leiten gutzumachen.
Mer diese Gelder sinddochwohlnichtallesach- gemäß verwendet worden, da selbst der „Matin" zrugestehen muß, daß setzt, drei Monate nach der Katastrophe, aud) die äußerlichen Schäden noch lange nicht sämtlich ab gestellt sind. Dazu genüge em Spazter-
Der Kaifer in Homburg.
Homburg v. d. H., 21. April. .Heute nachmittag machte das Kaiserpaar in Begleitung des Landrats und des Oberbürgermeisters einen Rundgang durch den Kurpark. Am Nachmittag gegen 6 Uhr fuhren die Majestäten mit der Prinzessin nebst Gefolge nach Schloß Friedrichshof und kehrten zu Fuß auf dem Kaiserin Friedrichs-Weg zurück.
IHari Twain f.
Newyork, 21. April. Mark Twain ist heute geftorben.
Mit Marl Twain ist einer der vol^tümlichsten amerikanischen Schriftsteller aus dem Leben geschieden, nachdem die Aerzte in den letzten Tagen jede Hoffnung aufgegeben hatten. Durch eine geschickte, bis in die letzte Zett betriebene Reklame, die nie ohne Witz und Humor war, hat fick Wrl Twain, der im bürgerlichen Leben Samuel Langhorn Clemens hieß, zu einer beliebten Persönlichkeit gemacht, deren humoristische Schriften gern gelesen wurden. Twain war am 30. ^od. 1835 in Florida geboren, wurde zuerst Buchdrucker, fuhr dann jahrelang als Lotse auf dem Mississippi, schrieb bann für Zeitungen. Nach einigen Reisen veröffentlichte er im Jahre 1867 sein erstes Buch Im Jahre 1884 gründete er in Newyork einen Verlag, der aber bald in Zahlungsschmierigleiten geriet, und er verlor daber sein ganzes Vermögen. Seine Werke wurden auch vielfach ins Deutsche übertragen, tyaiten bei uns aber eigentlich nur einen Reklameerfolg.
— Die einheitliche Erdkarte. Vor kurzem hat in London eine Versammlung getagt, auf der die Grundzüge für die Ausführung einer einheitlichen Kartederganzen Erde beraten wurden, und an der die Vertreter sämtlicher Gromtaaten teilnahmen. Von den festgesetzten Grundzügen wurden die folgenden Bestimmungen angenommen: Als Schriftgattung für die Namen sind nur die verschiedenen Formen der lateinischen Buchstaben an- zuwenden. Ferner find die Namen aller Gewässer in liegender Schrift, die übrigen Namen in stehender Schrift zu schreiben. Für die Einordnung wird noch ein Schriftschlüssel ausgecubettet. Die Wahl der Schriftgröße erfolgt nach der Wichtigkeit der Namen. In unabhängigen Ländern oder in Staaten, die sich selbst regieren, sind die Namen so zu schreiben, wie es in dem betretenden Lande geschieht. Wenn es notwendig ist, soll eine Erklärung beigefügt werden, die die richtige Aussprache in den anderen als den
Dio Verteilung der Gelder an die Opfer der lieber» schwemmung im Pariser Gebiete wird, wie eigentlich nicht verwunderlich erscheinen kann, auch gehörig für die Wahlpropaganda ausgebeutet. Nun scheint ja auch tatsächlich dabei ivieber einmal b e r bekannte Schlendrian sehr unangenehm hervorgetreten zu sein unb dec Bureaukratismus, ben man babei nicht umgehen konnte, seine llngeschictlichkett unb vor allem seine Langsamkeit über erlaubte Grenzen hinaus getrieben zu haben. Aber bas ist tein Propaganbamittel unb so wittern die Gegner des Regimes wieder Veruntreuungen seitens hochstehender Politiler ober Beeinflussungen seitens dieser, um bic Gelber ihren Getreuen zuzuwenden. Fast täglich finbet man solche Hinweise, sogar mit näheren Angaben, in ber „Action franeaise", dem „Eclair" und der „Autoritö".
