«lehungen, die zwtscken her deutschen und argentinischen Armee bestanden und gab der Hoffnung Ausdruck, me sie immer so herzlicher Weise fortbcftebeu möchten.
Der Präsident her Republik begab sich heute mir ’xax Ministern, der- Infwrtin Isabella und den Botschaftern an Bord bet? „Presidente 3amie.ro,/, dem andere Damvfer mit dem diplomatischen Korps, Mitgliedern be<- Parlamentes und ringe ladcne Offiziere folgten. Der Präsident nahm die Parade über die ausländischen Geschwader ad, die aus den hott Deutschland, Oesterreich Ungarn, Chile, Spanien, den Vereinigten Staaten, Frankreich, Holland, Italien, Portugal und llrugnal) entsandten rtreuAcrn bestanden. Tie amerikanischen und japanischen Panzerschisse waren ihres zu großen Tiefganges im Hafen von Bahia Blanko geblieben. Das an der Parade beteiligte argentinische Geschwader bestand aus 30 Schiffen. Das Wetter war prächtig.
Deutsches Nerch.
Am 21. Mai wurden im Auswärtigen Amt die Rati- fifattonen zum d c u t s ch - v o r t u g i e s i s ch e n Handelsvertrag vom 30. November 1908 ausgewechselt. Der Vertrag tritt mit dem 5. Juni 1910 in Kraft.
Bei der Bielefelder Maschinenfabrik v o r m. Dürkopp u. Co. haben die Arbeiter der Ringschiffchen- rbteilung und Nickelei wegen verschiedener nichtbewilligter Forderungen die Arbeit niedergelegt. Daraufhin hat. der Verein der Bielefelder Fabrikanten und der Arbeitgeberverband der Met allindustriellen einstimmig beschlossen, falls die Arbeit inzwischen nicht wieder ausgenommen wird, im 24. Mai. die ganze Maschinenabteilung und am 31. Mai den gesamten Betrieb der Firma Dürkopp u. Co. einschließlich der Eisengießerei, ferner am 7. Juni sämtliche Nähmaschinen und Fahrradfabriken Bielefelds und am 14. Juni sämtliche dem Arbeitgeberverbande sowie dem Verein der Bielefelder Fabrikanten angehörigen Betriebe still - ;u leg e n.
Aus Braunschweig wird gemeldet: Beim herzog- lichen Staatsministerium ging ein Telegramm des Herzo gsregenten ein, das seine Ankunft in Singa Pore nach glücklicher lieberfahrt meldet. Der Herzog beabsichtigt nach früheren Mitteilungen, Singapore am 27. Mai mit dem Lloyddampfcr „York' zttr Fahrt nach Tsingtau zu verlassen.
Ter Kaiserliche Statthalter in Elsaß-Loth- ringen Graf von Wedel ist in Berlin eingetroffen. Er hatte eine längere Besprechung mit dem Reichskanzler und nahm abends an einem von diesem veranstaltetet» Diner teil.
In der Klage Hellfeld gegen das Bankhaus Mendelssohn. u. Co. mürbe am 21. d. M. vom Landgericht Berlin ein Beschluß dahin verkündigt, daß die Klage wegen des Ruhens des Verfahrens unwirksam sei; in der Begründung wird gesagt, daß erst dann ein Urteil ergehen könne, wenn her' Kvmpetenzkonflikt entschieden sei.
Zu der Versammlung des I n t er n a tio n a 1 en Verst a n d e s der I u n g f r a u e n b e r e i n e, die am Sonntag int Zirkus Busch in Berlin tagte, waren aus der ganzen Umgegend die Iungfrauenvereine herbeigeströmt. Der Bläserchor her Berliner Missionsgesellschaft und der 1200- stimmige Chor der Iungfrauenvereine unter Leitung des Musikdirektors Pfannschmidt leiteten die Feier im Zirkus Busch ein. Sodann sprachen Frau Ilfer-Barmen, Miß Kawai aus Japan, Miß Dodge aus Amerika und Prof. Tr. Maling. Im Dome sprach u. a. Lamuel Keller.
Ausland.
Wie aus Paris mitgeteitt wirb, haben zahlreiche ehemalige Abgeordnete, die bei ben letzten Wahlen unterlegen sind, sich an die französische Regierung mit dem Ansuchen gewandt, ihnen Stellungen im Staatsdienste zu übertragen. Wie verlautet, ist die Regierung entschlossen, diese Ansuchen durchweg unberücksichtigt zu lassen. Vs ist ja auch ein eigenartiges Verlangen.
