alte Schulhaus 311m Preise von
versucht, die Wahl zu Seemen wurde das
uaten fand hier die Wahl des Bürgermeisters Peppel statt, worauf heute die Bestätigung durch das Kreisamt Schotten erfolgte. Die Gegner hatten mit allen Mitteln nichte zu machen. — In Nied er -
5600 Ml. an Metzger Schnell verknust.
§ Schotten, 21. April. Ter vor zwei Jahren neu ins Leben getretene Schützenverein erfreut sich einer fortgesetzten Zunahme von Mitgliedern der näheren und weiteren Umgebung. Auf allgemeinen Wunsch wurde ein den Verhältnissen der Neuzeit entsprechender Jagd st and eingebaut, der nahezu 1000 Ml. kostet, so das; man den Ansprüchen des Sclffeßsportes nach jeder Richtung hin gerecht wird. In nächster Zeit findet ein großes Pveisschicßen statt.
X. Büdingen, 21. April. Dem Vernehmen nach, sind derbaldigenVerwirklichung des B a h n p r 0 j e k t s Büdin g en— Hanau Schwierigkeiten entstanden. Es ist eine Verzögerung in der Gewährung einer Beihilfe des preußischen Staates eingetrcten, die darin bestehen sollte, daß aus Mitteln des Kleinbahnfonds ein Darlehen in der Höhe eines Drittels der Baukosten zu billigem Zinsfüße gewährt werden solle. Vom Bezirksverband des Regierungsbezirks Kassel ist die Gewährung des zweiten Drittels der Baukosten in Form eines Darlehens zu mäßigem Zinsfüße bereits in Aussicht gestellt. Jü gewissem Zu- smnmenhange mit dieser Berzögeruirg steht wohl auch der Beschluß des Kreistages in Hanau, der einen Antrag auf Aufnahme eines Darlehens von 20 000 Mk. zur Leistung eines Zuschusses zu den Kosten des Baues der Kleinbahn Hairau—Büdingen vorläufig zurückgestellt hat.
— Butzbach, 21. April. Dem Fabrikbesitzer Friedrich Freitag in Betzdorf wurde vom Ministerium die jederzeit widerrufliche Erlaubnis zur Anlage eines Anschlußgleises mit Lokomotivbetrieb in Station 8 4- 50 der Nebenbahn Butzbach — Ebersgöns in der Gemarkung Butzbach erteilt. Der Betrieb wird von der Butzbach—Licher Eisenbahnaktiengesellschaft ausgeführt werden.
Bad-Nauheim, 20. April. Der frühere Statt» Halter von Elsaß-Lothringen, Fürst Hermann zu Hohenlohe-Langenburg, ist hier zur Kur eingetroffen und hat im Parkhotel Wohnung genommen.
— Vilbel, 21. April. Die Vorschriften de§ Gesetzes siber den Schutz von Heilquellen vom 15. Juli 1896 finden nach einer Entscheidung des Ministeriums nunmehr auf die von Kaufmann Karl Brod hier in seiner Hofreitc erbohrten Heilquelle (dem Viktoria-Melita-Sprudel) Anwendung.
-ch. Griedel, 21. April. Hier soll eine neue Kirche erbaut werden. Von der alten baufällig gewordenen bleibt nur der Turm stehen, und der Neubau wird an diesen angebaut. Der Kirchbau sollte noch in diesem Jahre ausgeführt werden: verschiedener Gründe halber wurde jedoch der Beginn auf nächstes Frühjahr verschoben. Ms Bausumme sind 30 000 Mark vorgesehen, die jedoch voraussichtlich nicht ausreichen werden. — Das Pfarrhaus gehörte seither dem Fiskus; jetzt ist es an die Gemeinde abgetreten worden. Der Staat zahlte als Abfindung die Summe von 28 000 Mark, aus deren Zinsen die Unterhaltungskosten des Pfarrhauses zu bestreiten sind. Etwa 10 000 Mark hiervon will die Kirchengemeinde als Darlehen zum Kirchenbau aufnehmen. — Bei der Versteigerung der Feldbereinigungs- Mas sengrund stücke wurden etwa 100 000 Mark erlöst, also bedeutend mehr als die entstandenen Kosten betragen. Infolge dessen werden jetzt noch verschiedene Arbeiten, Wegeanlagcm usw. ausgeführt, die vorher unterblieben waren, da man eine finanzielle Ueberlastung befürchtete.
