Die heutige Nummer umsatzt 10 Seiten.
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Zweifel. M i t e n t s ck e i d e n d für den Beschluß der Zentrums- tiartei, dem nationalliberalen Kandidaten keine foecredfolgc zu leisten, war auch der Vorgang bei der letzten Mombacher Landtagswahl, wo die Nationalliberalen dem Zentrum eine Niederlage bereitet haben: es liegt auf der Hand, daß dieser Vorgang jüngsten Datums noch nicht vergessen ist.
Zuerst also heißt es, wenn eine rein natiDnanwerate Kandidatur ausgestellt worden wäre, hätte man sie untere stützt, und dann gesteht man doch wieder, daß man für Mornbach-Jngelheim Vergeltung üben wollte! Einleuchtend und klarer wäre es jedenfalls, wenn die Herren ruhig! gestehen würden, die allgemeine -parteipolitische Lage im Reiche habe die Entscheidung bewirkt._____________________
Massen noch einträgliches Prophetenhandwerk treiben, in London Huf und verkündete, der Nachfolger der Königin, der bisherige Prinz von Wales (der jetzt verstorbene König), loerbe nur zwei Jahre regieren, und nad) seinem Ableben werde England Republik werden. Wie alle derartigen Vorherverknndigungen fand auch die genannte viele (Äräubige und erregte recht großes Aufsehen, bc- jonders auch wieder, als im Jahre 1902, nach etwa anderthalb jähriger Regierung, der König lebensgefährlich erkrankte und operiert werden mußte. Tatsächlich Hal die Regierung Eduards VfL nicht 2 Jahre gedauert, sondern 9 Jahre 3 Monate und 14 Tage, und auch von einer republikanischen Verfassung in England ist jetzt, wo König Eduard zweifellos die Stellung des Königtums iveientlich gekräftigt hat, trotz aller inneren Oberhauskrisen, weniger denn je zuvor die Rede. Dennoch ist es, so bemerken die „L. 91. N.", vielleicht nicht unangebracht, auf das Fehlschlagen der Prophezeiung von 1901, von der seil langem natürlich kein Mensch mehr spricht, ausdrücklich hinzuweijen, damit sich mcht wieder die alte Erfahrung bestätige, daß selbst die sensalionellslen Prophezeiungen, wenn sie fehlgeschlagen sind, einfach totgeschwiegen und vergessen werden.
Nürnberg tagenden Sitzung des Verivaltungsausjchusses des Ger- mamichen Mnlenms, der Tschudi als Mitglied beiwohnte, ist es gelungen, em Uebereinkommen dahm zu erzielen, daß dem Germanischen Museum die Meisterwerke der altdeutschen Schule, wie öolbein, Altdorzer, Burgmair, Schassner, Scheuffelein ufiu. erhalten bleiben, ivährend die Werke der altfranzösischen und der alt- niederländischen Schule an die Dllinchener Pinakothek zuruckfallen. Dagegen werden mehrere alte deutsche Meislertverke, darunter solche von Dürer, Holbein, Pleydenwurf, dem Germanischen Museum zur Ergänzung aus der alten Pinakothek überwiesen werden. Alan glaubt dadurch eine Förderung der Jnteresien des Germanischen 'Museums erzielt zu haben.