Der russische K r i e g s m i n i st e r brachte in der Reichs- ianna eine Geheim Vorlage betreffend die Reichswehr ein.
Tie türkische Presse äußert sich über die Erklärungen des Chefs der provisorischen Regierung Benizelos in der Nationalversammlung, sowie über die Ausschließung der Mohammedaner von der Nationalversammlung sehr erregt. „Tanin" betont, inmwehr sei der Moment gekommen, wo die Ottomanen sich selbst ihr Recht verschaffen müßten. Die türkische Flotte müßte sofort in der Sudabai anlaufen und den Kretern ein U l t i m a t u m stelle n. Der nach Smyrna geflohene Mufti von Kandii bat den Sultan telegraphisch, die Souveränitätsrechte der Türkei zu mähren. Der Mufti richtete ferner namens der mohammedanischen Union Kretas an die Albanesen einen Appell, in dem diese aufgesordert werden, ihren kretischen Glaubensbrüdern zu Hilfe zu eilen. Einett ähnlichen Appell richte der Mufti an alle türkischen Wilajets. Auf der Insel Rhodos fängt man an, die türkischen Waren zu bonfottieren.
Wie eine Zeitung in Konstantinopel meldet, erließ die türkische Regierung ein Pferbeausfuhrverbot.
Nach einer Meldung aus Urmia wurden dort orthodoxe Syrier vonPersernüberfallen, mißhandelt und einige von ihnen in Haft genommen, jedoch später durch die Wache des russischen Vizekonsulats wieder befreit. — Nach Urmia gelangte telegraphisch ein Aufrns des Lbermuschleiden in Ned-schei, in deut die Muselmanen zur Beseitigung der dem Scheriot wiber- sprechenben Konstitution ausgefordert merben.
Nach einem Telegramm aus Blnefields (Nicaragua) umzingelte brr Führer der Aufständischen, General Mena, die Regie rungs truppen in her Nähe von Rama und schnitt ihnen vollständig die Zufuhr von Munition und Lebensmitteln ab. Mena erwartet, daß sich die Gegner unverzüglich ergeben. <
Aus K a v st a d t _nnrb gemeldet: Louis Botha, bisher Premierminister der Transvaaltolonie, nahm den Auftrag an, das er st e M inisterium der s ü da s r i l a n i s ch e n Union zu bilden.
Derbanöstag der hessischen vetaillisten.
rm. Friedberg, 22. Mai.
Der Verband der T e t a il l i st. en v e r e i n e im Groß- Herzogtum Hesse n hielt heute hier seinen 2. Verbands- t a g, unter dem Vorsitz von W. Kalbfuß-Darmstadt ab. Der Besuch war aus allen Teilen des Großherzogtums ein guter. Nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden hielten Ansprachen Kreisrat Schliephake, Beigeordneter Justizrat W i n d e ck e r, Landtagsabgeordneter Damm als Vertreter des Detaillistenvereins Friedberg, ferner Ang. Noll- Gießen für die dortige Handelskammer, der Vorsitzende der Handelskammer E t s m e y e r -- Mainz, Fröhlich- Darmstadt, M o g k - Offenbach, Kolb- Darmstadt, Notar Stahl- Bad-Nousteim und F c r t s ch - Friedberg. Ten Jahresbericht erstattete Perbandssekretär K e ß l e r - Darmstadt. Es geht daraus hervor, daß die Tätigkeit und Erfolge des Verbandes ersprießlich ioarcit. Der Kassebericht ergibt in Einnahme 549,(57 Mark, di Ausgabe 530,40 Mark. Dem Rechner wird Entlastung erteilt. Der bisherige Vorsitzende A. I. Supp- Darmstadt in aus geschäftlichen Gründen zurückgetreten und Tür ihn wurde Herr Wilh. Kalbfuß im Lause des Geschäftsjahres zum Vor- sitze.ndett gctoähü. Herr Suvv übernimmt den stellvertretenden Vorsitz. Hierauf hält Herr H. Karle, Vorstand der städt. Handelsschule zu Freiburg i. Vr einen Vortrag über die kaufmännischen Fortbildungsschulen uuo Handelsvorschulen, in welchem er die Umgestaltung der Berufs- und Fachbildungsschülen nach Freiburger
Muster empfiehlt. Im Anichluß daran entsteht eine längere Besprechung, an welcher sich Kommerzienrat Fröhlich-Darmstadt, Eis- meyer-Mainz, Nassauer- Gießen, .Hauptlehrer Knau s; - Gießen, Tr. Humann und Lehrer Speckhardt-Darmstadt usw. beteiligen. Hierauf wird beschlossen:
Der Verband der Detaillistenvereine im Gr. Hessen ist der Ueberzeugung, daß es zweckmäßig ist, neben dem derzeitigen System an den Kauftn. Fortbildungsschulen an die Schaffung von K a u f m. I a h r e s s ch u l e. n heranzutreteii. Er hat mit großem Interesse dem Vortrag Karle entnommen, daß sich in Freiburg das System der Kaufm. Iahresschule, wie auch in verschiedenen anderen Stabten, z. B. Bielefeld, sehr gut bewährt hat. Der Vorstand des Verbandes wird beauftragt, die Großh. Regierung, die städt. Schulbehörden und die Handelskammern zu ersuchen, auch ihrerseits der Errichtung von Iahresvorschulen nach Freiburger Muster besondere Aufmerksamkeit zu schenken.
