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25.6.1910 Zweites Blatt
 
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Samstag Ä». Juni 1910

Zweites Blatt

160. Jahrgang

Nr. 146

Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags.

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kraft zu verwenden. Man erzählt, daß er einmal in liefern Nach I sunden, den fr an mehreren seiner Ballons anbrachte, dann zu- denken vor dem Samin gesessen l>-u>e und der anssie.gende Rauch -rnmen mit lanan SBrubcr El--»"- und mtt Argond den S* , , ,.r, < ;kv, nwhiitfiiMA Heber, einen Wärmemesser, eine neue Wasserkrattvresse, erneu,

fiabc .l lfLm bl entzündet, ihn lN ein- hu g Apparat zur Austrocknung von Früchten, einen Ventilator u. a. einzuschließen und zum ^.uftiahrzeug des Menschen ?>u mache i. . ^em Balaruc, wo er Heilung für beginnende

De? Erfinder der Luftballons.

Er starb in dem Bade Balorue, wo er Heilung für beginnende

Eine andere Geschichte weiß zu berichten, daß ihm der Gedanke

ranzösischmRe^lckoni Mes, (eint * )umorillischer Tricksilm.

Rotationsdruck und Verlag der Brühuschen Unwersuäts - Buch- und Siemdruckerei. R. Sange, Ließen.

'hnhofstr. 54

wechsel:

' prachtvolle Szen» anten al§ Taglöhnü greifenbeS Drama.

Die-lehener Zamilienblätter" werden dem »Anzeiger^ viermal wöchentlich beigelegt, das EreisbUrtt für den Kreis Siehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtschaftlichen Zeit- fragen" erscheinen monatlich zweimal.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- ftraße 7. Expedition und Verlag: e^51. Redaktion:^4A112. Tek.-AdruAnreiser»ießen.

Lähmungserscheinungen gesucht hatte. *

Tic Universität Basel beging heute die Feier ihres 450jährigen Bestehens. Im Namen der Uni­versitäten Freiburg i. Br., Heidelberg und Straßburg über- brachie Prorektor v. Schubert (Heidelberg) die Glückwünsche. Aus Deutschland sind außerdem eine Reihe von Glückwunsch- adressen eingegangen. Ter Nationalrat Jselin ülber- reichte namens der Akademischen Gesellschaft eine Sperckre von 330000 Franken -ur Gründung eines Pen­sion s s 0 n d s für die Witwen und Waisen der Universitäts­lehrer.

Was eine Volkszählung in Amerika be­deutet. Wohl eine der gewaltigsten statistischen Unterneh­mungen ist die große Volkszählung, die gegenwärtig in Amerika stattfindet. Schon vor zwei Fahren wurden die Ankündigungen in allen amerikanischen Postämtern aus» gehängt: das Schriftstück ist in nicht weniger als 24 ver­schiedenen Sprachen abgefaßt, darunter Hebräisch, Syrisch, Chinesisch und Arabisch, und soll den niederen Volksständen darlegen, daß die Voltszählung ohne steuerpolitischeHinter- gebanicn geschieht. Am 15. April begann eine Armee von nicht weniger als 70 000 Poltszählern ihre Arbeit. Da in den Vereinigten Staaten mehr als 90 Millionen Menschen leben, kommen auf jeden Zähler rund 1300 Einwohner. Von jedem Einwohner muß er sich ein Formular ausMlen lassen? das gegen 30 Fragen stellt. Nach 4 Wochen waren bei dem großen statistischen Amt in Washincfton bereits 125 Tonnen solcher ausgefüllter Formulare eingelaufen. 3500 Beamte haben sofort mit der Riesenarbeit begonnen, diese beantworteten Fragezettel nach Klassen zu ordnen. Alles in allem wird die Volkszählung einen Kostenaufwand von weit über .50 Millionen Mart verursachen.

Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wissenschast. Der Geschichtsforscher Tr. Karl Wittich in Dr esd en , früher a. o. Professor an der Universität Jena begeht am 25. Juni seinen 70. Geburtstag. Der 0. Professor uno Direktor des hygienischen Instituts an der Universität Zürich Dr. Oskar Wyß tritt mit Ende dieses Sommers 00m Lehr amte zurück.

t _____.. .

Der Ausschuß für die Reichsversicherungsordnung setzte heute die gestern abgebrochene Beratung über die Hälfte- lung der Beiträge § 412, und die Wahl des Vor­sitzenden 340) fort. Bon sozialdemokratischer Seite wurde erklärt, daß die Arbeiter, die den Kampf gegen das Dreiklassenwablrccht ausgenommen hätten, sich die von der Rcgie- rung beabsichtigte Entrechtung nicht gefallen lassen wurden. Es fei unrichtig, daß die Kassenverwaltung zu sozialdemokratischen Zwecken mißbraucht werde. Ein Redner der f 0 r t s ch r i t t l i ch e n Volksvar lei führte aus, daß mit der Hälftelung auch die in § 340 vorgeschlagenc Art der Wahl des Vorsitzenden fallen müsse. Es könne der Fall eintreten, daß von 12 Mitgliedern des >rrankeukassenvorstandes 10 Mitglieder (zwei Arbeitgeber und acht Arbeitnehmer» für einen Vorsitzenden stimmen, daß der Mann aber trotzdem nicht gewählt ist, da nach S 340 die Mehrheit der Arbeitgeber (hier also drei) dafür sein muß.

Ein Regie rungsvertreter empfahl die Vorlage. Die Regierung könne keinem Gesetz zustimmeil, das nicht ,die Gewähr tictc für eine ordentliche Verwaltung der Krankenkassen.

Ein nationalliberaler Redner brachte vor, selbst

Sie Reichroersicherungrordnung.

:: Berlin, 24. Juni.

Aus dem SttasprozetzauLschuh.

:: Berlin, 24. Juni.

Der Ausschuß für die Strafprozeßordnung nahm heute die gestern abgebrochene Beratung des § 232 über die B c weiserhebungen wieder auf und billigte ihn mit einer kleinen Beschränkung desErmessens des Gerichts". Ferner wurde festgesetzt daß ein Antrag nicht wegen BedentungsloiigkeU abgelehnt werden darf, wenn das Beweismittel zur Verhandlung beschafft ist. £ 233, der die Möglichkeit gibt, die Verhandlung auszusetzen bei verspäteter Mitteilung eines Beweismittels an die Prozeßbeteiligten, wurde nur unwesentlich abgeänderl, cbenjo § 234. Nächste Sitzung: Samstag.

Der Allensteiner Mordprozetz.

> H. Allen stein, 24. Juni 1910.

Der Vorsitzende eröffnete die heutige Sitzung mit der Mit­teilung, daß der Gerichtshof eine Anzahl von Zuschriften erhalten habe, in denen verschiedene Personen verlangen, als Zmigen ve^ nommen zu merben: einige beschweren 'ich darüber, daß sie nvckv nickt geladen sind. Unter A u s s ch l u ß d e r O e f f en t l t ch ke 11 wird bei Bruder der Angeklagten Hauptmann Luders: (Metz) Drei Viertel Stunden lang vernommen. Nach Wftderhev-* stellung Der Oesfentlichkeit macht Sanitätsrat Tr. Menzel 'Gör­litz, Bekundungen über den Gesundheitszustand der Angeklagten vor ihrer Verheiraiung. Sie litt wiederholt an Kopfschmerzen und Schwindelanfällen. Zeuge Dr. Bieda > Bernstadt, hat die Angeklagte kurz nach ihrer Verheiratung behandelt. Sie bekam in der ersten Zeit ihrer Ehe eine ganze Reihe hysterischer Anfälle. Im September 1897 hat die Angeklagte einen Vergiftungsversuch, gemacht, indem sic einen Extrakt von Herbstzeitlose, der dem Major gegen Gicht verschrieben war, austrank. Zeuge Sanitätsrat Dr. Ge r ste r B r aunf e ls,, in dessen Sanatorium die An- geklagte eine Zeitlang war, und der kommissarisch vernommen: worden ist, hat bei ihr psychische Anomalien verschiedener Aich wahrgenommen. Ihr Verkehr mit den übrigen Besuchern der Anstalt mar für die junge Frau eines Offiziers sehr frei. ?lus. ihrer Abneigung gegen den Gatten machte sic schon damals kein Hehl, diese Abneigung war aber begründet in einer gewisselr seelischen Ueberemvfindlichkeit. Die Angeklagte bot zwar nicht das Bild einer Geisteskranken, aber doch einer Person, die geistes­krank werden kann. Zeuge und Sachverständiger Dr. Seidel war der Hausarzt der Angeklagten nach ihrer Uebersiedlung nach

