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26/08/1910 Zweites Blatt
 
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1886

6 126 000

3 249 000

1910

16 768 000

749 000

1900

11 514 000

1 728 000

DieSiebener Lamiltendlütter" werden dem , Knotiger* viermal wöchentlich beigelegt, das XidsNatt für den Kreis Sieben" zweimal wöchentlich. DieLandwtrlfchaftlichen Sett- fregtn" erscheinen monatlich zweimal.

Dampfer ; . Segler . . . zusammen

RotationLdrnck und Vertag der VrLhNch« UnwersttätS - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Gchul- straße 7. Expedition und Verlag: e«5L Redaktion: ^«112. Tel.-Adru AnzergerGietze».

9 475 000 13 242 000 17 517 000

3 227 000 8 211 000 14 569 000

Deutschland . . . . V. Staaten v. Amerika Frankreich Norwegen Japan Italien Holland Schweden Oesterreich-Ungarn . . Spanien . . . Dänemark

Gesamttonnage der Welt« England.

Englands und Deutschlands Zlotten.

Die besten und genauesten Angaben über den Schiffs-, besitz der Länder bieten die alljährlich erscheinenden Aus­gaben von Lloyds Register of British and Foreign Shipping; sie sind in diesem Jahre besonders wertvoll, weil sie den Schiffsbefttz der Jahre 1886, 1900 und 1910 zusammen- fteHen und so einen Vergleich des Donuengehalts, über den die verschiedenen Länder verfügen, sowie eine Uebersicht über die Entwicklung bei den schiffal)rttreibenden Nationen ermöglichen. In erster Reihe interessieren uns natur* gemäß die beiden Rivalen aus dem Weltmärkte, Eng­land und Deutschland, deren Verhältnis sich im letzten Vierteljahrhundert recht erheblich verschoben hat. Wenn wir zunächst von der Leistungsfähigkeit der Schiffe ab­sehen und Dampfer und Segler durcheinander berechnen, so ergibt sich nachstehendes Bild:

nun zwei Erklärungen denkbar: Entweder verarmt Frauke reich oder aber die Kapitalien wandern aus, das eine wie andere ist mit sehr bedenklichen Nachteilen verbunden.

Dr. Dertillon glaubt sich an die erste Ursache hockten zrr müssen, das Verarmen des Landes, für das er um Ursachen nicht verlegen ist. Zunächst haben die Ausstände schon manche Industrien getötet. Dann schädigen die sogenannten ozialen Gesetze die Entwicklung der Industrie in ganz be­hütendem Maße und schließllch hat die Weinkrise der etzten Jahre auch das ihrige dazu beigetragen. Wenn es seit langen Jahren ein Gemeinplatz geworden ist, zu agen, daß es der Landwirtschaft in Frankreich an kräftigen Armen mangelt, so muß gegenwärtig auch das gleiche von der Industrie behauptet werden, in der sich der Mangel an Arbeitern sehr bedenklich fühlbar macht. Und Dr. Ber- tiNon gelangt zu dem Schlüsse, daß der gegenwärtige Augenblick sich ganz und gar nicht dafür eignet, gefährlich fiskalische Experimente vorzunehmen, mit denen die am> Ruder gehenden Politiker sich unausgesetzt befassen.

Deutscher Uatholikentag.

4 Augsburg, 25. Aug.

In der vierten und letzten geschlossenen'Versammlung beschäf­tigte man sich mit Fragen der christlichen Bildung. Es wurden Anträge angenommen, die sich zu Gunsten der Konten schule und für einen energischen Kampf gegen die S chmutz - u nd Schundliteratur aussprachen. Weitere Anträge beschäl tigten sich mit dem Kampfe gegen die öffentliche Unsittlichkert, namentlich den Vertrieb unsittlicher Bllder und das Unwesen der Prostitution. In der

