Ausgabe 
27.8.1910 Erstes Blatt
 
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den, um das Leben der Flieger nicht zu gefährden. U. soll stets nur gesagt werden, daß es wünschenswert wäre, wenn der Flieger diese oder jene Aufgabe erfülle. Jeder Offizier der vier zu Gruppen vereinigten Abteilungen werde sich auch unabhängig KU entscheiden haben, ob jkche Aufgabe tunlich sei.

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Flieger begegnen sollten, werden sie sich auch tnt Ernst- 'chen müssen, da der angerichtete Schaden sonst n bei weitem überträfe. Es fei alles getan wvr- das Leben der Flieger nicht zu gefährden. ES

Am Mittwoch den 28. September 1910. vormittags, findet auf den städtischenMarktanlagen an derRodheimerStratze Pserdcmarkt statt. Stallungen find in der Nahe des Marktes ausreichend vorhanden; nähere Auskunft erteilt Herr Hoflohu- kutfcher^Huhn^ ^,»e, besten Pferdematerials stehen über

2000 Mk. zur Verfügung, darunter 250 Mk. aus Mitteln de- Hessischen Landesvferdezuchtvereins. Der Prämiierungsvlan ist von Herrn Weinbändlcr August Schwan zu Gießen erhältlich.

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auf dem Marktplatz. .. . . . _

Am 29. September, nachmittags 2 Uhr, nndet m der Turn halle der Stadt-Knabenschule eine ____

Gerichtrsaal.

Berlin, 26. Ang. Im Prozeß gegen den Fürsten Eulenburg hat das Gericht beschlossen, die Entscheidung darüber, ob ein neuer Termin anberaumt wird, vorläufig auszusetzen, da durch ärztliche Gutachten die Verhandlungsunfähigkeit des Fürsten auf längere Zeit hinaus nachgewiesen wird.

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* Ein Biulk an im Polarkreis. Ern Telegramm aus Trondhjem meldet, daß das Forschungsschiff König Ha­rald aus den Polargebieten zurückgekehrt ist, nachdem es eine Höhe von 80° 10 erreicht hat. Der König Harald traf unter­wegs in Spitzbergen die Fram-Expeditiov des Kapitän Amundsen, die im Juni ausgefahren ist, und erhielt die Mitteilung, daß die Forscher einen Vulkan und heiße Quellen in Wood Bay entdeckt haben, wo auch der Strand ganz mit Lava bedeckt ist.

* Schätze v onr Meeresgründe. Die Arbeiten zur Hebung des spanischen Armada-SchiffesFlorencia" in der Tobermory-Bay, die seit einiger Zeit von neuem ausgenommen worden sind, haben außer einigen unbedeutenderen Gegenständen einen Metallblock von etwa 80 Pfund zutage gefördert; man glaubt, daß es Silber sei, hat jedoch erst eine Probe nach London geschickt, um den Fund genau untersuchen zu lassen. Die Hauptmasse des in dem Schiff versunkenen Schatzes ist bis jetzt noch nicht sestgesteNt.

* Das vielseitigeKärtche". Mit der Einführung der Bahnsteigsperre war auch die Ausgabe einer Karte notwendig geworden, die das Betreten des Bahnsteigs für die Nichtreisenden gestattete. Oft kommt es aber vor, daß die Leute den Automaten nicht sehen und am Fahrkartenschalter eine Bahnsteigkarte ver­langen. In welch drolligen Ausdrücken das mitunter geschieht, davon zeugt nachstehende Sammlung, die, demMannh. Gen- Anz." zufolge, von den Beamten der Frankenthaler Station zu- sammvngestellt wurde. Es wurde verlangt: e Kärtche for nei un raus e! Uebersteigbillett für naus uffs Trottoir e Trottoirbillett e Sperrkarte e Kart for mein Mann ze begleite, i blech do eine für an de Zug e ruber und e nüber durch un wieder heim for zehn Pfennig do naus e Durchgehkart e Uebertrittsbillett e Perronsteidkart e for üwer de Bahnsteig e Steigkarte e Perrskart e Abhvlbillett.

