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Zwekker Blatt
160. IahMng
ttlctietrd tk-Nch mit Hufnabme bei Bormtagf.
Dir wett|e*tt jraelhenbiattef* »erben dem eilnAfifler* • urmal ivocdenthcd beigelegt, bat „Kreisblati für bei Kreis Stetzen" zweimal Wöchentlich. Die ^randwlntchastllche» Lett- Irtflce** erscheinen monatlich zweimal.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberheffen
$reltag, 2. Dezember WO
Rotationsdruck und Verlag der vrühllchen UnwerfüLtS - Buch- und Steindruckeret.
R. Lange, Greben.
Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul- stratze 7. Expedition und Verlag: 6L
Redaktion:«-^ 112. Lel.-Adr.rAnzeigerGreben,
Die Moabiter Ztrahenkrawalle vor Gericht.
> Berlin, 1. Dez.
Nach eintägiger Pause wurden heute vormittag kurz nach V2IO Uhr die Verhandlungen im Moabiter Krawallprozeß unter dem Vorsitz der Landgerichtsdirektors Lieber wieder ausgenommen. Bei Beginn der Sitzung verlautet, daß die Verteidigung ebenso wie der Berliner Polizeipräsident v. I a g 0 w inzwischen bemüht gewesen ist, weitere Zeugen der Krawatte heranzuziehen. Sie
Aur dem Wertzuwachrstellerausschutz.
:: Berlin, L Dez.
Die Donnerstagsißung desWertzuwachssteuerausschusses beschäftigte sich mit den Hauptgrundzügen des Entwurfes nach der zweiten Ausschuß-Lesung, in welcher bis ans die nattonalliberale Fraktion und die Wirtschaftliche Vereinigung sämtliche Parteien zum Wort kamen. Das Zentrum führte in längeren Darlegungen ans, und zwar durch den Mund zweier Redner, da-; es den Beschlüssen der zweiten Ausschuß-Lesung prinzipiell sympathisch,gegenüberstt he und wesentliche Verschärfungen an dem Gesetz nicht vorznneh-
.iien beabsichtige. Ls sprach fi chdagegeu ans, di Besitz- Wechselabgaben auf eine lange Reche von Fahren in voller höhe neben der Wertzuwachssteuer bestehen zu lassen und regte für die Uebergangszeit vom April 1910 bis zum In- rafttreten des Gesetzes an, eventuell einen Zuschlag zur Üesitzwechselabgabe, statt der Erhebung der Reichswertzuwachssteuer überhaupt einzuführen.
Seitens der Konservativen wurden ähnliche Äus- ührungen gegeben. Es wurde der Wunsch geäußert, gemeinsamen nützlichen Gesettschaften noch weiter und im rbrigen auch den Bestrebungen der Kolonisation von Moor- and Heideland entgegenzukommen.
Der freisinnige Vertreter legte unter Einbringung einer Reihe vor Verschärfungsanträgen dar, daß das Gesetz, so wie es vom Ausschuß bearbeitet sei, genügende Erträgnisse nicht liefere und daß r deshalb gewillt sei, einen starken Ausbau vorzunehmen. Seitens eines frei konservativ en Redners wurde ihm erwidert, daß ein derartiges Vorgehen keine Aussicht aus Erfolg haben möchte.
Auch der Staatssekretär des Reichsschatzamts ergriff zu längeren Klarlegungen das Wort, indem er vor allen Dingen auf die Notwendigkeit des Nebeneinanderbestehens von Reichswertzuwachssteuer und Besitzwechselabgaben mit Rücksicht aus die schwierige finanzielle Äuge des Reiches hinwies und damit wiederholt die Stettung der Reichsregierung zu der Vorlage kennzeichnete.
Die Erörterung wird Freitag vormittag 1/210 Uhr fortgesetzt werden, in welcher dann an erster St ffe dec national- liberale Vertreter das Wort ergreifen wird.
Hauptversammlung der Deutschen «olonialgesellschast.
4 Elberfeld, 1. Dez.
Im Kaisersaale der Stadthalle trat heute uormütag wiederum unter dem Vorsitz des Herzogregenten Johann Albrecht von Mecklenburg die zweite und letzte Hauptversammlung des diesjährigen Bundestages der Deutschen KvwLialgesettschaft zu- samwen.
