Ausgabe 
21.4.1910 Zweites Blatt
 
Einzelbild herunterladen

sollte dafür getragen werden, daß der Tisch feststeht: ferner.Es sollte ein Becher mit Wasser für den Vortragenden da fein u. öcrgl.

In England kann man also auch im Kleinen groß fein.

Und welche Rolle spielen die verschiedenartigenZeugnisses! Tie Teilnehmer der Kurse können da auf alte An geeicht werden. Tie Erläuterungen darüber nehmen in dem betretenden Büchelchen vier volle Seiten ein.

Tie englischen Volksbildungsbestrebungen .sind elnerieits em schöner Beweis für die Selbsthilfe des englischen Volkes, oder wenigstens gewisser Kreise im Jnteres,e der übrigen Sie smd umso notwendiger, als der englische Staat für wenig getan hat. Es entspricht eben dem englischen Staatsgedanken, wie Än Oxforder Referent sagte, daß der: Staat nur m-die Bil- dungsanstalten sorgen könne, deren Notwendigkeit lange Erfah­rung erwiesen habe, und für solche formen, welche von-einer starken Strömung im Volke gefordert werden. Alfo wchts von vorausschauendem Blick großer Persönlichkeiten. Der Engländer ist eben in erster Linie Empiriker und zu wenig Theoretiker. Es fehlt an Einheitlichkeit und zielbewußtem Schaffen. Man trifft Einrichtungen, wo und wie es gerade der Zufall Mit ,ich bringt, d. h. wo gerade ein oder ein paar energnche Manner Ausreisen, stört sich auch oft gegenseitig oder tut dasiclbe doppelt. Kraft- Beit» und Geldverschwendung neben mäßigen Erfolgen sind häufig die Folgen des zersplitterten Vorgehens. Aus keinem Gebiete zeigt sich dies mehr als auf dem Gebiete des Bildungs­

wesens.

Schluß.

Wenn ich meine Ansicht über das englische Erziehungswesen in wenigen Sätzen zum Ausdruck bringen soll, so kann ich es nicht besser tun als mit den Worten eines deutsck>en Kenners des englischen Schulwesens, Prof. Rogozinski in Kulm, der in England als Universitätslehrer, an einer Ober-Realschule in Liverpool, ferner an einer höheren Töchterschule und als Mit­glied einer Prüfungskommission tätig gewesen ist, es getan hat. Er schreibt:

Das englische Schul- und Erziehungswesen steht dem deutschen in jeder Beziehung nach. Seine Organisation krankt an mangelnder Einheitlichkeit. Tie Männer, denen die Erziehung anvertraut ist, ermangeln einer gründlichen wissenschaftlichen und pädagogischen Bildung. Infolgedessen kann das Erziehungswerk nicht mit der erforderlichen Gründlichkeit betrieben werden. Eine irühzeitige Szepialisierung, übertriebene Wertschätzung des Examens-, Sti­pendien- und Berechtigungswesens, sowie einseitiger unpädago- gischer Sportbetrieb tragen zur Entwertung des Erziehungs­wesens bei. Den jungen Leuten, die ins Leben treten, werden nicht die idealen und praktischen Lebensgüter mitgegeben, die für Angehörige eines modernen Volkes unerläßlich sind, Z>as bis ins einzelne ausgebaute Prinzip der Standesschule beleidigt unser soziales Empfinden."

Deutsches Reich.

Im GeschäftsordnungsauSschuß des preußischen Ab­geordnetenhauses wurde die Frage erörtert, durch welche Mittel der Präsident in den Stand gesetzt werden könne, die ihm beigeleglen höheren Disziplinarbefugnlsse gegen» über den Mitgliedern des Suu, es, wclckst die Ordnung des Hauses gröblich wiederholt verletzten, praktisch durchzufuhrcm Es wurde beschlossen, bei der Reegierung anzutragen, ob und welche Behörden i>en in Frage kommenden Anordnungen des Präsidenten Folge zu leisten hätten und in einer Sitzung mit den Vertretern des Ministeriums des Innern und des Justizministe­riums darüber zu beraten.

DieNorddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet: Eine in den Anales des Touanes" vom 15. Februar 1910 veröffentlichte Entschließung des Finanz Ministers vom 3. Februar bestimmt daß vom 1. Mai ab M e t h y l - A l k o h o l i n Frankreich nur dann zum Minimaltarif zugelassen wird, wenn bei der Einfuhr durch ein Ursprungszeugnis nachgewiesen wird, daß das Erzeugnis tatsächlich in einem Lande hergestellt worden ist, das den französischen Minimaltarif genießt.

Die Frankfurter Handelskammer richtete an den Ausschuß des Reichstages zur Vorberatung des Entwurfes eines Zuwachs st euerg es etzes folgendes Telegramm:

Gegen dieüberstürzteBehandlung des Gesetzent­wurfes über die Zuwachssteuer legen wir auf grunb hier ge­machter Erfahrungen entschieden Verwahrung ein, da das Ge­setz in der vorliegenden Fassung das Grundstücksgewerbe und alle damit zusammenhängenden Geschäftszweige in der aller­schwersten Weise schädigen würde. Schriftliche Resolution folgt."

Aus München wird gemeldet: Die hiesige Polizeidirektion genehmigte die Abhaltung einer sozialdemokratisch en Massenkundgebung unter freiem Himmel auf der Theresienwiese am 1. Mai. Der Aufmarsch wird mittags' 12 Uhr in 12 Zügen erfolgen. Acht Redner werden über die Maifeier sprechen.

Aus Heften.

fc. Friedberg, 20. April. Am Sonntag, dem 24 April, findet hier eine Vertrauensmann er-Ver- sammlung des Bundes der Landwirte aus dem Reichstagsnxrhlkreis Friedberg-Büdingen statt, in der da­rüber beschlossen werden soll, ob der Bund bet der bevor­stehenden Reichstagsersatzwahl in Friedberg-Büdin­gen einen eigenen Kandidaten aufstellen oder mit den Na- twnalliberalen vereint in den Wahlkampf ziehen wird.

Kontroll Versammlungen für den Kreis Lauterbach be­ginnen am 23. April. Sie finden in 8 verschiedenen Ver- ammlungen zu Lauterbach, Queck, Schlitz, Herbstein, Grebenhain- Erainfeld und Freiensteinau statt.

X Ehringshausen, 20. 'April. Wohl der älteste Rechner unseres Kreises nach dem Gemeinderechner Hörle zu Wettsaasm, bet nun auch vom Tode abgerufen wurde, war dem Alter und den Tienstjahreii nach der Gemeinderechner Ruckelshausen, der dieser jüngsten Tage hier zu Grabe getragen wurde. Der Ver­storbene hat durch seine fleißige und gewissenhafte Dienstführung, wie durch sein menschenfreundliches Wesen es verdient, daß ferner im weiteren Kreise gedacht lvird. Welch reger Fleiß und welch Arbeitskraft den Verstorbenen beseelte, erhellt daraus, daß er Rechner der Gemeinden Otterbach, Rülfenrod, Ehringshausen, Elpenrod und Hainbach ge)oesen ist. Zugleich bekleidete er du Untererhebstelle zu Hainbach seit Inkrafttreten des Gesetzes vom 1 Oktober 1900. Außer diesen Dienstarbeiten besorgte er noch eine Reihe anderer rechnerischer Arbeiten, wie das Ausstellen von Gemeindevoranschlägen u. dgl. Für die Spar» und Dar lehnskasse zu Groß-Feldg war er Direktor und Revisor. Au 50 Jahren hat so der Entschlafene das rechnerische Wesen gc führt Im Namen des Landesrechnerverbandes legte Gemeindc- rciner Becker- Nieder-Ohmen einen Kranz am Grabe des Ent' schlafeneii nieder, ebenso I. Völzing-Groß-Felda namens bet Spar- und Tarlehnskasse zu Groß-Felda.