— Die herein gefallene Wahrsagerin. Das Ab»
sprochen wurde und ziemlich beträchtliches Aufsehen und unruhigung erregte. AIS nämlich die Königin Viktoria 22. Januar 1901 gestorben war, trat eine jener „Sibyllen", sie in allen größeren Städten ihr durch den Aberglauben
— Direktor Volkner zum Intendanten in Frankfurt a. M. ernannt. Der Rat der S.adt Leipzig hat das Entlassungsgesuch des Direktors Robert Volkner aus seinem Pachrvertrog zum 1. April 19.2 genehm at Von diesem Tage ab wird Volkner Intendant der städtischen Theater in Frankfurt a. M. Von der gütlichen Lösung des Pachtvertrages in Leipzig hing es ab. ob Direktor Volkner dem Ruf nach Frankfurt a. M- folgen könne. —
Auslegung zu ersinnen. Es wäre aber nicht unmöglich, daß man ernsthaft die Eventualität anderer indiretter Tvuck- mi.tel ins Alige faßte. Auf mehr als einem Punkte des Erdballes ist es stets möglich, zwischen Frankreich und Deutschland einen mehr oder weniger akuten Konflikt heraus- zubcschwören. Wir wären ber,pielsweise leineswegs über- iascht, wenn wir erführen, daß neue Schwierigkeit n zwi.cheu Frankreich und Marokko a.i-tauchten und zwe.f lb s wäre es in einem solchen Falle nicht allzu schwer, die Spur der diskret von der deutjchen Diploma.ie dem Sultan erteilten Ratschläge zu entdecken. Das ist die E i n s ch ü ch t e r u n g s - Mckhodc. Die Deutschen bilden sich wv.-l, nachdem sie sich in unser sinan.ielles und po.itisches Leb.n eing.schl.chen haben, gar ein, daß wir gar nicht mehr ohne sie ausiommen könnten und daß wir zu jeder Konzession bereu wären, um ihren gesälligen und besonders selbstlosen Beistand zu bewahren. Ta täuschen sie sich aber gehörig. Die mehr oder weniger verhüllien Drohungen werden d-e fra z s sche R- gierung sehr ialt lassen Wir handeln in der uri.t n Grenze unseres Rechtes. Wir sind durchaus nicht system t s.y g :gcu einen An.ichten-Austausch; aber wir Lnn.n es nicht dulden, daß man ihn auszwingen will und daß man uns gegenüber mit Einschüchterungen vorgeht." _______
Vie Jahrhundertfeier in Argentinien.
Buenos Aires, 21. Mai. Bei dem gestrigen Empfange durch den Präsidenten der Republik überreichte der General oberftFreiherrvonderGoltz sein Beglaubigungsschreiben und sprach feine Genugtuung darüber aus, daß er der Zentenarfeier beiwohnen dürfe. Freiherr von der Goltz überbrachte die Wünsche des deutschen Kaisers, des deutschen Volkes, sowie die der Armee und Flotte, erinnerte an die engen, herzlichen Be
leben König Eduards von England erinnerte an eine Wahrsagung, die bet feinem Regierungsantritt in England viel '
Die preuf)iid)e Wahlrechtsreform.
Das preußische Herrenhaus hat die Wahlrechts-Vorlage in zweiter Abstimmung mit 127 Stimmen gegen 82 S.immen angenommen.
D ü s s e l d o r f, 21. Mai. Der Verein zur Wahrung der gemein amen wirtschaftlichen Interessen im Rheinland und in West aten hielt heute unter dem Vorsitz des Geheimrats Serva seine 39. Hauptversammlung ab Abg. Dr. Beumer sprach über das Wirtschastsjahr 1909/10. Dem Vortrage io(gte ii? einstimmige Annahme des folgenden vom Ausschuß des Vereins eingebrachten Beschluß an träges:
„Die Haupweriammlung bestreitet entschieden, daß zwischen der Großindustrie und den Industrien der Fertigerzeugnisse im Westen ein irgendwie erheblicher Metnungsunterichied über die Beschlüsse besteht, die das Preußische Herrenhaus un- dezug auf die Wahlrechtsvorlage gefaßt hat. Die gesamte Industrie des Westens erblickt in die,en Beschlüssen eine wesentliche Verbesserung und wünscht, wenn auch das Gesetz nicht allen Anforderungen entspricht, deren Annahme, damit die. gewerblichen Kreise dieses für den preußische Staat io bedeutsamen Bezirkes von der Tätigkeit im Landtage nicht ausgeschlossen werden und Beruhigung im Lande eintritt."
Die Wahlvorbereitungen in 8ne-berg-vüdmgen.
Das Zentrum scheint, trotzdem es keinen eigenen Kandidaten ausgestellt hat wie die anderen Parteien, eine rege Agitation zu entfalten. Wie uns aus Friedberg berichtet wird, hat der Abg. Erzberger sich 'bei der Agitation beteiligt:
4- Friedberg, 22. «Mai. Heute fanö eine Versammlung der hessischen Z e n t r u m s v a r t e i im Saalbau statt, welche aus den umliegenden Ortschaften sehr stark besucht war. Ter Reichstagsabgeordnete E r z b e r g e r berichtete in etwa zweistündiger Rede in bekannter Weise über die K o l o n l a l p o l i t i l des Staatssekretärs Ternburg, welchen er in heftiger Weise angriff. Der Zweck der Rede galt hauptsächlich der Wahlagitation für den gemeinsamen Kandidaten des B. d. L. und des Zentrums. Außer dieser Versammlung fanden mehrere sehr gut besuchte Versammlungen der nationalliberalen Partei stall, in tvclcher der Kandidat Prof, van Gaffer sprach.
