Ausgabe 
23.7.1910 Zweites Blatt
 
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Gießener Strafkammer.

zu als

ihm auch geglaubt wurde, da er -------------- und das Sprengen einem eigens dazu ausgebildeten Schießmeister oblag. Die Angeklagten wurden zu der niedrigst zulässigen Strafe-von je 3 Monaten G e- ängnis verurteilt.

)( Gießen, 22 Juli.

Wegen Ueberschreilung des Züchtigungsrechtes hatte sich der Volksschullehrer F. R. aus Schlechtenwegen verantworten. Nachdem er in mehreren Orten Obcrhessens Schulvcrwalter tätig gewesen war, erfolgte im .Herbst 1905 seine Ernennung zum Lehrer in Lanzenhain. Sein teilweise zu nach­giebiges und andrerseits wieder zu strenges Verhalten den Schülern gegenüber, hat schon mehrmals Anlaß zu disziplinärem Vorgehen gegeben. Einige Zeit vor seiner Versetzung aus Lanzenhain hat ec einen Schüler wegen Lügenhaftigkeit körperlich gezüchtet. Nach den Angaben der Ettern des Schülers und einer Nachbarin hatte der Junge ein angcschwollenes Gesäß und man sah nach längerer Zeit noch die blutunterlaufenen Stellen. 'Der Vater des Jungen drohte dem Lehrer mit einer Anzeige, worauf sich der Lehrer zu einem Vergleich erbot und sich verpflichtete, 50 Mark an den Vater des Jungen zu zahlen. Als die Kreisschulkommission von der Angelegenheit erfuhr, wurde der Lehrer disziplinarisch be­straft, worauf er die Zahlung an den Vater des Jungen ver­weigerte. Dieser erhob nun Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, was zur Anklage führte. Der Angeklagte bestreitet, das Züch­tigungsrecht überschritten zu haben; der Junge habe ihn wieder­holt belogen und er sei gezwungen gewesen, die körperliche Züch­tigung anzuwenden. Die Angaben über die Verletzungen des Jungen seien übertrieben und der Arzt, der den Jungen nach der Züchtigung besichtigt hat, habe ihm gesagt, daß von einer Uebcrschrcitung des Züchtigungsrechts keine Rede sein kann. Das Gericht setzte die Verhandlung zwecks Ladung des Arztes und zwei weiterer Zeugen auf nächsten Dienstag aus.

Haftbefehl wegen unentschuldigten Ausbleibens

wurde gegen Kaufmann F. F. W. aus Düsseldorf erlassen, der wegen Beseitigung von Urkunden, die sein früherer Gesellschafter zur Fortführung der hiesigen Stempclfabrik benötigte, unter An­klage steht. Ferner wurde er in die durch sein Ausbleiben ver­suchten Kosten verurteilt.

(Sertcbtefaal*

S. Marburg, 22. Juli. Das Schöffengericht ver­urteilte einen Lehrer einer auswärtigen höheren Lehranstalt, der sich einem hiesigen Lehrer gegenüber beleidigend ausgedrückt und diesen als unterseinem Rang" stehend bezeichnet hatte, zu 70 Mark Geldstrafe.

F C- Wiesbaden, 22. Juli. Der Wiesbadener Stukkateur- Verband war im März in den Aus-stand getreten, um von benj Arbeitgebern die Anerkennung des Lohntarifs zu erzwingen. Den Streik leitete der Vorstand des Verbandes, Fritz Beck von hier, der am 29. März einen Neubau inspizierte, der gesperrt' war. Altz er hier den Stukkateur Carl Kern besckKfti'gt sah, machte er ihm über dieStreikbrecher-Arbeit Vorwürfe und warnte ihn vor den Folger, falls er weiter arbeite. Kern ließ ich, da er in Erfahrung gebracht fatte, daß Streikposten aus­gestellt seien, durch einen Polizeibeamten bis zu einer belebten Straße bringen. Kaum war diesckr von ihm weg, als er sich von seinenstreikenden Kollegen'' umringt sah. Beck vertrat ihm bert Weg, mährend ihn ein anderer zu Boden warf. Kern raffte sich aus und wollte den Heimweg fortsetzen. In einer anderen Straße traf er abermals mit Beck zusammen, der ilm wiederum zur Riede stellte; dabei erhielt .Kern einen Schlag ins Gesicht. Beck kam hierauf vor das Schöffengericht, das mangels Beweises nur einen Verstoß gegen die Reichsgewerbe­ordnung erblickte, indem "lern gezwungen werden sollte, dem Streik sich anzuschließen, andernfalls ihm Schläge drohten. Die Strafe wurde auf einen Monat Gefängnis festgesetzt. Hiergegen legte Beck Rekurs ein. Die Wiesbadener Strafkammer erachtete heute gemeinschaftliche Körperverletzung und Vergehen gegen die Reichsgewerbeordnung als vorliegend, hselt .aber einen Monat Gefängnis für eine angemessene Sühne, weshalb sie das erst­instanzliche Urteil bestätigte.