X AuS dem Wohratal, 20. April. Mit dem Bau der seit länger als 30 Jahren projektierten Bahn durch das Wohratal wird e§ endlich Ernst, denn die AbsteckungS- arbeiten haben ihren Anfang genommen. Die neue Bahn soll die Fortsetzung der Bahn ZimmerSrodaGemünden, die zuerst in Angriff genommen wird, bilden, und die bis jetzt nur schwer erreichbaren gewaltigen Forsten in der Gegend von Kloster Haina, sowie die Städte und Dörfer im Wohra­tal dem Verkehr näher bringen. Mit ihrer Abzweigung nach Frankenberg bildet sie nach der Fertigstellung eine gerade Verbindung zwischen dem westfälischen Industriegebiet und der Oberhessischen Eisenbahn, durch die man unter Benutzung der Ohmtal-Bahn in Kirchhain Anschluß bekommt. Die Wohra-Bahn wird etwa 22 Kilometer lang und berührt nur kurhessisches Gebiet.__

GerichtsSaaL.

ä. Mainz, IS.April. DieMittel" des Naturheil­kundigen. Der gestern von der Strafkammer Mainz zu P/4 Jahren Gefängnis verurteilte 35 jährige frühere Tüncher und jetzige Naturheilkundige Peter Lipv aus Ober-Ingelheim, wohn- haft in Amöneburg, hatte sich heute am Schöffengericht wegen un­erlaubten Verkaufs von Arzneiniitteln, schwerer Giste, Augensalben und Medikamente zu verantworten. Er erhielt dieserhalb an' 10. Januar einen Strafbefehl von 120 Mk., gegen den er Einfpruck erhob. Vor dem Gerichtstisch waren zwei Kisten mit allen mog* lichen Medikamenten aufgefielll. Lipp will nicht gewußt haben, daß es verboten sei, Arzneimittel und Gifte zu verkaufen. Seine Heilpraxis" führte er seit 1906 in Amöneburg, woselbst jeim ixrau ein Haus besitzt. Die Beschlagnahme seinerHeilmittel" er- folgte am 22. Dezember 1909 auf die von dem Wunderdokto'. M ü l l e r- Amöneburg erfolgte Anzeige, da diesem s. Z. sämtliche': ixedervieh und ein Hofhund vergiftet worden waren und er Ver­dacht gegen Lipp hegte. Bei der Beschlagnahme ivar Lipp in Neu­stadt und für polizeiliche Vernehmungen nie zu haben. Aus der beschlagnahmten Briefen ging hervor, datz auch die Frau des 2ipi tu seiner Abwesenheit Kräuter und Heilmittel verkaufte. Währeni der Vernehmung gab die Frau auf Befragen des Sachverständige! Kreisasststenzarztes Dr. Drescher zu, drei Gramm des sehr fle' iährlichen Giftes Digitalis purpurea, von dem der Apotheker in ochstfalle nur ein Granini abgeben darf, an eine Person verkauf

Aus dem zmanzausschuh der Hess. Zweiten Kammer.

