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21.4.1910 Zweites Blatt
 
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Entree frei.

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>ersek.giblNachb,lscunternlt: b beauff. die Hausaufgaben., >d)rifti. Anfragen unter OST. den Gictzener Ameiger eck, Fortsetzung t Klumeu- und Pflanzen ^rsteigerung kchk.wi ti Arten Dieostag, 26. d. M dst^off, KonknrsverwaM

Gabelsberger.

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Frieden sein.

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Pmann : i Telephon 6ti nrtise. neuengagiertc Urogramm mujHal. Clown. Richard olrRoIand, Dao u. dr. >md gültig.

träumen täglich bei freiem , IKK

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'cltion Albert Ravpmanii.

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Zweites Blatt

Donnerstag 21. April 1910

Nr. 92

160. Jahrgang

Gießener Anzeiger

Erscheint tSgNth mit Ausnahme des Sonntags.

General-Anzeiger für Oberhessen

DieSiebener LamiNenblätter" werden dem .Anzeiger* viermal wöchentlich beigelegt, das NreirblaN für den Kreis Stehen" zweimal wöchentlich. DieLandwirtfchaftlichea Seit- fragen" erlcheinen monatlich zweimal.

Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts - Buch- und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.

Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul­straße 7. Expedition und Verlag: e^Kbl. Redaktiome^ 112. Tel.-AdruAnzeigerGießen.

Deul|cher Reichslag.

63. Sitzung, Mittwoch, den 20. April,

Am Tische des DundeSratS: Caspar.

Präsident Graf Schwerin-Löwitz eröffnet die Sitzung 12 Uhr 20 Minuten.

Tie erste Lesung her ReichSvcrsichcrungSordnung.

(Dritter Tag.)

erbg. Enders (Bp.)'k

Möge im übrigen daS Schicksal dieser dielumstrsttenen Vor­lage sein, wie eS wolle, auf seden Fall muffen die unzweifelhaften Verbesserungen, die sie enthalt, unter Dach und Fach gebracht wer­den: die Linterbliebcnenversicherung und die Aus- dchnung der Krankenversicherung auf Land- und Haus, arbeit e r. Seit zwei Jahren arbeitet der Reichstag an der Verabschiedung eines Hausarbeitsgesetzes, das für die Hausarbeit unvermeidbare Beschränkungen und Härten bringen wird; um so notwendiger ist die unzweifelhafte Wohltat der Versicherung. Eine allgemeine Reglementierung der Hausarbeit mit ihren so verschie­denen Bedürfnissen ist natürlich unmöglich, aber die Vorlage läßt ja alte bestehende Verhältnisse bestehen, sie tastet vor allem nicht die altbürgerlichen Vcrhältniffe in der Sonneberger Spielwaren. Industrie an. Wir lehnen die L a n d k r a n k e n k a s s e n ab und erst recht den Anschluß der Hausarbeiter an diese. Schon heute machen die Ortskrankenkaffen der Aufnahme von Hausarbei- lern kerne Schwierigkeiten.

- ernokratisch Soz.) das recht i,. läßt sich das nicht halbieren und dock

Abg. Schmidt-Berlin (Soz.)?

Die Reichsversicherungsordnung kommt allen Interessenten weit entgegen, nur Nicht den Interessen der Arbeiter. In jüngster V Ln c'.n Zusammengehen der Schwerindustrie mit den inseitigsten Agrariern. Auch die Nationalliberalen haben da mit­gemacht, vermutlich, weil sie auf den W a h l f o n d s d e § Z e n . tral verband es Deutscher Industrieller spekulie. ren, sonst Ware das in den Seiten des Hcmsabundes unverständlich. ..caierial über die angebliche sozialdemokratische Mißwirtschaft in e?fhert "Ä:, Bei Herrn Mugdan kommt die bessere Einsicht etwas reichlich spät. DaS Apotheker- vor dem die Reichsversicherungsordnung Halt macht, hat keine Berechtigung mehr. Durch Errichtung eigener Apo- 1>enM ®roRfraoten konnten die Krankenkaffen viel sparen. Unfall L dak Handwerk klagt, sind gar nicht so hoch.

m k U m der Fabrik oder tm Handwerk erlitten.