letzten öffentlichen Versammlung sprach zunächst Reichstagsabgeordncter Gröber über soziale Klassenkämpfe. Unsere Stellung, so führte der Redner aus, ist uns vorgeschrieben durch unser christliches Bekenntnis- Die Sozialdemokratie will nur die Klassengegensätze verschärfen. Sie behauptet auch, der Mittelstand verschwinde; damü hat es aber noch gute Weae. .Die einzelnen Volksklassen müssen einander näher gebracht werden, wir müssen das Volk zu sozialer Gesinnung erziehen. Der Klassenkampf schädigt auch die Arbeiter selber, die Entfesselung der Leidenschaften wirkt korrumpierend, senken wir nur an den Terrorismus gegen Arbeiter, die ihrer vater­ländischen Gesinnung Ausdruck geben. Dabei tut aber auch dem Arbeitgeber soziale Gesinnung not. Das Verlangen nach der Herrschaft im eigenen Lause bedeutet oft nichts anders als die Herrschaft im anderen, im Arbeiterhause. Auf den höheren Schulen sollte man sich nicht nur mit dem Krimskrams aus dem Altertum beschäftigen, sondern auch mit der Gegenwart. Der Staat arbeitet mit seinen Fehlern der Sozialdemokratie direkt in die Lände; statt einer sozialen Annäherung hat er die Zuchthausvorlage gebracht. Die liberalen Staatsmänrier überschätzen den Besitze das bedeutet eine Unterschätzung des Menschen, die auf einer materialistischen Weltanschauung beruht. So lange diese Meinung noch in unseren Geheimratskanzleien berumgeistert, kann man es dem Volke nicht verdenken, wenn es an den guten Willen der Regierung nicht glaubt. Der Arzt für alle sozialen Schäden ist Christus, wir werden Lüft und Rettung finden ans bau Felsen, auf dem Christus seine Kirche gründete.

Präsident Marx dankt dem Redner mit den Worten: Wir haben eben nur einen Gröber. Realgymnasiallehrer Borne- wasser /Köln-Nippel sprach sodann über Jugendfürsorge Der Redner defimerte bie Jugendfürsorge als eine Erziehungs- ausgabe und zwar derartig, daß das System der Volkserziehung vorn 14. Jahre an bis zur Selbständigkeit aufgebaut wird, und betont die Wichtigkeit des religiösen Moments für die Jugenderziehung. Lierauf nahm Präsident Marx das Wort zu der

Schlußrede, in der er ausführte: Das war die Augsburger Pracht im Lichte und im Sinne der katholischen Weltanschauung, und wenn einer unserer Altvordern, die um das Jahr 1500 gelebt haben, bei

Frankreich verarmt!

O Paris, 25. August.

Diesen Marrn ruf stößt der bekannte Statistiker Dr. Jacques Bertillon in einem Leitartikel desEcho de Paris" aus, in dem er an der Hand der Jahresziffern der Schenkungen und Erbschaften den Nachweis dafür zu er­bringen sucht, daß Frankreich, dessen Berntögen von 1826 bis zum Ende des neunzehnten Jahrhunderts unauZbesetzt, wenn auch nicht gleichmäßig anwuchs, nunmehr die ab­steigende Linie eingeschlagen hat. In der Zeit von 1826 bis 1855 wiesen die Berlafsenschaften eine Zunahme der Erbschaften und Schenkungen von etwa 35 Millionen per Jahr, von 1855 bis 1880 eine solche von durchschnittlich 128 Millionen, von 1880 bis 1895 eher nur noch eine solche von 68 Millionen auf. Die Durchschnittsziffern der Schenkungen auf Werlassenschaften betrugen in den süns- iäbriqcn Abschnitten von 1826 cm: 1843 Millionen, 1980, 2149, 2402, 2605, 2715, 3189, 3623, 4279, 5160, 5906, 6182 und von 1886 bis 1890: 6375 und von 1891 bis 1895: 6930 Millionen Francs. In der fünfjährigen Periode von 1896 bis 1900 ist diese Durchschnittsziffer um 5 9 Mill, auf 6871 Millionen und von 1901 bis 1905 um nicht wenige r als 248 Millionen auf 6623 Millionen zurückgegangen.