R.B. Darmstadt, 20. April. <

«Der heutigen Sitzung des Finanzausschusses der . Zweiten Kammer wohnten als Regierungsvertreter der Minister ( des Innern v. Hombergk, die Geheimräte Best und Süf- , fert und Geh. Obcrregierungsrat Dr. Wagner bei. Zuerst , kam die von der Kammer noch einmal an den Ausschuß zurück- } gegebene Regierungsvorlage bett, die Landesausstellung < 1908 zur Beratung. Nach den Vorschlägen der Regierung sollte ' der lieber schuß von ca. 60 000 Mark nicht unter die einzelnen < Garantiezeichner verteilt, sondern zur Bildung eines Fonds < dienen, aus dessen Zinsen die Förderung kunstgewerblicher Zwecke , erfolgen könnte. Der Ausschuß hatte seinen Bericht in einem der < Regierungsvorlage zustimmenden Sinne fettiggestellt. In der da­maligen Kammersitzung verlangten aber mehrere bauernbündlerische , Abgeordnete, daß dann auch der Ueberschuß, den die jüngste landwirtschaftliche Ausstellung in Mainz geliefert habe, analog diesem Beispiel landwirtschaftlichen Zwecken zugefühtt werden solle. Abg Dr Osann erstattete den Bericht in der Sache. Geh. Ober­regierungsrat Dr. Wagner legte dar, daß der auf den hessischen Staat entfallende Anteil des Gesamtüberichusfes der Mainzer Ausstellung, ca. 28000 Mark, ,sich auf verschiedene Staaten und Korporationen verteile und daß sich nach Abzug aller Unkosten für Hessen nur ein Ueberschuß von 450 Mark ergeben würde. In Anbettacht der Gettngfügigkeit dieser Summe sah der Aus­schuß davon ab, sich für die Bildung eines besonderen Fonds zu entscheiden und beschloß, den früheren Bericht über Die Sache wiederum zu genehmigen. Es soll über die Frage der Ueber- weisung zu landwirtschaftlichen Zwecken mündlicher Bericht er­stattet werden.

Eine längere Aussprache rief darauf die Vorstellung des Oberbahnassistenten G. Ferkinghoff bett, die Pensivns- verhäItnisse der vormaligen hessischen Ludwigs- bahnbeamten hervor. Es wird darin ausgeführt, datz die in die Gemeinschistsverwaltung übernommenen vormaligen Lnd- wigsbahnbeamten, während die Staaten Preußen und Hessen für die Gewährung der Pensions- und Hinterbliebenen-Anspttiche ihrer Beamten Beiträge nicht erhoben, noch immer 5 Proz. des jährlichen Tiensteinkommes, früher sogar 7 Proz., für ben gleichen Zweck zahlen müßten: weiter wird beklagt, daß die Gehaltszulagen erst nach Jahresfrist anrechnungsfähig seien. Abg. Molthan be- richttte über diese Angelegenheit und bat, die Vorstellung der Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen. Geh. Rat Süf- fert gab darauf Kenntnis von einer Antwort des preußischen Eisenbahnministers, datiert aus dem November 1909, in welcher dieser die Forderungen der Vorstellung ablehnt und zwar unter Bezugnahme darauf, daß nicht allein frühere Angehörige der hessischen Ludwigsbahn, sondern auch die übernommenen Beamten anderer verstaatlichter Privatbahnen die Beiträge hätten weiter­zahlen müssen und diese auch noch heute zahlten.. Bei dem Weg­fall dieser Beiträge würde ein anderweitiger Aufwand von etwa einer Million Mark erforderlich sein. Der Finanzausschuß hielt cs für richtig, daß zu gegebener Zeit der preußische Eisenbahn­minister seitens der Regierung angegangen werden soll, eine weitere Herabsetzung der Beiträge zu bewirken und beschloß in diesem Sinne die Ueberweisung der Vorstellung zur Berücksichttgung. Weiter beschäftigte sich der Ausschuß mit einer Vorstellung der Gemeinden Langen-Brombach und Kirch-Brombach betreffs des Umbaus der Kreis st raße Zell Langen-Brombach. Abg. Dr. Osann betonte als Ausschußberichterstatter, daß der allseitig anerkannt schlechte Zustand der Kreissttaße endlich be­hoben werden und der Widerstreit der Gemeinde Zell beseitigt werden müsse. Schon feit vielen Jahren habe sich herausgestellt, daß die Kreissttaße am Eingang bei Zell wegen ihrer Steilheit «jährlich sei; es müsse jetzt endlich Abhilfe geschaffen werden. Nachdem eine Einigung der Gemeinden nicht zu erzielen sei, müsse nach den gesetzlichen Vorschriften auf dem Wege des Verwaltungs- ftreitDcrfalTrerty die Sache möglichst rasch entschieden werden. Ge- heimerat Best führte aus, daß für die Gemeinde Zell ein öffent­liches Interesse nicht vorliege, an den Geländeerwerbskosten teil­zunehmen und daß deshalb auch eine Entscheidung der Verwal­tungsbehörde in der Sache nicht ergangen sei. Abg. Dr. Osann ist der Ansicht, daß nach den gesetzlichen Bestimmungen das Ge­lände von der Gemeinde Zell zu stellen sei. Geheimerat Best erklärt sich bereit, nochmals durch Vermittelung des Kreisamts in gütlickwr Weise auf eine Einigung zwischen den Gemeinden hin­zuwirken. Komme eine solche jetzt nicht zu Stande, so müsse das Verwaltungsstreitterfahren zur Durchführung gebracht werden.

