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Leivrig-Eutritzsch 36 d. [D8/10
Oeffentlicher Vortrag
im Saal des Gasthauses zum Löwen, Neuenweg 28.
Montag den 24 Oktober, abends 81/, Uhr, ThtHIll: Ursprung u. Wesen des Bösen »der Was sind gute und böse Geister?
(Siehe Ebräer 1,14 u. Epheser 6,12.) Redner: H. Erzberger (Basel-Schweiz).
Eintritt frei für jedermann. [08890
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Zu Fabrikpreisen zu haben bei: Benner & Krumm, Drogen Großhandlung; Äldolf Bieler Nachf., Viktoria-Drogerie: Carl Seibel, Germania-Drogerie, Frankfurter Straße 39; Karl Sier, Mehl- und Futterartikel, Dammstrahe 46; Georg WallcnselS, Marktplatz 21, gegenüber der Engetapocheke; Emil Karn, Central- Drogerie.
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Meine Pri vat-Sprechstunde
ist von jetzt ab nur nachmittags 2—4 Uhr äusser Dienstag und Sonntag.
Professor Dr. Koeppe
Kinderarzt.
SatiöeL
der dem Scharfsinn des gerechten Richters langt ist, wird weiter beabsichtigt, an die englischen Fabrikanten mit ullvuhu » r ..... x.y qaas.,,.A oin»r «mnftirMrhnfh cfapn Neremrauna
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Nachmittags in seiner Zelle laut gesungen. Ms er gegen 6 Uhr tuscheln sah.. Das Volk hatte bte Szene wahrgenommen em abends verstummte öffneten die Wärter die Zellentür und fanden Murmeln grng durch die Menge, wuchs an, und alles starrte! ibn tot hatte sich mit seinem Leibgurt an her Lustöffnung zur -Soge, n>o die beiben sowesenzvmsck^-nenKon.ginn^ savem erhänat Luecheni, der seit zwölf Jahren im Zuchthause saß, die eine ruhig und gelass-en, wrt allen Anzeichen
hatten letzter Zeit wiederholt Tobsuchtsanfälle und bildete dann mühsam unterdrückter Erregung^Tas dauerte ermge Sekunden.
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; der dar langersehnte Ideal einer wirklich unzerbrechlichen Glühkörperr ist! Der stoß- und > s ch l a g f e st eVruno-Glühftrumps für stehender und
Ausweg, u. zw. einen, Lu, »vuv alle Mre nrachte: der „Herr Justiz" ersuchte den Pollzeikvm- missar, der im fcotel noch immer gegen die geschlossene Tür wütete, die Ausführung seines Auftrages bis aus weiteres zu verschieben: dann wurde vereinbart, daß an dem Tage, an dem die „Ueberrumpelung" der Spielhölle stattfinden würde, der Direktor des Hotels vorher gebührend gewarnt werden sollte, da- mit .er seinerseits den König und die Prinzen vor, dem Besuch der Klubräume warnen könnte . . . Und also geschah es!
für hängender Qnoert) Licht zeichnet sich besonder; durch aussergewöhnliche Zähigkeit, schmiegsame Elastizität, brillierende; Licht und durch eine saft unverwüstliche Leben;sähigkeit ous! verwenden Sie derhalb aurschliehlich vruno-GIühftrümpse, denn diese find äußerst preirwert und überall erhältlich! Kus Wunsch teilt Ihnen die Vruao-Sesellschast m. b. ks., Berlin, Liebenwalderstt. 10 bereitwilligst die nächftgelegenen verbaus;ftellen mit!
London, 22. Ott. Tie Vertreter von zehn der größten R ö b r e n f a b r i k e n sind gestern tn Glasgow zusammen- Getreten, um den Plan einer Vereinigung aller schottischen Röhrensabrikanten zu einer Gesellschaft zu beraten. Der Plan fand günstige Aufnahme. Sobald er zur Ausführung ge- i , ____' i i ur.ü.t..» a» hia ai>aliti4ton Inti
dem Ansuchen der Bildung einer englisch-schottischen Vereinigung heranzutreten. — Die schottischen Schmiedeeisenfabrikanten haben beschlossen, die P r e i s e per Tonne von 5
Amtlicher Wetterbericht.
Verlauf bei Witterung seit gestern früh: Unter dem Env fluß des hohen Drucks über Nordeuropa dauert die östliche Luftströmung und mit ihr die trockene, zeitweise heitere Witterung an. Doch hat sich die Abkühlung von Nordosteuropa her zurzeit nun bis zur Ostsee ausgebreitet. Bei anhaltend östlicher Luflbewegung beginnt setzt die Temperatur stärker zu sinken.