Die Ursachen dieser Abnahme, die erst seit 1895 zutage tritt, liegen offenbar weiter zurück, da es sich doch größten­teils um Berlasserrschaften handelt und mehr als zwei Drit­tel der Erblasser in Frankreich das 60. Mtersjahr über­schritten haben. Auch das Anwachsen des Reichtums ist aus den Berlafsenschaften erst sehr spät zu ersehen, da bei* svielsweise die Folgen der Schaffung der Eisenbahnen in Frankreich sich erst in der Zeit von 1865 bis 1880 fühlbar machten. Wenn auch in den letzten drei Jahren ein geringes Anwachsen der Erbschaften und Schen­kungen verzeichnet werden kann, so ist dieses jedoch noch lange nicht bedeutend genug, um den Ausfall der vor­hergegangenen Jahre auszuwiegen. Für diese Abnahme sind

Während hiernach England mit seinen Kolonien die Gesamttonnage der übrigen Länder im Jahre 1886 um m.ehr als das Doppelte übertraf, überragte es diese in 1910 nur noch um rund 25 Proz. Immerhin ist die Vormacht- tellung von England noch unbestreitbar; sie ist nur stark ins Wanten geraten. Erst in weitem Abstande folgt Deutschland, das runb ein Achtel der Gesamttonnage der hier angeführten Länder für sich in Anspruch nehmen darf. Das rapide Anwachsen der deutschen Seeschifslotte von 1886 bis 1910 läßt jedoch erhoffen, daß das Reich in absehbarer Zeit den Unterschied zwischen chm und Eng­land immer weiter verringern wird.

Frankreich ist von Deutschland und den Ber­einigten Staaten von Amerika im Zeitraum unserer Betrachtung von der zweiten auf die vierte Stelle gedrängt worden. Aeußerst bemerkenswert sind die Fortschritte, die die Flagge Norwegens und vor allem Japans gemacht hat. Sie sind uns ein Beweis dafür, daß außer Deutschland auch noch andere Länder an der Ausbreitung ihres Handels tätig sind, und eine Mah­nung, in unserem Vorwärtsstreben nicht nachzulassen.

Dem gewaltigen Uebergewicht Englands als seefahrende Nation entspricht seine Stellung der Schiffbauindustrie. Von allen im letzten »Vierteljahrhundert Überhaupt auf Stapel gelegten Ozeandampfern über 2000 Tonnen find 80 Prvz. in England gebaut.

Die übrigen Länder einschl. der' britischen Kolonien:

Dampfer . . 4 129 000 10 855 000 20 523 000

Segler . . . 7 968 000 4 946 00 > 3 875 000

zusammen 12 097 000 15 801000 21398 000

Dieses Bild spricht anscheinend zu imgunftcn Englands, weil seine Dampfertonnage im letzten Vierteljahr­hundert eine Zunahme von nur 172 Proz. aufweist, während diejenige der anderen Staaten einschließlich der britischen Kolonien mn 397 Proz. gewachsen ist. Dagegen hat dre Segeltonnage der übrigen Staaten einschl. der bri­tischen Kolonien um nur 51 Proz. abgenommen, während sich diejenige Großbritamtiens um 77 Proz. vermindert hat. Der Rückgang der Segetschisstonnage aber ist es gerade, der gewissermaßen den Ausgleich zugunsten Großbritanniens herbeiführt; da, was die Leistungsfähigkeit angeht, eine Dampfertonne dem 3H,- bis 4 fachen einer Seglertonne gleich zu achten ist. Gehen wir von dieser Berechnung aus, so können wir in England eine Zunahme der Gesamttonnage im letzten Vierteljahrhundert um runb 180, bei den übrigen Staaten dagegen von etwa 200 Proz. annehmen.

Trotz der verhältnismäßig geringeren Zunahme der Dampf er tonnage behauptet Großbritannien noch immer den ersten Pl-atz als Schiffsbesitzerin in der Welt. Hierüber gibt die nachstehende Tabelle, die den Damvferbesitz aller schtfsahrttreibenden Nationen in Bruttotonnen ent­hält, den besten Auftchluß. Da auch sie nach den Jahren 1886, 1900 und 1910 eingeteilt ist, so zeigt sie gleichzeitig die Entwicklung des Tonnengehalts in den darin ent­haltenen Ländern. 1886 1900 1910

England nebst Kolonien 6 540 000 12 149 000 18 059 000

Nv. zweites Blatt 160. Jahrgang Freitag 26. August 1910

Erscheint tügftH mit Ausnahme beS Sonntag». Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberheffen

604 000

2 160 000

3 959 000

496 000

879 000

1 642 000

738 000

1 052 000

1 443 000

140 000

765 000

1 422 000

78 000

488 000

1 147 000

195 000

540 000

988 000

190 000

467 000

983 000

150 000

419 000

783 000

132 000

387 000

778 000

361 000

642 000

747 000

143 000

412 00')

672 000

(Eine sonderbare Lausbahn.

in einer Salzmine und mürbe schließlich von seiner Famüfe nach Südafrika geschickt.

