Ausgabe 
2.3.1910 Drittes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

Au» Stabt unb tiaub.

y i c f> C n, 3. 9)101'$ 1910.

* * Tageskalende r ihr Ionncrstag, 3 Marz. Berein für Fra u e n u i ni m r e di tBortr-ag van Frl. Martha *3 >e b Eutin: Da-.' 6 uiigiiiicicDio gramui her liberalen und die Frauen. Abends 81.Ubr im S?otei 2diiii.

3 saue e i>e? Aliuifvivitincii F. E u m berlau b. Abends 8' i Uhr in Stein-:- Karten

Titelverlcihui! Der Großh erzog hat dein Vortragende»! Rat im Miniflcrimn des Innern. Oberregie- rungsrai Dr. Eugen W a g n e r, den Eharalter nl-3 Geh. Ober» regierungsrat erteilt.

* * S p n r i o ni tc.it in bei Staat v c r ro a 11 it n g. Die durch die letzten Personal>.erschiebungen im Gesdiäfts» der eich des Ministerinms bc > Innern erledigte Stelle eines juristischen Vortragenden :h'nibei dessen Abteilung siir Vnnb »virtschaft, Hande! und oien eri c wird, wie halbamtlich mit» geteilt wird, nicht wieder besetzt werden.

* * In SlubtCn,; cmpfü 1113cn wurden oqin Groß- Herzog am Mitttvoch n. a. der Kaunnerherr Wilfried Freiherr (5 d) end' 511 Seh »vein 8 berg - Wäldershausen.

* * 9(116 dein M i li t är -- W 0 che n blatt. Prinz Ernst Heinrich zu Stolberg Roßla in der Armee, und zwar als Li. im Garde-Drag.-Reat. (1. Hess.) Nr. 23, vor» läufig ohne Pritenl, angestellt. Die Selektaner der Haupt» kadetteuanstalt und Portepee ° Unteroffiziere Bubdecke im Leibgardc-InfaNt -Regt. (1. Hess.) Nr. 115 und v. Oppen im 2. Hess. Feld-Art illerie-Rcgt. als Leutnants angestellt.

* * P r 0 v i n Z i a l b i r e k t 0 r Dr. Usinger. Zur Er­gänzung unserer gehrigen Mitteilungen entnehmen wir der Darmsl. Ztg." noch folgende Angaven: Dr. Karl U sing er ist 1864 in Main; geboren. A a dl de in er die Fatnttätsprnfung nnb die Staatsprüsung bestanden hatte, wurde er 1891 als Negierungsassessor dem KreiSmnt Main; zugeteilt, von wo er 1893 als kreisumtmami mich Groß-Gerau und von dort 1894 in derselben Eigenschaft wieder nach Mainz kam. Im Oktober 1898 wurde er als windiger Hilfsarbeiter iu^das Mi nist er in in des Innern berufen, 1899 erhielt er den Titel Regierungsrat, 1901 n urde er zum Oberregierungsrat 1111b 1902 311111 vortr. Rat in der Abteilung für, Landwirtschaft, Handel und Gewerbe und zum Staatskommissar bei der .HandwertSlaniwer ernaunl Arn 14. Februar 1906 erfolgte die Ernennung 311m Ministerialrat nnb ',11111 P01 sitzenden der genannten Abteilung. Ministerialrat Dr. Usinger ge­hörte als Mitglied der Zentralstelle für die Landesstatistik an; ei' war Vorsitzender de> Landesversicherungsamtes und Vorsitzender der oberen Bergbehörde und ist an vordem vom Bundesrat ernannte?« Mitglied des Beirates für dir Arbeiter statislil in Berlin. Er besitzt das Monmirtien; 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, die Vermäh lungsmedaille nnb den Komtur des bayerischen St. Michael vrdens.