kleinen Handwerker seien ^gewillt, größere Lasten auf sich zu nehmen, wenn damit eine gerechtere Verteilung der Rechte er­reicht werden könne. Der polnische Vertreter sprach s Z

(Zu Montgolsiers 100. Todestage, 26. Juni.)

Die stolze Fahrt desL. Z. 7" nach Düsseldorf führt uns die großartige Entwicklung, die die Luftfchftfahrt in den letzten Zähren genommen bat, deutlich vor Nugen. Da wenden wir gern den Blick zurück zu den geringen Anfängen dreier Ent. nncfhing, mit denen auf immer der stlamc des genralen Zoiepl) Mcmtgolfier verknüpft ist, dessen Todestag am 26. ^im zum hundertsten Male wiederlehrt. Er ist der erste gewe,en, der einen Luftballon in die Höhe steigen ließ. Montgolner war der Lohn eines Papierfabrii'anten, der feinen beiden Söhnen Etienne und Joseph eine sorgfältige Erziehung zuteil werden ließ. Aber dec üngerc Joseph mochte auf der Schule nichts lernen, denn lern unruhiger Erfindungsgeist gab ihm abenteuerliche Plane und Ideen ein. Mit 13 Jahren floh er heimlich aus dem College von Tournvn mit der phantastischen Absicht, sich an der Küste verborgen zu halten und von Muscheln zu leben. Halb uer^ hungert ward er zurückgebrackst, doch bald glückte es ihm wieder, m entweichen, und nun schuf er sich wirklich einen unzugang- liehen Schlupfwinkel, in dem er unter großen Entbehrungen, nur von Fischen sich nährend, lebte und seinen vielsacksen -öbecn imb Plänen ungestört nachging^ Er beschäftigte sich damals mit der Herstellung chemischer Substanzen und gedieh schließlich in seinen Arbeiten so weit, daß er sich nach Paris wagte. Hier mußte er einige angesehene Gelehrte für sich zu gewinnen, doch sein bizarree, jicts Neues suchender Geist ließ ihn bei seinen wissenschaftlichen. Plänen nickst ausharrer: er folgte daher den Bitten seines Vaters und trat in seine Papierfabrik ein, wo er bald eine ganze Reihe von Verbesserungen und Refoinnen vorzunehinen begann. Der Vater, der an seiner alten Methode -esthielt, widersetzte sich diesem Streben: Joseph verließ deshalb das väterlickw Unter nehmen und gründete mit feinem Bruder Etienne zusammen zwei neue Fabriken, die eine in Voiron, die andere tu Beaujeu. meiner »mnreidicn Erfindungsgabe gelang es, die Herstellung des ge­wöhnlichen Papiers zu vereinfachen, die des bunten Papiers zu vervollkommnen: er erfand einen ausgezeichneten Apparat, um sic Luft in den Papiermühlen zu verdünnen, und machte die rrsten, nock) ziemlich unbeholfenen Versuche, den Stereotnodruckl «cinzuführen. Da wurde seine Aufmerksainkeü durch seinen Bruder «eus ein neues Feld gelenkt, auf dem er feiner unablässigen ft cm ll'inationsgabe freien Sauf lassen konnte. Die Ideen der Luft-- Schiffahrt beschäftigten damals viele Köpke, und einige Gelehrte, ttiaren bereits mit tlycorctifchen Plänen uiid Vorschlägen bervor- jcertetcn. Etienne hatte das interessante Buch des Tominikaners .Foseph Galftn überDie Kunst, in den Lüsten zu schiffen' ge­wesen und brachte von einer Reife auch das Buch des Engländers 'Priestley mit:lieber die verschiedenen Arten von Luft". Joseph