Im Jahre 1897 starb der fünfte Earl of Egmont und er, als ba nächste männliche Verwandte, kam in den Besitz des Titels. Zugleich erbte er dessen Güter in Irland, 16 000 Acres Land, an historisches Herrenl>aus in Sussex und ein Haus in St. James Place in London. Dieses LauS verkaufte er um 840 000 Mark Als sein Herrensitz in Sussex abbrannte, gingen die dort als Reliauien aufberoabrten Krörmngsroben Wilhelms des Eroberers und das Schwert, daS er in der Schlacht fori Lastings benützt batte, zu gründe. Augustus Arthur Perceval, Earl of Egnwni, der im 54. Lebensjahre starb, hinterließ feinen Sohn, und der Titel geht jetzt auf feinen Bruder über. Sv.

Bl 6 riots Leidensweg. Wie Blöriot, dessen Ein­decker jetzt allenthalben Triumphe feiern, nur unter unsäglichen Mühen den Weg zu Erfolg und Ruhm sand, davon plaudert er selbst fesselnd in einer kleinen Selbstbiographie, die er auf die Aufforderung einer Pariser Zeitschrift hin geschrieben bat Die Flugmaschine, mit der er den berühmten ersten Kanal­flug machte, war bekamttlich einBlöriot 11". 10 Modelle waren also vorher von ihm oder für ihn gebaut mürben, ehe er die endgültige Form gefunden hat. Merkwürdigerweise hatte der Erfinder der kleinen, starren Flugmaschine den Anfang mit einer Flugmaschrne mit beweglichen und schwingenden Flügeln gemacht, die genau den Dogelslug nachahmen sollte. Die erste Erleuchtung kam Blöriot im Jahre 1900 in der Pariser Aus­stellung, afts er vor dem großen fledermausartigen Flugapparat stand, den schon Jahre früher M. Ader gebaut hatte. Die ge­waltige Maschine hatte einen mächtigen elektrischen Motor und unbewegliche Flügel. Blöriot glaubte sie gerade durch die Be­weglichkeit der Flügel verbessern zu können, und nach dreijährigen geduldigen Versuchen stellte er eine Flugmaschine fertig, die ihre Flügel derartig ausgiebig bewegte, das; sie sehr bald in Stücke ging. Die Versuche kosteten dem Erfinder'viel Geld, aber er hatte in den erstell Jahren des Automobilismus eine felyr erfolgreiche Laterne erfunden, durch berat Verkauf er ein gutes Einkommen erzielte. Da kamen die elften Berichte über die Erfolge der Brüder Wright aus Amerika, und er ließ sich von Surcouf einen Gleitslieger bauen, um von neuem Versuche zu machen. Seine Versuche brachten ihn jetzt in Berührung mit den Brüdern Voisin, mit denen zusammen er eine Flugmaschineusabrik gründete, ohne recht genau zu wissen, wie die Dinge sich gestalten könnten Schließlich war Blöriot aber doch mit dem Doppeldecker unzu^ frieden und trennte sich im Jahre 1906 von den Brüdern Voiffn,