* * D e r N e i d) s iags a b g e 0 rd n e t e 11 n s e r esBe - zirls, Abg. >1 ö l) l e r Langsdorf, richtete, wie nns gemeldet wird, an den aus unserem Kreise scheidenden Provinzraldi rektor Geheim erat Dr. Breidert sol gendes Schreiben: Verehrter Herr Geheimerat!Mit einem nassen, einem heitern AUg" vernahm idi heute die Kunde von Ihrer Beförderung ans den Posten von Main;. Wir Over- Hessen werden allezeit Ihrer so sehr großen Verdienste um das öffentliche Wohl mit dankbarem Herzen gedenken. Möch teil Ihnen gleichgroße Erfolge in Ihrem neuen kirnte vc schieden sein! In ausgezeichneter Hochachtung und mit freundlichen Grüßen Ihr sehr ergebener K ö ()I e r - Langs­dorf, M. d. R.

* * Lc h re rp c rs 011 a l i c n. Uobcrtragcn wurde dem Lehrer Phil. Volk zu Unfer-Sensbach eine Lehreistelle an der Geineindeschnle zu Ober-Becibach, dem Schulamtüaspiranten Ludw. H 0 rn ans Brensbach eine Lehrerstelle an der Gemeinde- schnlc zu Schwanheim, dem Schulamt8aspirant"n Jak. Winter anö Nicdcr-Wciscl eine Lehrerstelle an der Gemcindeschulc zu Trebur.

* * Ofsii er s aspira 11 t en d e s Beurlaubten- [taubes. Wie seil, einigen Jahren ist auch für dieses Jahr die Einberufung von Offiziersaspiranren des Beurlaubten- stand es zu einer etwa dreiwöchigen Hebung im Kompagnie verbände ungeordnet. Beim 18. Armeekorps hat jede Divi- Vision eine solche Uebungskonipagnie am 5. d Mts. auf dem Truppen llebungsplätz Darmstadt aufzustellen, wozu sie auch die Kompagnieführer und Offiziere, sowie das sonst noch erforderliche Unteroffizier 11)11». Personal tom man dien. Als Leiter der Uebnng soll Major v. Kummer vom Füsilier-Regiment Nr. 80 in Wiesbaden bestimmt sein. Die Kompagnie der 25. Division wird Hauptmann V. Oidt man vom Leiv Infanterie Regiment Nr. 115 führen.

* * Zn la ff n n g 3 n r Recht s anwaltschaf t. Am 1 (i. Februar wurde der Rechtsanwalt Gg. Bal 3 e r 311 Lorsch zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Vilbel zu gelassen.

* * Nati 0 nalli b e r al e P a r t c i. Wir erl-alten fol­gende Inschrift: Rcichstagsabgeordneter Dr. <5trefe­in a n n spricht kommenden 3 a m s tag, 5. M ärz, abends 8 Uhr, in einer vom Wetz l a r e r Nat i 0 nal li b er al en V er e i n anberaumten großen öffentlichen Versammlung, die im 3 di ü tz e n g a r t e n zu Wetzlar ab gehalten wird. Wie Herr Dr. Stresowaun infolge seiner großen Sachkenntnis, namentlich auf dem Gebiete des Wirtschaftslebens und seiner klaren, eindringlichen Beredsamkeit stets das Ohr des Reichs­tages hat so hat er sich and) in zahlreichen Städten aller Deutschlands durch seine zündende Beredsamkeit eine anßerm iche Beliebtheit erworben. Bekannt ist! er ferner

als chftlfcsfeSk eifrigsten Kämpfer für die Schaffung einer Privatbba 1 ntenve 1 sid- er ung. Da der Andrang ein sehr starker werden wird, ist es rät!ich, wenn irgend möglich, schon den um 6.35 abgehenden Zug zu benützen. (Siehe Inserat!)

