u.e 5 eilig leit so bedeuiungsvolle Wert, bleibt unverändert, bd man den Tiefgang nicht vergrößern kann und die $?ohc über Wasser nicht vergrößern möchte. Konstruktive Vorteile bietet baä größere Schiff immer noch, ec entstehen aber auch konstruktive Nachteile. Mit immer weitergehender Vergrößerung erhöhen sich auch die Sd)toierigleitcn in bezug aus die Bewegung, dec Schisses in dew .v u e.., ojus, Schleuiei'. und 5tanalen, das Festkommen werd immer le e'Hiebet, der Ausfall eines Schisses immer empfindlich«!» Wohl haben die Schnelldampfer ein Deplacement, das viel größer ui als das der des her gebauten ober geplanten Kriegsschiffe- aber jene beroeaen sich stets auf denselben genau bekannten Wegen mit einer ständigen Besatzung, und zu ihrem Empfange in den Häsen ist alles auf das beste eingerichtet, während die Kriegs- Ichisfe im Verbände, häufig mit abgeblcnbeten Lichtern und in schwierigen Gewässern fahren müssen. Meines Erachtens liegt jetzt noch kein Grund vor, uns über den Bau von 27 OOO Tons- S.. if e i i'i oeunr uffgen. ^ic auch immer die Weiterentwicklung sich ge eiten w td, die Marineverwaltung wird Mittel und Wege finden, untere S^ftfe auf der Höhe zu halten. Und das weiß ich, und hierüber lönnte ich Ihnen einwandsfreies Zahlenmaterial vorlegen, daß in keiner Marine bei der Konstruktion und dem Bau der Schiffe, sei es inbezug auf die Verwendung der Mittel, sei es inbezug aus die Ausnutzung des Deplacements ökonomischer, verfahren wird als in der deutschen. Ich habe es in meinet? Dienstzeit, zur Genüge erfahren und manchmal schwer ewPfunden, wie um jede Tonne, um jede Mark unb jebcs Pferd, ch möchte sagen gekämpft werden mußte. Jetzt fließen die Mittel reichlicher, auer die Sparsamkeit ist dieselbe geblieben.
Der gesclmstssührende Vorsitzende Kontreadmiral a. D. W eb e r crftatietc hierauf den Jahresbericht. Nach der Entlastung des geschäftsführenden Vorsitzenden und des Hauptschatzmeisters wurde der Voranschlag für 1910 genehmigt und sodann der Rechen- schastsbericht des Kuratoriums für den China- und Südwestafrika- Fonds entgegengenommen.
Bei der
Ersatzwahl für das Präsidium
wurde dieses wiedergewählt. — Die Versammlung nahm dann noch die Ersatzwahl für zwet durch den Tod ausgeschiedene Mft- gtiuer des Geiamtvorstandes vor. Es wurden hinzugewählt Kapi- iän a. D. Götsch (Schwerin) und Kommerzienrat Müllet? (Essen-Ruhr).
Die nächste Tagung des Deutschen Flottenvereins im Jahre 1911 soll in Nürnberg stattfinden. — Daraus wurde die Delegiertenversammlung mit einem Hoch auf den Präsidenten, Großadmiral von Köster geschlossen.
Hauptversammlung der evangelischen Arbeitervereine Deutschlands
4 Elberfeld, 21. Mai.
In den fortgesetzten Verhandlungen des hier tagenden Verbandes der evangelischen Arbeitervereine Deutschlands kam zunächst ein Antrag des Sächsischen Landesverbandes zur Besprechung, der dahin geht,.den verbündeten Regierungen die Bitte vorzutragen, bet der Aenderung des Strafgesetzbuchs Vorsorge zu treffen, daß die zum Amte eines Schöffen oder Geschworenen berufenen Minderbemittelten und Arbeiter eine Entschädigung für entgangenen Arbeitsverdienst aus der Staatskasse erhalten, und ferner gesetzlich festzulegen, daß Arbeiter und Angesteltte nicht aus dem Grunde entlassen werden dürfen, weil sie staatsbürgerliche Rechte und Pflichten ausüben.