Aus London wird uns geschrieben: Abenteuerliche und selt­same Karrieren sind in England auch heute noch nicht außer­gewöhnlich, aber vor wenigen Tagen ist in der Nähe von London, in Thames Dftton, der Träger eines reichsgräflichen Namens gestorben, dessen Laufbahn unter seinen Standes- und Geburts- ,x«nossen dennoch eine ^Seltenheit bilden dürfte. Es handelt sich rm Augustus Atthur Perceval, den achten Earl of Eg- noot, btt im Jahre 1856 in Papanut in Neu-Seeland zur Welt gekommen war. Er wurde als Kadett auf einem Schul­schiff in der Themse erzogen, doch schon in früher Jugend machte sich sein unruhiges Plut bemerkbar, berat er entlief setnen Leh­rern und verdingte sich auf einem Kaufsahrer, der nach Bom­bay und China bestimmt war. ES gelang thm, stch zum inerten Schiffsoffizier aufzuschwragen und bald danach ftnden wtr thn auf dem Schiffe, das das Kabel zwischen Zanzibar und dem Kap der guten Hoffnung legte. Ebenso plötzlich tote er es be­gonnen, gab er jedoch sein Seefahrerleben wiederum auf. Im Jahve 1881 trat er in die Londoner Feuerbrigade cm und machte alle Prüfungen in zufrieden stellender Weise. Um diese erhielt er von seiner begüterten Familie materielle Zu­schüsse und der Earl of Egmont, der sich für das Schicksal fnned- Berwandten interessierte, ließ von Zeit zu Zeit bei seinen Vor­gesetzten über sein Befinden und fern Verhalten nachfragen Da die Auskünfte immer günstig ausfielen, setzte eS beträchtliche Geldgeschenke ab. Doch zerrann das Geld in Augustus Landen sehr rasch, da er alle seine Kameraden ftcihiell. Damals heimtete ct. Er traf die nachmalige Gräfin von Egmont in einer Bar, wo sie Kellnerinnenbienftt leistete. Augustus Arthur Perceval wurde hierauf Pförtner im Bürgermeisteramtsgebäude der Lon­doner Vorstadt Chelsea. Doch schon nach drei Monaten mußte cr diese Stelle wegen eigenmächtigen Eincsreifens in eine Volks­versammlung verlassen. Sir Charles Dtlke hielt nämlich in btt Halle des Bürgermeisteramtes eine politische Versammlung ab, die der Meinungsverschiedenheiten bei Zuhörer halber bald in einen argen Tumult ausartete. Der Mörtner erinnerte sich seiner Feuer wehr-Lehrj ah re, stieg auf die Galerie, setzte den Schlauch an unb ließ einen vollen Wasserstrahl spielen. Natür­lich war die Halle sehr bald von den erhitzten Paririanhängern befreit; aber einige erboste Politiker verklagten ihn bei Ge­richt, und als Pe^cceval verurteilt wurde und seine (^erichts- foffen der Gemeinde aufrechnete, entließ ihn diese aus ihren Diensten. Perceval konnte diesen Schicksalsschlag um so leichter verschmerzen, als er um diese Zeit von einer alten Tante 160 000 Mark erbte Er rächte sich noch an der Chelsea Town Halle dadurch, daß er eines Abends, während dort ein Batt abgehalten wurde, sämtliche Lichter abdrehte. Dann gab cr einigen hunbcrt Armen aus dbelfea Slums ein Frei-Diuer unb verließ Chelsea auf Nimmerwiedersehen Mit dem Rest ferner 160 000 Mark erwarb et ein Zement-Unternehmen und leitete es so kauf- märnnsch gründlich daß er halb darauf Bankerott ansagen

schreckte den Führer, er glaubte, fein letztes Stündlein habe ge­schlagen, und er dachte daran, was -aus seiner armen Frau werden sollte, die ihn beschworen hatte, nicht sein Leben aufs Spiel zu setzen, und wie es seinen lleinen Küibem ergeben würde. Wieder zog er an den Hebeln, um den Apparat auf den Boden zurückzu- bringen, aber die Hebel arbeiteten zu stoßweife und bv Mu­sch ine zerschmetterte beim Auffetzen. Der Motor, ber hinter ihm war, wurde aus seinem Lager geschleudert, aber zum Glück des Führers prallte er gegen eine hölzerne Stütze, bie den 'Swß milderte: er wäre sonst unrettbar verloren gewesen. Trotzdem setzte Blöriot seine Versuche fort, und mit der nächsten Maschine, die im September 1907 vollendet wurde, gelang ihm der erste wirkliche Flug. Sie brachte ihm vom Lkerottub die erste filbentc Medaille, bie ihm von allen Preisen noch heute bet wertvollste scheint. Aber auchBlöriot 7" ging in Trümmer, wie bie folgende. Wenn er zusammenrechnete, was seine Versuche ihm aekostct batten, so konnte er verzweifeln: er hatte über 600000 sDtart ans- gegeben und war nahe dem Ruin. Seine nächsten Verwandt«, flehten ihn an, die fruchtlosen Versuche aufzugeben, aber wie ein Spieler glaubte er nicht innehalten zu können, ehe er das BerlsvcnL znrückgewonnen hätte. Und es gelang. Mit demBlöriot 11* hatte er endlich den Apparat gebaut, ber ihn für alle Mühsakc und materiellen Opfer eMschädigen sollte.