P 0 in Freiden lerbund wird uns geschrieben: Dr. Bruno Wille ans Friedrichshagen b. Berlin wirb am kommenden Montag, 7. Mär;, hier im Hotel Einhorn über das Thoma:Wi' uns die Kunst befreit" sprechen. Zum vierten Male wird es ictii. daß der Dichter derOffen­barungen des Wachholderbaumeö" hier in der Oeffentlich- teit spricht, und noch jedesmal hat sich die Zahl der Zu- Hörer, die andächtig seinen Worten lauscht, vergrößert. Er kommt deshalb and- nicht als ein Unbekannter, zu dem man mit einem aus Neugierde und Mißtrauen gemischten Gefühle geht, sondern er hat sich hier selbst eine Gemeinde geschaffen, die ihm immer gern und willig ihr Ohr leiht. Diesmal dürste aber noch aus einem anderen Grunde ein besonders starker Besuch des Vortrages zu erwarten sein, denn Bruno Wille hat im vergangenen Jahre dem deutschen Volle einen Roman geschenkt, der seinen Namen weit über ben Kreis seiner Freunde und Verehrer hinaus bekannt gemacht ixit. Es ist der RomanD io Abend bur g", der bei dem Pr ei saus) dir cib en von Rekln ms Universum mit bem erstell Preis von 30000 Mk. gekrönt wurde. Bruno Wille

ist aber nicht nur ein Künstler des geschriebenen Wortes, nein, er weiß es and- in der Rede meisterhaft zu handhaben. Gewiß wird jedermann gern die Gelegenheit wahrnebmen, Von so berufener Seite zu Horen:Wie uns die Kunst befreit." ,, v .

" Das Kolossen m bittet uns, indzuteilen, bau Vcrr Ltto Reutte v während seines Gastspieles auch in der Nachmittags- Vorstellnna anüntt.

Studentische U n t er ri chts ku r s e. Wir werden gebeten, darauf aufmerksam zu machen, daß das phnsikalische Institut, in dem am Freitag abend Herr Pros. M'önifl überTas Sehen und die Farben" sprechen wird, sich Step I) a it st r a ß e 2 4 befindet.

F ü r d t e u g l i n g sze n t ra l e hat Frau Adam Opel Wlw. in Rüsselsheim dem Großherzog 3000 Mk. zur Verfügung gestellt.

Selb stm 0 r d. Gestern nachmittag wurde aus den Wiesen in der Schwarzlach ein nnbetnnnter etwa 10 Jahre alter M a 11 n mit einer 3 di u ß w 1111 b e im Kopf nnb einer solchen in der Brust bewußtlos misgefuudeu. Er wurde Von Mannschaften der Sanitätskolonne nach der chirurg. Klinik verbracht und starb dort noch abends. Nach den Feststellun gen handelt es sich um Selbstmord; Wertsachen und auch der Revolver saodeii sich bei dem Verletzten vor. Seine Per­sönlichkeit tonnte bis jetzt nicht festgestellt werden. Papiere oder sonstige Gegenstände, aus denen seine Personalien hatten festgestclll werden können, sanden sich nicht vor.

Weinliebhaber. In der letzten Zeit wurden wieder mehr fach aus H anstelle r nWeinego ff 0 hle 11. Aus einem Keller der Gocthcstraßc holten die Diebe vor einigen Nächten 25 Flaschen. Die Diebe stießen bei ihrem Unternehmen die Scheiben an den Kellerfenstern entzwei und stiegen dann ein.

Znsa m m e 11 st 0 ß. Gestern vormittag stieß un B a D 11 Hofe eine M a s ch i n e mit einem unbesetzten P e r s 0 n e 11 z u g zusammen. Maschine und Padwagen wurden tark beschädigt, Personen wurden dabei nicht verletzt.

1 E i n Sportplatz für .den Gießener F-ußvall-Club 1900 soll zwischen Rod heim er Straße und der Hardt-Allee eingerichtet werden. Das Gelände, 13 000 Qm., ist auf 5 Jahre gepachtet: es soll ei 11 gehegt werden und die er forderlichen leichten Bauten sind bereits in Aussicht ge­nommen. In Verbindung mit Kiesen Einrichtungen sind ein Tennisplatz und Plätze für Leichtathletik geplant.