Herzog Johann Albrecht eröffnete die Versonrmluirg mit einer Ansprache, in der er u. a. ausführte: Anläßlich meiner Vermählung hat eine große Anzahl von Ihnen mich mit einer Gabe überrascht. Den hcnttigen Tag, an dem ich zum ersten Male wieder die Freude habe, sozusagen mit der Gesamtheit unserer Mitglieder zusammenzutreffen, möchte ich nicht vorüberg-:hen lassen, allen gütigen Gebern für dieses mich mit freudiger Empfindung erfüllenden Zeichen freundschaftlicher Gesinnung von Herzen zu danken. Meine Reise nach dem fernen Ost hat mich auch nach unserem Pachtgebiet Kiautschou geführt, das einen Aufschwung genommen hat, wie ihn wohl mir; Wenige zu erwarten hegen und das tn der kurzen Spanne Zeit deutscher Verwaltung ein Hauptplatz on der chinesischen Küste geworden ist. Ein wichtiges Ereignis hat das letzte Jahr gebracht, das für unsere Kolonien von weü- tragender Bedeutung ist. An die Spitze der Kvlonialverwaltung wurde an Stelle des sich durch klugen kaufmännischen Blick und rastlose Schaffensfreudigkeit besonders auszeichnenden bisherigen Staatssekretärs Dernburg, unter dessen Amtsführung die Kolonien einen gewaltigen Aufschwung genommen haben, ein neuer Staatssekretär berufen worden ist, Exzellenz v. Lindeauist. Er hat durch seine Tätigkeit als Gouverneur von Südwestafriko und als Unterftaatssekretär des Reichskolonialamtes kennen geleint, wie die Verwaltung der deutschen Gebiete geleitet werden soll. Einen so vorbereiteten Mann, der schon seit langen Jahren das volle Vertrauen der kolonialen Vertrauen besitzt, dürfen wir folgen mit voller Zuversicht.
Es wird dann in die Tagesordnung eingetreten und zunächst der Geschäftsbericht besprochen. Danach ist der Mitgliederbestand um einige hundert gegenüber dem Vorjahre auf 38 928 gestiegen. — Die Abteilung Sprvttau bringt zur Sprache, daß der Koloniale Frauenbund der Gesellschaft Abbruch tue. Herzog Johann Albrecht zu Mecklenburg präzisiert seine Stellung als Vorsitzender dahin, daß der Frauenbund nicht damit werde rechnen können, im Ausschuß der Deutschen Kvlonialgesellschaft jemals vertreten zu sein.
Zum folgenden Dünkt der Tagesordnung erstattete Kontre- admiral Strauch den Bericht des Deutsch-Ostafrikanischen Siedln ngskomitees, dem bekanntlich in der gestrigen Sitzung ein jährlicher Zuschuß von 20 000 Mark gewährt worden ist.
Weiter gelangte zur Erörterung ein Antrag des Pfälzischen Gauverbandes„Die Deutsche Kolonialgesellschaft wolle es ermöglichen, daß die „Deutsche K 0 l 0 n i a l z e i t u n g" den einzelnen Abteilungen einen Raum für die Ankündigungen ihrer Veranstaltungen unentgeltlich zur Verfügung stellt, jedoch mit der Einschränkung, daß in einer Zeitungsnummer nur solche Ankündigungen erscheinen sollen, welche aus die in der nächsten Woche stattfindenden MitgliÄ»erversammlungen und Vorträge Hinweisen." Der Antrag wurde angenommen.
Hierauf wurde in die Erörterung der Frage der Erichtung eines Kolonial- und Kvnsulargerrchtshofes einge- treten. Nach einer lebhaften Aussprache wurde ein Antrag von Lübeck, München und Nürnberg angenommen, in dem es heißt: L Den Reichstag zu ersuchen, eine Aenderung des Entwurfes eines Gesetzes über die Errichtung eines Kolonial- und Konsular- aerichtshofes zu beschließen, an Stelle von Berlin Hamburg zu fetzen. 2. Den Reichskanzler von diesem Ersuchen in Kenntnis zu setzen."
Dazu wurde noch beschlossen, das Prvtokvtt über die Verhandlungen den Mitglickern des Reichstages zugänglich zu machen
Die Reichsverstcherungrordnung.
:: Berlin, 1. Dez.