in Daburg gegründet worden sei. Der Redner dankt dem Jubilar für dre treue Arbeit und schließt mit einem dreifachen Heil au' rhn. Der greife Vorsitzende erwidert, daß er, so lange er lebe, - Dur mache treu bleiben werde und schließt mit einem Hoch ^>n Abschuß und die Deutsche Turnerschast. (Lebh. Beifall.) ^or) rtzen de erstattete den Jahresbericht, in dem es u. o. beißt: Das Ziel der Deutschen Turnerschaft ttürb und muß bleiben,^nur Ncögliches zu erreichen und die Deutsche Turnerschast 11Lz<u. be5 Deutschtums uno des Vaterlandes zu stellen, sie aber frei zu halten von allen konfessionellen, politischen und sozialen 45artibeftrebungen. Diese Stellung der Deutschen Turnerschaft, 5« cc durchaus nicht der Pflicht entzieht, sich im

öffentlichen Leben seine Ueberzeugung zu bilden, hat allein ihren gewaltigen Aufschwung ermöglicht. Die Mitgliederzahl der Deut- fchEN Turnerschaft beläuft sich gegenwärtig auf 946115.

Olcgeitüber der Behauptung, daß das militärische Turnen nämentlich in Preußen gepflegt werde, stellen verschiedene Redner fest, oaß dies auch in anderen Bundesstaaten geschehe, nachdem die betreffenden Regierungen ihre Ansichten über das Turnen ge­ändert hätten.

Hierauf erstattete Rechnungsrat Atzrott (Steglitz) den Kassenbericht. 'Das Vermögen der Deutschen Turnerschast in der Hauptkasse betrug 86 558 Mk., der Wert des Jahn-Museums belief sich auf 29 577, die Höhe der Dr. Götz-Stistung auf 108 456 Mk. Das Gesamtvennögen der Turnerschast beträgt 267 664 Mk. Die Kasse der Turnerschast hatte im Jahre 1909 Einnahmen von 58 818 Mk. und Ausgaben von 39 392 Mk. zu verzeichnen. Sodann erstattete Stadtschulrat Pros. Dr. Rühl (Stettin) den Bericht über den Stand der Deutschen Turnerschast rm Einzelnen unter Beibringung eines umfangreichen statistischen Materials. Im Anschluß daran erledigte die Versammlung eine Reche vorliegender Anträge. Ein Antrag Dr. Götz, all­jährlich eine ^otatisttk über die einstellungspflichtigen und dienst­tauglichen Turner auszumachen, fand nicht die nötige Unter» Uüfcung. Zu Kassenrevisoren wurden ernannt Rechtsanwalt Seift» ncr (Stettin), Kaufmann Ahlhorn (Göttingen) und Rentier Wanner Mörzheim). Darauf nahm die Hauptversammlung die Berichte des Ausschusses über die Wettordnung, für das Fechten, den Wett­kampf ustv. entgegen.