An den Antrag knüpfte sich eine längere Aussprache. E? wurden Bedenken erhoben ob der Inhalt des Antrages, wenn er angenommen würde, jemals Aussicht auf Verwirklichung habe. Ter erste Teil des Antrages wurde schließlich eüiftimnffg ange^ nommen, mit dem zweiten Teil soll sich der Berbandsousschuß im Herbst noch einmal beschäftigen. Ein Antrag des Fräuleins von Feldmann über Förderung der evangelischen Ar- beiterinsnenpSSereinc wurde angenommen.
Zum Ort der nächsten Tagung wurde Leipzig gewählt. Damit war die Tagesordnung erledigt, und der Vorsitzende Licentiat Weber schloß die Versammlung.
Der dritte deutsche Lrredenrkongretz.
Wiesbaden, 22. Mai. Der dritte deutsche Friedens- kongreß wurde am Samstag mittag hier durch den Präsidenten; der deutschen Friedensgesellschaft, Dr. Richter- Pforzheim, eröffnet. Aus England, Dänemark, Frankreich und Oesterreich- llngcmi waren Svmpathietelegramme eingegangen. Abends sprach
— Wie sah Schubert aus? Eine bisher uichekannte Schilderung von Franz Schuberts äußerer Erscheinung, die sein Jugendfreund Dr. Georg Franz Eckel, späterer Direktor des k. f. Tierarznei-Instituts, vor etwa fünfzig Jahren aufzeickmete, wird jetzt von Otto Erich Deutsch in Wien zum ersten Male veröffentlicht. Sie war als Material für eine cochubei tbiogravhic von Ferdinand Luib beftimmt, die dann aber ungeschrieben blieb. Eckel beschreibt den Freund, wie er ihm noch lebhaft vor Äugest sckflvebte: „Die Gestalt klein, aber stämmig, mit stark entwickelten, festen Knockien und strammen Muskeln, ohne Ecken, mehr gerundet. Nacken kurz und stark, Schulter, Brust und Becken breit, schön gewölbt; Arm und Schenkel gerundet, Hände und prüfet klein: der Gang lebhaft und kräftig. Den ziemlich großen, runden! und derben Schädel umwalltr ein braunes, üppig sprossendes Lockenhaar. Das Gesicht, in welchem Stirn und Kmn vorherrschend entwickelt waren, zeigte weniger eigentlich schöne als viel mehr ausdrucksvolle, derbe Züge. Das sanfte, wenn ich nicht irre, lichtbraune, bei Erregung feurig leuchtende Auge war durch ziemlich vorspringende Augenbögen und buschige Augenbrauen stark bei chattet, und dadurch, sowie durch häufiges Zusammenkneifen, wie es bei Kurzsichtigen vorzukommen pflegt, anscheinend kleiner, als es wirklich war. Nase mittelgroß, stumpf, etwas aufgestülpt, mit einer sanften Einwärtsschweifung in die vollen, üppigen, festschließenden und meist geschlossenen Lippen verbunden. Am Kinn das sogenannte Schönheitsgrubchen. Die Gesichtsfarbe blaß, aber lebhaft, wie bei allen Genies. Ein lebhaftes Mienenspiel, als Ausdruck der inneren steten Erregung, bald in gewaltigen! Stirnfalten und ineinander gepreßten Sippen ernste, bald in sanft leuchtendem Auge und lächelndem Munde liebliche Gebilde seines schaffenden Genies verkündend. Jin ganzen zeigt Schuberts Gestalt den klassisck>en Ausdruck der Harmonie von Kraft und Milde eines Olympiers. Und ein solcher war er gleich Goethe, seinem Sieb-- lingsdichter, dessen Kiaft und Schönheit der Gedanken und Worte er durch die Kraft und Schönheit der Töne ergänzte, und so die Harmonie und damit das Göttliche des Gebildes vollendete."