Dadurch hat sich ber „Matin", der sich ivährenb der Wahlen als eifriger Regierungsvertreter aufspielt, ver anlaßt gefühlt, auf bic von allen Seiten erhobene Frage: „Wohin ist bas Gelb gekommen?" ziffernmäßige Rechtfertigungen zu bringen. Nach den offiziellen Dokumenten verhält sich die Sache folgendermaßen: Im ganzen sind ber
, ning 26 235110 Franken burch bie Subskriptionen unb bic von ben Kammern bewilligten Krebite zur Verteilung anoertraut worden. Zur Durchführung dieser wurde ein A u s s di n ß unter dem Vorsitze des Staatsanwaltes am obersten Rechnungshöfe, Payelle, bestellt, der als Mitglieder Staatsräte, einen Finanzinspek- to r, ben Direktor ber Pariser Armenverwal- tung usw. zählte. Außerdem wurden die Präfekten der betroffenen Departements durch ein Rundschreiben vom 31 Januar aufgejorbert, möglichst schnell eine Aufstellung der in ihren Bezirken erlittenen Verluste einzusenben, gleichartig mit einem allgemeineren Berichte über bie Rück- nrirhingen ber Katastrophe auf bie Arbeit unb bie Industrie. Naa. diesen Auskünften würben bann bie Verteilungen! vorgenommen; im ganzen würben 33 Departements mehr ober weniger mit Zuwendungen bedacht. Jedes Departement erhielt bann einen Unterausschuß aus Generalräten und hohen Beamten unter dem Vorsitze bes Präfekten, ber bic Verteilung unter bie Gemeinden anorbnete, in denen bann bic Maires mit Gemeinberäten unb Mitgliebern bes Armcnbureaus bie Unterstützungen den einzelnen von ber Katastrophe Betroffenen übergaben. Verteilt würben zuerst 1 752 050, bann 10 528000 Franken und hierauf noch einmal 6132150 Franken. Es bleibt also noch eine Reserve von 7 322 810 Franken, um bie sich herausstellenben Unzulänglich-
Aus hefte«.
R.B. Darmstadt, 21. April. In ber Zweiten! Kammer war kürzlich vom Finanzminister der Gedanke angeregt worden, zur Erzielung von Ersparnissen im Staats» budget einen gemeinsamen Bezug von Kohlen und sonstigem Brennmaterial für die verschiedenen Behörden und Staatscmstalten in bie Wege zu leiten. Dieser Anregung
Der Kaliausschuß des Reichstages förderte heute die Beratung ziemlich rasch bis zu dem! S 21, der die Inlandspreise festsetzt Ein sozialdemokratisches Ausschußmitglied verwahrte sich gegen den Vorwurf der Verschleppung und nahm Bezug aus eine Notiz in der Presse, wonach der Reichskanzler eine Erklärung abgeben werde, daß der Reichstag nicht eher vertagt werde, ate bis das Katigesetz erledigt sei. Der Vorsitzende bemerkte dazu, daß durch solche Notizen in der Presse die Sache nur aufgehalten werde. Die Verhandlung über § 21, wozu eine lehr große Reche von Anträgen vorliegt, wurde heute noch nicht zu Ende geführt. Vom Zentrum wurde die Erklärung abgegeben: nach dem Gange der Verhandlung sei vorauszusehen, daß vor der Vertagung des Reichstages die Verabschiedung des vorliegenden GeietzentwurfS kaum möglich erscheine. Es müsse jetzt schon erklärt werden, datz bei der Wiederaufnahme der Beratungen im Herbst eventuell eine Bestimmung in den Entwurf aufzunehmen sei, welche die Ruck - datierung der Kontingentierung auf einen Zeitpunkt Vorsicht, der dem gegenwärtigen naheliegt. Der Vorsitzende bemerkte, es stehe noch nicht fest, wann der Reichstag in Ferien gehe. Bis zu einem bestimmten Tage fertig zu werden, könne man nicht einfach als Prinzip aufftellen. Der preußische Handelsmiiuster Lichow gab hierauf die Erklärung ab, die er hernach wiederholte, daß der Reichskanzler großen Wert darauf lege, das Gesetz vor der Vertagung im Plenum zu verabschieden. Von freisinniger Seite wurde in Zweifel gezogen, daß eine Rückdatierung der Kontingentierung Gegenliebe finden werde.
Der Reichstagsausschuß für das Ha u s a r b e i t sg esctz beschloß heute nach einem Zentrumsantrage, baß bic Werkstätten, in denen ausschließlich für den persönlichen Bedarf des Bestellers oder seiner Angehörigen gearbeitet wird, nicht unter das Gesetz fallen sollen. Weiter wurde, gleichfalls auf Zentrumsantrag, eine Verschärfung des fakultativen Verbots der Sonntagsarbeit beschlossen. Dienstag Weiterberatung.