Der Reichsversicherungsausschuß führte heute die Beratung des Buches „Invaliden- und Hinterbliebenen-Ver- sicherung" weiter bis zu § 1452. Es sind das die Abschiritte über die Sonderanstatten, die Auszahlung der Leistungen und Ausbringung der Mittel und das Beitragsverfahren. Bei den Sonderanstalten wurde die Bestimmung eingefügt, daß sie ntü> bestens ein Viertel des Vermögens irr Reichs- oder Staatsanleihen anzulegen haben.
Die Reichsbesteuerung in dem öudgetausschntz.
: Berlin, 1. Dez.
Der Budgetausschuß fetzte heute die Beratung des Reichsbesteuerungsgesetzes fort. Es handelt sich um die Prozentsätze des Reichszuschusses im Verhältnis zu denen der Arbeiterbevölkerung, wozu die Freisinnigen ehren weit ergehenden, die Konservativen einen Vermittlungsantrag gestellt haben.
Ministerialdirektor Herz erklärt, bisher habe das Reich 200 000 Mark Beihilfen jährlich an die Gemeinden bezahlt. Die Regierungsvorlage komme auf 400 000 Mark. Gehe man mit dem Prozentsatz der Arbeiterbevölkerung herunter, so würden auch Städte wie Dresden und Danzig einen Reichszuschuß erhalten. Er bitte dringend, sich auf die Regierungsvorlage zu beschränken.
In der Abstimmung wird die ZweitausendmarkeinLmv- mensgrenze einstimmig abgelehnt und ebenso einstimmig die Bestimmung angenommen, daß schon bei einer Arbeiterb^ölkerung von 2 Prozent der Zivilbevölkerung der Reichszuschuß besinnt. Der Antrag der Volkspartei 'auf Aenderung der Zuschuß- skale wird abgelehnt.
Der § 6 der Vorlage, der von Elsaß-Lothringen handelt, führt zu einer ausgiebigen Erörterung, welche finanzielle Vorteile das Reichsland bisher von den Reichseisenbahnen gehabt habe. Dem Paragraphen wurde schließlich eine Bestimmung hin- zugefügt, wonach über die Verteilung der Elsaß-Lothringen vom Reiche überwiesenen Summe an die Gemeinden die Gesetzgebung Elsaß-Lothringens Bestimmung trifft
Freitag Weiterberatung.
10II daraus hin noch etwa 150 weitere Zeugen zur Ler^ fügung haben, und da auchl bei der Staatsanwaltschaft sich aus den Aufruf des Polizeipräsidenten hin sich noch eine große An--' zahl neuer Zeugen gemeldet hat, so ist ein Ende der Beweis^ aufnahme vorläufig noch gar nicht abzusehen. Dadurch wird' die für den 1A d. M. angesetzte Verhandlung des Schwur- gerichtsprozesses gegen die Moabiter Aufrührer gefährdet, da ein großer Teil der Zeugen auch für diesen Prozeß gebraucht wird ' Der große Schwurgerichtssaal, in welchem sich jetzt der Prozeßj abspielt, wird vom nächsten Montag ab wieder für die Schwur- gerichtsverhandlungen gebraucht, so daß die Prozeßparteien antf Samstag nachmittag abermals einen Umzug vornehmen müssen
Die heutige Verhandlung beginnt mit einer weiteren Erörterung der ^Straftaten, die dem Angeklagten Schlosser Paul Bock zur Last gelegt werden. Er kam an jenem Abend in Bc^ gleitung zwei anderer Personen auf den Kriminalsckutzmamrl Koppen zu und soll diesen mit einem Messer in den Leib gestochen haben.
Auf die Frage des Staatsanwalts Steinbrecht, wo Bock sein Taschenmesser zur Zeit der Tat trug, erwidert dieser: In der Manteltasche. Staatsanwalt: Warum das? Angekl.: Ich hatte kurz vorher einen Sack ausgeschnitten und hatte es nicht in die Hosentasche zurückgesteckt.