Wetteraussichten in dessen am Sonntag dem 23. Oktober 1910: Zeitweise heiter, trocken, kalt, nachts Frost, östliche Winde.
* Die beiden Königinnen in Portugal. Ein italienischer Gewährsmann, der lange Jahre in Lissabon gelebt hat und erst kürzlich nach seiner Heimatstadt Ancona zurückgo- kehrt ist, erzählt im Ordine eine Szene, die er in Lissabon miterlebt hat, und die für die Wesensverschiedenheit der beiden letzten Königinnen von Portugal charakteristisch ist. Königin Amelia hatte es nie verstanden, die Sympathien des Volkes zu erwecken, während die alte Königin Maria Pia nodj heute von den Portugiesen verehrt und sogar von den Republikanern nur mit Achtung erwähnt wird. Es war bei einem Stiergefecht. Die beiden Königinnen erschienen in ihrer Loge und wurden von dem Volke mit dem kurzen, üblichen Beifall begrüßt, der
auch eint große Äefahr>r die Wärter. Vor enttgen Jahren schott wollte Luecheni dem Gesängnisdirektor den Schlussel einer Sar* dinenbüchse in den Leib stoßen, konnte aber an ter Ausführung des Mordversuchs verhindert werden. Sem letzter Tobsuchtsanfall am Montag wurde durch einen Streit hervorgerufen, den er mit dem Aufseter ter Buchbinderwerkstätte hatte, in welcher Lucchem arbeiten sollte Er beschimpfte dabei unzufrieden den Aufseher der Werkstätte, ter den Vorfall dem Direktor meldete. Dieser ließ Luecheni in die Zelle zurückführen. In Wut ergriff ter Mörder, was ihm in die Hände fiel. So warf er den Wasserkrug mit solcher Gewalt gegen das Fenster, daß die Scherben auf die gegenüberliegende Straße flogen. Vier AiH- sehern gelang es, ihü zu bändigen und in ein unterirdisches Verließ zu bringen, wo er zunächst auf Wasser und Brot gesetzt wurde. Der Direktor der Strafanstalt hielt Lucckieui schon lange Mr verrückt, andere glaubten aber, daß er nur simuliere.
* D i e Wein-Mißernte in Frankreich wird sehr anschaulich dadurch charakterisiert, daß bei dem Verkaufe der berühmten Burgunderweine des Hospizes von Beaune dieses Mal nur tein Halbfaß und ein Viertelfaß, im ganzen 171 Liter, zur Versteigerung gelangen, während im vorigen Jahre 110 große Stückfässer mit 250 4A Hektoliter zugeschlagen wurden. Seit 1812 ist noch nicht ein einziges Mal eine annähernd gleiche Mißernte in .diesen Hospizweinen zu verzeichnen gewesen. — Sogar die berühmte Treille du Roie in Fontainebleau, die vor allen Wetterunbilden .geschützt zu werden vermag, hat viel weniger ergeben als sonst, nämlich nur 775 Kilogramm Trauben gegen mehr als 2000 in normalen Jahren. Allerdings sind die Trauben wegen der wunderbaren September- und Oktober-Temperatur vorzüglich geraten; so daß bedeutend höhere Durchschnittspreise erzielt wurden.