Heizmaterial aus A s ch e. Die Ausrartzrarg des Teers, des Ammoniaks und des Cyans in den Steinkohlen­gasanstalten, die Kehrichtverbrennung zum Zweck der Elektri- zitatserzeugung und andere Arten der Weitcruetwendung von Abfallstoffen sind Beispiele dafür, wie selbst anscheinend voll­kommen ausgenutzfes und wertloses Däiterial roeiter nutzbar ge­macht iperben kann. Diese Beispiele iverdeu nach denS. M." tiurd) die Weiterverwendung der Koksasche terridbert, die bis­her die Hüttenwerke unnütz belastete. Von ben 8edicnCon­corbia" unbKarl" werden die Kvksaschenreste einfach mit Hartpechrückständen mit Schaufeln unb bann in einem Schüttel­werk miteinander txmicngt, darauf in einem Knetwerk behan­delt, wo das Okmifd) von einem Strahl überhitzten Dampfe gleichzeitig burdtgemärmt und von einem Teil de- Wassers be­freit wird, um schließlich in einer Presse zu »ijlinbnf(freit Ziegeln oerarbeitet zu werden. Der Preis dieses neuen Brennstoffes, der einen Heizwert von 5600 bis 6100 Wat-uterin heften defttzt lwährend Braunkohlenbriketts 4500 und 5200 Wärmeeinheiten haben), beträgt für die Tonne 5 Mk. bis 5,20 Mk. Haupt - sächlich sollen die Briketts zur Kessel Heizung dienen Bei Prr>lx" ueriuefren betrugen die zdosfeu für eine Tomic mit KvkSasdien- briketts erzeugten Dampfes etwa 1,23 bis 1,27 Mark.

Die Entdeckung be# a gnet bergei. Der Magnctberg, ber nach den abenteuerlichen Berichten der mittel­alterlichen Seefahrer die Eisenteile der Sdnsse au sich zog und sie so zum Untergänge brachte, ist jetzt wirllich schon entdeckt inorden. ES handelt sid) nach einem Bericht ber ..Revue ' um einen etwa 3000 Meter langen Küstenstrich im Norden wogens, eine Sanbdüne vvn etwa 20 Addern Höhe, bie sehr reich an Magneteisenstein ist. Natürlich ist her Magneti-nni- nicht so stark, daß er die Schiffe gefährdet: nwhl aber reicht er auS, um bedeutende «Störungen des Kompasses herbesusüd. -n.

die dis heute die treuesten Anhänger dieses Systems geblieben sind. 1907 kam Blöriots erster Eindecker her ans, jein 6. Modell, das in etwas einer Ente ähnlich sah. In größter Spannung machte er sich an den ersten Flugverfuch.Mit uncndloser Vorsicht," so erzählt Blöriot selbst,ließ id) den Apparat zunächst über bat Boden lausen, um zu sehen, wie er sich anstelleu würde. Er ging prachtvoll vorwärts. Dann konnte ich der Vcrsuclning nidtf mehr L ________ _________ ________ widerstehen. Ich mußte einen Flug versuchen. Ich riß die Hebel

rnußfe Dtt Betfer deS Earl of Egmont lebte jetzt m einem empor, unb bie Maschine machte einen schrecklichen Sprung in öffentlichen Logier haus, versuchte bann sein Glück al- Arbeiter1 die Höhe . . Das plötzliche Lincmfschnellen in die Lust er-