb übergeben werden. "Die Maul- und Klauenseuche ist auöge- brochen in: 1. Bosemb, Kreis Sensburg, Regierungsbezirk Allenstein; 2. M-Jlischken, Kreis Wehlau, Regierungsbezirk Königsberg; 3. Markersdorf, Kreis Ratibor; 4. Sternalitz, Kreis Rosenberg, Regierungsbezirk Oppeln; 5. Schmottseiffen' Kreis Loewenberg, Regierungsbezirk Liegnitz; 6. Krottorß Kreis Oschersleben, Regierungsbezirk Magdeburg; 7. Klingenburg, Kreis Schroda, Regierungsbezirk Posen, am 22. September 1910.
berg er Höh'enklubS statt. Der Alsfelder Zweigverein trifft bereits alle Vorbereitungen, um seinen Gästen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen.
! Mainz, 25. Sept. Da die Rennbahn Wiesbaden— Erbenheim sich eines so außerordentlichen Zuspruches aus Mainz, Frankfurt usw. erfreut, tragen sich verschiedene Gesellschaften mit dem Plan, eine elektrische Bahnlinie von Mainz, bezw. Kastel, nach der Rennbahn zu legen.
v. Dorlar, 25. Sept. Dank der überaus günstigen Witterung war das heute hier abgehaltene Jünglingsfest auch von außerhalb sehr gut besucht. Pfarrer Vömel- Rodheim und Koch-Lützellinden sanden willige Zuhörer. DaS diesjährige KreiS-IünglingSfest wird in 14 Tagen in Groß-Rechtenbach gefeiert.
X AuS dem Kreise Wittgenstein, 25. Sept. Nachdem nunmehr am Mittwoch die landespolizeiliche Abnahme der Teilstrecke der Edertalbahn Raumland — Berleburg einen befriedigenden Abschluß gesunden hat, steht der Inbetriebnahme der Bahn nichts mehr im Wege. Sie soll am 1. Oktober erfolgen. — In den Wittgensteiner Bergen wurde bereits leichter Schneefall bemerkt.
Provinzial-AuSschuß der Provinz Oberhessen.
L. Gießen, 24. Sept.
Anwesend: Provinzialdirektor Dr. U s i n g e r sowie vier ordentliche und zwei Ersatzmitglieder.
1. Enteignung von Gelände in Gemarkung Bad-Nauheim zur Erweiterung des Bahnhofs Bad-Nauheim; hier Ausspruch der Enteignung.
Durch Urteil des Provinzral-Ausfchusses vom 16. April 1910 war die Zulässigkeit der Enteignung ausgesprochen worden. Inzwischen hat die König!. Eisenbahndirektron Frankfurt a. M. die Auszahlung der zuerkannten Entschädigungen nachgewiesen und den Ausspruch der Enteignung beantragt. Diesem Antrag wurde entsprochen.
2. Antrag der Gemeinde Steinfurth auf Ablösung der der G e s a m t f a m ili e Löwvonund zu Steinfurth obliegenden Verpflichtung zur Anschaffung und Unterhaltung des Faselviehes dieser Gemeinde.
Dem genannten Antrag war insofern entsprochen worden, als das Gr. Kreisamt Friedberg Verhandlungen mit den Vertretern der von Löwschen Seitenlinien in Staden und Steinfurth gepflogen und mit ihnen, mit Ausnahme eines einzigen, eine Vereinbarung über die Höhe der von der Gemeinde zu zahlenden Entschädigung getroffen hatte. Infolge Widerspruchs des nicht zugezogenen Mitgliedes der Famitte erging dann Urteil des Kreisausschusses des Kreises Friedberg, gegen das sämtliche Beteiliaten Rekurs verfolgten. Der Vertreter der Freiherren Luowig und Hugo Löw von und zu Steinfurth stützte seinen Rekurs in erster Linie darauf, daß es nicht genüge, wenn die Vertreter der beiden Seitenlinien zugezogen würden, sondern es müsse die Ge- samtfamilie vertreten sein, wie dies aus dem Familienvertrag hervorgehe. Der Provinzial-Ausschuß gab diesem Rekurs statt und verwies die Sache zur nochmaligen Verhandlung und Entscheidung an den KreiZausschuß des Kreises Friedberg zurück.
3. Bürgermei st erwähl znWohnbach, Kress Friedb er g.
Bei der am 15. März 1910 zu Wohnbach stattgehapten Bürgermeisterwahl erhielt Hermann Kratz 74 und Ernst Eichelmann 65 Stimmen. Eichelmann reklamierte und das Gr. Kreisamt Friedberg stellte fest, daß ein gewisser Emmel am Abend vor der Wahl ein Fäßchen Bier von cttva 20 Liter zum besten gegeben hatte, von dem angenommen wurde, daß es tatsächlich nicht dieser, sondern Kratz bezahlt habe. Am gleichen Abend und schon mehrere Tage vorher vertrank die Gegenpartei für 277,99 Mk. Der Großh. Kreisrat beanstandete deshalb die Wahl und der Kreisausschuß erklärte sie in nichtöffentlicher Sitzung für ungültig. In der heutigen Verhandlung wurde durch Vernehmung einer Reche von Zeugen sestgestellt, daß der Gewählte Kratz mit der Freibierspende nichts zu tun hatte und jeden Schein einer Beeinflussung vermieden hatte. Der Provinzial-Ausschuß entschied deshalb, daß der erhobenen Beanstandung nicht stattzugeben sei.