?rL?a."CJfiCrriAn0t cinc Erweiterung des Begriffs des Be- iLlCvöLTIjuLlSe

Wg- Dr. Burckhardt (Wirtsch. Vg.):

Zuziehung der Zahntechniker ist an vielen Orken Äthefe^ Htrth?X^inC ^?närzte existieren. Tie Lage ber «r viele einc fcbr prekäre; die Vorlage würde

ßr Vorlaae be^sf^^dezu ruinös wirken. Die Bestimmungen bringet Ä^ngb,c ^othekerrabatte bedürfen daher Die 28" MÄFÄ ° "

ES folgt die Fortsetzung der ersten Lesung der i Fernsprechgebührenordnung.

Abg. Nacken (Zentr.)r

Trotz aller scharfen Kritik hat die Regierung festgebalken cm der Beseitigung der Pcmschgebühren. Der Staatssekretär hat sich gegen den Vorwurf der Verkehrsfeindlichkeit verwahrt. Ich kann mir aber nicht versagen, zu erklären, daß für Handel und Industrie diese neue Gebührenordnung verkehrsfeindlich wirken muß. Es handelt sich nicht um ein Feilschen wegen einiger Pfennige. Die deutsche Kaufmannschaft hat noch immer bereitwilligft die not. wendigen Opfer gebracht, wenn eS sich um Fortschritte handelt. Hier aber soll mit der Einschränkung der Benutzung dieses moder­nen Kulturmittels em Rückschritt gemacht werben. Die Postver­waltung rechnet ja auch selbst mit einer Einschränkung des Ver. kehrs. Die Gebühren sollten nicht erhöht, fonbern mindestens für das platte Land ermäßigt werden. Die Vorlage wurde, wenn sie Gesetz wird, den Gewerbetreibenden viel Aerger und Verdruß bringen. Gewiß wird mit dem Telephon in den Großstädten viel Unfug getrieben und es mag auch sein, daß manche höheren Tochter unnütze Gespräche führen. Aber sollen Handel und Industrie dafür büßen? Nicht nur die Großbetriebe wehren sich gegen diese Vorlage, sondern auch der Mittelstand. Der Groß­kapitalist kann die Schwierigkeiten auch hier leichter überwinden, der kleine wird zu leiden haben. Gibt eS denn kein anderes Mittel als die Beseitigung des Pauschalsystems? Ware nicht die Beschränkung der Höchstdauer eines Gesprächs auch ^Ortsverkehr etwa auf fünf Minuten durchführbar? Wenn das Gespräch 4 Pfg. kostet, werden redelustige Damen erst recht alles, was sie auf dem Herzen haben, der Freundin mitteilen, um nicht noa) einmal den Fernsprecher benutzen zu brauchen. (Heitere Zustimmung.) Wäre nicht auch die Vorschrift durchführbar, bei )uwt gewissen Gesprächszahl einen zweiten Apparat anzuschaffen. Hiese Vorlage greift i® die Entwicklung des Verkehr» mit rauher

Abg. Linz (Rp.):