Es folgt ein Vortrag des Rechtsanwalts Dr. E. E. Hoffmann- Darmstadt über die Erfahrungen mit bem neuen Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, in dem an Hand von Beispielen dargetan wurde, daß die neue Gesetzesnovelle mit gutem Erfolge die Auswüchse im Geschäftsleben bekämpft, und daß der Verband an der Hand des Gesetzes in zahlreichen Fällen eine sehr wirkungsvolle Tätigkeit im Interesse der Kaufmannschaft ausgeübt hat. Dann wird ein Antrag Offenbach beraten, in bem die Vermehrung der dem Tetailhandel angehörenden Mitglieder der Handelskammern und Ernennung von Handelsrichtern aus dem Detaillistenstand angestrebt wird. Nach Begründung des Antrags durch Hauser-Offenbach wird folgende Entschließung angenommen:
„Der Verband nimmt mit Bedauern davon Kenntnis, daß in der Handelskammer Offenbach im Gegensatz zu den andern Bedeutung und Anzahl entsprechenden Masse vertreten sind. Der hessischen Handelskammern die Detaillisten nicht in der ihrer geschäftsführende Vorstand wird beauftragt, die Offenbacher Kollegen mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu unterstützen, um ihnen zu einem ebenso dringend notwendigen, als auch gerechten Einfluß bei der Handelskammer zu verhelfen. Ter Verband wird beauftragt, bei allen hessischen Handelskammern dahin zu wirken, daß bei Neubesetzung der Handelsrichterftellen auch den Detaillisten eine entsprechende Vertretung gesichert wird."
Mit Bedauern wurde hierauf von der Gründung eines Beamtenkonsumvereins in Friedberg Kenntnis genommen und der Verbandsvorstand wurde nach einer Begründung durch Hilbrecht-Friedberg beauftragt, entsprechende Schritte einzuleiten. Hieraus wurde als Vorort wieder Darmstadt gewählt und der seitherige Vorstand wieder ernannt. An die Verhandlungen schloß sich ein, Festessen und Ausflüge nach Bad-Nauheim, nach der Saalburg usw. an.
Unlauterkeit bei Zeitungsinseraten.
Vor einiger Zeit hat der Vorstand des Vereins Deutscher Zeitungsverleger ein Rundschreiben an alle Mitglieder des Vereins verschickt, in dem er gegen die Veröffentlichung von unreellen und unsittlichen Anzeigen in der Presse entschieden Stellung nimmt. Der Verein empfiehlt seinen Mitgliedern — und diese Bitte sei hiermit auch an die Blätter gerichtet, die dem Verein noch nicht angehören — sämtliche Anzeigen, die als unreell oder unsittlich ohne weiteres erkennbar sind, von der Veröffentlichung auszuschließen. Es kann zwar nicht als die Aufgabe der Zeitungsverleger angesehen werden, dem Publi- Liim die Prüfung ganz abzunehmen, ob ein zweifelhaftes Angebot vor liegt ober nicht. Tas Publikum muß in dieser Beziehung selbst eine Kritik üben.
Unseren Lesern wird es bekannt fein, mit welcher Sorgfalt wir stets solche Anzeigen aus unserer Zeitung ausschalten, die in irgend einer^Weise von Nachteil sein können.