* Eine Ostender Gl ü cks spi elgeschichte, in der ein 'König, ein Prinz und ein Großfürst eine Rolle spielen, erzählt der „Cri de Paris", der es allerdings mit der Wahrheit nicht sehr genau zu nehmen pflegt, wenn ihm die Gelegenheit gegeben ist, eine kleine Sensation anzubringen. Im vorigen Sommer b es ariden sich in einem vornehmen Hotel zu Ostende zu gleicher Zeit König Alfonso XIII. von Spanien, ein preußischer Prinz und ein Großfürst. In dem Hotel tagte oder nächtigte ein Klub, in dem fleißig Bakkarat und Roulette gespielt wurden. Dem König und den beiden Prinzen schienen diese Spiele sehr gut zu gefallen; sie pflegten wenigstens jeden Abend im Klub zu verbringen. Als man eines AbendA z« tor vorgerückter Stunde besonders wild spielte, erschien im Hotel plötzlich ein Polizeikommissar: er hatte den Auftrag, die Spielhölle aufzuheben und die Namen der Spieler festzustellen. Es war ein dramatischer Moment: am grünen Tisch saßen die Prinzen, und es konnte einen riesigen internationalen Skandal geben. Der Direktor des Hotels versperrte dem Polizeikommissar die Tür und sagte M Tone eines Romanhelden: „Nur über meine Leiche führt der Weg in diese Räume!" Inzwischen war ein Hoteliw- spektor zu dem Untersuchungsrichter, der den Austrag zur Durchsuchung des Hotels gegeben hatte, geeilt. Der Richter schlief den Schlaf eines gerechten NUrnnes: man mußte ihn wecken, und der Hotelinspektor setzte ihm mit zitternder Stimme auseinander, daß der Auftrag, den der Polizeikommissar erhalten hatte, sofort zw- rüchgenommen werden müsse, wenn nicht an drei großen europäischen Höfen ein noch nicht dagewesener Skandal zum Ausbruch Kommen solle. Der Richter aber erwiderte kühl bis .ans Herz hinan und auf die Gefahr hin, durch seine Weigerung^einen Krieg aller gegen das kleine Belgien zu entsesseln: „Was Sie da verlangen, ist unmöglich! Das Gesetz muß unter allen Umständen respektiert werden!" Zuletzt fand man aber doch einen
wenig Herzlichkeit verriet. Einerr Augenblick später betrat der republikanische Abgwr§nete Costa die Praya de Douros. Costa war erst wenige Tage vorher nach einer Rede in der Kammer im Triumph durch die Sttaßen getragen Worten, und hier beim Stiergefecht begrüßte ihn das Volk nun mit brausenden, leidenschaftlichen Ovationen. Maria Pia blieb ruhig in ihrer Loge sitzen, ernst und gelassen, ohne eine Miene zu verziehen. Die Königin Amelia aber erhob sich mit allen Zeichen des Aergers und wollte mit einer hochmütigen Gebärde die Loge verlassen. Da sah man, nrie die alte Königin mit einer gebietenden Bewegung die empörte Schwiegertochter aufforderte, da zu bleiben; Maria Pia sprach ruhig, aber fest, sie hatte die Schwierigkeit des Llugenblickes und die Gefahr ter Lächerlichkeit begriffen. Königin Amelia blieb in der Loge, während man im Hintergrund die Höflinge mit allen Zeichen der Verwirrung flüstern und tuscheln sah. Das Volk hatte die Szene wahrgenommen, ein
auf 7.5 8b. zu erhöhen.
vüchertisch.
In der soeben erschienenen Nummer 3512 der Leipziger Illustrierten Zeitung ist ter Hauptteil dem Wunderlande Aegypten gewidmet, von dessen Reizen eine ganze Reihe größerer und kleinerer Abbildungen, darunter 4 farbige, zu erzählen wissen. In dem dazugehörigen Text gibt ein Kenner des Landes und seiner Bewohner eine anschauliche Schilderung einer Reise ins Pharaonenland. Aus dem weiteren Inhalt des Heftes seien genannt ein größerer illustrierter Beitrag über das Schaffen des in der letzten Zeit vielgenannter, Baukünstlers Wilhelm Kreis, ferner Bilder vom Berliner Uni- versitätsMbiläum, dem Eisenbahner streik in Frankreich, ter letzten .Flugwoche in Berlin-Johannisthal u. a. m.
Dann brach in ter Menge ein wilder Sturm ter Begeisterung aus, und das ganze Volk brachte ter Königin Maria Pia ente lärmende Huldigung dar, an ter Amelia kernen, Anteil hatte „Es lebe Maria Pia!"
«leine Taaeschronik.
Otto Cyriakus, der Mitinhaber der Berliner Surf). Händler-Firma Volkmar, «ist, wie aus Berlin gemeldet wird, nach Unterschlagungen von 800000 M k. fsüchtig gegangen. Eine weitere Meldung besagt, daß Cyrrakus an der Machnower Schleuse (Teltow-Kanal) als Leiche aufgefunden wurde. Die veruntreute Summe soll übrigens sicher die Höhe einer Million erreichen. Spenllationen sollen Cyriakus aus die schiefe Ebene getrieben haben. Die Geschäftsleitung der Firma macht die Mitteilung, daß es sich um Ueberschreitunaen der Jnhaber- befugnisse durch Gewährung zu großer Kredite, nicht um Unterschlagungen handle.