gang durch bie meistbetroffenen Ortschaften. — Das „Journal" bringt gleich aus einer sehr angesehenen Feber, ber des Schriftstellers Lucien Descaves, einen längeren Artikel, in dem bic begangenen Nachlässigkeiten äußerst schroff be- prochen werben. Auf ben ersten Blick schien ihm in Alsort- i Ville bie Sache wieder leidlich zu gehen, aber bei näherem - Hinschauen enthüllten sich schreiende U e b e l st a n d>c. Am schlimmsten sieht es darnach im Schulgebäude aus, wo ( die an die Mauer geklebte Affiche über die Weisungen seitens . des Ober Hygienerates geradezu tote eine blutige Ironie erscheint. Da ist überhaupt noch gar nichts angeruhrt worden, keine Spur von Säuberung. Iü den Fußböden, die Berge und Täler bilden, sind große Löcher, in denen die Kinder sich Arme und Beine brechen können. Die ans dem Wasser gefischten Schulbücher liegen in einem schmutzigen und übelriechenden Haufen zusammen. Uebcrau Kot und ein scheußlicher Geruch von faulem Waffer. Das Stt)önste aber ist, daß man auf dem Hofe em ganzes Schulmobiliar aufgestapelt hat, Bänke, Tische, Pulte, Schranke, die seit drei Monaten allen Witterungsunbilden ausgefetzt sind und natürlich dabei ganz in die Brüche gehen. Lehrer und Alademie-Inspektor haben auf ihre Reklamationen bisher immer den Bescheid erhalten, es sei kein Geld für bie Ausbesserung der Schäden vorhanden. Dagegen habe man w o h l M i 11 e l gefunden, um weitaus nicht l'o dringende Wege wieder auszubeffern, nur weil sie einflußreiche Wähler i n t e r c f f i e r t e n. Descaves fügt auch einige Reklamationen hinzu, die dem .Journal" von Uebergangenen unb Umufriebenen zugesanbt wurden, von denen die beweiskräftigste folgende ist:
Ein Besitzer mehrerer Grundstücke, der nur höchst u n - bedeutende Schädigungen erlitten, die er selbst nur auf einige und fünfzig Franken bezifferte, erhielt 700 Franken, während Arbeiter, die schwere Familienlasten haben, überhaupt nichts bekamen. Acht Personen, Kindern und Eltern, gab man zwei Bett en. (Sinern Familienvater, dem sechs Kinder zur Last.liegen, wollte man nur drei für die Verteilung ber Unterstützung anrechnen, weil bie anderen schon über elf Jahre alt maren. Wehe denen, die sich zu sehr beeilt hatten, so gut als möglich die Verheerungen ber Ueberschwemmungen zu reparieren. Die mit ber Verteilung Betrauten erklärten bann einfach, bie Leute hätten ja gar nicht gelitten, unb setzten Die Entschädigung auf ein Minimum herab. Der Romancier erklärt kategorisch, bei ben Verteilungen habe eine unverzeihliche Unordnung geherrscht, zu der Leichtfertigkeit, Sorglosigkeit, Begünstigungswesen und V e r s ch w e n d u n g hinzugekommen seien. Er selbst habe großeSälemitungebrauchtenBetten and Bettzeug vollgestopft gesehen, während zahlreiche Familien nicht einmal das Unent- . behrlich st ezumSchlafen hatten. Unb babei erzählt er noch solgenbe, sehr bezeichnenbe Einzelheit: Man braucht aar nicht aus Paris herauszugehen, um barüber erbauliche i Beweise vor Augen zu sehen, ba das Vorzimmer bes ■ Ministers des Innern seit zwei Monaten von : Wäsche unb Kleidungsstücken ungefüllt ist, bie ; das Rote Kreuz von Englanb fanbte unb bie bie „Femmes ■ De France" nicht annehmen wollten. Vielleicht weil das aus i einem Ketzer land kam?
Die heutige Nummer umsaht 12 Seiten.
Die Verwendung der Gelder für die Geschädigten bei der pariser Ueberschwemmung.
Wie wenig Grund man, bei allem Mitgefühl an dem Unheil der Pariser Ueberschwemmungen, in Deutschland hatte, für bic westlichen Nachbarn den Klingelbeutel in Bewegung zu setzen, geht auch aus der Willkür hervor, mit der solche Spenden 'in Frankreich verteilt zu werden pflegen. Die Unterschlagungen, die bei ber Untersuchung gegen Duez jüngst ans Tageslicht kamen, sinb noch nicht vergessen, unb darum ist das Vertrauen in eine gerechte Verteilung der ermähnten Unterstützungsgelder nicht gerade groß. Die Pariser Blätter i'predyen sich darüber ganz offenherzig aus. .Hoffentlich nimmt die Berliner Hofgesellschaft, bie ihre Hänbe lieber Fremden, als den Armen im eigenen Lande öffnete, von den neuesten Pariser Meldungen Kenntnis. Wir erhalten aus Paris folgenden Brief:
0 Paris, 21. April.
gewählt.
für ben internationalen Verkehr angemenbeten Sprachen wieder- gibt. Hinsichtlich der Farben würbe angcorbnet, baß Meere in blauer Farbe zu zeichnen sind, Höhenschichten braun, Straßen rot, Eisenbahnen schwarz. Bezüglich der außereuropäischen Lander hat Englanb nicht nur bic Bearbeitung seiner Kolonien, fonbern auch ganz Afrika übernommen.