In der Begutachtung solcher zweifelhaften Anzeigen bekommt man mit der Zeit ja eine ziemliche Sicherheit, so daß man verhältnismäßig sehr selten fehl geht. Immerhin kann die AufnMme einer nichr gewollten Anzeige Vorkommen, besonders bei starkem Andrang der Anzeigen.
Häufiger tommt es schon vor, daß der Auftraggeber die Zurückweisung seiner Anzeige nicht begreifen kann, darüber entrüstet ist oder tut.
Und das ist hauptsächlich die Veranlassung, wesl-alb wir diese Dinge einmal vor unsern Lesern öffentlich behandeln wollen.
Die Ansichten über solide und unsolide Geschäftsgebaren gehen eben oft sehr weit auseinander. Wir möchten dies an einem Beispiel vorführen lediglich durch Wiedergabe der Schriftstücke.
Durch einen Anzeigenvermittler wird nachfolgende Anzeige zur sechsmaligen Veröffentlichung aufgegeben:
3d) leihe solid. Beamt, usw. g e g. Sicherheit Barbeträge bis zu Mk. 100.—. zu 6°/n ohne Vorfpesen u. Unkost. Off. unt. ... an b. Expeb. d. Bl.
Unsere Antwort darauf lautete:
Gießen, den 20. April 1910.
Wir bestätigen den Eingang Ihrer Anzeige Nr. 1325 „Ich leihe" und setzen Sie davon in Kenntnis, daß wir sie nicht aufnehmen können. Wir lehnen die Veröffentlichung derartiger Anpreisungen grundsätzlich ab.
Diese ablehnende Karte wurde an den Auftraggeber weiter befördert, worauf wir von diesem folgenden Brief erhielten:
Mainz, den 21. April 1910. Titl. Expedition des Gießener Anzeiger!
Von der Annoncenexpedition......erhalten wir die
beiliegende Karte, mittels der Sic unseren Jnserationsauftrag ablehnen. Sie gehen dabei jedenfalls von der irrigen Ansicht aus, daß es sich dabei um eins der bekannten unreellen Angebote handeln könnte, die abzulehnen die leider trotzdem nicht häufig geübte Pflicht einer serieusen Zeitung sein sollte. In unserem Falle handelt es sich um ein absolut reelles Angebot, zur gesl. Kenntnisnahme fügen wir Ihnen das gesamte in Frage kommende Material bei. Unser Detailgcschäft besteht fett mehr als dreißig Jahren, unser Bersandgeschäst seit mehr als zehn Jahren, und wenn wir einen Stolz haben, so ist es der, stets reell gehandelt zu haben. Wir hoffen daher gerne, daß Sie nach Kenntnisnahme unseres Materials nichts gegen die Ausnahme unserer Inserate einzuwenden haben und zeichnen in dieser Erwartung und um Ihren gefL direkten Bescheid bittend
den wir wie folgt beantworteten:
Gießen, den 21. April 1910.
Wir haben Ihr Schreiben und die damit übersandten übrigen Schriftstücke aufmerksam gelesen, sind dabei jedoch nicht davon überzeugt worden, Ihre Anzeige „Ich leihe" zur Veröffentlichung bringen zu dürfen. Es ist doch ohne weiteres klar, daß ein Beamter, der in seiner Verlegenheit 100 Mark oder weniger zu leihen sucht, schwer geschädigt wird, wenn ihm außer diesem hochverzinslichen Kapital auch noch die hohen Kosten für ein Konversations-Lexikon aufgebürbet werden. Es muß also bei der Ablehnung Ihrer Anzeige sein Bewenden haben.