Gichemr Anzeiger

General-Anzeiger für Gderhchen

taaa,el

beim Anblick eines Hemdes gekommen sei, das vor dem Feuer herumflatterte. Vielleicht ist den beiden Brüdern auch bei einem aemeinfamen Spaziergang der erste Einfall gekommen, als fie die leicht und hoch in den Lüsten thronenden Wolken bctrachtetaii und sich mühten, etwas diesen HftnmelSscglem Achnliches zu em'indcn. Jedenfalls spielten die Wolken bei ihren HeberIcgiuigen eine große Rolle, und sie erfannten, daß es ihnen nur gelingen würde, ihren Ballon für lange j}eit in der Luft zu erhalten, wenn sie iljn mit einer leichteren Substanz als dft atmosphärische Luft füllen würden. Jedenfalls war am 5. Juni 1783 ihre Erfindung so weit gediehen, daß sie mit ihr in ihrem Wohnorti Annonan zum erstenmal vor die Oesfentlichkeit traten. Der erste Ballon, den fic mit Glück in die Luft steigen ließen, war kügeft förmig, von 34 Meter Umfang, und bestand aus mit Papier gefütterter Leinwand. Die Bruder traten vor die zahlreich dcv sammelte Menge und begannen den Sack zu füllen. In kurzer Zeit entwickelte sich aus der unscheinbaren Hülle eine .Engel von 10 Meter Durchmesser, die acht Männer kaum zu halten im­stande waren. Auf ein Zeichen hin wuroe der Sack loSgelasseu und stieg mit großer Geschwindigkeit bis zu einer Höhe von 300 Metern. Dann senkte er sich wieder langsam, da die ein-

Versicherten und zählt höchstens einhundert Vertreter." 8 345 blieb unverändert. § 346, der sich wieder auf die Landkranken-- taffe bezieht, wurde nicht verhandelt. § 347 wurde angenommen, ebenso ein £ 347 a:Tie Frist zwischen der Ausschreibung der Wahl und ber Wahl felbft muß mindestens vier Wochen betragen. Die Satzung kann die Frist verlängern." Ferner ein § 347 h: Die Satzung kann bestimmen, daß die Wahl nach Bezirken oder Berufsgruppen erfolgt."

Bei § 348 wurde der erste Msatz dahin geändert:Die Ver­treter der Arbeitgeber und der Versicherten int Ausschuß wählen getrennt aus ihrer Gruppe die Vorstandsmitglieder, und zwar die Arbeitgeber ein Drittel und die Versicherten zwei drittel. Gewählt wird wie im Ausschuß."

Tie übrigen Sätze des Paragraphen wurden gestrichen.

Nächste Sitzung: Samstag.

8. Generaloersammiu g des Deulsch-Evangellschen Zrauenbundes.

----- Cod-lenz, 22. Juni.

Die 8. Generalversammlung des Deutsch - Evangelischen Frauenbundes wurde Dienstag, 21. Juni, durch einen Festgottes- bienft in der Christuskirche eingeleitet.