Es wird hieraus der Fall der Angeklagten Frau Friese erörtert. Hierzu bekundet der Schutzmann Böngsch als Zeuge/ daß die Frau angefangen habe zu schimpfen, als sie an Die Schutzmannskette herankam und hier nicht durchgelassen wurde. Er habe sie daher verhaften massen und dabei habe die Frau noch Widerstand geleistet. Die Angeklagte behauptet demgegenüber, daß sie in durchaus ruhiger Weise gebeten habe, durchgelassen zu werden. Der Schutzmann habe aber sofort angefangen, fie zu stubsen, so daß man ihm aus der Menge zurief: Stubs doch deine Olle nicht so! Als sie aus der Wache ankam, sei sie ohne Grund ins Gesicht geschlagen worden. Der Schutzmann Bönasch bleibt bei seiner Darstellung.
Der folgende Anttagefall bettisft den Arbeiter Heide. Nach Zeugenaussagen befand sich der Angeklagte in der Turmstraße in einer johlenden und schreienden Menge, die von bft Straße vertrieben werden sollte. Der Angellagte geriet dabei mit einem Schutzmann in Streit, wobei der Beamte unter den Angeklagten zu liegen kam. Der Schutzmann Jung kam seinem gefährdeten Kollegen su Hilfe und half Heide verhaften. Aus dem Transport nach der Wache versuchte, wie Jung bekundet, der Angeklagte, dem einen .Schutzmann den Arm auszudrehen, so daß die Begleiter von der Wasse Gebrauch machen mußten.
Sodann wird über den Fall F r i e s e der inzwischen als Zeuge erschienene Polüeimajor Klein vernommen. Er gibt an, daß er m der fraglichen Aeit sehr mit Arbeit überlastet war und sich nur erinnere, patz auf dem Kohlenplatz eine ziemlich beleibte Frau an ihn heranaetteten sei und räsonniert habe. Es sei möglich, daß es die Angeklagte war. Er habe der Frau erwidert: Ja, das kommt davon. R.-A. Heine: Halten Sie es für eine regelrechte Erledigung einer Beschwerde, wenn Sie der Frau einfach sagen: Das kommt davon? Bors.: Der Herr Mai-or befindet sich hier als Zeuge und nicht als Angeklagter. Zeuge Major Klein: Wenn die Frau eine regelrechte Beschwerde vorgebracht hatte, würde ich diese auch entgegengenommen haben. R.-A. Heine: Wäre das in allen Fällen geschehen? Zeuge: Jawohl, soweit es wenigstens meine Zeit erlaubt hätte. Der Zeuge wird vorläufig entlassen und die Erörterung über den Fall Veide weitergeführt. Der Angeklagte beftreitet entschieden, daß er Widerstand geleistet und die Schutzleute beschimpft habe. Eino Reihe weiterer Polizeibeamte bestätigen, daß der Angeklagte sich so, wie es die bereits vernommenen Zeugen geschildert haben, benahm. — Daraus wurden die weiteren .Verhandlungen auf morgen vertagt.
Au» Staöt und Land.
Gießen, 2. Dezember 1910.
Der Besuch der Landesuniversität im Wintersemester 1910—11.
Im vergangenen Sommersemester hatte unsere Landes- Universität 1335 Studierende, von denen 304 am Schluß des Sommerhalbjahres abgingen. Der Zugang für das Winterhalbjahr betrug 212, jo daß die Zahl der Studierenden nunmehr 1243 beträgt. Ferner sind 6 HospitaTttinnen, 82 Hörer und 78 Hörerinnen vorhanden. Die Geiamtbefucher- zahl beträgt somit 1409. Von den 1243 Studierenden rhi* vieren in der theologischen Fakultät 65 (darunter 53 Hessen)^ in der juristischen 130 (104), in der medizinischen 357 (130)
zu bewässern und so die Fruchtbarkeit des Bodens zu steigern. Der nun vollendete Kanal von Aragonien und Katalonien hat
Direktors am Aachener Observatorium folgenb, ist eS einem Herrn 1 Balkon, wo Angela sie aufnahm: die zarten Veilchen waren vom S. Lau! gelungen, einen Pilotballon zn bauen, der sich auch bei Straßenstaub über und über beschmutzt. MS Gegengabe toirf Nacht als durchaus brauchbar zur Bestimmung von Wind- unb1 sie ihvr eine Blume zu, die er von der Straße LujlaS unb ohu2
Jcchrtrichtuug erwiesen hat Diese Ersindung ist, wie die .Umschau" auenihrt, dazu berufen, der Regelimg des Luiwerkebrs der Zukunst miBerorbenilicbe Dienste zu leisten. Bekanntlich ist schon seit langem beabsichtigt, Lustfchrffstrahen anzulegen unb diese zu bezeichnen. Der Berivirklichung dieser Idee standen auch keine aro^en Schwierigkeiten entgegen, soweit es sich um Fahrten bei Tag handelte. Aber bei Nacht versagen die feitber gebräiichlichen Hilfsmittel voststänbig, sobald Nebel emtritt oder der Lultschiffer infolge widriger Cuftftrömungeii in den unteren Schichten gezwungen ist, über deii Wolken zu fahren. Ter Saulsche Pilot nun beftebt aus einem (lernen burchsichtigen Gummiballon mit elektri-
elektrische Ueberirannnq nach dem Aufgabeort registriert, ob der Lenchtballon die Nebelgrenze überschritten hat. Freiflieqenbe Leiichtballons sind mit enter Vorrichtung versehen, die ein Wieber- sinben ermöglicht; diese besteht aus einem Aßmannscheii Ventil, das sich hi einer bestimmten Höhe bureb Zug einer Kordel selbstständig öffnet, so baß Gas ausslrömt und der Ballon langsam zum Sinken gebracht wird.