Die Anlagen bestehen aus dem hier wiedergegebenen Schreiben:
Sehr geehrter Herr! Ihnen den Eingang Ihrer gesl. Zuschrift bestätigend, bin ich cventl. nicht abgeneigt, Ihnen das gewünschte Tarlehen zu gewähren. Ich setze dabci voraus, daß Sie absolut reell, frebit- und zahlungssähig sind. In diesen^ Fall steht . Ihnen das Darlehen gegen Wechselakzept und Sicherheitsleistung 'eticntL Mvbelverpsändung) zur Verfügung. Mir selbst berechnet mein Bankhaus einen Zinsfuß von 6°,o. Es entstehen mir an weiteren Unkosten 2% für
Wechseldiskont und nicht unbeträchtliche Inseration?-^ Auskunsts-, Porto und Bureauunkosten, alles Barauslagen, die ich Ihnen nicht berechne. Da mir billigerweise ein Anrecht ans Ersatz dieser Unkosten und auf einen wenn auch bescheidenen Verdienst zustcht, so mache ich die Darlehensgewährung von der Bestellung eines Brockhaus Konservations-Lerikon abhängig, wofür ich Generalvertretung habe. Um Ihnen entgcgenzukoinmen, gewähre ich Ihnen bet Kauf Ratenzahlung von nur 5 Mark monatlich. Bei Ihrer sozialen Stellung, die einen gebildeten Herrn zur Voraussetzung hat, erübrigt es sich, daraus binzuweisen, daß das Brockhaus Lexikon ein allgemein anerkanntes, universelles interessantes und nie veraltendes Bildnngsmittel von emi nenter Bedeutung ist, dessen Anschaffung von einem geistig regsamen Menschen nicht als eine. Luxusausgabe angesehen werden kann. Nur, wenn Sic dieser Ansicht selbst sind, wollen Sie von meinem Anerbieten Gebrauch machen, denn ebensowenig wie eine kreditunfähige Person Aussicht auf Lieferung und Darlehen hat, möchte ich Sie zur Annahme meines Vorschlages überreden, denn bei meinem minimalen Verdienst, dem große Arbeitslast und die Zersplitterung meines Kapitals gegen übersteht, ist mir eine Ablehnung meines Vorschlags abiolut gleichgültig. Bestellschein zur eventl. Unterschrift füge ich Ihnen bei. Nach Eingang des unterschriebenen Bestellscheins hole ich, ohne Ihnen diese zu berechnen, Auskunft über Sie ein, wobei ich ausdrücklich bemerke, daß bei Vorgesetzten und Behörden nicht angefragt wird Nach Feststellung der Kreditfähigkeit erfolgt Zusendung des Werkes und nach Annahme sofort Uebersendung des Darlehens, nachdem Sic mir mittler* weile Wechselatzept und Sicherheitsleistung haben zukommen lassen. Inder Regel bauert b i e Auszahlung 6 b i s 14 Tage. Ich bestätige unb gewährleiste Ihnen hier, daß, falls das Werk geliefert und angenommen wird, auch die Auszahlung des Darlehens prompt und sofort erfolgt. Es erübrigen sich daher Vorbehalte und Bemerkungen aus der Bestellkarte, die ausdrücklich verboten sind und die Bestell karte ungültig machen. Die auf der Bestell karte erwähnten Nebenverabredungen beziehen sich lediglich auf Lieferung und Zahlungsvereinbarnng des Werkes. Falls Ihnen mein Vorschlag konvcniert, ersuche ich Sie um Retournierung des unterzeichneten Bestellscheins und ausgesüllten Fragebogens.
aus einem Fragebogen, dem die persönlichen Verhältnisse und die Sicherstellungsangaben anznvertrcmen sind, und aus einem Bestellschein ür Brockhaus Koiweiffations-Lexikon, 14. Auflage bei der Buchhandlung Gutberlet & Co., Leipzig-R.
Also, lieber Leser, du bekommst bei genügender Sicherstellung 100 Mark gegen 6 Prozent jährlich geborgt, außer dem wirst du glücklicher Besitzer von Brockhaus, 14. Aus< läge für 17x12=204 Mark. Das ist doch gewiß ein solides Geschäft? Wer lacht da?
Aus Stadt rrnd Land.
Gießen, 23. Mai 1910.
— Der Großherzog ist, wie uns aus Lich drahtlich gemeldet wird, heute vormittag von Darmstadt zu mehrtägigem Aufenthalt dort emgetroffen.
•* Ordensangelegenheit. Der Großherzog hm dem Chefredakteur der „Illustrierten Zeitung" zu Leipzig Otto Sonne die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem Herzog Start Eduard von Sachsen-Coburg und Gotha verliehenen Ritterkreuzes 2. Klaffe des Sachsen- Erncstimschen Hausordens erteilt.
" Lehrerpersonalien. Der Großherzog hat dem Lehrer Karl Keiser zu Michelau aus Anlaß seiner Pensionierung das Silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps deS Großmütigen mit der Krone verliehen. — Bestätigt wurde der von deni Fürsten zu Löwcnberg-Wertheim- Rosenberg und dem Fürsten und Grafen zu Erbach-Schönberg auf die Lehrerstelle an der Geiueindeschulc zu Nieder-Kiuzig präsentierte Schulamtsaspirant Gg. Hopp aus Büches.