Zur Ausschußsitzung am Dienstag vormittag hatten sich die Abgesandten der Ortsgruppen zahlreich eingefunden. Die Wahl von Gräfin Sclma von der Groeben-Hannover zur 2. Vorsitzenden des Bundes wurde einstimmig durch Zuruf vollzogen, da Fräulein A. von Bennigsen von diesem Amte aus Gesundheitsrücksichten zurücktreten mußte. t

Mittwoch, 22. Juni, begannen die Mitgliedervenammlungen. Fräulein Paula Müller, die Vorsitzende des Bundes, eröffnete die Generalversammlung.

Den Geschäftsbericht erstattete die 2. Bundesvorsitzende Gräfin S. von der G r 0 e b e n , der eine rege Tätigkeit des Bundesvorstandes durchblicken läßt. Zahlreiche Petitionen an die zuständigen Behörden, Ministerien und an den Reichstag wurden eingereicht. Sie betrafen: die Anstellung von Fabrik- bflegerinnen: das aktive und passive Wahlrecht der Frauen zu den ArbeitSkammern; die Hinzuziehung von Frauen bei der Einrichtung von Jugendgerichtshöfen und Fürsorgeausschüisen: die Zulassung von Frauen zum Amt eines Schöffen und Geschworenen in den Fällen, wo es sich um weibliche Angeklagte und Kinder handelt: die Anstellung von Frauen als Kranken-Kontroi leurinnen; die Aenderung des § 33 der R.-G -O. zur Bekämpfung der Animierkneipen und Bars, sowie mehrere Paragraphen der R.-V.-O.: die Eingliederung der Frau in die verfassungsmäßige Gestaltung der Kirche und schließlich war gebeten worden um Erlaß zeitgemäßer Vorschriften für das Dienstbotenwesen, -ter Bund umfaßt z. Zt. 97 Ortsgruppen über ganz Deutschland verteilt mit 10 700 Mitgliedern.

Es folgten einige Berichte über besondere Arbeitsgebiete des Bundes. Fräulein H. Busch gab einen Ucberblid über den Verlaut des 4. und 5. Kursus der christlich sozialen F1 a u e n s ch u 1 e in Hannover. Die Erfahrungen der letzten beiden Jahre sind gui zu nennen, auch die Frage der Anstellung der ausaebildeten Schülerinnen hat sich in befriedigender Weise lösen lassen. Zur Abgrenzung von den sog. Frauenschulklassen der höheren Mädchenschulen und zur Wahrung ihres Charakters als Fachschule wird die Frauenschule in ein christlichi-soziales Frauen-Scminar umgewandelt und der bisherige einjährige Lehr­gang auf 1 2 Jahre ausgedehnt.

Dem Geschäftsbericht der Stellenvermittelung und Anskunftsstelle für gebildete Frauen u nd M äd -

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geschlossene erhitzte Luft allmählich erkaltete. Ungeheuer war der Enthusiasmus in ganz Frankreich. Die Brüder mußten ihre Eründung auch in Paris und VersackleS vorführen. Die Atademi? der Wissenschaften in Paris nahm die beiden Brüder unter ihre Mitglieder auf: Ludwig XVI. setzte Joseph eine Pennon von 1000 Livres aus, gab Etienne einen Orden und verlieh dem Vater den erblichen Adel. Joseph Montgolfier wandte nun feine ganze Kraft der Ausgabe zu, einen größeren Ballon zu schaffen, der auch Menschen mit in die Lust nehmen könnte. Pckätre de Rozier ivar der erste, der nach einigen fehlgkschlagenen Versuchen mit diesem Montgolsierschen Ballon am 19. Oktober 1783 aufftieg. Andere glückliche Ausstiege folgten: für die neue Kunst war die. Dabu gebrochen: an der dritten dieser Luftreisen, die. am 19. Ja^ nuar 1784 erfolgte, nahm Joseph selbst teil. Unermüdlich arbeitete her Erfinder nun an der Serbeifenrng seines Werkes: Ludwig XXI. barte ihm zu diesem Zwecke eine Summe von 40 000 ?rranrs aus­gesetzt Aber die Schrecken der Revolution setzten 1 einen Be­mühungen ein lähcS Ende, über der Revolution aut Erden wurde die Revolution der Luft vergessen: erst Bonaparte nahm sich des einst so gefeierten. Mannes wieder an. Er wurde nun in dem Bureau der Künste und .Handwerke äuge steift: bei Konsul ver­lieh ihm mehrere Auszeichnungen, und das <$nititut wählte ihn itaro senken ©ebanfm Ml-, bta « 11807 ynn Müglick bet