.sachlichen Schärfe haben sich die sozialdemokrati. schen Redner hier einer gewissen Mäßigung befleißigt. In der i^rwemOqv>a V^en dagegen wird diese Vorlage mit den fjarfften Worten verhöhnt. Den bisherigen Reden ist die Tat- .fache zu entnehmen, daß die Vorlage in der jetzigen Pat^itoJ he r nf cr5 werden wird. Eine oraani. rn^s-m.i^-^^erielle Verschmelzung der einzelnen Versiche- 0e toUcrbe un? bedenklich erfcheinen, da schon die jetzige Vereinigung auf gemeinsamem Unterbau vielfach nicht gebilligt wird Der überwiegende sozialdemokratische Einfluß auf die Krankenkassen erscheint uns als eine Herabsetzung eine* Einrick- ung des öffentlichen Wohls. (Beifall.) ' Die Mitgliedes ^wmlungen der Ortskrankenkassen sind Unteroffiziers- iiU e*J\Ur(ie1^o?iaIbemoIrötcn geworden° (Sehr § cm ; ,-*1C ^Krankenkassen sind zu einer sozial- demokratu 4 cn D o ma n e geworden. Daß Ihnen (zu den ist, kann ich begreifen, aber logisch und rechtlich begründen. Die Forderung, die Beiträge zu rSn b, bo<$) ble* Renten in der bisherigen Höhe aufrecht brbalten, kann nicht ernst genommen werden. Wichtiger als neuen o rganiiatorischen Bestimmungen wäre uns dle baldige S nnd Waisenversicherung gewesen. Mit

'-^nng der Privatbeamtenversicherung £nb totr, ^erstanden. Die B e t r i e bs ka s s e n müssen auf® redit erhalten werden, da sie billiger arbeiten und leistunaS- lem6mnM,b hl! Alle Stände müssen fid)

ist? uns unterordnen. Dieser Gesichtspunkt

Ir tue uns maßgebend bei Beurteilung des Verhältnisses der fltanfrnlahm 3u Jen M c r 3 t e n. B-i aller UneZnnuna iirei Forderungen muffen wir doch verlangen, daß sie in erster Linie au"bk^n®eKi?ClC^Ct bcr leidenden Menschheit

f - Aufrechterhaltung der Jnnungs-

] c n. wird von den Handwerkern dankbar anerkannt AndererieltS werden die Handwerker durch die neue Vorlage An.belastet, so daß viele Handwerker grollend zur Seite stehen Hoffentlich erkennen auch diese Kreise den großen Wert dieser sbuen sozialpolitischen Gesetzgebung. Wir werden uns bemühe"

<Bch"ll"r°-chI^ tSntoUrr =inc 6tq* zu

undurch

dem Lande

Abg. Beck-Heidelberg (Natl.)k k » .0an$ erklärlich, daß auch auf

das Bedürfnis nach dem Telephon immer Vortritt. .

Ich erkenne dankbar an, daß die drei Vorredner in ruhiger und sachlicher Weise kritisiert und sich ferngehalten haben von den Uebertreibungen, die heute vielfach an der Tagesordnung sind, ^.er Wunsch nach einer Aenderung der Fernsprechgebührenordnung ist vom Reichstag ausgegangen. Das muß immer wieder betont werden. Ursprünglich hatten wir daS reine Pauschalsystem. Dann hnb toir ubergegangen zu einem D o p p e l s y st e m. Neben dem Pauschal,ystem ließen wir das Einzelgesprächsystem zu. Nun ist ßela9t worden, von diesem Einzelgesprächsystem wollte das Publikum nichts wissen, sondern empfinde das ständige Zählen ate eine Belästigung. Dabei hat das Einzelgesprächsystem um das Doppelte zugenommen gegenüber dem Pauschalsystem. Bei der Führung emes gestaffelten Pauschalsystems etwa von 1000 auf 1000 Gespräche mußten die Teilnehmer, die z. B. nur 50 Gespräche wehr als 1000 Gespräche führen, für diese 50 Gespräche denselben Betrag zahlen tote em anderer für 1000 Gespräche. Ist die Post« Verwaltung dazu da, allen Kunden von Geschäftsleuten umsonst das Telephonieren zu gestatten? Unter dem gegen- wartigen Zustand haben gerade die ganz armen Geschäftsleute zu leiden, die nicht einmal das Abonnement für ein Telephon auf« bringen tannen. Sie Äunbeu werden natürlich am liebsten dahin h "a ?? *"frtp«i$n«n zur Verfügung steht. Jedes Ge. si'rach kostet den Staat Geld. Es wird so hingestellt, als ob diese E?>p^Sebuhrenordnung daS rigoroseste wäre, was sich denken M' aDe Teilnehmer, die täglich ihr Telephon bis zu sieben Mal benutzen, wird das Telephonieren auch nicht um einen einzigen r3 enih?^.kUrCI; ®on,exner Belastung des Mittelstandes

daher nicht gewrochen werden. In der Kommission wird sich 36 viele Bedenken gegen die Gebührenordnung hinfällig

und daß die meisten hier geäußerten Wünsche ' fuhr bar sind. 1

Das englische viidungswesen.