Eine gefährliche Handlung unternahm in der letzten Neujahrsnacht der Steinbruchsarbeiter H. H. aus Schotten in dem Hofe einer dortigen Wirtschaft. Kurz vor 12 Uhr brachte er eine Donaritpatrone zur Ex­plosion. Diese verursachte zwar einen starken Knall, verursachte aber keinen Schaden. Als es 12 Uhr schlug, brachte er in dem Hose der Wirtschaft die zweite Patrone zum Explodieren; diese hatte aber einen derartigen Effekt, daß sämtliche Scheiben des Wirts­hauses und der Nebengebäude einslogen und die Leute in . der Wirtschaft niederstürzten. Es gab eine wahre Panik und die Bewohner des Hauses sowie die Nachbarn kamen in große Auf­regung. Da der Besitz derartiger Sprengstoffe eine behördliche Erlaubnis voraussetzt, wurde nach der Herkunft der Patronen/ geforscht und es stellte sich heraus, daß er sie von dem früher mit ihm zusammenarbeitenden Schachtmeister F. E. aus Oberkassel, der jetzt zu Oberruhr in Arbeit steht, erhalten hat, weshalb auch dieser wegen Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz unter Anklage gestellt mürbe. Er bestritt, dem H. die Patronen gegeben zu haben, auch habe er sich sonst keine Verletzung der diesbezüglichen Vor­schriften zu schulden kommen lassen. Demgegenüber wurde fest- gestellt, daß er mit den Patronen leichtsinnig verfahren hat, denn man fand nach seinem Austritt aus dem Rainröder Steinbruch, auf dem Bureau einen alten Rock von ihm, in dem sich einige Patronen in einer Tasche befanden; auch ist er wegen gleichen Vergehens besttaft. H. will die Vorschriften über die Hand­habung der Sprengstoffe und die Bestimmungen des Sprengstoff­gesetzes nicht gekannt haben, lvas ihm auch geglaubt wurde, da er nur als Arbeiter beschäftigt war

* Ein Hochstapler. In einem Hotel in S ch ne i de - mühl erschien vor einigen Tagen ein Herr, der sich <cls 'Lirtschaftsinspektor Brand vorstellte und dem Wirt er» klärte, er bekomme von einer Bank 102 600 M. zngesandt, mit welchem Geld er Hypotheken in der Um g eg end auszahlen wolle. Er wolle das Geld unter der Adresse des Wirtes chicken lassen, damit er nichit Schwierigkeiten wegen der Legitimation bei der Post habe. Das Geld wurde auch )em Wirt in Anwesenheit des Fremden ausgez-ahlt. Der Wirt übergab es gegen Empfangsbescheinigung dem Jn- pektor. Wie sich jetzt herausstellt, ist der angebliche In» lektor Brand der Kassenkontrolleur Snpplitt aus Tuchel (Westpreußen), der während der Beurlaubnng des Kassen­rendanten die Anweisung der Sparkasse fälschte, aus die die Berliner Bank 102 600 Mk. auszahlte. Supplitt ist mit der Summe spurlos verschwunden.

* Ein Wettflug zwischen Cprtcß und den Wrights. Aus Washington wird berichtet: Mit Spannung icht Amerika dem großen Wettfluge entgegen, in dem die Brüder Wright ihre Kraft mit dem Flieger Curt messen sollen. Der fUan ist erst vor wenigen Tagen aufgetaucht, gilt jedoch als ge­schert. Sowohl Curtis; wie die Brüder Wright haben erklärt, daß ie im kommenden Monat zu dem Kampfe bereit sind. 'Der Wett» lug soll in Newyork beginnen und bis nach Washington führen. Zwei Flugunterbrechungen in Philadelphia und Baltimore sind vorgesehen. Der Sieger wird einen Preis von 80 000 Mk. erhalten den die vier beteiligten Städte gemeinsam stiften.

Elektrizitätswerk Lihberg.

Wie bereits bekannt, hat der Provinzialtag der Pro- 'ri1^..P'&eT^e^cn kürzlich beschlossen, das obengenannte Werk ausführen zu lassen, sobald gewisse finanzielle und wirt­schaftliche Bedingungen erfüllt sein werden. Ehe wir au' diese Bedingungen näher eingehen, wollen wir folgendes vorausschicken.

Das Kraftwerk in Lißberg soll drei Wasserkrafttur­binen mit einer Gesamtleistung von 1600 PS mit einer Reservemaschine (Dampf- oder Dieselmotor) erhalten. Es soll mittels Hochspannungsleitungen ein Gebiet versorgt werden, welches von Grünberg bis Altenstadt und von Friedberg bis Schotten reicht.