R. B. Darmstadt, 21. April. Beim Vorstand der Großh. Kabinetsdirektion, Geheimerat Röm Held, fand heute abend zu Ehren der Jurymitglieder für die Kunstausstellung des deutschen Künstlerbundes ein Abendessen statt, an dem auch der Großherzog und die Großherzogin, sowie die Damen der Mitglieder teilnahmen. Die Arbeiten der Jury haben heute ihren Anfang genommen.
Mainz, 21. April. Die Leitung de§ Unternehmer- Verbandes im Baugewerbe in Berlin hat dem Mainzer Unternehmer HauSwald nicht gestattet, bei dem Theaterumball von den AuSsperruugsvorschriften abzuweichcn. Die kritische Lage dauert demnach weiter an.
Usingen, 20. April. Heute vormittag gegen 12 Uhr ereignete sich auf der Station Wil Helmdorf ein entsetzlicher Unglücksfall. Der Hilfsbremser Hard stürzte beim Besteigen des Bremscrplatzes vom Wagen ab und fiel unter bie Räder des bereits in Fahrt befindlichen Arbeitszuges, der ihn vollständig zermalmte, so daß der' Tod sofort eintrat. Wie wir hören, hinterläßt der auf st traurige Weise ums Leben Gekommene eine Witwe mit drei Kindern. , , ,
Instrrrmentenzimmer. Wie bei der chirurgischen ist auch bai der medizinischen Klinik ein kleines Gebäude abseits errichtet, das zur Unterbringung von kleineren Haustieren bestimmt ist und in vier Abteilungen gegliedert wird. Jedenfalls bann man jetzt schon sagen, daß sich die Gebäude- qruppe des Jnstttuts den anderen Gebäuden auf dem Grundstück harmonisch ein fügt. Der Bau soll spätestens am Anfang des kommenden Jahres seiner Bestimmung übergeben werden. , .
• • Der Mitteldeutsche Sängerverband hall am 1. Mai eine Verbandsversammlung im „Hotel Viktoria" hier ab.
• • Die Statuten der hessischen Verdienstmedaille für Wissenschaft und Kunst, Industrie und Landwirtschaft sind durch einen weiteren Nachtrag ergänzt worden. Paragraph 6 erhält danach folgende Fassung: „Die Verdienstmedaille in Gold hat den gleichen Rang wie daS Ritterkreuz 1. Klasse deS LudewigS-Ordens und das Komturkreuz 2. Klasse des PhllippS-OrdenS, die Verdienstmedaille in Silber den gleichen Rang wie daS Ritterkreuz 2. Klaffe deS Ludewigs- Ordens und das Ritterkreuz 1. Klaffe des Philipps-Ordens. Beide Verdienstmedaillen werden von Uns als besondere Beweise Unserer persönlichen Gnade verliehen. Die Verleihung kann daher auch, wie bisher, in solchen Fällen erfolgen, in denen der Anszuzeichnende eine höhere oder niedere Klaffe der genannten Orden ober keinen von ihnen besitzt."
* • Die Gießener Ortskrankenkasse hatte am 1. März ds. Js. 4008 männliche und 1148 weibliche versicherungspflichtige Mitglieder, sowie 236 männliche und 94 weibliche freiwillige Mitglieder. Am 1. April betrug der Mitgliederbestand 4201 männliche und 1211 weibliche Ver- flcherungSpflichtige, sowie 213 männliche und 99 weibliche freiwillige Mitglieder. Die Gesanitzahl der Mitglieder stieg somit im Monat März von 5486 auf 5724 Mitglieder.