— Kurze Nachrichten aus Kunst u.Wissenschaft. Ain 2. August, dein Gedenklage der Sturnifahrl Zeppelins über den Rhein, wird auf der E r p e l e r Ley ein Zeppelingedenkstein enthüllt werden, der in der Anlage im Halbkreis aus aufrecht« stehenden Baialtsteineu erbaut wird. — Ter Kiichenrechlslehrer Geh. Cbertenierungsrat Professor Dr. jur. Bernhard Hudler in Berlin vollendet am 25. Mai das 75. Lebensjahr. — In Speyer 'and am gestrigen Sonntag in Gegenwart des Prinzen Rupprecht von Bayern, der auf der Rückreise von England begriffen war, bie feierliche Einweihung des neuen nut einem Wein- muie u nr verbundenen historischen Museums statt. Am Abend wurde der Tom festlich beleuchtet.
aber, daß das Unterseeboot das Hoa-scewrpedoöoot ersetzen konn., scheint mir allerdings noch in weiter Ferne zu liegen. Was die Entwicklung unserer .Flotte anlangt, so ist das vergangene Jahr insofern als ein sehr bedeutungsvolles zu bezeichnen, als drei Schiffe der „Nassau"-Klafse bereits in Dienst gestellt sind und das vierte Schiff, die „Posen", seiner Fertigstellung in wenig, n Wochen entgegensieht. Wo Sie^auch hinhören mögen, überall werden Sie das Lob über diese Schiffe vernehmen, man lobt ihr.- vorzügliclien Manövriereigenschasten, ihre Geschwindigkeit und ihre Offensivwaffen, und diejenigen, welche den Bau dieser Schiff als einen Sprung ins Dunkle bezeichn?t haben, werden jetzt hoffentlich davon überzeugt sein, daß wir im Hinblick auf die Tüchtigkeit unserer Techniker getrost diesen Sprung wagen durst n. Ich darf ferner nicht unerwähnt lassen, daß wir einen weiteren nickst unwesentlichen Schritt vorwärts mit der
Entwicklung unserer Reserveformationen gemacht haten und daß wir es mit Freuden begrüßen, daß wir die veralteten Dchiffe der „Siegftieo"-Klasse, die durch weitgehenden, kostspieligen Umbau verbesserten Schiffe des „Kaffer"- Tvps in die Rcservedivison eingestellt worden sind. Unsere stetige Scknffsbaupolitik bringt uns vorwärts, und wenn wir auch nicht den Ansprucl darauf erheben, die Stärksten auf dem Meere sein _gu wollen, so wollen wir doch im Einklang mit unseren stets überseeischen Interessen nicht allein von dem guten Willen^ anderer Seemächte ab hängen, sondern uns die uns zusteh nde Freiheit auf die Erschließung fremder Märkte mit den Waffen des Geistes, des Fleißes und der Geschicklichkeit wahren. Gelegentlich meiner Anwesenheft in Newyork zur Hudson-Fulton- Feier habe ich dies durch eigene Anschauung feststellen können. Wenn unser Geschwader auch durch seine Leistungen, die vorzügliche Disziplin und das gute Aussehen der Schiffe allgemeine Anerkennung gefunden haben, so standen die Schisse der anderen Nationen tauni dagegen zurück. — Von weiterer Bedeutung für unsere Flotte ist in diesem Jahre die Stationierung unseres zweiten Geschwaders in Wilhelmshaven gewesen. Man hat in den Zeitungen darauf hingewiesen, daß die Nordsee- Manöver der englischen Heimatsflotte eine „Antwort" auf diese Dislozierung sein sollte. Ich kann dies absolut nicht zugeben, denn das Interesse der Engländer liegt wie das unserige in der Nordsee, und warum sollten sie dort nicht, wie dies auch in früheren Jahren bereits geschehen ist, ihre Manöver ebenso gut abhalten wie wir? Zum Schluß erinnerte Köster an die Rede des früheren Präsidenten Roosevelt: „Ein ungerechter Krieg ist zu verabscheuen, aber wehe der Nation, die sich gegen Unbill nicht rüstet, dreimal wehe der Nation^ deren Männer den Kampfesmut, Den Kriegesgeist verlieren." 'Stürmischer Beifall.)