Die Regierungsvorlage bett, die Errichtung einer Neben­bahn Kreuznach Sprendlingen wurde einstimmig ge­nehmigt, nachdem der Regierungsvertreter einige Bedenken des Berichterstatters Molthan widerlegt hatte.

Eine Erledigung der übrigen Gegenstände der Tagesordnung mußte verschoben werden, da Abg. Ulrich als Berichterstatter nicht zugegen war und sich auch nicht entschuldigt ha:'e, wie dies der Abg. Dr. Gutfleisch infolge des jüngst erlittenen Unfalles toi.

Ausland.

Im englischen Oberhause erflärtc am Mittwoch auf eine Anfrage Lord Lemingtons wegen der englisch-rus­sischen Anleihe der persischen Regierung und über die britische Politik gegenüber Persien im allgemeinen Lord Crews, die Verhandlungen in der Aul e ih e an g e l e g en-' beit seien abgebrochen worden, weil die persische Regie­rung keine «Möglichkeit gesehen habe, den von der englischen und russischen Regierung verlangten Bedingungen zu entsprechen. Jrn übrigen sei die britische Regierung der persischen Regierung und Nation gegenüber ausschließlich von Gefühlen des größten Wohlwollens beseelt. Aber in diesem besonderen Falle habe die britische Regierung es doch für notwendig gefunden, an den er­wähnten Bedingungen festzuhalten. Mit dieser Erklärung erklärte sich Lord Lansdowne einverstanden.

Wie der türkische Flottenverein bekannt gibt, ist der Vertrag mit der Schichau- Werft betreffend den An­kauf von vier Torpedobootszerstörern unterzeichnet worden.

DerAgenee iHavas^ ,ift über den neuen Zwischen- all in Tripolis bisher noch keine Nachricht aus fran­zösischer Quelle zugegangen. Dem Zwischenfall wird hier übrigens keine ernstere Bedeutung beigemeffen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, 21. April 1910.

** Bahnpersonalien. Im Namen der hessischen Re­gierung in der hessisch-preußischen Eisenbahnverwaltung vollzogene Ernennungen und Beförderungen (1. März bis 1. April 1910): Zum technischen Eisenbahnsekretär der technische Bureau­assistent Kraft zu Mainz; zu Bahnhofsvorstehern die Eisenbahn- assistenten Reinhardt zu Weisenau, Prior zu Fürth i. O., N o w a ck zu Flonheim, Heberer zu Mainz, Welker zu Als­heim, R e d d m a n n zu Nieder-Ramstadt, U ß n e r zu Sprend­lingen-Buchschlag, die Oberbahnassistenten Fe ick zu Mörlenbach, K a 11 m a y e r zu Wörrstadt, Delp zu Hainstadt, Baum zu Oberlahnftein, Große zu Wald-Michelbach, Kunze zu Stock- tadt a. M., K e i 1 zu Jugenheim, R i 11 e r zu Nackenheim, Jäger zu König i. O., Weier zu Gensingen-Horrweiler und Fischer zu Raunheim: zu Gütervorstehern die Oberbahnassistenten Freund zu Mainz, Germann zu Kreuznach, Conradi zu Groß-Gerau, die Eisenbahnpraktikanten Schlottner, Leist zu Boppard, Botten Horn, Kühnlein zu Mainz und K a b e h zu Wiesbaden; zu Eisenbahnassistenten die kommiss. Eisenbahn­assistenten K l i p p ft e i n zu Darmstadt, Schmidt zu Eppels­heim, S e e 1 i n g e r zu Worms, Hahn, Haring zu Mainz, T i ck zu Budenheim, Zachow zu Mainz, Feller zu Mann­heim-Waldhof, die kommiss. Eisenbahnunterassiftenten U h 1 zu Hei­desheim, Friedrich zu Groß-Zimmern, D i p p e 11 zu Zwingen­berg, Haub zu Wiesbaden und G r u ß e n d o r f zu Mainz.