— Zwölf Jahre alte Butter. In ben großen Kühlhäusern hält sich bie Butter, bie zur Zeit der Überproduktion dorthin gebracht wirb, nicht länger als ein Jahr einigermaßen gut: es müssen schon ganz feine unb besonders sorgfältig verpackte Sorten sein, bie über biefe Zeit hinaus einen reinen Geschmack bewahren. Eine Spekulation mit Butter, wie sie bekanntlich im Berliner „Butterkrieg" ben Großhänblcrn vorgeworfen wirb, ist baher nur auf eine kurze Zeit berechnet. Anders wäre es, wenn sich bic in ben europäischen Kühlhäusern emge- lagerte Butter so lange unb so gut halten würde, wie das bei einer Dose der Fall ist, die von der z>' • Zeit am Kap Flora befindlichen arktischen Expedition Segler a,.fgefunden wurde. Diese Tose lag im Polareis und war der Rest eines der Lebcns- mittcldepots, die vor zwölf Jahren für den unglücklichen Andree errichtet wurden. Die aus Blech bestehende Tose war, stark verrostet, enthielt aber Butter, die noch so tadellos war, daß die Teilnehmer der Expedition sie für völlig frisch hätten halten müllen, wäre nicht bic Herkunft genau bekannt gewesen.
— Kurze Nachrichten aus Kunst u. Wlsfenschaft. Ter französische Tierichutzvcrein verlieh Edmond R o st a n d ieine große goldene Ehren >nünze mit der Begründung, daß seine Dichlung „Ehantecler" geeignet ist, in weilen Kreisen tierirennd- liche Gefühle zu erwecken Eine wunderliche Ehrung. — (sine Elsaß-lothringische Landesausstellung veranstaltet die Stadtverwaltung von Metz mit Unterstützung der Landesverwaltung vom 1. Mai bis 30. Juni d. I. in der eben vollendeten höheren Mädchenschule. Es handelt sich um Werke der Malerei unb Bilbhauerkunst. — In Bres l a u ist am 20. d. M. ber Kirchenhiitoriker, o. Professor in ber bärtigen katholisch-theologischen Fakultät Dr. theol. August Nur n ber g er im 57. Lebensjahre gestorben. — In Adelsberg .Oester- reichi soll ein Museum für Höhlenforschung errichtet werden, das unmittelbar neben dem Eingang der Adelsberger Grotte lernen Platz erhalten wird.
Die Stichwahl in Posen.
So erfreulich bic Zunahme ber Stimmenzckhl für den nationalliberalen Kandidaten in Posen war, das Endergebnis hat keine Ueberra.schu.ng bringen können:
Posen, 21. April. Bei der R e i ch s t ag s st i ch wähl für den Wahlkreis Posen 1 wurden abgegeben für Oberbürgermeister Dr. Wilms, gemeinfamer deutscher Kandidat, 13113 Stimmen für Nowicki, poknischer Kandidat, 17 076 Stimmen. Es stehen noch wenige Bezirke aus, die an dem Ergebnis nichts mehr ändern. Nowicki ist
Der Justiz aus schuß des Reichstages führte heute die Beratung des fünften Abschnittes derStrasprozeßordnung über ben gerichtlichen Zeugenbcwcis fort. Es wurden babei zwei Beschlüsse gefaßt, die sich auf die gesetzgebenden Körperschaften beziehen. Danach hat die Vernehmung von Mitgliedern des Reichstages, Abgeordnetenhauses usw. im Versammlungsorte nicht nur dann zu erfolgen, wenn das Parlament versammelt ist, sondern auch, wenn sie nur zu kommissarischen Beratungen sich dort aufhalten. Der zweite Beschluß bezieht sich auf die Sicherung des Wahlgeheimnisses und lautet: Kein 3euj}c darf über Tatsachen betragt werden, die darauf schließen lasten, für wen er bei einer auf Gesetz beruhenden geheimen Wahl gestimmt hat.
AU5 dem österreichischen Abgeorönetenhanse.