* Die Schlangen und der Knoblauch. Ein eigen­artiges Mittel, sich gegen die Bisse von Schlangen zu schützen, haben die Eingeborenen des Südens von Lcheria, wo in einem ungeheuren sumpfigen Gebiet unzählige giftige Reptilien leben. Wenn sie diesesReich der Schlangen durchqueren müssen, dann reiben sie sich die Mße recht tüchtig mit Oel und Knoblauch ein. Die Schlangen, die einen feinen Geruchssinn haben, empfinden den Geruch von Knoblauch als besonders unangenehm und ergreifen sofort die Flucht. Selbst die Boa constrictor zögert, einen Menschen anzugreifen, der sehr stark nach Knoblauch riecht. Ein anderes Mittel der Eingeborenen, sich die Schlangen fernzuhalten, besteht darin, daß sie durch das Schwingen von dünnen Stöcken ein sausendes Geräusch in der Luft hervorbringen. Dieses Pfeifen und Zischen jagt den Reptilien einen großen Schrecken ein, so daß sie sich eilig entfernen, wobei sie selbst ein eifriges Zischen hören lassen. So weiß wenigstens eine französische Zeitschrift ihren Lesern zu erzählen.

Kleine Taaeschronik.

Aus Metz wird gemeldet: Auf dem Fort Wagner lind unter der Besatzung Erkrankungen vorgekommen, deren Symptome au: Ruhr schließen lassen.

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Der Diebstahl in der deutschen Ausstellung in Brussel.

Brüssel, 26. Aug. Zwei Wächter der deutschen Ab­teilung sind unter dem Verdachte, an dem gemeldeten Drebstahl von Uhren beteiligt zu sein, verhaftet worden. (Siehe Kl. Tageschronik.)

Die Flugmaschinen in den französischen Manöver«.

Paris, 27. Aug. Der Krieasminister erklärte, über die Verwendung der Flugmaschinen für die Manöver seien eingehende Bestimmungen getroffen. Von einem Ein­griff der Flieger .in das Gefercht: könne keine Rede sein, obwohl jede Uugmaschine ein Maschinengewehr an Bord habe. Tas geschehe aber nur, nm die Offiziere un die Mehrbelastung zu gewöhnen. Wenn sich zwei fernbltck>e

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Aus Königsberg i Pr. meldet man: In beet auf Hufen gelegenen Tiergarten brach am Freitag, nach Mitternacht, Gr o ß- :eu er aus, durch das der große Holzbau des Hauptrestaurants vollständig eingeäschert wurde. Der Feuerwehr gelang es nach mehrstündiger Tätigkeit, die in der Nähe befindlichen Baulichkeiten und den Tierzwinger zu schützen. Das Geschrei der durch die Feuergarben und die furchtbare Glut aufgescheuchten Tiere war weithin zu hören. Der Wirt und das Personal konnten sich retten, jedoch ist fast das ganze Hab und Gut verbrannte

Aus der deutschen Abteilung der Weltausstel­lung in Brüssel wurden in bet Nacht zum Freitag 3 9 gol­dene Uhren, Glashütter Fabrikat, im Werte von 30000 Mark gestohlen. Vom Diebe fehlt jede Spur.

Wie die Petersburger Telegraphen-Agentur meldet, über­fiel e n in der Landschaft S e i st a n Afghaner eine aus Indien kommende Karawane und töteten vier Führer, darunter zwei persische Soldaten. Die Räuber führten 25 Lastkamele mit sich weg; die Behörden sind machtlos.

Bei Margeney (Dep. Seme-et-Oise) veranstalteten aus­ständige Maurer eine Treibjagd auf Arbeitswil­lige, die sich schließlich in den Park eines dem Senator Leroux gehörigen Schlosses flüchteten. Dort kam es zwischen den Schloß- bediensteten und den Ausständiger', zu einem Kampfe, bei dem auf beiden Seiten Revolver- und Flintenschüsse abgegeben wurden. Zehn Angreifer wurden verwundet.