— Wie Böcklin freite. Aus dm auch ht Italien mit
scher Jnnenbeienchtung. Die Lumpe den Ballon anaehänglen elektrischen die rote Färbnng der Ballons, denn Valloil ooin Abendhimmel und den gibt sich die Möglichkeit, auch bei wendet wurde bisher eine Lamve
insgesamt 35 Millionm Pesetas verschiungm.
- L u f t st r a ß e u - B e l e u ch t u u g. Emer Anregung des
erhält ihr Licht van einer an Batterie Von Bedeutung ist nur durch diese hebt sich der Sternen intensiv ab unb er- schwacher Beleuchtung (oer-
von l1/, Kerzen Stärke) bie Pilotisierung auszuführen. Außerdem trägt der Ballon eine sicher wirkende Einrichtung — einen Feuchtigkeitsmesser die durch
vorläusia untersagt.
— T) i e größteWasserleitungder Welt. Die neue große Wasserleitung von A l b e d a , die im Zusammenhang mit dem Kanal von Aragonim und Katatonien in,Spanien vor einiger Zeit in Angriff genommen würbe, ist vollendet, und Spanisni besitzt danckt die größte Wasserleitung der Welt. Denn das Hauptzuflußrohr dieser rnächtigm Wasserwerke, bie nach den Plänen des Jngmieurs Mariano Luina errichtet wurden, hat einen Durchmesser von 4 Meter bei ernten Wasserdruck von dreißig Meter. Dieser gewaltige unterirdische Kanal ist aus Beton her- yestellt und durch grobe Stahlbauten verstärkt. Eine Unzahl von großen Stahl ringen sind in das Rohr eingebaut und durch starke Längsleistm gesichert. Mit dieser Wasserleittuia ist der langgehegte Plan Wirklichkeit geworden, der in der Landwirtschaft der beiden fruchtbaren spanischen Provinzen eine neue Zeit einleiten soll. Es wird fortan möglich fein, große Landstrecken
Kauft, Wissenschaft und Leben.