----- 3t cm bet in t-Slr. Gießen», 2. März. In unserer Gemeinde wurde mit großer Mehrheit die Durchführung der Fekdbereinigung beschlossen. In seiner letzten Sitzung stimmte der Gcmeinderat der beantragten Errichtung eines zweiklassigen Schulhanfes mit zwei Lehrerivohnimgen zu.

H 01 z h e i m, 2. März. Unser Bürgermeister Peter K l 0 tz I. feierte heute sein 25jähriges Diensljubilänm. Am '-i.'achmittag fand eine Versammlung des GemeindcratS, des Schul und des Kirchenvorstandes statt, in der der Ver­treter des Kreisamts, Regierungsrat Dr. M erd, der Orts geistliche Pfarrer Freitag und der Beigeordnete Grieb Ansprachen hielten. Letzterer überreichte im Auftrag des Geineiuderats dem Jubilar als Geschenk der Gilneiiidc einen Sessel. Am Abend wurde unter Beteiligung des Turn und des K'riegervereins ein Fadelzug und daran anschließend eine allgemeine Feier veranstaltet, an der die Mnze Ge­meinde teil nahm. Der Kriegerverein ernannte Bürger meiister Klotz zum Ehrenmitglied, der Turnverein stellte hübsche Pyramiden und der Posaunenchor verschönte die Feier durch den Vortrag einiger ergreifender Ehöre.

)( Ruppertenrod, 1. März. Ein hiesiger Haus­besitzer hatte vor vier Jahren seine Küche durch einen Anbau vergrößern lassen. Der Anbau war gedeckt durch ein flaches Dach, gewölbt von Tuffsteinen zwischen Holz trägem. Diese Hoiztrüger waren verfault, da die Zement decke Risse bekommen. In dem Augenblick, als die Hans fr au die Küche betreten und 311111 Herde schreiten wollte, st ü r z 1 e die Decke vor jiljrc Füße nieder. Wäre der Einsturz eine Sekunde spater erfolgt, so wäre die Frau Von der schweren Decke zerdrückt worden. Wäre der Ein­sturz einen Abend vorher erfolgt, bann hätten brei Er­wachsene, bie in ber Küche gewaschen, ihr Leben verloren. K'üchenmöbel, Küchengeschirr nnb Küchengerätschaften wür­ben zermalmt. Ein Lichtbildern 0 r t r n g fand von Pfarrer Jung aus Ober Ohmen in unserer Kirche statt. Gr zeigte LutherslLebeu und Wirken. Die Bilder zeichneten sich burd» Klarheit, Deutlichkeit und Schönheit aus, so baß die zahlreiche Gemeinde mit vollem Interesse den Bildern folgte. Die am Schluffe per Vorträge erhobene Kollekte offenbarte den guten Erfolg.

xWettsaasen, 2. März. In ein gern ein sch af t- lich c s G rab kam hier das umiiittelbar hintcrcinaiider verstorbene Ehepaar H. K naß. Der 72jährige Ehe­gatte war früher lange Jahre Bahnwärter gewesen. Seine Ehefrau war die Tochter des Gemeinderechners Heinrich Hörle, des ältesten aktiven GemeinderechnerS unseres Grvß- herzogtums. Der alte Hörle, eines der verdienstvollsten Glieder unserer Gemeinde, befindet sich int 80. Lebensjahre und versieht noch mit einem Gehilfen sein Amt.