" S p 0 r t p 'l a tz a n d e r R 0 d h e i m e r S t r a ß e u n d Hardtallee. Wir wir mitteilten, beabsichtigte her Fuß-
Herbst stattfinden soll), nnrrben für den Morgen bis 130 Mark bezahlt. — Der hiesigen Schuljugend wird der Unterricht zurzeit hn Rathaussaale erteilt. Im Schulhaussaalc dar; der Unterricht ans gesundheitlichen Gründen nicht mehr itattfinben. Voraussichtlich wird dieser Zustand bald zum Bau eines neuen Schulhauses führen. M .. , r,
- Allendorf a. d. Lahn, 20. April. Am nächsten Sonntag findet hier bei Gastwirt Jol>annes Luh die 5. mitteldeutsche Kaninchen - n n b Geflügelver- bandsausstellung statt. Die Ausstellung soll em Bild von der Kaninchenzucht in unserer Gegend geben und wird von den Mitgliedern des Verbandes start beschickt. Sonntag nachmittag wird Redakteur Nagel-Neudietendorf über die wirtschaftliche Bedeutung der Kaninchenzucht sprechen. Mn Vorabend finden ein öffentliches Kaninchenessen und Konzert tatb. Nieder-Bessingen, 21. April Der S ch u l h aus- rt eu b a u mit allen Nebcnanlagen kostet nicht 50 000 Mark. Der von der Kreisbaubehörde gestellte .Kostenvoranschlag betrug 25 000 Mark und bei der Submission wurden annähernd 4000 Mark ab- geboten, so daß das Haus nebst Schülerabortanlage etwa 22000 Mk. kosten dürfte. — In der Gemarkung O b e r b e s s i n g e n ist nicht gelb blühender Leinsamen, sondern W 1 n t e r 1 a m c n zu sehen. Lein ober Flachs blüht fast himmelblau. Dieser wird aber schon fast über 20 Jahre in hiesiger Gegend nicht mehr angebaut. _ _ .
§ Wettsaasen, 21. April. Der Neitor unter den Gc- Gemeindeeinnelimern des Landes, Heinrich Hörle, wurde heute zu Grabe getragen, unter einem Trauergefolge, wie es hier 10 groß kaum gesehen wurde. Geboren am 1. August 1823 zu Klein- Eichen, erreichte der Verstorbene das Alter von nahezu 87 Jahren. Hörle war einer der Männer, bei denen sich Fleiß, Treue, Charakter und Menschenfreundlichkeit in schönstem Lichte zeigte, em Acann, wie sie leider in unserer Zeit immer seltener werde,i. In der Gemeinde bekleidete er nahezu alle Ehrenämter. BlS zu seinem 80. Lebensjahre half er noch die Feldarbeiten verrichten, 60 Jahre lang war er Bauernmetzger und 40 ^ahre lag er dem Waidwerk ob. In seinem Hauptberufe als Gemeinde-, reiner hat er 57 Jahre lang bis zn seinem Ende gewirtt. In der letzten Zeit war ihm sein Enkel als Gehilfe beigegeben. Für viele Gemeindeglieder war er der Helfer in Not, der in Geldverlegenheiten zu helfen wußte.
k. Ober -Seemen, 21. April. Vor etwa 2 Mo-
baN-Club von 1900 an der Nodheimer Straße.einen umgrenzten Sportplatz zu errichten. Der Plan ist nunmehr seiner Verwirklichung näher gerückt, iiidem schon ein Teil ber erforderlichen Geldmittel dem Vereiil gesichert ist. In breiten Schichten unseret Bevölkerung hat man sich gewundert, weshalb man für den Fußballsport ein abgeschlossenes Feld Errichten will, um so das muntere Treiben der Spieler dem Auge der Spaziergänger zu entziehen, und warum man diesen Sport vom Trieb nach der Nodheimer .Straße verlegen will. Darauf entgegnen die Mitglieder des Clubs, um den Sport auch hier zur Blüte zu bringen, wie in Frankfurt a. M., Karlsruhe, Freiburg, Hanau und in andern deutschen Städten, müsse man, um größere Spiele nach Gießen zu bekommen, bei denen Meister- chaftsspiele ausgetragen werden, einen abgegrenzten Raum haben, in dem ein geringes Eintrittsgeld zur teilweisen Deckung der sehr hohen Kosten der Veranstaltung erhoben werden kann. Derartige Meisterschaften werden überhaupt nur auf eingezäunten Plätzen ausgetragen, da eine wirklich erstklassige Ädannschaft aus einen freien Platz so leicht nicht pielen wolle. Gern hätte der Verein den Sportplatz auf >em Trieb oder in dessen Nähe errichtet, leider mußte davon Abstand genommen werden, weil das dazu geeignete Gelände während der Hauptzeit zu feucht war oder für eine Ab- chließun.g nid)t zu haben war. Darum mußte man sich entschließen, den nunmehr gewählten Platz zit wählen. Bereits liegt ein Plan des Architekten Ernst Schmidt-Gießen vor, der erkennen läßt, daß die ganze Anlage wirklich zweck- mäßig durchgeführt wird. (Die Zeichnung des neuen Fußball-Sportplatzes hängt mehrere Tage in der Auslage der Geschäfts stelle unseres Mattes öffentlich aus.) Die Größe des zu umzäunenden Platzes beträgt 13 000 Quadratmeter und ist auf vorläufig fünf Jahre vom Fußball-Club gepachtet.