Wien, 21. April. Im Abgeordnetenhaus begann bie zweite Lesung der A n l e i h e v o r l a g e. Berichterstatter Steinwender setzte zunächst die Gründe auseinander, weshalb die Anleihe von 182 auf 220 Millionen erhöht wurde und warnte vor der Fortdauer einer Finanzwirtschaft, die darin bestehe, die Ausgaben zu erhöhen und Schulden zu machen. Graf Sternbergs polemisierte gegen die letzte Rede des Finanzministers. Im Verlaufe seiner Ausführungen griff der Redner den Abgeordneten Wolf heftig an, wobei cs zu einem erregten Wortwechsel zwischen bem Abgeordneten Sternberg einerseits und den Abgeordneten v Stranski und Kasper andererseits kam. Der Finanzminister wiederholte, daß man sich bei der Emission von Anleihen nicht nur auf gewiße Kreise des Kapitals beschränke, sondern entsprechend dem demokratischen Zug der jetzigen Zeit an alle Kreise der Bevölkerung in Oesterreich wenden wolle. (Zustimmung.) Nächste Sitzung morgen vormittag.
AU5 den Beid)stagsaus(d)ü|ien.
:: Berlin, 21. April.
Der Reichstagsausschuß für die Wert zuwacks st euer führte heute die Verhandlung 6id eimcbhcnlidl s 5. $ 1 wurde dahin geändert, daß nach einem Anträge Dr. Arendt lRv ', ^.r. Jäger (Zentr.) der Veräußerung bei Grundstücken unter 2OOOU Mark bezw. bei Terrains unter 5000 Mk. keinerlei Zuwachs st e u e r unterliegen sollen Eingefügt wurde ferner nam einem Antrag Dr. Weber (Natl.), Müller-Fulda (Zentr. , datz Wertzuwachs außer Ansatz bleiben toll, der mit Zutun des Unter uehmers erwachsen ist. Die 88 2 imd 3 wurden ohne Erörterung angenommen. 8 4 veranlaßte eine längere Aussprache, vier wurde ein ursprünglich vorn Abg. Muller-Fulda (Zentr.) geteilter und von den Konservativen aufgenommener dntrag angenommen, wonach der Wertzuwachs steuerfrei bleiben loll bei leberlassungsverträgen zwischen Eltern und Kindern sowie deren Abkömmlinge, sosern dadurch land- und sorstwirtschasllich oder gewerblich benutzte Grundstücke zur Fortsetzung dieser -Nutzung übertragen werden. 8 5 wurde mit folgendem von Dr. Weber iNatl.) beantragten Zusatz angenommen: „Die vom Käufer übernommenen Kosten, Stempel und Umsatzsteuern, sowie Verpflichtungen, welche eine Erhöhung des Kausprenes nicht zur erolgc haben, gelten nicht als Leistungen im -sinne der Bestimmungen des Gesetzes." *
Der verstärkte G e s ch ä f ts o r d n u n g s a u s s ch u ß des Reichstages lehnte nach langer Aussprache nut Stimmengleichheit, 13 gegen 13 Stimmen, in ihrer heutigen Sitzung d i c 3 u - Lässigkeit kurzer Anfragen ab. Für die kurzen Anfragen traten die Volkspartei, die Nationallibcralen, die Sozlaldemo- traten ein, während das Zentrum fich teilte. In der nächsten Woche findet die zweite Lesung Jtatt.
Der Reichstagsausschuß für den künstlerischen und literarischen Urheberschutz (Ausführungsgesetz zur revidierten Berner Uebereinkunft) beschloß nach der Regierungsvorlage die Beibehaltung der 30jährigen Schutzfrist.
Nr. 93 Erstes Blatt 160. Jahrgang Freitag 22. April 1910
vezugspretS:
Ter Sietzener Anzeiger jm« 'MM monatlich75T'i.,nicrtc(-
erscheinl täglich, außer jHHMI V \ ▲ jährlich Mk. 2.20. durch
»"nS; /UI a a wfc A A « b I« 4 Ai A At* —
riehcner^amiliendlatter, Md ■ M MM ■■ ■ ■ MM W M I IV I die Post Mk. 2.-viertel-
Aiiivmus«
S'nifpttA-SlnttUffe. RJ XJ „otitifdjen teil: Slugufl
General-Anzeiger für Oberhesfen MW
<ür die Tagesnummer Hotafionsbrud und verlaa ber Vrübl'schen Univ.-Vuch- unb Steinbruderet B. Lange. Hcbaftion, Erpebition unb vruderei: Zchulftratze 7. ^„zeistenteii: H. Beck, bis vormittags 9 Uhr. ________________ ___