m. Bad Na uh eint, 3. März. Der Spar nnb V 0 rsck» 11 ßverci n e. G. m. b. H. hält Samstag, 5. März, seine 59. ordentliche Generalversa m m l 1111 g im Re ftaurant Burk ab. Denk uns vorliegenden Geschäftsbericht für 1909 ist zu entnehmen, daß die Gesamteinnahmen und Ausgaben je 18162635,93 Mk. betragen; der Reingewinn betragt 30 858,38 Mk. bei einer Mitglieder zahl von 517 gegen 501 int Vorjahre. Die vorgeschlagene Dividende be­tragt 61... Proz., eine Summe, die seit 1885 nicht mehr er­reicht wurde. - Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Gießen wurde ein in die Schweiz geflüchteter Drosch toukutscher verhaftet, ber im Herbst v. I. bei einer Fahrt nach bem Hodiwalb ein in bem Wagon sitzenbes Mäbchen zu vergewaltigen suchte. Zunächst wurde bem Mann ber Fahrschein entzogen. Durch Vertrag ging bas in der Friedrichstraße gelegene Haus des Sanitätsrats Dr. Cholewa in ben Besitz bes Herrn Restaurateurs Abolf Stcng, Besitzer desSchützenhofs" hier über.

m. Röbgen b. Bad Nauheim, 2. März. In ber DampswaschanstaltHolzmühle" geriet ber Arbeiter k'eil in bie Kammräder einer Waschmasd-ine nnb erlitt eine starke Quetschung bes linken Unterarmes, bie ihn auf längere Zeit arbeitsunfähig macht.

fc. 5 rieb berg, 1. März. Mit den Arbeiten an ben Bahnh 0 f 8 erweiterungen wirb im April begonnen werben, ba bie Bahnoerwaltimg mit ben Besitzern bcö Ge­ländes, mit denen eine Einigung noch nicht erfolgt ist, sich gütlich anScinanbersetzen wirb. Es hanbelt sich nur noch um weniges Gelänbo. Die Hauptgelänbeobjekte sind von bem Eisenbahnstskus erworben, so von bem Gräslich Solms- -)<öbcl()chn)d)cn Fibeikonimiß in ?lssenheim für etwa 200 OOu Mark, von den Gebrüdern Ulrich-Friebberg für 120 000 Mk., von ben ©ebrübern Nkeyer-Friebberg für 80 000 Mk., von

dem HofbrälihauS in Hanan für 70 000 Ml. Die Ent» eignungSvcthanblilngcn wegen bes zur Erweiterung de. Bahnhofs Bab Naiiheim erforderlichen Geländes sind eben­falls bem 2lbschlnß nahe.

<1 M ai 11;, 3. Mär; Ans dec Strecke Alzey Mainz wurden gestern vormittag in einem dem Persouenzug anhängendeu Ohi ter io a g c 11 mehrere k i n e 11 aeö 1 i n e 1 und daraus einige Hundert Zigarren und Käse gestohlen. Bei der Ankunft hier wurde der Diebstahl entbedt und die Kriminalpolizei benachrichtigt. Ta-j Angenmeit der Polizei richtete i:di zunächst aus das Zugpersonal iinb in deren Wohnungen wurden sofort Haussuchungen vor genommen. Tie gestohlenen Zigarren und Käse lourhcii in den Wohnungen der hiesigen verheirateten HiEsbalnischaffiter Audi. Sd'.cr; und Roberi Engel vvrgefund « Bei ihrer Zurüd fuuit von Alzen wurden die Beidcil verhaue!. Am 15^Dez. si it v z t e der Invalide Adam H e i 11 z aus dem v i e r t e n t 0 ck »einer in der idelbergersaßgae belegenen Wohnung in den Hof hinab und verletzte sich außerordentlich schwer. Geyern wurde H ais gc heilt aus dem Rochushospital entlayen. Er konnte fiel- ui Fuß nach seiner Wohnung begeben.