Von Professor Luleh, Gießen.

IV. Tas Vottsbildnngswesen in England.

Es bedarf wohl keiner besondereii Begründung mehr, daß das englische Schulwesen weit davon entfernt ist, den Bedürfnissen eines modernen großen Kulturvolkes zu entsprechen, und es ist denn auch leicht begreiflich, daß einsichtsvolle Männer diese Schwache, namentlich auch im Hinblick auf die breitere und tiefere Volks­bildung anderer Länder, insbesondere Deutschlands, erkannt und bedauert und sich demgemäß bemüht haben, das Versäumte nach Kräften nachzuholen. Die Mittelpunkte dieser Vollsbildungs- beroegung sind die beiden alten Universitätsstädte Oxford und Cam­bridge. Dozenten dieser Universitäten wurden und werden unterstützt von Gelehrten, Schulmännern, Geistlichen, darunter auch Bischöfe, von Industriellen, Staatsmännern usw. Ich nenne hier nur den jetzigen Ministerpr äs identen Asquith, den bekannten JosefCham- berlain, Lord Piilner. Man hat unter der Oberleitung von Oxford und Cambridge sogenannteZentren" im Lande gebildet. 1901 standen 128 solcher allein mit Oxford in Verbindung. Einige wenige dieser Bildungsmittelpunkte verdanken ihr Entstehen den Genossenschaften. Die Einrichtung ist eine zwiefache: Vortrags­kurse mit fakultativem Unterricht in den Zentren int Laufe des ganzen Jahres und vierwöchentliche volkstümlich gehaltene Vor­lesungen, die abwechselnd in Oxford und Cambridge stattsinden. Ich nahm 1901 an einem solchen in Oxford teil und hatte Gelegenheit, die Einrichtung genau kennen zu lernen, ihre Ziele, ihre Erfolge und ihre Schwächen, die führenden Männer der Be- toegung zu sehen und zu hören. Unter ihnen war Mr. Asquith. Die Bewegung nahm schon 1850 ihren Anfang. Ausgangspunkt war Oxford. Bis 1885 fristete sie ein bescheidenes Dasein. Es dürfte vielleicht nicht falsch fein, anzunehmen, daß der Beginn unserer Kolonialmacht (1884) mit dazu beigetragen hat, indem unser Eingreifen in die Weltpolitik das englische Volk aufrüttelte. Sagte doch 1901 der Leiter dieser Bestrebungen: Die Bewegung ist teils demokratisch, teils imperialistisch. Tatsache ist, das; ge­rade die Führer des Imperialismus an der Spitze standen oder stehen. Während die vierwöchentlichen Kurse 1901 stetig an­gewachsen waren bis zu einem Besuche von etwa 1100 worunter allerdings mehr als die Hälfte Hörer weiblichen Geschlechts nahmen an den Vorträgen in den Städten und Städtchen 50 000 Personen im Jahre 1900 teil, insgesamt hatten 278 000 Personen solche Kurse mitgemacht. An den verschiedenerlei Prüfungen' es gibt da nicht weniger als fünf Arten von Prüfungen und Diplomen beteiligten sich freilich bis dahin nur 800 bis 1000 jährlich. Die behandelten Stoffe sind entnommen aus Ge­schichte, Kunst, Literatur, neueren und alten Sprachen, Natur Wissenschaft, Wirtschaftslehre, Politik und Geographie. Es wird vielleicht Erstaunen Hervorrufen, zu erfahren, daß die Vorträge über Nationalökonomie und Politik ganz gering an Zahl sind etwa 23 Proz. der Kurse: dabei werden die Stoffe von den lokalen Gruppen bestimmt. Geschichte, Literatur und Natur­wissenschaften, Kunst und Architektur stehen bei weitem obenan Das Ziel dieser Bildungsbestrebungen ist, jedermann Gelegen­heit zu schaffen für eine höhere Bildung des Geistes und Herzens. Sie wallen so viel als möglich die Vorteile der Universitätsbildung auch denen sichern, die eine Universität nicht beziehen können'.