Hierauf hielt Wirkl. Geh. Oberbaurat Professor R u d l o f f (Berlin) einen Vortrag über :
Schiffe großen Deplacements.
Er führte u. a. aus: Große Schiffe sind in technischer Beziehung kleineren gegenüber tatsächlich erheblich im Vorteil. Das gleiche gilt bezüglich der Geschwindigkeit. Wichtig ist ferner, daß bei größeren Schiffen die Schwimmfähigkeit infolge der größeren Wasserlinie, des größeren Reservedeplacements bei Havarien viel besser erhalten bleibt als bei kleineren und daß große Schiffe bei seitlicher Belastung sich viel iveniger leicht überlegen als kleine, was besonders auch für den Gebrauch der Artillerie von Bedeutung ist. Noch weitere Vorteile könnten angeführt werden, wie eine bessere Ausgestaltung des seitlichen Schutzes gegen Torpedos, eine bessere Ausnutzung und Einteilung der inneren Räume sowie die Erleichterung der Aufstellung der seitlichen Türme. Wenn diese Überlegenheit des absolut größeren Schiffes ziffernmäßig festgestellt werden kann, so wird ine Beantwortung des zweiten Teils der Frage:
wo hatdieVergrößerung zweckmäßigihreGrenze, sehr schwer. Zunächst wäre anzuführen, daß eine Vergrößerung der Abmessungen nach drei Richtungen nicht mehr möglich ist. Der Tiefgang ist jetzt schon so bemeffen, daß er nicht mehr gesteigert werden kann, und es bleibt deshalb nur noch die Vergrößerung nach der Länge und Breite. In diesem Falle ist ein Vorteil in bezug aus den Deckpanzer nicht mehr vorhanden, der für den Seitenpanzer schrumpft zusammen, ist aber immer noch beträchtlich. Die Geschwindigkeitsverhältnisse werden immer günstiger, da die Länge, dieses für die Geschwindigkeit wichtige Maß stärket zunimmt als bei einer Vergrößerung nach drei Richtungen. Andererseits vermindert das starke Anwachsen der Länge die Drehfähigkeit des Schiffes, und die Regelung seiner Festigkeitsverhält- nisse wird immer schwieriger. Tas längere Schiff erfährt eine stärkere Belastung in See und die Höhe des Schiffes, der für
Schriftsteller, die sich von dem Preise locken lassen und in glühenden Dithyramben das königliche Bad verherrlichen. Denn es genügt ja nicht, den vorzüglichsten Artikel zu schreiben, sondern der unglückliche Verfasser muß auch auf die Suche gehen nach einer Zeitung, die töricht genug ist, der Gratisreklame Vorschub zu leisten. Ter Jdeengang des Stifters ist klar: Sechshundert Mark winken der halbverhungerten deutschen Schriftstellerwelt. Tausend Federn setzen sich in Bewegung, tausend Zeitungen bringen glänzende Lobpreisungen über Bad Ems — und lächelnd legt das löbliche Preisgericht 998 dieser Arbeiten beiseite und erkennt .zwei besonders glühenden Lobrednem je 300 Mark zu. Die tausend Blätter aber sehen gerührt zu und freuen sich, daß sie dem armen Bad Ems zu einer so vortrefflichen Reklame verhelfen durften.
Schade um die schöne Idee — wir furchten, sie wird bei der Presse wenig Gegenliebe ftnden.