" Von der großen Mühl^asse. Das Hails auf dem Plankschen Grundstück in der Mühlgasse wird demnächst vom Erdboden verschwinden, da zwischen dem seitherigen Eigentümer und der Stadt eine Einigung erzielt ist. Es steht nun nichts mehr im Wege, den Straßenzug von der West-Anlage bis zur Bahnhofftraße durchzuführen.
• • Aufgefundene unbekannte Leiche. Im Main bei Niederrad wurde am 15. l. M. die Leiche eines etwa 36 Jahre alten und 1,65 Meter großen Mannes mit blonden, Haar und blondem Schnurrbart aufgefunden, dessen Personalien bis jetzt nicht festgestellt werden konnten. In dem Ueber- zieher befand sich das Monogran,m G. B. Ferner wurde am 11. l. MtS. im Main eine unbekannte männliche Leiche gefunden, deren Personalien ebenfalls nicht festgestellt sind. Der Verlebte war anscheinend Steinträger, etwa 30 Jahre alt, 1,68 Meter groß, hatte blondes Haar und blonden Lchnurrbart. Die Leiche war bekleidet mit graugestreiftem Sackanzug, rotkarriertem Hemd und ebensolchem Tuch um den Hals und Lederriemen um den Leib. Auskünfte über die Persönlichkeiten der beiden Verlebten nimmt die Krtminal- Abteilung deS Polizeiamts Gießen entgegen.
* * Für die Sonntags-Ausflügler wird es von Interesse fein, zu erfahren, daß die Sonntagskarten nach Braunfels seit kurzem zu den jetzigen Preisen auch wahlweise Gültigkeit nach Ehringshausen a. d. Dill erhalten haben.
* • Besorgung von Karten nach anderen Stationen. Bei der beginnenden Reisezeit sei das Publikum darauf aufmerksam gemacht, daß von den Fahrkarten- Ausgaben der Reiseantrittsstation auch Fahrkarten von anderen Stationen nach solchen besorgt werden können, für die sie selbst keine direkten Fahrpreise hat. So können von Gießen Fahrkarten nach allen hessisch-preußischen, nichtpreußischen und auch nach Auslands-Stationen (soweit solche bei anderen großen Fahrkarten-Ausgaben aufliegen) bezogen werden. In diefem Falle findet dann auch direkte Gepäck- abfertigung statt. Die Besorgung erfolgt kostenlos, wenn die Bestellung frühzeitig erfolgt. Nur wenn sie wegen Kürze der Zeit telegraphisch stattsindet, ist hierfür eine Gebühr von 25 Pfg. zu entrichten.
△ Klein-Linden, 21. April. Der Ziegenzuchtverein hielt auf der „Burg" emc Versammlung ab. Der Beamte der Landwirtschaftskammer Kreutz hielt einen Vortrag über Ziegenzucht. Er hob ganz besonders Pflege, Fütterimg, Aufzucht und Nutzen der Ziege hervor. Als beste Rasse empfahl er die Saanerziege. Der Vortrag war dazu geeignet, der hier schon großen Ziegenzucht weitere Verbreitung zu verschaffen.
ch. Oberhörgern, 21. April. Bei einer vor einigen Tagen vorgenommenen Ackerverpachtung wurden sehr hohe Preise erzielt. Für ausgestellte Aecker (die Verpachtung nur bis zur । Uebergabc der Feldbereinigungsgrundstücke, die im kommenden
-scheint jetzt auf dem Verwaltungswege Folge gegeben zu werden, denn es find in diefen Tay an von den Behörden Schritte getan worden, durch Lauszettel den Bedarf an Kohlen für die einzelnen Stellen zu ermitteln und tfyn von einer gemeinsamen Vermittlungsstelle aus zu besorgen.