)( Marburg, 2. März Im Vordergrund des In ter ess es steht hier gegenwärtig eine besonders kirchliche Kreise interessierende wissenschaftliche Streitfrage zwischen hiesigen llniversitätsprofessoren über die Frage:H at I e s 11 s geleb f?" Nachdem kürzlich in zwei stark bc acht en von ber Freien Studentenschaft einberufenen Ber sammlungen im Hotel Freidhof der orbenflidie Professor der semitischen Philologie und der orientalischen Geschichte, Dr. I ensen, die Ansicht vertreten hatte, daß bie Ge schichte Paulus nnb Jesu mit ber 2000 Jahre älteren babylonischen Gilgamesch-Sage große Aehnlichkeit habe und wohl nur das historisch sei, was leie nicht erzähle, fand gestern abend in den Stadtsälen wieder eine Versammlung statt, in der dieselbe Frage behandel 1 wurde. Ost von ftünrii schein Beisall unterbrochen,, wies der Redner, der Theologie Professor Dr. I ü li ch e r , vom historischen Standpunkte aus nach, daß die Existenz Jesu nicht wegzuleugnen fei uni) alle anderen Behauptungen, besonders der 1 lammen hang des Lebens,Jesu, mit der babylonischen Gilganieschsage auf sehr fchwnchen Füßen standen. Die imposante Ver farninlung war von etwa 1500 Personen besucht. Die Polizei mußte schließlich die Nachdrängeuden zurückweisen.

Bei der Abiturientenprüftiug im Gy Mitas in m Phi lippinum bestanden sämtliche 10 Oberprimaner, drei unter Erlaß der mündlichen Prüfung. In der O b o r - realschule waren es 21 Prüflinge, die ebenfalls samt lich bestanden, 7 unter Erlaß der mündlichen Prüfung. - Heute nacht starb hier der in weiteren Kreisen bekannte Bantvorstand der Marburger Bank, Universitäts-Buchhänd ler O. E1) r Hard t.

z. Biedenkopf, 2. März. Bei den in unserm Kreis nahezu beendeten H 0 13 V e r ft ei ge r n n g e n wurden durch weg angemessene Preise für alle Arten Nutz wie Brenn hol; erzielt. An der Spitze marschiert wohl unsere kreis Jf.atd Biedenkopf, deren Gemeindewald brachte im vorigen Jahre eine Reineinnahme von 10870 Mf. In nicht wenigen Gamarkullgcil unseres Kreises befinden sich größere fterilc Flächen, die sich nicht zur Anlage von Acckcrn usw. eignen. Würden diese ausgeforstet werden, tonnten sich die Ge meindeeinnahmen für die Zukunft noch vermehren.

n n 11 _______!__["TT*

2Ctrcbe nnd schrrle.