*
— T i e Echtheit des Kersaint-S ch ildes von Wattean aus dem Besitz des Deutschen Kaisers wird jetzt auch von den ''ranzöstschen Forschern, die sie anfangs leugneten, zu- gegeben. In der „Gesellschaft für Geschichte der iranzöstschen Kunst' hielt Al'assa über die Frage einen Vortrag, in dem er nach wies, daß das Bruchstück der Sammlung Michel-L^vy nicht ein Teil des CrigmalS gewesen fein könne, vielmehr eine Skizze Watteaus oder, wie die deutschen Forscher glauben, eme alte Kopie. Dem schlossen stch in der Sitzung auch P. Vepueur, Vaillat und Baut Vitry an. Der Vortrag von Aliassa wird auf Kosten der Gesellschaft veröffentlicht iverden.
— Ein H e d i n - G e b i r g e. Dem schwedischen Geographen hat das mdische kartographische Amt eine besondere Ehrung zu- gedacht. Es faßte den Beschliiß, daß der von Sven Hedm entdeckte und von ihm Translmnalaya genannte gewaltige Gebirgszug in Tibet in allen Publikationen des indischen Staatsinstituts für Aufnahmen des Landes als Hedm - Gebirge bezeichnet iverden soll.
— Ein österreichischer Forscher von Indianern ermordet. An die Kaiserliche Aademie der Wissenschaften Petersburg ist uie Nach:icht gelangt, daß der österreichische Forscher Dr. A l b e r t F r i r s ch im Süden von Bolivia von Indianern getötet worden sei. Fritsch unternahm im Austrage der ethnologischen Äcilung der russischen Akademie der Wissenschaften eine Expedition nach Bolivia. Der Tireftor Dr. Rc^loff hat das russische Ministerium des Aeußern ersucht, im Wege der oip'omati- schen Mission in Bolivia Nachfragen zu lassen, ob die Nachricht vom Tode des Gelehrten auf Wahrheit beruhe.
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Nr. 117 Zweites Blatt
160. Jahrgang
Erscheint ISgstch mft Ausnahme des SomftagS.
Tie „Gietzener Kamilienblätter" werden dem .Anzeiger* otermal wöchentlich beigelegt, baS „Kreisblatt für öen Kreis Liehen" zweimal wöchentlich. Die .Landwirtschaftlichen Seit» fragen" erscheinen monatlich zweimal.
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhellen
haupwersamnüung der Deutschen Zlottenoerems.
4- Berlin, 22. Mai.
Unter zahlreicher Beteiligung von Abgeordnete aus ganz Deutschland trat heute mittag im Plenarsitzungssaalc des Reichstags ber Teutsckx- Flottenverein zu seiner 10. Hauptversammlung zulammen. Auch die Tribünen waren dicht gefüllt. Der Vor- fitzende des Deutschen Flottenvereins, Großadmiral v. Köster, erstattete zunächst den Bericht über die allgemeine Lage, in dem er ausführte: Wir haben uns in diesem für die Geschicke unseres Vaterlandes io bedeutungsvollen Raum, in dem eine wohlwollend Stimmung für unsere Marine stets vorherrschend gewesen ist und in dem letzterhaud die Entscheidung über die Schaffung einer starken deutschen Flotte gefallen ist, ffir unsere Beratung zusammenfinden dürfen und sprechen dem Präsidenten dieses hohn Hauses dafür unseren aufrichtigen, tiefgefühlten Dank aus. Vor allen Tingen aber regt sich in uns Der Wunsch, unserem patriotischen Gefühl dadurch Ausdruck zu geben, daß wir zunächst unseres Kaisers gedenken, in dem wir den Schöpfer und Förderer unserer Marine sehen, der mit weitem Blick zu ermessen weiß, was für die Wohlfahrt seines Landes und Volkes ersorberlich ist. Gleichzeitig gedenken wir unserer Landesfürsten und Landcshäupt r, die in Erkenntnis der Bedeutung unterer Vereinigung ihr Wohlwollen für dieselbe