s— Die Ausgrabungen Prof. O. Hausers und ,'bie französische Regierung. Der „Umschau" zusolge be- labsichtigt die französische Regierung die paläontologischen und archäologischen Funde auf französischem Gebiet unter die Aufsicht des Staates zu stellm, um zu verhüten, daß Gegenstände wissenschaftlichen Interesses, die bisher auf privatem Besitz in der Erde gefunden wurden, ins Ausland verkauft werden lönnen. Die reichen Funde des bekannten deutschen Prähistorikers O. Hauser, die er im Dordoge-Departement auf eigenem, durch Kauf erworbenen Gelände gemacht und von denen besonders wertvolle Stücke an das Berliner Museum kamen, haben hierzu wohl hauptsächlich Anlaß gegeben. Die Regierung schlägt vor, daß wissenschaftliche Ausgrabungen auf privatem Eigentum in Zukunft zwar keiner Ermächtigung bedürfen, wohl aber der Verwaltungsbehörde angezeigt werden müH'en. In jedem Departement wird sodann ein aus Fachleuten bestehender Rat ernannt, der die Ergebnisse der Ausgrabungen derfolgt und unter Gewährung der entsprechenden Entschädigung die Fortsetzung der Ausgrabungen sowie ihren Ertrag aus den Staat übernimmt. Die weiteren Ausgrabungen Hausers wurden von der Regierung
Spannung ermatteten Böcklin-Erinnerungen druckt der Piccolo della Sera einen Abschnitt ab, der Böcklin als Freiersmann unb werdenden Bräutigam zeigt. Seine spätere Gattin Angela, die bekanntlich in der ewigen Stadt geboren war, zählte im Jahre 1850 vierzehn Jahre, als es ihr auffiel, daß täglich ein seltsam gekleideter, auffälliger junger Mann durch die Straße kam, an per ihr Haus lag. Angela war Waise, aber eine Tante hütete sie mit großer Eifersucht, trotzdem sah sie zwei Jahwe lang fast täglich von ihrem Fmster aus den jungen Fremden in frühen Morgenstunden schnellm Schrittes Vorbeigehen. Beim Karneval 1853 beobachtete Angela im Kostüm einer Albanerin vom Balkon eines Onkels aus dm Maskmzng. Böcklin sah sie und warf ihr dreimal em Veilchenbukett zu, das immer wieder das Ziel verfehlte und auf bie Straße zurückfiel. Endlich erreichten die Blumen bm
werteres in die Tasche seines Bcinlleides steckte. Böcklin war »wn. ber Siebe ergriffen, und unter irgend einem Vorwand ging eß zum Haus der (geliebten; aber sie machte ihm die Tür vor der Nase zu. Eines Abends, als Angela in Begleitung eines Vetters nach Hause ging, trat ihr der junge Böcklin, den Hut in der Hand, entgegnete: „Gestatten Sie," wandte er sich kurzweg an dm Vetter, „daß ich dem Fräulein zwei Worte sage". Und sofort fügte er, an Angela gerichtet, hrnzu: „Ich sehe Sie sehr oft am» Fmster und habe keine ?lhnung, wer Sie sind. Wer sind Sie?" Das junge Mädchm war nicht menig verblüfft und antwortete nur: „Aber was wollm Sic denn von mir?" Worauf Böcklin mit Seelenruhe erwiderte: ,^Jch wollte fragen, tob das Fräulein meine* Frau werden will." Angela geriet in größte Verlegenheit, und) als fie feine Antwort fand, fuhr Böcklin fort: „Kann ich mit? Ihrem Vater oder mit Jchrer Mutter sprechm?" „Ich habe feine Eltern." „Auch keinen Onkel, keine Tante?" „Jawohl, hien wohnt meine Tante Charlotte; aber geben Sie zuerst zu meinen. Tante Antonie, der Mutter meines Vetters," Tas war Böcklins; Werbung.
— Ein Schmetterling für 40000 Mark. Da^ naturhistorische Dtuseum ^u N e w y 0 r k ist vor kurzem durch eine ganz einzigartige Schmetterlrngssammlung bereichert wovden. Sie besteht aus nicht weniger als 250000 hervorragenden Exemplaren, deren Wert auf 1200000 Dollars veranschlagt wird. Die Sammlung wurde von einem ArzL in Pennsyivanien zusammengebracht, der sie dem genannten Museum vermacht hat. Diele Schmetterlinge kosteten den Sammler ganz bedeutende Summen, die größte aber gab er für eine äußerst seltene, nur mit den größten Schwi-erig- keiten zu erlangende Art aus; es ist dies ein Exemplar der „©ierra Leone" genannten Art, dessen Flügel abwechselnd fahlrot unb schwarz sind. Zum Fang dieses Schmetterlings mußte eine ganze Expedition zusammengestellt werden, die die Küsten von Guinea absuchte und 10000 Dollars kostete.
— Kurze Nachrichten aus Kunst u LLilsenicbail. Zur Erlangung von Entwürfen für das Empfangs gebäudü des neuen Stuttgarter Bahnhofes wird ein Wettbewerb ausgeschrieben. Als erster Preis sind 10 000 Mark ausgesetzt, ferner sind zwei zweite Preise zu je 6000 Mark und zwei dritte zu je 4000 Mark bestimmt worben. Als Ahlieserun^stettnin; würbe, wie die „Bauwelt" mitteill, der 15. Mai 1911 bestimm'.