Märkte.
ic. Frankfurt a. M., 26. Sept. (Orig.-Telegr. des „Gieß. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Mk. 20.60—20.69, Kurhess. Mk. 20.50-20.75, nordd. 00 'M, La Plata Kansas Mk. 00.00—00.00, Roggen (hiesiger) Mk. 15.30 bis Mk.15.15,Gerste (Wetterauer) Mk. 16.00—16.75, Gerste Franken Pfälzer RiedMk.16.50—17.60, Kleie Mk.00.00-00.00,Hafer(alter)16.25-1K.7Ü, (neuer) 15.09-15.25, Mais Mk. 14.50—14.65, Weizenmehl 0 Mk. 30.06 bis 30.25, 2. Qualität Mk. 23.75-00.00, 3. Qualität Mk. 22.25 bi§ Mk. 00.00, 4. Qualität Mk. 00.00—00.00, Roggenmehl 0 Mk. 23.00—23.25, 1. Qualität Mk. 19.00—19.50, 2. Qual. Mk. 00.00 bis 00.00, Weizenkleie Mk. 9.00 bis All. 9.50, Weizenschoie Mk. 00.00—00.00, Roggenkleie Mk. 9.50 bis Mk. 10.00, Malzkeime Mk. 00.00—00.^0, Raps Mk. 23.00-00.00, Biertreber 12.25-12.60. Alles oer 100 Kg. ab hier.
fc. Frankfurt a.M. Viehhof-Marktbericht vom 26. Sept. Auftrieb: 1500 Rinder, darunter 490 Ochsen, 72 aus Oesterreich, 37 Bullen, 976 Kühe, 330 Halber, 365 Schake, 1903 Schweine.
Tendenz: Rinder langsam, fast ausverkaust, Kälber und Schase ruhig, ausverkaust, Schweine belebt, nahezu geräumt.
Preis pro 100Psd.
Lebend- Schlacht« gewicht
Ochsen. Mk. Mk.
Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht-
wertes, höchstens 6 Jahre alt 50—55 91—95
Junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere
ausgemästete . I......... 47—50 86—90
Mäßig genährte junge und gut genährte ältere 44—46 80—82
Bullen.
Vollfleischige, ausgewachsene, höchsten Schlachtw. 46—51 76—86
vollfleischige, jüngere ........ 40—45 66—75
Färsen, Kühe.
Vollfleischige ausgem. Färsen höchst. Schlachtw. 43—47 77—84
Vollfleischige ausgemästeteKühe höchstenSchlacht-
wertes bis zu 7 Jahren 43—46 78—83
Aeltere ausgemästete Kühe und wenig gut ent
wickelte jüngere Kühe und Färsen .... 36—42 67—76
Mäßig genährte Kühe und Färsen .... 26—31 54—62
Gering genährte Kühe und Färsen 23—24 53—55
Kälber.
Feinste Mast-(Vollmilchmast) u. beste Saugkälber 58—62 96—103
Mittlere Masi- und gute Saugkälber .... 53—57 90—97
(Geringere Saugkälber 50—52 85—88
Schafe.
Mastlämmer und jüngere Masthammel . . . 38—00 80—00
Aeltere Masthammel und gut genährte Schake 30—33 72—75
Mäßig genährte Hammel und Schafe (Dterz-
schase)............ . . 29—00 68—00
Schweine.
Vollfleischige Schweine über 2 Zentner
Lebendgewicht 66.00—57.00 70.00—71.00
Vollfleischige Schweine über 21/, Zentner
Lebendgewicht ...... 56.00—57.50 69.00-72.00
Fettschweme über 3 Zir.Lebendgew. . 56.00-57.50 72.00-74.00
Fleischige Schweine 55.00—55.50 72.00—73.00
Sauen 51.00—00.00 64.00—60.00
Meteorologische Beobachtungen der Station Siehe«.
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Sept.
Wetter
1910
N t,n'S
dedenken Sie. scharfe.. avendc Seifen den Teint unbedingt schädigen Die
F1“06'. von Professoren und AerLten erprobte AchrrholM' leise sei. Ihr Talisman zur sachgemäßen Hautpflege! b*/*
Höchste Temperatur am
Niedrigste »
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Sonnenschein Bew. Himmel Sonnenschein
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Septbr. = 4- 16,5’9.
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7,9
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N
26.
7”
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4,6
5,7
90
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