pielfach durch Ucbernahme des Protektorates ihrer LandesPerbände entgegengebracht haben. Lassen Sie uns einflintmen in den Ruf: S. M. der Kaiser, die Landesfürsten! und die freien Städte: Hurrah! (Die Versammlung bringt ein dreimaliges begeistertes Hurrah aus.) Großadmiral P. Köster bringt dann ein zweites Hurrah aus den Protektor des ^-lotten,- Pereinti au5, den Grpßadmiral Prinzen Heinrich Port Preußen, der leider durch den Tod des Königs oon England, an dessen Hinscheiden der Verein innigsten Anteil nehme, oerhindert sei, an den Verhandlungen teilzunehmen. Ter Präsident dankt dann dem Chef der Mariireverwaltung, der in gewohntem Entgegenkommen Abgeordnete zur Tellnahme an den Beratungen entsandt hat, d.n Vertretern befreimbeter Vereine für Ersck-.inen besonders ber Vorsitzenden und den ,DorftandÄ>amen des Flottenbundes deutsck-er Frauen und fährt dann fort: So erfreulich es auck; ist, baß bie Zahl unserer Mitglieder, wenn auch noch nicht in ber erhofften Weise, so doch immerhin zugenommen hat, sind wir auch im vergangenen Jahre von herben Verlusten nicht verschont geblieben, und ich darf Sie bitten, das Gedenken an b;c Verstorbenen durch Erheben von Den Sitzen zu ehren. Weirn ich nun auf die
allgemeine Lage des Vereins
übergehe, so _ möchte ich Ihnen in erster Reihe meinen Dank aussprechen für das Vertrauen, welches Sie mir bei den verschiedensten Gelegenheiten entgegengebracht haben. Die großen Tage bei den Verbänden in Potsdam, Kiel, München und Köln sind wahrhafte Festtage für mich gewesen. Am Horizont unseres Vereines bat es im allgemeinen ruhiger ausgesehen, als dies ui Den vergangenen Jahren Der Fall war. Dies ist in der Hauch- fudre daraus zurückzuführen, daß wir zumeist in stiller Arbeit, in weiter ^lusllörung und nicht rastender Werbetätigkeit tätig gewesen sind. Auf diesem Gebiet können wir mit Erfolg rechnen!, und der Tank hierfür gebührt in erster Linie den Vorsitzende^ ber Landesverbände unb Der Ortsgruppen. Wäre die Tätigkeit in diesen Ortsgruppen überall eine gleich lebendige, so bin ich sicher, baß wir ttotz einer gewissen .Vereinsmübigkeit, btc un- zweff elhast vorhanden ist, noch bedeutendere Ersolgc erzielen könnten. Man gibt sich aber vielsach ber Vorstellung hin, daß bei} Innenausbau durch seine gesetzliche Grundlage unter allen Umständen sieingestellt sei. Die Zahl der Gegner der Flotte ist vielleicht größer, als man im allgemeinen anzunehmen geneigt ist. Wir haben in unserem Verein eine Organisation vorzüglichster Art, bie aber mir nutzbringend sein kann, wenn sie für olle Gocntualitätcn bereit jederzeit in voller Rüstung gehalten wirb. Wenn vom Ausland her noch nicht alle Angriffe gegen den Ausbau unserer Flotte verstummt sind, so ist das wohl verständlich; es schafft sich aber vielsach eine ruhigere Auffassung Geltung. In Artikeln mannigfachster Art ist auch
die Abrüstungsfrage besprochen worden. Solange aber Seebeuterscht und Blockade noch nicht abgeschafft sind, wirb man sich trotz aller Schiebs- gerichtsverträge boch nicht in absoluter Sicherheit wiegen können, wie bas auch in ben englischen Parlamentsverhanbtungen klar unb deutlich zum Ausdruck gebracht ist. Was bie Unterseeboote anlangt, so haben wir ihnen für die lokale Küstenvertei- bigung stets einen besonderen Wert beigemessen. Die Hoffnung
Der Cmser Erng-Aronsohn-Prers für Reklameschriststeller.
