Ausgabe 
19.11.1910 Erstes Blatt
 
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festgesetzten Zeitpunkt die Gasbeleuchtung des Rathaussaales noch nicht fertig ist, imFürst en Hof" stattfinden. Die Spielzeit des Büdrnger Theaters geht am 4. .Dezember zu Ende. Es finden noch acht Aufführungen statt.

Hirzenhain, 18. Nov. Auf dem Hofgut öuifenlnft* brannte ein Pfe rdeltall nebst an­grenzendem Maschinenschlippen ab. Die Pferde konnten ge­rettet werden, mährend die Maschinen verbrannten.

Wolf bei Büdingen. 18. Nov. Der langjährige Bürgermeister Nos wurde einstimmig wiedergewühlt.

= Usenborn, 18. Nov. Wohl selten war die Stimmung der Bevölkerung hier so einheitlich, wie bei der hier vorgenommencn Bürgermeisterwahl, wobei der seit- herige Bürgermeister Müller zum viertenmale einstimmig wiedergewählt wurde. Wenngleich der Wahltag durch einen morgens um 4 Uhr auf dem zu Usenborn gehörigen Hofe Luisenlust auSgebrochenen Brand gestört wurde, so ge­lang es doch der Feuerwehr in Gemeinschaft mit der von Hirzenhain, den Brand so zu lokalisieren, daß bis niittags eine Gefahr für die anderen Gebäude beseitigt war. Nach Zurücklassung einer Wachmannschaft konnte auch die Feuer­wehr am Abend an den dargebotenen Vergnügen in den Wirtschaften teilnehmen.

Kreis Lauterbach.

Lauterbach, 18. Nov. In Anwesenheit des Vor­sitzenden der Zentrale für Mutter- und Säuglingssürsorge, Ministerialsckretär Pistor aus Darmstadt, fand am 16. d. Mts. im Kreisamtsgebäude dahier eine Besprechung von Kreis- rat von Bechtold, Kreisarzt Dr. Heinriey, der prakt. Acrzte Dr. Stotz und Piroth und des Bürgermeisters Stopler von Lauterbach sowie des Kreisassistenzarztes Dr. Schenk aus Gedern über die Organisation der Mutter- und Säug-' lingssürsorge statt. Es wurde beschlossen, in Lauterbach eine Be rat un gsste lle zu errichten, die vorerst alle 14 Tage in Sprechstunden unentgeltliche Auskunst an jeder­mann für Säuglinge (Kinder im 1. Lebensjahr) erteilt. Dle Sprechstunden sollen im Rathaus abgehalten werden, wo­selbst em Zimmer mit den erforderlichen Gerätschaften aus- gesiattet wird. Die hier ansässigen Aerzte haben sich bereit erklärt, abwechselnd von Jahr zu Jahr die Sprechstunden

abzuhalten. Die entstehenden Kosten wird die Zentrale in Darmstadt bestreiten.

Kreis Schotten.

X Schotten, 18. Nov. Am 27. November führt das Rh e i n - M a in - T he a t er auf Veranlassung des hiesigen Volksbildungsvereins in der Turnhalle Kleist'sM inna von Barnhelm" auf.

H a r t m a n n sha i n, 18. Nov. Beim Dreschen mit der Dampfdreschmaschme stand der Landwirt A. auf dem Gerüst und reichte Garben. Plötzl-ich kam die Frucht ins Rutschen und A. stürzte aus den Treschwagen, woselbst er schwerverletzt liegen blieb.

§ Vom oberen Vogelsberg, 18. Nov. Heute nacht hat es heftig geschneit, so daß eine geschlossene, schon ziem­lich hohe Schneedecke das Gcbirg bedeckt.

Kreis Friedberg.