Tas führende Zentrumsb^att, die „Köln. Ztg.", sucht den jüngsten Parteibeschluß in Friedberg-Büdingen mit folgenden Ausführungen zu rechtfertigen:
Der von dep Vertrauensmännern der Zentrumspartei des Reichstag.w:.h!k>ei cs Friedberg-Bud n en cinst mmig g.'sc ßt Beschluß, von der Aufstellung einer eigenen Kandidatur Abstand zu nehmen und bereits tm ersten Wahlgange für den Kandidaten des Bundes der Landwirte, Herrn Rechtsanwalt v. Helmolt, einzutreten, entspricht durchaus den Erwartungen, die man in politischen Kreisen nach Lage der Tinge an die Stellungnahme des Zentrums geknüpft hat. Maßgebend für diese Stellungnahme des Zentrums war vor allen Dingen die Tatsache, daß die von Rationalliberalen und Freisinnigen gemeinsam aufgestellte Kandidatur des Professors van Gatter feine reinnationalliberale, sondern eine ausgesprochene links- nationalliberale ist, welche bei der feindseligen Haltung des Linksliberalismus gegenüber dem Zentrum auf eine Unterstützung von feiten des letzteren nicht rechnen kann. Hätte die Zentrumspartei einer gemäßigten nationalliberalen Kandidatur gegenübergestanden, so hätte der Entschluß ein anderer fein können; man hatte zum mindesten im ersten Wahlgange mit der Aufstellung einer eigenen Kandidatur die Entschließung für die Stichwahl zurückstellen fönnen. So war die Entscheidung für das Zentrum gegeben, nachdem die linksliberale Kandidatur Gatter mit Unterflützung des Freisinns aufgestellt worden ist. Tie Unterstützung des Kandidaten des Bundes der Landwirte durch das Zentrum wird die Wahlzahlen im ersten Wahlgange zuungunsten des linksliberalen Kandidaten verschieben, so daß aller Voraussicht nach es zu einer Stichwahl zwischen dem Sozialdemokraten Busold und Herrn v. Helmolt kommen w-ird. Ob in diesem Falle der Sieg des Bundes der Landwirte über die Sozialdemokratie erreicht wird, wird davon abhängen, ob die Nationalliberalen „national" genug fein werden, gegen den Kandidaten der Uni’ sturzvartei zu stimmen. Taß der Freisinn bei einer solchen Stichwahl in das rote Lager begeistert einziehen wird, steht außer
Die Hürstentage in London.
London, 21. Mai. Ter König richtete einen Erl atz an die Armee und Flotte, in dem er seiner Anerkennung für deren geleistete Dienste Ausdruck gibt; daß die Matrosen die Lafette mit dem Sarg des Königs gezogen hätten, wäre der passend st e Tribut gewesen, den sie seinem geliebten Vater hätten zollen können. Weiter spricht der König in einem besonderen Erlaß der Polizei feine Anerkennung für ihre be- wundernswürdigen Leistungen, nicht nur am Begräbnistage, son dern während der ganzen vergangenen Woche aus, wo die Pflicht besonders schwer gewesen sei. Allerdings sei die Aufgabe erleichtert worden durch die ausgezeichnete Haltung und den Geist per Ordnung, den die ungeheuren, in diesen Tagen in London versammel!en Menschenmengen an den Tag gelegt hätten.
Aus Anlaß seiner Thronbesteigung gewährte der König allen Strafgefangenen in England je nach der Länge ihrer Strafe einen Straferlaß von einer Woche bis zu drei Monaten.
Das K r i e g s m > u i st e r i u m hat aus Anlaß der Thron - befteigung des Königs Georg einen gleichen Straferlaß wie die Admiralität bekanntgegeben.
Mehrere fürstliche Gäste, darunter der Herzog Albrecht von Württemberg und Prinz Johann Georg von wachsen, sind heute vormittag abgereist.
London, 23. Mai. Kaiser Wilhelm nahm am Samstag das Frühstück beim Prinzen Christian zu Schleswig-Holstein ein und besuchte am Nachmittag die deutsche Botschaft, wo et den Tee nahm. Am Sonntag nachmittag machte der Kaiser und König Georg mit einigen Begleitern eine Fahrt pach Hamp ton Court, wo der Tee eingenommen wurde.