Die Vortrags- und Unterrichtstätigkeit wird noch unterstützt durch Wanderbibliotheken. In dem gleichen Sinne wirftThe National Home-Reading Union", die einc für den Selbstunterricht ganz zweckmäßig eingerichtete Zeitschrift herausgibt. Es ist kein Zweifel, daß leitende Kreise die Bildungsbestrebungen mit ganzem Herzen betreiben und fördern. Asquith nannte sie einenationale' Einrichtung. Es ist auch keine Frage, daß gar manches für bre Hebung der Volksbildung auf diesem Wege geschieht. Aber wie schmal ist dach die Basis, auf der die Sache aufgebaut ist Nur em kleiner Teil des Volkes wird davon berührt. Die breiten Volksmassen bleiben fast völlig unberührt. Tas zeigt auch dir Klage eines Referenten in einer Genossenschaftstagung, daß gerade dre Kreise, die man in den Kursen erreichen wolle, die Arbeiter- Ichaft, |o teilnahrnlos seien.

Und viel mehr als anregend können doch auch Kurse bet sechs, acht, jebn, zwölf Vorlesungen mit anschließender Besprechung des Vorgetragenen nebst schriftlichen Arbeiten 24stündige Vor leiungen sind ,ehr selten - nicht wirken. Ihre Wirkung kann vergleich aushalten mit der unserer allgemeinen und sachlichen Fortbildungsschulen, die obendrein doch zu jedem jungen Mann mehrere Jahre hindurch zugänglich sind ober die, wir beute ui fast ganz Deutschland, obligatorisch sind. Die englischen Kurse srnd auch nicht billig. Tie Kosten für einen sechsstündigen Aurins mit anschließendem Unterricht und Bücherleihe für dir Kursuszeit variieren von 712 Mark bis 315 Mark Unterricht geld, wozu noch durchschnittlich etwa 100 Mark für Reisekosten aer Mehrer und dergleichen kommen, dazu noch die Ausgaben für Saaft Heizung, Beleuchtung. Die angegebenen Beträge be­lieben sich natürlich auf alle Teilnehmer eines Kursus zusammen . Schülerzahl wird der Preis noch erhöht. Man ver- ^7^., damit die viel geringeren Ausgaben für eine Klasse einet Fortbildungsschule den ganzen Winter hindurch.

untere Vorstellung von dem Zutrauen in die selbständige Handlungswem der Engländer und die bei uns verbreitete Mei- nung, man regiere und reglementiere nur bei uns so viel irria ist, möge folgendes zeigen. '

einer Programmschrift für diese Kurse finden sich einige Wunsc^n der Dozenten. Ta ist zu lesen: A. wünscht ejueu Pult von 4 Fuß Hohe, B. einen solchen von 4 Fuß 6 Zoll br 4 2 Z"ll,,der eine will einen feststehenden Pult!

9ruK»Jberfk xme,n verstellbaren, der eine einen flachen Tisch mit Auf,atz utw derlei Kleinigkeiten. Als allgemeine Vorschriften sind 9obn!S!t: s etne Wandtafel gebraucht wird, so muß für Kreide und schwamm gqorgt werden. 2. Besondere Sorge

Hand hemmend em. Lb Die bereunieten 'Mehreinnahmen kommen toerben, ist auch noch sehr zweifelhaft. Für die Gesprächszähler allein müßten 5 Millionen Mark ausgegeben werden. Wir be­antragen Verweisung an die Budgetkonnnissian. (Beifall.).