** Zur Rechtsanwaltschaft zugelassen tuurbeii der Gerichtsassessor Hch. Winter zu Mainz bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen und bei dem Amtsgericht Mainz; der Gerichtsassessor Ernst Schmeel zu Darmstadt am Land­gericht der Provinz Starkenburg; der Rechtsanwalt Ferd. Eberwein zu Zwingenberg, nachdem er die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Zwingenberg aus- gegeben hat, bei dem Amtsgericht Langen; der Rechtsanwalt Dr. Ludw. Lehr zu Alzey, nachdem er die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft bei dem Amtsgericht Alzey aufgegeben hat, bei dem Amtsgericht Bingen; der GerichtSasiessor Dr. Jul. Earnier zu Darmstadt bei dem Landgericht der Pro­vinz Starkenburg und dem Amtsgericht Darmstadt I.

** lieber die Stellenvermittelung int Gast» wirtsgewerb e wird uns geschrieben: Im Januar v. Js. it von dem preußischen Minister für Handel und Gewerbe in Berlin eine eingehende Besprechung mit Verttettrn des öffentlichen Ar­beitsnachweises und des interessierten Gewerbes über die bessere Organisation der Vermittlung für das Gast- und Schank- wirtfchaftsgcwerbe üeranftaltet worden und die Einglie­derung besonderer Facharbeitsnachweise in die kommunalen pari­tätischen Arbeitsnachweise dringend empfohlen, sowie auch die Bereitstellung staatlicher Mittel für den interlokalen Verkehr in Aussicht gestellt. In einer Reihe deutscher Großstädte sind in­zwischen derattige Facharbeitsnachweise neu entstanden, oder sie sind wie in Frankfurt a. M. und Wiesbaden weiter entwickelt worben. Eine ständig steigende Zahl der Vermitte­lungen im Gastwittsgewerbe war die Folge. Im Gastwirts- geroerbe find die Schäden der privaten Stellenvermittlung be­sonders groß und audt die kleinen Jnteressenvereine, die als Aus­hängeschild fast alle die Arbeitsvermittlung führen, zersplittern die Vermittlungstätigkeit in unerfreulicher Weise und en"daueren den Ueberblid, ganz abgesehen davon, daß diese Vereine zum großen Teil, ebenso wie die private Stelleiwermittlung, Gebühren erheben und vielfach die Vereinsgründungen, die die für die gewerbs­mäßigen Stellenvermittlungen beftehenden polizeilichen Kontroll-

Vorschriften verhindern sollen. Im Gegensatz dazu strebt der öffentliche paritätische Arbeitsnacksweis, in dessen Verwaltung Arbeitgeber und Arbeitnehmer- m gleicher Weye vcrtteten smd, energisch dahin, diesen Mißständen ein Ende zu mneben iuto ben Bedürfnissen des Gewerbes in ausgiebiger unb unbarteuid;er Wem qered't zu werden. Es ergeht deshalb an alle ^nteroientcn bic Bittet sich des am Otte bestehenden öffentlichen Arbcttsnachweffes (Stäbt. Arbeitsnachveis Gießen, Asterweg 9, Telephon Nr. 9o. vorkommenden Falles zu bedienen. Tie schriftlichen und münd­lichen Anmeldungen werden hier entgegengenommen unb sofort meitergegeben. Tie Arbeitsvermittelung ikst kostenttci.