Tie „Jenoische Zeitung" schreibt:
Würde wohl ein Aken sch aus die Idee verfallen, sich einen Anzug oder ein Paar Stiefel, oder eine Eisenbahnfahrkarte kostenfrei zu Derfdiaffen? Wohl kaum, und wer es versuchte, der würde wohl mit sehr erstaunten Blicken angesehen iverden. — Aber einen andern Standpunkt nehmen viele Zeitgenossen gegenübco einer andern Ware ein — der Zeitungsanzeige nämlich. Jeder Griämftsmaim ist davon überzeugt, daß die Zeitungsanzeige notwendig ist für die Hebung und Entfaltung feines Betriebes, denn wie sollen bie Menschen es wissen, daß jemand etwas Gutes zu verlausen hat, wenn er es nicht bekannt gibt? Manchen Menschen aber ist diese Ausgabe höchst peinlich, und sie versuchen daher *;rc Reklame kostenlos in die Zeitung zu bringen. Tos würbe natürlich ein Doppelter Gewinn sein, denn aus solche Weise spart ber Mann die Anzeigen tosten und stteicht ttotzbem den Gewinn ein, Der ihm durch bie Anpreisung zufällt. Tie Zeitungsverleger sind allerdings gegen solche Bei juche meistens sehr schiwerhörig, und versenken täglich eine Flut solcher Gesuche je nad) Temperament und augenblicklicher Gemütsstinimung schweigend ober aud) 'mit einem Flnck in den Papierkorb. Tie Versud/e. Gratisanzeigen in bie Zeitungen zu schmuggeln, hören aber deshalb nickst aus, und es ist sogar ganz ergötzlich», zu sehen, welcher Scharfsinn angv- toenbei wirb, um der Sache ein verschönerndes Mäntelchen umzuhängen.
Meistens wird dieser Kampf ja im stillen, unter Ausschluß der Veffcntlichkeil, ausgetragen. Heute aber erfahren wir von einem so verwünscht gescheiten Gedanken, daß wir ihn einer breiteren Leffentlichkeft nicht vorenthalten dürfen. Im Königlich preußischen
Ems bestehl, wie uns ber dortige Bürgermeister mitteilt, ein Ernst-Aronsohn-Preis, und mit diesem hat es folgende Bewandtnis :
Ter in Ems bestellende „Emst-Aronsohn-Preis" für den besten Artikel, ber im Laufe eines Jahres über Bad Ems in einer Zeftung (mir Ausnahme ber „Emser Zeitung", erscheint, gelangt zum erstenmal am 20. September 1910 in Höhe von 600 Mark in dheni ober in zwei Preisen zur Verteilung. Zeitung sowie Form, Inhalt usw. bes Artikels ist nach ber Stiftungsurkunbe in das Belieben bes Verfassers gestellt. — Bewerbungen um den Preis find uifter Beifügung des betreffenden Zeitungsblattes bis zum 1. Juli 1910 an bas Preisgericht, zu Händen des Herrn Bürgermeisters Dr. Sdubert, einzureichen.
Herr Ernst Aronfohn, ber offenbar ber Vater des Gedankens ist, hat da in der Tat einen genialen Einfall gehabt. Tenn, wenn ber Gedanke „einschlägt", bann braucht sich fortan Bad Enis um keine Reklame mehr zu bekümmern; das besorgen die
Montag 2:r.Mai 1910
Rotationsdruck unb Verlag der Brühl'schen UniverstlälS • Buch- und Sreindruckerei.
R. Lange, Gießen.
Redaktion, Expedrttou und $ ruderet: Schul- straße 7. Expeditton unb Verlag: es® 5L Redaktion: e-® 112. Tek.-Adru AnzeigerGießen.