Die Oriolas. lieber die Familie des verstorbenen Parlamentariers Grafen Oriola wird der „Tägl. Runsch " geschrieben: Der Großvater des jetzt verstorbenen Grafen Waldemar, Joaquim Lobv da Silvetra von Orwla, war seinerzeit portugiesischer Gesandter in Berlin. .Hier gefiel es ihm so gut, daß er beschloß, in den preußischen Staatsdienst überzutreten, in den er mit dem Titel eines Wirkliche,, Geheimen Rates ausgenommen wurde. Joaquim hatte zwei Söhne, von denen der älteste, der Vater des Grafen Waldemar, preußischer Kammerherr und (Generalleutnant wurde. Die Oriolas sind ein altes portugiesisches Geschlecht, das sich rühmt, desselben Stammes wie das alte portugiesische Königshaus, das Haus Braganza, zu sein. Durch eine königliche Verfügung vom Jahre 1823 wurde auch der portugiesische Zweig der Oriolas ausdrücklich von Preußen anerkannt. Ein jüngerer Bruder des verstorbenen Grasen Waldemar, Graf Roderich, ist Rittmeister a. D, ein anderer war der vor einigen Jahren gestorbene Kapitän zur See und Mitglied des'Reichsmilitärgerichts Joachim v. Oriola. Ein anderer Angehöriger der Familie, Graf Dcodat v. Oriola, ist in Faltenberg in Oberschlesicn begütert, während ein Gras Joachim in Dresden lebt, dessen verstorbene Gattin ebenso sehr durch ihre große Mildtätigkeit, wie durch ihr Interesse für sozialdemotratische Bestrebungen, die sie durch Zuwendung reicher finanzieller Mittel förderte, bekannt geworden ist._________________________
Deutsches Kcicb«
Der Budgetausschuß des preußischen Abgeordnetenhauses genehmigte den Nachtragshaushalt für den Umbau des Bühnenhauses im Opernhause in Berlin m Höhe von 854 500 Mark. Bei den Verhandlungen erklärte der Finanzminister, daß die Krone iälyrlid) etwa IV2 Millionen Zuschuß zu den Theatern in Berlin leiste.
Eine Bündniskandidatur im Kreise Marb u r g wird von der Natl. Korr. mitgetcilt. Darnach hat der Geschäftsführer des Bundes der Landwirte, Herr Buhl, Unna, auf der Versammlung des Bundes der Landwirte in Borken nutgeteüt, daß im Kreise Marburg ein gemeinsamer Kandidat zwischen Bund der Landwirte und Zentrum gegen den Neichs- tagSabgeorbnetcn Dr. Böhme aufgestellt werden wird.
In der Sitzung des B u n d e s r a t e s am Donnerstag wurde dem Entwurf eines Gesetzes betreffend die Aufhebung des Hil fs k a s s en g e s etz e s die Zustimm,lng erteilt.
Im L a n d e s a u s s ch u ß für Elsaß-Lothringen wurde am Donnerstag das L 0 11 e r i e g e s e tz mit großer Mehrheit angenommen, durch das Elsaß-Lotisringen in die preußische Staatslotteriegemeinschaft eingezogen wird und nach dem Preußen infolge von Verhandlungen die ursprüngliche jährlich garantierte Mindestrente, von 450 000 auf 550 000 Mark erhöht hat. Diese sind auf fünf Jahre festgesetzt, später soll das Land für jedes im Lande verkaufte Los 40 Mk. erhalten. Der Vertrag soll für 20 Jahre gelten. Die Regierung ist indessen beauftragt, zu versuch von Preußen die Garantie für die Mindestrente noch für eine längere Zeit als fünf Jahre zu erhalten und die Zeitdauer des Vertrages von 20 auf 15 Jahre abzukürzen.