DieVossische Zeitung" meLbet aus Wien: In Riedau lOberösterreich) wurden der pensionierte Staatsbahnoberrevident Kattelez und seine Frau unter dem Verdachte, Gift- Pillen an eine Dame der guten Gesellschaft ge­sandt zu haben, verhaftet, und dem Landgericht ein­geliefert. Den Pillen lag ein Schreiben .'bei, worin der Emp­fängerin die Pillen als ein Mittel gegen ein körperliches Leiden empfohlen wurden. t a

Aus Konstantinopel wird gemeldet: Em Erdbeben hat in Diarbekr und zahlreichen Ortschaften den Tod vieler Menschen verursacht. Die Panik der im Freien kam­pierenden Bevölkerung wurde noch durch den Ausbruch der Cho­lera in einem Orte des Wilajets Erzerum erhöht._____________

Verlauf der Witterung feit gestern früh: Ein stark entwickelter, gestern früh über Frankreich lagernder Randwirbel zog am Abend und in der Nacht über Westdeutfchland. Dabei gingen in den meisten Gegenden Mitteldeutschlands starke Regenfälle, strichweise auch heftige Gewitter nieder. (Worms 25, Frankfurt 26, Darm­stadt 12, Gießen 2 mm). Südwestlich Irland scheint eine neue Zyklone zu folgen, so daß die Aufheiterung nicht von Bestand ist.

Wetteraussichten in Hessen am Sonntag dem 28. August 1910: Nach vorübergehender Aufheiterung wieder Trübung und Regen, südwestliche Winde.

Sophas, Divany

Spanien und der Vatikan.

Rom, 26. Aug. Nach einer Meldung desGiomale d'Jtalia" ließ der Päpstliche Stuhl dem spanischen Geschäfts­träger Marguis de Gonzales eine längere Note als Antwort auf die Note der spanischen Regierung zugehen Die Note beschränke sich darauf, den Standpunkt des Vatikans gegen­über der spanischen Regierung darzulegen. Die Angelegenheit bleibe demnach unverändert. Marguis de Gonzales habe bei bem heutigen Empfange des diplomatischen Kort^ deinsKardinal­staatssekretär Merry del Wal mitgeteilt, daß er die Note der spanischen Regierung überreicht habe.

Eifenbahnräuber.

Des Moines, 26. Aug. Acht Mann hielten einen von Minneapolis abgegangenen Passagierzug außerhalb te Stadt Nortwood dadurch auf, daß sie Flaggensignale gaben. Sie rich­teten ihre Revolver auf den Maschinisten und) Heizer und begannen dann, die Passagiere ihrer Wert- fachen zu berauben. Das übrige Zugpersonal war jedoch im Stande, sich aus einem Wagen Revolver zu beschaffen undi dadurch die Lage umzudrehen. Fünf von den Räubern wurden festgenommen und den.Behörden von Nortwood übergeben.

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m-. Friedberg, 27. Aua. (Privattelegramm.) Um 11,15 Uhr kam das großherzoglime Paar in drei Automobilen, hier an und begab sich sofort ins Schloß. Die Schulen unb das anwesende Militär bildeten Spalier. Der Fremdenznstrom ist sehr groß.

Durlach, 27. Aug. Heute nacht wurde der ledige, 26 jährige Fabrikarbeiter L. Weiter im Anschluß an einen Gast Haus streit getötet. Als Täter kommt ein ver> heirateter Mann, der Vater mehrerer Kinder, in Betracht.

Gernsheim a. Rh., 27. Aug. Gestern nachmittag wurden drei 817jährige Mädchen, die vor dem Ge­witter in einem Kornhaufen Schutz gesucht hatten, vom Blitz getroffen und auf der Stelle getötet.

Frankfurt a. M., 27. Aug. Der 28jährige Monteur Jakob Kubach vom städtischen Elektrizitätswerk kam bei der Verdichtung eines Kabels dem Strom zu nahe und wurde getötet.

Athen, 26. Aug. Nach den amtlichen Ergebnissen aus Attika wurden 24 Kandidaten der Volksparteien gewagt, darunter Venizelos, 16 Vertreter der Vereinigten Partei Rhallis und Theotokis, 4 Kreter und die ehemaligen Minister Levidis und- Skouzes. Man nimmt an, daß bisher ungefähr 185 Mitglieder der Vereinigten Partei Rhallis und Theotokis, 40 Anhänger von Mavromichalis und 135 Unabhängige gewählt sind.

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