** G c m cinsa m c r S cli 111 b c s u ch V 0 11 K 11 a b c n 1111 t» M a bd) cn. Aus Baben erhalten wir folgende Zeilen mit bei Bitte um Aufnahme in unsere Zeitung: In einem Eingesandt 1» Nr 42 des Gießener Anzeigers wird die merkwürdige B> lumpwnz aufgclielU, daß 90 v. H. der badischen Cbcrlchrcv sich iinhi" ausgesprochcii hätten, der Besuch höherer Knabenschulen buvd Mädchen habe für beide Teile nur Nachteile gebrach! Ta ist durchaus unridilig. Richtig ist folgende Bei der vorjährigen Tagung des badischen Philologenvereins in Konstanz wurde auch das Thema behandelt:Zulassung von M ädcken ui» B c s 11 d) d e r H ö h c r e it M n a b e 11 s ch u 1 e n". Der Vorschend- bemevtte einleitend, das; es sich bei der Besprechung dieses Thema) nicht um die allgemeine Schulgeweiuschaft von Knaben und Mäd dien and) in höheren Bilbungsanstalten, sondern um die in Vaden gestattete beschränkte Zulassung von Mädchen in knabenanslattcn und um die hiermit gemachten Erfahrungen handele. Von zwei Referenten und einem Korreferenten wurde die Frage eingehew behandelt, gestützt auf Fragebogen, die der bab. Philologenlxi-ein vorher ansgegebeu hatte. Tie brei Referenten faßten dann ihn Ansichten in einigen Leitsätzen zu lammen, an denen allerdings einige tteinc Aenderungen öorgcnonimcn wurden In diesen Satzei wurde u. a. betont, daß der seit 1901 in Baden allgemei» ermöglichte Besudi der Knabenintttelschuleii burri) Mädchen in ei ziehcrisdier Hinsidil Teilte ernsthaften Schwierigkeiten nn Gcsolp gehabt hätte, ein fördernder Einfluß der beiden Gesdilediler aut- einander sei aber so gut wie gar nicht 311 konstatieren gewesen Da-.' elftere ist, wie das auch der Einsender in Nr 49 hervor hebt, entschieden das Wichtigste und Wertvollste, was auk dn Konstanzer Versammlung sestgeftellt wurde und dem tioit teiltet Seite ivibersprodieu wurde. Wenn nun weiter in ben Leitsätze) gesagt wirb, daß die überwiegende Mehrheit der badischen Mittel- sclmllehrcr fein Freund der Zusammenziebiing von Knaben imt Mädchen als eines allgemeinen ErztehungSideals fei, so i|t biet ausdrücklich feftziiftcllen, daß die Sätze nur eine Kusammeusayun- des von den Referenten Vorgetragenen darstellt und daß bi sonders eine Abstimmung über »ie nicht ftattfanb. Tcr <^t,n mung nad) zu urteilen, wären bei einer Abstimmnng bie Leiyatc aller Wahrscheinlichkeit nach bnrdigefallcn. Es föniitc aud) idwv um bcswillen nickst bavou gesprochen werden, daß !)0 v. K der bab. akabemisck) gebildeten Lehrer sich io ungünstig, umv bie Koebnktaioii ausgesprochen hätten, als von etwa 1000 wmemcs gcbilbeteu Lehrern in ber Konstanzer Versammlung nur ein * anwesend war. Im allgemeinen Tamt man den Ausführung»k des Einsenders in Nr 19 zu ft im men und init ihm wiinlcner, daß den streb sauten Mäddien unsere Bildungsstätten - Ghmnancii und Realanftalten nick! verschlosseii werden. _

Landwirtschaft.

- DerRcicktsLnzeiger" veröffentlicht einen längeren V famimenfaffenben ArtikÄ über die b 1 h er 1 g e n E y g ebtt 1111 der Versuch.6 f ü 11cru n g e 11 m i 1 E .»1 i ng c r sl e. Danca» wurden in keinem Falle die behaupteten schädlichen Wir Inn gen d-». v osins sestgestellt, dos- die beobachteten Störung

guitgen tatiäd lid- durch Verfütterinig von Eosingcrftc veranlag waren, dagegen ist es in einer Reihe von Fällen gelungen, tu Wahlen Ursachen in Bermneruigung v-der Dumpfigkeit der Gerir oder in Rotkomf, Backsteinblattern )bcr Sd veineseitche amtlidH* ermitteln. Bei den amtlich vor genommenen Versuchen nnirar nad:<teihgc Einwirkungen auf das Wohlbefinden und die Aiunmgu der Verfildstiere nirgends Ivobnchtet, vielmehr sogar bei füttenntg mit reinem Eos in er! eblichc Geinid tsz 11 nahmett beebacM Ein beim Beginn eines Versuchs Ironie? Schwein, Vov irahm-i tcr Fütterung mit Eosingerste genesen war, hatte mit einer ui lick en Zunahme nut 1,12 Ki. die höchste Gewid lsrermrdrimg ark znweisen Färbung des Fleisdvs oder Fettes tonnte gleicysat» nirgends feftgcstellt werben. _____

Eisenbahn-Zeitung.

* Das Ende des Winter fahrplans. Der sttzi» Winter fahr Plan wird der letzte seines Zeichens fein. Em - falt'plan wirb mid> den Befckstüssen des Vereins deutscher EM * baWvernviltnngen überliaupt uidst mehr ein geführt. Es gibt am 1. Mai auf den deutschen Eisenbahnen e 1 nen 11 e 11 en Fay plan. Dieser wirb aber nur als Fnhrplan vont 1. Mai