Die Gesamtanlaae, einschließlich der Fernleitungen, Ortsnetze, Straßenbeleuchtungsanlagen, der Hausanschlüsse und der Zähler soll auf Kosten der Provinz oder der für den Betrieb zu gründenden Aktiengesellschaft gebaut und unterhalten werden, so daß die Gemeinden keinerlei direkte Aufwendungen hierfür zu machen haben.

Der an die Privatabnehmer gelieferte Strom wird durch Elektrizitätsmesser gemessen werden; die Kilowattstunde soll für Lichtzwecke 40 Pf. kosten. Für Kraftzwecke ist ein Tarif vorgesehen, wonach je nach der Größe des Stromverbrauchs 25 bis 12 Pf. pro Kilowattstunde zu zahlen sind ; die Haus­anschlüsse von der Straß en leitung bis zur Hauptsicherung innerhalb des Gebäudes wird das Elektrizitätswerk auf seine Kosten ausführen.

Die Installation innerhalb des Gebäudes dagegen ist Sache des Hausbesitzers; es besteht jedoch die Absicht, dafür zu sorgen, daß die Stromabnehmer ihre Hausinstallationen in solider Ausführung und zu billigen Preisen erhalten und daß sie ferner billige und gute Elektromotoren unter günstigen Zahlungsbedingungen erwerben können.

Mit oen von der Provinz gestellten finanziellen und wirtschaftlichen Bedingungen verhält es sich folgender­maßen :

Die Anlagekosten des Werkes betragen 3100 000 Mark; von dieser Summe will die Provinz 2 500 000 Mark übernehmen; an der Uebernahme des Restes von 600 000 Mark sollen dagegen die Gemeinden und Großabnehmer in der Art beteiligt werden, daß diese eine (bei Gemeinden nach der Bevölkerungsziffer bemessene) Anzahl Aktien zu 1000 Mk. übernehmen; die Provinz garantiert eine Mindeft- dividende von 3 Proz. und zahlt, wenn Ueberschüsse vor­handen sind, bis zu 5 Proz. an den Aktieninhaber; ein Verlust kann also für den Aktieninhaber nur daun eintreten, wenn das Werk mit Unterbilanz arbeitet und der Verlust kann höchstens in der Differenz zwischen den von der Pro­vinz garantierten 3 Proz. und dem höheren Zinsfuß (vor­aussichtlich 4 Proz.) bestehen, zu dem der Aktieninhaber sich das Geld leihen mußte. Die Berechtigung des Ver­langens einer solchen finanziellen Beteiligung der Ge­meinden ergibt sich schon ohne weiteres aus der Tatsache, daß die Provinz auch die Kosten der Ortsleitungen trägt; andererseits erhalten die Gemeinden durch den Aktienbesitz auch ein Stimmrecht und damit eine nur wünschenswerte Fühlung mit der Leitung dieses großen Selbstverwaltungs­werks. Uebrigens wird die Provinz auf Wunsch der be­treffenden Aktienübernehmer diesen das für die Uebernahme erforderliche Geld selbst leihen oder unter günstigen Be­dingungen beschaffen.

Um ferner die für die ersten Betriebsjahre wohl unver­meidliche Unterbilanz des Werkes zu verringern oder zu decken, wird die Provinz dem Werk in den 10 ersten Betriebs­jahren einen Barzuschuß von je 50 800 Mark geben.

Andererseits verlangt die Provinz, daß bei dem stets int Anfang sich zeigenden Zögern der privaten Anschließer die Gemeinden, welche in dem Versorgungsgebiet liegen, ihrerseits die Rentabilität des Werkes dadurch fördern, daß sie beschließen, sofort elektrische Straßenbeleuchtung ein­zuführen und die für die Alufstellung von Leitungsgestängen, Transformatoren usw. erforderlichen Plätze kostenlos zur Verfügung stellen.

Es ist also jetzt in die Hand der beteiligten Gemeinden und aller Interessenten gegeben, durch tätige Hilfe das lang­ersehnte großzügige Werk seiner baldigen Vollendung ent­gegenzuführen.