’* AuS dem Militär-Wochenblatt. Befördert zu Oberleutnants: die Lts. der Res.: Gell Horn (Geldern) des Großh. Art.-Korps, 1. Hess. Feld-Art.-Regts. Nr. 25, Graf v. Harde nberg (Göttingen) des Garde-Drag.-Regts. (1. Hess.) Nr. 23, Pfeiffer (IDarmstadt) des Großh. Art.- Korps, 1. Hess. Feld-Art.-Regts. Nr. 25. Befördert zu Lts. der Res.: die Vizefeldivebel Ranft (I Darmstadt) des 2. Nass. Inf.-Regts. Nr. 88, Rühl (IDarmstadt) des Leibgarde-Inf.^ Regts. (1. Hess) Nr. 115, BonariuS (Mainz), Vizeseldm.. zum Lt. der Landw.-Jns. 1. Aufgebots. Der Abschied bewilligt: Neuen dorff (II Berlin), Lt. der Res. deS Jns.- Leib-RegtS. Großherzogin (3. Hess.) Rr. 117, Strack (Wismar), Lt. der Reserve deS Großh. Art.-Korps, 1. He ff. Feld- Art.-Regts. Nr. 25, Behle (Mainz), Lt. der Landw.-Jnf. 1. Aufgebots, Schröder (Mainz), Lt. der Landw.-Kavallerie 2. Aufgebots, Bembe (Mainz), Lt. der Landw.-Feld-Art. 2. Ausg., Pagen st echer (Mainz), Oberlt. der Landw.-Fuß- Art. 2. Aufgebots. Befördert zu Stabsärzten: die Oberärzte der Res.: Dr. Tillmann (Krefeld), Dr. Meyer (I Darmstadt), Dr. Peters (II Darmstadt), Dr. König (Detmold). Befördert zum Assistenzarzt der Unterarzt der Reserve Dr. Thoemmes (Gießen).
** Zur B a u arb e it e r au s s p er r u n g wird unv geschrieben: Am Tage vor Pfingsten lvurden von den acht Gießener Baufirmen und den tueitcren sieben Geschäften: her nächsten Umgebung zirka 180 Maurer und Bauhilfsarbeiter entlassen, von diesen sind aber am vierten Pfingstfeiertage über hitndert wieder in Arbeit genommen worden, so daß höchstens 80 tatsächlich feiern bezw. in ihren Heimatdörfern Arbeit gefunden haben. Die ganze Aäbeiteraussperrung war hier bisher ein Schlag ins. Wasser. Dies scheinen die Arbeitgeber auch selbst zu fühlen, die am Freitag aus den Städten Wetzlar, Marburg uitb Gießen im Restaurant Metropol versammelt waren. Man hatte zu dieser Versammlung auch die Baumaterialien^ Händler, die Kalk- und Ziegelwerkbesitzer usw. eingelcrd^n. Man will die Aussperrung nachdrücklicher betreiben. Zu diesem Zwecke hat man durch den Mitteldeutschen Arbeitgeberverband, ^Zentrale Frankfurt, der Tätigkeit der Firma Birtenstock u. Schneider am Schlachihofsbau und an mehre- rcren Privaten Bauten Einhalt geboten. Die ausgesperrten Arbeiter haben es schon in der vergangenen Woche fertig gebracht, die Bauten von H. W. Rinn unb Ab ermann u. Kling matt zu setzen, indem die noch von den Firmen beschäftigt gewesenen Arbeiter jetzt aufgehört haben. Die Arbeitgeberversammlung beschloß, die Materialsperre auch auf das Land auszudehneu, obgleich man sich darüber klar war, daß dies schwer durchznführen sei. Jedenfalls ist soviel sicher, daß die Kampfstellung der Arbeitgeber wenig geschlossen ist. Ter Außenstel>ende Eaun jedenfalls nicht recht einsehen, weshalb dieser Kamps eigentlich ausgebrochen ist.
** Der Vogelsberger Höhenklub hielt am Samstag hier im Hotel Viktoria ein? Sitzung des Gesamlvorstanbes ab, ;,u der außer den Mitgliedern des geschaftsführenben Vorstandes bic Vertreter der Zweigvereinc Frankfurt, Gießen, Hoherobskovf, Lauterbach, Nidba, Schotten unb Taufstein ^Gießen) erschiene»