Abg. Graf Westarp (Krns.)r

Tie Vorlage ist von den großstädtischen Kreisen mit all dem Maß von Leidenschaft und Empörung bekämpft worden, das heute unvermeidbar geworden zu sein scheint. Trotz aller U e b e r treibungen aber halten wir uns für verpftichtet, auf die Interessen von Handel und Industrie die gebührende Rücksicht zu nehmen. Eine gestaffelte Pauschgebühr auf gründ von Stich­proben scheint uns nicht das richtige zu fein. Was.schließlich das beste sein wird, wird sich in der Kommissionsarbeit ergeben I Von einer Bevorzugung des platten Landes in dieser Vorlage kann in keiner Weise die Rede sein. Aber wenn man ctlvas durchsetzen will, dann klagt man fast immer über agrarische Begehrlichkeit. Die Großstädter vergessen immer nur zu leicht, baß auf dem Lande auch noch Leute wohnen und zwar nicht nur Landwirte, sondern auch Geschäftsleute. Die Ausdehnung der kleinen Netze bis zu 25 Km. würde den Wert des Tele­phons für das flache Land außerordentlich steigern und den Ver­kehr heben. In diesem Sinne werden wir in der Kommission tätig sein, um die Vorlage zu verbessern, (Beifall rechts.),

Abg. Kaempf (Fortschr. Vp.) t

Die Tatsache, daß die Vorlage trotz der scharfen Kritik, die sie ln der Oesfentlichkeit gefunden, wieder unverändert ein­gebracht worden ist, hat große Verstimmung hervorgerufen. Die Kaufmannschaft erblickt in der Vorlage nicht eine Verteue­rung, , sondern eine Reglementierung und Bureau- r-TraJ 1J \e r u n 9 be§ Verkehrs und wendet sich hauptsäch- nch deshalb gegen sie, weil Unannehmlichkeiten und Widerwärtig, kecken aus der ständigen Zählung der Gespräckie erwachsen müssen. s-Lehr richtigI links.) Wir erkennen die Fortschritte, die die Neichspostverlvaltung herbeiführt, mit größtem Vergnügen an, so dre Einführung des ermäßigten Portos nach Amerika, 'die Orga-

& 0Ic Scheckwesens. Aber ebenso müssen wir uns gegen Maßnahmen, wie die vorliegende, wenden, die gegen den Verkehr ttnrlcn muß. Bemerkenswerterweise nimmt die Reichspostverwal- tung jetzt genau den entgegengesetzten Standpunkt ein von dem, *^n 1*c 1899 in der Begründung zum damaligen Entwurf vertei- digt hat. Es ist kaum möglich, das Pauschalsystem besser zu ver­teidigen, als in jener Begründung. Was die ReichSpostverwaltung damals eine ö erj a g u n g des Anschlusses genannt hat, wird heute vorgeichlagen. Ter Staatssekretär wehrt sich dagegen,

e r k e h r s f e i n d l i ch e Maßnahme zu fordern; die einmütige Kritik von Industrie und Handel wird ihm gezeigt haben, daß diese es dafür halten. Ob ein Gespräch unnütz ist oder nicht, kann der Staatssekretär und seine Beamten nicht beur- teilen. Was dem Verkehr nützt oder nicht, weiß der Verkehr sel- bcr am besteri; er wehrt sich dagegen, daß irgend eine Behörde ihm m richristen macht. Nach einer früheren Sonderstatistik de?

?lrb,ber Fernsprecher am allermeisten gerade von den ^eyorden benutzt; führen die etwa unnütze Gespräche? (Heiter- tert.) Genau so könnte man sagen: es wird unnütz telegraphiert, um Geburtstag unnütze Briefe geschrieben zu Neujahr, zuviel fl%nvfoa-5incn^.lIU9Cn Durchschnitt nehmen, ft der Post 6ie_notigen Einnahmen schafft, und den die Jnter- enten tragen können. Das Telephonieren ist bei uns teurer als erw-"-'S, es darf nicht noch mehr u treiben. Auch - '

wollen eine Verbilligung für das platte Land, aber das darf nicht durchgefuhrt werden auf Kosten der Städte. (Beifall links.)