Profefior Planck f.
Wie mir am Samstag schon mitteilten, ist Exzellenz Professor Dr. Planck, ein verdienter Mitarbeiter am neuen Bürgerlichen Gesetzbuch, am Freitag in Göttingen gestorben.
Mit Professor Gottlieb Planck ist einer der namhaftesten Juristen der Gegenwart aus dem Heben geschieden. Er war am 24. Juni 1824 zu Göttingen geboren und trat später in den hannoverschen Justizdienst. Im Jahre 1852 wurde er in die hannoversche 2. Kammer geroählt, wo er sich heftia gegen die Aenderung der Verfassung wandte. Im Jahre 1855 wurde er wegen seiner Schrift: Die verbindliche Kraft der Verordnungen, zwei Monate außer Dienst gestellt und im Jahre 1859 auf Wartegeld gesetzt. 1863 wurde er als Obergerichtsrat in Meppen wieder angestellt, 1867 Mitglied des konstituierenden Reichstages und des preußischen Abgeordnetenhauses, aus dem er 1869 wegen eines Augenleidens ausschied. Vier Jahre später trat er aus demselben Grunve auch aus dem Reichstage aus, uti* war seit 1874 vollständig erblindet. Im gleichen Jahre wurde er in den Ausschuß zur Ausarbeitung des Entwurfes eines bürgerlichen Gesetzbuches berufen. Von 1889 an hielt er als o. vou.-Professor in Göttingen Vorlesungen über diesen Entwurf. Bei der zweiten Lesung des Entwurfs wirkte er als Generalberichterstatter mit und nahm an den Beratungen im Reichstag als Bundesvertreter teil. Später machte er sich um das B. G. L-, an dem er in allen Stadien gearbeitet hatte, noch besonders verdient, indenr er im Verein mit anderen Gelehrten eine erläuterte Ausgabe vcröffeittlichte.
3um französischen Zolltarif.
O Paris, 21. Mai.
Gegen die deutschen Beschwerden über die neuen französischen Zolltarife bringt die hochfchutzzöllnerische „R e lorme Economique" aus der Feder ihres Direktors Domergue einen geharnischten Artikel, in dem der deutschen Zollgesetzgebung Unehrlichkeit und besonders Feindseligkeit gegen Frankreich heftiger als je vorgeworfen wird. Es würde zu weit führen und auch müßig jein, alle diese Aus'älle auch nur auszugsweise zu wiederho.en. und es dürfte hinrcichen, folgende Stellen anzuführen, die Behauptungen enthalten, welche eine Widerlegung von befugter deutscher Seite ,$u erheischen scheinen:
„Seit dem Inkrafttreten unseres neuen Zolltarifes hat Deutschland unaufhörlich die Reklamationen gegen die gesetzmäßige Durchführung unserer Taxierungen auf seine Crz.ug- nisse vermehrt. Jenseits der Vogesen spricht man von Schikanen. Die Deutschen hören aber gar nicht^auf. Fortwährend wird da nach Abschätzungen leitens Sachverständiger verlangt. Fast immer geben diese den deutschen Ansprüchen Unrecht. Mer darum bekümmert man |L n cht. Bei jedem Anlasse, oder wenn auch gar keiner vorliegt, treten diese Forderungen auf Experltjen wieder hervor; wenn das noch etwas weiter gefjt, müßte man bald die franko ifchcn Sachvers.än izen durch be • s he er etz n Nach uns zugegangenen Mitteilungen wäre die Zahl der von Deutschland in Zoll-Angelegenheiten erhub nen R-klamaiii - neu zehnmal so groß, wie die von allen anderen Ländern zusammengenommen. Unser Tarif von 1892 enthielt 654 Rubriken. Wir haben diese Zahl vermehren müssen, um neu erstandene Erzeugnisse in ihn ent;u tigert. Hat nicht Deutschland im Jahre 1902 bei der Revision seiner Tarife die Zahl der Artikel auf 946 erhöht? Welches sind denn die Prinzipien, in deren Namen man uns verbieten wollte, seinem Beispiele zu folgen? Wie viel mehr müssen wir es heute bedauern, nicht angehört worden zu sein, als wir verlangten, daß auf die Spezialisierungen Deutschlands gegen Frankreich mit analogen Spezialisierungen in dem neuen französischen Tarife geantwortet würde! Man