Ausgabe 
2.7.1910 Erstes Blatt
 
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aus Neutra gemeldet die Ballonhülle durch

P. Pfeiffer Wwe

Gießen, 2. Juli 1910.

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und anderen.

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Sonntag den 3. ^nli: Familien - Ausflug nach dem Windhof.

Um starke 2üuctlnnbmc rotrh gebeten. Freunde imb Bekannte UcrAlidi willkommen. iD',?

Abmarsch 3 Uhr von der Labn- brücke. Der Vorstand.

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Zur Explosion des BallonsHungaria" wird aus Neutra gemeldet, daß der Brand bnburd) entstanden ist, daß die Ballonhülle durch einen Funken, der aus der Tabakpfeife eines Bauern fiel, entzündet wurde. Oberleutnant H o f f st ä d t e r hat Brandwunden ziemlich gefährlicher Art erlitten, befindet sich aber auf dem Wege entschiedener Besserung. Er traf nachmittags mittels Automobils der Rettungsgesellschaft in Wien ein.

u. Damenverein Gabelsberger

Das nächste

Vereinswettschreiben findet m der Woche vom 4. bi* 9. Juli 1910 im Vereinszimmer tm Cafe Ebel statt. Der Plan ist dort ausgehängt. Das Wett schreiben gilt gleichzeitig auch als Probeschreiben für das Bundes - wettschreiben in Stuttgart. v*V6)_________Die Vorstände.

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Sonntag, 3. Juli, nachmittags 3 Uhr findet auf dem «taufen berg eine

Wicht ZuWüitMst der sortschr. Bolksnartet statt mit Musik, (besang. Tanz und An­sprachen non Pfarrer Korell, . Dr. Strecker, Professor Rade 1

Einem Doktor in Newvork, dessen Kind vor einiger Zeit geraubt wurde, wurde mügeteilt, baß die schwarze Hand bas Kind getötet habe, weil das geforberte Lösegelb von 40000 Mark nicht bezahlt würbe; die Mutter bes Knaben fiel in Wahn­sinn. Gleichzeitig würbe den Leuten mitgeteilt, daß der zweite, sieben Monate alte Sohn geraubt würbe, wenn bas Lösegelb nicht bezahlt werbe. Unter Umständen werde der Doktor selbst ermordet

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* DieSüddeutsch en Monatshefte" (Verlag der Süddeutschen Monatshefte G. m. b. H., München) lenken vor allem durch zwei Beiträge politischer Natur die Aufmerksamkeit auf sich. Friedrich Naumann stellt die Frage:Was ge­schieht in Preußen?" und bespricht die Vorgänge int preußischen Wahlrech-tskampf. In einem kirchenpolitischen BriefDie Borro- mäusenzyklila" führt Spectator novus den überraschen­den Nachweis, baß bas jüngste päpstliche Rundschreiben vor allem auf die fortschrütlichen Elemente im deutschen Katholizismus gemünzt war. Prof. Alfred von Heben ström in Riga ent­wickelt die Lehren, die sich aus beit jüngsten Ereignissen für die baltischen Deutschen ergeben. Der an der kalifornischen Staals- unwersität in Berkeley wirtende Prof. Fritz W int her schildert anschaulich die Organisation und bas Lck.m an dieser amerika­nischen Hochschule, während Hermann Kons brück originell und 16b en big über seine Eindrücke von einer Rheinreise berichtet. Neben einer Fortsetzung von Ludwig Gang Hofers Lebens- erinneruttgenBuch der Jugend" enthält bas He t auf erzählen­dem Gebiet eine ansprechende NovelleTie offene Tür" der italienische Dichterin Grazia Deledda. In der RubrikRund­schau" gibt Pfarrer Johannes Kübel einen Ueberblick über bie neueste Literatur zur Geschichte des Urchristentums Unter beit Notizen seien hervorgehoben der Protest eines Ausländers gegenGefälschtes Münchnerlum" und die Anregungen ,Pros Simonsfeld zu einer Reform des § 11 des Reichspreß­gesetzes.

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Allenstetu, 2. Juli. Frau v. S chöucb cck-Wcber ist nach der Aussage dar ärztlichen Sachverständigen nicht nur nicht verhandlungssähig, sondern völlig geistes- gestört. Der Staatsanwalt beantragte in der heutigen Gerichtssitzung bie vollständige Einstellung bes Verfahrens. Der Gerichtshof beschloß aber, bat Verfahren gemäß § 303 der Strafprozeßorbnung nur vorläufigeinzwstcllen, da das ^ur Aburteilung stehende Verbrechen vor dem Ein­tritt der Geistesgestörtheit entstauben sei. lieber die Koften- verteilung soll später beschlossen werben. Auch über die Haft­entlassung der Frau Weber wurde noch kein Beschluß gefaßt._______

Sonntag den 3. Juli großes

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Biere aus der Unionbrauecct v. I. Hildebrand, Pfungstadt. Es ladet ergebenst ein