:ber ja stets wach aufwärts fträt, zur UÜberwindung der Schwer- 1 Luftballon hat ^vseph Montgolfier 1784 auch den Salftchrrm er-

dien zufolge erfreute sich diese Vermittelung reger JnanivrE nähme. Tic Stellengesuche und -Angebote konzentrierten sich immer mehr aus Hauswirtschaftlick>e Tätigkeit und tßoblaorts* pflege, da die Vermittelung für andere Berussgruvven mehr und mehr von Fachvereincn übernommen mürbe._ rie Erlabrungen ergaben ein Mißverhältnis zwischen Stellengesuchen und stellen- angeboten. Die Zahl der suchenden älteren Hausdamen über- miegt gegenüber der der selbständigen Stellenangebote,^und cs macht sich ein Mangel an tüchtigen Hilfskräften für rvamuxe» bemerkbar, da sich die Tochter gebildeter Streue heute vielfach anderen Berufen zuwendeten.

Den Schluß der Vormittagssitzung machte ein Vortrag über daS Gemeinde-Bestimmungsrecht von Fraukern W. Lohmann- Bielefeld, dem wir folgendes entnehmen:

Die große Alkoholnot unseres Volkes, fordert dringend eine allgemeine Beteiligung zii ihrer Bekämpfung. AIS Opfer des Alloholismus gehen in Deutschland 50 000 Menschen sahrftch zugrunde. Dies Alkoholelcnd herrscht in allen Ständen, es tritt besonders den in der sozialen Fürsorge arbeitenden Frauen aV llrsackw von Krankheit, Armut und Verbrechen entgegen Noch sind es 250 000 der erstmalig Bestraften, die der Alkohol vor den Richtcrstuhl führt: etwa die Hälfte aller Verbrechen, 70 bt5 80 Prozent der Unsiltlichkeitsverbrechcn geschehen unter fernem Einfluß. Die Quelle bc5 Alkoholelends ist der Alkoholhandel. Um nun einen durchgreifenden Erfolg in der Alkoholbekämpfung zu erlangen, gilt es, eine Maßnahme zu ergreifen, die den Handel' mit geistigen Getränken einzus'chränken und schließlich zu über­winden vermag: daS ist das Gemeindebestimmungsrecht. Dieses gibt das Recht der Erlaubniserteilung zum Betriebe einer Alkohol- wirtschaft in die Hand der einzelnen stimmberechtigten Bürger der Gemeinde, d. h. es werden allgemeine Umfragen abqebalten, und jeder hat daS Recht, Einspruch zu erheben. Seine Sirfunff ist nach den gemachten Erfahrungen eine bedeutende Abna^e der Verbrechen und der Armenlasten, eine Zunahme der Volks­gesundheit und Volkskraft.

Nach längerer Besprechung wird folgende Entschließung an­genommen: . .

Von den Erwägungen ausgehend, daß das Geineinde- Bestimniungsrecht bei unserer moiiarchiscknm Verfassung in Deutschland in absehbarer Zeit schwerlich auf die Frauen gedehnt wird, und daß ohne diese Mitwirkung der Frauen bte erwarteten Erfolge wohl kaum eintreffen dürften, sieht sich der D. E. F. außer Stande, schon jetzt in seiner Gesamtheit für die Einführung einzutreten Dagegen erstrebt er die auch ans andere Weise mögliche weiteste Einschränkung der L-chank- konzession als eines der wichtigsten Mittel tm Kampfe gegen die Schäden des Alloholismus."

für die Beibehaltung des bisherigen Zustandes aus.