hat diese Bahn nicht betreten wollen. Man dachte, es sei würdiget, gewisse Leute sagten sogar ritterlicher, die Deutschen nicht so zu behandeln, wie sie uns behandelt batten. Und nun haben mir den Lohn ixrür! Jetzt bezichtigt uns Deutschland böswilligen Vorgehens ihm gegenüber, obgleich es nicht einmal den Schatten eines Vorwandes zur Verfügung Hai, um diese Anklage zu stützen. Hoffentlich wird unsere Regierung das beherftgen, und bei nächster Gelegen- hei. die allzu zaxten Rücksichten Deutschland gegenüber auf- aeben. Das Ziel, auf das man hin arbeitet, ist übrigens durchaus nicht in die Schatten des Geheimnisses gehüllt. Einige deutsche Zeitungen errlärert es schon frank und frei heraus, daß man unS zum AbschlusseeinesHandels- Vertrages veranlassen will. Ob eine Handelsabmachung zwischen den beiden Ländern erzielt werden könnte, ist eine bestreitbare Frage. Jedenfalls würde sich nichts dem widersetzen, daß eine Unterhaltung darüber an» gelnüptt werden wurde. Aber das wird nur möglich werden, wenn jeder der beiden Beteiligten in der vollen Ausdehnung seiner Freiheit und aus eigenem Willen vorgehen kann. Tas ist zweifellos zurzeit der Fall Deutschlands, aber nicht der Frankreichs. Die Methode, die die Deutschen angenommen haben, ist nichts weniger als geeignet, den Augenblick zu nähern, da die Unterhaltung begonnen werden könnte, sondern muß ihn vielmehr noch weiter hinausschieben. Für den Augenblick beschränkt man sich darauf, uns bei jeder Veranlassung wegen der Durchführung unserer Taxen zu nörgeln. Man gibt sich ungeheure Mühe, Schikanen der
(Intendant Volkner ist am 12. März 1871 zu Riga geboren worden und kam nach dem Besuch des dortigen Gymnasiums und nach dramatischem Unterricht bei Leopold Adler zuerst natürlich an kleine Bühnen. In rastloser Arbeit schwang er sich zu ersten Fächern an großen Stadttheatern (Mainz und Zürich) ‘auf, wo er jugendliche Helden darstellte, und wurde dann in gleicher Eigenschaft an bas Hoftheater in Kassel verpflichtet. In Leipzig wirkte er von 1902 bis 1905 als Heldendarsteller, dann als Direktor, und seit dem 1. Juni 1906 war er alleiniger Direktor der vereinigten Stadttheater. Bei dem Rufe, der dem neuen Intendanten vorausgeht, werden die Frankfurter Stadttheater einer gedeihlichen Weiterentwicklung entgegengehen.
— Enthüllung des Straußdenkmals in Ludwigsburg. Am Sonntag vormittag fand in Ludwigsburg die von uns schon vorbesprochene feierliche Enthüllung des von Prof. Habich gescha nen Denkmals für David Frredrich Strauß auf dem von dem König von Württemberg überlassenen Platze im Königlichen Schloßgarten statt. Die Festrede hielt Prof. Ziegler aus Straßburg. Weitere Ansprachen wurden galten von Dr. Naumann-Heidelberg und von Oberbürgermeister Dr. Harten st ein - Ludwigsburg.
— Nounhunder j hriges Zuntjubiläim Die Würzburger Fischerzunft, die älteste Zun,t Deutschlands, feierte gestern (Sonntag) ihr neun- hundertjähriges Jubiläum. In Würzburg bestehen noch Fischergeschlechter, deren Namen urkundlich älter sind als die der meisten Main-Fränkischen Melsfarnilien: nur die der Castell-Thüngen und von Rothenhan sind älter.
— Friede zwischen dem Germanischen Museum und Tschudi. Tie heilige Fehde, die infolge des Plaues Geheim ralS v. Tschudi entflmiben ist, eine große Anzahl der inert- vollsten Bilder ans dem föermnnifchen Mnsenm in die alte Pinakothek nach München überzuführen, ist letzt miolge des Entgegenkommens Tfchudis beigelegt worden. In der gegenwärtig in
Nr. 117 Erstes Blatt 160. Jahrgang Montag 23. Mai 1910
Der Gießener Anzeiger —Ä a Vezugtzpret»:
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