Den Gemeindevorständen wird in allernächster Zeit vom Kreisamt die Aufforderung zur Fassung der Beschlüsse zu­gehen, die die Provinzialverwaltung als Vorbedingung für hie wirkliche Ausführung des Werkes bezeichnet hat. Auch soll in Kürze eine Versammlung in Lich abgehalten werden, in der von Vertretern des Kreisamts den beteiligten Bürger- meistern und sonstigen Interessenten nähere Aufklärung über ine Wsichten der Provinzialverwaltung gegeben werden , nnrb. In Betracht kommen nach dein zurzeit vorliegenden Proiett iDlncnbc Gemeinden des Kreise Gießen: <skiinbcrg, Hungen, Inheiden, Langsdorf, Lauter, Lich, Steinhecm, Trais-Horloff und Villingen.

Markte.

Gießen, 23. Juli. Marktbericht. Auf heutigem Wocben- mackte kostete: Butter pr. Pkd. 1.151.25 Rtk., Hühnereier 1 St. 89 Big., Enteneier 1 Stück 9 Psg., Käse pr. St. 68 Pf.' Ziasematle pr. St. 56 Psg.. Tauben pr. Pr. 0,80-1,00 Mk. Hühner pr. St. 1,001,60 Mk., Hahnen pr. Stuck 0,801,80 M. Enten vf. Stuck 1,80-2,20 Mk., Ochsenfleisch pr. Pid. 80-88 Pfa ' Rindfleisch pr. Pfund 8084 Psa., ttuhfleisch 70 Psa., Schweine- steisch pr. Pfund 8096 Psg., Kalbfleisch pr. Pfd. 8688 Psg.,

Hammelfleisch vr. Psd. 6084 Pfg. Kartoffeln pr. 100 ftg. 7.00 bis 8.00 Mk., Zwiebeln per Ztr. 8,0010,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Kirschen per Pfund 4050 Psg., Russe 100 Stück 50 bis 60 Pfg., ver Ztr. 000 Ml. Marktzeil von 71 Uhr.

th. Gießen, 22. Juli. Die Zufuhren anHeu auf Oswalds Garten sind in den letzten 8 Tagen sehr stark gewesen. Tie Qua­lität des Flitters hat durch die iortgesetzteil Regengüsse nicht so ge­litten, wie man befürchtet hatte. Jnlolge des starken Angebots ist der Preis luieber eine Kleinigkeit gefallen und stellte sich auf 2,703,00 Mark für den Zentner.

ttu Gießen, 22. Juli. Der letzte Schweinemarkt hatte eine Zuluhr von 400450 Tiere. Der Handel ging recht statt, doch deckte das Angebot die Olachsrage. Äezahlt wurde für das Paar Ferkel 6 bis 8 Wochen alt 4555 Mk., bis 13 Wochen alt 60 bis 75 Mk., Springer, leichte Ware 85 bis 110 Mk., schwerere Ware fehlte oder war nur ganz vereinzelt vorhanden. Schlacht­reife Schweine, sog. Fleischware, wurden mit 6566 Mk. der Zentner angeboten, doch steht in nächster Zeit wohl ein Fallen des Preises in Aussicht.

F.C. Wiesbaden. Diehhof-Marktbericht vom 22. Juli. Auftrieb: Rinder 78, Kälber 83, Schafe 30, Schweine 296.

Tendenz: Rinder, Kälber, Schafe und Schweine mittelmäßig.

Preis Durch-

pro 100 Pfd. schnittspreis

redend- Schlacht, pro 100 Pfund Ochsen. . £eLu*d,t ... Redend,Schlachr-

Vollsteischige, ausgemästete, höchsten üon'bl5Don-&lS "wichc Schlachtwertes, höchstens 6 Jahre alt 4550 8189 47 85

Junge, fleischige, nicht ausgemäslete und

ältere ausgemästete 4044 7377 42 75

Mäßig genährte junge und gut ge­

nährte ältere 3639 7173 37 72

Färsen, Kühe.

Dollsteischige ausgenrästete Färsen höchst.

Schlachtivertes . ...... 44-48 8286 46 84

Vollslelschige ausgemästete Kühe höchst.