Ein Mitglied der konservativen Fraktion forderte, inß die Wahl des Vorstandes lediglich nach sachlichen Gesichts- fünften geregelt werden müsse, die Billigkeit fordere es, daß beide Teile gleichmäßig dabei mitwirken. Von einer allgemeinen Ent­rechtung der 'Arbeiter könne keine Rede fein, da für die neu ftnzukommenden Versicherten das Recht auf die bisherigen Vei> taftniffe nicht vorliege. Es bandle sich vielmehr um die Beseiti- pnng der Entrechtung der Arbeitgeber, um eine Neuordnung von Rechten und Pflichten

Ein Z e n t r u m s m i t g 1 i e d gab seiner Uebcrraschung über die Stellung der Volksvartei Ausdruck. Die Unternehmer bildeten in den ftrankenkassenvorständen die geborene Minderheit. Tic freudige Mitwirkung der Arbeitgeber werde unterbunden. Das wolle > 340 ändern. Wenn keine Majorität für den Vorsitzenden zustande kommt, so solle die unffarteiische Instanz entsch>'iden. Wolle man die Errichtung von Betriebsirankenkassen einschranken, fr. müsse die Ortskrankenkasse so eingerichtet werden, daß die Arbeit- e ber sich darin wohl fühlen. ,

Ein Mitglied der fortschrittlichen Volkspartetz 1 qtc dar, daß in der gegenroänigen Gesetzgebung nur in Vei^ inögcnssraqen eine getrennte Abstimmung zugelassen sei. Das Zeritrum sei wieder einmal inkonseauent.

Ein Vertreter der Konservativen wies darauf hin, bah hc Bibliothek einer bestimmten Krankenkasse fast nur Schriften fovalbcmofratiicbcr Autoren auftvei.se. Ein na t io na 11 ibe- t a 1 e 5 Mitglied bestätigt das und brachte weitere Fälle des Mißbrauchs der Kassen zu sozialdemokratisckren Zwecken vor. Die ' ozi a Idem akratischen Vertreter wiesen diese Angrifte ..uruck. v ,

Ein Zentrumsabgeordneter polemisiert gegen tne snrtschrittlickie Volkspartei, die im Grunde für die Hälfteftnig d?r Beiträge zu haben fei. Bon konservativer Seite wurde betont daß die Konservativen aus rein sachlichen Gründen auf dem Boden der Regierungsvorlage stehen. Irgendwelcher Miß­brauch der Krankeiikassen zu politischen Zwecken komme für bicje Stellungnahme nicht in Betracht. .

Darauf wurde 8 340 mit 16 Stimmen gegen 8 Stimmen brr Linken bei zwei Enthaltungen angenommen.

§ 341 wurde mit folgendem Zusatzantrage angciumtmen: Ein Arbeitgeber darf nur dann als Vertreter (des Vor- sttzenden' bestellt werdet', wenn die Mehrheft bet Gruppe der Ar- bei tne hm er gegen diese Wahl feinen Einspruch erhebt: ein Arbeft- nehmer nur, wenn die Mehrheit der Gruppe der Arbeftgeber nicht diesen Einspruch erhebt." , = m ,

§ 342, der die Wahl der Stellvtzrtreter des Vonihenden be­handelt, wurde angenommen. , .

Die Beratung über 8 343, wonach bei der Landkrankenkane der Gemeindeverband den Vorsitzenden bestellt, wurde ausgesetzt, s 344 wurde im ersten Absatz folgendermaßen gestaltet: ,,^er Ausschuß besteht zu einem Drittel aus Vertretern der bo reiligten Arbeitgeber intb zu zwei Dritteln ans Vertretern der

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