Sttb seit trätet Jahren eme FallchmLw^werKatt beherbergt, in der btr Stväfltnge nach Her-enAlnst falsches Geld präawrv unb in Umlauf setzten. Man fand die A)q»ratv. in bat Zellen brr beiden Sträflinge Jaynes und Bach die wegen Betruges eine längere Strafe aHnbüßen hatten. ES liegt auf der Hand, daß ein Teil der GesangniÄvstrchn mit den Sträflingeir Hand tn Hand arbeitete und daß diese Fulschmün^eriindnstrie int Staats- gefängnis seit vielen Jahren blühte unb gedieh. Ein Zufall hat die Tatsache jetzt ans Licht gebracht. Zwischen den verschiedenen Falschmrm-ern entstand ent Streit wegen der Teilung des (Ge­winnes, und dabei wurde die Sache ruchbar. Ms der £>bcrtoärtrr bie Zeltet nachsah, fand er J-aynes und Bail bei ihren Präge- apparatcn in voller Arbeit. Sie fertigten gerade einen Haufen Dollar- unb Halbdollarstücke. Die weitere Untersuchung zeigte, daß die .Maschine in dem Gefängnis von Jefferson mindestens 20 Jahre lang ständig in Gebrauch war und sich von Sträfling zu Sträfling pererbte. Zwei Wärter, denen die Dtttwisserschaft nachgewiesen werden fomtte, sind verhaftet; ihre Rolle war es, das gemünzte ,Falschgeld ans dem Gefängnis zu schaffen den Freunden der Sträflinge zur Wellerverbveitung auszuhän- bigen.

Ernst- und Scherzhaftes. Ein Meisterstück der Rechtssprache nennt die Zeitschrift des Mgemeineu Deutschen Sprachvereins mit Recht folgendenBeschluß":In der E. . . G. . schen Annahme an Kindesstattsache wird der notarielle Annahme an Kindesftattantrag vom 9. November 1908 über bie Adoption der Erna, Hulda, Martha G., ge­boren am 9. 2Lugust 1898 No. 373/1908 bes Notariats- regtsters des Notar (!) M. P. zu Berlin wirb hiermit ge- gemchtlich bestätigt. R. den 19. Juli 1909. Königliches Amtsgericht, Abt . . . gez. ..." Ebenda wird' dafür«, daß das Fremdwort oft als Verschönerungsmittel dient, ent neues hübsches Beispiel aus einem Eingesandt der Steg-^ Uher Zeituntz vom 6. Januar gebracht. In diesem Berliner Vorort schmückt ein Bäckermeister seine Semmeljungen mit /ent Titel Fr üb stücks expebient.

Kleine Tageschronik.

Der Geheime Kommerzienrat Emil vom Rath, der 1909 von der Bonner philosophischen Fakultät zum Ehrendoktor ernannt wurde, hat der dortigen Universitätsbibliothek 30 000 Mark für Neuanschaffungen zur Verfügung gestellt.

Die Leiche des Professors Erdmann ist am Freitag früh bei dem Orte Boek am Müritzsee angeschwemmt worben.

Der Bote einer Bank in Amsterdam ist verschwunden; er hatte etwa 425 000 Mark mit sich und man glaubt, daß der Mann, der für unbedingt zuverlässig galt, überfallen worden ist.

Der Pariser U n t e r s u ch u n g s r i ch t e r unterzeichnete eine Verfügung, wonach die bejahrte Schwester Candidc, deren Geisteszustand zu wünschen übrig läßt, vorläufig in Freiheit gesetzt wirb.

In einem Wugenabteil 1. Klasse eines Pariser Vorort­zuges wurde ein Fräulein Turet von ihrem Nachbar mit einem Totschläger bedroht. Als auf ihre Hilferufe der Zug hielt, sprairg der Verbrecher auf das Gleis und wurde von einem in entgegengesetzter Richtung kommenden Zuge zer- m a l m t.

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-- Scharfer Preisrückgang für Weizen. Man rff endlich an der Berliner Produktenbörse zu der Erkennttits ge­kommen, daß die Berichte aus Nordamerika keinen Glauben ver­dienen. Die auf jene Meldungen zurückzusührenden Höheren Offer­ten aus England und den anderen Ausführungsländern blreben gleichfalls ohne Einfluß. Unter dem Druck starker Provinzabgaben, dte lediglich auf das sehr günstige Wetter erfolgten, erfuhr Wet-en eine Herabsetzung von 3 Mk., Roggen eine solche von 2 Mk Ledtglich die Furcht vor Mangel an kontraktlicher Ware im Juli verhinderte einen weiteren Rückgang. Hafer und Mats flau.

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Direktion: Hermann Steingoetter.

Sonntag, 3. Juli: ,O diese Leutnants/ Dienstag, 5. Juli: Durchs Ohr." Mittwoch, 6. Juli:Wenn der junge Wem blüht/ Freitag, 8. Juli:Die lustige Witwe."

Amtlicher Wetterbericht.

Verlauf der Witterung fett gestern früh: Zahlreiche, am Süd rande der nordltchen Zyklone entwickelte Randwirbel sind gestern über unser Gebiet gezogen und haben wiederunt Regenböen, tu ' einzeliten Gegenden auch Gewitter gebracht. Tie ettropäische Truck- verteilung ist noch recht ungünstig; der Tiefdruckwtrbcl zieht nur ganz langsam ostwärts. Am Südwestrande über England tmd der Nordsee, bildet sich ein neuer Teilwirbel, so daß auch morgen noch

Wetteraussichten in Hessen am Sonntag dem 3. Juli 1910: Regenlälle, windig, kühl.

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