L. Friedberg, 18. Nov. Das gestern abend abgehaltene zehnjährige Stiftungsfest unseres evang. Kirchen- gefangvereins hatte sich eines außerordentlichen Besuches aus allen Kreisen unserer Bevölkerung zu erfreuen. Der große Saal des Hotels Trapp, Galerien und Nebensaal waren dicht gefüllt. Im Mittelpunkt der Feier stand Schillers Glocke, in Musik gesetzt von Romberg. Der Verein brachte im Vortrag dieses' Tonwerkes sein Bestes. Das Harmonium, Klavier und die Klänge eines Streichorchesters hiesiger Musikdilettanten be­gleiteten die Chöre und Solos, vortrefflich von hiesigen und aus­wärtigen Damen und Herren gesungen. Die Redner des Abends feierten sowohl die Mitwirkenden, als auch namentlich den Schöpfer und Leiter -<s Vereins. Am 26. November wird im Bezirks­lehrerverein Friedberg-Bad-Nauheim der Direktor unseres Prediger-Seminars Dr. Eger einen Vortrag halten über die bibL Wunderberichte und den Religionsunterricht.

Starkenburg und Rheinhessen.

Darmstadt, 18. Nov. Von einer hiesigen Zcitungs- korrespondenz wird die Nachricht verbreitet, daß die Stadt­verordnetenwahlen zum Teil u ngiltig seien und Neu­wahlen stattzufinden hätten, da zwei Stimmzettel von anderen Personen abgegeben worden seien. Nach den Erkundigungen des Darmst. Tägl. Anz." ist dies unzutreffend. Die Einspruchs­frist ist feit einigen Tagen verstrichen und von einer Ungiltig- kcitserklärung kann keine Rede mehr sein.

Kleine Taacomronir.

Der Kaiser hat vor seiner Abreise 20 000 Mark als Beihilfe zum Neubau einer protestantischen Kirche in Donau­eschingen gestiftet; der Fürst zu Fürstenberg hat für den gleichen Zweck 10 000 Mark gespendet.

Amtlicher Wetterbericht.

O effentliche Wetterdienststelle Gießen.

Wetteranslichien ln Hessen am Sonntag dem 20. Novbr. 1910: Zeitweise heller, schwacher Frost. .

S ch n e e b e r l ch t: Feldberg 30 cm, 5 Gr., Hoherodskopf 30 cm, 5 Gr. Schibahnen sehr gut.

Letzte Nachrichten.

R.B. Darmstadt, 10. Nov. Heute nacht über*, fielen einige vermummte Personen einen die Strecke ab­gehenden Bahnarbeiter, ergriffen aber die Flucht, als sie auf Widerstand stießen. Die Darmstädter Staatsanwalt­schaft hat eine Untersuchung über den Vorfall eröffnet.

, i ^öin, 19. Nov. (Privattelegramm.) Zu dem Goldsunöl m der We steifet wird gemeldet, daß sich an den südlichen Hügeln lauteres Gold gefunden habe und daß es sich bis zu dem Wallfahrtsort St. Hubert in den Ardennen hinziehe. Es macht sich bereits eine große Spekulatwnswut bemerkbar Mehrere Gewertschasten sind in der Gründung begriffen.

ch-Köln , 19. Nov. (Privattelegramm.) Ter Niederrheinische Verem für Luftschiffahrt, nimmt nun ebenfalls an, daß der Ballon Saar mit samt seinen Insassen in der Nordsee miter- g.egcmqen sei. Man ist der festen Ueberzeugung, daß sich her Führer, Rommler, mit bewußter Absicht in Abenteuer gestürzt hat.

Kiel, 19. biov. Der Kaiser ist heute nwrgeit 51/2 Uhr hier angekommen und sofort an Bord der Deutschland" gegangen.

Montevideo, 19. Nov. Der Friede ist durch Ver­handlung zwischen der Regierung und den Ausständigen end­gültig gesichert. Die Aufständigen, deren ganze Bewegung sich gegen die Präsidentschaftstandidatur von Bateney Ordonez richtete, haben die Waffen niedergelegt.

Statt Karten. «ei

Die glückliche Geburt eines gesunden kräftigen Jungen zeigen hocherfreut an Professor Dr. Walter König u. Frau Giessen, den 19. November 1910.

Mitbürger!