Aus dem Gothaer Schloß sollen gegen 6 0 Bilder durch ,Di eb stahl entwendet worden sein, zwölf Stück wurden bereits in Eisenach beschlagnahmt. Ein Diener und ein früherer Kellner wurden als mutmaßliche Täter verhaftet t£)er Niederrheinische Fabrikantenverband beschloß die Aussperrung der Zigarrenarbeiter, ter auck. die Zigarre-ifabr fan ert in Nußloch sich angeschlossen haben. Es werden über 4000 Arbeiter ausgesverrt.
Die Aachen-Münchener Feuer-Versicherungsgesellschaft stellte ter Kaiser-Wilhelm-Gesell- schäft für freie naturwissenschaftliche Institute Hunderttausend Mark zur Verfügung. __ , w _
In Reitweil wurde die 65 Jahre alte Witwe des Arbeiters Johann Merz in ihrem Hause vor dem Bette tot aufgesunden. Ihr Schwiegersohn, der Schlosser Raedle und seine qrau wurden in bewußtlosem Zustande, aber noch lebend angetroffen. Es ist fraglich, ob sie dem Leben erhalten bleiben können. Die Kinder der Eheleute, zwei Mädchen im Alter von einem Jahr und sechs Wochen wurden verhältnismäßig wenig betroffen und waren bald wieder bei Bewußtsein. Das Unglück ist durch Bruch eines Gasrohres entstanden. .
Der peruanische Kongreß hat etnsttmmtg beschlossen, für ein Denkmal des kühnen Simpl on- Überfliegers Chavez, der Peruaner ist, in Brieg 100 000 Franken auszuwerfen. Sie beauftragte die Regierung, den schweizerischen Bundesrat um seine Zustimmung zur Errichtung des Denkmals zu ersuchen.
JnBoulognesurMer wurde die eben sertiggestellte Quaimauer des für zehn Millionen Franken erbauten neuen Hafenbeckens beim ersten Eindrinaen dSr Fluten unterspült, so daß jeden Augenblick der Einsturz zu erwarten ist.
Aus .dem Palais des Grafen Branilki tn Warschau ist ein Gemälde Rembrandts, das einen Greis en köpf dar- stellt, «gestohlen worden. Sein Wert wird auf etwa 100 000 Mark geschätzt.
* Der Mörder der Kaiserin Elisabeth, Lurche n i, der vor einigen Tag'en infolge eines Tobsuchsanfalls in eine unterirdische Zelle des Genfer Zuchthauses gesperrt werden mußte, hat, wie schon gemeldet, Selbstmord verübt. Wie man aus Genf meldet, hatte Luecheni den ganzen
gelang es den beiden Luftschifsern, den Ballon an einen Baum zu hinten. Sie blieben dann die Nacht über im Walde und hatten von der Nässe und Kälte zu leiden, bis sie morgens von Indianern aufgefunden wurden. — Der Schweizer Ballon „H e l v e t i a" ist bei Villemarie (Provinz Quebec) gelandet; er legte 1100 Mellen zurück. — lieber die Landung der „G e r m a n i a" haben wir gestern schon berichtet. Mehrere Ballone stehen noch aus.
Drei Ballone verschollen!
S t. L o U i s, 21. Okt. Es ruft lsier lebhafte Unruhe hervor, daß von den Ballone „Düsseldorf", „Azurea" und „America" noch immer jede Nachricht fehlt. Der Aerollub von St. Louis hat deshalb die kanadische Negierung gebeten, nach ihrem Verbleib zu forschen. Vermutlich sind sie Mittwoch nacht gelandet und ihre Insassen befinden sich in den Wäldern Kanadas in schwerer Notlage. Aehnliche Bitten wurden an die Gouverneure von Ontario und Quebec gerichtet.
Element Bayard".
London, 21. Okt. „Evening Standard" meldet: Kriegsminister Haldane habe mit Clement, dem Erbauer des Luftschiffes „Clement Bayar d", eine Unterredung gehabt, in der die Bedingungen für den Ankauf durch das Kriegsministerium festgesetzt worden seien. „Evening Standard" erfährt weiter, daß die französische Regierung zwei Luftschiffe dieses Typs in Auftrag gegeben habe.
DU Kinöerarbeit in Amerika.