** Gegen Schnupfen unb Influenza. Einer un­serer Mitarbeiter schreibt uns: In dieser wetterwendischen Jahres­zeit hött man jeden Tritten über Schnupfen)cr ^Mluenza Hagen Allen diesen Leidenden kann ich eut einfaches, aber sicher wirkendes Mittel verraten, das .ick) vor vielen, Jahrcii am einem ei tu ngs ausschnitt gelesen habe. Es lautet: .Hast du einen tüch- nen Schnupfen, dann trinke abends vor dem Schlafengehen einen halben Liter recht heißes Zittonewvasfer und wiederhole dies beim Aufftehen andern Tags. Bei Influenza nimm abends, kurz vor dem Schlafengehen, ein rohes Ei, mische dies mit bem_Saft einer halben Zittone und ttinke es in einem Zuge nieder. Dann gleich zu Bett gehen, ohne noch weiter ttwas zu gemeßen. Am folgenden Morgen ttinke nüdjtem das gleiche, genieße aber nach­her mindestens anderthalb Stunden stichts. Hast du dies an zwei aufeinanderfolgenden Tagen wiederholt, bann ist die JLifluenza 0rt** Esel unb Maultiere. Der Ti er schu tzv er e i n zu Wies haben hat dieses Jahr schon vor Ostern begonnen, Esel unb Maultiere einzuführen unb foTort 30 Stuck abgelebt, die allgemein als Reit- unb Zugtiere großen Anklang gefunden haben. Eine Reihe glänzender Zeugnisse über diese Lieferung liegt sckwn vor Dieser Tage ist ein größerer Transport italienischer Esel eingetroffen unb steht aus der Koppel des Vereng zum Verkant. Ungarische Esel werben wieder in der nächsten Woche erwartet. Der Verein bittet Interessenten, ihren Bebart bald zu decken, da später im Sommer voraussichtlich keine Sendungen mehr kommen werden. Auch macht er daraus aufmerksam, daß zugleich mit ben Tieren auch Geschirre und Wagen bezogen werden können.

* Schutz der Fledermaus. Mit Beginn der warmen Tage umkreist am Abend ein seltsames dunkel­farbiges Geschöpf mit leisem Flügelschlag das Haus. Das ist die Fledermaus, die manche Leute gruseln macht. Wo- diirch das scheue Tierchen in den schlimmen Ruf gekommen ist, das mögen die Götter missen, die ja übrigens auch gegen den Aberglauben vergeblich kämpfen. In erster Linie ist es wohl das sonderbare und gerade nicht reizvolle Aeußere des Tieres, das zart beanlagten Menschen ein gewisses Grauen einflößt. Zudem haben Sage und Dichtung dafür gesorgt, es als Nachtgeschöpf, das in verfallenen Türmen haust, mit einer gehörigen Portion Unheimlichkeit zu umgeben. Man ivird nur selten eine Spukgeschichte finden, in der die Fleder­maus nicht eine Rolle Ipielt. Auf dem Lande nagelt man häufig Fledermäuse an die Stalltüren, in dem törichten Aber­glauben, hierdurch die bösen Hexen von dem Vieh fern- zu halten. Die Spinnstubenphantasie aber stempelt die atmen Tierchen direkt zu blutgierigen Vampyren. An Schauer­geschichten, die über die Fledermäuse im Umlauf sind, herrscht jedenfalls kern Mangel; von der Nützlichkeit der viel verfolgten Geschöpfe aber, die im Vertilgen von Insekten besteht, hörl man selten sprechen.

Grünberg, 20. April. Das städtische Wasser­werk soll durch Anlegung eines weiteren Brunnens ver­größert werden.

Lauterbach, 20. April. Die militärischen