Ausland.
Im englischen Unter hause antwortete auf eine Anfrage Dillons, ob die Regierung jetzt, nachdem die An leihe- angelegen beit erledigt sei, beabsichtige, die persische Regierung an der Ausnahme einer Anleihe an ander e r S t e l l e z n h i n d e r n , Mc Kennon mit V e r n e i n u n g.
Aus Paris mirb gemeldet: Der frühere Präsident Roosevelt und der Minister des Auswärtigen P schon tauschten am Dienstag nachmittag Besuche aus. Herr und Frau Roosevelt statteten nachmittags dem Präsidenten Fall iö res einen Besuch ab, den dieser später mit seiner Frau erwiderte._________________
Aus Stadt und Land.
Gießen, 22. April 1910.
* * Lehramtsvers 0 nalicn. Der Großherzog hat den Lehramtsassessor Karl Becker zn Alzey zum Oberlehrer an der Realschule und dem Progymnasium zu Alzey und den Diplomingenieur Adolf Schneidt aus Darmstadt zum Hauptlehrer an der Gewerbeschule in Friedberg ernannt.
* * Justizpersonalien. Der Großherzog hat dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Ortenberg Dr. Karl Pusch, deni Amtsrichter bei dem Amtsgericht Groß-Gerau Karl Trapp und dem Amtsrichter bei dem Amtsgericht Zwingenberg Dr. Theodor Jäger den Charakter als Amts- gerichtSrat erteilt.
♦ * Technische H 0 chschul e. Der Großherzog hat den ordentlichen Professor an der Technischeii Hochschule zu Braunschweig Dr.-Jng. Hch. Hohenner zum ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule zu Darmstadt, insbesondere für das Fach der Geodäsie, ernannt.
* * Kreis amtsp er sonalien. Der Großherzog hat den Kreisamtmcnln bei dem KreiSamt Erbach Regierungsrat Ludw. Matthias zum Kreisamtmann bei dem K'reisamt Mainz, den Kreisamtmann bei dem Kreisamt Mzey Dr. Wilhelm Anton Diehl zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Erbach ernannt.
"Vom Gießener Poliz'ciamt. Der Großherzog hat den Vorstand des Polizeiamts Gießen, Polizei- amtmann Theodor Reinhart zum .Kreisamtmann bei dem SfreUantt Alzey und den Kreisamtmann bei dem Kreisamt Mainz 5)ch. Gebhardt zum Vorstand des Polizeiamts Gießen unter Verleihung des Charakters als Regierungsrat mit Wirkung vom 16. Mai 1910 an ernannt.
* ' Maturitätsprüfung. Die diesjährige Reifeprüfung für Externe wird im September am Gymnasium Fridericianum 511 Laubach abgehalten.
* ' Erledigt ist die mit einem eoang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schöllenbach. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Dem Grafen zu Erbach-Fürstenau steht daß Präsentationsrecht zu.
* * Hessische Gemein de ratswahlen. J>n allen Gemeinden des GroßherzogtumS finden im Laufe dieses Jahres die Ersatzwahlen für die nach den gesetzlichen Bestimmungen mit Wirkung vom 1. Januar 1911 auszuscheidenden Gemeinderatsmitglieder statt. Für die Zahl der Gemeinderatsmitglieder ist die Volkszählung vom 1. Dezember 1905' maßgebend.
" Veterinär-Medizinische Klinik. Als letzter Teil' der Veterinär-medizinischen Anstalt unserer Landes- universität ist die neue Veterinär-mebizinischc Klinik nunmehr im Rohbau so gut roiie fertig gestellt. De»r schmucke Bau liegt der tierärztlichen chirurgischen Klinik gegenüber und ist von dieser durch einen größeren Platz getrennt. DaS Gebäude ist etwa 45 Meter lang: es bestehl aus dem mittleren Hauptbau urid zwei daran anschließenden Seitengebäuden, die zu Stasinngen für Großvieh bestimmt sind. In der Anlage sind Räume vorgesehen für die ))lpotl)eke, fiir Laboratorium, eine Demonstrationshalle, Bibliothek und