Zur Stadtvcrordnctcnwahl empfehlen wir die Herren: D/u

1. Schwan, Ang., Weinhändler

2. Nichol aus, Architekt

3. Müller, Emil Heb., Schreinormstr.

4. Kaufmann, Konrad, Rechtsanwalt

5. Dr. Heuser, Oberbibliothekar

6. Eichenauer, Hermann, Fabrikant

7. Grünewald, Wilhelm, Justizrat

8. Faber, Karl, Spenglermeister

9. Sommer, Robert, Dr., Professor

10. Urstadt, Dr., Professor

11. Leutert, Dr., Professor

12. Klingspor, Adolf, Fabrikant

13. Meyer, Hans, Architekt

Itipolitlsche Wähler an? allen Teilen der Stadt

ttliiogl Birger!

.Wir empfehlen unfern Mitgliedern und Anhängern den Besuch der öffentlichen Wahlversammlung am Sonntag abend in Steins Garten.

Der Bürgcrschaftsausschuß.

Zur Stadlverorducleuwahl.

In der Donnerstagnummer Ihres geschätzten Blattes wurde voneinigen nicht Politik treibenden Wählern" in einer Annonce von einem parteipolitischen Borgehen bei den demnächstigen Stadtverordnelenwahlen gesprochen. Die Wahl zweier verdienstvoller, seitheriger Stadtverordneter, der Herren Eichenauer und Helm sei nicht empjohlen worden aus parteipolitischen Gründen.

Es ist Tatsache, daß erstens der Freisinnige Verein in seiner Mitgliederversammlung am letzten Montag drei der-' dienstvolle, seithcrige Stadtverordnete (die Herren E. Brück, Zanu und Helfrich) für seine Kandidatenliste überhaupt nicht zur Abstimmung zugelasscu, sie also zuerst ausgeschlossen Hai, weil sie der uatioualllbcralen Partei augehöreu. Herrn Helm «.echte sie erst heute cm. Es ist dagegen unrichtig, daß Herr Eichenauer nicht in die Kandidatenliste des Bürgerschafts- ausjchusses ausgenommen wurde, weil er Mitglied des frei­sinnigen Bereins ist. Er stand vielmehr, wie alle seit­herigen verdienstvollen, bürgerlichen Stadtverordiielen zur allgemeinen Abstimmung, erlangte allerdings nicht die not wendige Stimmenzahl, um in die Kandidatenliste des Bürger- schasts"usschussts ausgenommen zu werben. Daß keine Parteipolitik bei dieser Abstimmung mitbestimmend war, geht klar daraus hervor, daß z. B. ein langjähriges, ver­dientes Mitglied des Stadlverordnetenkollegiums, das der uationallibcralcn Partei angchört, nicht gewählt wurde, während ein anderer Stadtverordneter, der der freisinnigen Panei angchört, in die Liste des Bürgerschastsausschusses ausgenommen wurde. Diese Liste enthält sogar sechs An­gehörige des sreisinnigen Vereins.

Feststellung: 1. Parteipolitik hat zuerst und allein die srcisinuige Partei bei der Nouuuicluug ihrer Kandidaten obwalten lassen. 2. Parteipolitik war bei der Aufstellung der Kaudidatculiste des Bürgerschastsausschusses ausdrücklich ausgeschlossen.________________(p«*/11)______________________G.

Zur ttmrtaML

a es unbedingt erforderlich ist, einen tüchtigen und ) gewissenhaften Juristen in ba§ Stadtparlament zu wählen, der seither vorgeschlagene Jurist jedoch ab- gclchnt hat, so bitten wir alle die Wähler, die das Wohl der gesamten Stadt fördern wollen, ihre Stimme

Herrn Rechtsanwalt

Dr. Spohr

All geben. Herr Rechtsanwalt Dr. Spohr bietet auch Gewähr dafür, daß bei wiederkehrenden Debatten über Fleischnot nicht nur einseitig agrarische Interessen in der Stadtverordneten- Versammlung vertreten werden, sondern daß durch ihn auch die Anhänger vegetarischer Lebensweise zu ihrem Rechte kommen werden.

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Viele Wähler, die keinem im Bürger schafts - Ausschuß vertretenen Vereine angchören.

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