Staatssekretär Äraetlc:

STbg. Dr. Sübekum (Soz.)? kebrs^und^^^^^ Erschwerung und Verteuerung des Ver- rey^ uno vor allem keine neuen agrarischen 9? o r » n<^ unf Singe, würden wir die Vorlage gar ACratCn' fonbern Üe hier ohne weiteres der Po,tverwaltung zuruckgeben. Die Postverwaltung steht nickt mehr auf der Hohe, Die Vorlage ist für uvs total unbrauÄ^

__..f ---- . luuirei mehr her- Q^rrK.2 blC Erleichterung zugunsten des platten

mtP eK? niSt Maßnahmen werden, sie dürfen

abte folgen. Schon der verstorbene Graf rr r l° LaJ>Cr Vorigen Jahre im Namen unserer Partei hierzu fprach, erklärte, es dürfe keineLiebesgabe für das bet (Stabte werden; ihm komme es lediglich bie Benutzung des Telephons zu erleichtern ohne Schaden der anderen Teilnehmer. Man soll nicht engherzig henrrmU§S<mCPTAn1> 0e0enüBerfteIIen, sondern auch be-

^'^'chaftlichen Güter und wirtschaft- lichen Werte unmittelbar au5 solcher Einrichtuna Zu S-chen sind. Wichtige und bedeutungsvolle Kreff?

gewerblichen Unternehmungen haben auf die scha!- rmne«un Elnrichtung bingewiesen. Tas gibt doch zu denk.m Die Postverwaltung beruft sich auf die von ihr ein- Müi toi? birarfä* ^lCle ^ouferenz ist aber ein Musterbeispiel berufene Konferenzen nicht geeignet 0^-Sttmniun0 im Volke wiederzugeben. Siel zweckniaßiger Ware eS, wenn man für solche Fragen den von uns vorgeichlagenen Postbeirat hätte. In BuÄkom- Säte"«6 Lm feiten wollen, werden wir

vergleiche mit^dem Auslande zu ziehen haben. Wir werden da- fall l6d86enmsiaHnjlr auä> [)'er d-r Exitz- st-h-n. (Sei.

Abg. Linz (Rp.)

spricht im Namen einer Minderheit seiner Fraktion gegen bie Vorlage. Ter Widerstand auS den Kreisen deö Handels, der Industrie und deS gewerblichen Mittelstandes ist berechtigt. Ich wundere mich, daß dieser Widerstand auf den Staatssekretär nicht mehr Eindruck gemacht hat. DaS gegenwärtige System hat freilich manche Mißstände, weil vor allen Dingen die großen Geschäftsbetriebe, die Warenhäuser usw. zu _ Unrecht auf Kosten der kleinen Teil­nehmer begünstigt werden, so daß eine Aenderung des Tarifwesens wnnschenslvert ist. Die rohe Zahl der Telephongespräche kann nicht maßgebend fein, da gerade der Mittelstand, z. B. die Agenten, auch genötigt sind, infolge der Art ihres Berufs sehr viel daS Telephon zu benutzen. Eine Bevorzugung des platten Landes zum Schaden der Industrie können wir nicht billigen. Eine Verständigung muß in der Kommission versucht werden.

Abg. Herzog (Wirtsch. Vg.) t

_ Der Entwurf ist von der Kritik hart mitgenommen worden. Trotzdem ist der Grundgedanke gesund. Hoffentlich kommen wir in der Kommission zu einer Verständigung.

Ein Schluhan trag wird angenommen.

Die Vorlage geht an die Budgetkommission.

^onn£r^0 .1 Uhr: Reichsschuldbuch, RechnuugSsachen, Has. tung des Reichs für feine Beamten.

Schluß gegen 7 Uhr.