F. Newyork, im Oktober.
Der ehemalige Präsident Roosevelt ist kürzlich in einer von mehr als 20 000 Personen besuchten Versammlung in Fargo energisch für die Abschaffung der Kinderarbeit eingetreten und hat mit dieser Forderung jedenfalls alle Sozialisten für sich gewonnen, denn Kenner der amerikanischen Verhältnisse wissen, daß in keinem Lande so wenig für die Kinder ter Besitzlosen getan wird, als gerade in Amerika.
«Mehr als 1 700 000 Kinder unter 15 Jahren arbeiten auf den Feldern, in den Fabriken, Werkstätten und Bergwerken. Diese schwachen Kinderkräfte wären sehr gut zu entbehren, da es unter den Erngewanderten Arbeitslose genug gibt, aber die Profitgier ist hier unersättlich. Arbeitet doch solch ein kleines Wesen für den dritten Teil des Lohnes, den ein Erwachsener erhält. Sechsmal so viel Kinder als vor zwanzig Jahren werden heute in den Baumwollspinnereien Südamerikas beschäftigt und alljährlich nimmt ihre Zahl zu 80 000 Heine Mädchen arbeiten zurzeit in der Baumwollindustrie und müssen sich hier 12, 13, 14 Stunden lang abguälen um 10—20 Cent (40—80 Pfg.) zu verdienen Manche Kinder arbcücn bon V27 Uhr abends bis 1/27 Uhr morgens in dem Höllenlärm der Maschinen, in einer ungesunden Atmosphäre, die mit Feuchtigkeit und dem feinen Baumwollstaube erfüllt ist. Der Lohn, den diese kleinen «Arbeiter empfangen, reicht oft nicht einmal hin, um sie ordentlich zu ernähren. Werten sie krank, so wird ihnen der Zeitverlust ausgeschrieben.
Im Norden, Osten und Westen liegen Hie Verhältnisse nicht hesser. In den Bergwerken, Spinnereien, Fabriken, vor den Schmelzöfen, in den Schwitzhöllen Pennsylvaniens finden wir überall Reine Kinder, die einen Teil von ihrer Freiheit und ihr ganzes Recht auf Glück dem Moloch Arbeit opfern. Die Mädchen gehen in die Spinnereien, die Jimgen in die Grube. Die Schule besuchen sie nicht, dafür müssen die Knaben zehn oder elf Stunden lang täglich die kleinen Kohlenwagen für 5—6 Cents ziehen. In den Vereinigten Staaten gibt es mehr als 24 000 Kinder, die in den Bergwerken und Steinbrüchen beschäftigt werden. Ein Auf^if für ein Kinderschutzgesetz stellte kürzlich fest, daß über 5000 Kinder von sechs bis vierzehn Jahren in den Glasfabriken von New- Jersy und Permsylvanien arbeiten.
Newyork besitzt zwar ein Kinderschutzgesetz, trotzdem sind die Heimindustrie, die Blumenfabrikation und die übrigen Schwitzgewerbe bis jetzt von ter Gesetzgebung noch nicht berührt worden und können auch nicht eher geschützt werden, als bis das Schwitz- System ganz abgeschafft ist. Die Volkszählung vom Jahre 1900 gibt die Zahl der gewerblich tätigen Kinder unter 15 Jahren auf Ungefähr 92 000 an, Boten und Austräger waren hier nicht einbegriffen. Es gibt aber in Newyork Hunderte von Knaben, die als Laufburschen benutzt werden und in dieser Eigenschaft 20, 30, 32, 40 ja sogar 72 Stunden ununterbrochen im Dienst sind. Ihre einzige Erholung ist eine Viertelstunde Schlaf zwischen den Botengängen auf den hölzernen Bänken der Bureaus. Unter diesen Umständen kommt es natürlich häufig vor, daß diese Jungen au| der Straße zusammenbrechen.
In der Fürsorge für das Leben und die Gesundheit ter gewerblichen Arbeiter steht Amerika überhaupt weit hinter den europäischen Ländern zurück. Vor einigen Jahren berechnete man, daß täglich 50—60 Kinder durch Unfälle an Kreissägen getötet oder verletzt wurden. Die Schädigungen der Kinder durch Ueberarbeit sind furchtbar, aber der daraus erwachsende Schaden für das Land ist nicht Minder beachtenswert. Sehr treffend kritisiert em bekannter amerikanischer Sozialist die amerikanischen Zustande, indem er sagt: „Eine Industrie, die die Lebenskraft der Kinder m Profite umprägt und der Welt .baitn die Sorge für die Lebenswracks überläßt, raubt dem Lande etwas, was sie ihm nie wieder zurückgeb'en kann." __________________________________
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