Schlachtivertes bis zu 7 Jahren. . 3944 7580 41 77

Aeltere ausgemästete Kühe und wenig

gut entivickelte jüngere ft übe u. Färsen 3538 6669 36 67

Mäßig genährte Kühe nnd Färsen . 2734 56-64 30 60

Kälber.

Feinste Mast- (Vollmilchmast) unb beste

Saugkälber . 59-62 98103 60 100

Mittlere Mast- und gute Saugkälber . 5158 9398 54 95

Geringere Saugkälber 4550 7583 47 79

Schafe.

Mastlämmer und jüngere Masthammel 4100 8200 41 82

Schwein c.

Vollfleischige Schweine bis zu 2 Zentner

Lebendgeivicht . 5455 6971 54 70

Vollfleischige Schweine über 2 Zentner

Lebendgewicht 5455 6971 54 70

Fleischige Schweine ...... 5154 6668 52 67

Spielplan des Nurhaus-Lheaters Bad Nauheim.

Direktion: Hermann Steingoetter.

Sonntag, 24. Juli:Der dunkle Pnnll." Alontag, 25. Juli Der arme Jonathan." Alittwoch, 27. Juli:Fräulein Josette meine Frau." Freitag, 29. Juli:Tie lustige Witwe."

l)iv nach- A pptjftp sind am Sonntag dem 24. Juli stehenden von 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts

nur für dringende Fälle sicher anzutreflen: [D 23/7

3>r. Schäfler, Blockstrasse 9. Dr. Stuhl, Seltersweg 79 a.

Auszug a. d. Ztandesamtsregiftern der Stadt Sieben.

Aufgebote.

Juli. 15. Ernst Balke, Kaufmann in Gießen, mit Klara Lydia Rudolph in Frankfurt a. M. 18. Ernst Klinkerüch, Zimmermann in Hohenlimburg, mit Anna Luise Goß in Gietzen. 18. Otto Wilhelm Karl Stang, Schreinermeister in Schotten, mit Mathilde Theis m Gießern 20. Wilhelm Schwarz, Lehramtsassessor, mit Auguste Frech, beide in Gietzen. 20. Franz Karl Entholzer, Kellner in Honiburg v. d. H., mit Adelheide Münzer in Frank­furt a. M. 20. Otto Allgeyer, Schmied, mit Karoline Ganzen- müller, beide in Oberdorf.

Lhrschliehungen.

Juli. 16. Justiz rat Friedrich Mügel, Rechtsanwalt in Saar­brücken, mit Auguste Doering in (Sieben. 16. Oskar Anacker, Tapezier, mit Anna Kaus, beide in, Gießen.

Geborene.

Juli. 12. Dem Kaufmann Johann Reinhardt ein Sohn, Kurt. 12. Dem Taglöhner Heinrich Friedrich Bernhardt eine Tochter, Katharina Margareta. 12. Dem Privaldozenten Dr. Anton Enno Thies ein Sohn, Johann Heinrich. 13. Dem Schlosser Karl Wadenpfuhl ein Sohli, Wilhelm. 14. Dem Postschaffner Karl Gümbel ein Sohn, Karl Wilhelm Adolf. 14. Dem Fuhr­mann Ludwig Becker ein Sohn. 16. Dem Artisten Heinrich Enders em Sohn, Wilhelm Andreas. - 17. Dem Geschäftsführer Heinrich Konrad Christian Schmidt ein Sohn, Karl Heinrich. 18. Dem Oberpostschaffner Philipp Marx eine Tochter, Johanna Amia Maria. 19. Dem Glaser Wilhelm Wadenpfuhl ein Sohn.

Gestorbene.

J,lli. 17. Eduard Rupp, ftaminfegermeister, 47 Jahre alt, Ederslraße 18. 20. Katharine Giesler, geb. Sippel, 49 Jahre all, Landmannstraße 7.

Meteorologische Beobachtungen der Station Eietzen.

Juli

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1910

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- 16,1C.

biS 22. Juli , 22. ,

Höchste Temperatur nm 21.

Niedrigste , , 21.

Niederschlag: = 2,2 mm.

§ «23

SN-TN COx»

21.

742,1

25,8

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4

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9

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